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VA: Um zu schützen, was einem am Herzen liegt.

von Ekiani99
OneshotAllgemein / P16
Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
18.11.2020
18.11.2020
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Hallo zusammen,
dies ist meine erste FF die ich veröffentliche und bin dementsprechend etwas nervös wie ihr sie findet.
Alle aus den Büchern bekannten Personen gehören Richelle Mead und nur die Handlung entspringt meiner Fantasie.
     


Vor einigen Monaten hatte ich es erfolgreich geschafft mich von Dimitri und Sydney abzusetzen. Meine Reise hatte mich quer durch die Vereinigten Staaten geführt. Vor einigen Stunden war ich nun in einem kleinen Dorf angekommen welches nicht mal 250 Seelen beherbergte.
Um mein Aussehen zu verändern hatte ich mir meine Haare schneiden und Rot Färben lassen. Von dem wenigen Geld welches ich aus Dimitris Geldbörse nehmen konnte hatte ich mir noch neue Kleidung und Schuhe kaufen können. Alles war so von meinem Style abgewichen, dass ich hoffte es würde mir einen gewissen Schutz bieten.
Schweigend schlenderte ich durch die Idyllischen Straßen der Ortschaft um mir einen Platz zum schlafen zu suchen. Kurz vor Sonnenuntergang blieb ich vor einer Kirche stehen. Sie erinnerte mich nur gering an die Russisch Orthodoxen Kirchen an der Academy oder dem Königlichen Hofe. Nach einem kurzen Moment des Zweifelns betrat ich die Kirche. Sie war etwas größer als die an der Academy. An den Hohen steinernen Wänden waren Prachtvolle Gemälde von Heiligen aufgemalt, die einen bei jedem Schritt zu verfolgen schienen.
Nachdem ich mir einen Überblick verschafft hatte legte ich mich auf eine der Holzbänke die im Schatten eines Beichtstuhls stand. Hier würde mich für die Nacht keiner finden. Ich viel in einen unruhigen schlaf. Ich träumte von Lissa, Dimiri und meiner Flucht. Es war so als würde ich all die Schlimmen Erinnerungen der vergangenen Monate wieder erleben.
Plötzlich wurde ich durch ein sanftes Rütteln aus meiner Traumwelt gezogen. Als ich die Augen öffnete blickte ich in zwei Blaue Augen die mich aufmerksam beobachteten.
Sofort rückte ich von der Frau ab die sich vor mich in die Bankreihe bekniet hatte.
Hektisch sah ich mich um. Keine Wächter! Gut!
Nun betrachte ich die Frau vor mir genauer. Die hatte ein Schwarzes Gewand sowie eine Schwarze Kopfbedeckung auf. Um ihren Hals baumelte eine Kette mit einem Hölzernen Kreuz.
Sie Lächelte freundlich als sie anfing zu sprechen:
„Ich bin Schwester Maria-Magdalena. Du brauchst keine Angst zu haben, wir werden dir nichts tun. Du bist hier im Kloster des Heiligen Vincent jederzeit Herzlich Willkommen.“
Ich richtete mich auf. Sah mich noch einmal genauer um und sah noch weitere Frauen die etwas abseits standen und mich neugierig Musterten. Auch sie trugen Schwarze Gewänder.
„Dies dort hinten sind Schwester Anna und Schwester Sophia.“
Sie hatte anscheinend meinen Blick bemerkt.
„Möchtest du mir sagen wie du heißt?“
Ich sah sie an und nickte. Aus irgendeinem Grund vertraute ich dieser netten aber seltsam gekleideten Frau.
„Ich bin Rose.“
Ihr lächeln wurde noch etwas breiter.
„Es ist wirklich schön dich kennen zu lernen Rose. Du musst Hungrig sein, möchtest du mit uns Frühstücken?“
Verwundert über dieses Angebot sah ich die Schwester an. Erst wollte ich nein sagen aber mein eigener Magen machte mir einen Strich durch die Rechnung. Er knurrte laut und in der stillen Kirche war es mir unangenehm. Ich lächelte verlegen.
„Entschuldigung.“
Mein gegenüber lachte auf und wedelte abwehrend mit der Hand.
„Oh, nicht doch. Das muss dir doch nicht Peinlich sein. Na komm!“
Sie erhob sich und bedeutet mir, ihr zu Folgen.
Noch einen Moment blieb ich auf der Hölzernen Bank sitzen ehe ich aufstand und den Schwestern durch die Kirche Folgte. Wir verließen die Kirche durch eine Seitentür und kamen auf einen kleinen Hof, welcher von einer hohen Mauer umgeben war. Überall wuchsen wunderschöne Blumen und riesige Sonnenblumen standen in Gruppen zusammen. Überwältigt von der Größe der Gelben Sonnen blieb ich stehen und betrachtete ich sie genauer. Ich hatte zwar schon Sonnenblumen gesehen aber nie solche Giganten.
„Sie sind Überwältigend nicht war? Sie sind der ganze Stolz von Schwester Klarissa.“
Ich nickte und Folgte Schwester Maria-Magdalena weiter durch den Hof. Wir betraten ein weiteres Steinernes Gebäude welches wohl als ein Wohnhaus für die Schwestern diente. Ein geschäftiges treiben empfing mich. Gut ein dutzend dieser Schwarz gekreideten Frauen liefen umher und deckten einen langen Holztisch. Als sie mich bemerkten erstarb das Gemurmel welches den Raum erfüllt hatte.
Alle sahen mich überrascht aber Freundlich an. Überwältigt von den Augenpaaren die mich zu durchlöchern schienen bekam ich kein einziges Wort über die Lippen.
An meiner Stelle stellte mich Schwester Maria-Magdalena vor:
„Das hier ist Rose. Wir haben sie vorhin schlafend in der Kapelle gefunden. Sie wird mit uns Frühstücken und uns vielleicht erzählen was sie zu uns geführt hat.“
Beim letzten teil ihrer Vorstellung meiner Person hatte sie mich angesehen.
Ich nickte nur.

