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Fantasy Girl

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P18 / FemSlash
Alex Danvers Kara Danvers / Kara Zor-El Lena Luthor
18.11.2020
02.08.2021
4
14.844
9
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Dieses Kapitel
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02.08.2021 1.503
 
Lena öffnet die Augen. Sie blinzelt und blickt unfokussiert umher. Kara möchte wegsehen, versucht es, aber im selben Moment möchte sie hinsehen. Niemals kann sie ihre Augen von Lena abwenden.

Blaue Augen treffen auf grüne Orbits und verweilen.

Kara findet keine Worte für das, was sie fühlt. Glück, das Lena wach ist. Freude, dass Lena hier ist. Lena ist ihr Augenstern, sie könnte glücklich sterben, nur sie anzusehen und sie in ihrer Nähe zu wissen. Lena darf nicht krank sein. Karas Augen werden feucht und eine einsame Träne sammelt sich, kullert langsam ihre Wange hinab.

Lena verfolgt ihren Weg, bis sie an ihrem Kinn ankommt und dann hinab fällt. Sollte sie geschockt darüber sein, das Supergirl weint, so zeigt sie es nicht.

„Ich bin okay,“ beruhigt Lena, „mach dir bitte keine Sorgen,“ sangt sie sanft. Sie drückt Karas Hand, um ihren Worten Nachdruck zu verleihen.

Es ist bizarr. Lena gibt Supergirl Komfort und Kara spürt die Last des Anzugs. Normalerweise zieht sie Stärke und Lebenskraft daraus, doch nun ruht er wie eine schwere Bürde auf ihren Schultern. Eine bleierne Hülle. Der Anzug kann Lena nicht helfen und sie fühlt sich mit einem Mal schrecklich darin.

Überwältigt senkt Kara den Kopf. Sie hält die blasse kostbare Hand in ihren Händen. Lenas Hand. Neue Tränen sammeln sich. Sonst ist sie immer so positiv und stark, doch dieses Mal? Kara sucht nach Worten und nichts mag ihr einfallen außer einem Lächeln. Sie versucht es. Sie will für Lena stark sein. Supergirl steht für Hoffnung. Durch einen Tränenschleier lächelt sie Lena an.

„Gut, dass Supergirl bei dir war.“

Kara zuckt zusammen, als sie die Stimme hört, sie hat die Anwesenheit von Kate völlig vergessen.

„Ich lass euch alleine, ihr wollt euch sicher verabschieden.“ Kate erhebt sich und legt sanft eine Hand auf Lenas Schulter. Beide nicken sich stumm zu, kommunizieren auch ohne Worte miteinander. Ein Zeichen, wie sehr sie miteinander vertraut sein müssen.

Karas Herz krampft sich noch mehr zusammen.

Als Kate aus dem Zimmer ist, ergreift Lena das Wort.

„Danke, dass du in meiner Nähe warst. Ich hoffe, es wird nicht wieder zur gewohnt, dass du zu meiner Hilfe kommst,“ ihre Lippen umspielt ein Lächeln, das schnell wieder verschwindet, um tief Luft zu holen. „Danke, Supergirl, das du dich um mich gekümmert hast. Es ist sicher nicht angenehm einen meiner Anfälle live mitzuerleben. Der Augenblick war denkbar ungünstig. Ich muss zugeben, dass ich ein wenig verärgert bin, dass ich den Anfall genau in diesem Moment bekommen habe.“ Das Lächeln quält sich zurück und bleibt schwach.
Kara hört, was Lena sagt und die Leichtigkeit welche sie vergebens versucht ihren Worten zu verleihen. Die Worte sind falsch, als träfe sie Schuld daran, dass ihr Körper ihr nicht gehorcht und wild zu krampfen anfängt. Als hätte sie sich längst damit abgefunden.

„Lena, du sollest den Anfall überhaupt gar nicht erst bekommen,“ wendet Kara ein, doch Lena spricht weiter.

