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Des Hexers Patenkind

GeschichteFantasy, Freundschaft / P18
Geralt von Riva OC (Own Character) Rittersporn
17.11.2020
21.01.2021
7
15.787
1
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21 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
17.11.2020 3.783
 
Hi ich hatte die Geschichte schon länger im Sinn und dachte mir warum nicht? Vielleicht gefällt sie euch ja :) Manche Personen die in dieser Geschichte vorkommen, stehen leider nicht in der Liste. Diese Geschichte ist mir zum Teil durch die Serie in den Sinn gekommen. Viel Spaß mit dem Kapitel :)
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„Ach ähm wisst Ihr Geralt... Ich ähm denke...“, der Hexer drehte sich zu dem Barden um und sah ihn nur an. „Gut dann ähm... Nicht!“, Rittersporn hatte Geralt versucht zu überzeugen, ein zweites Pferd zu kaufen doch ohne Erfolg. Der Barde war es leid immer zu Fuß zu gehen, während der Hexer auf seinem Pferd viel schneller und leichter vorankam. Geralt wusste das Rittersporn allen Grund hatte sich zu beschweren, aber ein zweites Pferd konnten sie sich nun wirklich nicht leisten. Rittersporn ließ sich außer Atem auf einem Stein fallen. Geralt, der etwas vorausgeritten war, bemerkte das der Barde ihm nicht mehr folgte. Plötze schnaubte. „Hm!“, er ließ Plötze das Stück zurück gehen und ritt zurück. „Rittersporn!“, Geralt setzte von Plötze ab und ging zu ihm. Er schaffte es grade noch rechtzeitig ihn zu stützen.



Er hatte hohes Fieber. Normalerweise ließ der Hexer ihn nicht auf seiner Stute reiten, aber jetzt musste es sein. Bald wäre es dunkel und der Ort war nicht sicher genug, um zu übernachten. Sie mussten in eine Taverne. Er hievte den Barden auf das Pferd, setzte sich selbst auch auf dieses und ritt so schnell er konnte. Zum Glück dauerte es nicht lange und sie hatten eine Taverne gefunden. Dort angekommen, setzte er von Plötze ab, hievte den Barden vom Pferd, stützte diesen und betrat die Taverne. Kaum stand der Hexer in der Tür, drehten sich alle zu ihm um. „Geralt von Riva!“, meinte die Wirtin leise. Auf dem Arm hatte sie ein Kind, welches fast ein Jahr alt war. Sie sah den Hexer schweigend an, gab ihrem Mann das Kind und ging zu dem Hexer.



„Folgt mir!“, meinte sie und führte den Hexer die Treppe hinauf in eines der Gästezimmer. Dort angekommen, legte Geralt den Barden auf das Bett. Sofort kam die Wirtin zu ihm und der Hexer trat zur Seite. „Er hat hohes Fieber!“, stellte sie sofort fest. „Kann ich was helfen?“, wollte ihr Mann wissen, der jetzt ebenfalls dazu kam. „Ein Eimer kaltes Wasser, ein paar Handtücher, meine Kräuter Sammlung, Topf mit heißem Wasser, Mörser, Löffel!“, fragend sah ihr Mann sie an. „Und die Kleine?“, wollte er wissen. „Bleibt hier!“, meinte sie knapp. Der Mann überlegte erst ob er den Hexer bitten sollte, ein Augenblick auf das Kind aufzupassen, entschied sich dann aber dagegen. Nicht weil er ihm nicht traute, sondern weil er wusste, dass es Geralt unangenehm gewesen wäre.



Das Gästezimmer besaß zwei Betten. Auf dem zweiten Bett legte der Wirt das kleine Mädchen, welches alles andere als hingelegt werden wollte und anfing zu weinen „Ja ich weiß! Beruhige dich Kleines!“, er legte ein Kopfkissen ans Kopfende, nahm das Mädchen kurz auf den Arm und setzte es ans Kopfende. Dann hörte man von unten plötzlich großen Lärm. „Jetzt reicht es mir aber!“, damit verließ er wütend das Zimmer und lief die Treppen hinunter. Geralt war hin und her gerissen. Sollte er nach unten und dem Wirt helfen oder bei Rittersporn bleiben? Er entschied doch lieber im Zimmer zu bleiben. Wenn er dort auftauchen würde, würde er die Lage wahrscheinlich nur noch mehr anheizen.



