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Tagebuch einer Mutter

von Finola
OneshotHumor, Familie / P12
11.11.2020
11.11.2020
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Hallo Zusammen,
dies ist ein kurzer Einblick in den Tag einer Mutter.
Nehmt es bitte nicht alles so ernst. Es ist einiges übertrieben, aber andere Dinge sind genau so wahr.
Ich hoffe es gefällt euch

~*~

5:45 Uhr

Der Wecker klingelte. Nicht das erste Mal, nein, zum 5ten Mal und mir war bewusst das ich nun doch mal aufstehen musste. Ich hatte jetzt noch genau 45 Minuten bis ich zur Arbeit musste. Es war eng, aber schaff bar. Dies bewies ich mir selber jeden Tag. Also quälte ich mich aus meinem Bett. Hinter mir hörte ich es schnarchen. Man denkt schnarchen wäre etwas schlimmes, wenn man einschlafen möchte? Völliger Irrtum. Um einiges schlimmer ist dieses zufriedene schnarchen, wenn man in der Frühe aufstehen musste. Das Wissen, das der Andere noch weiter schlafen konnte war mehr als ätzend.

Müde und knurrig blickte ich auf die zwei schnarchenden Personen. Person A, 34 Jahre alt, männlich, leicht übergewichtig und gerade dabei den Regenwald abzuholzen, lag ganz außen. Person B, 3 Jahre alt (oder wie Schwangerschaftsforen sagen würden: 38 Monate, 3 Wochen und 10 Tage alt), weiblich, zarte 94cm groß (macht sich aber breit als wäre sie 2m groß und 150kg schwer) und gerade dabei einen kleinen Zierbonsaibaumwald abzuholzen, lag quer, sowie auch mittig in dem Bett.

Ja ich liebte sie, aber gönnen tat ich ihnen den Luxus des Schlafes so mal gar nicht! War ich deswegen schlecht? Nein ich denke nicht. Ich war eben eine Mutter, die seit 38 Monaten, 3 Wochen und 10 Tagen nicht mehr ausschlafen konnte. Dies gab mir das absolute Recht, sie für 20 Sekunden zu hassen weil sie schlafen konnten! Und diese 20 Sekunden fühlten sich super an.

Nachdem ich dann fertig war, meinen Freund und meine Tochter für ein paar Sekunden zu hassen, stand ich endlich mal auf und verließ das Schlafzimmer.  Mein erster Gang war ins Bad. Der typische Ablauf war angesagt. Toilette, frisch machen, Zähne putzen und Haare kämen. Wenn es die Zeit zuließ, vielleicht noch ein bisschen Farbe ins Gesicht, damit man etwas frischer aussah. Da ich aber nie Zeit hatte, da ich meine Schlummertaste mindestens 5 Mal drückte, sah ich nie frisch aus! So auch heute. Man musste Prioritäten setzen. Meine Priorität war schlafen und nicht schminken.

Als ich das Bad hinter mir hatte, ging es zurück ins Schlafzimmer. Der tägliche Kampf begann. Was ziehe ich an? Nach gefühlten 10 Mal aufstöhnen, da alles in der Wäsche war was ich anziehen wollte, hatte ich endlich mein heutiges Tagesoutfit zusammengestellt. Mit einem kurzen Blick auf die Schlafenden, worauf der Hass in mir wieder aufkeimte, ging ich wieder aus dem Schlafzimmer.

Nächstes Ziel Stube. Dort wurde ich bereits von meinem Hund begrüßt. Dieser Hund kannte keine Ruhe. Sie machte die Augen auf und sie war munter. Somit sprang sie schon wieder wie ein Flummi an mir hoch und folgte mir danach auf Schritt und Tritt. Nachdem ich ihr von der Tür bis zur Coach 3 Mal auf die Pfote getreten war, weil sie es super fand mir vor den Füßen rum zu rennen, schickte ich sie auf ihren Platz. Sie war ein guter Hund. Sie folgte dieser Anweisung und blieb dort sitzen, aber trotzdem war es nervig, denn ab da an winselte sie, als würde sie Niemand lieben. Sie winselte gerne. Man war 2 Stunden Gassi und sie tat danach so, als wäre sie heute noch nicht einmal pinkeln gewesen.

