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Italienische Liebe kann gefährlich sein

von Filou
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Gen
Franco Fabiano OC (Own Character) Oliver Dreier Phil Funke
15.11.2020
31.01.2021
23
38.488
7
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31.01.2021 1.903
 
Chiara war auf dem Weg zum Patientenzimmer, wo ihr Vater war. Sie klopfte zweimal an und wartet bis eine schwaches ‚Herein‘ erklang. Eilig durchquerte sie den Raum, bis sie am Bett ihres Papas ankam. Der hatte einen Verband um den Kopf und eine Infusion, die vermutlich Schmerzmittel enthielt.
„Hey Kleine“, murmelte Franco müde, während er sich von Chiara umarmen ließ. „Ich hatte solche Angst euch beide zu verlieren“, schluchzte sie, während sie sich neben ihn aufs Bett gelegt und an ihn herangekuschelt hatte. Franco hatte einen Arm um sie gelegt und zog sie noch etwas näher zu sich. „Wie geht es Fabian und Linus? Allgemein deinen Kollegen?“, wollte der Italiener von seiner Tochter wissen. „Um Max und Kai steht es immer noch kritisch, Michi und Can sind jetzt auch wach, Fabian wird jetzt auf ein Zimmer gebracht und Linus ist noch im OP“, nuschelte sie in seine Schulter. „Wie geht es dir?“, wollte sie im Gegenzug wissen. „Wird schon wieder und meine Kollegen sagen sowieso, dass ich einen Dickschädel habe. Nur eine Gehirnerschütterung hat der Schlag gegeben“, lächelte Franco ihr also aufmunternd zu.
„Es tut mir leid, dass ich deine Kollegen da mitreingezogen habe“, entschuldigte er sich leise, als Chiara sich aufrichtete und ihn ernst ansah. „Erstens ist das Lorenzos Schuld, zweitens gibt dir niemand die Schuld und drittens hätte ich meinen Papa nicht kennengelernt, aber versprich mir bitte, dass du nie wieder deinen Tod vortäuschst und von einer Brücke springst“, machte die Jüngere ihm klar und sah ihn mit einem Blick an, der so viel bedeutete, wie: Ich dulde keine einzige Widerrede, egal was du zu deiner Verteidigung sagen willst. „Ich versuche es, versprochen“, lächelte Franco, als er auch schon gähnen musste.
„Ich glaube, du solltest noch etwas schlafen. Omar kommt dich irgendwann auch noch besuchen. Er redet noch mit Can. Die haben mittlerweile auf türkisch gewechselt“, grinste die Italienerin und umarmte ihren Vater nochmals zum Abschied.
„Geh du mal nach Fabian sehen. Er ist ein guter Mensch“, meinte Franco noch, als er auch schon wieder eingeschlafen war. „Mach ich“, flüsterte Chiara und gab ihrem Papa noch einen Kuss auf die Wange, bevor sie das Zimmer lautlos verließ.