Er ging zum Bett, auf dem das kleine Mädchen saß und schaute zu Rittersporn „Er wird wieder gesund! Aber Ihr müsst eine Zeit bleiben damit er sich vollständig erholen kann!“, meinte die Wirtin. Geralt sah aus dem Augenwinkel das, dass das kleine Mädchen das Gleichgewicht verlor und beinahe zur Seite vom Bett fiel. Schnell reagierte er und fing den Sturz des Mädchens ab. „Finnya!“, erschrocken ging sie zu ihm und nahm das Kind auf den Arm. „Danke!“, sie drückte das Kind behutsam an sich. „So hier... Ist was passiert?“, sie schüttelte den Kopf. „Nein er hat sie noch rechtzeitig aufgefangen! Du hast die Seiten vergessen!“, erklärte sie ihrem Mann. „Das tut mir leid! Ich danke Euch Hexer!“, Geralt nahm es schweigend zur Kenntnis.


Die Wirtin gab ihrem Mann das Kind wieder auf den Arm und wandte sich Rittersporn zu. Sie tauchte den Lappen in den Eimer mit dem kalten Wasser, wrang den Lappen aus und legte ihm diesen auf die Stirn. „Wollt Ihr etwas essen?“, wollte der Wirt wissen. „Keine Sorge! Meine Frau wird sich um ihn kümmern!“, meinte er. Geralt hatte wirklich Hunger. Er ging mit dem Wirt runter in den großen, geräumigen Gast Raum. Der Hexer war etwas überrascht das dieser Raum leer war. „Wenn ich eines in meiner Taverne nicht dulde, dann sind es betrunkene, alte Großmäuler, die ohne Sinn und Verstand aufeinander einprügeln!“, meinte er und stellte sowohl Wein, Wasser und Bier auf den Tisch „Außerdem... Wollte ich keine Anfeindungen gegenüber Euch Raum geben!“, erklärte er weiter. Dann fiel Geralts Blick auf ein Aushang, der an der Wand hing. „Monster?“, wollte er wissen.


Der Wirt sah ihn an. „Wie man es nimmt! Eines ist ein Monster... Das andere nicht!“, Geralt sah ihn an. „Werwölfe...“, er nickte. „Ja! Aber einer der beiden ist seltsam!“, meinte der Wirt. „Willst du deinen Tee?“, sanft sah er das Mädchen an, nahm die Babyflasche, die ebenfalls auf dem Tisch stand und gab dem Mädchen die Flasche. Hastig wanderte ein Auge von dem Mädchen umher. „Ganz ruhig! Alles ist gut!“, er sah ihn an. „Verzeiht wenn Ihr die nächsten Nächte nicht viel Schlaf findet! Sie ist ängstlich geworden in der letzten Zeit was die Nacht betrifft!“, meinte er. „Hm!“, Geralt trank einen Schluck von dem Becher Bier. „Entweder Kinder verstehen so klein schon mehr als wir denken oder es ist einfach nur eine Phase von ihr!“, Geralt sah ihn an.“ Kinder haben mehr Herz und Verstand als die meisten Ausgewachsenen Menschen!“, meinte Geralt kühl.



Geralt stand auf und ging langsam zu dem Aushang. „Macht Euch nicht erst die Mühe! Das Dorf hat noch nicht mal annähernd genug, um Euch bezahlen zu können!“, meinte der Wirt. Dann hörte man Schritte die Treppen herunterkommen. „Jetzt etwas Ruhe und Schlaf und dem Barden wird es bald besser gehen!“, meinte sie. „Warum hast du sie noch nicht schlafen gelegt?“, ihr Mann sah sie an. „Sie ist jetzt schon vollkommen verängstigt!“, nachdenklich sah sie ihn an. „Komisch! Das ist so sei dem, diese Wölfe hier aufgetaucht sind!“, meinte sie nachdenklich.



