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Italienische Liebe kann gefährlich sein

GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Gen
Franco Fabiano OC (Own Character) Oliver Dreier Phil Funke
15.11.2020
31.01.2021
23
38.488
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17.01.2021 1.600
 
Chiara und Omar hatte alles schon über Funk mitgehört gehabt, weshalb es keiner Erklärung mehr bedurfte, als zuerst Hans mit einem extrem wütenden Bora, der sogleich wieder verschwand, als Linus und Norbert eintraten. Sie hatten zuvor noch die Fahndung nach den beiden Wagen rausgegeben.
Hans hatte sich neben Chiara auf die Couch gesetzt und zog die Jüngere in eine tröstende Umarmung. „Wieso immer die Menschen, die mir etwas bedeuten“, schluchzte sie in Fröndenbergers Pullover. „Ich weiß es nicht“, murmelte dieser nur, während er der Italienerin beruhigend über den Rücken strich.
Linus stand wie ein geprügelter Hund am Fenster und sah raus. „Du hast so gehandelt, wie du es für richtig empfunden hast. Nimm dir Boras Worte nicht so fest zu Herzen. Er hat nur noch nicht kapiert, dass du ihm das Leben gerettet hast“, versuchte Norbert ihm gut zu zureden, doch Haje legte den Kopf an die Scheibe und seufzte tief.

Bora hatte sich in den Putzraum im Keller verkrümelt, die Türe abgeschlossen und wollte einfach niemanden mehr sehen. Mit angewinkelten Beinen saß er auf dem Boden zwischen Besen und Eimern. Hierhin war er schon oft verschwunden, wenn er Zeit für sich gebraucht hatte und bisher kannte auch niemand sein Versteck, worüber er ziemlich froh war. So konnte er sich sammeln nach schwierigen Einsätzen, damit er seine Professionalität wiedergewann. Natürlich redete er nach schlimmen Einsätzen mit seinen Kollegen oder einem Psychologen, aber manchmal musste er zuerst auch einfach mal seine Gedanken sortieren und alles in Revue passieren lassen, um es richtig zu verstehen.
Bora wusste, dass Linus es nur gut gemeint hatte, als er ihn vor der Granate gewarnt hatte, jedoch war er so kurz davor gewesen die Flüchtenden aufzuhalten. Hätte er doch nur schneller geschossen, dann hätte Linus ihn auch nicht gestört. Wenn Franco oder Fabian irgendetwas zustieß, dann würde er sich noch mehr Gedanken machen, weil er nicht schneller geschossen hatte.

