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Lighthouse

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18
Chris "The Lord" Harms OC (Own Character) Pi Stoffers
14.11.2020
28.11.2020
6
14.344
2
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10 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
21.11.2020 2.144
 
Weiter geht´s! Über ein paar Anmerkungen würde ich mich freuen. :-))
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Wie paralysiert stand Tamara da und seine Frage wiederholte sich ständig in ihrem Kopf - „Können wir reden?“ -. Doch wollte sie das wirklich? War er nicht vielleicht doch ähnlich wie ihr Ex? Er war Musiker und konnte jede Menge Groupies abschleppen, warum war ihm ein Gespräch mit ihr scheinbar so wichtig? „Bitte Tamara!“ flehte er schon fast, als hätte er ihre Gedanken erraten und sah sie aus treuen Hundeaugen an. „Na los! Ich geh dann doch nochmal zum Merchstand.“ stupste Salome´ ihre Freundin an und lächelte sanft. Tamara nickte und folgte Chris in den abgesperrten Bereich.
Er führte sie in einen großen Raum mit zwei Sofas, mehreren Sesseln und einigen Schminkspiegeln an der einen Wand. „Setz dich doch bitte! Möchtest du etwas trinken? Wasser, Saft oder etwas alkoholisches?“ fragte er und wirkte nervös. „Ein Wasser bitte.“ antwortete Tamara und setzte sich auf eins der Sofas, während Chris für sie und sich selbst jeweils ein Wasser holte.
Er gab es ihr, was sie mit einem zaghaften Lächeln quittierte und setzte sich ebenfalls auf das Sofa, auf dem sie saß, nur mit etwas Abstand zu ihr. Nun saßen sie nebeneinander und keiner sagte ein Wort. Tamara starrte nur vor sich hin auf die kleine Wasserflasche in ihrer Hand und Chris beobachtete sie dabei, suchte innerlich verzweifelt nach Worten, wie er ein Gespräch anfangen könnte.
„Was war heute Vormittag plötzlich mit dir los? Was habe ich falsch gemacht?“ fiel er nach ein paar Minuten einfach mit der Tür ins Haus. Tamara zuckte erschrocken zusammen, da sie so in ihre Gedanken versunken gewesen war und nach dem langen Schweigen nicht damit gerechnet hatte, das Chris überhaupt nochmal was sagen würde. Insgeheim hatte sie schon beschlossen, wieder in die Halle zu gehen und Salome´ zu suchen, als er mit dieser Frage um die Ecke kam… „Was meinst du?“ versuchte sie Zeit zu schinden. Sie wollte diese Frage nicht beantworten, hätte es doch zu viel von ihr preisgegeben. „Die Aktion nach dem Frühstück, beim Bezahlen, als du danach fast schon wutschnaubend abgerauscht bist.“ erinnerte er sie. „Ach das...“ zog sie ihre Antwort in die Länge und sah kurz auf in Chris´ Gesicht, das momentan einem Fragezeichen glich. Tamara seufzte tief. „Das kann ich dir nicht erklären! Es tut mir leid!“ sagte sie leise und schaute zu Boden. Sie konnte Chris einfach nicht in die Augen schauen. „Warum? Ich möchte das Ganze doch einfach nur verstehen!“ versuchte Chris sie zum Reden zu bringen. „Ich kann es einfach nicht!“ schrie Tamara, sprang auf und rannte kopflos durch die nächste Tür in einen schummrigen Gang hinein. „Tamara warte!