Geschichte: Fanfiction / Prominente / Musik / K-Pop / BTS / Foolish

 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Foolish

von Atelier
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Jimin V
15.11.2020
24.08.2021
11
51.548
11
Alle Kapitel
10 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
27.11.2020 5.796
 
-




Jimin liebte den Club, in den sie immer gingen. Die hohen Decken sorgten für eine großartige Akustik und die Musik war immer phänomenal. Die Mischung aus koreanischen und ausländischen Musikrichtungen sorgte immer für großartigen Tanz. Die Tanzfläche war riesig und immer überfüllt. Jimin war das jedoch egal, dass sich Körper beim Tanzen um ihn drängten. Er begrüßte die Aufmerksamkeit, die er durch Blicke und die gelegentlich mutig wandernde Hand bekam. Seine Freunde kehrten nach fast einer Stunde Tanzen zurück an die Bar, um eine Getränkepause einzulegen, doch Jimin war bereits trunken von der Atmosphäre. Mit geschlossenen Augen und erhobenen Armen bewegte er sich auf eine Weise, die andere für sündig halten würde. Die Hüften bewegten sich in einem Wirbel. Der Kopf lag im Nacken und er ließ sich von der Musik mitnehmen. Das einzige, was zählte, war der Stromschlag der durch seinen ganzen verschwitzten Körper pulsierte.


Die Luft hinter ihm erwärmte sich plötzlich. Zwei große Hände glitten über seine Taille zu seinen Hüften und ruhten dort, während die Person im Takt mit ihm tanzte. Jimin erzitterte bei dem Gefühl, dass sein fester Griff ihn an sich zog. Er konnte diese Hände überall wiedererkennen. Er bestätigte seinen Verdacht, als Taehyung sich zu seinem Ohr vorlehnte und laut genug sprach, damit Jimin ihn verstehen konnte: „Die Geier umkreisen dich und beobachten jede deiner Bewegungen.“


Jimin fühlte sich mutig und legte seinen Kopf gerade so weit zurück, dass er Taehyungs Blick auf seinen Hals zog. „Tun sie das? Ich habe es gar nicht bemerkt.“


„Natürlich hast du es nicht bemerkt.“ ,gluckste Taehyung und presste Jimins Rücken an seinen Oberkörper. „Du bist hier draußen und siehst wie ein Prinz aus, der aus einem Märchen entkommen ist, ganz allein und darauf wartend, bis jemand ihn fragt, um ihn mit nach Hause zu nehmen.“ Seine Stimme war tiefer und Jimin glaubte, einen Hauch von Whisky in seinem Atem riechen zu können.


Jimin traf eine Entscheidung, drehte sich um und schlang seine Arme um den Hals des Jüngeren. „Ein Prinz, hm?“ Sein Lächeln war schwül und wahrscheinlich ein bisschen unanständig, aber die Aufregung des Clubs ließ ihn entschlossener werden. „Vielleicht warte ich wirklich nur darauf, dass mich jemand fragt.“


Taehyungs Augen schienen sich zu verdunkeln, seine Hände griffen zurück nach Jimins Hüften und er schob ein langes Bein zwischen die Knie des Kleineren. Jimin schnappte leise nach Luft und er war sich genau bewusst, wie nahe sie sich waren, da er die Wimpern des anderen zählen könnte, wenn er es denn wollte. Sie verloren sich in der Musik, tanzten und sangen in die Ohren des anderen, bis die einzigen Geräuschen, die er hören konnte, Taehyungs Stimme und sein Herzschlag waren. Es gab einen Moment in dem Taehyung sich auf die Lippe biss und ihre Blicke sich verknoteten, dass Jimin sich fast sicher war, Verlangen in seinen Augen brennen sehen zu können. Taehyung ließ langsam sein Lippe los, Zähne zogen leicht über das Fleisch, bevor es frei sprang und Jimin verspürte plötzlich den Drang, Taehyungs Zähne mit seinen eigenen zu ersetzen. Er wollte ihn nach unten ziehen, seine Zunge diesen heißen, perfekten Mund erkunden lassen und ihm das Ausmaß seines Verlangens zeigen. Jimin versuchte den Drang in ihm zu unterdrücken, sich das zu nehmen, was er vom Körper seines besten Freundes begehrte. Der Ältere beugte sich ein wenig vor, streckte eine Hand aus und strich mit den Fingern über die blauen Strähnen in Taehyungs Nacken. In diesem Moment bemerkte Jimin, dass er nie weggeschaut hatte. Seine Augen brannten in Jimins, die Pupillen weit aufgerissen und…


Der Typ, der neben den beiden tanzte, trat plötzlich zurück und direkt auf Jimins Fuß. Mit einem Schmerzensschrei stolperte Jimin ein wenig zurück, lehnte sich vor, um seinen Fuß zu umklammern und fluchte leise, als er das Gleichgewicht verlor und auf seinem Hintern landete. Taehyung sah nur erschrocken aus und schien verwirrt darüber zu sein, was zur Hölle gerade passiert war. Es dauerte einen Moment, bis er sich bückte, Jimin auf die Beine zog und ihn zu ihren Freunden half. „Gott Jiminie, geht es dir gut? Hast du dir wehgetan?“ Taehyung musste praktisch über die Musik hinweg schreien, als sie sich der Bar näherten. Hoseok hatte den Zusammenstoß anscheinend mitbekommen und sah besorgt aus.  


