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Das Haus im Wald

von NiallMtG
GeschichteHorror, Übernatürlich / P18 / Gen
13.11.2020
25.12.2020
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13.11.2020 3.059
 
„Da wären wir!“ sagte Mark, er war Mitte 30 und das Haar begann langsam lichter zu werden, er half seiner Freundin aus dem Wagen in dem er ihr die Tür des alten Mazda 323 öffnete. Es war Vanessas Wagen, Mark hatte ganz bewusst ihren Wagen gewählt um Vanessa vom Bahnhof in Stendal abzuholen. Sie liebte ihre alte Rostlaube, wie er den alten, blauen Wagen immer nannte, was ihr gar nicht passte. Sie sollte schon vom Bahnhof her vertrautes um sich haben, die beiden waren nun seid 5 Jahren ein Paar und seid einem Jahr verlobt, die Hochzeit war aber irgendwie immer aufgeschoben worden. Jetzt war Vanessa schwanger und Mark hatte einen Job in Berlin bekommen, vorerst. Er war in einer Marketingfirma tätig die sich erst vor ein paar Jahren gegründet hatte und direkt nach der Wende sich in Berlin angesiedelt hatte. Der Osten hatte Potenzial, auch wenn es in den ersten Jahren ein wenig wie im wilden Westen zuging.
Mark hatte in der Hamburger Filiale die Stellung gehalten, doch er wollte mehr und wechselte nach Berlin, auch hier war er in seiner Arbeit so gut dass man ihm anbot eine weitere Außenstelle aufzubauen, in Magdeburg. Hier sollten einige gro0e Firmen in Zukunft ihre Niederlassungen hin bekommen, munkelte man und da wäre es gut wenn man schon vorher vor Ort wäre. Vanessa die die meiste Zeit in Hamburg verbrachte, da ihr Studium noch nicht abgeschlossen war, unterstützte ihren Verlobten und nun wo sie fertig war konnte sie theoretisch als Grundschullehrerin arbeiten. Das Refrendarium war fertig die Welt stand ihr offen und ob sie nun in Hamburg arbeitete oder in Berlin war ihr eigentlich egal, doch etwas nicht eingeplantes war dann plötzlich in ihr Leben getreten, Vanessa wurde schwanger. Ihr Kind sollte im Januar oder Februar kommen, sie war im dritten Monat, Mark scherzte immer dass er sich so wenigstens merken konnte wie alt das Kind war, denn wenn das Geburtsjahr 1995 war, war das nicht so schwer zu errechnen fand er.
Ihre Planungen waren durch die Schwangerschaft komplett über den Haufen geworfen worden, Vanessa hatte drauf verzichtet eine Arbeit zu beginnen, was eigentlich das klügste gewesen wäre, denn dann wäre sie kurz darauf in Mutterschutz gegangen und hätte trotzdem Geld bekommen, aber Mark war der Ansicht gewesen sie müssten sich nun etwas aufbauen und er würde genug verdienen. So hatte er Ausschau nach einem Haus gehalten und auch eines gefunden. Ein alter, kleiner Resthof in der Altmark, nahe der Colbitz-Letzlinger Heide, auch 1994 war das Land noch günstig hier und der Hof war schon vor der Wende recht heruntergekommen gewesen. Ein altes Paar hatte hier gelebt und war vor einigen Jahren verstorben. Es gab keine Erben und so wurde das Haus verkauft von einem der ansässigen Landwirten, dieser hatte den kompletten Hof zuvor gekauft, die Ländereien übernommen und keine Verwendung für den Bau. Mark hatte nicht lange gezögert und das wirklich günstige Angebot angenommen.
Vanessa kannte nur Fotos und nun wo sie ausstieg sah sie ihr neues Heim das erste mal, der Hofplatz war mit löcherigen Natursteinen gepflastert in der Pflasterung waren Löcher die mit schlammigen Regenwasser gefüllt waren. Das Wohnhaus, ein altes Fachwerkhaus mit einer Etage, sah aber vernünftig aus. Marks Vater hatte ein Handwerksunternehmen und so hatten sie günstig einiges erledigen können, das war auch wichtig gewesen, denn nach dem Hauskauf und den Reparaturen war ihr gemeinsames Konto nun ziemlich leer und ein Kredit wollte abbezahlt werden. Dafür hatten sie nun ein Haus, welches neue Fenster, eine neue Heizung und ein neues Dach besaß.