“ hörte sie Chris hinter sich rufen, doch es war ihr egal! Sie wollte nur weg! Weg von allem, von ihm, von ihren Erinnerungen, einfach nur weg! Tränen rannen ihr mittlerweile über die Wangen, doch sie bemerkte es nicht einmal. Tamara rannte den schummrigen Gang entlang und an der nächsten Gabelung bog sie nach links ab, lief halb blind durch die Tränen immer weiter und wie es kommen musste, stolperte sie über ein vergessenes Kabel, das ihren Weg kreuzte und fiel der Länge nach hin. Schmerz durchfuhr ihren linken Knöchel und als sie Anstalten machte, wieder aufzustehen, konnte sie den verletzten Knöchel nicht belasten! „Verdammt! Wie komme ich hier jetzt weg?!“ fragte sie sich verzweifelt, als sie plötzlich schnelle Schritte vernahm, die aus dem schummrigen Gang hinter ihr drangen. „Nein! Nicht schon wieder!“ dachte Tamara panisch und versuchte unter starken Schmerzen aufzustehen. Sie wollte sich nur verstecken und abwarten, bis ER wieder weg war. ER würde sie sonst wieder mißhandeln! Leise keuchend schleppte sie sich in Richtung von ein paar Kisten, während die Schritte hinter ihr immer lauter wurden und eine Stimme ihren Namen rief. Doch die Stimme klang anders, nicht wie die von IHM. Trotzdem versuchte Tamara verbissen zu den Kisten zu kommen. Wer weiß, ob ER nicht einen seiner Freunde geschickt hatte, sie zu suchen.. Sie war fast bei den Kisten angekommen, als sie eine Hand auf ihrer Schulter spürte, die sie festhielt und eine Stimme sprach mit ihr. Entsetzt schlug sie um sich, schrie immer wieder, er solle sie los lassen und verlor dabei ihr mühsam aufrechterhaltenes Gleichgewicht. Einmal auf den verletzten Knöchel zu sehr aufgetreten und der Schmerz ließ sie Sterne sehen! Mit einem Schrei stürzte sie wieder zu Boden und versuchte sich mit den Händen abzustützen. Die Gestalt neben ihr hockte sich neben sie und Tamara riß panisch die Arme vor ihr Gesicht. „Nein!! Tu mir nichts! Hilfe!!“ schrie sie und hielt weiter schützend die Arme vor das Gesicht. „Shht!! Ich tue dir nichts! Ich möchte dir helfen!“ sagte die Stimme und nun erkannte sie diese, sie gehörte Chris! Vorsichtig nahm sie die Arme runter und sah im Schummerlicht Chris neben sich hocken. Vor Erleichterung fing sie wild an zu zittern und die eben versiegten Tränen begannen erneut zu fließen, auch weil sie sich für ihr Verhalten von eben schämte…
„Chris… Es tut mir leid!“ brachte sie mit erstickter Stimme hervor. „Schon gut! Lass uns wieder ins Warme gehen und dort reden. Hier ist es zu kalt.“ redete er sanft auf sie ein und wollte ihr beim Aufstehen helfen, doch der Versuch endete kläglich in einem Schmerzensschrei ihrerseits, als sie den verletzten Knöchel belasten wollte und sie sackte gleich wieder zusammen.“Mit laufen wird wohl offensichtlich nichts.“ meinte Chris, nahm Tamara kurzerhand auf seine Arme  und trug sie in den Raum von vorhin zurück, welcher zum Glück noch verlassen war. „Danke Chris! Mein dummes Verhalten eben tut mir leid!“ entschuldigte sie sich und traute sich nicht, ihn bei ihren Worten anzusehen. „Gern geschehen! Aber du musst dich nicht entschuldigen! Es wird mit Sicherheit einen guten Grund für den Verhalten geben!“ sagte er mit sanfter Stimme, setzte sie auf dem Sofa ab und nahm dicht neben ihr Platz, einen Arm noch immer um sie gelegt. „Den gibt es, ja, aber es ist für mich unheimlich schwer, darüber zu reden!“ gestand sie ihm leise. „Du musst es mir nicht erzählen..“ meinte Chris, auch wenn er es sich wünschte, weil er sie besser verstehen wollte. Nach allem, was eben passiert war, musste sie Schreckliches erlebt haben. „Schon gut.. Irgendwie bin ich es dir auch schuldig..