„Na komm mein kleiner Liebling! Du musst jetzt wirklich schlafen!“, meinte sie und nahm das Kind auf den Arm. Ein paar Minuten später, hörte man das Kind brüllen. Es hatte definitiv Angst. Geralt wusste jetzt schon, dass er wirklich, wenn das so bleiben würde, weniger Schlaf bekommen würde als draußen. Der Wirt seufzte und sah ihn an. „Entschuldigt mich bitte!“, damit stand er auf und ging nach oben. Dann wurde es plötzlich still und nur das Knistern des Feuers von der Feuerstelle war zu hören.


Er trank noch einen Schluck von dem Bier, dann stand er auf und ging nach draußen zu Plötze. Die Stute wieherte als sie ihn sah. „Entschuldige!“, meinte er. Plötze stieß sanft ihren Kopf gegen seinen Oberkörper. Dann holte er aus der Tasche einen Apfel. Er gab der Stute den Apfel und streichelte sie. „Ihr könnt Euer Pferd im Stall unterbringen, wenn Ihr wollt!“, meinte der Wirt. „Danke!“, meinte Geralt. Er fasste die Zügel und sah sein Pferd an und wollte Plötze grade in den Stall führen als... Plötzlich in der Taverne etwas zu Bruch ging, gefolgt von einem dumpfen Poltern. Erschrocken rannte der Mann ins Innere. „LIEBLING?!“, auch der Hexer folgte ihm schnell ins Innere. „Oh Gott!“, sofort lief der Wirt zu seiner Frau, die auf dem Boden neben einem Tisch lag. Sofort kniete er sich zu ihr. „Bist du verletzt?“, langsam richtete sie sich auf. „Nein!“, sie hielt sich die Stirn. Geralt ging zum Tisch, nahm sich den Becher Wasser, ging zum Wirt und gab ihm diesen. „Danke!“, meinte er. Die Frau nahm den Becher und trank einen Schluck. Vorsichtig hob ihr Mann sie hoch. „Du solltest wirklich schlafen!“, sie sah ihn erschöpft und mit müden Augen an. „Und Finnya? Und die ganze Arbeit? Du schaffst das nicht allein!“, meinte sie. Er sah sie an. „Das schaffe ich schon! Du bist jetzt wichtig!“, damit trug er sie nach oben ins Schlafzimmer. Kaum lag seine Frau im Bett, begann das Mädchen zu weinen. Sofort setzte sie sich auf. „Nein bleib liegen und versuche zu schlafen! Ich sehe nach ihr!“, meinte er. Fragend sah sie ihn an. „Und der Barde?“, er lächelte sie sanft an. „Ich kümmere mich um ihn!“, er gab ihr einen Kuss auf die Stirn, verließ dann das Zimmer und schloss die Tür hinter sich.



Er ging in das Zimmer des kleinen Mädchens. „Ist alles gut! Komm her!“, er nahm das Mädchen auf den Arm. Dann zuckte sie plötzlich zusammen. Fragend sah er sie an. „Hast du was gehört?“, dann stand Geralt im Türrahmen. „Er tut dir nichts! Du brauchst keine vor ihm Angst haben!“, er sah den Hexer an. „Sie hat Euch schon gehört, bevor ich es tat!“, der Hexer war innerlich etwas überrascht, da er eigentlich sich sehr leise fortbewegte ob nun bei Nacht oder Tag. Geralt ging zu ihm und das Mädchen sah ihn sich an. „Niemand vor dem du Angst haben musst!“, einen Moment war es still und man hörte das Mädchen Atmen. Doch die Atmung klang nicht normal wie Geralt feststellte.


