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Even when your kind appears to triumph - Part 4

GeschichteFantasy, Übernatürlich / P16 / Gen
Edward Kenway Haytham Kenway Jennifer Scott OC (Own Character) Shay Patrick Cormac William Johnson
17.11.2020
13.06.2021
65
151.914
1
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11.06.2021 3.053
 

Zitat Kapitel 4 - Bristol

Kapitel 4 - Bristol

*** Verhör, Gewissensbisse und lang vermisste Gespräche ***


Der Mann hielt ihn vor sich und als wolle er das Artefakt durch schütteln aktivieren, fuchtelte er damit vor mir herum. Er konnte ja nicht ahnen, dass ich gerade diesen Edenapfel kontrollierte und meinen Geist entsprechend verschloss. Dieser Gegenstand schien ausschließlich mit MIR zu kommunizieren und ließ sich durch den Assassinen nicht mehr beeinflussen.
Was bitte hatten die Vorläufer mit mir und meinem Geist gemacht? Die Tatsache, dass ich schon lange mit meinem Mann so wortlos sprechen konnte, war für mich schon seltsam, hatte es aber als gegeben hingenommen. Diese Mächte wurden immer unheimlicher, diese Gedanken musste ich jetzt aber fürs erste abschütteln!
„Vielleicht weil ihr einfach unfähig seid? Man sollte sich schon vorher kundig machen, wie etwas funktioniert, bevor man es einfach in die Hand nimmt. Hat euch das keiner beigebracht in eurer Ausbildung?“ fragte ich so zynisch, dass ich selber grinsen musste.

Und jetzt legt dieses Artefakt zurück in die Kiste!, sprach ich ihn in seinem Kopf an, nutzte einfach meine Fähigkeit und seine Augen weiteten sich erschrocken.
„Ihr seid mit dem Teufel im Bunde, die Leute haben recht. Ihr...“
Ich sagte, legt es zurück, bevor noch ein Unglück passiert! Na los!, kam es jetzt kalt von mir und ich funkelte ihn an.
Langsam drehte er sich um und tat, wie ich ihm gesagt hatte. Es war eine kleine Bewegung seines Armes, als er den Apfel weggelegt hatte, doch es reichte, dass ich ihm mit einem heftigen Streich seine Klingenhand fast abtrennte. Er hatte sich doch allen Ernstes seinen Dolch geschnappt und dachte vermutlich, dass ich das nicht bemerkt hätte. Scheppernd fiel diese Waffe auf den Boden, doch er hob sie mit der anderen Hand schnell auf und fing an mich anzugreifen.

Ich hatte jetzt leichtes Spiel, er war plötzlich unkonzentriert und führte seine Bewegungen etwas fahrig aus. Dann war es vorbei, als er einen Schlag mit meiner Schwerthand ins Gesicht bekam und ich mich hinter ihn drehte. Mein Schwert fuhr über seine Kehle und er ging röchelnd zu Boden.
Für einen Moment stand ich da, sah auf die Blutlache die sich unter dem Toten ausbreitete und versuchte zu Atem zu kommen. Dann besah ich mir den Inhalt dieser Truhe und staunte nicht schlecht. Dieser Edenapfel nebst eines vergoldeten Schwertes und einigem Kleinkram lagen darin, doch so unverschlossen? Wie leichtsinnig konnte man sein? Ich schloss den Deckel und zog sie ein Stück aus dem Zimmer zur Treppe. Wir würden sie später mitnehmen.

Jetzt hieß es, Antworten aus dem verbliebenen Assassinen zu bekommen. Mein Mann hatte ihn schon auf einem Stuhl platziert und ihm die Hände auf dem Rücken gefesselt. Sein Unterschenkel sah ziemlich ungesund aus, er stand abgewinkelt an einem Stuhlbein und auf seiner Kleidung sah ich Erbrochenes. Die Schmerzen müssen vermutlich ziemlich heftig sein.
„Dann wollen wir doch mal, oder was meint ihr?“ meinte ich kalt und grinste diesen Herren vor mir an. „Ihr könnt mich mal, ich habe gerade gehört, was ihr gemacht habt. Man hat uns schon vor euch gewarnt, miese Verräterin!“ und er spukte mir vor die Füße. Da hatte aber jemand immer noch eine große Klappe, die sollte ich ihm wohl mal stopfen und in mir keimte eine Wut auf, welche ich dringend an diesem Kerl auslassen wollte.