„Und was sagst du?“ meinte Mark aufgeregt und holte zwei Koffer aus dem Kofferraum.
„Ja es sieht ganz nett aus...“ meinte Vanessa und wusste dass sie sich nicht sehr überzeugend anhörte. Das Haus sah von außen okay aus, der nächste Nachbar war 3 Kilometer entfernt und das nächste Dorf etwa 6 Kilometer, der Weg der sie her geführt hatte war mit Schlaglöchern übersät gewesen und nun war hier ein Haus was sehr einsam lag, dazu kam eine Scheune links, die ein großes, geschlossenes Tor hatte und ein kleinerer, offener Schuppen in dem Marks Mercedez stand. Scheinbar war dieser Schippen mal für Tiere gewesen und wurde nun als Carport genutzt. Im Gegensatz zu Haus wirkten die beiden anderen Bauten recht baufällig.
„Ach komm schon Vani, wir werden es hier echt schön haben. Komm!“ Er stellte die Koffer vor die Tür und küsste seine Verlobte, anschließend zog er sie ums Haus, hier war eine recht neu wirkende Terrasse, dahinter fiel der Boden leicht ab und ein Trampelpfad führte zu einem See. Von hier aus sah man einen weiteren kleinen Schuppen direkt am See und ein Steg der auf das Wasser führte.
„Das alles gehört uns! Und ja, es ist noch eine Menge Arbeit, aber stell dir nur vor wie schön unsere Kinder hier aufwachsen werden!“
Vanessa lachte: „Moment, Moment, erst mal bekommen wir eines und dann sehen wir weiter.“ In der sommerlichen Abendsonne sah es hier wirklich nett aus, ihr fiel auf dass der Rasen recht frisch gemäht war, Mark schien einen guten Eindruck machen zu wollen. „Und wie sieht es drin aus?“ fragte sie neugierig.
Mark grinste „Du magst es oder?“
„Natürlich, es ist unser!“ meinte sie und folgte Mark der sie zurück zur Eingangstür zog. Er schloss das alte, schmatzende Schloss auf und sagte mit einem „Tadaa...“ dass Vanessa eintreten sollte.
„Ich hab noch nicht so viel geschafft wie ich wollte... Es ist mehr zu tun als gedacht.“ meinte Mark entschuldigend.
„Dafür bin ich jetzt ja da...“ meinte sie und Mark küsste sie erneut und meinte: „Ich helfe so viel ich kann und du überanstrengst dich nicht!“ sagte er mahnend. „Ich bin schwanger, nicht krank!“ beschwerte sich Vanessa gespielt. Der Plan war dass sie nun die Zeit nutzte und hier ein wenig renovierte. Auf Grund ihrer finanziellen Lage konnten sie sich keine lange Auszeit gönnen und so arbeitete Mark normal weiter, entweder in Berlin oder in Magdeburg, an den Wochenenden, hatte er versprochen, würde er aber immer da sein und mithelfen. Alles was sie selber machen konnten würde Geldsparen und Streichen, Tapezieren, dass konnte Vanessa tatsächlich, handwerklich war sie einigermaßen begabt.
Der Flur wirkte tatsächlich recht schäbig, der Holzfußboden war recht abgenutzt, die Wände waren wohl mal weiß gewesen, wirkten nun aber eher grau und man sah genau wo mal ein Bild gehangen hatte, die Abdrücke an der Wand machten dies deutlich, auch war die recht alt wirkende Lampe sehr hässlich.
„Ich weiß, der erste Eindruck ist kacke wenn man hier rein kommt, aber der Flur ist echt unwichtig, Lars kommt irgendwann aus Hamburg, der kann Parkett schleifen und dann sieht das hier schon anders aus, ich hab halt eher erst mal anderes gemacht.“
„Nämlich?“ fragte Vanessa und sah die Treppe hoch.
„Ich hatte mit den Jungs die alten Möbel in die Scheune getragen, hier stand alles noch voll mit dem alten Zeug und dann haben wir uns daran gemacht unser Schlafzimmer fertig zu bekommen und das Badezimmer und das Wohnzimmer, aber letzteres, na ja ich hatte gehofft wir kommen weiter.“ Er öffnete eine große Schiebetür die ins Wohnzimmer führte, dieses stand voll mit Kartons, die beschriftet waren mit Vanessas Handschrift. „Es ist ja noch gar nichts ausgeräumt...“ meinte sie verwundert. Das Zimmer war recht leer, auch hier war der Holzfußboden eher schäbig, wenn auch nicht so schlimm wie im Flur, die Wände waren nackt, scheinbar waren mal Tapeten dran gewesen, man sah dass einige Elektroleitungen neu verputzt worden waren.
