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Fantasy Girl

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P18 / FemSlash
Alex Danvers Kara Danvers / Kara Zor-El Lena Luthor
18.11.2020
02.08.2021
4
14.844
9
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
11.04.2021 4.012
 
Kara stößt die Türen zur Notaufnahme auf und ruft um Hilfe. Der Anblick von Supergirl, die persönlich eine Frau ins Krankenhaus von National City trägt, sorgt im Wartebereich für Aufregung. Ein Arzt und eine Schwester eilen herbei und stellen Fragen. Hektik verbreitet sich und jemand zieht Lena’s geschlossenes Augenlid auseinander, leuchtet mit der Taschenlampe hinein. Ihr Puls wird ertastet und ein weiterer Arzt tritt hinzu und legt ein Messgerät an ihrem Handgelenk an.

Kara’s Panik schnürt ihr die Kehle zu und sie erlebt alles wie in Trance.

„Was hat den Krampfanfall ausgelöst?“

„Ich weiß es nicht.“

„Wissen Sie, was sie gegessen und getrunken hat, wo hat sie sich aufgehalten?“

„Ich bin mir nicht sicher.“

„Kennen Sie ihren Namen?“

„Lena Luhtor.“


Als der Name der Bewusstlosen bekannt wird, geht ein leises Raunen durch das Krankenhauspersonal, dass routiniert arbeitet und Lena hilft.

„Lena, können Sie mich hören?“

Ein Arzt berührt Kara sanft am Arm und deutet auf ein Bett, das zu Ihnen geschoben wird.

„Wir übernehmen jetzt, Supergirl. Wir kümmern uns um die Patientin. Sie können Miss Luthor loslassen.“

Kara nickt hilflos, doch erst als der freundliche Arzt sie bittet, seine Arbeit machen zu lassen schafft es Kara, die Bewusstlose vorsichtig in das leere Bett zu legen und loszulassen. Der Krampfanfall hat nachgelassen. Die Salzlösung, die in einem Beutel hängend mittels Schlauch in Lena’s dünne Arme geleitet wird, zeigt Wirkung.

Lena liegt ruhig dort, als schliefe sie, während die Ärzte sie versorgen.

Für Supergirl gibt es nichts mehr zu tun und sie tritt zurück. Sie steht dort an der Wand und beobachtet wie Lena versorgt wird. Ein paar Mal, muss sie zur Seite treten, da die Krankenschwester etwas aus dem Regal holt, doch keiner scheint das Herz zu haben, Supergirl fortzuschicken. Und so bleibt sie dort, versucht so gut wie möglich niemanden zu stören.

Kara spürt die Blicke der anderen Patienten und plötzlich fühlt sie sich fehl am Platz. Als würde sie eine Grenze überschreiten und Lena’s Privatsphäre nicht akzeptieren. Lena ist nicht mehr ihre Freundin, zu viel Zeit ist vergangen. Außerdem steht es erst Recht Supergirl nicht zu, an ihrem Krankenbett Wache zu halten. Trotzdem schafft sie es nicht zu gehen. Lena sieht so verloren aus, wie sie dort liegt. Kara möchte ihre Hand halten, ihr zuflüstern, dass alles gut wird und spüren lassen, das sie bei ihr ist. Sollte sie jemanden Bescheid geben? Sie hat keine Ahnung, wer nun die wichtigsten Personen in Lena’s Leben sind und es macht sie traurig.

Während Kara mit sich ringt und dort wartet, verbreitet sich erneute Hektik.

Geiselnahme mit Schusswechsel in der Market Hall. Alles vorbereiten für Traumapatienten.

Kara horcht und die Ärzte heben den Kopf an, um zu ihr rüber zu sehen. Sie wissen, dass Supergirl den Funk gehört hat. Es gibt keinen Grund, weshalb Supergirl nicht losfliegen sollte, um den Menschen zu helfen. Sie wacht über der Stadt, ihr Symbol auf der Brust bringt den Menschen Sicherheit, Vertrauen und Hoffnung in schweren Zeiten. Ein Schusswechsel klingt übel. Und so schüttel sich Kara, aus ihrem Dämmerzustand. Schweren Herzens, mit einem letzten Blick auf Lena, die hilflos dort liegt, fliegt sie davon.