Doch ich kam nicht dazu, Haytham hielt mich zurück und drang in meinen Geist.
Alex, stopp! Beruhige dich erst einmal und atme tief durch. Vergiss nicht, wir wollen Antworten! Tot nützt uns dieser Mann nichts! Deine Worte! Versuchte er mich zur Ruhe zu bringen und es klappte, als ich diese Stimme hörte. Ich schüttelte meinen Kopf, so dass ich wieder klarer denken konnte.

„Dann mal los, bevor es dunkel wird. Wer hat euch geschickt und warum sollt ihr unsere Lieferungen an euch bringen?“ ich sah ihm fest in die Augen und war versucht einfach seine Gedanken zu lesen. Doch fürs erste gab ich ihm die Chance, uns von alleine zu erzählen, was er wusste. Sie waren im Besitz eines der Isu-Artefakte, also wusste er auch über diese Wesen Bescheid, so dachte ich zumindest.

„EURE Lieferung? Euch gehört davon gar nichts. Das sind Besitztümer, welche der Bruderschaft gehören und ihr werdet sie nicht an irgendwelche Halunken weiter verscherbeln! Ihr Templer glaubt wirklich, ihr könnt euch alles unter den Nagel reißen, oder?“ meinte er weiterhin sehr mutig für meinen Geschmack und erntete eine schallende Ohrfeige von mir.
„Ihr habt Recht, diese Dinge gehören weder mir, noch den Templern. Aber sie gehören auch nicht den Assassinen. Aber ich gehe davon aus, dass ihr wisst, WER mich beauftragt hat! Und wenn ihr nicht wollt, dass ich euren Geist manipuliere, dann solltet ihr mir jetzt Namen nennen!“ stieß ich hinter zusammengebissenen Zähnen hervor, ich wurde ungeduldig.
„Ihr wisst doch gar nicht, worauf ihr euch da einlasst, Weib! Es gibt Mächte, welche euren Horizont übersteigen!“ grinste er mich plötzlich breit an! Und mir dämmerte, worauf er anspielte. Die Isu und die damit einhergehenden Götter.

Ich spielte aber weiterhin mit und tat unschuldig. „Vermutlich nicht, nein. Aber ich würde zu gerne diese Geschichte von euch hören, ihr scheint ja zu wissen, was oder wer dort am Werke ist! Oder habt ihr Angst, weil ich angeblich mit dem Teufel im Bunde stehe?“ ich stand mit vor der Brust verschränkten Armen vor ihm und in seinen Augen flackerte eine gewisse Überlegenheit auf.
Jetzt mischte sich aber Haytham mit ein und seine Stimme war so kalt, dass selbst mir eine Gänsehaut über den Rücken fuhr. „Sprecht, oder euer Knie ist nicht das einzige Körperteil, welches in Mitleidenschaft gezogen wird!“ und seine Hand packte eisern das Kinn unseres Befragten.
„Ich werde sowieso sterben, ob nun durch euch oder die Bestrafung meines Auftraggebers und Mentors. Ihr wollt Namen? Ich gebe euch einen Namen, aber glaubt ja nicht, dass er euch einfach so mit offenen Armen empfangen wird.“ grinste er wieder breit und war sich immer noch seiner Sache sicher. Doch er war der typische Assassine, der Tod machte ihm keine Angst, also doch noch eine Art Verbindung, welche ich dann zu den Bruderschaften im 18. Jahrhundert hatte... doch ich schüttelte diesen Gedanken ab, darüber wollte ich nicht nachdenken.

„DER NAME!“ kam es jetzt laut und eisig von mir! Er zuckte auf dem Stuhl zurück, als hätte ich ein glühendes Eisen auf seine Brust gesetzt.
„Artem Alexeeva“ kam es keuchend.
„Geht doch... wie und wo kann ich mit diesem Herren in Kontakt treten? Und ich rate euch, mir die Wahrheit zu sagen!“ meine Stimme hatte einen völlig anderen Klang angenommen, sie klang nicht mehr nach mir, es war erschreckend.
„Es gibt Mittelsmänner, ihr könnt über John Williams mit ihnen in Kontakt treten...“ für einen Bruchteil einer Sekunde sah ich ihn sprachlos an. Die Williams´ konspirierten mit den russischen Assassinen? Ich hoffte, ich hatte jetzt nicht in ein Wespennest gestochen. Ich atmete tief durch.
„Ich bevorzuge den direkten Kontakt! Ich verabscheue Laufburschen! Also... weiter!“ meinte ich jetzt wieder eisig, bemüht mir nichts anmerken zu lassen.
„Er... Ihr müsst euch nach Eugene Avdeyev umhören. Er hat ein Anwesen in Wjasma, etwas westlich von Moskau!“ kam es leise, schon fast flüsternd von ihm.