„Die Leitungen waren nicht mehr gut, wir mussten sie neu machen und das hat länger gedauert als gedacht, aber schau mal, ein positives hat es dann doch:“ Er zeigte auf den Kamin in der Ecke, die Glastüren sahen recht neu aus. „Das Teil funktioniert einwandfrei und der Schornstein ist auch komplett okay, wir dachten ja erst dass da auch noch was gemacht werden muss. Das spart Arbeit und Geld.“
„Aber Bad und Schlafzimmer sind fertig?“ meinte Vanessa.
„Ja, also das Badezimmer oben, hier unten ist noch ein altes, kleines Gästeklo, das sieht nicht so schön aus, da muss noch was gemacht werden. Aber oben, neue Badewanne, neue Dusche, neue Kacheln, alles schick und das Schlafzimmer ist frisch gestrichen und das Bett steht auch schon.“
Mark log nicht, das Bett stand tatsächlich schon, allerdings wirklich nur das Bett, dafür war der Raum fertig tapeziert und gestrichen und neue Lampen hingen auch an der Decke, wie schon im Wohnzimmer standen Kartons mherum und noch weitere große Kartons wo der Kleiderschrank, in Einzelteilen zerlegt drin stand.
„Ich werde morgen noch so viele Kartons wie Möglich ins Haus bringen, damit die Schränke vom Möbelhaus überall da sind wo sie hin sollen. Hey...“ meinte Mark aufbauend. „...ich weiß es ist noch kein Traumhaus, aber wenn unsere neuen Möbel stehen... Sieh es mal so, in einem Jahr, oder vielleicht zwei sind wir hier nicht mehr zu zweit, dann ist alles fertig, draußen die Obstbäume sind geschnitten, Zäune gezogen, ein paar Hühner laufen auf dem Hof, du bist früher gerne geritten, wir haben ein Stall und die Fläche hinterm Haus bietet genug Platz, wir machen ein Schmuckstück aus dem Anwesen...“
Vanessa lächelte matt: „Ich weiß, nur es ist so viel und in ein paar Monaten werde ich gar nicht mehr mithelfen können.“
„Am Mittwoch kommt Sophie und die bringt Ben mit, dann bist du hier nicht mehr alleine, wir haben viele Freunde auf die wir uns verlassen können und bei denen ist es egal ob die in Hamburg oder Berlin sind, die sind in 3 Stunden hier und wollen uns helfen und endlich hat Ben ein richtiges zuhause.“ Ben war ihr Schäferhund, der zur Zeit bei Vanessas bester Freundin Sophie unter gekommen war, der Umzugsstress war einfach zu viel gewesen, sie hatten keine Zeit für den Hund gehabt, jetzt aber hatte Ben ein wirkliches zuhause und über Auslauf musste sie sich auch keine Gedanken mehr machen.

Als der Sonntag anbrach dudelte das Radio in der Küche schon als Vanessa aufgestanden war die Crash Test Dummies hatten zur Zeit großen Erfolg mit „Mhh Mhh Mhh Mhh“ zu der Zeit wusste noch niemand dass die Band nur ein One Hit Wonder sein würde. Die Küche hatte Vanessa gestern schon gesehen, sie war ein Drama und für sie hatten sie auch erst im nächsten Jahr genug Geld, sofern nicht unvorhergesehene Ausgaben dazu kamen. Der alte Herd und Backofen waren schon weg, wo die Geräte gestanden hatten klaffte ein Loch in der recht schmierigen Küchenzeile. Auf einem neuen Tisch auf der anderen Seite des Zimmers stand nun eine Mikrowelle, ein Wasserkocher, eine Elektrokochplatte, sowie ein kleiner, mobiler Backofen, die letzten beiden Sachen waren Leihgaben von Marks Eltern, die die Teile noch im Keller gehabt hatten.