-                                                 ***

Kara wischt sich mit dem Handrücken die Haare aus dem Gesicht und nimmt den eingehenden Anruf ab.

„Kara, ist alles in Ordnung?“ Sam’s besorgte Stimme dringt durch die Leitung an ihr Ohr.

„Geiselnahme, Sam. Es wurden Menschen verletzt,“ antwortet Kara verzweifelt. Ihr Plus rast noch immer und hat sich seit dem Vorfall kaum beruhigt. „Er hat wahllos in die Menge geschossen, es war furchtbar. Überall Blut und Schreie.“

„Das hört sich furchtbar an Kara. Ich hab es in den News verfolgt,“ erwidert Sam mitfühlend und der sanfte Klang ihrer Stimme hilft Kara sich zu beruhigen. „Konntest du den Täter stellen?“

Kara denkt daran, wie der Mann ihr mehrmals in die Brust geschossen hast. Die Augen leblos, wie in Trance hat er immer wieder den Abzug durchgedrückt.

„Ja, er ist jetzt ein Fall für Psychologen und der Polizei.“

„Gut,“ erwidert Sam.

„Wieso, bist du noch wach? Bald geht die Sonne auf?“ Sie hat ihr Zeitgefühl in der Hektik verloren, es müssen Stunden vergangen sein, in denen Sie am Tatort mitgeholfen hat.

Sam seufzt durch das Telefon. „Alex, konnte ewig nicht einschlafen, mehrmals hat sie Ihre Schlafposition geändert und wollte gestreichelt werden. Dann musste das Fenster auf sein, dann wieder zu und so weiter und so weiter. Sie hat mich wahnsinnig gemacht und jetzt schläft sie friedlich wie ein Stein neben mir und ich bin wach und munter.“

Kara lächelt, sie ist selbst bestens vertraut mit Alex und ihren Launen, oder soll sie besser sagen ihren Schwangerschaftshormonen. Sie kommandiert die Menschen um sich gerne herum und verteilt Befehle, ist aber gleichzeitig frustriert darüber, dass sie mit ihrem dicken Bauch die Dinge nicht selbst machen kann. Es ist nicht einfach. Sam und so manch Anderer braucht einiges an Geduld und Nerven mit ihr.

„Wie gehts dir, Kara?“, fragt Sam nach einer Weile und es ist so sanft, dass Kara ihre Gedanken offen ausspricht.

„Ich mach mir Sorgen, um Lena.“

„Okaaay,“ erwidert Sam und zieht das Wort in die Länge.

„Ich hab dir ja geschrieben, dass sie ohnmächtig war und die Ärzte sie versorgen. Der Krampfanfall hat aufgehört, aber ich weiß nicht, was diesen ausgelöst hat. Ich sorge mich um ihre Gesundheit und ich würde gerne bei ihr sein und sehen, wie es ihr geht. Ich möchte sie besuchen und helfen, gesund zu werden. Auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob sie mich überhaupt wieder in ihrem Leben haben möchte. Endlich haben wir uns wieder gesehen, wir haben getanzt, Sam. Es war wie im Traum. Lena ist so wunderschön.“

„Ich bin mir sicher, dass es nichts Ernstes ist, Kara. So ein Krampfanfall kann viele Ursachen haben, geh nicht gleich vom schlimmsten aus. Leg dich schlafen, du musst total erschöpft sein und morgen früh stehst du auf und besuchst Lena im Krankenhaus. Ich bin mir sicher, dass sie sich über einen Besuch von dir freuen wird.“

„Sam?“

„Ja?“

„Ich hab Lena ziemlich eindeutig gefragt, ob sie mit mir nach Hause kommen möchte.“ Kara schließt die Augen und sieht Lena’s grüne Augen vor sich, wie sie getanzt haben. Wie sie Lena’s blasse Hand genommen und ihre Knöchel geküsst, ehe sie mit klopfenden Herzen die Frage gestellt hat. „Sie hat abgelehnt.“



Es bleibt einen Moment still am anderen Ende der Leitung.

„Vielleicht war sie etwas überrumpelt. Ihr habt euch ewig nicht gesehen und zuletzt wart ihr Freunde. Lena, weiß nichts von deinen Gefühlen. Mach dich deshalb nicht fertig, viele Gründe sind möglich.“

Lena war nicht überrumpelt. Kara weiß, was sie gespürt hat. Doch es ist spät und sie hat Sam bereits genug wach gehalten. Sie hat ein einem Recht, schlafen klingt wunderbar, nicht mehr denken und fühlen müssen, einfach schlafen.