„Ich hoffe, es hat dir die Freude an ein Bad im Whirlpool nicht genommen. Ich hätte es gerne noch länger mit dir darin ausgehalten. Wie dem auch sei, ich hoffe, ich habe dich nicht zu sehr in Anspruch genommen und von deinen Aufgaben abgehalten.“

Lena verabschiedet sich, geht es Kara durch den Kopf. Sie übergeht Karas Einwand und wählt ihre Worte sorgsam, was es für Kara noch schlimmer macht. Neue Tränen sammeln sich.

„Wenn du also mal wieder in der Gegensein solltest,“ lässt Lena ihren unvollendeten Satz abklingen.

Dieses Mal hält Kara die Schluchzer, die dem Weinen folgen nicht mehr zurück. Sie ist noch nicht so weit, sich wieder von Lena zu verabschieden. Wird es niemals sein. Die Tränen kommen und sie ist machtlos. In ihren eigenen sensiblen Ohren kann sie es lautstark rauschen hören.

„Hey, mach dir nicht so viele Sorgen.“

Lena klingt sanft, so sanft und vielleicht ein wenig mit Sorge behaftet, angesichts Supergirls Emotionen. Ihr Daumen streift vorsichtig über ihre Hand.

Karas Körper bebt, sie möchte etwas sagen, aber anstelle eines Wortes folgt ein Schluchzer, der wie eine Welle durch ihren Körper geht. Er öffnet eine Schleuse mit Tränen, welche Kara nicht zurückhalten kann. Sie hat sich noch nie so gehen lassen, so unkontrolliert ihren eigenen Gefühlen über. Sie hält sich an Lena’s Hand fest, hat die Augen fest zusammengepresst und weint lautlos. Wie soll sie das nur erklären?

Lenas andere Hand umschließt Karas Wange, bringt sie damit ein Stück näher. Zärtlich streicht sie mit ihrem Daumen darüber. Ihre Atmung geht ruhig.

„Hey.“

Die Sanftheit, die in diesen einfachen Worten steckt, dieses ohnmächtige Gefühl, dass Kara Lena am liebsten fest an sich drücken möchte, es löst neue Tränen aus und füllen Karas nasse Augen.

„Sch. Es wird alles gut.“

Es ist zu viel, sie fühlt einfach zu viel. Ihre Lippen zittern, während sie lautlos schluchzt. „Sch. Weine doch bitte nicht.“

Natürlich weint sie noch mehr.

„Sch, Kara,“ sagt Lena liebevoll.

Kara

Kara öffnet die Augen, völlig perplex.

„Lena?...“

„Lena, du weißt das ich--“

Lenas Lippen drücken sich an ihre Stirn, bringen sie zum Schweigen.

„Sch, Kara,“ wiederholt Lena.

Lenas Stirn ruht an ihrer eigenen, an derselben Stelle, die sie eben geküsst hat.

„Lena, ich hab solche Angst um dich. Bitte werde wieder gesund.“

Kara klingt wie ein Kind, dass ich etwas wünscht und voller Hoffnung ist. Ein Kind, das noch nicht weiß, das es Wünsche gibt, die nicht erfüllbar sind, egal wie fest man sich diese wünscht.

„Ja,“ sagt Lena, als hätte sie die Macht dazu solche Wünsche zu erfüllen, Sie streichelt weiter ihre Wange und wischt auf ihrem Weg neue Tränen fort.

„Bitte lass mich in dein Leben zurück. Bitte Lena, ich hab dich so sehr vermisst.“

„Ich hab dich auch vermisst, Kara. Sehr.“

Mit den Köpfen aneinander, lässt Kara die Worte wirken, saugt das Glück darin auf, dass Lena ihren richtigen Namen ausgesprochen hat, es lässt ihr Herz wärmen.

Es bedeutet alles; Lena während sie ihren Anzug trägt, ihren richtigen Namen Kara sagen zu hören. Es verleiht ihr neue Kraft.

