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Italienische Liebe kann gefährlich sein

von Filou
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Gen
Franco Fabiano OC (Own Character) Oliver Dreier Phil Funke
15.11.2020
31.01.2021
23
38.488
7
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10.01.2021 1.531
 
„M-Michi... Can... Chiara... F-Fabian“, nuschelte Katja verwirrt. Sie lag auf etwas Weichem und eine wohlige Wärme umfing sie, doch trotzdem taten ihr Bauch und der Kopf noch ziemlich fest weh. Da war doch etwas gewesen. Eine Bar, genau, sie war mit ihren Kollegen noch etwas trinken gegangen nach der Schicht und hatten den beiden Nesthäkchen oder wohl eher Turteltäubchen von Max‘ und Kais Unfall erzählt. Von denen hatten sie ja auch noch keine Meldung erhalten, wie es ihnen ginge, da beide noch in der OP gewesen waren, aber wusste schon wie viel Zeit verstrichen war, seit sie in der Bar gewesen war. Sie wusste zwar, dass sie auf keinen Fall dort war, aber trotzdem konnte sich die Polizistin keinen Reim darauf machen, wieso sie auf etwas Weichem lag. Irgendwann fiel ihr der penetrante Geruch nach Desinfektionsmittel auf, der sie die Nase rümpfen ließ. Es roch eindeutig nach Krankenhaus, stellte sie fest.
Nach vielen Versuchen gelang es Katja endlich die Augen zu öffnen, jedoch musste sie sich erst an das helle Licht gewöhnen, dass sie blendete. Vorsichtig bewegte sie ihre Arme und Beine. Die Braunhaarige hörte eine Türe aufgehen und sah schemenhaft jemand an ihr Bett treten.
„Frau Wolf? Können sie mich hören?“, fragte eine weibliche Stimme. „Ja, glaube schon“, murmelte Katja und konzentrierte sich darauf ihren Blick zu verschärfen, bis sie endlich die zierliche schwarzhaarige Krankenschwester vor sich erkennen konnte.
„Haben Sie noch Schmerzen?“, wurde sie nun gefragt. „Bauch und Kopf“, nuschelte Katja, während sie ihren Kopf wandte, damit sie sich im Zimmer umsehen konnte. Rechts neben ihr lag Can in einem weiteren Bett um den Kopf des Türken war ein Verband gemacht worden und mehrere Monitore überwachten ihn. Im Zimmer war sonst niemand mehr, was Katja beunruhigte.
„M-Meine Kollegen?“, krächzte sie leise. „Frau Fabiano geht es gut sie hat sich nur leicht am Fußgelenk verletzt und einen Schock davongetragen, Herr Yildiz hat mehrere Rippenbrüche und ein SHT, aber wird wieder auf die Beine kommen und Herr Smolik muss nochmals untersucht werden, da er innere Blutungen hatte, aber sein Zustand sich nach der ersten Operation nicht verbessert hat“, erklärte sie langsam, damit Katjas müdes Gehirn auch wirklich mitkam.
„Wie viel Zeit ist vergangen und wo ist Fabian Köster?“, fragte die Polizistin gleich weiter. „Zwei Tage sind vergangen, seit sie hierhergebracht worden sind und von einem Herr Köster weiß ich nichts, aber ich werde nachher ihre Kollegen anrufen und noch einen Arzt vorbeischicken, der sie untersucht“, meinte die Krankenschwester schulterzuckend.
Es dauerte nicht lange da kamen Hannah Heldt und Thomas Czech sie besuchen, wenn auch in Polizeiuniform wegen ihrer Aussage. Davor hatte ein Arzt ihr nochmals etwas Schmerzmitteln gegeben, weshalb die Schmerzen jetzt erträglich waren. Von beiden Kollegen wurde sie vorsichtig umarmt.
