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Morbid Mind

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16 / Mix
Atemu Mai Kujaku / Valentine Marik Ishtar OC (Own Character) Ryuji Otogi / Duke Devlin Seto Kaiba
08.11.2020
13.06.2021
82
142.684
3
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11.06.2021 2.287
 
„Verrätst du mir warum du den Polizeidienst quittiert hast? Es gab Gerüchte darüber, dass du es eines jungen Mannes wegen getan hast mit dem du etwas gehabt hättest.“
Tristan sah mich forschend an und wartete offenbar auf eine Erklärung von mir. Aber zunächst einmal musste ich der Unterstellung wegen laut loslachen, „das ist nur die halbe Wahrheit, Tris. Ja ich habe den Dienst wegen eines jungen Mannes quittiert, der meine Hilfe brauchte. Dieser jemand war Seto, der nach Mokuba’s Tod meine Hilfe brauchte. Aber die hätte ich ihm nicht gewährleisten können wenn ich weiter bei der Polizei geblieben wäre, weil man mich von der Band abziehen wollte. Aber du kannst dir gewiss sein, dass zwischen uns niemals etwas sexuelles gewesen ist. Er hatte zu der Zeit nämlich schon seine Traumfrau gefunden, nur war die zu der Zeit am anderen Ende der Welt, was ihm schwer zugesetzt hat.“
„Das mag ja sein,“ gestand er mir zu, hatte aber anscheinend noch etwas in der Hinterhand. Ich wartete gespannt was das sein könnte, „aber einer der Kollegen meint dich knutschend mit einem jungen Mann gesehen zu haben, der garantiert nicht Seto’s Beschreibung entsprochen hat.“
„Wie soll diese Person bitteschön ausgesehen haben? Und wo soll das gewesen sein?“ kam es belustigt von mir zurück. Sollte mich an diesem bestimmten Abend, als ich mit Marik um die Häuser gezogen war, einer der ehemaligen Kollegen gesehen haben?
„In der Seitenstraße von einer Bar,“ ergänzte Tristan seine Erklärung, „diese andere Person soll ein Ausländer gewesen sein. Bronzefarbene Haut und hellblondes Haar. Nur wenig größer als du.“
Meine Mundwinkel zuckten verdächtig. Wir hatten anscheinend wirklich einen Beobachter gehabt von dem  ich bislang nichts wusste.
„Das klingt verdächtig nach mir, Baku. Aber warum kann ich mich dann nicht daran erinnern?“ ertönte Marik’s Stimme an der Tür, der mich verwirrt ansah.
Während Tristan überrascht die Augen aufriss ging ich auf meinen Liebsten zu und legte zärtlich meine Hand an seine Wange, „weil du einen Filmriss hattest, Kleiner. Du konntest dich am nächsten Tag nicht mehr an das erinnern, was zwischen uns passiert ist und ich… habe es einfach dabei belassen weil ich erstmal verarbeiten musste wie heftig ich auf dich reagiert habe.“
Marik sah mich nachdenklich an, „hätte es einen unterschied für dich gemacht, wenn du die Wahrheit über mich gewusst hättest?“
Bevor ich zu einer Antwort ansetzen konnte wurden wir von mehreren Seiten gleichzeitig mit Fragen bestürmt.
„Dann stimmt es also, dass du schwul bist…“ Tristan.
„Welche Wahrheit?“ Yugi.
„Du hattest dein erstes Mal mit Marik? Warum habe ich nichts davon mitbekommen? Schließlich haben wir drei zu der Zeit zusammen gewohnt!“ Duke.
Aber ich ignorierte sie vorerst alle weil Lexa gequält aufstöhnte. Und ich war nicht der einzige für den dieses Geräusch Vorrang hatte.
„Was ist los mit dir, Kleines? Du leidest doch hoffentlich nicht immernoch unter den beiden Cocktails von gestern!“
Sie deutete ein zaghaftes Kopfschütteln an und murmelte leise, „Migräne.“
„Was machst du dann hier, Kätzchen? Du solltest dich ausruhen!“ erkundigte Seto sich in strengem Ton bei ihr während er auf sie zu kam.
