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Du warst doch anders, als die andern....

GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
Dirk "Bela B." Felsenheimer Jan "Farin Urlaub" Vetter OC (Own Character) Rodrigo "Rod" Gonzalez
14.11.2020
19.11.2020
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14.11.2020 802
 
Mein Leben war nicht gerade das beste. Ich war gerade mal zwanzig Jahre alt und musste jeden Tag  zusehen, dass zumindest mein Magen halbwegs gefüllt wurde. Ich lebte in einer alten Einzimmerwohnung mitten in Berlin, die auch noch sehr spärlich Eingerichtet war. Das einzig schöne, an meiner Einrichtung war ein alter Plattenspieler, den ich von meinem Vater zum 18. Geburtstag bekommen habe.

In ihm spielte gerade die Platte von Depp Johns, die ich damals von Bela voller stolz überreicht bekam, als er sie mit seiner neuen Band fertig gestellt hatte.
Allerdings war das nun schon zwei Jahr her. Mittlerweile hat sich die Band mangels Erfolg wieder
aufgelöst. Bela kannte ich schon seit ich fünfzehn war. Diana, seine Schwester, war damals meine beste Freundin gewesen und so bekam ich auch Kontakt zu ihm und seiner damaligen Band „Die Ärzte“. Bela und sein damaliger bester Freund Farin waren immer der lacher der Nation.

Doch nachdem Farin die Band eines Tages auflösen wollte, haben die beiden keine drei Worte mehr miteinander gewechselt. Seit diesem Tag habe ich auch Farin nie wieder gesehen. Ich wusste, das er noch in Berlin war und eine Band namens „King kong“ hatte, mit der es aber genauso schlecht stand wie die von Bela.
Bela selbst habe ich in der Zeit öffters schon gesehen, allerdings trank er seit der Auflösung immer mehr Alkohol, nahm auch ab und an Drogen und grenzte sich immer mehr von seinen alten Freunden ab. Nur mit Rod, den Gitarristen von Depp Jones unternahm er noch sehr viel.

Ich schaltete den Plattenspieler ab, griff mir meine Gitarre und ging aus der Wohnungstür. Ich machte mich auf den Weg in die Einkaufspassage um dort mit meinem Gitarrenspiel etwas Geld zu verdienen.
Nachdem ich angefangen hatte, waren die ersten 20 Minuten die totale Flaute. Keinen interessierte meine Musik. Zum Höhepunkt kamen auch noch die Bullen vorbei und erteilten mir Platzverweis.
Also packte ich meine Gitarre und ging einfach zwei Straßen weiter zum nächsten Supermarkt und spielte dort weiter. Die Lage verbesserte sich auch allmählich.
Plötzlich schritt ein großer blonder Mann mit Anzug und Aktentasche an mir vorbei.

Ich erstarrte in meinem Spiel. Das konnte nicht sein, ich musste diesen Mann verwechseln, aber...
„Farin!!“ rief ich den Mann hinter her und stand vom Boden auf, doch der Mann ging einfach weiter. Doch ich war mir so sicher...
„Farin!!.......Hey! Jan Vetter!!“ rief ich und erschrak, als der Mann plötzlich stehen blieb und sich langsam umdrehte.
Meine Augen wurden groß, als ich ihn richtig betrachtete und sah, wie geschniegelt und gebügelt er aussah. Sogar mit Krawatte und zum Scheitel gekämmte Haare.
„Ah! Nicole!“ sagte er hochtrabend, kam zu mir und streckte mir seine Hand entgegen.
Nicole!! Ich sah ihn entgeistert an. Noch nie hatte er mich so genannt. Früher nannte er mich immer nur Nick, oder wenn er ganz gut drauf war sogar mal Nickylein. Aber noch nie Nicole.
Erst jetzt realisierte ich wieder seine ausgestreckte Hand und ergriff sie zögerlich.
Sollte ich ihn zur Begrüßung umarmen?

Doch bevor ich das überhaupt tun konnte, ließ Farin meine Hand schon wieder los.
Er musterte mich von oben bis unten und es erschien mir mehr als unangenehm.
Dann sah er auf den Boden und erblickte meine Gitarre, die da immer noch lag.
Er blickte mich wieder ziemlich ernst an und sagte dann „Na, wie geht es dir denn so? Wie ich sehe, spielst du immer noch Gitarre.“
Ich war einfach nur mehr oder weniger geschockt, was aus Farin geworden ist. Wie konnte er nur so ein Spießer werden?

„ähm...äh jaja!“ antwortete ich ihn.  Er nickte mit den Kopf und schaute noch einmal zu Boden.
„Ma...machst du denn auch noch Musik?“ fragte ich ihn und er sah mich erstaunt an.
„Ich? Nein! Nein! Musik hat mir im Leben einfach rein....rein gar nichts gebracht.“ sagte er und ich konnte wieder nicht glauben, dass er das ernst meinte.
„Und....was machst du jetzt so?“ fragte ich ihn.
„Ich bin Finanzberater in der Deutschen Bank.“ sagte er und versuchte stolz zu wirken.
„Finanzberater!!“ sagte ich erstaunt.
„Ja!! Also, wenn du mal fragen in Sachen Geldanlagen hast, dann komm doch vorbei. Die Bank ist in der Scheiterstraße.“ sagte er
„Ähm....Ja. Ich überlegs mir.“ antwortete ich perplex.
„Gut. Also einen Schönen Tag noch.“ Sagte er und ließ mich einfach stehen.
Ich stand da und sah ihm nach. Eine halbe Welt brach im mir zusammen. Ein lebenslustiger Punkriese ist zu einem Spießbürger geworden. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass ihm das glücklich machte.
Seitdem sich die Ärzte getrennt hatten ging es also sowohl bei Bela als auch bei Farin Berg ab. Bela rutschte in die Drogensucht und Farin.....ja!
Ich musste Bela finden und ihm sagen, was aus Farin geworden ist.
Ich packte meine Gitarre ein und machte mich auf den Weg.
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