„Mein Fuß und Steißbein tun nur ein bisschen weh, aber mir geht’s gut.“ Zumindest physisch. Sein Stolz war dagegen definitiv verletzt.


„Was für ein Arschloch. Er hat sich ja noch nicht mal entschuldigt!“ ,knurrte Taehyung und sah über seine Schulter zurück zur Tanzfläche in die Richtung, aus der sie gerade gekommen waren. Jimin rutschte sanft von dem Barhocker, den Jungkook für ihn aufgegeben hatte. Er lächelte dankbar und hockte sich zu seinem Fuß hinunter.


„Wer hat sich nicht entschuldigt?“ ,fragte Jungkook und schaute verwirrt zwischen den beiden hin und her.


„Was ist passiert?“ ,fragte Yoongi, der sich ebenfalls aus der Menge gedrängt hatte. Sein Ton war dunkel, irgendwie unheimlich. „Bist du verletzt?“


„Mir geht’s gut-“


„So ein Idiot ist auf Jimin getreten. Er ist auf seinem Hintern gelandet und der Arsch hat sich nicht mal die Mühe gemacht, sich zu entschuldigen!“ ,unterbrach Taehyung ihn und ignorierte den Blick, den Jimin ihm zu warf.


„Tae, es war ein Unfall-“


„Wer?“ Jimin schluckte bei Yoongis Stimme und sah für Hilfe zu Hoseok. Er war über den unheimlichen Ausdruck auf dem sonst zu fröhlichen Gesicht überrascht. Jimin wurde noch verblüffter, als Seokjin und Namjoon sich ebenfalls erhoben und Yoongi in die Menge folgten.


„Jungs-“


„Du bleibst hier, Jimin-ah. Kookie, du bleibst bei ihm“ Taehyung zerzauste Jungkooks Haare und ging mit Hoseok den anderen nach. Es dauerte nur einen Moment, bis Jimin mit Jungkook allein an der Bar war und seinen Freunden entsetzt hinterher starrte.


„Was zum-? Es war wirklich keine große Sache.“ ,jammerte er, als der Jüngste der Gruppe sich neben ihn setzte und an seinem Bier nippte. „Warum benehmen sich heute Abend alle so verrückt?“


„Sieh es dir mal aus ihrer Perspektive an.“


„Es macht immer noch keinen Sinn!“


Jungkook drehte sich zu ihm um und beugte sich vor, damit Jimin ihn besser verstehen konnte. „Hyung, wie würdest du dich fühlen, wenn einer von uns so lange krank gewesen wäre und das erste Mal, an dem wir alle wieder zusammen sind, wird er einfach so umgerannt?“


„Ich würde…ich wäre wütend.“


„Verdammt richtig.“ Jungkook drehte sich wieder zurück und ließ die Augen über die tanzende Menge wandern. Jimin schwieg für einen Augenblick, bevor er seine Hand auf die Schulter des Jüngeren legte und seine Aufmerksamkeit auf sich zog.


„Aber jetzt geht es mir gut, Kookie. Das weißt du, oder?“


„Nein, geht es dir nicht. Du musst beim Tanzen immer noch Pausen machen, du isst kaum und wenn du kein Make-Up trägst, siehst du verdammt blass aus.“ Jimin war überrascht über die Emotionen in der Stimme des Jungen. „Du kannst sagen, dass es dir gut geht, bis dein Gesicht sich blau färbt, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es dir noch nicht gut geht. Und es macht uns Angst.“ Jimin starrte ihn nur geschockt und sprachlos an. „Also ja, wir sind gerade ein bisschen übervorsichtig. Und wenn sie eine Schlägerei beginnen und wir rausgeschmissen werden, dann ist es halt so.“


Zum Glück stellte es sich heraus, dass dies nicht der Fall war. Fünf Minuten später klopfte Hoseok ihm mit einem Lächeln auf die Schulter. Hinter ihm hatte sich eine kleine Menge versammelte. Seine Freunde sahen alle besänftigt aus und der Typ, der auf ihn getreten war, stand da, mit einem verlegenen Gesichtsausdruck.


„Ähm, hi. Ich bin Minwoo. Es tut mir wirklich leid, dass ich dir vorhin auf den Fuß getreten bin.“ ,sagte er und rieb sich den Nacken. Jimin öffnete den Mund, um zu antworten, als Taehyung sich räusperte und seine Fingernägel beiläufig inspizierte. „Es tut mir wirklich sehr leid. Ich habe gehört, dass du Tänzer bist und eine Fußverletzung ein Karriereende bedeuten könnte. Ich habe dich dort hinten wirklich nicht gesehen. Es tut mir leid, falls du wegen mir verletzt bist.“ Jimins Ohren färbten sich vor Verlegenheit über Minwoos überdramatische Entschuldigung rot. Taehyung räusperte sich erneut, diesmal lauter, was Minwoo zusammenzucken ließ. „Oh! Und es tut mir leid, dass du hingefallen bist. Ich hab gehört, dass dein Steißbein weh tut. Es tut mir wirklich leid-“


„Ist schon gut.“ ,wurde er von Jimin unterbrochen, er lächelte den Jungen an und winkte mit der Hand. „Es ist nichts Schlimmes passiert, mir geht’s gut.“ Er warf jedem seiner Freunde einen Blick zu und wandte sich dann dem eindeutig unangenehm fühlenden Minwoo zu. „Dir ist vergeben, es war ein Unfall, aber danke für die Entschuldigung. Tut mir leid wegen ihnen. Viel Spaß noch, okay?“ Minwoo floh, sobald Yoongi ihm zu nickte. In dem Moment, als er außer Sichtweite war, fing die Gruppe an zu lachen. Jungkook wischte sich Lachtränen aus den Augenwinkeln.


