Geschichte: Fanfiction / Prominente / Musik / K-Pop / BTS / Foolish

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Foolish

von Atelier
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Jimin V
15.11.2020
24.08.2021
11
51.547
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Dieses Kapitel
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04.02.2021 2.146
 
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„Jiminie, wach auf. Du wirst dich noch erkälten, wenn du hier schläfst.“ Jimin stöhnte bei dem plötzlichen Geräusch auf, das in seine Traumwelt eindrang. Hände schüttelten ihn leicht durch und versuchten den Jungen dazu zu bringen, sich aufzusetzen. „Komm schon, lass uns dich nach Hause und ins Bett bringen.“ Die warme, tiefe Stimme, die seine Sinne benebelte, ließ ihn schließlich die Augen öffnen und er hasste sich, wie sehr er sie vermisst hatte. Er musste blinzeln, um ein klarere Sicht zu bekommen. Taehyung stand vor ihm und schirmte ihn so vor dem grellen Licht ab. Jimin musste lächeln, als er sein langsam verblassendes blaues Haar sah. Es war etwas länger geworden, seit er ihn das letzte Mal gesehen hatte. Seine warmen Augen brachten Jimin zum Schmelzen und der kleine Schönheitsfleck auf seiner Nase sah plötzlich niedlicher aus als zuvor. Seit zwei Wochen war er von Taehyung getrennt gewesen und wie ein Schlag realisierte er, wie hübsch sein bester Freund eigentlich war.


„TaeTae.“ Als Jimin hörte, wie heiser er klang, räusperte er sich schnell und setzte sich vorsichtig auf. Er streckte sich gähnend. Taehyung hockte sich neben ihn, streckte eine große Hand aus und strich ihm seinen rosa Pony aus den Augen. „Ugh, fass mich nicht an, ich bin ekelhaft.“


„Du bist nicht ekelhaft, Jimin-ah.“ Taehyungs sanftes Lächeln löste ein Stechen in seiner Brust aus und erwärmte die Kammern seines Herzens nacheinander. Ihm unglaublich peinlich, wie er aussah. Er wusste, dass er den Tag im Tanzstudio verbringen würde, also hatte er sich nicht die Mühe gemacht sich um Make-Up oder seine Haare zu kümmern. Jetzt wo der Jüngere hier war, fühlte er sich ohne es nackt.


„Ich bin definitiv ekelhaft. Ich schwitze, ich stinke und brauche unbedingt eine Dusche.“ Jimin stand langsam auf und schwankte leicht, bevor er sich ganz aufrichtete. „Gott, ich bin müder als ich dachte. Ich wollte nicht unbedingt ohnmächtig werden, ich hab nur versucht mich abzukühlen.“


„Geht’s dir gut, Jiminie?“ ,fragte Taehyung, folgte ihm zu seiner Tasche und sah zu, wie er seine Sachen zusammenpackte.


„Ja, bin nur müde. Hartes Training.“ Jimin versteckte ein Gähnen hinter seiner Hand, als er nach seiner Mütze in seiner Tasche suchte. Taehyung stupste Jimins Bein mit der Spitze seines Turnschuhs an und erregte somit seine Aufmerksamkeit. Taehyungs Gesicht war ausdruckslos, die Augen auf Jimins Gesicht gerichtet. Sein Blick war so intensiv, dass der Ältere sich unter ihm winden wollte.


„Seokjin-hyung hat mir vor den bevorstehenden Auditions erzählt. Das hat er jedenfalls von Namjoon-hyung erfahren.“


Jimin kämpfte gegen den Drang an, sich zu räuspern und wendete sich wieder seiner Tasche zu, bevor er die pinken widerspenstigen Locken unter seinen Buckethead zwang. „Oh. Ja, Joonie-hyung und Yoongi-hyung haben für uns letzte Woche die Musik produziert.“


Uns?“


„Hoseok hat die Choreografie zusammengestellt und Jungkook war einverstanden beim Vortanzen mitzumachen. Wir dachten zu getrennten Songs zu tanzen wäre beeindruckender.“