“ sagte sie, aber es war deutlich ein Zögern aus ihrer Stimme zu hören. „Es begann alles vor ein paar Jahren, als ich 25 war. Ich lernte einen netten Mann kennen, verliebte mich und konnte mein Glück kaum fassen, als er sagte, er würde für mich genauso empfinden. Die ersten 6 Monate lief alles super. Ich schwebte auf Wolke unendlich und als Salome´ mich vor Robin anfing zu warnen, wollte ich es nicht hören! Ein bißchen Eifersucht ist in einer Beziehung doch normal. Das zeigt, wie sehr man den anderen liebt! So dachte ich zumindest und wischte ihre Bedenken mit einem Schulterzucken weg. Ich warf ihr sogar Eifersucht vor, weil sie damals keinen Freund hatte und ich schon. Wir haben uns richtig gestritten und ein paar Wochen nicht miteinander gesprochen. Robin fiel das natürlich auf und er meinte, es wäre besser so, denn sie hätte uns nur im Weg gestanden. Das war das erste Mal, wo ich mißtrauisch wurde, denn ich litt unter dem Streit mit Salome´. Nach und nach fiel mir dann auch auf, dass sich andere Freunde plötzlich nicht mehr meldeten und ich hakte bei ihnen nach. Sie sagten mir, dass ich Vorschläge für Treffen und Einladungen für Feiern ignorieren würde und das sich Robin auf Geburtstagen immer danebenbenommen hatte, wenn ich grade nicht im Raum gewesen war. Von den Einladungen und Vorschlägen für Treffen wusste ich aber nichts, die mussten von ihm gelöscht worden sein, doch was ich ihnen auch sagte, sie glaubten mir nicht. Sie dachten, ich wollte auf lieb Kind machen, weil es möglicherweise in meiner Beziehung kriselte. Viele wandten sich ab, bis mir am Schluß nur noch Salome´ blieb! Sie rief mich nämlich 5 Wochen nach unserem Streit an, weil sie genauso litt, wie ich und wir vertrugen uns wieder. Als ich das Robin erzählte, schlug er mich das erste Mal!
Das er Salome´ nicht mochte, war mir klar, aber ich hatte gedacht, dass er sich trotzdem für mich freuen würde, weil es mir seit dem Streit schlecht gegangen war. Dumm wie ich zu dem Zeitpunkt war, suchte ich Entschuldigungen für diesen Vorfall, schob es aus den Alkohol und überschminkte das Veilchen. Er entschuldigte sich am nächsten Tag auch reumütig und sagte, er würde mich doch lieben. Die nächsten 2 Wochen war wieder alles schön und er verwöhnte mich. Doch der nächste „Ausrutscher“ sollte bald folgen!
Es war nur ein harmloses Kompliment von meinem Arbeitskollegen bei der Firmenfeier, zu der wir auch unsere Partner mitbringen durfte, was ihn erneut zum Ausrasten brachte. Nicht bei der Feier selber, so schlau war er ja, doch Zuhause ließ er seiner Wut freien Lauf. Er fragte mich erst nur ganz harmlos, was das denn für ein Arbeitskollege sei und warum er mir solche Komplimente machte. Daraufhin erklärte ich leichthin, dass wir nur zusammen etwas für die anderen Kollegen erarbeitet hätten und mehr nicht. Er hatte nur ruhig genickt, mit dem Arm ausgeholt und mir mein zweites Veilchen verpasst, dabei schrie er, ich solle ihn nicht anlügen und ist aus der Wohnung gestürmt. Das war aber nicht alles. Nach ein paar Wochen kündigte genau dieser Kollege und verließ, sogar die Stadt! Keiner konnte sich erklären, warum.. Hinterher haben wir erfahren, das Robin ihn gestalkt und schwer bedroht hatte.