„Er sah aus, als würde er sich gleich in die Hosen machen!“ ,johlte er und schlug sich auf den Oberschenkel. „Was habt ihr zu ihm gesagt?“


„Nun, ich habe zu ihm gesagt, es sei unhöflich, mit Fremden zusammenzustoßen und sich danach nicht zu entschuldigen.“ ,antwortete Namjoon.


„Ich hab ihm gesagt, wie schlimm Verletzungen für einen Tänzer sind und das sie eine Karriere beenden können, bevor sie erst beginnt.“ ,sagte Hoseok primitiv, bevor er grinste. „Fakten.“


„Und ich habe ihm gesagt, dass ich es überhaupt nicht schätze, wenn Leute so mit meinen Freunden umgehen, ganz besonders mit den kleineren.“ ,fügte Jin hinzu.


„Ich meinte nur, dass es in Seoul viele dunkle Gassen gibt.“ ,grinste Yoongi über Jungkooks Keuchen hinweg. „Und hab ihm die Statistiken erklärt, wie oft Menschen sich in der Nähe von Clubs verletzen.“


„Und ich sagte, dass niemand meinen besten Freund so behandeln kann und damit davonkommt. Ich habe ihm allerdings Optionen gegeben.“ Taehyung zuckte mit den Schultern.


„Ich weiß nicht, ob sich entschuldigen oder eine verpasst bekommen als Optionen gelten.“ ,spekulierte Namjoon.


„Für mich schon.“ ,murmelte Yoongi. Hoseok fiel vor Lachen gegen die Seite seines Freundes und entlockte ihm ein Grinsen, bevor er einen Arm um die Hüfte des Jüngeren schlang.


„Genial.“ ,rief Jungkook und hob sein Bierglas in die Höhe. „Einfach nur genial.“


Jimin ließ den Kopf in die Hände fallen und schüttelte ihn. „Ihr…seid unglaublich.“



===



Jimin hatte die letzten anderthalb Stunden mit seinen Freunden auf der Tanzfläche verbracht und das angenehme Brennen in seinem Körper genossen. Das enge Gefühl in seiner Brust war verschwunden, was das Atmen erleichterte, während er mit Namjoon und Taehyung tanzte. Der Ältere der drei stellte sich dabei so albern an, dass es Jimin fast vor Lachen wieder auf den Boden beförderte. Er hatte ganz vergessen, wie viel Spaß es machte mit den Jungs auszugehen. Jungkooks Worte von vorhin kamen ihm wieder in den Sinn.


„Hey, ich hol mir was zu trinken, ich brauch eine Pause! Wollt ihr was?“ ,schrie Taehyung. Namjoon schüttelte nur den Kopf und lehnte sich an Seokjin, der sich von hinten angeschlichen hatte.


„Ich brauch nichts!“ ,antwortete Jimin und grinste. Sein Herz setzte einen Schlag aus, als Taehyung ihm mit seinem typischen Lächeln zuzwinkerte und winkte, als er im Gedränge verschwand. Er konnte nicht anders, als erleichtert aufzuseufzen und sich dafür zu hassen. Seinem besten Freund so nah zu sein, war wie in die Sonne zu starren: zu schön um es nicht zu tun, selbst wenn man sich die Netzhaut verbrannte und man nur die Augen schließen wollte, um den Schmerz zu lindern. Aber wenn er das tun würde, vermisste er augenblicklich seine Schönheit und die Wärme, die von ihm ausging. Mit Taehyung zusammen zu sein tat vielleicht weh, aber von ihm weg zu sein war qualvoll.


„Ich bin überrascht, dass du nicht hinter ihm her bist.“ Jungkook war zu Jimin hinüber getanzt, während er in Gedanken versunken war. „Ich meine, ihr habt euch vor zwei Stunden praktisch mit den Augen ausgezogen und ein kleiner Vogel hat mir gezwitschert, dass es zwischen euch geknistert hat, bevor dieses Arschloch dich fast umgebracht hat.“ Jimin sah sich schnell um, um sicherzustellen, dass keiner der Hyungs in der Nähe war. Yoongi und Hoseok tanzten weiter weg unter einem Scheinwerferlicht, verloren in den Augen des anderen. Namjoon und Jin waren zu ihrer linken Seite. Jins Arme lagen locker auf dem Nacken des Größeren, seine Stirn gegen Namjoons gepresst, die Augen geschlossen und Namjoons Hände ruhten zögernd auf Seokjins Hüften. Jimin atmete erleichtert aus und schlug Jungkook. „Au, hey!“


„Zunächst einmal bin ich nicht fast gestorben, hör auf so zu übertreiben! Und zweitens haben wir uns nicht gegenseitig mit den Augen ausgezogen! Wir haben lediglich…unsere Outfits bewundert. Sie sind immerhin neu.“ ,versuchte er rationell aufzuzählen und ignorierte Jungkooks wachsendes Grinsen. „Drittens haben wir nur getanzt. Genau wie wenn ich mit dir oder Hobi-hyung tanze.“


„Wenn du jemals so mit mir tanzen würdest, würde ich aus dem Fenster springen. Und Yoongi-hyung würde dir auf der Stelle den Hals umdrehen.“


„Wie auch immer.“ Jimin verdrehte die Augen.