„Can?“, fragte Katja und richtete sich etwas auf, als sie leises Murren gehört hatte. Michael war noch nicht zurück aufs Zimmer gebracht worden, da sie ihn nochmals unters Messer gelegt hatten. „Mhhh, lass misch schlafen“, nuschelte Yildiz nur zurück, was die Braunhaarige zum Grinsen brachte.
„Wir haben einen Einsatz“, meinte sie abwartend und tatsächlich wirkte es. Can öffnete die Augen, wenn auch zu schnell, denn verwirrt blinzelte er gegen das Licht der Lampen an.
„Was’n passiert?“, wollte er wissen, während er sich ächzend auf die Seite und zu Katja drehte. Can runzelte die Stirn, als er zu verstehen begann, dass das eindeutig nicht die Wache war. „Krankenhaus?“, wollte er wissen, worauf Katja nickte. „Wir sind überfallen worden“, meinte sie, während sie den Schwesternknopf gedrückt hatte, damit die wussten, dass Can wach war. „Ach ja, da war was...“, murmelte Yildiz. „Michi haben sie wieder in die OP gebracht. Die Milz ist wieder aufgerissen, aber die Ärzte sind zuversichtlich. Chiara geht es gut, aber diese Mistkerle haben Fabian erwischt. Unsere Kollegen sind gerade dabei sie in eine Falle zu locken, aber ich weiß immer noch nicht, ob es funktioniert hat“, seufzte sie leise, während Can die Augen aufriss. „Fabian ist also entführt worden? Verdammt“, murrte er und drehte sich mit einem weiteren Ächzen wieder auf den Rücken.
„Wie fühlst du dich?“, wollte Katja besorgt wissen, als er mit schmerzverzerrtem Gesicht den Verband an seinem Kopf berührte. „Als hätte Michael mich als Boxsack benutzt“, jammerte der Türke. „Ich wusste gar nicht, was einem alles wehtun kann“, legte er gleich noch obendrauf, was Katja leicht zum kichern brachte.
„Wie hast du den Teaser gefunden?“, wollte Katja wissen. „Der hat gefitzt“, grinste Can nur breit, bevor sie jedoch wieder ernst wurden, als ein Pfleger eintrat. „Sie haben gekli... ah guten Tag Herr Yildiz, schön Sie wieder wach zu sehen“, lächelte dieser. „Schlafen kann ich noch im Grab. Wie viele Tage habe ich denn meinen Schönheitsschlaf gehalten?“ – „Ach nur zwei Tage“, bekam Can vom Pfleger als Antwort, bevor er einen Arzt holte, der sich noch Yildiz‘ Werte ansahen, da sie ihn ans EKG angeschlossen hatten wegen dem Stromschlag, doch dies nahmen sie nun ab. Der Arzt war auch schon sehr zufrieden mit Cans Zustand und meinte, dass er und Katja in den nächsten Tagen auf die Normalstation wechseln könnten.
„Gibt es etwas Neues von unserem Kollegen?“, wollte Katja natürlich noch wissen. „Ja, die Milz ist tatsächlich wieder etwas aufgerissen, aber der Riss ist erfolgreich geschlossen worden und ihr Kollege sollte bald wieder aufs Zimmer gebracht werden“, lächelte der Arzt, bevor er sich von beiden verabschiedete.
„Oh verdammt“, brummte Can keine fünf Minuten später. „Was ist?“, wollte Katja natürlich wissen. „Ach, eigentlich hätte ich mich doch gestern mit einem Kumpel treffen müssen“, meinte er zerknirscht. „Der wird das verstehen, wenn du ihm erklärst, was passiert ist“, beruhigte Wolf ihn. „Ich weiß nicht. Der klatscht mich wohl lieber an die Wand, weil ich nicht auf mich aufgepasst habe, er Sanitäter ist und weil er ein Kollege von Franco ist, ich ihm aber nichts gesagt habe, dass ich ihn gesehen habe“, meinte Can frustriert.