Einige Minuten später saß ich, umringt von den Schwestern am Tisch und aß gerade ein Brot mit Marmelade als eine mir unbekannte Schwester das Wort an mich richtete.
„Also Rose, was hat dich hier zu uns geführt?“
Aus ihrer Stimme hörte ich Neugierde, war ich wohl das aufregendste was hier seit einer langen Zeit geschehen war.
„Ich habe gestern Abend nur einen Schlafplatz gesucht. Da bin ich an der Kirche vorbeigekommen.“
Ich trank einen Schluck Tee und blickte der Schwester die mir die Frage gestellt hatte direkt in die Augen. Diese nickte nur. Eine andere aber Fragte:
„Hast du denn kein zu Hause?“
Ich schüttelte den Kopf.
„Nein. Nicht mehr. Ich bin sozusagen auf der Flucht. Man bezichtigt mich etwas getan zu haben was ich nicht war. Seit dem bin ich immer weiter gezogen. Das ist jetzt etwa Vier Monate her.“
Ich hatte dies mit einem so neutralen Tonfall gesagt, als würde ich gerade über das Wetter oder die Farbe meiner Haare sprechen. Als ich von meiner Tasse aufsah aus der ich gerade getrunken hatte, konnte ich die Schockierten Blicke sehen die mir alle anwesenden zuwarfen. Sie alle hatten ihr Frühstück unterbrochen und es wurde still im Raum. Nach einigen Sekunden räusperte sich Schwester Anna und sprach denn:
„Das hört sich so an als würdest du einen sicheren Platz zum Leben brauchen. Du könntest hier bei uns bleiben, jedenfalls für eine Weile. Dann könntest du dich von deiner Reise erholen und uns hier in der Küche und im Garten helfen. Wenn du möchtest.“
„Keine von uns würde ein Wort über dich verlieren. Du bist hier sicher vor den Leuten die dich suchen.“
Schwester Maria-Magdalena hatte weiter gesprochen.
Ich jedoch schüttelte nur den Kopf.
„Es ist wirklich ein sehr Freundliches Angebot, aber ich kann es leider nicht annehmen. Die Leute die mich suchen sind wirklich sehr Gefährlich und meine Anwesenheit würde sie alle in große Gefahr bringen.“
Ich war im Begriff aufzustehen als sich eine Hand auf meinen Unterarm legte. Es war die von Schwester Maria-Magdalena, die sich neben mich gesetzt hatte und nun erneut das Wort an mich richtete.
„Es würde niemals jemand erfahren, dass du hier bei uns bist. Die Ortschaft ist Klein und es kommen so gut wie nie Fremde in diese Gegend. Du wärst hier sicher.“
„Aber ihr kennt mich doch überhaupt nicht!“
Ich hatte mich wieder niedergelassen.
„Nein das tun wir nicht. Aber wir wissen, dass du Hilfe brauchst und wir sind bereit dir zu helfen. Dir eine sichere Unterkunft zu geben bis du bereit bist wieder zu gehen.“
Überrascht sah ich sie und danach alle anderen Schwestern an, diese Nickten und schienen somit nichts dagegen zu haben mich hier aufzunehmen.
„Ich weiß nicht was ich sagen soll. Dankeschön!“
Wir alle lächelten uns an und Frühstückten dann weiter.

