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Waking up in the maze

von MaryB
GeschichteFreundschaft, Sci-Fi / P12 / Gen
Gally Minho Newt OC (Own Character) Teresa Agnes Thomas
11.11.2020
27.01.2021
34
64.104
3
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11.11.2020 1.165
 
Erschrocken riss ich die Augen auf und keuchte. Wo zur Hölle war ich hier? Um mich herum war alles dunkel und ich konnte noch nicht mal meine eigene Hand vor Augen sehen.

Verzweifelt versuchte ich mich zu erinnern, wie ich hierhergekommen war, doch da war nichts. Weder mein Name, mein Alter oder irgendetwas Wichtiges aus meinem Leben fiel mir ein. In mir stieg Panik auf und mein Herzschlag beschleunigte sich. Warum konnte ich mich an nichts erinnern?

Langsam gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit und ich konnte die Umrisse einer Wand erkennen. Hastig kroch ich auf allen Vieren hinüber und lehnte mich mit dem Rücken dagegen. Meine Angst stieg weiter, je mehr ich versuchte, meinen Namen herauszufinden oder wie ich hier gelandet war.

„Okay, erst mal muss ich hier weg.“

Meine Hände zitterten und ich zog die Knie enger an den Körper, als würde mich diese kleine Geste beschützen. Vorsichtig tastete ich die Wand hinter mir ab.

Sie war aus Stein, an manchen Stellen wucherte etwas wie Efeu empor und sie war eiskalt. Ich unterdrückte die aufsteigenden Tränen. Es würde nichts bringen hier herumzusitzen und zu weinen, so würde ich nie einen Ausgang finden. Langsam stand ich auf und drehte mich einmal im Kreis. Links oder rechts? Plötzlich hörte ich ein lautes schrilles Geräusch und zuckte erschrocken zusammen. Panisch wich ich zurück an die Mauer und mein Blick huschte hektisch durch die Dunkelheit. Es war immer noch zu hören, es klang wie ein Schrei. In meinem Kopf spielten sich sofort die schlimmsten Szenarien ab.

Jemand, der unglaubliche Schmerzen hatte oder mich zu sich locken wollte, um mich zu töten. Schnell verwarf ich diese Gedanken, obwohl mir nicht ganz wohl bei der Sache war.

„Wenn wirklich jemand Hilfe braucht, muss ich ihm helfen.", schoss es mir durch den Kopf. Also folgte ich zaghaft dem Schrei, der von den Mauern widerhallte.

In diesem Moment fiel ein schwacher Lichtstrahl auf mich und erhellte schwach meine Umgebung. Verwirrt sah ich auf, es war der Mond, der mir etwas Licht spendete, aber leider keine Taschenlampe ersetzen konnte. Jetzt ich erkannte ich, dass ich mich in einem langen Gang befand, von dem aus überall Abzweigungen wegführten. Wie sollte ich hier jemals wieder rausfinden?

Voller Angst stolperte ich ein paar Schritte zurück, als neben mir etwas aufblitzte. Ich unterdrückte einen Schrei, doch als nichts weiter geschah, trat ich neugierig näher. Hier, mitten im Nirgendwo, hing ein verdammter Spiegel, der leicht im Mondlicht glitzerte. Mir sah ein Mädchen mit langen, rotblonden Haaren, blauen Augen und vollen Lippen entgegen. Naja, jetzt wusste ich wenigstens wieder, wie ich aussah.

„Malia“, schoss es mir plötzlich durch den Kopf. „Mein Name ist Malia.“

Ein Gefühl von Erleichterung durchströmte mich und fast hätte ich angefangen zu jubeln. Endlich wusste ich wieder, wie ich hieß. Doch die Freude hielt nicht lange an. Ich war immer noch gefangen und musste einen Ausweg finden.

Vorsichtig und mit dem Ziel, mich nicht mehr ablenken zu lassen, setzte ich meinen Weg fort, wobei ich mich aus Angst mit einer Hand an der Mauer entlang tastete. Das andauernde Geräusch wurde mit jedem Schritt lauter und ich bekam eine Gänsehaut. Es klang, wie ein erstickter Schrei, der nicht zu enden schien, aber kein normaler Mensch konnte so lange schreien. Angst schnürte mir die Kehle zu und ich hatte das Gefühl zu ersticken.  Trotzdem kämpfte ich mich weiter voran.