Franco hatte nochmals etwas geschlafen und fühlte sich schon besser, als er das nächste Mal wach wurde. „Wie geht es dir?“, wollte Fabian von ihm wissen. „Besser“, gähnte der Italiener, nachdem er sich langsam aufgesetzt hatte. Endlich suchten ihn nicht andauernd Schwindelgefühle ein. Nur fühlte er sich immer noch ziemlich schwach und ausgelaugt, während sein Kopf stetig pochte.
„Wie geht es dir?“, stellte Fabiano eine Gegenfrage. „Okay“, meinte Köster nur, doch Franco war auf seine aufgerissene Wunde am Oberarm aufmerksam geworden. „Das muss man nochmals nähen. Ist das von da, wo du Chiara gerettet hast?“, wollte Franco wissen, während er vorsichtig die Haut um die Wunde herum abtastete. „Ja, da ist so ein Typ mit dem Messer auf sie losgegangen“, erzählte der Polizist ihm mit einem Seufzen, jedoch bemerkte Franco das selige Grinsen, was dem jungen Mann ins Gesicht schlich.
„Du magst sie“, meinte er also lächelnd, woraufhin der andere nur noch einmal seufzte. „Mehr als das. Vom ersten Augenblick an, als ich sie gesehen habe, ist es um mich geschehen. Sie ist einfach unbeschreiblich. Sie musste ohne Familie aufwachsen, aber trotzdem hat sie sich zur Polizistin durchgeboxt“, grinste der andere verträumt.
„Dann pass gut auf meine Tochter auf, denn sie mag dich auch so sehr. Chiara ist eine wunderbare junge Frau und ich will jemanden an ihrer Seite wissen, der ihr nicht auch nur ein Haar krümmt. Sonst könnte es gut sein, dass wir uns irgendwann mal seeeeeeeehr ernst unterhalten werden“, meinte Franco bitterernst, während er sich nochmals prüfend Fabians Wunde besah.
„Momentmal, du bist Chiaras Vater?!“, rief Köster entsetzt und sah den Italiener zuerst verwundert und dann wütend an. „Du willst mir jetzt also sagen, dass ich ihr nicht ein Haar krümmen darf, aber du selbst hast dich zwanzig Jahre lang nicht um sie gekümmert. Chiara ist ohne Familie aufgewachsen! Sie ist nie adoptiert worden, sondern musste sich alleine durchschlagen. Bei uns auf der Wache hat sie eine Familie gefunden, die sie zuvor nie gehabt hatte!“, schnauzte Köster wütend zurück, denn wenn es um Chiaras Wohl ging, dann verstand er überhaupt keinen Spaß.
„Ich habe nie gewusst, dass es Chiara gibt“, verteidigte Franco sich aufgebracht, fasste sich jedoch an den Kopf, da dieser wieder fester anfing zu pochen. „Sie sieht aus wie ihre Mutter, als sie noch jünger war, deshalb habe ich sie erkannt und auch wegen der Kleeblattkette, von der ich die genau gleiche habe.“
„Nichts von ihr gewusst, na klar“, grummelte Köster missmutig. „Es stimmt aber. Zwei deiner Kollegen hatten doch einen Unfall und da war ein Zettel dabei, wo Lorenzo mir gedroht hat, dass er meiner Tochter etwas antun würde, aber da wusste ich noch gar nichts von Chiara. Ich bin ja danach auch auf eurer Wache gewesen, aber da waren Chiara und einer, der glaube ich Can hieß, auf einem Einsatz, weshalb ich sie nicht gesehen habe. Erst nachdem ihr überfallen worden seid und sie sich in ein paar Rohren versteckt hat, da hat sie Linus angerufen und ich bin mit ihm hingefahren. Du musst mir glauben, dass ich sie erst da das erste Mal in meinem Leben gesehen habe. Da verstand ich auch erst, was Lorenzo gemeint hatte in seiner Drohung“, versuchte Franco zu erklären.
„Was weißt du von meinen Kollegen? Geht es ihnen gut? Wie geht es Chiara?“, fragte Köster sogleich aufgeregt, da der Italiener mehr zu wissen schien. „Chiara geht es gut, sie ist zwar etwas mit dem Fuß umgeknickt, aber das ist weiter nicht schlimm. Katja ist schon wieder wach, Can hat noch geschlafen, wenn ich alles richtig mitbekommen habe und Michael musste nochmals operiert werden, weil die Milz wieder aufgerissen ist, aber alle werden wieder haben die Ärzte gesagt“, berichtete Franco, was Fabian zumindest etwas beruhigte.
„Tut mir leid, dass ich vorhin nicht so nett zu dir gewesen bin wegen Chiara, aber ich habe sie erst vor zwei Tagen kennengelernt. Du kennst sie schon viel länger als ich und auch dich kenne ich erst seit jetzt, aber ihr beide gehört zusammen. Chiaras Augen haben immer angefangen zu leuchten, wenn sie von dir gesprochen hat, von dem her musst du der Richtige für sie sein“, gestand der Italiener ihm.
„Danke, ich konnte ihr leider noch nicht sagen, was ich für sie fühle, aber nur ihr gehört mein Herz und niemandem sonst. Ich werde sie immer beschützen, wenn es von Nöten ist“, versprach Köster mit fester Stimme.
Die beiden konnten nicht weiterreden, da sich ein Schlüssel im Schloss drehte und nur kurz darauf die Tür unsanft aufgestoßen wurde. „Ich habe dir gesagt, keine Polizei! Fabiano!“, knurrte einer der maskierten Männer, die gerade eintraten, während dieser eine Waffe auf Fabian gerichtet hielt.
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