„Später. Können wir den Raum verdunkeln? Und bitte sprecht nicht so laut und nicht alle gleichzeitig, ich hab das Gefühl das mir davon der Schädel platzt.“
Mein bester Freund wandte sich sogleich an Roland der bereits dabei war die Vorhänge ein Stück weit zuzuziehen, „haben wir etwas starkes gegen Kopfschmerzen hier?“
„Ich werde mich gleich darum kümmern,“ erwiderte der Älteste unter uns während er auf das nächste Fenster zusteuerte.
„Hol es bitte sofort. Um die Vorhänge können sich die Jungs kümmern,“ forderte Seto energisch, worauf ihm von mehreren Seiten gleichzeitig zugenickt wurde. Während Roland unseren Konferenzsaal verließ machten sich Joey und Tristan daran den Raum weiter abzudunkeln. Unterdessen führte Seto Lexa an den Tisch und forderte sie auf sich zu setzen, „ich sollte dir eigentlich ausreden hier zu bleiben, aber ich kenne dich gut genug um zu wissen das es keinen Sinn hätte. Außerdem nehme ich stark an das Duke und Marik das schon versucht haben.“
„Hauptsächlich Marik,“ bestätigte sie knapp und sah dann zu uns beiden herüber, „wollt ihr euch die Zeit bis Roland zurück kommt nicht damit vertreiben den Anderen ihre Fragen zu beantworten?“
„Keine schlechte Idee,“ stimmte ich ihr zu und wandte mich anschließend an Marik, „macht es dir etwas aus wenn ich die anderen in unsere Geschichte einweihe? Atemu ist eh schon darauf gekommen.“
„Duke ebenfalls,“ klärte er mich auf, „und ja es macht mir etwas aus.“
Damit hatte ich nicht gerechnet, weshalb ich ihn verunsichert ansah. Belastete es ihn immernoch so sehr das ich damit einen weiteren Zusammenbruch bei ihm provozieren würde? Doch zu meiner Überraschung lächelte er mich an ehe er fortfuhr, „ich weiß bereits das du gestern mit Duke und den Zwillingen über Teile unserer Geschichte gesprochen hast. Aber es gibt Dinge die ich den Anderen gerne selbst erklären möchte. Deshalb lass mich wenigstens den Anfang machen.“
„Bist du dir sicher, dass dir das nicht zu viel wird?“ erkundigte ich mich besorgt bei ihm.
„So lange ich entscheiden kann was ich preisgebe sollte es kein Problem darstellen,“ entgegnete er entschlossen und bewies es sogleich indem er sich an die versammelte Truppe wandte, „Duke, Atemu, ihr beide wisst ja bereits worum es geht. Aber die Anderen sollten ebenfalls erfahren wer ich wirklich bin und was Baku und mich verbindet. Immerhin spielen wir alle im selben Team,“ er wandte sich zunächst gezielt an Tristan, „wir beide haben uns bislang noch nicht offiziell kennengelernt, deshalb möchte ich das jetzt nachholen. Meine Freunde und Kollegen kannten mich bisher unter dem Namen Marik Ishtar, wobei ich es auch belassen möchte, aber mein Geburtsname ist Namu Ishutaru. Ich habe ihn allerdings hier in Japan offiziell ändern lassen weil ich mit diesem Namen nichts Gutes verbinde.“
Ich beobachtete belustigt wie Yugi die Gesichtszüge entgleisten als Marik ihnen seinen wahren Namen offenbarte. Damit war seine These das ich schwul sei endlich vom Tisch, da aus den vermuteten zwei Personen die ich in meinem Leben geliebt hatte – und es immernoch tat – mit einem mal eine einzige geworden war. Aber Marik war noch nicht fertig.
„Vor neun Jahren hat Baku mir das Leben gerettet und in den Tagen bis er und seine Schwester mich mit nach Japan genommen haben, jede einzelne Minute an meiner Seite verbracht um mich zu pflegen und mir neuen Lebensmut zu geben, woran ich mich aber selbst nur sehr bedingt erinnern kann. Aber anstatt euch zu erklären warum wir uns vor vier Jahren nicht wiedererkannt haben möchte ich euch ein Bild von mir zeigen, das kurz bevor wir hier angekommen sind entstanden ist. Danach versteht ihr hoffentlich warum ich nicht über das reden will was mir damals zugestoßen ist,“ er zog sein Portemonnaie aus der Tasche und holte ein Bild daraus hervor, dass er zunächst an mich weiterreichte.