Der Wirt legte sie wieder hin und deckte sie zu. „Schlaf gut, ja?“, damit verließ er das Zimmer und lehnte die Tür an. Fragend sah er Geralt an. „Wollt Ihr ein Bad?“, der Hexer schüttelte den Kopf. „Nein!“, er sah ihn an. „Sicher? Ein Bad vertreibt manchmal die nicht verschwinden wollenden Gedanken!“, jetzt fühlte Geralt sich innerlich ertappt. Woher wusste dieser Mann, was in seinem Kopf grade vor sich ging?  „Hm!“, das nahm der Wirt dann doch als Ja. Geralt ging währenddessen in das Gästezimmer zurück zu Rittersporn und sah diesen nachdenklich an.



Es war das zweite Mal in einer Woche das sie sich gestritten hatten. Vielleicht hätte er doch mehr Rücksicht auf ihn nehmen sollen. Der Barde hatte nun mal kein Pferd so wie er und als Sänger verdient man natürlich weniger als ein Monsterjäger. Zudem besserte der Barde ihre Geldbeutel etwas auf. Obwohl ihm der Barde nicht selten den letzten Nerv raubte, empfand der Hexer etwas für ihn. Was genau konnte er aber nicht wirklich zuordnen. Freundschaft? Dankbarkeit? Bekannte? Eine Mischung aus allem vielleicht?



Dann hörte er Schritte. „Euer Bad ist hergerichtet! Nur das Wasser müsst Ihr, Euch selbst einlassen!“, meinte der Wirt und ging zum Barden. Der Wirt hatte einen Eimer frisches Wasser, Handtücher und Lappen bei sich. Er tauchte den Lappen in das frische Wasser und wusch Rittersporn den Oberkörper ab. Und trocknete diesen sorgfältig ab. „So das wäre es fürs erste!“, meinte er und deckte den Barden zu. „Ich muss ihn heute Nacht noch einmal versorgen!“, der Hexer nahm es schweigend zur Kenntnis und der Wirt sah auf sein Hemd. „Wölfe... Ich kann den Geruch ihres Blutes riechen, welches Euer Hemd befleckt! Hoffentlich habt Ihr das Weibchen am Leben gelassen!“, meinte der Wirt. „Ich töte nichts dergleichen was Leben in sich trägt!“, meinte der Hexer. Dann ging er ins Badezimmer und ließ Wasser in die Wanne ein.



Er entkleidete sich und stieg in die Wanne. „Hm!“, das warme Wasser berührte seinen erschöpften, zerkratzen Körper. Geralt schloss seine Augen und atmete tief durch. Er ließ seinen Gedanken in seinem Kopf freien Lauf. Ciri. Wie oft hatte er in der letzten Zeit an sie gedacht? Doch... Sie wollte nichts mehr von ihm wissen. Zu oft, hatte er versprochen sich besser um sie zu kümmern, sie in Cintra zu besuchen, Zeit mit ihr zu verbringen. Doch... Er hatte es nicht getan. So musste sie sich gefühlt haben. Allein. Obwohl sie geprägt war. Geprägt auf ihn. Geralt von Riva. Und jetzt wo er sich endlich eingestand nach all den Jahren das sie Ciri zu ihm gehörte war es wohl erst mal zu spät. Er war bei ihr. Sie ist jetzt drei Jahre alt und hatte ihn erkannt als er vor ihr stand. Sie wusste das er der war, auf den sie sich geprägt hatte. Das hatte sie gespürt und dennoch... Hatte sie nicht vergessen, dass er sie bisher gemieden hatte.



Jetzt tat sie dasselbe mit ihm. Sie ging ihm aus dem Weg und dennoch, tat es ihr genauso weh wie ihm. Aber sie hatte das Vertrauen in ihm verloren. Das spürte er. Er wusste, dass dies nie hätte passieren dürfen. Warum war er nur so stur gewesen? Ciri konnte doch nichts dafür was zwischen ihrem Vater und ihm geschehen war. Eines wurde ihm bewusst. Er musste nach Cintra zurück. Das war er Pavetta und Duny schuldig. Die beiden waren Ciris Eltern und vor drei Jahren gestorben. Sie liebten ihr Kind so sehr. Die Aufgabe und Verantwortung, die er eigentlich zu tragen hatte, übernahm bis jetzt Königin Chalanthe.