„Aha.“ ,machte Taehyung abwesend, als er nach unten griff, Jimins Tasche aus seinen Händen nahm, sie über seine Schulter warf und zur Tür ging. Jimin hielt es für besser ihm zu folgen anstatt zu protestieren. Er murmelte ein sanftes „Danke“. Ihr Wohnhaus war nur ein paar Blocks vom Tanzstudio entfernt, so dass Jimin sich normalerweise nie die Mühe machte sich ein Taxi zu rufen. Es war trotzdem eine angenehme Überraschung, eines der gelben Autos vor den Studiotüren warten zu sehen. „Ich dachte du wärst vielleicht müde.“ ,murmelte Taehyung und öffnete die Autotür für ihn. Jimin lächelte ihn dankbar an, stieg ein und rutschte auf der Sitzbank weiter, um Taehyung Platz zu machen.


„Danke Tae.“ ,sagte er leise. Der Größere nickte und beugte sich vor, um dem Fahrer ihre Adresse mitzuteilen.


Es war eine stille Fahrt. Taehyung sah mit dem Kinn auf seine Handfläche gestützt aus dem Fenster. Zum Glück war die Fahrt auch kurz. Taehyung war schneller, als er dem Fahrer etwas Bargeld reichte, bevor Jimin überhaupt die Chance hatte, sein Portemonnaie hervorzuholen. Taehyung stieg mit seiner Tasche aus und der Kleinere folgte ihm, die Hände tief in den Hosentaschen vergraben, als sie auf den Aufzug warteten.


Es war unangenehm, entschied er. Sein bester Freund wirkte immer dann zurückhaltend, wenn er über etwas verärgert war und brauchte für gewöhnlich Zeit, bevor er bereit war, sich zu öffnen. Und für gewöhnlich akzeptierte Jimin seine Entscheidung, aber heute Nacht fühlte sich die Luft erdrückend an. Jedes Mal, wenn er zu ihm hinübersah, wollte er sich in seine Arme werfen und wünschte sich, er könnte einfach nur mit den Dingen zufrieden sein, so wie sie gerade waren. Er hasste sich dafür und er hasste es, dass sich sein Herz bei jedem Seitenblick zusammenzog. Ihm kam das Knistern zwischen ihnen im Club wieder in den Sinn. Bei diesen Erinnerungen musste er leider auch an diesen Fremden denken. Jimin wünschte sich er könnte vergessen, wie dieser Kerl Taehyung berührte hatte, wie er ihn beinahe lebendig aufgefressen hatte. Er hatte Angst, auf Taehyungs Hals zu schauen. Er hatte Angst dort irgendwelche Spuren von dieser Nacht vorzufinden, obwohl diese logischerweise schon längst verblasst wären.


„Wo…Woher wusstest du, dass ich im Studio bin?“ ,brach Jimin die Stille, als die Aufzugstüren aufglitten. Taehyung drückte den Knopf ihrer Etage, als er antwortete: „Hoseok-hyung.“


„Oh.“ Jimin lehnte sich gegen die Wand, beobachtete, wie die Nummern hochzählten und betete, dass der Aufzug nicht stecken blieb. Er wollte nur in sein Zimmer fliehen, duschen gehen und ins Bett fallen. In den nächsten sechs Tagen würde Hoseok stundenlanges Training von ihnen erwarten, um die Choreografie mit der Musik zu perfektionieren. Es gab immer noch einen Part, mit dem Jimin Probleme hatte. Es war als ob seine Arme und Beine während dieses bestimmten Teils sich weigerten, sich synchron zu bewegen. Es war frustrierend, Hoseok und Jungkook wiederholt bitten zu müssen, die Schrittfolge immer wieder für ihn zu tanzen. Jimin ging die Choreografie noch einmal im Kopf durch, summte leise vor sich hin und nickte dazu im Takt.