Sie reden noch eine Weile sanft miteinander über nichts Spezielles, bis sie müde werden und die Stimmen schwer.

Ehe sie einschlafen, beenden sie das Gespräch.

„Gute Nacht, Sam. Danke,“

„Gute Nacht, Kara. Schlaf gut.“

Am nächsten Morgen betritt Kara mit klopfenden Herzen das Krankenhaus. In der Hand hält sie einen wilden Strauß bunter Blumen. Anemonen, Ringelblumen und Gerbera, eine optimistische Mischung, welche die Lebensgeister wecken. Die Sorte Blumen, die du erhältst, wenn du im Blumenladen nach einen Gute-Besserung-Strauß fragst.

Kara kann kaum erwarten Lena zu sehen, ihre Handflächen sind feucht als sie mit klopfenden Herzen die Station der Privatpatienten erreicht.

Ob sie Lena mit einem Kuss begrüßt? Einen sanften Wangenkuss? Oder ist das zu viel? Ob Lena sich erholt hat? Hoffentlich ist es nichts Ernsthaftes, betet Kara leise zum wiederholten Male. Sie möchte Lena in ihre Arme ziehen und sie vor allen Gefahren auf dieser Welt schützen. Sie möchte Lena nie wieder loslassen und für immer in ihrem Leben behalten.

Vor der Zimmertüre atmet sie tief durch und klopft.

Als sie keine Antwort erhält, klopft sie noch einmal und drückt nach einen weiteren Moment ohne Antwort vorsichtig die Klinke.

Das Bett ist leer.

Der Raum ist verlassen ohne persönliche Sachen oder einen Hinweis, das Lena hier war. Ein wenig Panik breitet sich in ihr aus, doch sie puscht die negativen Gedanken zurück.

Eine Krankenschwester kommt den Flur entlang und bemerkt Kara, die im Türrahmen lehnt und in das leere Zimmer starrt.

„Ist alles in Ordnung? Kann ich Ihnen helfen?“ Kara dreht sich um und mustert die junge Krankenschwester. Dankbar, nickt sie. „Ich suche eine Patientin, ihr Name ist Lena Luthor, wissen Sie, ob sie verlegt wurde?“

„Lena Luthor,“ wiederholt sie und Kara liest auf ihrem Namensschild, dass sie sich noch in der Ausbildung befindet. „Ich hab eben erst die Nachmittagsschicht, begonnen, aber ich hab mitbekommen, dass Lena Luthor bereits entlassen ist.“

„Was? Sie ist gestern erst eingeliefert worden. Ich war dabei, als sie zusammen gebrochen ist. Sie kam in die Notaufnahme,“ erklärt Kara sichtlich aufgeregt. „Wurde Sie sicher nicht verlegt?“

„Ich bin mir ganz sicher. Alle haben darüber geredet. Tut mir leid. Aber wenn Sie möchten, schaue ich gerne nochmal nach.“

Kara steht dort, Blumen in der Hand und ist wie vor den Kopf gestoßen.

Sie schüttelt mit dem Kopf. Lena ist fort.

Zum wiederholten Mal ist Lena ist fort.


-                                                      ***

Zwei bis drei Wochen später

Dass sie an Lena denkt, ist nichts Neues, dass ihr Herz sich dabei krümmt und die Sehnsucht sie schier aufzufressen droht auch nicht, was wirklich neu ist; dieses Mal tut es ernsthaft weh, luftabschnürend, zu Glauben nicht mehr atmen zu können weh.

Lena war hier. Es war keine Fantasie. Sie hat sie gehalten und für einen Abend war alles wahr. Ihre Träume waren zum Greifen nah und Kara kann nicht vergessen. Die Begegnung ist so frisch und ihre Wunden sind aufgerissen, tiefer als zuvor.

Warum?

Zumindest hat sie Lena’s Telefonnummer. Sie ist mit Lena in Kontakt und der Hoffnungsschimmer bleibt ein baldiges Wiedersehen zu vereinbaren.