Ja. Sobald der Barde wieder gesund wäre, würde er zurück nach Cintra gehen und sich wenigstens eine Zeit um Ciri kümmern und sie regelmäßig besuchen. Er wusch sich noch gründlich, ließ dann das Wasser aus der Wanne, füllte dann neues nach und entspannte sich noch einen Moment, dann stieg er aus der Wanne, trocknete sich sorgfältig ab und zog sich seine neue Kleidung die, dieselbe Kleidung war nur das diese frisch und sauber war. Er hatte mit der Zeit festgestellt, dass dieses Hemd und diese Hose für ihn sowohl bequem als auch praktisch waren weshalb, er sich diese noch einmal als Ersatzkleidung zugelegt hatte. Er ließ das Wasser aus der Wanne und ging zurück ins Gästezimmer, um nach Rittersporn zu sehen. Dieser schlief immer noch tief und fest.



Alles war still. Der Wirt war wohl selbst auch schlafen gegangen. Dann hörte er plötzlich Schritte, die leise die Treppe hinaufkamen. Verwundert ging Geralt zur seiner Tasche und holte vorsorglich sein Schwert und ging so gut wie lautlos zur Treppe. Dort angekommen, ging er hinter einen Pfeiler. Da Geralt vorhin mitbekommen hatte, wie der Wirt die Tür sorgfältig abgeschlossen hatte, durfte eigentlich kein Fremder die Taverne betreten. Langsam kamen die leisen Schritte näher. Geralt hielt sein Schwert kampfbereit. Dann war die fremde, unbekannte Gestalt nah genug. Geralt trat hinter dem Pfeiler hervor, packte den Fremden und hielt ihm die Klinge des Schwertes an die Kehle. „Kein Schritt weiter!“, meinte er kühl. „Geralt! Erkennt Ihr mich denn nicht?!“, diese Stimme... Der Hexer lockerte seinen Griff. „Ihr?!“, er ließ von ihm ab. Sein Gegenüber fasste sich an den Hals und atmete durch. „Verzeiht! Ich dachte ihr wärt ein Dieb, Mörder oder der gleichen!“, sein gegenüber sah ihn an. „Wohl kaum! Es freut mich Euch wiederzusehen Hexer!“, meinte er. Es war Chireadan. Heiler der Elfen. Der Hexer traf in Rinde auf ihn, als der Barde von einem Djin angegriffen worden war.

„Was tut Ihr hier?“, wollte Geralt wissen. Der Elf sah ihn an. „Nun im Moment wohne ich als Heiler im Ort!“, erklärte er.


„Hm!“, meinte der Hexer. „Wo ist Marina? Normalerweise ist sie um die Zeit noch auf!“, meinte der Elf verwundert. „Zusammengebrochen!“, beantwortet der Hexer seine Frage. Er seufzte. „Das hatte ich befürchtet!“, Chireadan ging nun die Treppe hinauf und ging in das Schlafzimmer der Wirts Leute. Ein Blick auf die Frau reichte dem Heiler aus, um festzustellen, was dieser fehlte. Er holte ein kleines Buch, als auch Feder und Tinte aus seiner Tasche und schrieb etwas auf. Die Notiz legte er leise auf den Tisch, packte alles wieder in die Tasche und verließ leise das Zimmer.



