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Italienische Liebe kann gefährlich sein

von Filou
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Gen
Franco Fabiano OC (Own Character) Oliver Dreier Phil Funke
15.11.2020
31.01.2021
23
38.488
7
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13.01.2021 1.574
 
Fabian spürte wieder das Ruckeln und hörte Motorengeräusche, während er immer wieder hin und her geschleudert wurde. Jedes Mal, wenn er mit dem Arm aufkam, wo die Schnittwunde war, zischte oder schrie er schmerzverzerrt ins Klebeband. Ab und an wurde Köster gegen jemanden geschleudert, der sich nicht bewegte und auch keine Geräusche von sich gab, jedoch konnte der Polizist ihn nicht sehen, da er noch immer den Stoffsack über dem Kopf hatte.
Endlich hielt das Auto irgendwann an. Fabian hörte Autotüren zu knallen, als jemand die Hecktüren öffnete. Unsanft wurde der Schwarzhaarige gepackt und hinausgezogen. Mehrmals schrie er wieder ins Klebeband hinein, als sich Finger um seine Arme krallten. Seine Füße schliffen über den Boden, als man ihn auch schon eine Treppe hinunterzog. Ein Schlüssel war irgendwo zu hören, dann das Öffnen einer Türe und schon wurde Fabian noch etwas weitergeschliffen, bevor man ihn unsanft auf den Boden fallen ließ. Da er immer noch gefesselt war konnte er sich natürlich nicht abfangen, weshalb er auch unsanft mit dem Kopf aufkam.
Ein dumpfer Aufprall ertönte noch im Raum, dann wurde die Türe mit einem lauten Knall geschlossen und mit einem Schlüssel verriegelt. Seufzend zog Köster an seinen Fesseln, doch die Seile um seine Arme und Beine saßen bombenfest. Der Sack über seinem Kopf schaffte er nach einer Zeit durch Schütteln seines Kopfes loszuwerden, so dass er nun wieder seine Umgebung erkennen konnte. Murrend stellte der Polizist fest, dass er wieder im Raum war, wo er vorher schon gefangen gehalten worden war.
Fabian schaffte es nach einigem Probieren sich aufzusetzen, damit er sich besser umschauen konnte, denn dieser dumpfe Aufprall ließ ihn einfach nicht los. Schnell hatte er die Ursache gefunden, denn im Raum lag ein Mann, der eine blutende Wunde an der Stirn hatte. Das war doch der, der in Köln von der Brücke gesprungen war und von dem Katja und Michi ihnen erzählt hatten, als sie in der Bar gewesen waren. Köster hatte mal ein Vermisstenfoto gesehen, weshalb er ihn wiedererkannte. Besorgt grummelte er ins Klebeband hinein, während er Franco, wie er sich entsinnen konnte, beobachtete, der etwa einen Meter von ihm entfernt am Boden auf der Seite lag.