Nachdem ich nun endlich wieder Beinfreiheit genoss, zog ich mich schnell an und ging in Küche. Mit schnellen Handgriffen füllte ich die Brotdose von meinem Kind. Ich machte es jeden Morgen mit Liebe. Alles Mundgerecht, vielseitig und manchmal sogar in Formen geschnitten. Während ich sie packte, wusste ich bereits, dass ich diese Brotdose komplett gefüllt wieder bekommen würde. Sie hasste Essen, außer Schokolade, die liebte sie. Also ernährte sie sich seit dem sie 1 Jahr alt war (12 Monate) von Liebe, Luft und hin und wieder Schokolade. Sie schien es nicht zu stören, aber vielleicht sah sie sich auch jeden Tag ihren Vater und mich an und dachte sich: „Ach nee, ich lass das Essen lieber, sonst sehe ich bald aus wie meine Eltern. Gene sind grausam!“ Ich konnte mir diesen Gedankengang bei ihr gut vorstellen.

Nachdem ihre Essen fertig war und ich es in ihren Kindergarten Rucksack gepackt hatte, machte ich mein Frühstück. Dies war heute nur Obst. Vor einer Woche hatte ich meinen 237 Diätversuch gestartet. Es lief gut, solange ich nicht das Essen nach 18 Uhr mitzählte.

Frühstück in die Tasche gepackt und alles Andere was ich noch so brauchte und schon war ich fertig.



6:10 Uhr

In 20 Minuten musste ich los und die Herrschaften lagen immer noch im Bett. Also ging ich wieder ins Schlafzimmer. In dem Moment in dem ich die Tür öffnete, rannte mein Hund los und schon lag sie im Bett und wälzte sich darin rum, als gebe es kein Morgen.

„Los aufstehen. Du wolltest noch mit dem Hund raus!“

Die Antwort waren undefinierbare Geräusche, zwischen dem Schnarchen. Ich rollte mit den Augen. Diese Woche war er dran das Kind in den Kindergarten zu bringen. Ich würde sie fertig machen und er geht mit dem Hund. Ich wusste aber bereits, er würde heute nur sich fertig machen. Genervt nahm ich die Kleidung von meiner Tochter aus dem Schrank und legte sie aufs Bett.

„Steh auf und zieh das Kind an! Ich geh schnell mit dem Hund!“

Gesagt, getan. Schnell war ich angezogen und Hund angeleint und los ging es. Gassi gehen war das einzige am Tag, was entspannend war, solang keiner mitging. Also genoss ich diesen kurzen Augenblick.



6:25 Uhr

Ich war wieder zurück. Eigentlich müsste ich jetzt in dieser Minute ins Auto steigen und an die Arbeit, aber Fehlanzeige. Der Herr war zwar endlich aufgestanden, aber noch im Bad. Da er in 20 Minuten an der Arbeit sein musste, erbarmte ich mich und widmete mich meinem Kind. Diese war auch bereits aufgestanden. Wir gingen auch ins Bad und machte sie schnell frisch, mit Protestschreie, dass der Lappen am Hintern kitzelt. Dann zurück ins Schlafzimmer und anziehen. Dabei mehrere Protestschreie ,dass sie das ja nicht anziehen wollte. Haare kämmen, mit Protestschreien, dass es wehtun würde. Danach wieder ins Bad, der Papa war endlich aus diesem verschwunden und Zähne putzen. Natürlich wieder Protestschreie, sie könnte das alles alleine. Die letzte Runde war Jacke und Schuhe. Natürlich ging das auch wieder nicht ohne Protestschreie. Diesmal war der Grund, dass sie ihre Schuhe nicht anziehen konnte, weil sie diese alleine anziehen sollte, während ich die Taschen holte.



