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Ihr Gesicht

GedichtFamilie / P18 / Gen
18.11.2020
18.11.2020
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Ihr Gesicht

Ich bin so gespannt.
Ich warte gebannt.
Hab ich erst mehr Licht,
Sehe ich ihr Gesicht.

Ich erwarte den Tag,
Weil ich sie so mag.
Bald hab ich mehr Licht
Und seh‘ ihr Gesicht.

Ich rutsch hin und her.
Bald sehe ich mehr.
Vom Dunkeln ins Licht,
Mehr will ich doch nicht.

Bald ist es so weit.
Es bleibt wenig Zeit.
Ich freu mich aufs Licht
Und auf ihr Gesicht.

Das Warten – vorbei.
Der Weg ist frei.
Was versperrt mir die Sicht?
Ich sehe sie nicht!

Jetzt bin ich da.
Die Welt ist so klar.
Ich habe viel Licht
Und will ihr Gesicht.

Ich schrei meinen Frust
Aus voller Brust.
Ich will ihr Gesicht
Und sehe es nicht.

Ich werde gepackt
Und weggebracht.
Ich liege im Licht.
Mir fehlt ihr Gesicht.

Gemessen, gewogen – ja.
Gebadet, gewickelt – ja.
Aber dieses Gesicht
Erkenne ich nicht.

Bin verwirrt, bin verstört.
Bin empört, bin verstört.
Ohne ihr Gesicht
Entwickle ich mich nicht.

Jetzt sind wir allein.
Hurra, das wird fein.
Zwischen mir und ihrem freien Gesicht
Liegt zum ersten Mal
  Ihre Brust
     In strahlendem Licht.
 
 
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