Franco hörte wie von weit her ein gedämpftes Grummeln, was ihn dazu bewegte vorsichtig die Augen zu öffnen. Ziemlich desorientiert sah er sich in dem Raum um, bis sein Blick auf eine gefesselte und geknebelte Person fiel, die knapp einen Meter von ihm entfernt auf dem Boden saß und ihn besorgt musterte.
Fabiano stützte sich mit den Armen ab und wollte sich hinsetzten, damit er den anderen befreien konnte, doch eine Schmerzenswelle fuhr durch seinen Kopf, worauf er für einen Moment innehalten musste und die Augen schloss. Als er sich nun etwas langsamer hingesetzt hatte, tastete er mit seiner Hand seine schmerzende Stirn ab, die durchgehend pochte, als würde jemand mit einem Vorschlagshammer dagegen schlagen. Seine Stirn war feucht und als der Italiener seine Finger im schwachen Licht der Lampe begutachtete sah er auch warum. Blut. Irgendwie wusste er aber nicht mehr, woher er die Wunde hatte. Was er noch wusste, war dass er auf einem Parkplatz gestanden hatte und versucht hatte sich gegen Fabian auszutauschen.
Mühsam kroch Franco schließlich zu Fabian, wie er jetzt erkannt hatte, da sich seine Sicht nicht mehr andauernd drehte. „Achtung... kann gleich... etwas wehtun“, brachte der Italiener nur mühsam über die Lippen, bevor er vorsichtig das Klebeband zu lösen begann.
„Danke“, meinte der andere erleichtert, als es endlich weg von seinem Mund war. Als nächstes streckte Köster ihm seine hinter dem Rücken gefesselten Hände hin. Mit einigen Pausen, weil vor seinen Augen manchmal wieder alles verschwommen wurde, hatte Fabiano es irgendwann mal geschafft den Knoten zu lösen und das Seil abzuwickeln.
„Die Beine schaff ich alleine. Ich bin übrigens Fabian“, meinte Fabian zu Franco, da er schnell gemerkt hatte, dass diesem schwindlig war. Aber, dass was noch schneller auffiel, war die blasse Hautfarbe des anderen, trotz seiner italienischen Wurzeln.
„Franco“, nuschelte der andere nur, als er auch schon wieder bedrohlich anfing zu schwanken. Köster hatte das Seil an seinen Beinen schnell gelöst, weshalb er sich neben Franco setzte und ihn etwas stützte. „Leg dich hin. Du scheinst da ganz schön was abbekommen zu haben“, schlug der Polizist vor, worauf der Italiener nur schwach nickte, bevor er wieder das Gesicht verzog.
Fabian half Franco noch sich auf den Rücken zu legen, wo der Italiener seine Augen schloss und durch fest zusammengebissene Zähne atmete. Köster selbst sah sich seinen Arm an, wo man Blut und die zerrissenen Fäden sehen konnte. Seufzend langte der Schwarzhaarige nach dem Handgelenk des anderen und tastete nach dessen Puls, der ziemlich langsam unterwegs war.

Bora spürte, wie jemand an ihm rüttelte, worauf er sich etwas schwerfällig auf den Rücken drehte. Er konnte sehen, wie Hans auf ihn einredete, doch er hörte nichts, nur dieses penetrante Klingeln war in seinen Ohren. Mit seiner rechten Hand deutete er zuerst auf sein Ohr, dann schüttelte er den Kopf, um seinem Kollegen zu verstehen zu geben, dass er ihn nicht hören konnte.
Dieser schien verstanden zu haben, denn er formte nun langsam mit den Lippen die Worte, so dass der Türke an den Lippen die Frage ablesen konnte. „Alles in Ordnung?“, wurde er gefragt, worauf er kurz an sich herabsah. Die Hose war an seinem rechten Knie aufgerissen und die Haut hatte er sich etwas aufgeschürft, aber ansonsten waren tatsächlich nur kleine Schnitt und Schürfwunden zu sehen, weshalb er seinem Kollegen zunickte.
„Was ist mit Fabian und Franco?“, wollte er wissen und sprach wohl etwas zu laut, denn Hans verzog ein bisschen das Gesicht. Fröndenberger kaute etwas auf seiner Unterlippe herum, bevor er einen Schreibblock und einen Stift hervorkramte.

Mafiatypen sind mit ihnen geflohen. Mehrere Streifenwagen haben die Verfolgung aufgenommen. Keine Neuigkeiten bis jetzt.