Zuerst hat sie sich nach ihrem Gesundheitszustand erkundigt. Doch die Antworten von Lena kommen schleppend, sie sind zurückhaltend und Lena beantwortet nicht alle Fragen, die sie ihr stellt. Kara schreibt ihr, was sie beweget, sendet Fotos und hält Kontakt. Lena antwortet sporadisch, niemals zuerst und dennoch gibt Kara nicht auf. Die Nachrichten mit Lena bedeuten ihr alles und ihr Herz klopft jedes Mal wie wild, wenn Lena’s Name als eingehende Nachricht angezeigt wird. Kara kann nicht aufhören, an sie zu denken. Lena ist der Mittelpunkt ihres Universums.

Kara wie geht es dir heute?

Lena die Tage sind lang. Ich bin viel im Labor, aber es geht mir gut.

Kara solltest du schon so lange im Labor arbeiten? Nicht, dass ich nicht stolz auf dich wäre. Ich hab den Artikel über deine neue Arbeit gelesen, du stehst kurz vor einem Durchbruch. Wasserstoffbetriebene Innovation. Das ist großartig. Ich drücke dir die Daumen.

Lena danke.

Kara (Bilddatei; ein schwarzes Kätzchen mit grünen Augen, dass sich die kleinen Pfötchen leckt) schau mal, wer mit heute in die Arme gelaufen ist und sich verwirrt hat. Ist das Kätzchen nicht süß, es sieht aus wie du.

Kara nicht, dass du wie ein Kätzchen aussiehst oder dir die Pfoten leckst. Also was ich meine. Sein Fell ist schwarz und die Augen sind grün.

Lena es sieht wirklich süß aus, danke für das Foto, Kara.

Kara (Bilddatei; ein See von unendlich grüner Farbe, eine Wolke in Herzform am Himmel darüber) ich denk an dich.

Kara oh mein Gott, es gibt eine neue Sorte Oreo Kekse. Erbeer-Käsekuchen-Pommes!!

Lena was für ein sonderbarer Mix.

Kara schade dass es keine Oreo Kekse mit Schoko-Potsticker Geschmack gibt, ich weiß, das wären meine Liebsten.

Lena Ich bin beruhig, dass es diese nicht gibt. Du würdest zu viele davon essen und Bauschmerzen bekommen.

Kara (Bilddatei; leere Kekspackung mit ein paar Krümeln)

Lena sag bitte nicht, du hast alle auf ein Mal gegessen.

Kara doch, aber sie waren nicht so besonders.

Kara heute ist wirklich ein fieser Tag und ich brauche dringend etwas Süßes! Nach Redaktionsschluss kam Sir Wellington (Informant) auf uns zu und wollte seine Aussage revidieren, die wir bereits gedruckt haben.

Lena ich habe deinen Artikel bereits gelesen (erhalte die Sneak von CatCo) ich hatte Gänsehaut beim Lesen, es ist super geschrieben. Lass dich nicht beirren, er mag kalte Füße bekommen haben, doch es ist so wichtig, dass er sich geäußert hat. Der Artikel wird die Missstände aufzeigen und Gutes tun. Gib nicht auf!

Kara du liest meine Artikel?

Lena natürlich bin deine treue Leserin.

Kara das bedeutet mir viel (Herzsmiley) Danke.

Lena gern geschehen!

Kara gerade läuft das Lied im Radio, auf welches wir getanzt haben. Du hast den Liedtext falsch gesungen. Es heißt: I want to get you in my places und nicht I want to get you under my blanket. Smiley

Lena ich denke nicht dass, dies stimmt, Kara. Blankets gibt eindeutig mehr Sinn.

Kara doch definitiv. (Bilddatei; Lyrics , I Want to get you in my places) keine Sorge, ich würde gerne mit dir unter die Decke.

Kara sorry

Kara vielleicht haben wir zu schnell getanzt, vielleicht hab ich dich zu fest gedreht, vielleicht bist du deshalb umgefallen und hattest den Anfall.

Lena Kara, wir haben langsam getanzt. Daran lag es ganz sicher nicht. Mach dir bitte keine Sorgen, mir geht es gut. Der Tanz mit dir war wunderbar.

Kara smiley (drei Herzen)

Kara verlässt nach Feierabend CatCo und freut sich auf einen ruhigen Abend zu Hause. Sie sieht bereits Popcorn vor Augen und überlegt, welcher Film dazu passen würde.