Es war dann auch nicht das letzte Mal, dass er mich schlug. Er suchte immer wieder Gründe, um mich zu demütigen, sei es verbal oder mit Schlägen. Ich ging durch die Hölle und habe nachher alles so gemacht, wie er es gern wollte, nur damit er mich nicht schlug! Einzig den Kontakt zu Salome´ habe ich mir, trotz Schläge, nicht verbieten lassen! Sie hat mir auch aus der ganzen Misere heraus geholfen, hat mich zur Polizei begleitet, eine einstweilige Verfügung erwirkt usw.
Seit dieser Zeit bin ich sehr empfindlich, wenn es darum geht, dass mir ein Mann etwas ausgeben will.“ beendete Tamara ihre Erzählung und starrte ins Leere. Chris, der die ganze Zeit aufmerksam zugehört hatte, war extrem schockiert! „Deswegen war sie so komisch! Wally hatte recht!“ dachte er sich und aus einem Impuls heraus, legte er auch seinen zweiten Arm um Tamara und zog sie dicht an sich. Sie versteifte sich für einen kurzen Moment, ließ dann aber locker, nachdem sie seinen warmen Atem an ihrer Schläfe spurte und er sagte „Ich würde dir niemals weh tun!“ Tamara wusste nicht warum, aber sie hatte das Gefühl, dass er es ehrlich meinte und ihr wirklich niemals weh tun würde. Nach einiger Zeit löste sich Chris von ihr, strich ihr eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht und lächelte sie sanft an, sodass sie das Lächeln nur erwidern konnte. „Danke für deine Ehrlichkeit! Du bist eine sehr starke Frau, dass du nach allem, was du erlebt hast, hier so vor mir sitzt!“ sagte er. Tamara wurde rot. „Stark würde ich das nicht nennen, nach der Aktion eben..“ nuschelte sie. „Nennen wir es einfach Panikattacke.“ meinte Chris und lächelte sie verständnisvoll an. „Und die Anderen brauchen davon nichts zu wissen!“ erklärte er noch, da er Geräusche von der anderen Seite der Tür hörte. Und richtig! Der Rest von Lord of the Lost und ein paar Crewmitglieder traten ein und brachten Salome´ mit. Diese machte große Augen, als sie Tamara so eng bei Chris sitzen sah, lächelte aber, als sie bemerkte, dass Tamara entspannt an ihn gelehnt dasaß und ihr zulächelte. „Da seid ihr beiden! Wir haben euch schon gesucht! Die Fans haben dich vermißt!“ rief Class aus und musterte die Szene vor ihm argwöhnisch. „Tut mir leid! Ich hatte hier noch etwas Wichtiges zu klären! Beim nächsten Mal bin ich wieder dabei.“ meinte Chris und zog Tamara etwas dichter zu sich. „Aha.. Und was genau hattet ihr zu besprechen?“ hakte Class nach. Tamara spannte sich kurz an, doch Chris strich ihr beruhigend über den Unterarm, während er Class kopfschüttelnd ansah. „Du musst nicht alles wissen!“ sagte Chris und Tamara entspannte sich wieder. „Wie du meinst!“ seufzte Class und drehte sich zu den Anderen um. „Was machen wir denn jetzt?“ fragte er in die Runde. „Ich muss Tamara erst ins Krankenhaus bringen. Sie ist vorhin auf dem Weg zur Toilette umgeknickt und ihr Knöchel wird immer dicker.“ warf Chris ein. Salome´ guckte besorgt und fragte Tamara per Handzeichen, ob sie mitkommen soll, doch Tamara verneinte dies. Chris kannte sich hier besser aus und eine Begleitperson sollte reichen.
Chris rief ein Taxi an und zusammen gingen sie dann zum Hinterausgang, wobei Chris Tamara trug und warteten dort auf das Taxi. Die Anderen überlegten derweil, was sie nun mit dem angebrochenen Abend machen sollten. Es wurde Vorschläge gemacht und wieder verworfen, bis sie sich auf ein Trinkspiel mit Karten einigten. Der Abend sollte noch lustig werden….
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