„Es stimmt aber.“ Jungkook kam näher, damit er leiser sprechen konnte. „Ihr seht euch an, als seid ihr nur zwei Sekunden davon entfernt, euch gegenseitig die Klamotten vom Körper zu reißen und euch hier auf der Tanzfläche zu vernaschen.“


„Jeon Jungkook!“


„Ich sag nur das, was ich gesehen habe.“


„Tja, du bist eindeutig blind.“


„Mach einfach den ersten Schritt, Jimin.“


„Es ist immer noch Hyung für dich!“ Jimin runzelte die Stirn und ignorierte die Art und Weise, wie Jungkooks Worte sein Herz zum rasen brachte.


Hyung, ich meine es diesmal ernst.“ Der Jüngere streckte seine Arme aus, legte sie auf die Schultern des Kleineren und hörte auf zu tanzen. „Nimm deine Chance wahr. Sag Taehyung, dass du in ihn verliebt bist, denn es ist schmerzhaft mit anzusehen, wie offensichtlich ihr seid. Und er ist kein Idiot. Er kann zumindest erahnen, dass du ihn magst. Glaubst du nicht, er wartet extra darauf, dass du den ersten Schritt machst?“


„I-I-Ich- Jungkook…ich weiß nicht wovon du sprichst.“


„Doch, das tust du. Lüg mich nicht an.“ Jungkook schüttelte den Kopf und lächelte leicht. „Ich bin es! Jungkookie! Und Hyung, manchmal muss man mutig sein, wenn du etwas verändern willst! Und ich weiß, dass du es tust. Außerdem, was könnte schon Schlimmes passieren?“


„Er könnte mich hassen.“ Jimins Lippe zitterte, aber Jungkook lachte.


„Er könnte dich niemals hassen, versprochen.“ Er zog den Älteren in eine Umarmung. „Habe ich jemals falsch gelegen?“


„Erinnerst du dich etwa nicht mehr an-“


„Wenn du jemals wieder die Enten erwähnst, werde ich niemals wieder mit dir sprechen!“ Sein Lächeln verriet ihn aber und Jimin kicherte. „Ich liebe dich, Hyung. Tu endlich etwas gegen diese Spannung zwischen euch, bevor sie uns noch alle umbringt.“


Jimin stotterte und wurde rot. „Ich weiß nicht mal- Taehyung könnte überall sein!“


„Ich hab ihn an der Bar gesehen, lass uns dort als erstes nachsehen, okay?“ Er wollte Jungkooks selbstgefälliges Grinsen aus dem Gesicht wischen, der ihn durch die Menge lenkte.


„Wenn ich größer wäre, würde ich dir in deinen Arsch treten, Kookie.“


„Ja, ja, schon verstanden.“ Jungkook scannte den Club, als sie an der Bar vorbeikamen. Jimin war sich nicht sicher, wohin Taehyung hätte gehen können, als er sagte, er würde etwas zu trinken holen. Apropos, er fühlte sich etwas durstig.


„Hey Kookie, ich hole mir noch schnell eine Flasche Wasser, gib mir-“


„Jimin, lass uns hier lang gehen.“ Jungkook packte ihn plötzlich am Arm und versuchte ihn in die entgegengesetzte Richtung zu lenken, doch Jimin zog den Arm aus seinem Griff.


„Es ist Jimin-hyung und warum? Da hinten waren wir doch schon! Du hast gesagt, ich-“


Der Ausdruck auf Jungkooks Gesichts war gequält und geschockt, als Jimin entdeckte, wovon er ihn ablenken wollte. Er konnte beinahe fühlen, wie sein Herz in zwei Hälften zerbrach. Jimin hatte immer gewusst, dass Taehyung hier und da einen One-Night-Stand und gelegentlich eine feste Beziehung hatte. Er wusste nicht, ob es ein Thema war, das die beiden vermeiden wollten oder ob es Taehyung einfach nicht wichtig genug war, es anzusprechen. Er konnte darüber hinwegsehen. Tatsächlich konnte er im Moment nichts anderes sehen, als das, was vor ihm passierte: Taehyung gegen die Wand gepresst, nicht weit von der Bar entfernt und mit einem Fremden verschlungen, als würde er ihn zum Atmen brauchen. Der Typ hatte ein Bein zwischen Taehyungs geschoben, ihre Körper klebten praktisch aneinander, während die Lippen des Blauhaarigen an dem Hals des Fremden saugten. Seine Hand lag unbekümmert auf dem Hintern des Kerls. Jimin sah mit wachsendem Entsetzen zu, wie die Hände des Mannes die Hüften seines besten Freundes verließen und eine davon seinen Hals packte, um ihn in einen schmutzigen Kuss hochzuziehen, der nur aus Zungen und Zähnen bestand. Die andere Hand wanderte Taehyungs Brust hinunter und verschwand zischen den beiden Körpern. Taehyungs Kopf fiel plötzlich nach hinten gegen die Wand, sein Mund öffnete sich und keuchte und Jimin konnte sehen, wie er irgendwas zu diesem Typen sagte.


Es war, als wäre sein ganzer Körper festgefroren, als würde er einen Autounfall in Zeitlupe beobachten, zwei Seiten kollidierten und Jimin konnte nichts dagegen tun.


