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Morbid Mind

GeschichteFreundschaft, Action / P16 / Mix
Atemu Marik Ishtar OC (Own Character) Ryou Bakura Ryuji Otogi / Duke Devlin Seto Kaiba
08.11.2020
24.09.2021
114
203.877
3
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12.09.2021 791
 
Ich sah Seto und Ryou besorgt hinterher. Was auch immer zwischen unserem Leibwächter und meinem liebsten Bandkollegen vorgefallen war musste ziemlich gravierend gewesen sein, wenn Ryou sich schon in einem derart desolatem Zustand befand. Ich wagte kaum mir auszumalen wie es dann erst Marik gehen mochte. Ich spielte grade mit dem Gedanken vorsichtig anzuklopfen als ich durch die Tür hindurch vernahm wie er los schluchzte. Damit verabschiedete ich mich von diesem gut gemeinten Vorsatz und trat ungefragt in das Schlafzimmer der Beiden ein. Wie schon befürchtet war mein erwählter Bruder völlig mit den Nerven am Ende. Er reagierte ja nicht einmal darauf, dass ich ungefragt in das Zimmer eingetreten war.

Ich begab mich auf leisen Sohlen zu ihm und setzte mich ganz vorsichtig zu ihm auf die Bettkante. Streichelte ihm in beruhigender Absicht über den Kopf, worauf er kurz zu mir aufsah. Allerdings schien es mir als könne er mein Gesicht nicht erkennen. Dieser Umstand hinderte ihn allerdings nicht daran seine Position in so fern anzupassen, dass er seinen Kopf auf meinen Schoß betten konnte während er seinen Tränen freien Lauf ließ.

Ich hätte hinterher nicht mehr sagen können wie lange ich so bei ihm gesessen hatte bis er sich allmählich beruhigte, aber das war für mich vollkommen unerheblich. Wichtig war bloß, dass ich bei ihm war und ihm best möglich halt gab. Dabei ahnte ich zu meinem Bedauern schon warum nicht nur er sondern auch Ryou sich in einem solch schlechten Zustand befanden.

„Willst du mir erzählen was passiert ist oder brauchst du noch Zeit?“ erkundigte ich mich vorsichtig bei ihm als er endlich aufgehört hatte vor sich hin zu schluchzen, erntete allerdings bloß ein angedeutetes Kopfschütteln.

„Darf ich eine Vermutung anstellen?“ hake ich bedächtig nach.

Sein Nicken fiel so knapp aus, das es selbst mir schwer fiel es als solches zu erkennen.

„Du hast versucht ihm zu erklären warum dich der vergangene Abend belastet. Das du Angst davor hast das sowas nochmal vorkommen könnte.“

Damit entlockte ich ihm eine erste verbale Reaktion, „woher…?“

„… ich das weiß?“ erkundigte ich mich bei ihm was er mit einem weiteren, dieses Mal wesentlich deutlicheren Nicken bestätigte, „das war nicht schwer zu erraten weil Ryou sich in einem ähnlich beschissenen Zustand befindet wie du. Entschuldige bitte meine Wortwahl.“

„Schon okay,“ nuschelte er vor sich hin und ergänzte es unverzüglich, „ich hab alles ruiniert Lex.“

„Erzähl mir was passiert ist,“ bat ich ihn um meine Ahnung bestätigt zu bekommen.

„Ich… ich hab versucht es ihm zu erklären… wie sehr es mich verunsichert hat…“ fing er stockend an zu erzählen, „weil er so viel stärker ist als ich… ich ihn nicht abwehren kann wenn er zudringlich wird… dass es mich beunruhigt…“

An dieser Stelle unterbrach er sich, worauf ich eine weitere Vermutung äußerte, „weil es dich an das erinnert was du in deiner Vergangenheit durchleiden musstest.“

Von ihm kam ein weiteres Nicken, „ich hab ihm gesagt… dass ich vorerst… in einem anderen Schlafzimmer…“ gefolgt von weiteren Tränen.

„Schhht, ganz ruhig,“ versuchte ich ihn zu besänftigen um auch den Rest der Geschichte zu erfahren, wobei ich ihm inzwischen über die nackte Haut seines Rückens streichelte.

„Er wollte das nicht… meinte es sei besser wenn er… zum Studio… in seine Wohnung zurückkehrt… bis ich ihm… vergeben könnte…“

Das klang in meinen Ohren so als würde Ryou den gestrigen Vorfall zutiefst bedauern, was im Umkehrschluss bedeuten würde dass er Hoffnungen darauf hatte das Marik die Beziehung zwischen ihnen noch nicht gänzlich begraben hatte.

„Weißt du wann er in seine Wohnung zurück will?“ erkundigte ich mich bei Marik.

„Nach dem Training mit Roland,“ kam es überraschend klar von ihm zurück.

„Das ist gut,“ beteuerte ich ihm, „so wie es aussieht habe ich nämlich mein Songbook im Studio vergessen, weshalb ich nochmal dahin zurück muss. Wenn ich Ryou dazu bewegen kann mich mitzunehmen, kann ich ihn sicherlich davon überzeugen das du bloß ein bisschen Zeit brauchst und er sich nicht von dir zurückzieht.“

„Glaubst du das wirklich?“ kam es teils verunsichert, teils hoffnungsvoll von ihm zurück.

„Natürlich,“ versicherte ich Marik obwohl sich leise Zweifel in mir regten, „wir haben inzwischen einen ziemlich guten Draht zu einander. Da finde ich sicherlich einen Weg damit ihr wieder zusammen kommt.“

„Danke Lex,“ kam es zaghaft von ihm zurück, „ich weiß nämlich nicht wie ich weiter machen soll wenn er unsere Beziehung aufgegeben hat.“

„Weil du ihn wirklich liebst,“ schlussfolgerte ich aus seiner Aussage.

„Du kannst dir garnicht vorstellen wie sehr,“ bestätigte er meine Äußerung.

„Oh doch. Das kann ich, Brüderchen. Schließlich geht es mir mit Seto genau so wie dir mit Ryou,“ versicherte ich ihm, „und jetzt sieh erstmal zu, dass du dich wieder fängst. Seto hat nämlich Pläne mit der Band in die er mich erst einweihen will wenn wir vollzählig sind.“
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