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Kämpferherz

von AJ1305
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Michael Weber Paul Richter Robin Sturm Stephan Sindera Tom Mayer
13.11.2020
24.01.2021
19
25.616
10
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
13.11.2020 902
 
Stephan starrte seinen Kollegen an. Sein Kopf war leer und die Worte welche Paul gerade zu ihm gesagt hat, wollten einfach nicht in sein Gehirn vordringen. Er wollte es nicht wahrhaben. Paul wirkte traurig und verzweifelt, wenn man genau hinsah, konnte man sogar Tränen in dessen Augen glitzern sehen. Normalerweise hätte Stephan ihn in den Arm genommen und getröstet. Aber Paul hatte mit den Worten zuvor das Herz aus der Brust gerissen. Es schmerzte. Es schmerzte so sehr, dass er dachte er erstickt daran. Er wollte etwas sagen, doch er wusste nicht was. Er konnte Paul nur anstarren.
Paul griff nach Stephans Hand, wollte etwas sagen. Verstummte aber, als dieser seine Hand wegzog. Er sah verletzt aus, wusste aber, dass er hier das Arschloch war. Er hatte Stephan gerade das Herz gebrochen. Aber was sollte er machen, es gab keine andere Möglichkeit.

Stephan blickte ihn traurig an. Es war alles gesprochen. Mehr gab es nicht zu sagen. Gestern war er glücklich gewesen und heute fühlte es sich an, als wäre Paul auf sein Herz getreten und würde es immer mehr und mehr zerdrücken.

Flashback:
Stephan und Paul waren mit ein paar Kollegen nach Feierabend unterwegs und hatte bereits einiges getrunken. Paul war gerade an der Bar gestanden, als sich Stephan zu diesem gesellte.
„Paul“ hatte er ernst gesagt und sofort dessen Aufmerksamkeit bekommen. Besorgt hatte Paul ihn gemustert und Stephan hatte ihn nur angelächelt.
„Ich liebe dich“ hatte er anschließend gesagt und Paul hatte ihn einfach nur angelächelt. Er hatte es nicht verstanden. Hatte ihm auf die Schulter geklopft.
„Ich dich auch Mann“ gemurmelt und sich wieder der Theke zugewandt, doch Stephan hatte ihn wieder zu sich gezogen.
„Nein Paul, ich liebe dich. Ich liebe dich.“ Hatte er wiederholt und in Pauls Gesicht hatte sich zuerst Verwirrung und dann Erkenntnis gezeigt.
„Oh… also… nicht auf… okay…“ hatte er gestammelt und Stephan hatte gelächelt und den Kopf geschüttelt.
„Nein nicht platonisch. Ich liebe dich und ich habe es nicht weiter ausgehalten. Ich dachte ihn platze, ich musste es dir sagen. Ich… hätte es nicht sagen sollen.“ Stephan hatte seinen Blick gesenkt.
„Stephan…“ Paul Stimme war sanft gewesen und er hatte seine Hand an Stephans Kinn gelegt und den Kopf leicht hochgedrückt.
„Ich habe eine Freundin“ meinte er leise und Stephan nickte. Er hatte sich geärgert. Wieso hatte er sich nicht damit arrangieren können. Wieso musste er immer machen, was sein Herz ihm sagte.
Vermutlich war es am Alkohol gelegen, aber irgendwann an diesem Abend, zwischen all den Bier und Schnäpsen, hatte ihn Paul einfach geküsst.
Am nächsten Morgen war Paul herum getigert, hat sich Vorwürfe gemacht und war verzweifelt gewesen. Stephan hatte dies lange beobachtet, bis er aufgestanden war und ihn einfach umarmt hatte. Hatte ihn beruhigt und ihm versprochen, dass alles gut werden würde.
Eine Woche war vergangen, bis Paul sich entschieden hatte. Eine lange Woche für Stephan, in welcher Paul ihn gemieden hatte. Eine Woche in welcher er nicht wusste, wie es weiter gehen sollte. Aber Paul hatte ihn um Zeit gebeten.
Eine Woche, bis Paul vor seiner Türe gestanden war, unsicher gelächelt hatte und ihn zu dem glücklichsten Mann gemacht hatte. Er hatte sich für ihn entschieden.
Flashback ende.

Das war gestern gewesen. Gestern, als Paul ihm gestanden hatte, dass er sich auch verliebt hatte. Eine Nacht, in welcher sie so unheimlich glücklich gewesen waren miteinander. 12 Stunden, in welchen sie ihre Zukunft geplant hatten. So viele Minuten, in welchen sie so viel geredet und besprochen hatten. Eine Zeit an welche sich Stephan nicht mehr erinnern wollte. Eine Zeit, in welcher er glücklich gewesen war. Es war erst gestern gewesen und trotzdem fühlte es sich gerade so entfernt an.

Heute hatte es Paul Yvonne, seiner Freundin, sagen wollen, dass er es beenden musste. Er war nervös gewesen und hatte Angst gehabt. Stephan hatte ihn noch aufgebaut, ihm versprochen, dass alles gut wird. Nun riss Paul ihm als Dank das Herz aus der Brust.

Sie ist schwanger. Yvonne bekam ein Kind. Ein Kind. Pauls Kind. Er konnte sich nicht trennen. Er hatte es versucht Stephan zu erklären, aber auch Paul hatten die Worte gefehlt. Aber er konnte Yvonne jetzt nicht allein lassen, nicht mit seinem Kind. Sein eigen Fleisch und Blut. Ein Kind sollte nicht ohne seinen Vater aufwachsen.

Stephan starrte ihn an. Irgendwas in ihm verstand ihn. Aber er wollte es nicht verstehen. Es riss ihm den Boden unter den Füßen davon. Er wusste, dass Paul ihn auch liebte. Er hatte es gesagt. Gestern, gestern in einer anderen Welt. In einer Welt, in welcher er glücklich hätte sein können.

Stephan stand auf, er wollte etwas sagen. Doch er brachte nichts heraus. Seit Paul ihm das erzählt hatte, brachte er kein Wort heraus.
Paul stand ebenfalls auf.
„Stephan…“ meinte er leise. Er wusste selbst nicht was er sagen sollte. Er würde Stephan gern sagen, dass alles gut wird, dass er ihn liebt, dass sie das gemeinsam durchstehen. Aber all das konnte er nicht mehr sagen. Er wusste mit seiner Entscheidung, seine Entscheidung für Yvonne und sein Kind, gab es kein sie, als Stephan und Paul, mehr. Er würde sich aber immer für sein Kind entscheiden. Es war sein Kind.
„Es tut mir leid“ flüstert er leise und Stephan seufzte leise.
„Ich weiß. Es ändert aber nichts.“ Danach ging er. Er wollte keine Sekunde mehr hier sein. Hier bei Paul. Der Mensch, den er so sehr liebte, aber nie haben kann.
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