Der Tag verging sehr schnell, Mark setzte seinen Plan in die Tat um, er schleppte die gelieferten Möbel von der Scheune ins Haus. Sie hatten vor Wochen sich alles angesehen und bestellt und liefern lassen, da das Haus noch nicht bezugsfertig gewesen war hatte die Spedition alles in die Scheune geladen, Vanessa war noch nicht richtig in der Scheune, aber es war hier wohl ein ziemliches Chaos, denn auf der einen Seite stand dort ein Minitraktor, der nicht mehr betriebstüchtig war, irgendein altes DDR Teil, dann waren hier ihre neuen Möbelkartons und der ganze alte Plunder den man aus dem Haus geholt hatte. Eigentlich war der Plan gewesen den Kram gleich in Müllcontainer zu werfen und nicht erst zwischen zu lagern, doch die Firma die die Container bringen sollte war nicht gekommen und so musste man sich aushelfen, damit es weiter ging. Ansonsten gab es wohl noch eine kleine Werkzeugkammer und Brennholz dort, nichts was Vanessa nun gerade interessierte. Das Wetter sollte schlechter werden die Tage daher wollte Mark die Sachen schon drüben haben, außerdem sollte seine schwangere Freundin nicht die Sachen von A nach B schleppen. Vanessa hingegen tat was ihr unter den Nägeln brannte. Bevor sie in diesem Haus auch nur ein Finger krumm machen würde, würde sie das Haus von oben bis unten putzen. Zahllose Eimer mit Putzwasser verbrauchte sie, sie scheuerte die Böden unten und oben, reinigte das Gästeklo was wirklich ekelhaft versifft war und scheuerte auch die Küche. Die Arbeitszeile sah nun nicht neu aus, aber zumindest so dass sie sie wieder benutzen wollen würde. Den Keller ließ sie jedoch aus, sie war kurz drin, die recht wackelige Holztreppe sollte wohl auch noch einmal neu, es roch moderig hier, kahle Betonböden und altes Mauerwerk, selbst die Lichtschalter wirkten hier antiquiert. Es waren welche die man zur Seite drehte. Es war ein großer Raum von dem zwei kleine Türen an der Rückwand wegführten, eine der Türen war eine alte Metalltür, die schon bessere Zeiten gesehen hatte, die zweite war eine neue Feuerschutztür, hinter dieser befand sich die neue Ölheizung, hinter der zweiten die dazugehörigen Öltanks. Kleine vergitterte Fenster erhellten ein wenig den Raum, der von nackten Glühbirnen sonst beleuchtet wurde. Da man früher mit Holz und Kohle geheizt hatte, hatte der Keller noch eine Kohlerutsche, im Grunde nur eine überdachte Schräge die von einer kleinen, schäbigen Holztür verschlossen war. Man hatte hier früher einfach das Brennmaterial direkt in den Keller kippen können. Heute nicht mehr nötig, irgendwann würde man wohl einen zweiten Eingang in den Keller schaffen, das Eingangsloch nun war so das man gebückt durchgehen musste. Mark wollte aber hier die Fahrräder, den Rasenmäher und ähnliches drin haben, das war aber alles Zukunftsmusik, es gab so viel wichtigeres. Den Dachboden ließ sie daher auch komplett aus. Mark meinte sie waren einmal oben gewesen, hätten dort aber den Plunder noch gelassen um in den Wohnetagen voran zu kommen. Vanessa hatte auch keine Lust hier nun auch noch irgendwie anzufangen sauber zu machen. Mit dem Erdgeschoss und dem ersten Stock hatte sie den kompletten Tag zu tun, sie wurde nur vom Telefon mehrfach unterbrochen, einmal Marks Eltern und einmal Sophie, beides in etwa die gleichen Gespräche, wie sie das Haus fand und ob alles in Ordnung sei. Weitere Unterbrechungen gab es nur weil sie zwischendurch mal etwas zu Essen machte, um die Mittagszeit und Abends ebenfalls, während Mark unter der Dusche stand.
Der Gedanke dass er in nicht mal einer Stunde weg sein würde gefiel ihr gar nicht. Aber er musste nach Berlin, zur Arbeit. Zwei Tage lagen vor ihr wo sie komplett alleine war, irgendwie hatte sie ein mulmiges Gefühl dabei. Sie ließ sich aber nichts anmerken und als die Rücklichter seines Autos im bewaldeten Gebiet verschwanden schloss Vanessa die Haustür zweimal ab und zog unten überall die Vorhänge zu.