„Na also... es geht doch. War das jetzt so schwer?“ fragte Haytham in einem Ton, der keinen Zweifel daran ließ, dass dieser Mann gleich das Zeitliche segnen würde. Er aktivierte die versteckte Klinge und ließ sie über die Kehle dieses Herren fahren! Seine Gesichtszüge hatten ein gewisses Gefühlschaos dabei angenommen. Freude, Schadenfreude, Trauer, Ekel, Hass und … etwas, das ich nicht deuten konnte.

„Ich kann es nicht glauben, Lucius´ Bruder hängt damit drin?“ fragte ich jetzt frei raus. „Anscheinend schon, dass heißt, du musst dich bedeckt halten, bis du mit Faith gesprochen hast und alles geklärt ist.“ ich keuchte auf, das wurde mir wirklich zu viel allmählich.
„Diese Familie ist schon fast wie ein Albtraum, Haytham. Und ich... was soll ich jetzt machen? Ich kann und will Faith nicht hintergehen, doch kann ich auf ihre Hilfe und ihr Verständnis hoffen und bauen?“ hilfesuchend sah ich meinen Templer an. Ich ging pauschal davon aus, dass ich mit Lady Melanie nicht rechnen konnte und ich hoffte inständig, dass ich diese Frau vorerst auch nicht zu sehen bekam!
„Alex, ich kann dir da keine Garantie geben, doch ich glaube, dass meine kleine Schwester dich nicht hängen lassen wird. Genauso, wie DU sie nicht im Stich lassen würdest, oder?“ Doch in mir krochen die ersten Zweifel hoch. Was wenn ich diese Vereinigung JETZT verhinderte durch diesen Handel? Es würde nicht einfach zu bereinigen sein... Ich atmete tief durch und sah meinen Mann an.

„Wir werden jetzt hier aufräumen und die Kiste mitnehmen. Dann sehen wir weiter. Übermorgen werden wir nach London aufbrechen und ich werde, hoffentlich, Zeit haben, mich mit meiner Schwester darüber zu beraten!“ sagte ich jetzt völlig neutral.
In mir wuchs immer mehr der Wunsch, Faith wiederzusehen. Unsere Briefe waren ja immer ganz nett, doch ich brauchte ihre Nähe. Ich brauchte sie, ich vermisste sie, doch jetzt war es um so wichtiger mit ihr zu sprechen! Elias hatte mir prophezeit, dass wir zusammengehören. Nicht wie Mann und Frau, Faith und ich waren wie Schwestern! Wenn ich genau darüber nachdenke, könnten wir zweieiige Zwillinge sein! Wir gehörten zusammen und wieder kam der Gedanke an Schicksal in mir hoch. All das, was ich bisher erlebt, getan und gemacht hatte, es war vorherbestimmt, oder?

Gegen späten Nachmittag kamen wir endlich wieder an unserer Pension an und wurden schon sehnsüchtig von unserem Sohn erwartet. Und mein schlechtes Gewissen schlug mir ins Gesicht. Edward sah mich völlig enttäuscht und traurig an, aber Sybill erklärte schnell, dass er gerade nicht sein Lieblingspferd bekam, weil es verschwunden war. Sie hatten alles abgesucht, doch ohne Erfolg.
Ein Blick von meinem Mann und er fand, wonach sein Sohn suchte und reichte es ihm. Ein Leuchten erschien in Edwards Gesicht und ich hörte ein „Paaaa“ von ihm. Mein Schatz fing an zu sprechen und ich freute mich riesig. In diesem Moment drehte sich Haytham um und ging ohne ein Wort aus dem Zimmer. Ich sah zu Sybill, gab Edward einen Kuss und folgte meinem Mann.

Er stand auf dem Korridor am Geländer und blickte ins Untergeschoss. „Haytham, was ist los?“ fragte ich ängstlich, ich konnte seine Reaktion nicht deuten.
„Mein Vater hat mir beigebracht ihn VATER zu nennen, Edward jedoch...“ Da verstand ich was er meinte, er hatte Angst, dass er etwas in der Erziehung falsch machte.
„Haytham, unser Sohn ist erst wenige Monate alt. Dieser kleine Mensch muss erst lernen, wie er spricht, wie er Buchstaben artikuliert und so weiter. Und ich glaube, auch DEIN Vater hatte nichts gegen die ersten Versuche von dir, ihn Papa zu nennen. Das ist einfacher für ihn, ein Anfang zum Üben!“
Nein, dass hatte ich nicht, ich war stolz auf dich, Sohn, als du mich überhaupt das aller erste mal richtig wahrgenommen hast. Und als wir dir die entsprechenden Manieren beibrachten, war es für mich seltsam, wenn du mich VATER genannt hast. Es mag sich eigenartig anhören, aber es bietet eine gewisse Distanz zwischen uns und auch zwischen dir und DEINEM Sohn. Lasst sie nicht zu groß werden! Meinte Edward Senior plötzlich und ich sah, wie mein Mann in ein Chaos aus Gefühlen stürzte.

