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Nicht gesucht und doch gefunden

von Rebi
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P18 Slash
Izuku Midoriya Katsuki Bakugo
11.11.2020
29.11.2020
7
8.946
14
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Dieses Kapitel
5 Reviews
 
22.11.2020 2.255
 
Nicht gesucht und doch gefunden

Act 1 Kapitel 4


Drachenatem, Mondhügel, Pinia Königreich

Izukus PoV:

Meine Hitze traf mich, trotz der Kräutertees, wieder einmal mit voller Wucht. Ich hasste sie! Oder vielmehr dieses unbefriedigende Gefühl. So oft ich mir Erleichterung verschaffte, so oft war sie nicht zufriedenstellend. Meine Mutter hatte mir damals, nachdem ich meine erste Hitze unter Tränen überstanden hatte, erzählt, dass dieses Gefühl erst verschwand, wenn sich ein Alpha meiner annahm.
Ich war mir nicht sicher, ob ich das wollte. Als kleines Kind hatte ich viele Geschichten über Alphas und ihre Übergriffe auf Omegas gehört, sodass ich sie früher immer als Monster gesehen hatte, die andere zu Dinge zwangen, die diese gar nicht wollten. Inzwischen hatte ich meine Meinung über Alphas geändert, was wohl auch daran lag, dass wir in unserem kleinen Städtchen nur gebundene Alpha hatten, die viel älter waren als ich. Die Gefahr, dass mir ein ungebundener Alpha in meinem Alter über den Weg lief, war daher überschaubar gering, ungeachtet des regen Durchgangsverkehrs der Abenteurer.
Trotz allem traute ich Alphas nicht über den Weg. Schließlich wollte ich mich zu nichts zwingen lassen.

Drei Tage verbrachte ich nun in meinem Zimmer, befriedigte mich so oft es ging selbst und schlief den Rest der Zeit.
Meine Mutter brachte mir etwas zu essen und zu trinken, das ich in den wenigen Momenten zu mir nahm, in denen ich nicht das brennende Verlangen verspürte, mich wieder überall selbst zu berühren.
Ich war froh, dass mich meine Mutter mit dem Kräutertee versorgte, der meine Hitze dämpfte. Ich wollte mir nicht einmal vorstellen wie es war, wenn ich diesen Tee nicht hatte. Vermutlich würde ich dann vollkommen durchdrehen.

Als am vierten Tag endlich das Bedürfnis aufhörte, atmete ich erleichtert auf.
Auf noch wackligen Beinen ging ich nackt zum Fenster und öffnete es, ließ damit die kalte Morgenbrise ins Zimmer und die stickige, pheromonerfüllte Luft hinaus.
„Ich muss mich unbedingt waschen...“, murmelte ich zu mir selbst. Mein Blick wanderte zu meinem Bett und den zerwühlten Laken. „Und nicht nur mich...“, fügte ich hinzu und zog das Laken von der Strohmatratze. Zu meinem Glück konnte ich von mir behaupten, dass mein Nestbautrieb gar nicht vorhanden war. Daher waren nur meine Laken schmutzig und nicht auch noch meine Kleidung.

Ein plötzliches Klopfen riss mich aus meiner Tätigkeit.
„Izuku? Wie geht es dir, mein Schatz?“, hörte ich die Stimme meiner Mutter.
Schnell wickelte ich mir das Laken um die Hüfte und öffnete die Tür, lächelte sie an. „Hitzefrei! Aber nach einem Bad wird es mir noch viel besser gehen“, grinste ich.
Sie lachte und wuschelte mir durch die Haare. „Dann lasse ich dir in ein paar Minuten heißes Wasser in die Waschküche hinunter“, versprach sie und ging in Richtung Küche.
Inzwischen etwas sicherer auf den Beinen sammelte ich frische Kleidung zusammen und ging hinunter in die Waschküche, die sich in unserem Keller befand.