Plötzlich wird sie nahezu über den Haufen gerannt und Kara stolpert.

Die Frau entschuldigt sich mehrmals für ihre Tollpatschigkeit und Kara weiß mit Sicherheit, dass sie diese grünen Katzenaugen, schon ein Mal gesehen hat. Sie waren hinter der Bar, an dem Abend der Galaveranstaltung, als sie nur Augen für Lena hatte. Die Frau berührt sie sanft an ihrem Arm und mustert sie besorgt, doch da liegt noch etwas anderes in ihrem Blick. Sie sehen sich beide an und Kara kommt der Gedanke, dass diese Frau keineswegs zufällig gegen Kara gerempelt ist. Selbst wenn, sie sieht wahnsinnig gut aus. Genau ihr Typ. Kara spielt mit und versichert, dass nichts passiert ist und sie stellen beide fest, dass sie sich schon einmal über den Weg gelaufen sind und Kara gibt zu, dass sie sich an den Abend erinnert. Sie lachen gemeinsam, über den Zufall und tauschen ein paar Höflichkeiten miteinander aus.

Dann wirkt die Frau ernst, fast ein wenig schüchtern, als sie sich Mut fast und Kara fragt, ob sie Zeit auf einen Drink hat, als Wiedergutmachung, da sie Kara beinahe um den Haufen gerannt hat.

Kara zögert einen Moment. Warum nicht. Ihr fällt nichts ein was dagegen spricht. Sie nickt und so huschen sie gemeinsam in die nahegelegene Bar, bestellen Drinks und feiern den Zufall.

Sie reden über Belangloses und trinken Cosmopolitan, da die Brünette findet, dass Kara die Sorte Frau ist, zu der ein Cosmopolitan in der Hand passt. Sie erklärt Kara, dass jeder Mensch den perfekten Drink hat, der optisch zu einem passt.

Kara runzelt amüsiert die Stirn und sieht sich in der Bar um.

„Und welcher Drink passt zu dem Mann mit der Krawatte, der dort am Fenster sitzt?“

Er liest Zeitung, sein Handy liegt daneben auf dem Tisch und er hält eine kleine Espressotasse in der Hand. Vorsichtig pustet er in die Tasse, ehe er einen Schluck nimmt.

„Baileys,“ antwortet die Brünette unvermittelt. „Er ist ein Kaffee-Junkie und kann auch nach Feierabend nicht auf Koffein in seinem Drink darauf verzichten. Zu Hause lockert er seine Krawatte, er schwenkt das Glas mit Baileys in seinen Händen. Er lässt die Eiswürfel klirren und wartet bis diese ein wenig schmelzen, so hat er seinen Drink am liebsten.“

Kara lacht laut und frei.

So findet sie sich wieder, kurz nach Feierabend auf einem der Barhocker, zusammen mit einer Frau, die ihr ganz sicher nicht zufällig begegnet ist und amüsiert sich. Die Frau hat einen tollen Humor. Kara lauscht ihren Geschichten, die sie über die anderen Gäste in der Bar zu erzählen weiß, auf welche Kara deutet, um zu erfahren, welcher Drink zu ihnen passt. Kara kennt ihren Namen nicht, aber all die Dinge sind unwichtig. Wichtig ist, dass sie Spaß haben, trinken und eine Weile die Welt dort draußen vergessen.

Die Brünette bestellt eine Runde Schnaps und ihre Wangen sind leicht gerötet, als sie Kara ihren Shot rüberschiebt.

„Weißer Tequila. Du musst ihn richtig trinken, damit er sich entfaltet. Die meisten machen dies falsch.“

Kara beäugt das Schnapsglas. Sie hat noch nie Tequila getrunken, doch nun ist sie neugierig.

„Ach ja und wie trinke ich ihn?“

Die Brünette greift über die Theke nach einem Salzstreuer. „Mach es mir einfach nach. Zuerst leckst du über deinen Handrücken, befeuchtest die Stelle, damit sie das Salz aufnehmen kann. So.“  

Sie presst die Hand zusammen und leckt eine Stelle auf ihrem Handrücken, anschließend streut sie Salz darauf und zeigt Kara ihre Hand.

Kara beobachtet interessiert, was als Nächstes folgt.