Drei Tage waren verstrichen. Um Max und Kai stand es immer noch kritisch, aber es ging bei beiden langsam etwas bergauf. Linus lag nach der OP noch immer im künstlichen Koma und wurde strengstens überwacht. Die Kugel hatte seine Lunge getroffen und sein Zustand war halbwegs stabil, aber immer noch sehr kritisch.
Fabian war auch schon wieder wach und hatte sich eine deftige Standpauke von Chiara gefallen lassen müssen, doch dann hatte sie ihn einfach geküsst. Keiner von beiden wusste, dass Franco genau in diesem Moment am Türrahmen angelehnt stand und die beiden grinsend, aber auch etwas wehleidig beobachtete. Lautlos hatte er sich dann aber wieder vom Acker gemacht und den beiden ihre Ruhe gelassen.
Michael, Katja und Can ging es zunehmend besser. Wolf und Yildiz durften sogar das Krankenhaus verlassen. Trotzdem traf man sie oft bei ihren verletzten Kollegen an. Franco war auch entlassen worden. Nur noch ein Pflaster klebte auf seiner Stirn. Chiara hatte ihm einfach so gesagt: „Du kommst mit zu mir und keine Widerrede. Wir müssen aber nochmals darüber reden, dass du dich nicht einfach so bewusstlos schlagen lassen kannst, um dann auch noch entführt zu werden.“ So etwas ähnliches hatte sich auch Fabian anhören müssen.
Hilfesuchend hatte der Italiener sich nach Omar umgesehen, der ihm nur frech hinterhergewinkt hatte. Sie hatten abgemacht, dass Franco und er erst nach Köln fahren würden, wenn Fabianos Kopf etwas weniger pochte. Es war zwar nicht mehr schlimm, aber schnelles Aufstehen oder ruckartige Bewegungen ließen schwarze Flecken vor seinen Augen tanzen. Für seine Kollegen brauchte er einen klaren Kopf, damit er sich dem ganzen Ärger entgegenstellen könnte, den ihn noch erwarten würde. Die Duisburger hatten ihm nämlich auch noch versprochen nichts den Kölnern Polizisten oder Rettungsdienstlern zu sagen, denn das wollte Franco alleine und vor allem persönlich klären.
Zwei Tage später war es soweit, dass Franco, Chiara, Can und Bora sich auf den Weg nach Duisburg waren. Aksu und Yildiz waren dabei, damit sie nachher noch mit ihren Kölner Kollegen reden könnten, denn da wollte Fabiano auch noch vorbeigehen. Chiara wollte auf jeden Fall die Kollegen ihres Vaters kennenlernen.
So trafen sie sich vor der Wache mit Omar, der schon auf sie wartete. „Alle sind im Gruppenraum“, wandte er sich an Franco, der leer schluckte. „I-Ich... kann das nicht“, gestand er schließlich und bevor irgendjemand etwas tun konnte, hatte Chiara ihren Vater an den Schultern gepackt und sah diesen ernst an.
„Du getraust dich von so einer verdammten Brücke zu springen, aber mit deinen Kollegen zu reden nicht? Du hast dich für Fabians Freilassung eingesetzt, auch wenn es dein Leben gekostet hätte. Wenn Omar dich schon an die Wand geklatscht hat, dann kann es doch nicht noch schlimmer gehen“, fuhr sie ihn an, bis er schließlich lächelnd nickte. „Danke, das habe ich glaube ich gerade gebraucht“, grinste er schwach und umarmte seine Tochter kurz.
Omar ging der Gruppe voran und deutete ihnen an leise zu sein. Alvez betrat den Gemeinschaftsraum und rief ein fröhliches Hallo hinein. Von vielen bekam er dafür einen bösen Blick zugeworfen, während manche nur leise grüßten.
Omar setzte sich neben Oli, der von Phil wieder mitgenommen worden war, und deutete auf den Eingang. Dreier sah ihn aus traurigen und unschlüssigen Augen an, während seine Finger mit Francos Armband spielten, aber folgte dann seinem Wink und sah zum Eingang, genau wie alle anderen.
Franco atmete ein letztes Mal tief durch, bevor er mit gesenktem Kopf den Gruppenraum betrat. Er konnte aus dem Augenwinkel sehen, wie all seine Kollegen gemeinsam nach Luft schnappten. Oliver war der erste, der sich bewegte. Der Notarzt stand auf und trat auf seinen besten Freund zu. Vorsichtig, so als könnte er nicht glauben, dass der andere wirklich vor ihm stand, legte Oli seine Hand an Francos Wange, wodurch er dessen angespanntes Zittern spürte.
Ein lautes Knallen ließ alle anwesenden zusammenzucken, doch schon polterte Oli los. „Du verdammter Mistkerl! Wie konntest du uns das antun du mieser Idiot! Hast du sie noch alle. Du Italohengst hast ja nicht gefunden, dass du uns irgendetwas anvertrauen könntest oder mit uns hättest reden können! Wieso hast du nie etwas gesagt du Trottel! Wir hätten dir helfen können! Aber du hast uns, mir nur gezeigt, wie weit du uns vertraust du sturer Esel!“, schrie der Notarzt mit Tränen in den Augen, wurde jedoch zum Ende hin immer leiser. Tränen kullerten ihm über die Wangen, während er auf irgendeine Reaktion von Franco wartete. Dieser hatte nicht einmal zu seiner rotleuchtenden Wange gegriffen, nachdem Oli ihm eine geschellt hatte.
„I-Ich w-wollte... euch nicht in Gefahr wissen... e-es tut mir aber leid... dass ich... nicht mit euch geredet habe“, schniefte Franco leise, während einzelne Tränen über seine Wangen rannten. „I-Ich vertraue euch mehr... als allen anderen, aber... ihr kennt... meinen Dickschädel“, hauchte Fabiano und sah nun das erste Mal hoch und verzweifelt in die Augen seiner Kollegen.
Mit einem herzzerreißenden Aufschluchzen fiel Oli Franco um den Hals und drückte ihn so fest er konnte an sich heran, während er hemmungslos zu schluchzen anfing. Fabiano legte den Kopf auf Dreiers Schulter und ließ die Erdrückung über sich ergehen. „Wenn du noch einmal so etwas vorhast, dann sag es mir, denn dann mache ich es persönlich du Dummkopf“, raunte Oli seinem besten Freund ins Ohr, der leise lachte. „Versprochen“, hauchte Franco.
Nach und nach kamen alle dazu, so dass ein Gruppenknuddeln entstand, dem der Italiener einfach nicht mehr entrinnen konnte. Franco musste noch einige Schimpftiraden über sich ergehen lassen, bis er endlich zum Erklären kam. Er erzählte seinen Kollegen alles von Anfang an. „Und jetzt muss ich euch noch jemand vorstellen. Das sind Bora und Can von der Polizeiwache in Duisburg, wo auch Chiara arbeitet. Sie ist meine Tochter, von der ich euch erzählt habe“, gestand Franco schließlich und schon knallte es das zweite Mal. Nur war es dieses Mal Marion gewesen. „Hey! Wollt ihr das zur Gewohnheit machen, oder was?“, meckerte Franco sofort los, doch alle lachten nur. Die Duisburger wurden freundlich begrüßt.
„Ich glaube, das gehört dir du Dummkopf“, flüsterte Dreier einmal in Francos Ohr, während er ihm das Armband in die Hand drückte und dessen Finger darum schloss. „I-Ich... dachte, ich hätte es verloren im Wasser“, hauchte der Italiener glücklich, bevor er Oli umarmte.
„Sag mal Omar, seit wann weißt du, dass Franco noch lebt?“, wollte plötzlich Jacky mit hochgezogener Augenbraue wissen. „Nun ja... ähm... seit ich Can in Duisburg habe besuchen wollen“, gestand dieser schüchtern, als es gerade zweimal knallte. Jacky und Oli hatten Alvez eine gescheuert. „Du hast in deiner Nachricht nichts gesagt du mieser Verräter!“, warf Oli ihm vor, auch wenn es nicht allzu ernst gemeint war. „Ich habe versprochen nichts zu sagen, damit Franco nicht noch mehr in Gefahr gerät“, wehrte Omar sich, womit alle schließlich mehr oder weniger zufrieden waren. Der Türke grummelte etwas in seiner Landessprache, was Alexander Hetkamp, Bora Aksu und Can Yildiz zum Lachen brachte. Auf die fragenden Blicke der anderen gingen sie nicht ein, sondern fingen an munter miteinander zu plaudern.
„Ach Oli, Bora hat gesagt, dass Kölsch wie Rheinwasser schmeckt“, flüsterte Franco seinem besten Freund in einer ruhigen Minute zu. „Hat er nicht!“, rief Oli gespielt entsetzt und griff sich theatralisch an die Brust. Bora sah genau in diesem Moment zu ihnen und schien zu wissen, was sie besprochen hatten, denn er streckte ihnen frech die Zunge heraus.