Hyung.“ ,flehte Jungkook und trat vor den Kleineren, um ihm die Sicht zu versperren. Und das war alles, was es brauchte. „Mir ist schlecht.“ ,flüsterte Jimin, bevor er kehrt machte und in Richtung Toiletten rannte. Jungkooks Schritte hämmerten hinter ihm, aber Jimin rannte nur noch schneller und dankte Gott, dass die Toiletten einmal leer waren. Die Tür knallte hinter ihm zu, wurde aber wieder aufgestoßen, als Jungkook hindurch rannte. Das Brennen in seiner Brust war plötzlich wieder da, weißglühend und pulsierend, als er anfing zu husten. Er umklammerte seinen Hals und riss an seinem Halsband, um besser Luft zu bekommen. Jungkook war sofort zur Stelle und löste den Knoten. Das Brennen in seiner Brust wurde stärker und er musste heftiger husten, heftig genug, damit er das Gefühl bekam, als müsse er sich übergeben. Jimin schwankte zum Waschbecken und drehte den Wasserhahn auf.


„Hyung, was soll ich tun?!“ ,schrie Jungkook panisch, streckte eine Hand aus, trat aber erschrocken einen Schritt zurück, als Jimin sich von der Geste zurückzog. Erst jetzt bemerkte er die Schluchzer, die sich mit seinem Husten vermischten. Heiße Tränen liefen ihm übers Gesicht. „Hyung, bitte!“ Jungkook stand den Tränen ebenfalls nah.


Plötzlich war da ein Schmerz, der sich durch seinen ganzen Körper zog. Sein Atem stockte, sein Zwerchfell zog sich zusammen und seine Magengrube drehte sich. Das nächste Husten kam mit einem Strahl roten Blutes, der über den Rand des Waschbeckens lief. Es roch metallisch, der Geschmack von Münzen füllte seinen Mund, als er hustete und hustete, bis seine Knie schwach wurden und er zu Boden sank.


„Jimin!? Oh mein Gott! Bitte…“ Jungkook ließ sich neben ihn auf den Boden fallen, streckte erneut die Hände aus, um ihn zu berühren, hatte aber offensichtlich Angst davor. Er versuchte gar nicht mehr, seine Tränen zurückzuhalten, als er das ganze Blut sah. „Ich hab- ich-ich sollte jemanden holen! Ich bin gleich wieder da!“ Jungkook wollte aufstehen, aber Jimin brachte die restliche Kraft in seinem Körper auf, um sein Handgelenk zu umklammern. Der Jüngere sah zu ihm, die Augen weit aufgerissen und verängstigt, als er das Blut an Jimins Mundwinkeln wahrnahm. Er ließ sie zum Waschbecken wandern und sah blutbenetzte Blütenblätter, die langsam am Beckenrand zum Abfluss hinunterliefen.


„Niemand darf davon wissen!“ Jimins Stimme war heiser und kratzig, aber sein Blick war ernst.


„Was meinst du damit, niemand darf hiervon wissen?! Bist du durchgeknallt? Du hustest Blut und...und…sind das Blütenblätter? Verdammte Scheiße!“ Die Stimme des Jüngeren stieg mit jedem Wort eine Oktave höher und sogar noch mehr, als Jimin seinen Griff lockerte und einen blutigen Handabdruck auf Jungkooks Handgelenk hinterließ.


„Jung- Jungkook, bitte. Schließ die Tür ab.“ Jimin hustete noch ein paar Mal und spuckte weitere Blütenblätter aus, die an seiner Zunge klebten. „Bitte, tu es für mich.“ Jungkook war eindeutig in einen Konflikt geraten und blickte zwischen der Tür und dem kleineren Jungen hin und her. „Kookie…Kookie bitte!“ Jungkook schwieg, als er zur Tür ging, als die auf einmal von außen geöffnet wurde. Er reagierte blitzschnell, stieß sie zu und drehte das Schloss um.  


„Hey!“ ,erklang ein Protest auf der anderen Seite und es wurde an dem Türknauf geruckelt.


„Wegen Reinigung geschlossen!“ ,rief Jungkook und wandte sich seinem Freund am Boden zu. Jimin schenkte ihm die Andeutung eines Lächelns und merkte nicht, wie abstrakt die Geste war, bis Jungkook zusammenzuckte, sich die Hand über den Mund schlug und weitere Tränen ihm über die Wangen liefen. Jimin wandte sofort den Blick ab.


„Es tut mir leid.“ ,flüsterte er zittrig, der Atem stockte, als er nochmal husten musste. „Es tut mir so leid, Kookie.“ ,schluchzte er leise und konnte wegen des ganzen Blutes nicht einmal sein Gesicht verdecken. Jimin nahm eine Bewegung war und wurde plötzlich von Jungkook in seine Arme gezogen. Er wurde von ihm festgehalten, während die beiden weinten.



===



Die Umgebung war unscharf, als Jungkook Jimin aus den Toiletten des Clubs half und ihn nach Hause brachte. Alles, was er sehen konnte, war das Blut, das er wackelig von Händen, Hals und Mund geschrubbt hatte und die Blütenblätter, die er in der Toilette herunter gespült hatte. Jungkook hatte die ganze Zeit geschwiegen und half ihm sauber zu machen, bevor er sich die Hände wusch. Jimin hatte sich pausenlos beim ihm für das Blut entschuldigt, das auf seinen Klamotten gelandet war. Sie nahmen ein Taxi zurück zu Jimins Wohnung. Der Jüngere war immer noch unnatürlich still, als er ihm in seine Wohnung folgte und sich auf Jimins Bettkante setzte, während der Ältere schnell duschte. Als Jimin zurückkam fand er ihn an derselben Stelle, an der er ihn gelassen hatte, jetzt aber mit einer Wasserflasche in der Hand.