An diesem Tag hatte ich also ein neues Zuhause gefunden. Die Ordensschwestern des Heiligen Vincent nahmen mich Herzlichen ihre Gemeinschaft auf und behandelten mich wie eine von ihnen. Ich half in der Küche und im Garten. Begleitete sie zu den Gebetsstunden und half ihnen die Kirche und ihr Wohnhaus sauber zu halten. Ich hatte mich so gesehen in ein Mädchen für alles verwandelt.
Der Tag an dem sie das Erste mal die Tätowierungen in meinem Nacken erblickten erzählte ich, dass sie teil eines Aufnahmerituals gewesen waren, sie für mich jedoch keine Bedeutung hätten. In meinem innersten wusste ich, dass dies eine Lüge war aber ich konnte den Schwestern ja schlecht erzählen, dass ich diese Tätowierungen dafür bekommen hatte das ich tote Vampire getötet hatte.

Es verging ein ganzes Jahr bis ich mich entschloss, mich Schwestern des Ordens anzuschließen.
Nun war ich Schwester Diana und trug wie die anderen Schwestern die Schwarzen Gewänder einer Nonne. Ich hatte mich in der Zeit die im Kloster verbracht hatte verändert. Ich glaubte zwar noch immer nicht an Gott und die Heiligen des Christlichen Glaubens aber ich hatte einen Frieden in mir, welchen ich noch nie gespürt hatte.
Das Band zu meiner Besten Freundin Lissa hatte ich mit großen mühen vollständig hinter Mentalen Schutzmauern verborgen. Auch hatte ich gegen die Geistmagie von Adrien eine Mauer errichtet welche er nie überwinden konnte, auch wenn er es immer wieder versuchte.

Es war Anfang September und die Sonne stand hoch am Himmel. Ich hatte mich in den Hof gestellt und den Kopf in den Nacken gelegt. Die Sonne hatte auf mich immer noch eine gewisse Faszination. Hatte ich im meinem Leben doch nie sehr viel Sonne gesehen, dank des Vampirischen Tag-Nacht Rhythmus.
„Es ist wieder ein Wunderschöner Tag.“
Schwester Anna war zu mir getreten. Ich hatte auf sie gewartet da wir zusammen in die Kirche gehen sollten um dort den Gottesdienst vorzubereiten. Gemeinsam durchquerten wir den Hof und betraten die Kirche.
Ich war gerade damit beschäftigt, die Gewänder des Pastors zurechtzulegen als die schweren Holztüren aufgingen und mehrere Personen die Kirche betraten.
Als ich die schweren Schritte in dem Großen Raum widerhallen hörte spannte sich mein Ganzer Körper an. Zu meinem Glück befand ich mich gerade in einem kleinen Nebenzimmer was zwar von außen nicht einsehbar war aber einen guten Überblick über die Sitzbänke und den Altar bot. Schwester Anna, die gerade Gebetsbücher in den Sitzbänken verteilte begrüßte die Männer freundlich und wendete sich dann wieder ihrer Arbeit zu.

„Entschuldigen sie bitte. Wir sind auf der suche nach einer jungen Frau. Haben Sie sie vielleicht gesehen?“
Diese Stimme. Ich hätte sie unter Tausenden wieder erkannt. Der leichte Russische Akzent der dieser wunderbar rauen und tiefen Stimme seine Einzigartigkeit verlieh. Dimitri!
Wie um alles in der Welt hatten sie mich gefunden?!
„Es tut mir leid. Ich habe diese Frau noch nie gesehen.“
Er hatte ihr ein Bild gereicht welches sie nun in Händen hielt.
„Würden sie mir den gefallen tun und die anderen Schwestern holen, damit die sich das Bild auch einmal ansehen können?“
„Nein, es tut mir leid. Die Schwestern sind im Moment nicht hier. Aber in Zwei Stunden ist eine Messe, da sind alle Schwestern wieder hier. Ich fürchte so lang müssen Sie sich noch gedulden.“
„Natürlich. Wir werden hier warten.“
Die Männer setzten sich in die Erste Bank. Schwester Anna lächelte sie an als sie an ihnen vorüber ging und ihre Arbeit wieder aufnahm.
Nachdem sie die Gebetsbücher verteilt hatte kam sie zu mir.
„Diana? Bist du hier?“
Ich trat hinter einem Schrank hervor.
„Hast du das gerade eben mitbekommen? Diese Männer sind auf de Suche nach dir.“
Ich nickte.
„Ich weiß. Es sind die Männer vor denen ich vor einem Jahr geflohen bin. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass sie mich so schnell finden würden. Das sie mich überhaupt finden würden.“
„Ich werde jetzt gehen. Nimm du den Hinterausgang dann sehen sie dich nicht.“
Ich nickte und verschwand. Ich begab mich auf dem schnellsten Weg in unser Wohnhaus wo ich mich, um mir die Zeit zu vertreiben um das Abendessen kümmerte. Ich hatte im letzten Jahr meine Liebe zum Kochen entdeckt. War ich früher der Meinung gewesen, dass ich im Bezug aufs kochen zwei Linke Hände hätte, so hatte es heute eine beruhigende Wirkung auf mich.
Einige Minuten kümmerte ich mich schweigend um das Gemüse welches ich für einen Eintopf vorgesehen hatte als Plötzlich die Tür geöffnet wurde. Die Schwere Holztür welche in unser Wohnhaus führte knarrte leise.
Leise Schritte näherten sich mir.
„Entschuldigen Sie?!“
Ich ließ das Messer sinken hatte es aber immer noch fest in der Hand.
„Wir sind auf der suche nach einer jungen Frau. Ich habe hier ein Bild, wenn Sie sie es sich einmal ansehen würden?“
Ich räusperte mich. Er durfte mich auf keinen Fall erkennen.
„Ich kann ihnen nicht helfen. Gehen Sie bitte, die Räumlichkeiten der Schwestern dürfen nur auf Einladung betreten werden.“
Ich begann wieder das Gemüse zu schneiden. Wir schwiegen einige Sekunden. Mein Herz schlug wie verrückt gegen eine Brust. Ich musste mich mit aller Kraft bemühen mich nicht umzudrehen.
„Sie haben es sich ja noch nicht einmal angesehen.“
Seine Stimme war beinahe flehend.
„Ich kann Ihnen nicht helfen. Bitte gehen sie jetzt.“
Ich trat einen Schritt zur Seite und öffnete den Kühlschrank um das Geschnittene Gemüse wegzustellen. Als ich die Tür schloss vernahm ich Schritte. Er stand nun direkt hinter mir. Sein Rasierwasser. Wie hatte ich dieses Rasierwasser vermisst.
Ich war wie erstarrt. Bewegte mich keinen Millimeter.
Dann legte sich eine Starke Hand auf meine Rechte Schulter und versuchte mich umzudrehen. Ich stemmte mich dagegen, was ihn dazu verleitete seine Zweite Hand zur Hilfe zu nehmen. Nun hatte ich keine Chance mehr. Er dreht mich zu sich um und sah mich an, wich dann einen Schritt zurück. Seine Augen waren so weit aufgerissen, dass sie jeden Moment aus den Höhlen hätten fallen könnten. Sein Mund stand offen.
„Wenn du mich willst, musst du mich schon töten! Denn ich werde mich nicht ergeben.“
Ich hatte Kapfstellung eingenommen. Das Überraschungsmoment war auf meiner Seite und so sprang ich vor, das Messer womit ich noch vor einer Minute Gemüse geschnitten hatte zog ich ihm quer über sein Gesicht. Gefolgt von einer Trittkombination die ihn zu Boden gehen ließen.
Ich wusste, im Normalfall hätte ich ihn niemals so leicht überwältigen können.
„Und ich dachte immer du wärst ein Gott. Pah, dass ich nicht lache und jetzt verschwinde von hier, nimm deine Kumpels und komm niemals wieder hier her. Denn wenn du jemals wieder auch nur einen Schritt in dieses Kloster machst, werde ich euch Töten und du weißt, dass ich dazu in der Lage bin. Schließlich hast du es mich gelehrt.“
Er lag immer noch auf dem Boden. Hielt sich ein Handtuch, welches ich ihm zugeworfen hatte ins Gesicht und sah mich immer noch geschockt an.
„Rose, ich möchte dir nichts Böses. Die Königin hat mich geschickt um dich zurück zum Hof zu bringen.“
Ich zog eine Braue Hoch.
„Und du glaubst, dass mich der Befehl einer Königin, der ich keinerlei Rechenschaft noch Treue schuldig bin, irgendwas an meiner Entscheidung ändert? Ich habe wirklich kein Bedürfnis freiwillig zu meiner Hinrichtung zu erscheinen. Soweit ich mich erinnere warst du sogar  einer der jenigen der mir die Flucht erst ermöglicht hat. Ich kann mir nur zu gut vorstellen wie du es geschafft hast ihre Königliche Hoheit von deiner Unschuld an der ganzen Sache zu überzeugen. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass du so tief fallen kannst Dimitri.“
Ich hatte mit einer solchen Verachtung in der Stimme gesprochen, das mein gegenüber mich nur weiter anstarrte.


Ich nahm mir einen Moment Zeit ihn genauer zu betrachten. In seinen Braunen Augen leuchtete noch immer der gleiche Kampfgeist wie es noch bei unserer letzten Begegnung. Aber sein Markantes Gesicht war eingefallen und noch blasser als bei einem Dhampir üblich.
„Sag der Königin einfach, dass sie mich am Arsch lecken kann.“
Mit diesen Worten wand ich mich von ihm ab und wusch das Messer ab. Dann verließ ich die Küche und begab mich auf mein Zimmer. In eineinhalb Stunden würde die Messe sein und dann musste ich wieder vorzeigbar aussehen.
Durch den doch eher einseitigen Kampf hatten meine Gewänder wenig gelitten und doch waren sie mit Blut beschmiert.
Ich war so in Gedanken, dass ich nicht mitbekam, wie meine Tür geöffnet wurde und jemand mein Zimmer betrat. Die Begegnung mit meiner Vergangenheit hatte mich doch etwas aus der Bahn geworfen als ich zugegeben hätte.
Erst spürte ich einen Stechenden Schmerz in meinem Hals, dann verschwamm alles und mir wurde Schwarz vor Augen.

„Rose? Rose? Rose kannst du mich hören? -Meine Güte was war in dieser beschissenen Spritze drin, sie ist schon seit Stunden wie weggetreten?! So kann sie auf keinen Fall vor die Königin treten!“
Ich hörte diese Stimme wie durch Watte. Gedämpft vernahm ich wie sich weitere Stimmen einschalteten und miteinander Diskutierten.
Meine Gedanken und meine Sicht wurden klarer. Als ich mich umsah fand ich mich in einem Beigen Flugzeugsessel wieder. Ich war gefesselt.
„Das man(n) heutzutage sogar schon Nonnen fesselt. Ich habe mehr Ehrfurcht von euch erwartet Jungs.“
Ich sprach mit größter Anstrengung und versuchte mit aller Kraft meine Augen offen zu halten.
Ein Gesicht erschien in meinem Sichtfeld, es war Dimitri.
„Gott sei Dank du bist endlich aufgewacht. Rose, Roza, wie geht es dir?“
Ich sah Verzweiflung  in seinem Blick. Dennoch rümpfte ich die Nase und entzog mein Gesicht seiner Berührung.
„Oh, mir? Ja mir geht es blendend. Ich wurde betäubt, entführt –schon wieder- und gefesselt in ein Flugzeug gesteckt. Ja mir geht es wirklich blendend.“
Angewidert sah ich ihm ins Gesicht. Ich war wieder voll und ganz Herrin meiner Sinne.
„Ihr hättet mich nicht von dort weg holen sollen. Ihr habt keine Ahnung. Überhaupt keine Ahnung.“
Ich sah mich im Flugzeug um. Außer Dimitri und mir waren noch zwei weitere Männer in dieser Maschine (Die Piloten nicht mitgezählt.) Sie kamen mir bekannt vor und dann viel der Groschen.
„Eddy und Shane. Es ist wirklich erstaunlich, dass ausgerechnet ihr an meiner Hexenjagd beteiligt ward. Wie ist es euch ergangen. Ich hoffe ihr hattet viel spaß in den vergangen Jahren.“
Argwöhnisch getrachtete ich alle drei noch einmal und dann wand ich meinen Blick an die vor mir liegende Wand.
Meine Kleidung hatten sie mir wenigstens nicht genommen.

Zwei Stunden später landeten wir. Ich wurde aus meinem Sitz gehoben und aus dem Flugzeug geführt. Es war Abend und der Königliche Hof war hell erleuchtet. Das Leben würde hier wohl bald wieder erwachen.
Dimitri der sanft meinen Arm umschlossen hatte, drängte mich vorwärts. Vehement wehrte ich mich dagegen und stieß deshalb genervt aus:
„Ich kann noch alleine gehen. Du brauchst mich nicht wie einen Hund festzuhalten.“
Mein Arm wurde losgelassen und so ging ich, flankiert von den drei Wächtern über das offen gestaltete Gelände des Hofes. Einige Moroi und Dhampire blieben stehen und musterten uns Neugierig, war mein Erscheinungsbild doch etwas Ungewöhnliches in dieser Welt. Ich wurde zu den Räumlichkeiten gebracht die die Königin bewohnte. Wir erklommen noch einige Treppen und blieben vor einer Großen Hölzernen Flügeltür stehen, welche von Zwei Wächtern bewacht wurde.
„Ihr werdet hier warten. Ich werde der Königin deine Anwesenheit ankündigen und dann könnt ihr ebenfalls eintreten.“
Ohne auf eine Antwort meinerseits zu warten, war der Russe durch die Tür getreten. Leise vernahm ich seine Stimme die einige Worte sprach ehe er wieder zu uns trat und die Tür vollständig öffnete.
„Ihre Königliche Hoheit, Vasilisa Reha Dragomir empfängt Sie nun, Miss Hathaway.“
Mit einer einladenden Handbewegung bedeutete er mir einzutreten.
Da war sie, Vasilisa, meine Beste Freundin. Naja das war sie einmal. Sie saß in einem Sessel, welcher, wenn ich mich recht endsinnte den Monarchen der Dynastie vorbehalten war. Sie war in ein schlichtes Beigefarbenes Kleid gehüllt und auf ihrem Blonden Haar thronte ein Diadem. Ja sie war wirklich eine Königin.

Da ich keine Anstalten machte mich zu verbeugen oder auf die Knie zu fallen, half Dimitri etwas nach indem er mich an den Schultern Herunterdrückte.
„Es ist schon in Ordnung Dimitri, das ist bei meiner Besten Freundin nicht nötig.“
Sie erhob sich und kam auf uns zu und betrachtete mich genau.
„Also, als Dimitri sagte, dass er dich gefunden hat, hatte ich niemals damit gerechnet dich in solch einem Aufzug hier anzutreffen.“
Sie deutete auf meine Kleidung.
„Oh, das beruht auf Gegenseitigkeit. Als er meinte, ich würde zur Königin gebracht, hatte ich am wenigsten damit gerechnet dich auf dem Thron anzutreffen. Aber da sind wir. Tada!“
Mein Tonfall war neutral.
„Ich glaube, die sind nun nicht mehr von Nöten!“
Lissa deutete auf meine Handschellen.
„Mit Verlaub, aber ich glaube dies ist keine gute Idee. Rose zeigte große Gewaltbereitschaft als wir sie aufgegriffen haben.“
Ich lachte auf.
„Das wundert dich? Du hast mich betäubt nachdem ich dir klar gemacht hatte, dass du gehen sollst. Oder was glaubt Ihr, woher er diesen wunderschönen Schnitt im Gesicht hat?“
Ich hatte mich während meiner kleinen Rede erst zu Dimitri und dann zu Lissa umgedreht.
„Ist das wahr Dimitri?“
Dieser nicke nur.
„Dann muss ich mich wohl für sein Verhalten entschuldigen. Ich hatte ihm Aufgetragen, dich zu finden aber ich hatte ihm jede Anwendung von Gewalt verboten.“
Ich verdrehte die Augen.
„Oh, da hättet ihr wohl einen anderen Wächter schicken sollen. Ihr erinnert euch doch sicher noch das es immer ein vergnügen für ihn war mich zu verletzen. Auf welche Art auch immer, ihm war jedes Mittel recht.“
Ich wand meinen Blick ab und betrachtete eine Vase die auf einem kleinen Beistelltischchen stand. Dann sprach ich weiter.
„Ich möchte einen Tee. Als meine Henkersmahlzeit versteht sich. Das Urteil wurde ja bereits vor fast Zwei Jahren gefällt. Wir sollten die Vollstreckung nicht länger herauszögern als nötig“
Jetzt sah ich der Königin wieder in die Augen. Mein Gesicht zeigte keine Emotionale Regung. Bei einem Wächter währe das Geschäftsmäßig, aber bei mir war es nur in Versuch meine brodelnden Emotionen zu verstecken die in meiner Seele loderten.
Vasilisa sah mich überrascht an.
„Du wirst nicht hingerichtet werden Rose. Du wurdest vor etwa einem Jahr begnadigt als wir durch Zufall die wahre Mörderin von Königin Tatjana fanden und Verurteilten. Dies war auch der Grund warum Ich Dimitri los schickte um dich zu suchen. Aber das wir dich in einem Kloster irgendwo im Nirgendwo finden würden, dass wäre mir nicht einmal im Traum eingefallen. Eine Person die so wenig mit dem Glauben zu tun hat wie du als Nonne in einem Christlichen Kloster. Das ist einfach unglaublich.“
Sie hatte sich wieder in ihrem Sessel niedergelassen. Mich hatte man auf eine er umstehenden Sofas gedrückt. Dimitri stand immer noch hinter mir, jederzeit bereit seine Königin vor mir zu beschützen.
„Es war ein Zufall, dass ich dieses Kloster fand. Meine Schwestern haben mich hungrig und verwildert gefunden als ich in ihrer Kirche geschlafen habe. Sie boten mir ein Zuhause an und ich entschied mich zu bleiben. Denn wie Ihr schon sagtet, in einem Kloster würde man niemals nach mir suchen. Was mich zu der Frage führt wie ihr mich dann eben doch in einem Kloster finden konntet?“
Ich hatte mich bei dieser Frage umgedreht und betrachtet Dimitri abwartend.
„Ich war es nicht, der dich gefunden hat. Wir starteten eine Suchaktion in den Sozialen Netzwerken. Ich gab mich für deinen Verlobten aus der seine verschollene Liebe sucht. Noch ein Bild dazu und schon brauchten wir nichts anders zu machen als den Hinweisen zu Folgen die wir bekamen.“
Angewidert verzog ich das Gesicht.
„Na wenn das so ist. Danke das du mich gefunden Schatz aber da ich ja keinem Verbrechen bezichtigt werde und auch keine Wächterin bin, die ihren Dienst verweigert, möchte ich sofort wieder zurückgebracht werden.“
Überrascht sah mich die Königin an.
„Ich dachte, jetzt wo du wieder hier bist und du keine Hinrichtung zu befürchten hast würdest du hier bleiben. Bei MIR. Bei IHM!“
Ich sah sie verständnislos an.
„Ich habe nicht das Bedürfnis wieder hierher zurückzukommen. Auch wenn ich nicht die gleichen Überzeugungen teile wie meine Schwestern, so habe ich doch im Kloster des heiligen Vincent eine Heimat gefunden wo ich ein ruhiges Leben führen kann. Außerdem hätte ich hier nichts was mich noch interessieren würde. Ich bin zwar nicht Gläubig aber dennoch bin ich an mein Gelübde gebunden.“
„Aber was ist mit deinem Gelübde gegenüber unserer Gesellschaft. Du bist eine Wächterin. Du kannst diese Pflicht nicht einfach Ignorieren!“
Ich lächelte.
„Ich WAR eine Wächterin. Ich wurde in dem Moment meiner Pflichten entbunden als mich der Rat ins Gefängnis verfrachtete und mich zum Tode verurteilte. Auch wenn Ihr mich nun begnadigt habt, heißt das noch lange nicht, dass ich wieder in den Dienst der Wächter zurückkehren werde.“
Ich erhob mich und streckte Dimitri meine gefesselten Hände entgegen.
„Darf ich bitten!“
Mit einem Seitenblick auf Lissa, die zu nicken schien, öffnete er meine Handschellen. Er ergriff meine Hände und drückte sie.
„Bitte Roza. Bleib bei uns. Bleib bei mir!“
Ich jedoch entzog ihm meine Hände und betrachtete Meine Gelenke.
„Wie sagtest du einst noch gleich: Liebe verblasst! Meine ist verblasst! Damals warst du es der es mir sagte. Heute bin ich es.“