Dort hatten wir einen großen hölzernen Zuber stehen, den wir zum Baden, aber auch zum Wäschewaschen nutzten. Er war leer. Glücklicherweise hatten wir bereits die Annehmlichkeiten eines hauseigenen Wasseranschlusses. Dieser bestand zwar nur aus einer Wasserpumpe, die Wasser aus einem hinter dem Haus stehenden Wasserreservoir bezog, doch diesen Luxus hatte nicht jeder Haushalt in unserem Städtchen. Viele mussten zum naheliegenden Fluss und ihr Wasser dort schöpfen. Mehrmals täglich hörte man daher Hand- oder Ochsenkarren hin und her rattern, auf denen das Wasser transportiert wurde.
Eine weitere schöne Annehmlichkeit, die inzwischen jedes Haus besaß, war der Zugang zur Kanalisation. Jedes Haus besaß unterirdisch einen Schacht, in den man Wasser ablassen konnte. Auch unsere Toilette, die wir zusammen mit unseren übernachtenden Gästen nutzten, war an die Kanalisation angeschlossen, sodass es recht sauber zuging.
Meine Mutter hatte mir einmal erzählt, wie schlimm es gewesen war, als die Kloake noch als kleine Rinne die Straße zwischen den Häusern geteilt hatte und jeder sein Waschwasser einfach aus dem Fenster kippte.

Mühelos pumpte ich einige Eimer kaltes Wasser aus unserem Reservoir und füllte damit den Waschzuber bis er etwa halb voll war.
Meine schmutzige Bettwäsche brachte ich zur übrigen Wäsche. In einigen Tagen würden wir wieder einmal einen Waschtag einlegen müssen. Der Berg Wäsche wuchs bereits ziemlich in die Höhe.
„Izuku, das heiße Wasser kommt!“ Die Stimme meiner Mutter hallte durch den Schacht, der zwischen Küche und Keller bestand und nur wenige Augenblicke später tauchte der Boden eines großen Eimers in der Öffnung auf.
Karuko, unser hiesige Schmied, hatte es sich vor einigen Jahren nicht nehmen lassen und uns einen Seilzug eingebaut, mit dem wir nun problemlos Wasser von unten nach oben oder umgekehrt transportieren konnten.
„Danke, Mama!“, rief ich hinauf und nahm den Eimer vom Haken, goss dann das heiße Wasser in den Waschzuber.
„Kannst du mir den Eimer gleich wieder mit kalten Wasser füllen? Ich setze uns Tee auf!“, rief meine Mutter zu mir herunter.
„Ja, einen Moment!“, antwortete ich ihr, füllte den Eimer mit kaltem Wasser und hängte ihn wieder an den Haken. „Du kannst ihn rauf ziehen!“
„Danke, mein Schatz!“ Ich konnte das Lächeln in der Stimme meiner Mutter förmlich hören. Langsam wurde der Eimer wieder nach oben gezogen.

Von einer Ablage nahm ich mir noch ein Stück Seife und ein großes Handtuch. Das Handtuch fand auf einem Hocker neben dem Zuber einen Platz.
Vorsichtig prüfte ich mit der Zehenspitze die Wassertemperatur. Es war perfekt! Daher stieg ich hinein und setzte mich, lehnte mich zurück.
Die Wärme des Wassers wirkte augenblicklich auf mich und ich entspannte mich.
Wohlig seufzte ich auf und blieb einige Minuten einfach nur sitzen, bevor ich mir die Seife nahm und mir den Schweiß der letzten drei Tage vom Körper wusch. Mit einem Schwamm rieb ich mir über Arme und Beine und wünschte mir einen Augenblick lang, dass nun jemand an meiner Seite war, der mir auch den Rücken würde waschen können. Doch dieser Wunsch blieb unerfüllt. Meine Mutter wollte ich nicht von der Arbeit abhalten, sodass ich mich selbst etwas verrenken musste um mich dort notdürftig zu waschen.

Nachdem ich den ganzen Schweiß von meiner Haut entfernt hatte und auch meine Haare nicht mehr strähnig waren, rubbelte ich mich mit dem Handtuch trocken und schlüpfte in die frische Kleidung.
Endlich fühlte ich mich wieder gut.
Mit Hilfe eines weiteren Seilzugs hob ich eine Seite des Zubers an, sodass mein Badewasser rauschend in die Kanalisation floss.
Einige wenige Handgriffe waren nur nötig um die Waschküche wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen, sodass ich nur Minuten später die Küche betrat und meine Mutter umarmte.

„Du scheinst es gut überstanden zu haben“, lächelte sie mich an und drückte mir eine Tasse Tee in die Hand.
Lächelnd schnupperte ich an der Flüssigkeit. „Wildkirschen?“, wollte ich wissen.
Meine Mutter nickte und schob mich in den Schankraum hinaus an einen Tisch. Dieser war mit einem üppigen Frühstück gedeckt.
Für Gäste hatten wir erst ab dem späten Nachmittag geöffnet. Ausnahme waren übernachtende Gäste, die von uns auch Frühstück bekamen, sollten sie dies wünschen. Da wir aber nun drei Tage am Stück geschlossen gehabt hatten, waren wir alleine in dem großen Gebäude.
Ich setzte mich an den Tisch und machte mich mit großem Appetit über das Frühstück her. Meine Mutter setzte sich mir gegenüber und schaute mir lächelnd dabei zu.
„Manchmal beneide ich dich dafür, dass deine Hitze so... dezent ist...“, murmelte ich zwischen zwei Bissen. Ich konnte mit ihr glücklicherweise ganz offen darüber reden ohne mich schämen zu müssen.
„Das sah früher aber ganz anders aus. Bevor ich deinen Vater kennengelernt hatte, bin ich fast jedes Mal verzweifelt. Nachdem er mich gebissen hatte, wurde es zwar besser, weil er sich gut um mich gekümmert hat, aber durch die Bindung war der Nestbau bei mir noch ausgeprägter als zuvor“, erzählte sie mir. „Ich bin gespannt, wie es bei dir sein wird, wenn du jemanden gefunden hast, dem du vertraust“, fügte sie lächelnd hinzu.
Nachdenklich wiegte ich meinen Kopf hin und her. „Ich glaube, damit lasse ich mir noch etwas Zeit... Ich traue keinem ungebundenen Alpha...“
„Das werden wir sehen, wenn es soweit ist. Vielleicht stolpert ja heute Abend schon ein gutaussehender Alpha hier herein, der dir den Kopf verdreht...“, kicherte sie.
„Mama!“, quiekte ich beschämt.
Sie lachte auf und ging dann in die Küche.

Für uns war es nie ein Thema gewesen, dass es ein anderes Sekundärgeschlecht als einen Alpha für mich geben würde. Natürlich hatte ich auch die Möglichkeit, einen Beta zu erwählen. Doch eine Beziehung mit einem Beta wäre für mich nicht einmal halb so erfüllend wie eine richtige Bindung mit einem Alpha. Daher kam für mich auch nur ein Alpha in Frage.
Die Tatsache, dass Männer auf mich anziehender wirkten als Frauen, verstärkte das ganze noch.
Mehr als einmal hatte ich mir bereits während meiner Hitzen ausgemalt, wie es war, mit einem Alpha zu schlafen. Allein der Gedanke daran reichte aus um meine Erregung während dieser Zeit ins Unermessliche zu steigern. Nachteil war allerdings auch, dass mein Verlangen dadurch noch größer wurde und das unbefriedigende Gefühl sehr viel stärker war.
Ob ich wohl jemals einen Alpha fand, der einen männlichen Omega wie mich lieben konnte?

Seufzend leerte ich Teller und Teetasse, stellte alles zusammen und brachte das Geschirr zu meiner Mutter in die Küche.
Sie stand bereits am Herd und bereitete einige Speisen für den Abend vor.
„Schätzchen, würdest du für mich auf den Markt gehen und noch einige Dinge besorgen?“, fragte sie mich.
„Natürlich! Was brauchst du denn?“, lächelte ich und freute mich über den kleinen Spaziergang, den ich unternehmen konnte.
„Ich habe dir alles aufgeschrieben. Oh und bring Kräuter für deinen Tee mit. Die Menge, die wir noch haben, reicht nicht mehr für deine nächste Hitze“, erklärte sie mir.
Ich schnappte mir den Zettel und die paar Münzen, die sie mir dazu gelegt hatte. „Das ist aber viel Geld... Soviel brauche ich doch gar nicht...“, wunderte ich mich.
„Vielleicht findest du ja etwas schönes auf dem Markt, das du gerne für dich haben möchtest“, grinste sie.
Erfreut umarmte ich sie. „Danke! Ich beeile mich und versuche vor dem Mittag wieder hier zu sein!“, versprach ich.
Schnell lief ich in mein Zimmer, das sich im ersten Stock befand, nahm mir meine Umhängetasche und verstaute in einem kleinen Lederbeutel das Geld. Den Beutel verstaute ich in einer kleinen Tasche, die ich an meinem Gürtel befestigt hatte. Einen kurzen Moment betrachtete ich mein Kurzschwert, das ich für gewöhnlich immer mitführte um mich verteidigen zu können. Ich entschied mich dieses Mal dagegen. Schließlich wollte ich nur auf den Markt und nicht in den nächsten Ort.
Mit großen Schritten ging ich wieder hinunter in den Schankraum.
„Ich bin dann weg!“, rief ich ausgelassen.
„Sei vorsichtig!“, entgegnete meine Mutter.
„Wie immer!“, lachte ich und verließ unsere Taverne.