„Hey.“ ,hauchte Jimin, ließ sich neben ihm auf seinem Bett nieder und dankte Jungkook, als er ihm die Flasche reichte. Jimin hatte seine Zähne blitzblank geputzt und Mundwasser benutzt, um den metallischen Geschmack aus seinem Mund zu bekommen, aber er hatte immer noch das Gefühl, als würde ihm etwas im Hals feststecken. Das Wasser half ein bisschen.


„Was ist mit dir los?“ Jungkook sprach schließlich zum ersten Mal seit er dem Taxifahrer Anweisungen zu Jimins Wohnung gegeben hatte. Seine Stimme war leise und unruhig.


„Ich weiß es nicht.“


„Warst du schon bei einem Arzt?“


Jimin spielte mit der Wasserflasche in seinen Händen. „Das war erst das zweite Mal, dass es passiert ist. Das erste Mal war letzte Nacht unter der Dusche. Aber es war nicht so extrem gewesen wie heute.“ Er seufzte. „Heute Morgen dachte ich noch, dass ich mir alles nur eingebildet hatte.“


„Wir sollten einen Termin vereinbaren.“ ,sagte Jungkook, stand auf und ging in Jimins Zimmer auf und ab. „Ich kann mit dir gehen, wenn du möchtest. Ich bin mir sicher, dass es einen behandelbaren Grund dafür gibt. Wahrscheinlich ist es keine große Sache.“ Jimin beobachtete den Jüngeren eine Weile, bevor er das Gesicht in seinen Händen vergrub. Er konnte die Müdigkeit in seinen Knochen spüren. „Jimin, hast du mich gehört?“


„Ja, Jungkookie, habe ich.“ Jimin ließ die Hände gähnend in seinen Schoß fallen. „Ich bin müde, Kook-ah. Können wir ein anderes Mal darüber reden?“


„Hyung, du kannst sowas nicht einfach ignorieren! Du musst unbedingt zu einem Arzt! Und wir müssen es den anderen sagen!“


„Niemand darf davon erfahren!“ ,unterbrach Jimin den auf und ab gehenden Jungen und sah auf, um seinem Blick zu begegnen. „Das ist mein Ernst.“


„Warum Hyung? Du brauchst Hilfe und es ist nicht so, als ob irgendwer weniger von dir halten würde, nur weil du krank bist! Du kannst nichts daran ändern!“


„Ich möchte nicht, dass es jemand weiß.“ ,bestand er weiterhin darauf. Jungkook sah jetzt wütend aus, sein Gesicht färbte sich rot und er spannte seinen Kiefer an, als er aufhörte auf und ab zu laufen. Sein Körper vibrierte fast vor nervöser Energie.


„Du hast einen Knall. Ich werde nicht einfach hier herumsitzen, während du das Problem ignorierst. Das kann ich nicht.“ Er ging zur Zimmertür und schüttelte den Kopf, bevor er sein Telefon herausholte, um sich ein Taxi zu rufen.


Jimin sprang auf die Füße. „Jungkook, hör auf! Du musst das machen.“ Er biss sich auf die Unterlippe und hasste sich für seine nächsten Worte. „Du schuldest mir das.“ Der Jüngere erstarrte in seiner Bewegung die Türklinke hinunter zu drücken. In seinen Augen lag Schmerz, als er sich umdrehte und Jimin hätte sich am liebsten geohrfeigt. „Ich werde es den anderen sagen, ob und wenn ich bereit bin. Ich werde irgendwann einen Arzt besuchen. Ich bin gerade…Ich brauche ein wenig Zeit. Ich muss das Ganze er selbst verstehen, bevor es die ganze Welt erfahren soll. Bitte versteh das und gib mir den Freiraum, den ich brauche.“ Jungkook nickte nur und sah ihn an. „Danke. Und..ich bin wirklich müde, Kookie.“


„Erhol dich. Und bitte nimm dir nicht zu viel Zeit, okay?“ Er wartete nicht auf eine Antwort, bevor er Jimins Zimmer und dann seine Wohnung verließ. Jimin schloss für einen Moment die Augen und wischte sich die Tränen weg, bevor er sich zum Aufräumen entschloss. Das Seidentop war blutbespritzt und es nicht wert gerettet zu werden. Er musste es nur ansehen und ihm wurde schlecht. Sein Schmuck lag bereits in einer Schüssel mit Reinigungsmittel. Jimin konnte sich kaum im Spiegel erkennen. Seine Haut war ungewöhnlich blass und unter seinen Augen befanden sich dunkle, blaue Flecken. Er konnte seinen Anblick nicht länger ertragen und ging zurück in sein Zimmer. Er griff nach seinem Handy und schaute nach, ob er Nachrichten bekommen hatte, während er es sich bequem machte.




Hobi-hyung
> Jiminie! Kookie meinte, dir geht’s nicht gut und das er dich nach Hause bringt. Lass es mich wissen, wenn du was brauchst, okay? Lieb dich!

Joonie-hyung
> Ruh dich aus! Medizin nicht vergessen!

Yoongi-hyung
> Pass auf dich auf.

Jin-hyung
> Trink viel Tee, er soll anscheinend helfen.




Jimin musste über die Nachrichten lächeln. Sein Herz schwoll darüber an, wie fürsorglich seine Freunde waren. Sie zögerten nie, sich nach ihm zu erkunden und es gab ihm das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Deshalb wollte er wissen, was mit ihm los war, bevor er etwas sagte. Er wusste, dass sie sich alle ständig Sorgen um ihn machten und er wollte ihnen den Schmerz ersparen. Er wollte gerade sein Telefon ausschalten, als er bemerkte, dass er noch weitere Nachrichten bekommen hatte. Sein Herz zog sich zusammen, als er sah, dass sie von Taehyung kamen.




Taehyungie
> Ich habe gerade von Kookie eine Nachricht bekommen. Geht es dir gut?
> Was ist los? Er sagte, dass dir schlecht ist.
> Soll ich nach Hause kommen? Ich kann noch einen Zwischenstopp einlegen und dir das Kokoswasser mitbringen, das du so magst.
> Du antwortest nicht... ich mach mich gleich auf den Weg, okay?




Mit zittrigem Atem schrieb er ihm schnell eine SMS zurück und hoffte, dass Taehyung noch nicht losgegangen war.




Jimin
Sorry, ich war gerade noch Duschen.
Du musst nicht nach Hause kommen, mir geht es gut, wirklich. Ich bin einfach nur müde.



Taehyungie
> Bist du dir sicher? Ich kann in 20 Minuten bei dir sein.


Jimin
Ich bin sicher.
Nacht, TaeTae



Taehyungie
> :(( okay…ich hoffe, dir geht es morgen früh wieder besser.
> Schlaf schön Jiminie.
> Ich liebe dich!!!!




Jimin spürte heiße Tränen in seinen Augen aufsteigen, als er die Nachrichten las. Er schaltete sein Handy aus, bevor er aufstand und seine Tür abschloss. Zurück in seinem Bett knipste er seine Nachttischlampe aus. Jimin starrte im Dunklen an die Decke, bis er abdriftete und das erste Tageslicht durch seine Vorhänge drang.



===



Jimin hatte das Gefühl, in den letzten zwei Wochen ständig auf der Flucht zu sein. Seit dieser Nacht in dem Club hatte er Taehyung wie die Pest gemieden und hatte immer etwas gefunden, um sich von ihrer gemeinsamen Wohnung fernzuhalten und war nur dann anwesend, wenn er wusste, dass Taehyung arbeitete oder woanders beschäftigt war. Jimin kam erst spät abends nach Hause und ging früh morgens, nur um seinen besten Freund nicht über den Weg zu laufen. Er antwortete auch kaum auf seine Nachrichten und Anrufe und versuchte die Stimme in seinem Kopf abzuwürgen, die sagte, dass Taehyung schon längst bemerkt hatte, dass etwas nicht stimmte. Obwohl er eine gute Ausrede im Hinterkopf parat gelegt hatte, fühlte er sich immer noch schlecht, als Taehyung ihm schrieb, dass er ihn vermisste und fragte, wann sie endlich wieder Zeit miteinander verbringen konnten. Es war schwer, nicht mehr an der Hüfte des anderen gebunden zu sein.


Er verbrachte viel Zeit bei Hoseok und im Tanzstudio. Die beiden bereiteten sich auf die Auditions vor, die in einer Woche stattfinden würden. Hoseok hatte eine intensive Choreografie zusammengestellt, die zu dem optimistischen Track passte, den Yoongi und Namjoon letzte Woche eingereicht hatten. Zu seiner Überraschung hatte Jungkook zugestimmt, sich dem Duo anzuschließen und auch beim Vortanzen teilzunehmen, obwohl er Jimin kaum ansehen konnte. Jimin war sowohl froh über den Freiraum, als auch bedrückte über das Verhältnis mit dem Jüngeren.


„Ich brauche eine Pause.“ ,kündigte Jungkook plötzlich an und richtete sich aus der Schlusspose auf. Der private Raum im Studio war leer und kühl und die Ventilatoren quietschten leise.


„Eine Pause? Aber wir haben doch gerade erst angefangen! Wir tanzen erst seid zwanzig Minuten!“ ,jammerte Hoseok und richtete sich ebenfalls auf. „Du schwitzt noch nicht einmal!“


„Ich bin müde, gib mir eine kleine Pause.“ ,sagte Jungkook, lehnte sich an die Wand und sank zu Boden. Er schraubte den Deckel seiner Wasserflasche ab und trank einen großen Schluck. Seine Augen trafen auf Jimins im Spiegel.


Jimin sah beschämt weg. Sein Brustkorb hob sich leicht und er versuchte seine Atmung nach zwanzig Minuten Training zu normalisieren. Er war bereits nach so kurzer Zeit erschöpft und spürte wie seine Knie und Hände zitterten, als er sich ebenfalls auf den Boden setzte. Die Tatsache, dass Jungkook seine Erschöpfung bemerkte und sich trotz seiner harten Worte von vor zwei Wochen immer noch um ihn sorgte, ließ ihn sich irrational emotional fühlen. Die Episoden, wie er die Hustenanfälle getauft hatte, traten immer häufiger auf. Zum Glück gab es seit dem Vorfall im Club nicht mehr so viel Blut und er hatte immer ein Taschentuch zur Hand, um das meiste davon aufzufangen. Nur einmal an einer Tankstelle hatte er die Kontrolle verloren und war dankbar, dass es dort eine Toilette gab. Die schwindende Kraft seines Körpers war ihm peinlich. Wandern war eine seiner Lieblingsbeschäftigungen gewesen, das Brennen in seinen Muskeln ähnlich wie beim Tanzen und die kühle Morgenluft der Berge war erfrischend. Er wanderte hauptsächlich allein, schob seinen Körper bis an seine Grenzen und wenn er den Gebirgskamm erreichte, las er entweder ein Buch oder genoss einfach nur die Aussicht. Er betrachtete es als seine Ich-Zeit. Als er letzten Samstag versucht hatte zu wandern und es kaum ein paar Meilen den Weg hinauf geschafft hatte, war er so frustriert gewesen, dass er am liebsten geschrien hätte. Jimin hasste die plötzliche Schwäche in seinem Körper, hasste es, dass er auf halber Höhe wieder umkehren musste, nur um sicher zu gehen, dass er es heil wieder hinunter schaffte.


Jimin schüttelte seinen Kopf und brachte sich so zurück in die Gegenwart, hustete leicht und streckte die Arme über seinen Kopf aus. Sogar das Tanzen, das für ihn immer so mühelos gewesen war, wurde immer schwieriger. Ihm wurde leicht schwindelig und er brauchte immer öfters Pausen. Er tat sein Bestes, um es vor den anderen zu verbergen und drängte seinen Körper über seine Grenzen hinaus, um nicht als schwächtest Glied dazustehen. Er arbeitete doppelt so hart an ihrem Vortanzen und hatte eine positive Einstellung, es durch die dreieinhalbminütige Performance zu schaffen.


„Der Song ist der Knaller.“ ,bot Jimin als Eisbrecher an. Hoseok lächelte ihn im Spiegel an und nickte.


„Ja, denke ich auch. Joonie und Yoongi-hyung haben wirklich ganze Arbeit geleistet!“


„Und deine Choreo ist fantastisch, Hyung. Die Mischung aus scharfen und schwachen Bewegungen passt wirklich zu dem Song. Ich denke, wir werden das Vortanzen rocken.“ ,sagte Jimin und lächelte, als Hoseoks Wangen sich rot färbten.


„Danke, Jimin-ah! Aber die Choreografie ist nur so gut wie die Tänzer und ihr beide seid die Besten.“ Hoseok stand auf und hüpfte ein wenig auf der Stelle, um seine Beine warm zu halten. „Bist du bereit, Kookie? Wir haben nur noch ein paar Tage und müssen mit der Musik üben!“


Jungkook warf Jimin einen Blick zu, nickte und stand auch auf. „Von mir aus kann’s los gehen.“


Sie verbrachten die nächsten Stunden damit, immer wieder die Schritte durchzugehen, bis Hoseok für den Tag zufrieden war. Der normalerweise süße Junge verwandelte sich in einen unheimlichen Aufseher, der Soldaten ausbildete, wenn es um Tanzroutinen ging. Um fünf Uhr waren alle drei schweißgebadet und erschöpft. Jimin keuchte leicht und versuchte seine Atmung unter Kontrolle zu bringen, während er an seinem Wasser nippte. Er ignorierte Jungkooks besorgte Blicke. Jimin brauchte nur eine Minute.


„Wir sind fast fertig! Ich denke wirklich, wir schaffen das, Jungs!“ Die beiden Jüngeren sahen ihm beim Tanzen zu, schockiert, dass er nach dem intensiven Training noch Energie in sich hatte. Jimin lachte leise über seine Mätzchen, als Hoseok Jungkook hochzog, der alles mit sich machen ließ und lachte.


„Ich muss gehen.“ ,sagte Jungkook nach ein paar Augenblicken des Herumalberns mit einem Grinsen im Gesicht, als er nach seiner Tasche und seiner Wasserflasche griff. „Ich muss noch ein paar Hausaufgaben erledigen. Dieser Biochemiekurs wird mich irgendwann noch umbringen.“


„Ich hab dir aber gesagt, Sommerkurse sind schrecklich!“ ,kicherte Hoseok und packte ebenfalls seine Sachen zusammen. Er warf sich seine Tasche über die Schulter und folgte Jungkook zur Tür, wo beide innehielten, um sich zu Jimin umzudrehen, der noch immer mitten im Raum auf dem Boden saß. „Kommst du, Jimin-ah?“


„Nein, ich habe noch ein paar andere Dinge, an denen ich feilen muss und ich muss mich noch richtig dehnen und abkühlen. Ihr könnt ruhig gehen, ich werde nicht lange brauchen.“


„In Ordnung. Überarbeite dich aber nicht, okay? Lass es uns wissen, wenn du etwas brauchst!“


„Werde ich. Tschüss Hyung, tschüss Kookie.“ Er winkte den beiden mit einem Lächeln zu und seufzte leise, als sich die Tür hinter ihnen schloss. Er fiel zurück auf den Boden und starrte zu dem klapprigen Ventilator auf, der sich ununterbrochen drehte und dabei quietschte. Der Boden fühlte sich gut auf seiner erhitzten Haut an, als er so dort lag und seinen Körper langsam abkühlen ließ. Gelegentlich streckte er sich, um einen schmerzenden Muskel zu lockern, aber war zu faul, um sich richtig zu dehnen. Er war erschöpft. Seit einiger Zeit litt er unter Schlafmangel und er machte sich über die wachsende Unfähigkeit Sorgen, zu essen. Es war wahrscheinlich eine Kombination dieser Dinge, die ihn mitten auf dem Studioboden einschlafen ließ.



===




1) HI!
2) Es ist endlich Wochenende!
3) BE ist heute bei mir angekommen *Freudentränen*
4) UNSERE JUNGS WURDEN ENDLICH BEI DEN GRAMMYS NOMINIERT!!!
5) Vielen, vielen Dank für die Herzen und Sterne
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast