Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Morbid Mind

GeschichteFreundschaft, Action / P16 / Mix
Atemu Marik Ishtar OC (Own Character) Ryou Bakura Ryuji Otogi / Duke Devlin Seto Kaiba
08.11.2020
24.09.2021
114
203.876
3
Alle Kapitel
81 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
08.11.2020 1.385
 
„Bist du dir sicher das du dir das zumuten willst? Die Jungs werden es dir bestimmt nicht leicht machen. Wenn bei denen der Testosteronspiegel mal wieder durch die Decke schießt kann es ziemlich haarig werden,“ meine blonde Begleitung sah mich besorgt an, „und nachdem ich Bakura rauswerfen musste ist die Stimmung in der Band richtig im Arsch.“

„Lass es mich versuchen Mai. Ich kann zwar nicht dafür garantieren, dass ich die Wogen zwischen ihnen geglättet bekomme, aber einen Versuch ist es allemal wert,“ ich legte so viel Zuversicht in meine Stimme wie ich nur konnte. Sie brauchte schließlich nicht zu wissen wie nervös ich wirklich war. Hoffentlich konnte ich die übrigen Bandmitglieder irgendwie von mir überzeugen ohne das sie mitbekamen, wie beängstigend die Situation für mich war. Ich wusste ja bisher nicht einmal mit wem ich es zu tun haben würde.

„Mir bleibt wohl keine andere Wahl,“ lenkte sie seufzend ein und hielt mir die Tür zum Tonstudio auf.

Von drinnen schlugen uns laute Stimmen entgegen, obwohl uns noch einige Meter von den Urhebern der Geräuschkulisse trennten.

„Verdammt Wheeler, kannst du den Takt nicht halten oder machst du das mit Absicht?“ die anklagende Stimme hatte einen derart schneidenden Tonfall, das man sich damit hätte rasieren können. Und ich hatte sie schon einmal gehört, sogar in diesem Ton. Aber das konnte unmöglich wahr sein.

„Gib mir wenigstens ein bisschen Zeit mich in die Lieder einzufinden Kaiba,“ bat der Angesprochene unterwürfig und ich horchte auf.

´Sollte er es tatsächlich sein?´

Reflexartig zog ich die tiefe Kapuze meines schwarzen Mantels über den Kopf während mein Herz unwillkürlich höher schlug.

„Wir haben aber keine Zeit für deine Trödelei. In einer Woche haben wir den nächsten Gig und wenn du es bis dahin nicht drauf hast sind wir am Arsch,“ ertönte erneut die eiskalte Stimme, die ich nun tatsächlich als die von Seto identifizieren konnte, „Devlin zeig diesem Amateur wie das geht. Er dürfte doch eh nicht bei uns spielen, wenn er nicht mit unserer Produzentin liiert wäre.“

Bei diesen Worten stürmte Mai an mir vorbei.

„Kaiba es reicht jetzt. Ich weiß selbst, das Joey nicht die Bestbesetzung für die Band ist. Aber ich brauchte Zeit um mir etwas einfallen zu lassen und das habe ich getan. Also reg dich ab,“ donnerte ihre Stimme durch das Gebäude.

„Na hoffentlich taugt deine Idee zu etwas,“ knurrte er indigniert.

´Was ist bloß mit ihm geschehen? Sind das reine Starallüren oder steckt mehr hinter seinem Verhalten?´ ich lehnte mich mit vor der Brust verschränkten Armen in den Türrahmen, den Kopf so weit gesenkt, dass ich wohl die Szene beobachten konnte, die Bandmitglieder jedoch nicht in der Lage dazu waren mein Gesicht zu sehen. An zwei der Bandmitglieder konnte ich mich sogar noch vage erinnern, waren sie doch damals bei dem Auftritt von Morbid Mind dabei gewesen nach dem ich Seto kennengelernt hatte. Aber der Blick in dessen Gesicht, so gestresst es auch sein mochte, war derart überwältigend für mich, dass ich der gekreuzten Arme zum Trotz spürte wie meine Hände zitterten. ´bleib ruhig Mädchen. Tief durchatmen. Nicht nervös werden. Es ist bloß Seto. Und er sieht immer noch genau so scharf aus wie vor sechs Jahren. Gottverdammte Scheiße, wie soll ich das bloß durchstehen?´

„Das werden wir noch herausfinden,“ zischte Mai scharf ehe sie sich ein wenig milder an einen der Anderen wandte, „allerdings müsstest du dann wirklich das Schlagzeug übernehmen Devlin.“

Seto war der Erste, der mich bemerkte. Für einen Moment ruhte sein abschätziger Blick auf mir, doch offenbar war mein Versteckspiel erfolgreich, denn er erkannte mich unter meiner Kapuze nicht, ansonsten hätte er wohl kaum derart gelangweilt reagiert, „hast du die Tür nicht zugemacht, Valentine? Dir scheint einer unserer Groupies gefolgt zu sein.“

Mai setzte ein überlegenes Grinsen auf, „dieser Groupie, wie du sie so schön nennst, ist unter Umständen die Lösung unserer Probleme.“

Ungläubiges Gemurmel wurde laut.