„Wie geht es dir?“, wollte Hannah besorgt wissen. „Ganz okay, ein bisschen Schmerzen, aber sonst gut“, antwortete Katja wahrheitsgemäß. „Aber was ist mit Fabian?“ Die beiden Streifenbeamten sahen sich unsicher an. „Er ist entführt worden“, seufzte Thomas schließlich mit hängendem Kopf. „Was?!“, rief die Polizistin entsetzt aus und machte Anstalten das Bett zu verlassen, weshalb ihre Kollegen sie zurückdrückten. „Bleib liegen! Du tust niemandem etwas Gutes, wenn du zusammenbrichst und uns keine Aussage geben kannst“, konnte Hannah ihre Kollegin schließlich überzeugen. Seufzend erzählte Katja alles, was geschehen war und an was sie sich noch erinnern konnte, aber leider war es nicht das Kennzeichen des Autos gewesen. „Ich habe nur gehört, dass einer italienisch gesprochen hat“, meinte sie abschließend. Thomas nickte konzentriert, während er mitgeschrieben hatte.
„Wie geht es Max und Kai? Und was ist mit Michi?“, sprudelten wichtige Fragen aus der Braunhaarigen heraus. „Max und Kai leben zwar, aber es steht noch immer nicht gut um sie. Man hat beide ins künstliche Koma gelegt. Trotzdem haben die Ärzte noch immer wenig Hoffnung und stellen ihre Prognosen nur sehr vorsichtig, wenn überhaupt. Michi muss nochmals in die OP. Die Ärzte haben seine Milz zwar vor zwei Tagen schon einmal repariert, aber anscheinend ist das Gewebe wieder etwas aufgerissen, wieso auch immer“, seufzte Hannah leise und legte tröstend und beruhigend eine Hand auf Katjas Arm.
„Was passiert als nächstes, wegen Fabian?“, wollte die Polizistin natürlich wissen. „Es wird ein Tausch stattfinden mit Franco, aber dabei sollen diese Mafiatypen natürlich geschnappt werden“, meinte Thomas kurzangebunden. „Wir müssen jetzt auch gehen, damit wir in der Nähe sind, wenn etwas schieflaufen sollte. Ruh dich aus, wir werden dir mitteilen, wie alles ausgelaufen ist“, versprach Hannah noch, bevor sie und ihr Kollege Czech sich verabschieden mussten.
Etwas missmutig und vor allem besorgt ließ Katja sich wieder zurück ins Kissen gleiten. Sie blickte nochmals rüber zu Can, der sich noch immer nicht bewegt hatte außer dem leichten Heben und Senken seiner Brust. Irgendwann übermannte sie der Schlaf, egal wie fest sie versucht hatte sich dem entgegenzusetzen.

Nervös hatte Franco den Taxifahrer bezahlt, der ihm zum Parkplatz in der Orsoyer Allee gefahren hatte. Nirgends sah er auch nur irgendjemanden. Es war fünf vor 12 und keine Menschenseele war da. Weder von dieses Mafiatypen noch von irgendeinem der Polizeibeamten, was ihn jedoch beruhigte, denn wenn er sie nicht sah, dann die Mafialeute sicherlich auch nicht.
Pünktlich um 12 fuhren zwei schwarze Kastenwagen vor und hielten nur drei Meter vor Franco, der dem Drang wiederstand sich umzusehen. Das würde die anderen nur beunruhigen und dann würden sie sehr wahrscheinlich Fabian töten.
Die Männer stiegen aus. Alle waren dunkel gekleidet und hatten ihre Sturmmasken auf, die ihre Gesichter verdeckten. „Wo ist Fabian, Lorenzo?“, rief Fabiano einem der Männer zu, den er trotz der Maske erkannt hatte. Nur unter großer Anstrengung schaffte Franco es, nicht auf den anderen loszugehen und den Tod seiner geliebten Carmen zu rächen.
Lorenzo gab einer seiner Männer ein Zeichen, der daraufhin zum Kofferraum ging und mithilfe von jemand weiterem ein gefesseltes, sich nur leicht regendes Bündel unsanft herausnahm und neben Lorenzo auf die Knie stieß. Das Gesicht konnte man nicht sehen, da ein Stoffsack über den Kopf gezogen worden war.
