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Changed life

von xscullyx
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
17.11.2020
10.06.2021
23
39.769
4
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Dieses Kapitel
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10.06.2021 1.527
 
Erschöpft seufzend schließe ich meine Apartmenttür auf und trete ein, während ich die Tür hinter mir wieder schließe und schlüpfe aus meinen Schuhen. Diese beiseite schiebend lasse ich den Schlüsselbund klirrend in die Schale auf der Kommode neben der Garderobe fallen und strecke mich kurz, um meine müden und verspannten Muskeln zu lockern. Das war ein anstrengender Tag und ich freue mich auf eine heiße Dusche, nachdem ich aus den verschwitzten Klamotten gekommen bin. Ich habe zwar in der Firma und auch zu Hause eine Klimaanlage, jedoch ist die Hitze außerhalb der klimatisierten Räume recht bullig um diese Jahreszeit.

Ich betrete den Wohnraum und lasse mein Smartphone auf den Couchtisch gleiten. Normalerweise bin ich ja ein ordnungsliebender Mensch, aber heute ist mir schlicht und ergreifend alles egal. Vor mich hin schmunzelnd ziehe ich mein schwarzes Shirt über den Kopf und mache mich auf den Weg ins Badezimmer, welcher mich an der Küchentür vorbeiführt. Im Vorbeigehen sehe ich, dass Töpfe auf dem Herd stehen und ich mache verwundert einen Schritt rückwärts, um mich davon zu überzeugen das ich nicht halluziniere. Tatsächlich stehen dort Töpfe, wo bisher keine standen.

Hinter mir höre ich eine Tür und dann das Geräusch von Füßen, welche barfuß über die Fliesen laufen. Meine Nackenhärchen stellen sich auf und eine leichte Gänsehaut bildet sich auf meinen Armen. Ich kann mir nicht helfen, aber ich kann Annies Anwesenheit nun deutlich wahrnehmen.

„Du bist schon da“, vernehme ich ihre sanfte Stimme. „Oh.“

Sie scheint meinen nackten Rücken entdeckt zu haben und ich muss mir ein Grinsen verkneifen, während ich über meine rechte Schulter zu ihr schaue.

„Wie ich sehe, hast du deinen neuen Schlüssel direkt ausprobiert. Ich sollte dich doch morgen früh abholen?“

„Ach… Ich dachte, so ist es einfacher. Du brauchst wegen mir nicht extra um nachtschlafende Uhrzeiten durch die Gegend fahren und mich über einen Umweg zur Arztpraxis abholen, Taylor. Und ich habe gekocht. Du wirst sicher hungrig sein, oder?“, gibt sie fast schon schüchtern zur Antwort und ich lächle sie beruhigend an.

„Das ist wirklich sehr aufmerksam von dir, Kleines. Ich würde nur vorher schnell duschen gehen. Es ist draußen ziemlich heiß und ich bin ein wenig verschwitzt – milde ausgedrückt.“

Das Teufelchen in mir gewinnt die Oberhand und ich drehe mich gelassen zu ihr um, die Arme verschränke ich mit dem Shirt in der linken Hand vor meiner Brust. Annies Augen weiten sich kaum merkbar und sie schluckt nervös. Mein nun wieder regelmäßiges Training im Studio macht sich bemerkbar. Meine Muskeln sind überall wieder definierter.

„I...ich… ja. Mach das ruhig. Das Essen muss sowieso noch kochen. Da ich nicht genau wusste, wann du hier bist und ich dich überraschen wollte… Nun…“, stammelt sie und ich grinse innerlich.

„Ausgezeichnet. Dann verschwinde ich kurz im Bad und bin in ein paar Minuten wieder bei dir“, lächle ich sie an und betrete das Badezimmer, um die Tür hinter mir zu schließen.

Mit Absicht habe ich im Schlafzimmer keine Kleidung geholt, sondern werde mit einem Badelaken durch mein Apartment spazieren, um mich dann am Kleiderschrank zu bedienen und mich in aller Ruhe anzuziehen. Ein wenig mehr zum Schauen möchte ich ihr dann doch noch geben. Kalt lässt sie mein halbnackter Anblick nicht, dass konnte ich genau beobachten. Doch ich möchte ihr noch immer die Zeit geben, die sie benötigt und ihr das Ruder überlassen. Wenn sie auf mich zugeht, dann lasse ich sie gewähren. Dennoch werde ich mich dezent zurückhalten und nichts aus eigener Initiative versuchen. Umarmungen sind okay, aber nichts intimeres. Das habe ich mir in den letzten Tagen fest vorgenommen.

Leise pfeifend schäle ich mich aus der Jeans und den Socken, werfe sie in die Wäschetonne und lege mir ein Badelaken hin. In freudiger Erwartung schlüpfe ich in die Dusche und drehe sie auf, um das lauwarme Wasser über meinen Körper prasseln zu lassen. Eine heiße Dusche benötige ich bei Annies Anwesenheit definitiv nicht mehr. Das würde meinen Körper zum Überhitzen bringen. Bei dem Gedanken muss ich grinsen und schüttle dann meinen Kopf, um diese Gedanken zu verscheuchen.

______

Annie POV

Oh, Himmel! Was für ein Anblick ist das bitte eben gewesen?! Ich falle gleich tot um, Leute!

Ich halte beide Hände an meine nun glühenden Wangen und schüttle langsam den Kopf. Dieser Anblick lässt einen doch fast in Ohnmacht fallen. Was würde bloß passieren, wenn er komplett nackt vor mir stehen würde? Oder ich ihn berühre? Gibt es noch eine Steigerung dieses Gefühls? In meinem Kopf schwirren Bilder, die mich tatsächlich verlegen werden lassen wie eine Jungfrau kurz vor ihrem ersten Mal. Aber die bin ich nicht.