„Mi amor! Bitte!“ ich lehnte an seiner Schulter und strich über seinen Arm.
„Das ist zu viel, Alex. Ich habe Angst, dass ich dem Ganzen nicht mehr gerecht werden kann. Der Orden, unser Sohn, meine und unsere Verpflichtungen, die Angst, dass euch etwas zustößt ... ich... kann das nicht!“ mit diesen Worten stürmte er regelrecht die Treppe hinunter und war verschwunden. Ich starrte ihm kurz hinterher, dann aber folgte ich ihm schnell, ich wollte ihn nicht alleine mit diesen Gedanken lassen. So kannte ich meinen Mann überhaupt nicht, er war immer gefasst und schien alles im Griff zu haben! Was bitte war auf einmal los mit ihm?

Draußen angekommen konnte ich seine pulsierende goldene Aura im Getümmel wahrnehmen und folgte ihr einfach.
Irgendwann blieb er am Hafenbecken stehen und starrte einfach auf das Wasser, neben Haytham stand plötzlich mein Pirat und sie unterhielten sich. So in der Öffentlichkeit? Ich sah mich unwillkürlich nach Beobachtern um, mein paranoides Ich mal wieder. Doch mir brach das Herz, diese Zwiegespräche hatten Vater und Sohn damals nicht. Meinem Mann fehlten einige Grundzüge seines Vaters, was die Erziehung und auch die Tipps anging. „Du hast meine Lehren nie vergessen, Haytham, dass macht mich stolz. Aber auch, dass du eigene Prinzipien hast, für die du einstehst. Ich konnte nicht lange genug für dich da sein, aber die kurze Zeit scheint dir bei deinen Entscheidungen geholfen zu haben. Und wenn wir ehrlich sind, was will ich mehr? Ich habe dich nie belogen und werde es auch nie tun! Deine Kinder sollten ebenso keine Lügen von dir erfahren, Haytham. Du bist Templer, du hast deinen Weg gewählt. Jetzt gehe ihn und lass deine Kinder entscheiden, welchen Pfad sie einschlagen wollen. Aus diesem Grund ist Alexandra an deiner Seite, sie ist ein gewisses Gleichgewicht und bringt die Inspiration für die Entscheidung eurer Kinder.“

Vater und Sohn

Ich sah diesen Blondschopf neben meinem Mann stehen und betrachtete sie beide. Sie waren beinahe gleich groß, die gleiche Statur... doch sie waren eigentlich völlig unterschiedlich. Der unzivilisierte Pirat, welcher das gesamte Alphabet rülpsen konnte, neben einem Mann, welcher sich nur schwer gehen lassen konnte und die Disziplin in Persona war.
Die Kenways waren eine eigene Spezies für sich und wenn ich mir jetzt noch Jennifer vorstellte... sie kannte ich eigentlich nicht so wirklich und in mir keimte wieder dieses schlechte Gewissen! Doch der Gedanke an sie, ließ mich auf meine Kenways zusteuern. „Gentlemen, ich unterbreche ungerne eure Konversation.“ meinte ich leise hinter ihnen, doch beide legten ihre Arme um mich und wir standen dort und sahen ohne ein Wort dem Sonnenuntergang zu. Es war unbeabsichtigt, aber es war traumhaft schön so und ich fühlte mich wie angekommen, wie zuhause mit den beiden.

„Wisst ihr eigentlich, dass ihr mich gerade zu Tränen rührt?“ schniefte ich jetzt die Männer an. Beide rückten noch ein Stück näher an mich heran.
„Nein, dass wussten wir nicht, aber wir lieben dich beide, jeder auf seine Weise.“ kam es wie aus einem Mund von ihnen und wir standen dort und sagten einfach nichts mehr. In diesem Moment wurde mir das erste Mal klar, dass meine allererste Zeitreise wirklich Schicksal war, glaubt mir, es ist einfach so!