„Jetzt leckst du das Salz ab und im Anschluss trinkst du deinen Shot.“

Nachdem sie das Salz von ihrer Haut leckt, kippt sie sich ohne mit der Wimper zu zucken den Schnaps nach hinten. Ihre Zunge fährt dabei über ihre Lippen und leckt das restliche Salz fort.

„Mhh, es ist gut. Manche beißen anschließend in eine Zitrone, aber ich liebe es, wenn es brennt und der Geschmack aus Salz und Tequila sich vermischt. Jetzt du.“ Die grünen Augen funkeln.

Sie schiebt ihr den Streuer rüber und wartet. Kara ertappt sich dabei, dass sie gestarrt hat.

Sie macht es ihr nach, aber muss lachen, als sie das Salz ableckt. Es ist scheußlich. Zucker würde sie ohne weiteren Gedanken von ihrer Haut ablecken, aber Salz? Kara verzieht das Gesicht über den salzigen Geschmack in ihrem Mund.

„Du musst den Shot trinken,“ fordert die Brünette sie auf und scheint selbst amüsiert darüber, wie offen Kara lacht.

Schnell trinkt sie ihren Shot und schüttelt sich.

„Wäh,“ sagt sie nicht sehr elegant und ihr Körper bebt dabei. Eine Mischung aus schütteln und lachen, „das schmeckt furchtbar.“ Sie lacht frei und laut über diesen Unsinn.

„Dann bestellen wir uns noch einen?“

„Ja unbedingt.“  

Sie fallen gemeinsam in laute Lacher ein.

Sie bestellen noch ein paar Shots. Kara verzieht jedes Mal das Gesicht, was die Brünette zum Lachen bringt.

Kara kann sich nicht erinnern, wann sie zuletzt so viel gelacht hat. Sicher nicht mit jemanden, den sie eben erst kennengelernt hat.

Die Brünette wird lockerer, der Alkohol zeigt seine Wirkung und sie flirtet offen mit Kara. Ihr Schenkel presst sich gegen ihr Bein und Kara genießt den Kontakt und drückt zurück und gibt Wärme ab. Verschwörerisch beugt sich die Frau nach vorne, als möchte sie ein Geheimnis erzählen und flüstert süßen Nonsense in ihr Ohr. Ihre Körper sind zueinander gewandt, die Shirts nach oben gekrempelt und ihre nackten Arme berühren sich. Kara ist angetan und ahnt, wohin der Abend führen wird.

Als die Brünette sie offen fragt, ob sie die Nacht mir ihr verbringen möchte, ist Kara nicht weiter überrascht darüber, dass es angenehm zwischen ihren Beinen pocht.

Irgendwie schaffen sie es in das Appartement der Frau, ohne sich auf dem Weg dorthin zu berühren. Die Brünette steckt den Schlüssel in das Türschloss und Kara steht ruhig neben ihr, wartet.

Sobald sie in der Wohnung sind, drückt Kara Sie von innen gegen Tür und verschließt diese mit ihrem Körpergewicht.

Die Küsse schmecken nach Salz und Tequila doch es stört Kara nicht. Sie übernimmt die Führung und bahnt sich zwischen Küssen und Ausziehen den Weg in ihr Schlafzimmer.

Dort entkleidet sie sich selbst eilig und legt sich zu der Brünetten ins Bett.

Kara liegt zwischen den Schenkeln und vergisst. Sie tobt sich an dem schönen Körper aus. Sie ist beeindruckt von deren Stamina, Kara hält kaum zurück, ist rauer als üblich, eine Spur zu hart, doch die Brünette nimmt den Sex, den Kara ihr bietet wie ein Champ entgegen und beschwert sich nicht.

Verschwitzt, nackt und genau an den richtigen Stellen wund, fallen sie gemeinsam in die Kissen. Selbst Kara fühlt die Erschöpfung und ist ein wenig außer Atem gekommen.

Die Brünette lacht, „Wow, das war super,“ keucht sie hervor und Kara zollt ihr Respekt, dass sie überhaupt schon wieder fähig ist zu sprechen.

„Fand ich auch. Wie lautet eigentlich dein Name?“ Kara ist sich nicht sicher, warum sie fragt.  
„Imra,“ erwidert die Brünette und ihre grünen Augen sehen Kara offen an.

