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Italienische Liebe kann gefährlich sein

von Filou
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Gen
Franco Fabiano OC (Own Character) Oliver Dreier Phil Funke
15.11.2020
31.01.2021
23
38.488
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27.01.2021 1.572
 
Gemeinsam mit den Leuten vom SEK hatten Linus und seine Kollegen das Haus gestürmt. Das heißt einer von der Sondereinheit hat die Türe aufgerammt und sie sind mit gezogenen reingestürmt. Natürlich waren zuerst die Leute vom SEK reingegangen, bevor die Duisburger Kriminal- und Schutzpolizisten rein sind.
Mehrere Schüsse sind gefallen, nachdem sie die Männer mehrmals aufgefordert hatten ihre Waffen auf den Boden zu legen, diese aber die lieber die ersten Schüsse abgegeben hatten. Nur einen winzigen Moment später hatten ein paar von der Spezialeinheit den Schützen in die Arme geschossen, worauf diese ihre Waffen fallen ließen.
Manch einer hatte versucht sich durchzukämpfen, wobei ein Tisch und ein Stuhl kaputt ging, doch die Lage war schnell unter Kontrolle. Drei der Mafiatypen hatten leichte Schussverletzungen und schnell waren allen Handschellen angelegt worden. Von den Beamten des SEKs hatte ein Beamter ein Steckschuss in der Weste und ein zweiter hatte irgendeinen schweren Gegenstand auf den Helm bekommen, doch beiden ging es den Umständen entsprechend gut und waren aus dem Haus gebracht worden, genau wie die ersten Täter. Die Verletzten wurden kurz von den Sanitätern versorgt.
Aus dem Augenwinkel hatte Linus jedoch einen Schatten in den Keller huschen sehen. Er war sich sichergewesen, dass da jemand war, weshalb er Bora am Arm gepackt hatte und stumm auf die Treppe gedeutet hatte. Dieser hatte nur genickt und war ihm mit gezogener Waffe gefolgt. Sie waren gerade lautlos die Treppen hinuntergeeilt, als sie einen Mann schreien hörten.
„Ich lasse nicht zu, dass du überlebst! Das hast du nicht verdient“, brüllte die Person, als Linus auch schon losrannte, in einen Raum hineinstürzte und sich auf einen maskierten Mann warf, der seine Waffe auf Franco und Fabian angelegt hatte, die in einer Ecke kauerten. Im selben Augenblick erklang ein Schuss, während der Mann erschrocken aufschrie, als er weggerissen wurde.
Jedoch spürte Linus, wie ein Ruck durch ihn hindurchging, der alle Luft aus seinen Lungen hinauspresste, bevor unerträgliche Schmerzen in seiner Brust erwachten. Er hatte gespürt, wie der Schuss zuerst seine Weste durchdrungen hatte, bevor das Projektil in sein Fleisch eingedrungen war. Mit einem dumpfen Knall fiel der Polizist zu Boden und blieb regungslos liegen.
„Linus!“, hörte er Franco und Bora, wie von weit her schreien. Nur noch schemenhaft konnte er Fabiano erkennen, der noch immer bei Fabian saß, jedoch unschlüssig zwischen ihm und dem bewusstlosen Streifenbeamten hin und her sah.
„I-Ich... glaube w-wir... sind... quitt“, keuchte Haje fast lautlos, als er der herankriechenden Dunkelheit die Hand gab und sich von ihr mitziehen ließ. Alles war wie weggeblasen. Keine Schmerzen spürte er mehr. Linus schwebte schwerelos in der angenehmen Schwärze und ließ sich von ihr leiten.
Gestresst sah Franco zwischen Fabian und Linus hin und her, da er zum einen Kösters Wunde abdrücken musste, aber zum anderen, war einer seiner besten Freunde angeschossen worden und hustete Blut. Bora konnte auch nicht helfen, da er Lorenzo festgesetzt hatte und ihm die Handschellen anlegen musste.