Etwas beruhigter konnte Haytham jetzt wieder mit mir zurück zu unserem kleinen Schatz. „Ich hatte ja keine Ahnung, über was man alles anfängt nachzudenken, wenn man Kinder hat, mi sol. Und ich dachte oft, dass DU dir einfach zu viele Gedanken machst!“ in seiner Stimme lag wieder Ruhe und ich war erleichtert.
„Haytham, das ist aber einfach völlig normal. Die Angst um sein Kind ist grausig, ich bin zuversichtlich, dass wir BEIDE das hinbekommen werden.“ sagte ich und nahm ihn in den Arm.
„Das werden wir. Ich weiß es.“

Als wir wieder in unserer Unterkunft waren, konnten wir beruhigt sein. Unser Sohn war mit sich und den Pferden beschäftigt.
„Wenn wir wieder in Virginia sind, mi amor, sollten wir ihm vielleicht ein echtes Pferd schenken, damit er sich daran gewöhnt.“ sagte ich völlig verträumt dreinblickend.
„Alex, Edward ist noch zu klein...“ ich seufzte und Haytham sah mich fragend an. „Oh, das war nicht so ernst gemeint, ich verstehe.“ grinste er mich an.
Wir aßen noch zu Abend und der Kleine haute richtig rein, wobei ich mich bei der Menge fragte, wo er das lässt. Doch Sybill ließ sich auch nicht beirren und ließ ihn alles probieren, wonach er griff. Und Edward griff nach ALLEM! Irgendwann war mehr vom Essen AUF dem Kind als in seinem Magen vermutlich, lachend schnappte ich mir den Dreckspatz.
„Na komm mein Schatz, du brauchst saubere Sachen und definitiv eine gründliche Wäsche. Wie bitte hast du auch noch Soße in deine Ohren bekommen?“ ich schüttelte lachend den Kopf und ging hinauf, nachdem ich meinem Mann einen Kuss gegeben hatte.

Die Tinktur wirkte mittlerweile doch Wunder, während des Waschens und Umziehens, rieb ich immer mal wieder ein paar Tropfen auf die zahnende Stelle und als mein kleiner Schatz in seiner Wiege lag, schloss er beim Klang seines Schlafliedes langsam die Augen.

„Alex, wenn du singst, leuchtest du leicht golden. Wusstest du das?“ fragte mich ein erstaunter Haytham hinter mir, welchen ich nicht bemerkt hatte.
„Nein, das habe ich nicht gewusst. Vielleicht wird unser Sohn deshalb ruhiger?“ ich stand auf und ging zur Kommode, um mir etwas Wasser ins Gesicht zu spritzen und fing an, mich auszuziehen. Doch ich kam nicht wirklich weit, mein Mann stand plötzlich hinter mir und umschlang mich.
„Edward wird ruhiger, sobald du überhaupt in seiner Nähe bist, mi sol. Genau wie ich auch, das ist mir damals schon aufgefallen, als ich dich das erste Mal in meinen Armen hatte!“ flüsterte er an meinem Hals und ich spürte seinen warmen Atem und bekam eine Gänsehaut. „Ich liebe deine Reaktion, mi sol.“ und seine Lippen wanderten über meinen Hals, seine Hände halfen bei meinem Hemd und... dann brüllte klein Kenway los. Ich nuschelte eine Entschuldigung, warf mir mein Hemd wieder über und nahm unseren Sohn hoch.

„Schätzchen, was ist los? Immer noch Zahnweh, hmmmm?“ Seine Wange war immer noch warm und leicht geschwollen, also holte ich wieder das Fläschchen und massierte die Stelle ein. „Haytham wir brauchen etwas, worauf er herumkauen kann, ohne dass er es verschlucken kann nachts. Das lindert auch die Schmerzen...“ ich sah mich suchend um und auch Haytham suchte nach etwas kaubarem. Doch mein Sohn war schneller und griff sich einfach die Kette mit dem leicht ovalen Anhänger, welche ich aus dem Schmuckbestand von Tessa gerne trug. Also schön, ich überließ sie ihm, machte sie aber so fest, dass er nichts verschlucken konnte und legte den kleinen Mann wieder hin. Eine Weile hörten wir schmatzende und vor sich hin gurgelnde Laute, bis es dann auf einmal leise wurde. Mit offenem Mund und dem Anhänger neben sich, schlief unser Sohn friedlich. „Dein Ebenbild, Haytham.“ kam es flüsternd von mir und mir liefen, wie sollte es anders sein, die Tränen über die Wangen.

Als ich dann endlich neben Haytham im Bett lag, entspannte ich mich und seine Umarmung war eine Wohltat. „Ich liebe dich!“ nuschelte ich vor mich hin und bekam einen langen Kuss in meinen Nacken zur Bestätigung.
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