6:40 Uhr

Endlich waren wir fertig. Natürlich war der Herr stinksauer, weil es schon wieder viel zu spät war. Natürlich alles meine Schuld. Ich hätte den Plan durcheinander gebracht, weil ich mit dem Hund raus bin. Ist ja logisch, irgendjemand muss ja Schuld haben. Ich fand es war eine sportliche Leistung, in nicht ganz einer Stunde für 2 Personen Essen zumachen, mit dem Hund raus zugehen, das Kind fertig zu machen und sich selber. Okay ich hab das auch schon unter 45 Minuten geschafft, aber es war trotzdem gut!

Mit einem Stinkefinger an meinen Freund und einen Kuss an meine Tochter, verließ ich die Wohnung und ging zu meinem Auto. Jetzt musste ich mich beeilen. Es würde wahrscheinlich wieder mit einer 90 km/h durchs Dorf enden, damit ich pünktlich wäre. Dabei betete ich bereits, dass nicht der Blitzer am Ortsausgangschild stand.



6:59 Uhr

Ich betrat pünktlich meine Arbeitsstelle. Einen Kindergarten. Denn ich hatte nicht genug Kindergarten Zuhause. Also dann mal los.

Die nächsten 8 Stunden verbrachte ich damit alle 30 Sekunden Nasen zu putzen. Die restliche Zeit verbrachte ich mit Windeln wechseln und „Du sollst nicht da drauf klettern!“, „Du sollst nicht beißen!“ und „Du sollst mit dem Essen keine Landkarte auf dein T-Shirt malen!“. Ja mein Tag war sehr erfüllend.



15:15 Uhr

Endlich Schluss. Nun musste ich mit beeilen. Ich hatte genau 30 Minuten Zeit mein Kind abzuholen, bevor ich meine gebuchte Zeit überschritt. Das hieß wieder 90 km/h durch die Ortschaft. Ich frage mich immer wieder, wie ich es eigentlich geschafft habe, noch immer ein Führerschein zu besitzen? Aus 90 km/h wurde dann leider nichts, denn da war ja noch die Baustellenampel, die gefühlte 20 Minuten rot war und das seit 2 Jahren. Dazu ein Traktor, ein LKW, ein Bus, noch zwei Traktoren und ein Opa in einem kleinen roten Fiat, mit Hut, vor mir. Dadurch war Höchsttempo in der Baustelle 10 km/h. Wieder mal überlegte ich, doch lieber zu laufen. Es würde zeitlich auf dasselbe raus kommen. Während ich auf der Straße dahin schlich, hatte ich genügend Zeit mir mein weiteres Tagesprogramm zu überlegen. Mit Kind musste man sich ja immer etwas einfallen lassen. Ich kam zu dem Entschluss, eine große Runde mit Hund und Kind zu laufen. Sie mit ihrem Laufrad, welches sie ja liebte. Vielleicht wäre sie dann am Abend mal müde. Ich gebe zu, ich setze sie oft vor den Fernseher, nachdem wir eine kleine Runde mit dem Hund waren. Der Fernseher war einfach Goldwert. Das Kind war ruhig und man selber konnte mal etwas im Haushalt machen. Oder vielleicht mal 30 Minuten die Augen zu machen. Sollte man dieses machen, sollte man aber damit rechnen das, dass Kind genügend Zeit hatte sich anzumalen, dass Kinderzimmer ins Chaos zu stürzen oder die gesamte Wohnung in ein Schlachtfeld zu verwandeln. 30 Minuten konnte man als 3 Jährige (38 Monate, 3 Wochen, 10 Tage) gut füllen.

Ja, ein größerer Spaziergang war definitiv sinnvoll!



15:40 Uhr

Inzwischen war ich am Kindergarten angekommen. Wie jeden Tag konnte ich wiedermal nicht einfach aussteigen. Der Mundschutz musste noch angelegt werden, aber diesen musste man erstmal in den Tiefen der Handtasche finden. Heute hatte ich Glück. Ein Griff und ich hatte ihn. Nun konnte ich vorbildlich mein Kind holen.

An der Tür wurde ich bereits von einer Erzieherin erwartet. Mit einer Atemschutzmaske im Gesicht, konnte ich nicht genau sagen, welche Erzieherin es war, aber auch egal. Hauptsache sie erkannte mich.

„MAMA! MAMA! MAMA!“ kam meine Tochter bereits schreiend und glücklich lächelnd an gerannt. Sie sprang in meine Arme und die Erzieherin sagte mir, dass alles in Ordnung war und sie wie immer ganz lieb war. Wieder mal fragte ich mich, von welchem Kind sie sprach. Meines konnte das ja nicht sein. Spätestens in einer Stunde würde sie wieder ihr wahres Gesicht zeigen. Ich war sehr oft davon überzeugt, dass sie der Teufel höchst persönlich war.

Während ich mit der Erzieherin noch schnell ein paar wichtige Worte wechselte, war mein Kind schon wieder den Weg herunter gerannt. Das Problem daran war die Hauptstraße, am Ende des Weges. Wie so oft beendete ich das Gespräch, in dem ich mich plötzlich abwand und ihr hinter her rannte. Dabei schrie ich laut ihren Namen und wie jeden Tag, merkte ich mal wieder, dass sie einen wunderschönen Namen hatte, den man aber nicht böse brüllen konnte. Paula oder Emma waren gute Namen in diesem Fall. Die konnte man so schön betonen und die Kinder hörten genau, wenn die Kacke am Dampfen war. Mein Kind hatte leider nicht so einen Namen. Konnte man mit 3 Jahren (38 Monate, 3 Wochen, 10 Tage) noch eine Namensänderung vornehmen? Anderseits wäre dies ratsam? Sie hat sich ihren jetzigen Namen bis heute nicht wirklich verinnerlicht.

Während ich über das Namensproblem nachdachte, konnte ich ihre Kapuze packen und sie davor bewahren ins nächste Auto zu rennen. Manchmal war ich froh nur ihren blonden Haarschopf zu sehen, denn der Griff an die Kapuze war sehr oft die letzte Lösung und mit Sicherheit ist ihr dabei schon mehr als einmal die Luft weggeblieben. Naja, lieber kurz die Luft weg, als ein kostenloser Freiflug, weil sie vor ein Auto rennt.

Nachdem ich ihr, wie jeden Tag, die Gefahrenzone Straße erklärte und sie es wahrscheinlich morgen wieder vergessen hat (Können Kinder unter Demenz leiden?), setzte ich sie ins Auto und stieg selber ein.



16.00 Uhr

Ich parkte vor unserem Haus ein, froh darüber genau vor diesen einen bekommen zu haben. Schnell machte ich eine CD für mein Kind rein und schon hörte man Simba „Ich will jetzt gleich König sein“ singen. Sofort stieg mein Kind in den Gesang ein und ich musste wieder mal feststellen, ich habe noch nie ein Kind so schlecht singen hören! Das musste sie von mir haben. Sie konnte ja nicht alle schlechte Eigenschaften von ihrem Vater haben.

„Ich hol nur den Hund! Bin gleich wieder da.“ Informierte ich sie schnell und stieg sofort aus. Schnell sprang ich ins Haus, wurde von meinen hyperaktiven Hund sofort begrüßt, leinte sie an und rannte wieder aus dem Haus zum Auto. Hund in Kofferraum und zurück auf den Fahrersitz. Mein Blick ging zur Uhr. 16:07 Uhr. Das war schnell!

Zufrieden starte ich das Auto und fuhr zu meinen auserkorenen Spazierweg. Das Kind hatte ich bereits über meinen Plan unterrichtet und sie war super glücklich darüber. Zum Glück. Ich hatte bereits mit Protesten gerechnet und Aussagen wie: „Ich will nicht Laufrad. Ich will Fernseher. Ich will Pokémon schauen!“

Seitdem sie Pokémon Go auf meinen Handy gesehen hatte und bei ihrem Cousin auch noch die gedealten Pokémon Karten vom Schulhof, fand sie diese super gut. Laut ihr, ist Pikachu ihr Freund. Ich akzeptierte es. Alles war besser als Paw Patrol oder die Eiskönigin. Manchmal träumte ich davon, wie ich durch einen Schneesturm lief und „Ich lass los“ sang und wie bereits erwähnt, ich kann nicht singen. Also war es eher ein Alptraum.

Nach ein paar Minuten waren wir da. Erneut parkte ich mein Auto und holte dann Kind raus, sowie Hund und Laufrad aus dem Kofferraum. Völlig euphorisch schnappte sie sich ihr Fahrzeug, nachdem ich ihren Helm auf ihren Kopf gesetzt habe und fuhr begeistert los. Ich ging zufrieden hinter her. Denn Hund linkst und mein Handy rechts, um schnell mal ein paar PokéStops zudrehen. Die Chance musste man nutzen. Ich kam eher selten an solchen vorbei und hier gab es gleich 3 Stück hinter einander. Jackpot!



16:15 Uhr

Alles lief bisher gut. Keine Vorfälle! Keine Schreiattacken! Kein entlaufener Hund und das Handy zeigte LTE an. Es war zu gut um wahr zu sein.



16:45 Uhr

Tief durch atmend und in Gedanken meine Ohrläppchen reibend, ging ich zurück zu meinem Auto. Links Hund und Helm und rechts das Laufrad. Hinter mir ein wütender Kobold, der mir schreiend und stampfend hinter her rannte. Tja, es war eben alles zu gut um wahr zu sein. Ihr Problem? Sie wollte zu den Pferden.

Mein Problem? Sie wollte zu Pferden die es nicht gab!

Es ging nur vorwärts oder rückwärts, aber Madam  wollte Querfeld ein, wo sich Graben, Stacheldrahtzaun und Elektrozaun befanden, um zu den Pferden zu gelangen, die es, wie bereits erwähnt, nicht gab. Da ich nicht die nächsten 3 Stunden hier verbringen konnte, da es im November recht früh dunkel wurde, habe ich mich nach einer ewig langen Diskussion dazu entschieden einfach wieder Heim zu gehen. Zum besseren Verständnis. Wir sind 15 Minuten gelaufen und danach gab es 15 Minuten einen Tobsuchtsanfall. Dieser würde auch die nächsten 15 Minuten noch nicht zu Ende sein. Eines war aber sicher! Das ganze Unterdorf kannte sie jetzt. Sie schrie ja auch laut genug, dass sie die Leute an Fenster lockte, an die wir dann vorbei liefen. Ich sah erst gar nicht hin. Die meisten Blicke würden nur sagen: „Also nicht mal ihr Kind hat sie unter Kontrolle!“

Ich sah das anders. Wenn ich es nicht unter Kontrolle hätte, würde es jetzt im Graben liegen oder zwischen Stacheldraht und Elektrozaun hängen und zucken. Ich fande schon das ich alles im Griff hatte.

Wenn sie besonders Laut schrie drehte ich mich um rief ihr zu: „Du bist zu leise! Ich kann dich nicht hören!“ Dies fand sie natürlich ziemlich doof und schrie noch lauter. „Schon besser!“

Als ich mein Auto sah, war ich glücklich dort angekommen zu sein. Ich lud Hund und Laufrad in Kofferraum, worauf das Kind los schrie, das sie ihr Laufrad wollte. Pferde waren vergessen, jetzt wollte sie das Laufrad. Wenn ich Glück hatte würde sie in ein paar Minuten wegen einem verlorenes Bonbonpapier los schreien. Das hatten wir auch schon durch. Sie hat geschlagene 30 Minuten um dieses Papier geweint, nachdem ich auf ihren ersten Wutanfall nicht eingegangen war. Manchmal fragte ich mich echt, was da in dem Kopf so vor sich ging. Inzwischen bereute ich auch, mit ihr rausgegangen zu sein. Sie Pokémon schauen zu lassen, wäre definitiv stressfreier gewesen.



17:04 Uhr

Mein Auto stand wieder vor dem Haus und Hund, wie auch Kind neben mir, beim Auto. Der Wutanfall war inzwischen verklungen. Das hieß aber nicht, dass nicht noch einer kommen würde. Bis zum zur ihrer Schlafenszeit waren noch 2 ½ Stunden. In der Zeit konnte noch viel passieren und ich hatte es im Gefühl, es würde noch etwas passieren! Das war wie bei Tieren. Die wussten auch bereits vorher wenn ein Unwetter sich annäherte. Sie hatten einen siebten Sinn dafür. Ich hatte einen siebten Sinn für Wutanfälle von kleinen, fiesen Kobolden.