Dann ging er in das Zimmer des kleinen Mädchens. Das kleine Mädchen schlief friedlich. Er ging zum Tisch, stellte seine Tasche leise ab, holte eine Flasche mit klarem Alkohol aus der Tasche, öffnete diese und desinfizierte sich sorgfältig die Hände. Dann ging er zum dem Bett. Bei dem Bettchen angekommen, lächelte er. Das kleine Mädchen spürte, dass jemand bei ihr war und begann sich etwas zu bewegen und fing leicht an unruhig zu werden. „Ganz ruhig Finnya! Ich bin`s nur!“, meinte der Elf sanft. Der Hexer stand währenddessen still in der Tür und beobachtete das Geschehen. „Lass dich ansehen!“, meinte der Elf und drehte sie behutsam und langsam auf den Rücken. Dem Mädchen gefiel das gar nicht. Es wollte schlafen und seine Ruhe. Es begann zu schreien. „Tut mir leid! Du kannst gleich weiterschlafen!“, meinte   Chireadan und zog die Decke etwas zurück, zog ihr das Hemdchen etwas hoch. „Scchhh!“, er legte ihr sanft eine Hand auf die Brust. Da er ihren Herzschlag nicht hören konnte, weil sie so weinte, unterbrach er sein Tun, zog das Hemdchen wieder runter und nahm sie auf den Arm. „Ich wollte dich nicht wecken! Tut mir leid!“, er ging mit ihr langsam im Zimmer hin und her. Geralt hörte wieder, dass sie nicht normal atmete.



Nach ein paar Minuten hatte sich das Mädchen wieder beruhigt. Chireadan legte sie wieder hin, zog ihr wieder das Hemdchen etwas hoch und legte eine Hand auf ihre Brust und schloss seine Augen. Als er fertig war, zog er das Mädchen wieder richtig an, deckte es zu und sah es an. „Schlaf weiter!“, meinte er sanft und streichelte dem Mädchen über den Kopf. Dann ging er zur seiner Tasche, holte eine kleine, silberne Dose heraus und noch eine Flasche mit klarem Alkohol. Dann stellte er diese auf den Tisch und ging leise zu dem Hexer. Beide verließen leise das Zimmer. „Falls sie schlecht Luft bekommt einfach die Salbe auf ihr Brustbein einmassieren!“, der Elf wollte grade die Taverne verlassen, als der Hexer, den Elfen doch noch mal ansprach. „Was ist mit ihr?“, wollte er wissen. Der Elf drehte sich zu ihm um. „Sie hat ein krankes Herz und ist halb blind!“, mit dieser Aussage hatte Geralt nicht gerechnet. Er ging bisher von einer Erkältung aus.



„Es hat mich gefreut Euch wiederzusehen! Passt auf Euch auf!“, verabschiedete sich der Elf und verließ die Taverne. Dann fiel Geralt ein, dass er Plötze ja noch gar nicht in den Stall gebracht hatte. „Verdammt!“, meinte er zu sich und ging zu seinem Pferd nach draußen. „Tut mir leid Plötze!“, meinte er und griff nach den Zügeln und führte die Stute in den Stall, der gegenüber der Taverne stand. Im Stall begann Plötze sofort zu fressen und zu trinken. Geralt nahm sich die Bürste aus einer seiner beiden Taschen und begann sie gründlich zu putzen. Die Stute liebte es. Geralt putzte sie länger als üblich. Als Entschuldigung dafür, dass er sie hat so lange warten lassen. Plötze schnaubte entspannt und schüttelte ihren Kopf.


„Ruh dich aus!“, meinte er, streichelte Plötze noch einmal und ging zurück in die Taverne. Drinnen angekommen, schloss er leise die Tür hinter sich, schloss sorgfältig die Tür wieder ab und ging dann leise in das Gästezimmer zurück. Der Hexer sah noch einmal nach Rittersporn. Dieser schlief immer noch tief und fest. Erst jetzt fiel ihm auf, dass es im Zimmer nach verschieden Kräuterarten roch. Geralt ging zu seinem Bett, schlug die Bettdecke zurück, legte sich in das Bett, deckte sich zu, drehte sich auf die Seite, atmete leise einmal tief durch und schloss seine Augen. Nicht lange und er war eingeschlafen.