Noch immer stehe ich quasi zwischen Tür und Angel, als wäre ich mit dem Boden verwachsen und starre auf die Badezimmertür, während ich das Rauschen des Wassers höre. Bilder von einem nackten Taylor unter der Dusche schleichen sich in meinen Kopf und ich schlucke hart. Willkommen in meinem erotischen Kopfkino! In meinem Bauch surren grade tausende von Schmetterlingen und ich mache langsame Schritte auf die geschlossene Badezimmertür zu, als würde mich jemand fernsteuern. Meine Hand legt sich leicht auf die Klinke, welche ich dann vorsichtig herunterdrücke.

Was tue ich? Ich kann mich nicht stoppen… herrje. Dafür werde ich ganz sicher in der Hölle schmoren. Dafür mit dem Bild eines nackten Taylors, welche sich in meine Hirnhaut einbrennen wird.

Meine Gedanken rasen und überschlagen sich stellenweise, während ich den Blick von meiner Hand hebe und die knackige Heckansicht von dem sexiest man alive sehe. Fast hätte ich laut gestöhnt bei diesem Anblick, welcher sich mir bietet. Gerade noch so konnte ich mir auf die Lippen beißen und krampfe meine Hand um die kühle Klinke. Seine Haut scheint makellos zu sein und glitzert wegen der Wassertropfen geradezu. Der Mann ist ein Gott. Halleluja! Mit klopfendem Herzen überlege ich hin und her. Volles Risiko?

Tief durchatmend nehme ich meine Hand von der Türklinke, schließe die Tür lautlos hinter mir und schlüpfe aus meiner kurzen Hose, dem Top und der Unterwäsche, um sie achtlos neben mich auf die Fliesen gleiten zu lassen. Man muss auch mal alles auf eine Karte setzen. Und wenn Taylor eines nicht erwartet, dann das ich zu ihm unter die Dusche schlüpfe und mich von hinten an ihn drücke. Was dann passiert… tja, dass werde ich sehen. Entweder ich habe Glück und er freut sich über meine Gesellschaft, oder er wirft mich achtkantig aus dem Bad und dem Apartment. Wobei ich eher auf ersteres tippe, wenn ich raten müsste.

Here we go… two, eins, Risiko!

Mit schnellen Schritten gelange ich zur Duschtür, halte kurz den Atem an, öffne die Tür, stehle mich hinein und schließe sie hinter mir wieder. Wobei ich erwähnen muss, dass die Duschkabine eher ein Duschsaal ist. Ich klebe nicht sofort an ihm und kann noch Abstand wahren, ohne nass zu werden. Langsam gleitet mein Blick an seinen muskulösen Schultern, über seinen Rücken bis hin zu seinem knackigen Hinterteil und ich schlucke hart, nachdem ich die Luft lautlos aus meiner Lunge gelassen habe.

______

Taylor POV

Meine Sinne sind zum Zerreißen gespannt und ich biete jegliche Willenskraft auf, mich nicht zu verraten. Ich habe ab der ersten Sekunde gespürt, dass sie den Raum betreten hat und mich heimlich beobachtet. Auch, dass sie kurz gezögert und mich gemustert hat. Eigentlich fand ich es amüsant, dass sie sich traut hier hereinzukommen und einen neugierigen Blick auf mich zu werfen und war felsenfest davon überzeugt, dass sie sich wieder raus schleicht und das Unschuldslamm spielt, wenn ich mich zu ihr geselle. Weit gefehlt! Nun steht sie hinter mir in der Nasszelle und mustert mich scheinbar ungeniert.

Mit scheinbarer Ruhe und Arglosigkeit greife ich neben mir nach dem Duschgel und drücke mir ein wenig davon in die linke Handfläche um es dann wieder wegzustellen. Dann fange ich grinsend an meine Brust einzuseifen und habe dabei augenscheinlich keine Eile. Wie wird ihr weiteres Vorgehen aussehen? Bleibt sie hinter mir stehen wie ein Reh im Fernlicht, oder wird sie sich trauen näher zu kommen? Soll ich mich umdrehen und überrascht tun?

Noch während meiner Überlegungen spüre ich plötzlich ihren sehr weiblichen Körper an meinem Rücken und Hintern und ihre Arme um meine Taille. Gerade so kann ich ein wohliges Erschauern unterdrücken und fühle, wie sich ihre Handflächen flach auf meinen Brustkorb legen. Ihre Finger bewegen sich zunächst allein und dann folgen sanfte Handbewegungen.

„Soll ich das für dich übernehmen?“, höre ich ihre leise Stimme und schlucke hart. „Oder bekommst du das allein hin?“

„Ich glaube, ich bin heute von der Hitze und der Arbeit zu erschöpft… Selbst das Stehen fällt mir schwer“, erwidere ich und bemerke, dass meine Stimme tiefer und rauer klingt als normal.

„Soso… dann will ich dir doch gern behilflich sein. Am besten schließt du deine Augen und versuchst dich zu entspannen. Vielleicht kommen deine Kräfte dann zurück, Taylor Davis.“

Ihre Stimme hat einen leicht zittrigen Unterton und ich vermute, sie ist hypernervös. Dennoch möchte ich ihr nicht das Gefühl geben, dass mich diese Tatsache stört und ich nicke gehorchend.

„Das klingt nach einer außerordentlich guten Idee. Ich habe meine Augen geschlossen, Miss Hastings. Ich gehöre ganz dir allein.“

Ich spüre, wie sie an meinem linken Schulterblatt lächelt und bekomme eine leichte Gänsehaut, trotz des angenehm warmen Wassers.
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