„Jetzt reicht’s mir. Ich hab genug!“ Taehyung trat plötzlich vor und drückte auf den Stoppknopf. Der Aufzug blieb augenblicklich stehen. Jimin starrte ihn mit geweiteten Augen an, als der Alarm laut ertönte. Schnell schaltete Taehyung den Alarm ab und drehte sich zu ihm um. „Hab ich etwas getan, das dich verletzt hat? Weil ich es satt habe so zu tun, als würde ich es nicht bemerken, dass du mir aus dem Weg gehst.“


„Ich war nur beschäftigt, Tae, ich bin dir nicht aus dem Weg gegangen.“ ,wiedersprach Jimin, beugte sich nach links und  wollten den Stoppknopf erneut drücken, damit der Aufzug weiterfuhr, doch Taehyung trat zwei Schritte vor, schlug Jimins Hand weg und schob ihn an den Schultern zurück gegen die Aufzugstür. Der Kleinere schluckte mit donnerndem Herzen, als er hoch in wütende dunkle Augen blickte.


„Lüg mich nicht an, Jimin, wir lügen uns niemals an!“ Taehyungs Stimme war leiser als normal, fast dunkel in seiner Wut. Er beugte sich weiter vor und der pink haarige Junge versuchte sich weiter gegen die Wand zu pressen. Er hob seine rechte Hand und zog die Krempe von Jimins Hut hoch, so dass er sein Gesicht besser sehen konnte. Jimin hasste es, wenn er das tat, weil er wusste, dass sein scharfsinniger bester Freund ihn wie ein offenes Buch lesen konnte. „Warum bist du mir aus dem Weg gegangen?“


Jimin drehte seinen Kopf ein wenig und unterbrach den Augenkontakt. Taehyung strahlte Wärme aus und roch nach dem verführerischen Duftwasser, dass der Ältere so liebte. Es fiel ihm schwer sich zu konzentrieren. „Ich-“ Taehyungs Hand packte sein Kinn, die Berührung trotzdem sanft, als er Jimins Gesicht wieder zu sich drehte.


„Sieh mich an. Du konntest mich noch nie anlügen, wenn du mich ansiehst.“ Taehyung war viel zu nah. Mit einem brennenden Gefühl in der Brust, drehte Jimin sich schnell zur Seite und erschreckte Taehyung, als er anfing zu husten und er die Hand vor den Mund schlug. Das Brennen pulsierte gerade so stark, dass er nach Luft schnappte, sich schnell zu seiner Tasche kniete und nach ihr griff. Als Taehyung verstand, ließ er sich auf den Boden fallen, riss den Reißverschluss für ihn auf und hielt ihm die Tasche hin, damit Jimin das extra schwarze T-Shirt herausziehen und es gegen seine Mund drücken konnte. Es dauerte ein paar Augenblicke, bis die Episode vorbei war. Seine Brust hob sich hecktisch.


„Wasser.“ ,krächzte er und deutete auf die Wasserflasche, die durch die Hast herausgefallen war. Taehyung öffnete sie und hielt sie ihm wortlos hin. Jimin nahm sie und zögerte eine Sekunde um zu fragen: „Kannst du…Kannst du nachsehen, ob ich Taschentücher da drin habe? Bitte.“


„Ja natürlich.“ Sofort fing er an sie zu durchsuchen. Jimin nutzte diesen Moment, um einen Blick auf das Shirt zu werfen und fing an zu zittern, als er das Blut und die immergrünen Blätter sah. Diskret wischte er sich die Hände an den sauberen Stellen des Stoffs ab, bis sie größtenteils sauber waren. Er säuberte schnell seine Mundwinkel und trank einen Schluck aus seiner Wasserflasche.


„Hier, hab sie gefunden.“ Taehyung reichte ihm Taschentücher in Reisegröße und sah besorgt drein. Jimin nahm sie, wischte sich über die Nase und stopfte es in seine Hosentasche.


„Dankeschön.“ ,murmelte er und atmete langsam durch. „Es tut mir leid…“


„Jiminie…Ich dachte dir ging es besser?“ Taehyungs Zögern ließ ihn überrascht aufsehen. Der Größere sah besorgt aus und runzelte die Stirn. „Du klingst nicht besser. Und siehst-“


„Wenn du atemberaubend sagen willst, werd ich dich ohrfeigen.“ ,lachte Jimin, um die Spannung zu lösen. Sein Handgelenk wurde von Taehyungs größerer Hand gepackt.