Wütend und vor allem auch besorgt knurrte der Türke auf und suchte nach einer ganz bestimmten Person, die er auch fand. Linus saß zwei Meter weiter hinten und las etwas gerade von Norberts Schreibblock ab, bevor sein Blick zu Bora glitt. Er sah genau, was dieser von seiner Aktion hielt. Hätte er ihn nicht abgelenkt, dann hätte Aksu geschossen, aber Linus hatte doch gesehen, wie einer eine Granate unters Auto geworfen hatte, hinter dem Bora Deckung gesucht hatte.
Der Türke wäre am liebsten zu Linus rübergegangen und hätte ihn gerne einmal kräftig durchgeschüttelt, doch als er Anstalten machte aufzustehen, hatte Hans ihn bestimmt wieder zurück auf den Boden gedrückt und warnend angesehen. Bora hatte eine Reklamation wieder runtergeschluckt, denn ein Feuerwehrauto und zwei RTWs fuhren auf den Parkplatz. Die Feuerwehrleute begannen schnell das brennende Auto zu löschen, was Bora erst jetzt auffiel. Doch als er an die Explosion dachte, da wurde ihm schnell klar, dass das Auto genau deswegen brannte. Zwei Sanitäter kamen auf ihn zu, worauf Bora Hans mit hochgezogener Augenbraue ansah, doch dieser deutete auf seine Ohren und auf sein Knie, worauf er schließlich nachgab.
Nach viel Lippenlesen waren Bora und Linus beide versorgt worden. Bei beiden Kripobeamten wurden die Schnitt- und Schürfwunden desinfiziert und mit etlichen Pflastern abgedeckt. Aksus Knie bekam ein großes Pflaster ab, aber ansonsten war es ja nichts Schlimmes, nur etwas aufgeschürft.
„Kannst du immer noch nichts hören?“, formte der eine Sanitäter mit seinen Lippen, doch Bora hörte es leise und etwas gedämpft. „Doch, das jetzt hab ich leise und gedämpft gehört“, antwortete der Türke also, worauf der andere erfreut nickte. „Dann müssen wir dich nicht mitnehmen, aber wenn du wieder schlechter hören solltest oder es sich nicht verbessert, dann lass dich bitte von einem Arzt untersuchen“, bat der Sani ihn noch, worauf er brav nickte. Bora war froh, dass das Klingeln endlich verschwand, denn es hatte ganz schön genervt.
Auch Linus wurde nicht mitgenommen, da sich bei ihm auch langsam das Klingeln gelegt hatte und er wieder etwas hören konnte. „Shit, das darf doch nicht wahr sein“, fluchte Norbert plötzlich los. Der hatte sich mit dem Funkgerät etwas von ihnen entfernt und kam nun mit einem Ich-habe-schlechte-Neuigkeiten-Gesicht zurück. „Was ist los?“, wollten Linus und Bora gleichzeitig wissen. „Die Mafiatypen sind entkommen“, nuschelte er schließlich, jedoch hörten Haje und Aksu schon wieder genügend gut, damit sie das hören konnten.
„Verdammt, wie sollen wir das nur Chiara erzählen?“, murmelte Linus und fuhr sich durch die Haare. „Das kannst du machen. Hättest du mich nicht beim Schießen gestört, dann hätte ich das Rad getroffen. Ich bin schon mit dem Finger beim Druckpunkt gewesen und du hast gefunden, dass du mich ablenken musst. Hast du sie eigentlich noch alle?! Ich hätte wer weiß wohin schießen können und dann wären vielleicht Unschuldige getroffen worden. Weißt du wie bescheuert deine Aktion eigentlich gewesen ist?“, schnauzte Bora dann auch schon los. Er hatte Linus am Kragen seiner Jacke gepackt, während er vor Wut zitternd Haje angeschrien hatte.
„Ich habe dich vor dieser Explosion gerettet, aber mach doch was du willst, dann muss ich dir das nächste Mal nicht mehr den Hintern retten, wenn du nur herummeckern kannst“, knurrte Linus zurück und riss sich mit einem Ruck los. „Dann wären jetzt Franco und Fabian noch hier und Chiara nicht alleine“, schrie Bora ihn an, als Hans ihn etwas unsanft weg und zu einem der beiden Autos zog. Es war wohl das Beste, wenn die beiden separat fahren würden. Norbert hatte ihn stumm verstanden und zog Linus mit sich zum anderen Auto. Die Feuerwehr und Sanitäter waren wieder abgerückt und nur noch die qualmenden Überreste des Autos waren auf dem Parkplatz zu sehen.
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