„Ich will sein Gesicht sehen!“, verlangte Franco, denn Chiara hatte ihm ein Foto gezeigt, damit er den Polizisten erkennen konnte. Er traute Lorenzo alles zu, auch dass er dies nur als einen Trick machte und der Gefesselte gar nicht Fabian, sondern einer seiner Gefolgsleute waren.
„Erst steigst du ins Auto!“, befahl der andere nur hämisch grinsend. „Ich will zuerst wissen, dass du mich nicht anschwindelst“, gab Franco nur zurück und bewegte sich keinen Millimeter vom Fleck. Besorgt nahm er das deutliche Zittern der Gestalt war, die noch immer kniend und zusammengesunken auf ihr Schicksal wartete.
Wortlos hielt Lorenzo der gefesselten Person ein Messer an den Hals. Der Mann schien wohl die Klinge zu spüren, da sie sich sofort versteifte und noch mehr zitterte. „Steig ins Auto!“, zischte Lorenzo nochmals. Franco konnte kein Risiko eingehen, weshalb Franco langsam auf das Auto zutrat. Ein Schatten hinter ihm, ließ ihn zusammenzucken und herumschnellen, doch da war es schon zu spät. Fabiano spürte noch eine Schmerzenswelle von seiner Stirn ausgehen, bevor alles dunkel wurde und er von weither die Stimmen der Beamten vernahm, die den Parkplatz stürmten.

Mit sechs Autos hatten die Duisburger versucht die Mafiatypen einzukesseln, doch die eröffneten sofort das Feuer auf die Beamten. Diese mussten hinter ihren Autos in Deckung gehen, um nicht von den tödlichen Kugeln getroffen zu werden. Leider konnten sie nicht verhindern, dass diese schwarzgekleideten Männer sich den bewusstlosen Franco schnappten und in den Kofferraum des einen Kastenwagens warfen. Die gefesselte Gestalt packte man auch grob wieder dorthin.
Über Bora zerbarst eine Scheibe des Autos, hinter dem er Deckung gesucht hatte. Hastig ließ er sich zu Boden fallen und versuchte mit seinen Armen sein Gesicht und den Kopf vor den Scherben zu schützen, was dem Kripobeamten zum Glück auch gelang.
Motorengeräusche erklangen und als der Türke seinen Kopf herumwarf sah er, dass eines der Autos eine kleine Lücke zwischen einem Streifenwagen und einem zivilen Fahrzeug genutzt hatte, um abzuhauen. Dabei war der Streifenwagen noch an der Stoßstange touchiert und verschoben worden. Lisa Stein und Toni Gonzales hatten sich gerade noch so mit Hechtsprüngen retten können.
Bora Aksu kniete sich hin, hob seine Waffe und zielte auf den rechten Hinterreifen, des davonfahrenden Autos, da ihn ihm, wenn er richtig lag, Fabian und Franco waren. Er durfte nicht danebenschießen, ansonsten wäre die Chance für eine gelingende Flucht für diese Typen schon viel größer. Zwar waren in der Nähe des Waldstückes mehrere Patrouillen unterwegs, aber die Mafia war gerissen und brutal.
Tief atmete er noch einmal durch, bevor er einen Teil der eingeatmeten Luft wieder ausatmete. Dann stoppte er und hielt die Luft an, die Arme regungslos ausgestreckt und die Augen aufs Ziel fokussiert. In seiner Brust spürte Aksu sein Herz pochen, doch trotzdem ließ er sich davon nicht ablenken. Das alles geschah in nur drei Sekunden. Sein Finger krümmte sich um den Abzug und machten Anstalten ihn durchzuziehen, als ein Schrei ihn zusammenzucken ließ.
„Bora! Verschwinde!“, schrie Linus ihm entgegen. Seine Konzentration hatte der Türke verloren, doch er schaute Haje nur unschlüssig und vor allem ärgerlich an, als sein Kollege schon auf ihn zu sprintete und wegriss. Nur Millisekunden darauf erklang ohrenbetäubender Lärm und die beiden wurden mehrere Meter weggeschleudert. Von da an hörten beide nur noch ein Klingeln in den Ohren.
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