Obwohl ich besser wusste als jeder andere hier im Raum, in welchem Zustand sich mein Liebster damals befunden hatte, warf ich dennoch einen Blick darauf. Allerdings wünschte ich es nicht getan zu haben, denn ich musste tief durchatmen während ich das Photo an Seto weiterreichte. Während es die Runde machte wechselten die Blicke aller Anwesenden von neugierig zu entsetzt, obwohl darauf nur ein Bruchteil von dem zu erkennen war, was ich damals zu Gesicht bekommen hatte. Den Moment in dem Kisara diese Photographie gemacht hatte musste ich allerdings verpasst haben, denn es war eindeutig noch in Ägypten entstanden, was ich an dem Bett erkennen konnte auf dem Marik – nein, Namu – verbesserte ich mich in Gedanken, lag war eindeutig jenes, das ursprünglich als Gästebett für mich vorgesehen gewesen war. Es zeigte seinen völlig zerfetzten und längst nicht verheilten Rücken, ebenso wie die entzündeten Fesselmale an seinen Handgelenken und seinen ausgemergelten Körper.
Während ich mit geschlossenen Augen gegen diese unbändige Wut ankämpfte die dieser Anblick schon vor neun Jahren bei mir ausgelöst hatte langte Marik nach meiner Hand und verschränkte seine Finger mit den meinen, wandte sein Wort wieder an die Anderen, „ohne Baku hätte ich den Tag nicht überlebt an dem er mich gefunden hat. Aber ich will nicht, dass ihr mich für das bemitleidet was mir damals widerfahren ist. Statt dessen möchte ich grade die vier Personen mit denen ich, neben Baku, jeden Tag zu tun habe darum Bitten mir zu helfen mit den Folgen dessen was mir damals zugestoßen ist zurecht zu kommen, da meine Augen mich allmählich im Stich lassen.“
Zur allgemeinen Überraschung war es ausgerechnet Lexa die sich, ihrer Kopfschmerzen zum Trotz, als erste dazu äußerte, „du weißt, dass du auf mich zählen kannst. Ich hatte früher schon Schüler mit Sehschwächen denen ich die Musik näherbringen konnte. Und du hast einen klaren Vorteil denen gegenüber, weil du schon lange mit deinem Instrument vertraut bist. Also selbst für den Fall, dass du irgendwann blind werden solltest ist das nicht das Ende deiner Karriere. Du bist und bleibst ein wichtiges Mitglied der Band.“
„Danke Lex. Es tut gut das von dir zu hören,“ gestand er ihr und umklammerte dabei fest meine Hand, „aber leider ist es bei mir kein ´falls´ sondern ein ´wenn´ ich bind werde. Es ist bloß eine Frage der Zeit und ich werde die Hilfe von euch allen dabei brauchen,“ bei dieser Aussage sah er nacheinander Seto, Duke und Atemu an, die ihm bekräftigend zunickten. Seto war jedoch der einzige, der sich Lexa verbal anschloss.
„Wir bekommen das zusammen hin. Sag uns einfach was wir für dich tun können, dann werde ich zusehen, dass wir es umsetzen.“
„Danke B… danke Seto. Ich weiß garnicht wie ich mich dafür erkenntlich zeigen kann,“ gab mein Partner gerührt zurück.
„Mach dir deswegen keine Gedanken, Marik. Wir sind ein Team und halten zusammen. Wenn du Hilfe benötigst bekommst du sie auch. Aber ich glaube es gibt hier noch zwei Personen die von Ryou eine Antwort auf ihre Fragen erwarten. Wie wir dir am besten helfen können besprechen wir dann später.“
Marik nickte ihm noch einmal dankbar zu und sah mich anschließend an, „jetzt bist du dran, Partner.“
„Nur zu gerne,“ bestätigte ich ihm, auch wenn ich den Schock über das Bild noch nicht vollständig überwunden hatte. Aber ich überspielte es mit einem schrägen Grinsen, „allerdings fürchte ich, dass du  mir die Show gestohlen hast, denn alles was ich jetzt noch dazu beitragen kann ist verhältnismäßig langweilig.“
„Das sehe ich aber mal ganz anders Kumpel,“ mischte Duke sich frech ein, „schließlich sind die Fragen von Tris und mir noch unbeantwortet.“
„Ich dachte mir schon, dass du mich nicht so schnell davon kommen lässt. Dafür warst du gestern schon zu neugierig auf das was ich zu erzählen hatte. Aber ich fange erstmal mit Yugi an, der mir gestern unterstellt hat schwul zu sein weil es zu dem Zeitpunkt noch zwei Personen gab für die ich sehr starke Gefühle gehegt habe. Damit bekommst du übrigens auch sofort deine Antwort, Tris. Fakt ist, dass besagte Personen ein und die selbe waren, ich es aber vier Jahre lang einfach nicht erkannt habe.
Auch wenn es außenstehende wohl anders sehen bin ich NICHT SCHWUL. Ich stehe nicht auf Männer im allgemeinen sondern nur auf diesen einen ganz bestimmten, den ich von dem Moment an geliebt habe als ich ihn zum ersten Mal begegnet bin. Es ist also mehr eine personenbezogene Fixierung, denn niemand anderes kann jemals den Stellenwert bei mir erreichen, den Marik bei mir hat,“ ich sah entschuldigend zu Seto herüber, der mir meine Worte jedoch nicht übel zu nehmen schien, „sorry Großer, aber sofern es nicht Jobbedingt ist steht Marik bei mir an erster Stelle.“
„Keine Sorge, Ryou. Ich verstehe vollkommen was du meinst. Und ich glaube Atemu kann es dir ebenfalls nachempfinden,“ bemerkte er mit einem Blick in Richtung seines Cousins.
„Das kann ich tatsächlich,“ bestätigte dieser, „für mich gab es auch immer nur Duke. Auch wenn ich sehr lange gebraucht habe um den Mut zu finden zu ihm zu stehen.“
Während Duke seinen Arm um Atemu legte stöhnte Joey angestrengt auf, weshalb ich mich ihm widmete.
„Ich weiß wie unangenehm dir das Thema ist, Wheeler. Deshalb solltest du dir bei der Frage die ich noch zu beantworten habe vielleicht besser die Ohren zu halten.“
Er sah mich entgeistert an und folgte dann meiner Empfehlung worauf ich mich endgültig Duke zuwandte, der mich breit angrinste. Ebenso wie Yugi der den Platz zwischen Duke und Joey eingenommen hatte.
„So, Schneewittchen,“ griff ich den Spitznamen erneut auf, denn ich ihm zu beginn der Woche verpasst hatte, „nun zu dir. Du hast zwar etwas länger gebraucht als Atemu, aber ja, ich hatte mein erstes Mal tatsächlich mit Marik. Und du hast es deshalb nicht mitbekommen weil du den Abend wo anders verbracht hast. Und inzwischen glaube ich auch zu wissen WO du zu dem Zeitpunkt warst,“ bei diesen Worten zwinkerte ich Atemu zu, der nach unserem gestrigen Gespräch bestätigend nickte.
„Damit liegst du mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sogar richtig,“ bestätigte der Schwarzhaarige mir meinen Verdacht.
„So, nachdem wir das geklärt haben noch einmal kurz für dich, Tris,“ wandte ich mich an den Neuen in unserer Runde, „ich weiß zwar nicht, wer aus dem Kollegium Marik und mich an besagtem Abend gesehen hat, aber ich habe den Dienst garnicht wegen Marik quittieren können, weil ich ihn erst ein Jahr später kennen gelernt, oder wie ich es inzwischen formulieren sollte, wiedergefunden habe. Hat sonst noch jemand eine Frage dazu?“
Ich bekam ein einvernehmliches Kopfschütteln von unserer Truppe worauf ich mich an Joey’s Sitznachbarn wandte, „könnt ihr ihm dann bitte Entwarnung geben?“
Während Tristan dem Blondschopf auf die Schulter tippte richtete ich mein Wort an die Person, die schon eine Weile schweigend in der Tür stand und offenbar unsere Interaktion studiert hatte, „Roland, hättest du bitte die Güte Lexa endlich die Schmerztabletten zu geben, damit wir offiziell mit der Lagebesprechung anfangen können?“
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