Die Sonne lachte bereits vom Himmel und wärmte angenehm. Ich konnte mir gut vorstellen, dass sie bis zum Mittag an Stärke gewann und es noch viel wärmer werden würde.
Noch einmal zog ich den Riemen meiner Tasche zurecht und machte mich dann mit beschwingten Schritten auf den Weg zum Markt.

„Hallo, Izuku! Habt ihr heute Abend wieder offen?“, rief jemand von der anderen Straßenseite zu mir herüber.
Suchend blickte ich mich um und winkte dann Shoichi. „Hallo, Shoichi! Ja, haben wir!“, antwortete ich und ging weiter.
„Dann sehen wir uns heute Abend!“, rief er mir hinterher.
Shoichi war unser Bäcker. Das Brot, das er aus seinen Öfen zauberte war das Beste, das ich je gegessen hatte. Genauso wie Karuko war auch er Stammgast bei uns. Meist kam er zusammen mit seiner Frau Chika, die sich im Gegensatz zu ihrem Mann auf Süßwaren spezialisiert hatte und die leckersten Kuchen überhaupt buk. Ihre Kuchen waren weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, sodass sie oft Aufträge von außerhalb bekam. Da die beiden so schon oft genug vor Herd und Ofen standen, ließen sie sich nach getaner Arbeit gern von meiner Mutter verwöhnen.
Shoichi war einer der wenigen Alpha, denen ich traute. Schon oft war ich mit ihm zusammen zur nächsten Stadt gefahren um dort einzukaufen.

.~*~.


Der Markt war wie immer belebt. Überall boten Bauern und andere Händler ihre Waren an. Dazwischen konnte man Schaustellern zuschauen, die für einige Münzen ihr Können zeigten.
Gekonnt schlüpfte ich zwischen den Menschen hindurch und erstand die Dinge, die meine Mutter mir aufgeschrieben hatte.
Die Bauern kannten mich bereits und gaben mir immer ihre besten Waren.
Meine Tasche füllte sich langsam und wurde schwerer. Doch da ich nun nur noch frischen Kohl brauchte, störte mich das Gewicht nicht.
Suchend ließ ich meinen Blick über die Stände gleiten, bis ich einen Bauern gefunden hatte, der schöne Kohlköpfe feilbot. Er hatte seinen Wagen neben einem Stand aufgestellt, den ich bisher hier auf unserem Markt noch nie gesehen hatte.
Bevor ich zu sehr abgelenkt wurde, erstand ich schnell drei Kohlköpfe, die leider nicht mehr in meine Umhängetasche passten, sodass ich einen Jutebeutel herauszog und den Kohl dort hinein verfrachtete.
Erst dann trat ich an den fremden Stand daneben und betrachtete die Auslage.
„Interessierst du dich für seltene Stücke, mein Junge?“, fragte eine ältere Frau, die hinter der Auslage auf einem Hocker saß und gerade einen Apfel schälte.
Ich lächelte sie an. Seltene Stücke? Wenn sie wüsste, dass gerade ein solch seltenes Exemplar vor ihrer Nase stand, wäre sie sicher von ihrem Hocker gefallen. „Ich habe Sie hier noch nie gesehen und wollte mir Ihre Ware anschauen“, erwiderte ich. Wieder ließ ich meinen Blick über ihre Ware gleiten. Sie hatte viele unterschiedliche Anhänger im Angebot. Dazu auch Ringe und Armbänder, Messer und Figuren.
Ein Anhänger an einem Lederband erregte besonders meine Aufmerksamkeit. Er schillerte in wunderschönen Grüntönen und sah aus wie eine große Schuppe.

Tbc...
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