Mehrere Leute polterten die Treppe hinunter und zum Glück waren es zwei Rettungsteams, Chiara, Omar, Hans und Norbert. Fröndenberger half Bora Lorenzo wegzubringen, als Chiara wie erstarrt stehen blieb und zuerst zu Linus sah, der von einem Rettungsteam schon versorgt wurde und dann zu ihrem Vater und Fabian.
Schluchzend rannte sie zu Franco, der etwas weggerutscht war, damit das zweite Rettungsteam sich um Köster kümmern konnte. Sie fiel ihrem Vater weinend um den Hals und krallte sich an ihm fest. Dieser fand keine Worte für seine Tochter, so strich er ihr nur sanft über den Rücken und hielt sie fest.
Fabian und Linus waren schon bald auf Tragen aus dem Haus gebracht worden. Köster erhielt Sauerstoff über eine Maske, doch bei Linus hatte der Notarzt intubieren müssen. Zum ersten Mal in seinem Leben hasste Franco dieses Fachchinesisch, dass er wegen seiner Ausbildung verstand. Lieber wäre er jetzt unwissend über den Zustand seines Kumpels gewesen und hätte sich vom Notarzt mit irgendetwas wie ‚Wir tun unser Bestes, jedoch müssen Sie sich gedulden‘ vertrösten lassen wollen. Aber er bekam mit wie schlecht es um seinen Kumpel stand. Franco versuchte die Stimmen seiner Duisburger Kollegen auszublenden, doch er schaffte es einfach nicht.
„Chiara? Komm lass uns mit deinem Vater hochgehen. Dort sollte bald ein noch ein weiterer Rettungswagen eintreffen“, sprach Norbert der jungen Italienerin zu, die sich nur recht wiederwillig von ihrem Vater löste, nur um sich an Meinert zu krallen, der sanft auf sie einsprach und rausführte, nachdem er Omar bittend angesehen hatte und mit dem Kopf zu Franco genickt hatte.
„So viel zu komm heil wieder“, seufzte Omar traurig lächelnd. „Kommst du hoch?“, wollte Alvez von seinem Kumpel wissen, der zaghaft nickte. Langsam stand Franco auf, konnte jedoch das beträchtliche Schwanken nicht verbannen, weshalb Omar sich Fabianos rechten Arm um die Schultern legte, damit er den anderen stützen konnte.
Musternd betrachtete Omar die Kopfplatzwunde von Franco und verzog mitleidig das Gesicht. Alvez spürte, wie der Italiener sich haltsuchend an ihn lehnte. „Lass und hochgehen“, murmelte er leise und führt seinen Kumpel gemächlich die Treppen hoch und raus ins Freie.
„Alle weg! Und schocken!“, hörten sie die Stimme des Notarztes, der Linus behandelte. „Bitte nicht!“, hauchte Franco entsetzt und wäre an Ort und Stelle zu Boden gesackt, wenn Omar nicht gewesen wäre, der ihn vorsichtig hinsetzte und dann in eine Umarmung zog.
Der Rettungswagen mit Fabian war schon losgefahren, denn die Werte waren gerade noch so annehmbar, aber die Rettungsleute hatten kein Risiko eingehen wollen. So waren sie schnell mit Blaulicht und Martinshorn abgedüst.
Franco krallte sich die ganze Zeit an Omar und zuckte immer zusammen, wenn er ein weiteres Mal hörte, dass Linus geschockt wurde. Erst als aus dem langgezogenen Ton ein schwaches Piepen wurde, beruhigte sich Fabiano wieder etwas. Traurig blickte er dem kurz darauf davonfahrenden Rettungswagen nach.
Omar winkte einen Sanitäter und eine Sanitäterin zu sich, die hinzugerufen worden sind. Leise erklärte er ihnen die Lage und erzählte, dass Franco etwas an den Kopf bekommen hat, aber vor allem total aufgewühlt war. Die beiden zeigten vollstes Verständnis und gingen sehr behutsam mit Franco vor, der sich von Omar zum Rettungswagen und auf die Trage helfen ließ.