Bei Max, Kai und Linus dauerte es lange bis sie aus dem künstlichen Koma erwachten. Der Genesungsweg würde noch länger werden, doch sie hatten die besten Kollegen der Welt an ihrer Seite, diese zu jeder Zeit unterstützten.
Linus hatte sich mit Bora ausgesprochen, nachdem dieser sich immer wieder entschuldigt hatte, wegen seiner Überreaktion, als Linus ihn gerettet hatte. Haje war wachgeworden und da er nur noch die Sauerstoffmaske aufhatte, hatte er dem anderen krächzend gesagt: „Jetzt... habe ich... genug... Entschuldigungen... für die... nächsten... Jahre... gehört.“
Fabian hatte sich auch wieder komplett von seiner Wunde erholt. Er und Chiara waren ein glückliches Pärchen. Gemeinsam hatten sie sich schon auf eine Suche für eine gemeinsame Wohnung oder ein kleines Häuschen gemacht.
Michi hatte sich auch komplett von seinen Verletzungen erholt, jedoch musste er noch eine Zeitlang die Sticheleien von Katja ertragen, weil einer ihn Hulk genannt hatte. Die beiden waren sowieso ein Fall für sich, wie Linus es so gerne zu sagen pflegte.
Auch von den Kölnern Polizisten hatte Franco sich ein Donnerwetter anhören müssen, doch er hatte es verdient, fand er. So ließ er es einfach stumm über sich ergehen. Was hätte er den schon anderes tun können, wenn die gute Heidi auf Hessisch Vollgas gab.
Chiara und Franco versuchten so gut es ging einen Teil der verpassten Vergangenheit nachzuholen. Sie hatten ein prima Verhältnis zueinander und besuchten sich auch oft. Die junge Italienerin war froh nun endlich ein Stück ihrer leiblichen Familie gefunden zu haben, denn Familie hielt zusammen, egal ob leiblich oder dienstlich.

***

Hey:D
Vielen, vielen Dank euch allen, dass ihr so toll mitgefiebert und fleißig gelegt habt:D Das hat mich wirklich total gefreut. Natürlich geht auch noch ein grosses Dankeschön an alle Reviewschreiber raus, ich habe es geliebt eure Theorien und Vermutungen zu lesen:D
Leider ist diese Geschichte nun zu Ende, aber neue sind in der Planung...
Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag
LG Noemie
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