Nach einer Weile hatte ich komplett die Orientierung verloren. Hoffentlich wusste die Person, die da schrie, wo der Ausgang war. Plötzlich wurde der Schrei so laut, dass ich mir die Hände auf die Ohren presste, doch ich hörte sie trotzdem, diese Stimme. Denn obwohl sie so leise war, übertönte sie den Schrei.

„Du darfst mich nicht vergessen, Malia. Versprich es mir!“

Es war die sanfte Stimme eines Jungen, doch ich konnte sie beim besten Willen keinem Gesicht zuordnen. Wie denn auch, ich konnte mich ja an nichts erinnern.

So plötzlich, wie es angefangen hatte, verstummten alle Geräusche wieder und ich ließ langsam die Arme sinken. Was zur Hölle war hier nur los? Jetzt war es so still, dass ich meinen Herzschlag hörte, der sich wieder beschleunigte und laut in meinen Ohren dröhnte. Vorsichtig ging ich weiter, doch in diesem Moment berührte ich etwas mit meinem Fuß. Etwas Eiskaltes, das mir einen Schauer über den Rücken jagte. Angsterfüllt sah ich nach unten und was ich erblickte, war schlimmer als alles andere bisher.

Vor mir auf dem Boden lag eine Gestalt, die ohne jegliche Regung geradeaus starrte. Augenblicklich wurde mir übel und ich unterdrückte mit aller Kraft den aufsteigenden Brechreiz. War diese Person tot? Und wenn ja, wo war der Mörder?

Zitternd kniete ich mich hin und streckte zaghaft meine Hand aus, um der Gestalt die Haare aus dem Gesicht zu streichen, damit ich ihr Gesicht sehen konnte. Ein Schrei kam mir über die Lippen und ich rutschte keuchend zurück. Das konnte doch gar nicht möglich sein. Die „Leiche“ war niemand anderes, als ich selbst. Schockiert blickte ich in meine eigenen ausdruckslosen Augen. Panik übernahm die Kontrolle und ohne lange nachzudenken, sprang ich auf und lief los. Egal wohin, ich wollte einfach nur so schnell wie möglich von hier weg.

Mit pochendem Herzen rannte ich durch die Gänge. Links, rechts, wieder links, geradeaus, rechts und dann plötzlich – eine Sackgasse. Keuchend blieb ich stehen und lehnte mich mit dem Rücken gegen die Wand. Das Blut rauschte in meinen Ohren und meine Beine brannten.

Wie zur Hölle war das möglich? Stand ich unter Drogen und hatte Halluzinationen? Das wäre zumindest die plausibelste Erklärung, warum ich mich gerade als Leiche gesehen hatte. Egal, ich musste zuerst hier rauskommen und zwar um jeden Preis. Mit einer Hand spürte ich den Efeu, der sich die Mauer nach oben schlängelte und mir kam eine Idee. Eine wirklich dumme Idee, die mir vielleicht das Leben kosten könnte, doch es war die Einzige, die ich hatte. Mit den Händen griff ich nach dem Efeu und zog mich langsam nach oben. So machte ich weiter, mit den Armen hochziehen und die Füße an geeigneten Stellen abstellen. Schon nach kurzer Zeit, wurde es mir entschieden zu hoch. Zitternd hielt ich an und blickte mich um. Meine Arme schmerzten, doch ich ignorierte es, denn das, was ich sah, ließ auch meinen letzten Hoffnungsschimmer erlöschen.

Es war ein verdammtes Labyrinth. Ich war gefangen in einem riesigen Labyrinth. Was sollte ich jetzt nur tun? Plötzlich hörte ich wieder diese Stimme und hätte mir am liebsten die Ohren zugehalten.

„Du musst aufwachen, Malia.“

In diesem Augenblick wurde mir etwas klar, etwas, das mir den Boden unter den Füßen wegzog. Das alles passierte nur in meinem Kopf, nichts davon war real. Wenn ich hier wegwollte, musste ich nur aufwachen, doch es gab ein großes Problem bei der Sache. Ich wusste nicht, wie ich das anstellen sollte. Die Angst nahm mir die Luft zum Atmen und der Efeu entglitt meinen Händen. Während ich fiel, schoss mir ein letzter Gedanke durch den Kopf.

„Ich muss aufwachen!“

Dann übermannte mich die Dunkelheit.
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