Alvez blieb die ganze Zeit bei seinem Kumpel, damit dieser jemand Vertrautes in seiner Nähe hatte, denn wenn er alles richtig mitbekommen hatte, dann war Chiara mit Fabian mitgefahren. Die Sanitäterin säuberte gerade Francos Kopfplatzwunde, doch dieser schien das nicht wirklich mitzubekommen. Er starrte nur die Decke an und bewegte sich kaum etwas. Auch als der Sanitäter ein Verband um seinen Kopf machte, zeigte der Italiener keine Regung.
Irgendwann sah noch kurz ein Notarzt vorbei, der Franco etwas gegen die Kopfschmerzen gab, aber verschwand bald schon wieder, da er noch bei einem Verletzten vom SEK vorbeischauen musste, den es ausgeknockt hatte. Omar hatte mit den beiden Duisburgern Kollegen abmachen können, dass er vorne mitfahren durfte.
Die Fahrt ins Krankenhaus dauert nicht lange. Omar setzte sich im Notaufnahmebereich neben Chiara auf einen der Plastikstühle, die so unbequem waren. „Fabian und Linus sind im OP“, flüsterte sie leise. „Bei Franco müssen sie noch ein CT machen. Er wird auf jeden Fall eine Nacht hierbleiben“, meinte er leise zur Italienerin die schwach nickte.
„Wollen wir noch deine Kollegen besuchen gehen? Dann kann ich gleich auch mal bei Can vorbeischauen, denn bis alle auf Zimmer gebracht worden sind, kann es noch etwas dauern“, schlug Omar lächelnd vor. Chiara nickte und zusammen machten sie sich auf den Weg zu Katja, Can und Michi, der inzwischen wieder aus der OP zurückgekommen war und diese auch gut überstanden hatte.
Chiara klopfte an und wartete Katjas auf ‚Herein‘, doch stattdessen sagte eine andere Stimme dies. „Can?“, fragte die Italienerin den verdutzten Omar, der jedoch nur genauso verwirrt, aber auch erfreut dreinsah. Sie hatten noch gar nicht mitbekommen, dass Can wieder wach war.
Schulterzuckend drückte Chiara die Klinke herunter und betrat das Patientenzimmer, gefolgt von Omar. Chiara stürmte schnell zu Katja und umarmte sie stürmisch, bevor sie das gleiche noch mit Can machte. Bei Michi setzte sie sich für einen Moment auf die Bettkante, als sie auch schon ihn vorsichtig umarmte. Smolik hatte immer noch eine Sauerstoffmaske auf und die Nase war fixiert worden, damit der Bruch heilen konnte. Um den Kopf war dem Blonden ein Verband gemacht worden.
„Omar?“, fragte Can verwirrt, aber lächelnd. „Ja. Ich habe mir ganz schön Sorgen gemacht Kumpel“, warf Alvez dem anderen gespielt beleidigt vor. „Entschuldige. Das nächste Mal schreibe ich dir, wenn ich verprügelt worden bin und noch schlafe“, grinste Yildiz nur. Omar unterstand sich seinem Kumpel in die Schulter zu boxen, stattdessen umarmte er ihn.
„Was ist jetzt alles passiert? Ist Fabian frei?“, wollte Katja wissen, die nicht mehr länger mit diesen Fragen hatte warten können. Chiara schniefte leise und setzte sich neben Wolf aufs Bett, die sich etwas aufgerichtet hatte und die Jüngere umarmte.
Seufzend begann Omar zu erzählen, was alles geschehen war und auch, dass Fabian und Linus nun beide operiert wurden. „Aber alle sind raus und werden versorgt. Lorenzo ist von euren Kollegen festgenommen worden“, beendete Alvez seine Erzählung. Für einen Moment blieb es still im Zimmer, bis ein leises Krächzen ertönte.
„F-Fabian... und L-Linus... schaffen das“, ertönte es heiser aus dem dritten Bett, wo Michael Smolik lag. „Oh Michi!“, rief Chiara aus, ließ Katja los und rannte zum Blonden Kollegen rüber. Vorsichtig umarmte sie ihn nochmals, während Omar den Schwesternknopf drückte. „Schön dich wieder wach zu sehen Kumpel“, grinste Can und Katja nickte beipflichtend. „K-Kann ich... nur... erwidern“, murmelte Smolik schwach grinsend.
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