„Ich bin Kara.“

„Ich weiß. Sorry ich hab vielleicht zufällig eine Unterhaltung auf dem Galaabend gehört, da ist dein Name gefallen.“

Kara zieht eine Augenbraue nach oben, doch kommentiert das Gehörte nicht. Imra hat bereits an dem Abend mit ihr offen geflirtet, also warum sollte sie sich nicht ihren Namen gemerkt haben. Es bestätigt weiter, dass ihre Begegnung vor dem CatCo-Gebäude kein Zufall war, doch es ist egal. Sie fühlt sich geschmeichelt.

„Hi Imra, ich hatte wirklich einen tollen Abend,“ sagt Kara und schwingt die Beine aus dem Bett. Sie sucht nach ihrem Shirt, das irgendwo zwischen dem Klamottenhaufen auf dem Boden liegt.

„Ich auch. Ich bin überrascht, wie viel du verträgst, nicht schlecht, für dass, das du noch nie Tequila getrunken hast.“

Kara zuckt mit den Schultern. „Ich hab eine ältere Schwester,“ gibt sie Auskunft, als würde das alles erklären.

Imra nickt und Kara ist froh, dass sie keine Fragen zu ihrer Schwester stellt.

„Ich mixe den besten Martini in der Stadt, falls du mal etwas anderes als Gin Tonic oder Tequila trinken möchtest.“

Gin Tonic? Einen Augenblick ist sie verunsichert. Dann fällt ihr ein, dass Sie an dem Galaabend Gin Tonic bei ihr an der Bar bestellt hat.

Sie steht auf und zieht sich die Hose an. „Klar, doch ich dachte, Cosmopolitan ist mein Getränk.“

„Du bist die Ausnahme, zu dir passt mehr als nur ein Drink, du hast die Auswahl;“ erwidert die Brünette kühn und Kara beißt sich auf die Lippen.

„Kann ich kurz dein Bad benutzen, bevor ich gehe?“

„Klar, es ist die erste Türe links.“

„Also dann. Danke für den Abend,“ sagt Kara, als sie fertig angezogen ist und zwinkert Imra zu.

„Vielleicht sehen wir uns zufällig mal wieder!“ Die Bettdecke rutscht von ihrem nackten Oberkörper, als sie spricht und Kara schluckt. Imra hat kleine feste Brüste, daneben zeichnet sich eindeutig ein dunkler Knutschfleck ab, den Kara ihr verpasst hat, als sie mit Wonne über ihren Körper hergefallen ist.

„Vielleicht,“ antwortet sie.

Im Bad schaut sie in den Spiegel, der voller Spritzer mit Zahnpasta ist. Sie betrachtet sich selbst, fährt sich durch die zerzausten Haare fährt und registriert ihre kussgeschwollenen Lippen.

Sie war wirklich abgelenkt, für ein paar Stunden war sie abgelenkt. Dann zieht sie das Handy aus ihrer Jacke und blickt auf den letzten Chatverlauf mit Lena.

Nichts

Sie hat noch immer keine Antwort auf ihre Frage von vor zwei Tagen erhalten.

Kara „Kann ich dich sehen?“

-                                                   ***

Ein paar weitere Tage vergehen an denen sie nichts von Lena hört und dann ist ihr Gesicht plötzlich überall in den Nachrichten zu sehen. Es flimmert über den Bildschirm und wird ununterbrochen gesendet.

Breaking News: Durchbruch in der Antriebstechnik; Wasserstoffbetriebene Innovation von Lena Luthor

Kara kann ihre Augen nicht von Lena’s Anblick abwenden.

Sie sollte strahlen und glücklich sein, doch sie sieht abgekämpft aus, als sie ein kurzes Interview gibt. Kara achtet nicht auf den Inhalt. Lena sieht müde aus, leichte Schatten hängen unter ihren Augen. Ihre Haut ist fahl und der vertraute rote Lippenstift, wirkt mit einem Mal fehl am Platz, es ist zu viel davon. Selbst ihr Haar wirkt dünn und sein natürlicher Glanz fehlt. Lena sieht krank aus.

Kara lässt alles stehen und liegen. Sie wirft sich in ihr Supergirl-Kostüm und ist in der Luft Richtung Metropolis. Zu Lena.
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