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2020 11 15: Gleichheitsprinzip [by Lady Duchess]

OneshotDrama, Krimi / P16 / Gen
Patrick Jane Teresa Lisbon
15.11.2020
15.11.2020
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15.11.2020 820
 
Tag der Veröffentlichung: 15.11.2020
Zitat: „Der Tod macht alle gleich.“ (Death Note)
Titel der Geschichte: Gleichheitsprinzip
Autor: Lady Duchess
Hauptcharaktere: Patrick Jane, Teresa Lisbon
Kommentar des Autors: Mein dritter und letzter Beitrag zum Jahreskalender 2020 und gleichzeitig eine Premiere im Fandom The Mentalist! :)



Fassungslos starrte er immer noch auf diese unwirkliche Szene vor sich.
Nie im Leben hätte er gedacht, dass er bei solch grausigem und gleichzeitig traurigem Schauspiel Zeuge wurde. Und er hatte schon viele schreckliche Dinge gesehen.

Eben noch hatte er mit ihrer Hauptverdächtigen beinahe gemütlich geplaudert und im nächsten Augenblick bedrohte sie ihn mit einer Waffe, gab dann eine fadenscheinige Begründung, warum sie ihre beste Freundin umgebracht hatte und richtete dann die Waffe gegen sich selbst.

Immer noch hallte der Schuss in seinen Ohren wider und er sah wie in Zeitlupe ihr Körper in sich zusammenfiel und auf dem Boden aufkam, mit einem leiseren Plumps als er je gedacht hätte.

Und nun lag sie zu seinen Füßen und regte sich nicht mehr.

Es bedurfte keiner medizinischen Untersuchung, um zu wissen, dass sie tot war.
Einen Kopfschuss überlebten nur die wenigsten Menschen und hier war dies nicht der Fall.
Die Aktion war kalkuliert und durchdacht, wie auch präzise und ohne Zweifel, durchgeführt wurden.

Immer noch konnte er diese zwei so unterschiedlichen Bilder in seinem Verstand nicht zusammenbringen.
Und auch der letzte Satz ihrer Erklärung war ihm ein Rätsel.
„Der Tod macht alle gleich“, hatte sie leise, ja, beinahe nachdenklich gesagt.

Auch wenn es stimmte.
Im Tod gab es keinerlei Unterschiede mehr. Kein Arm oder Reich, kein Schwarz oder Weiß, kein Gut oder Böse.
Der Tod hob alle Unterschiede auf und machte sie gleich.
Auch das alles Leben überhaupt irgendwann starb, ist letztendlich ein Prinzip von Gleichheit.

Aber was wollte sie ihm mit diesem letzten Satz sagen?
Wollte sie damit überhaupt etwas sagen oder war es einfach nur eine nüchterne und logische Feststellung gewesen?

Er wusste es nicht.

Erstarrt in seiner Haltung, konnte er sich einfach nicht rühren und auch nicht den Blick von der jungen Frau abwenden.


Er stand immer noch wie erstarrt da, vor Schock und Schreck, als um ihn herum wieder und wieder der Ruf „CBI!“, sowie schwere Schritte ertönten, diese ihm jedoch wie aus einem schlechten Film erschienen und dennoch nicht wirklich wahrnahm.

„Jane!“, wurde er gerufen, doch er reagierte nicht, sondern starrte weiterhin auf die tote, junge Frau vor seinen Füßen.

Erst als er eine leichte Berührung auf seiner linken Schulter und ein leise wie auch besorgtes „Jane?!“ vernahm, reagierte er.

Kurz zuckte er etwas zusammen und wandte sich dann nach links, nur um dann direkt in das sehr besorgt und angespannt aussehende Gesicht seiner guten Freundin Teresa Lisbon, zu blicken.

„Jane, sind Sie in Ordnung?“, fragte sie weiter und ließ ihn keine Sekunde aus den Augen.

Es verging ein Moment bis er sich zu einer Antwort durchringen konnte und ebenso leise erwiderte: „Es geht mir gut, Lisbon.“, sich unterbrach, ehe er noch erklärend hinzufügte: „Sie hatte es aus Eifersucht getan. Sie wollte den Verlobten ihrer Freundin, mit dem sie vor einem Jahr eine kurze Affäre hatte, für sich alleine haben und hatte so den Entschluss gefasst, ihre beste Freundin seit Kindheitstagen umzubringen. Der endgültige Beweis befindet sich mit Sicherheit in einer kleinen, schmuckverzierten Schachtel in ihrem Schlafzimmer.“

Seine beste Freundin sah ihn erst verwundert, dann erstaunt und schließlich nachdenklich an, bevor sie ernst entgegnete: „Wir haben den Verlobten endlich ausfindig machen und befragen können. Er wollte die Verlobung mit Kate lösen, kurz bevor sie durch ihre beste Freundin ermordet wurde, um endlich seinen heimlichen Liebhaber zu heiraten, mit dem er schon seit über fünf Jahren zusammen ist.“

Es dauerte einen Augenblick, ehe er ihre Aussage begriff und überrascht erwiderte: „Der Verlobte war eigentlich schwul?“
„Eher Bisexuell. Aber erst im letzten Jahr, nach dieser kurzen Affäre mit unserer Mörderin, hatte er sich für eine Auflösung der Verlobung entschieden. Zum klärenden Gespräch mit seiner Verlobten kam es dann allerdings nicht mehr“, fügte seine gute Freundin noch wissend hinzu.

Für einen Moment hielt er den Blickkontakt noch aufrecht, ehe sein Blick wieder zurück zu der nun toten Mörderin glitt, um die sich jetzt die Gerichtsmedizinerin, wie auch das Spurensicherungsteam versammelten.

In Gedanken versunken, sah er für ein paar Minuten der Gerichtsmedizinerin bei der ersten Untersuchung der Leiche zu, bevor ihm nachdenklich und leise die Worte entglitten: „Eine Ironie des Schicksals“, die Tote noch einen Augenblick lang betrachtete und sich dann eilig ab- und umwandte, um endlich diesen grausigen Ort zu verlassen.

Nicht bemerkend, wie ihm ein sehr besorgter Blick seiner Partnerin Teresa Lisbon folgte, die nun von diversen Polizeibeamten umringt wurde und auf ihre Anweisungen warteten.





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Das Zitat wurde hier wirklich toll umgesetzt. Es kommt hier sehr gut zur Geltung, auch wenn ich das Fandom nicht kenne.

Eure lula-chan
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