Geralt wusste nicht, wie lange er geschlafen hatte, als er von einem Geräusch neben sich geweckt wurde. Er schlug die Augen auf, drehte sich zur Seite und sah zu Rittersporn, der einen starken Hustenanfall hatte. Er stand auf und ging zu dem Barden. Der Barde konnte vor Husten kaum atmen. „Rittersporn!“, sprach der Hexer ihn an, um ihm zu signalisieren das er nicht allein war. Der Barde fasste sich an den Hals. Geralt half ihm sich aufzusetzen, stützte ihn und griff schnell zu dem leeren, unbenutzten Eimer, der am Bett stand. Grade noch rechtzeitig hatte Geralt den Eimer nah vor dem Barden platziert, ehe dieser sich übergab. Geralt hatte einen Arm um Rittersporn gelegt damit dieser nicht den Halt verlor und nach hinten kippte. Dann fing Finnya plötzlich im Nebenzimmer an zu weinen. „Ein Baby!?“, meinte der Barde hustend. Er war überrascht. Denn eigentlich war ein Baby in solchen Tavernen nicht üblich. Zumindest sah er nie eines an solchen Orten. Dann war es wieder still und der Wirt kam wenig später ins Zimmer. „Das Mittel wirkt! Das ist gut! Bald seid Ihr wieder wohlauf!“, müde und erschöpft ließ sich Rittersporn mit Hilfe von Geralt wieder in das Kissen zurücksinken.



Der Wirt ging zu Rittersporn desinfizierte sich gründlich seine Hände und rieb den Barden erneut mit der Salbe ein. „Sie ist ruhiger und schläft länger, seitdem Ihr hier seid!“, meinte der Wirt und sah den Hexer an. „Zufall!“ meinte Geralt knapp. Der Wirt jedoch, glaubte nicht, dass es ein Zufall war, schwieg aber lieber. Rittersporn war inzwischen wieder eingeschlafen. „So das wäre es!“, meinte der Wirt und deckte den Barden wieder zu. Geralt und der Wirt gingen beide wieder schlafen und wieder fand Geralt schnell wieder in den Schlaf. Er wusste nicht, ob er es im Unterbewusstsein mitbekommen hatte, das, dass kleine Mädchen wieder weinte oder ob er doch einen etwas leichteren Schlaf hatte als er dachte. Der Hexer öffnete seine Augen. „Hm!“, er amtete einmal tief und wartete doch dieses Mal hörte er den Wirt nicht und das Mädchen beruhigte sich nicht von allein. Er überlegte. Sollte er nach dem kleinen Mädchen sehen oder warten? Dann wurde aus dem normalen Weinen plötzlich ein ängstliches, panisches Schreien.“Scheiße!“



Sofort stand er auf, griff sich sein Schwert und ging zu dem Zimmer des Mädchens. Doch schnell stellte er fest, dass er das Schwert nicht brauchen würde. Er stellte es an den Pfeiler und ging leise in das Zimmer. Sofort wusste er, warum sie so weinte. Die Kerze, die zuvor noch brannte war erloschen und es war dunkel im Zimmer. Geralt zündete schnell eine neue Kerze an kaum hatte er das getan, erfüllte ein mattes, gemütlich wirkendes Licht das Zimmer. Dann ging er zu dem Bettchen und sah das Mädchen an. „Hm!“ damit nahm er sie zögernd auf den Arm. Als das Mädchen merkte, dass sie auf den Arm genommen worden war, beruhigte sie sich etwas und sah ihn an. Sofort fühlte sie sich sicher und geborgen bei ihm Obwohl, dieser Mann ein völlig Fremder für sie war. Sie hatte ihn sofort in ihr kleines Herz geschlossen.


Geralt sah sie an und hatte eine Hand von ihr in seine gelegt, um ihr noch etwas Sicherheit zu geben. Hätte es sich genauso angefühlt, wenn er Ciri als Baby im Arm gehalten hätte? Er wusste es nicht. Es fühlte sich seltsam für ihn an so ein kleines Kind im Arm zu halten, denn das hatte er bisher nie getan. Ein Glück, das der Barde ihn nicht so sah. Ein Glück das ihn niemand so sah.

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