Ich wand mich zum gehen.
„Ich hoffe, euer Flugzeug wird mich wieder dort hin bringen wo es mich abgeholt hat. Ich besitze kein Geld und Ihr seid mir noch eine Heimreise Schuldig.“
Lissa Nickte.
„Selbstverständlich. In einer halben Stunde wird ein Jet bereitstehen und dich zurück bringen.“
Ich nickte ebenfalls. Sah meiner ehemaligen Besten Freundin und der einstigen Liebe meines Lebens in die Augen, Lächelte und sprach:
„Habt noch ein schönes Leben. Möge euch das Glück und die Liebe niemals verlassen.“
Damit wand ich mich ab und verließ die Gemächer der Königin.
Die Gewissheit, dass diejenigen die mir einst etwas bedeutet hatten nun sicher waren erleichterte meine Seele.
Nun verließ ich es.
Ich verließ das Leben welches ich einst gelebt hatte und kehrte nach Hause zurück.




Anmerkung:

Ich hoffe meine FF hat euch gefallen.
Ihr dürft natürlich gerne Reviews da lassen. Eure Meinung und auch eure Kritik sind mir wichtig, denn man lernt ja bekanntlich niemals aus.
Auf Recht-, Groß- und Kleinschreibung oder vergessene Kommata muss übrigens nicht unbedingt eingegangen werden ;)

Habt noch einen schönen Tag und bis bald.

E99.
 
 
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