Lena streicht über ihr Haar und fährt sanft mit den Fingern hindurch, sie spielt damit. Etwas daran ist vertraut und tiefe Empfindungen gehen durch Karas Körper.

Es ist ein wichtiger Moment. Es ist nicht wie früher, als sie sich umarmt haben oder ein Mal, als Lena ihren Kopf an ihre Schulter gelegt hat und Kara ihr versprochen hat, dass sie immer für sie da ist. Kara kann Lena fühlen, kann dieses Band fühlen, das zwischen Ihnen geknüpft ist. Eine Freundschaft, die lange existiert, auch wenn sie sich nicht mehr gesehen haben, das Vertrauen, die Sorge füreinander ist geblieben. Und Lena weiß, dass sie Supergirl ist. Sie weiß es einfach und scheint nicht weiter Thema. Okay, vielleicht müssen sie darüber reden und Kara möchte gerne wissen, seit wann sie es weiß, aber dennoch. Es sind einfach sie beide, die zusammen gehören, so wie sie sind. Ein Band, das besteht und Kara weiter knüpfen möchte.

Und mit einem Mal, versiegen Karas Tränen und neue Hoffnung geht durch ihren Körper. Sie fühlt etwas in diesem Moment. Wie eine Energie, die durch ihren Körper geht und ihr Gewissheit gibt. Sie fühlt, dass Lena immer in ihrem Leben bleiben wird. Ob romantisch oder freundschaftlich, wird sich zeigen, aber Lena wird hier sein.
Sie richtig sich auf und sieht Lena an.

„Lena, du wirst wieder gesund werden,“ sagt sie aufgeregt.

Sie möchte Lena etwa abgegeben von ihrer neugewonnenen Energie, möchte, dass Lena es ebenso spüren kann. Kara möchte keinen Schmerz und keine Sehnsucht mehr. Sie möchte nach vorne sehen, mit Lena.

In diesem Moment ist Kara aufgeregter als je zuvor, doch sie nimmt sich zusammen. Ihre eigenen Gedanken sind es, die übersprudeln. Sie wird noch vieles mit Lena reden müssen, aber sie braucht Geduld, Lena ist schwach und so nimmt Kara ihr für den Anfang ein wichtiges Versprechen ab.

„Lena, bitte versprich mir, dass du dir helfen lässt. Ich möchte, dass dich das DEO untersucht, nur um Übernatürliches ausschließen zu können. Bitte verspreche es mir, Lena.“

Lena verspricht es.

Sie werden dem auf die Ursache gehen, was Lena krank macht.

Lena verspricht nicht mehr davon zu laufen. Sie verspricht, sich helfen zu lassen und das sie ihren Fokus auf ihre Gesundheit legen wird.

Kara kann nicht glauben, dass Lena weiß, das Kara Supergirl ist. Sie ist so erleichtert, beschämt und sie müssen noch so viel miteinander reden, aber das Wichtigste ist Lenas Gesundheit.

Sie reden noch eine Weile, nehmen sich weitere Versprechen ab, doch Lena muss sich ausruhen.

Kara bleibt bei ihr, bis sie eingeschlafen ist und Kate zurückkehrt. Kara ist froh, dass Kate bei ihr ist, auch wenn es ihr einen Stich versetzt.

Dennoch, sie ist voller Glück, als sie später zurückfliegt. Sie macht sich auf den Weg ins DEO, wo sie Vorbereitungen für Lena treffen möchte, damit dort die Untersuchen stattfinden können.  

Sie wird erklären müssen, dass Lena Luthor über ihre Identität Bescheid weiß, aber sie ist so glücklich darüber. Keine Geheimnisse mehr und sie kann jederzeit bei Lena vorbei fliegen.

Lena muss gesund werden, sie wird zu Rao beten und zu sämtlichen Göttern auf diesem Planeten.
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