Es war Mitte Juli und es war noch relativ hell um 22 Uhr, sie hatte aber irgendwie das Gefühl beobachtet zu werden, als sie die letzten Vorhänge geschlossen hatte fühlte sie sich etwas besser. Hätte sie ein Sofa gehabt hätte sie sich nun ein ruhigen Abend gemacht, aber die Polstermöbel sollten erst Donnerstag geliefert werden. Da sie vom Tag wirklich fertig war löschte sie außer im Wohnzimmer und im Flur überall das Licht und ging schlafen. Die Treppe die vom Flur nach oben führte war auch noch so eine Sache, sie war 90 Grad geschwungen und direkt über der Kellertreppe, machte hier aber einen besseren Eindruck, man konnte von der Kellertreppe die Holzstufen der anderen Treppe sehen, es war quasi die Decke der unteren Treppe. Während der untere Bereich vermutlich durch Feuchtigkeit baufällig war, man erreichte diese Treppe von der Küche aus, sah die Treppe vom Flur in das obere Stockwerk besser aus, nur hoch schleichen war hier nicht möglich. Jede Stufe quietschte und knarrte sobald man das Gewicht auch nur ein kleines wenig verlagerte, manche Stufen mehr, manche Stufen weniger. Ein Umstand der irgendwann sicher mal stören würde, sollte das Baby einen leichten Schlaf haben, jetzt jedoch, wo sie hier ganz alleine war empfand Vanessa die Treppe als positiv. Niemand würde sich zum Schlafzimmer schleichen können ohne dass sie wach werden würde, sie schalt sich selbst für den Gedanken. Wer sollte hier hoch schleichen? Mark war noch keine 15 Minuten weg und schon dachte sie an Einbrecher. Erst fühlte sie sich beobachtet und nun das, sie wurde wohl schon jetzt paranoid. Oben zog sie auch die Vorhänge zu ließ das Licht im Schlafzimmer an, Mark hatte den kleinen Fernseher auf einen Beistelltisch gestellt. Sie schaltete ihn ein und ließ das zweite Programm laufen, die Zimmerantenne die sie zur Zeit noch hatten lieferte nur begrenzte Programmauswahl, aber etwas Geräuschkulisse wäre gut. Sie ließ sich Wasser in die Badewanne, entkleidete sich und ließ sich von der wohligen Wärme umfangen, sie sah an sich herab. Waren ihre Brüste schon größer geworden? Konnte das sein? Es war ihre erste Schwangerschaft und sie hatte keine Ahnung, fühlte sich oft unsicher und leicht überfordert, was auf jeden Fall größer war, war ihr Bauch, sie strich mit der Hand über die Wölbung, es war wirklich ein Wunder, da sollte ein Kind drin sein...

Mitten in der Nacht wachte Vanessa auf, irgendwas hatte sie geweckt, war jemand im Zimmer? Panisch machte sie das Licht an was neben ihrem Bett stand. Sie fand die kleine Leselampe erst nicht, doch schließlich erleuchtete das Zimmer, sie war alleine. Aber es stand furchtbar, eine Mischung aus alten Eiern, Kot und Aas, sie hielt sich die Hand vor die Nase und würgte zweimal, sie war sich nicht sicher ob sie sich übergeben müsste. Sie stand auf und machte im Flur Licht, irgendwas stimmte nicht, nur wusste sie nicht was sie ging auf die Toilette und setzte sich vor das Klo, sie war sich nicht sicher ob sie noch kotzen müsste und wartete bis ihr Magen sich beruhigt hatte. Es war 3 Uhr zwanzig und ein beklemmendes Gefühl machte sich breit, alles war komplett still, warum war sie wach geworden? Durch den Gestank? Konnte man durch so etwas aufwachen? Es gab doch Leute die im Feuer erstickten weil sie den Rauch einatmeten. Man konnte von so etwas nicht aufwachen oder doch? Sie späte die Treppe runter, auch unten war alles ruhig, soweit sie es sehen konnte, sie konnte nur bis zur Biegung sehen, aber da war alles okay. Sie ging zurück in ihr Zimmer und öffnete das Fenster, so dass es auf kipp war, der Gestank verflog relativ schnell, woher war er gekommen? Vielleicht von oben? Vielleicht sollte sie doch morgen mal auf den Dachboden lag da vielleicht ein totes Tier was so stank? Konnte ein Tier so stinken dass man es im Raum darunter roch? Vanessa legte sich wieder in Bett und döste langsam weg.
 
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