Als ich zum Haus ging, rief mich meine Tochter zurück. Ihr Problem? Ihre Hunde waren noch im Kofferraum. Sie meinte damit nicht das durchgeknallte Fellknäul neben mir, was schon wieder Staubsauger spielte und alles vom Boden fraß, was sie fand. Nein, sie sprach von ihren imaginären Hunden. Meist sind es 6 Stück. Chace, Marshall, Zuma, Rubbel, Skye und Rocky. Sie konnte das auch mehrere Tage durchziehen und einen richtig auf trapp halten mit ihren Hunden.Heute hatte ich Glück. Nur Rocky und Sky waren noch im Kofferraum. Also öffnete ich diesen wieder und sie ´´lockte´´ sie heraus, nahm ihre `´Leine´´ und marschierte zum Haus. Ich konnte nur mit dem Kopf schütteln. Was lief da nur schief?



19:30 Uhr

Pünktlich zum Bett gehen, war dann der vorhergesagte Wutanfall. Sie hat Abendbrot gegessen (In ihrem Fall 10 Scheiben Gurke), hat gebadet, Zähne geputzt und hatte ihren Schlafanzug an. Nun stand sie schreiend hinter der Coach und wollte nicht ins Bett. Sehr oft kam mir der Gedanke, dass sie froh sein konnte, dass sie niedlich war, da sie sonst wahrscheinlich keiner leiden könnte. Auch fragte ich mal wieder, was mich geritten hat vor über 4 Jahren den Weg zu gehen ein Kind zu bekommen? Ich hatte so ein schönes Leben. Ich musste mich nur um mich selber kümmern. Na gut und um mein Freund, der auch des Öfteren wie ein Kleinkind war. In dem Moment viel mir auch wieder ein was mich geritten hatte beziehungsweise wer.

Sie war wie ihr Vater. Seine Version in klein und niedlich. Wie unfair war das eigentlich? 10 Monate trug man das Kind unter seinem Herzen. Man ist dick geworden. Man musste auf Gehacktes verzichten. Man hat sich zum späteren Zeitpunkt eingepullert wenn man genießt hat. Hat sich den Bauch aufschneiden lassen um dieses neue Leben auf die Welt zu holen, weil sie sich ja für den normalen Weg zu fein war. Und was ist der Dank? Sie sah nicht nur aus wie er, sie war auch noch wie er.Danke, du blöde Natur!



20:30 Uhr

Endlich hatte sie sich beruhig und wir konnten unser Abendritual angehen. Sie küsste mich sieben Mal in Gesicht. Danach drückte sie mich und sagte: „Ich hab dich lieb bis zum Mond und wieder zurück.“ Ab diesen Zeitpunkt war aller Ärger des heutigen Tages wieder vergessen. Sie wusste welche Knöpfe sie drücken musste. Auch wenn sie ganz oft ein Grinch war, ich liebte sie am Ende doch mehr als alles andere auf der Welt und war froh, dass es sie gab. Sie war eben meine kleine Hexe. Mein Hasenpups. Ich küsste sie auch noch gefühlte 20000 Mal, bevor ich aus ihrem Zimmer ging.

Feierabend! Endlich konnte ich mich auf die Coach fallen lassen und entspannen.

Gegen 23 Uhr würde ich ins Bett gehen. Mein Freund, wird bis dahin wohl auch Zuhause sein. Dann würden wir schnell schlafen, bis das Kind gegen 1 Uhr oder 2 Uhr vor dem Bett stehen würde und in unseren möchte. Natürlich sind wir gute Eltern und lassen sie bei uns schlafen. 5.30 Uhr würde der Wecker dann wieder klingeln, den ich dann wieder 5 Mal ausdrücken werde. Wahrscheinlich morgen sogar 2 Mal mehr, nach diesem Tag.
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