„Hör auf witzig zu sein. Jimin…du bst unglaublich blass und ich denke, du hast abgenommen. Ziemlich stark. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich dich das letzte Mal essen sehen habe…niemand hat das. Und bevor du versuchst es abzustreiten, die anderen Jungs haben mich auf dem Laufen gehalten. Ich mach mir Sorgen um dich.“ Zu Jimins Entsetzen füllten sich Taehyungs Augen mit Tränen. „Ich habe dich seit zwei Wochen weder gesehen noch mit dir gesprochen. Was annähernd daran reicht sind die dämlichen Texte, nachdem du den Club verlassen hast. Du siehst krank aus und ich war nicht da, um dir zu helfen. Ich habe Angst und mache mir ständig Sorgen darüber, wie es dir geht und warum du sauer auf mich bist.“ Taehyungs dunkle Augen funkelten für einen Moment, bevor eine einzige Träne über seine Wange lief. „Und ich vermisse dich, Jiminie. So sehr.“


Jimin ließ das dreckige T-Shirt in seine Tasche fallen und warf seine Arme um den Hals seines besten Freundes, zog ihn fest an sich und versteckte das Gesicht in seinem Hals. Der blauhaarige Junge schluchzte leise, die Schultern zuckten, als er einen Arm um Jimins Taille legte und ihn auf seinen Schoß zog. Sein anderer Arm schnappte Jimins Hut, warf ihn beiseite und vergrub seine Hand in den rosa Locken. Der Kleinere positionierte sich richtig und wiegte Taehyung sanft hin und her. „Oh TaeTae…es tut mir leid. Ich hatte den Kopf in den Wolken. Ich wollte dich nicht beunruhigen. Ich war nur so damit beschäftigt, mich auf das Vortanzen vorzubereiten. Es tut mir leid, ich verspreche, ich bin nicht sauer auf dich, ich könnte niemals sauer auf dich sein!“ Er zog sich zurück, schenkte ihm ein liebevolles Lächeln, das seine Sicht einschränkt und wischte Taehyungs Tränen mit seinem Ärmel weg.


„Versprochen?“


„Versprochen. Ich hab dich lieb, Tae.“


„Ich dich auch Jiminie. Versprichst du, mir nichts mehr vorzuenthalten?“


Jimin zog ihn in eine weitere Umarmung und flüsterte: „Ich verspreche es.“


Taehyung hatte recht. Jimin konnte ihn nie anlügen, wenn er ihn ansah.



===



„Jungkookie?“ ,fragte Jimin mit leiser Stimme, als er sein Handy an sein Ohr hielt. Die Leitung war für eine Weile still, bevor er ein langgezogenes Seufzen hörte.


„Jimin-hyung.“ Jungkooks Stimme klang müde, ein wenig verloren, das Geräusch von Bewegung im Hintergrund. Als er nichts weiter sagte, biss Jimin sich in die Unterlippe.


„Kookie, ich…ich brauche deine Hilfe. Und ich weiß, dass es nicht fair ist, das von dir zu verlangen, nachdem was ich neulich gesagt habe. Aber ich brauche dich.“


Wieder herrschte einen Moment lang Stille, bevor er antwortete. „Wofür?“



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Jay, ein neues Kapitel und das nach… ca 3 Monaten.
Ich hab mir das Ergebnis nach drei Kapiteln dieser FF mal angeguckt. Und da ich von meiner letzten ziemlich enttäuscht war, bin ich wieder über ‘Foolish‘ gestolpert.

Vielleicht ist es zu viel verlangt, aber es ist egal ob ihr einen Tausend-Worte-Aufsatz oder einen Drei-Worte-Satz hinterlasst. Reviews zeigen mir einfach, dass ich das hier nicht umsonst mache und dass es wirklich Leute gibt, die sich für diese FanFiktion interessieren. (Ein Dankeschön an Elfie441 dafür, dass sie es getan hat)


PS. Sorry das es so kurz ist; das nächste wird länger.
2tes PS. Ich habe die Kapitel nach so langer Zeit nochmal durchgelesen, Dinge kontrolliert und das Design verändert, also nicht wundern.
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