Schließlich erhob einer der Jungs, er hatte eine dreifarbige Igelfrisur bei der ich mich fragte, wie viel Zeit er jeden Morgen vor dem Spiegel verbrachte um sie in Form zu bringen, das Wort, „eine Frau? Ernsthaft?“

„Ein Kind trifft es wohl besser bei der Größe,“ kam es von dem Nächsten. Seine Haut hatte einen interessanten Bronzeton der einen eigenwilligen Kontrast zu seinen aschblonden Haaren bildete. Bei seinem Kommentar musste ich unwillkürlich schmunzeln, denn für mich war es längst alltäglich geworden das man mich meiner geringen Größe wegen für jünger hielt als ich war.

„Lass dich nicht von ihrer Körpergröße blenden Ishtar,“ konterte Mai ehe sie sich mir zuwandte, „willst du?“

Ich nickte unter meiner Kapuze, trat auf den schwarzhaarigen zu den Mai mit Devlin angesprochen hatte und streckte meine Hand nach seiner E-Gitarre aus, „darf ich?“

„Willst du dich uns nicht erstmal vorstellen, Babe,“ kam es süffisant von ihm zurück.

Ich schüttelte den Kopf und raunte ihm scharf zu, „später. Und damit das schonmal klar ist, ich bin niemandes Babe,“ allerdings entging mir nicht, wie Seto auf meine Stimme reagierte. Offenbar hatte ich nicht leise genug gesprochen, denn seine Augen verengten sich. Den Anderen mochte es entgangen sein, aber ich sah es sofort, „also? Gibst du mir deine Gitarre oder muss ich erst jemand anderen Fragen?“

Er zögerte einen Moment lang, so das ich bereits befürchtete mich an Seto wenden zu müssen der mein Spiel mit der Kapuze garantiert nicht mitmachen würde, so wie er mittlerweile drauf war. Deshalb unterdrückte ich ein erleichtertes aufatmen als Devlin sich den Gitarrengurt über den Kopf zog.

„Na dann zeig mal was du drauf hast, Nichtbabe.“

Ich testete das Instrument kurz an, um sicher zu gehen, dass die Gitarre auch ordentlich gestimmt war und fing an zu spielen. Nachdem ich das Intro des Songs beendet hatte ergänzte ich das Lied durch meinen Gesang,



The moment when you held me tight

Won´t come back anymore

And at the end of the night

You slamed the door

My dream had died away

Just when I saw red

And nothing but a memory

Is left inside my head

Nothing is for ever in life

But a memory – belive it´s true

And when I gaze in the rain

I´m crying just for you



The scarlet rose has died

Lost inside the night

Left in my mind

Like a dream and full of pride

The scarlet rose has died



The one and only way to catch

The beauty of a dawn

Is to take a picture

Of the growing sun

I got that experience

No one could steal away

One moment of your life ist mine

I remember day by day

Nothing is forever in live

But a memory – belive it´s true

And when I gaze in the rain

I´m crying just for you



The scarlet rose has died

Lost inside the night

Left in my mind

Like a dream and full of pride

The scarlet rose has died

The scarlet rose has dies

Lost inside the night

Left in my mind

Like a dream and full of pride

The scarlet rose has died

The scarlet rose has dies

Lost inside the night

Left in my mind

Like a dream and full of pride

The scarlet rose has died



Ich ließ Devlins Instrument langsam ausklingen und wartete auf die Reaktionen. Im ersten Augenblick herrschte schweigen, aber das hielt nicht lange an.

„Wow, das war großartig“ der Punk.

„Ich kenne den Song, hab ihn allerdings noch nie so leidenschaftlich vorgetragen gehört,“ der Aschblonde.

„Sie könnte tatsächlich eine Bereicherung für uns sein,“ Devlin.

„Nein, nicht könnte. Sie ist eine Bereicherung,“ Mai´s blonder Partner,  „damit bin ich definitiv raus.“

Es gab nur einen der konstant schwieg, was seinen Bandkollegen ebenso wenig entging wie mir.

„Kaiba willst du garnichts dazu sagen?“

Seto wirkte beunruhigt, schüttelte ungläubig den Kopf und kam langsamen Schrittes auf mich zu. Der Moment der Wahrheit war gekommen als er mir die Kapuze vom Kopf schob und mein Gesicht der Öffentlichkeit preisgab. Dabei streiften seine Fingerspitzen ganz leicht meine Haut und ließen ein mir bekanntes wohliges Gefühl darauf zurück.

„Alexandria. Ich wusste es,“ waren seine einzigen Worte ehe er sich umdrehte und eilig den Raum verließ.

Die Anderen sahen ihm irritiert hinterher und Joey war der Erste, der seine Stimme wieder fand, „was ist denn mit dem los? Der wirkt als hätte er einen Geist gesehen.“

„Ja, mich,“ gestand ich zerknirscht ehe ich ihm folgte.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast