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I GOT IT |3RACHA

OneshotFamilie, Freundschaft / P12
Bang Chan Han / Han Jisung Seo Changbin
08.11.2020
08.11.2020
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»Inside of a chaotic workplace, the butterfly waits till the wings are dried then flies«


-Han Jisung/JOne/HAN

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Playlist;

I GOT IT -Han
Cypher- Changbin
인정하기 싫어 -Bang Chan
Passion-3Racha
Broken Compass-3Racha
Maze of Memories-3Racha
Hellevator -Stray Kids



 

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„Das war extrem gut!"

Überrascht drehte ich mich in dem Schreibtischstuhl herum, als ich eine Stimme an der Tür wahrnahm. Kurz kniff ich meine Augen zusammen, da mir vor Müdigkeit die Sicht verschwamm . Meine Hand ließ den Stift sinken, den ich bis eben noch in meiner Hand gehalten hatte.

„Danke Hyung", brachte ich jedoch nur über die Lippen, obwohl ich eigentlich fragen wollte, ob er den ganzen Rap gehört hatte, den ich eben zur Probe einfach drauflos gerappt hatte. Demnach war mein Mund total trocken und ein lautes Gähnen entwich mir, ehe ich mir über die Lider strich, um die Müdigkeit aufzuhalten, bevor sie mich gänzlich überfiel.

„Der Text ist echt gut. Brauchst du noch eine Melodie dazu?", fragte der Australier, der nun den kleinen stickigen Raum betrat und sich auf den Sessel neben mir pflanzte, wie ich es schon so oft in Channie's Room getan hatte. Diesmal waren die Rollen jedoch getauscht und auch unser drittes Musketier fehlte. Kurz sah ich mit bedauernden Blick auf den anderen leeren Platz neben mir und wünschte mir Changbin herbei.

Changbin gehörte nun mal zu uns. Wir waren 3Racha, wir waren drei. Die drei Musketiere, die drei Fragezeichen, Tick Trick und Track. Drei war einfach unsere Zahl, ohne ihn fehlte ein Stück. In Changbin steckt ein Chan und ein Han. 3Racha war nicht vollständig, wenn einer von uns fehlte. Wir alle lebten von der Musik. Wir atmeten sie. Durch unser Blut floss die Melodie und die Noten ernährten uns, während wir hungering immer weiter aßen. Wir waren unersättlich.

„Ja", ich nickte leicht und ließ mein Kopf auf meine Hand fallen, um ihn zu stützen. Es war bereits drei Uhr nachts und ich war so müde, dass ich jeden Moment das Gefühl hatte umzukippen. Aber der Song hatte mich gefesselt, ich war eingetaucht beim Schreiben und hatte die Welt und die Zeit für einen Moment vergessen. Vielleicht war auch das der Grund, warum ich so gerne schrieb, dann konnte ich die Zeit anhalten.

„Ich setz mich morgen gleich ran", versprach Chan mit einem Schmunzeln und ich konnte die tiefen Augenringe ausmachen, die sich wie schwarze Schatten unter seine Lider legten. Wahrscheinlich war er sogar noch müder als ich. Wann hatte er doch gleich zuletzt mal ausgeschlafen?

Dankend nickte ich ihm zu und besah mir nochmal die Lines an, die mein Kopf ausgespuckt hatte. Auch Chan sah sie über meine Schulter gebeugt an. Ich spürte regelrecht, wie seine Augen über die einzelnen Wörter huschten und er gebannt auf die Zeilen starrte, als würden sie jeden Augenblick lebendig werden.

„Was ist der Hintergrund  des Liedes?", fragte er plötzlich neugierig und setzte sich wieder neben mich. Gespannt sah er mich an, während seine Worte kurz Kreise durch mein Hirn zogen. Ich wusste es nicht mehr. Irgendwas hatte mich verleitet, ich war wütend und enttäuscht. Ich war-

„Es hat aber nichts damit zu tun, dass Changbin schon wieder bei Show Me The Money rausgeflogen ist und wir bei den Mnet Asia Music Awards nicht nominiert sind, oder?"
Mit Wolfsaugen sah er mich an, versuchte in meine Seele zu blicken und ertappt senkte ich den Blick, obwohl ich mich nicht schämte.

„Es war nicht genau deswegen. Sagen wir, es war viel mehr ein Auslöser. Es-", ich stockte kurz und fing nochmal an zu erzählen.
„Ich bin eigentlich nichtmal traurig darüber, dass wir nicht nominiert sind, denn MAMA behandelt so viele Kpop Gruppen wie der letzte Dreck und diese ganze Nominierungssache wird sowieso nur zugunsten von ihnen gemacht. Aber es macht mich sauer, dass sie sich für etwas besseres halten. Dass immer noch jeder denkt, dass Stray Kids keinen Erfolg haben wird, nur weil wir alles selber machen. Manchmal hab ich das Gefühl, wir gehören in diese K-Industrie gar nicht rein. Es will uns sowieso niemand hier haben, wir sind halt Außenseiter", hilflos zuckte ich mit den Schultern, während die flammende Wut mein Körper umhüllte.

„Aber...", Chan hielt inne und schien kurz zu überlegen, ehe er seine Worte mit Bedacht wählte. „Du hast absolut recht, Jisung-ah. Wir sind Außenseiter in der Industrie, aber das ist mir viel lieber, als allseits beliebt zu sein und viele Fake-Fans zu haben, die in ein paar Tagen keine Lust mehr auf uns haben. Versteh mich nicht falsch, mir ist es absolut egal, wer unsere Musik hört, so lange ich Musik machen kann und sie damit begeistern kann. Ich will einfach nur Musik machen. Ich brauch keine Awards, keine Reality- oder Variety Shows. In gewisser Hinsicht brauch ich nicht einmal Fans, denn ich mache Musik, weil es mir gefällt. Fans geben mir Unterstützung, Liebe und Halt, aber sie geben mir nicht die Liebe zur Musik. Die hab ich hier", er zeigte auf sein Herz, „und genau deswegen Jisung, reg dich nicht über MAMA auf oder über sonst wen, der an uns zweifelt, denn wir haben ihnen schon lange das Gegenteil bewiesen. Wenn sie sich für was besseres halten, bitte, aber die werden nicht lange glücklich sein, wir dagegen leben jeden Tag mit etwas, was unser Leben erfüllt."

Eine lange Zeit starrte ich unseren Leader an, welcher in Gedanken versunken war. Ein leicht träumerischer Zug legte sich über seine Augen und ich nickte. Denn er hatte recht. Musik war in den letzten Jahren mein Atem geworden.

„Was ist mit Show Me The Money?", platzte es plötzlich aus mir heraus, „ Die sagen doch immer, es ist für Rapper. Underground Rapper. Hip-Hop Rapper. Rapper, die wirklich etwas Können und trotzdem wird man verurteilt für das was man macht. Changbin Hyung ist nun mal ein Idol-Rapper, wie du und ich. Auch wenn er beim letzten Auftritt ziemlich erschöpft war, glaubst du nicht auch, dass er irgendwie rausgeflogen ist, durch die ganzen Vorurteile. Er ist der beste Rapper den ich kenne, und dennoch waren so viele überrascht, dass er so gut ist, nur weil er ein Idol-Rapper ist? Das ist unfair. Bobby Sunbaenim hat es damals doch auch geschafft, obwohl er ein Idol-Rapper ist und trotzdem haben wir alle diesen Stempel aufgedrückt bekommen. Idol Rapper können nichts", tief atmete ich aus und ballte meine Hände zu Fäusten und schnaufte.

„Na ja das liegt daran, dass viele Idols Rapper werden, obwohl sie nicht rappen können, aber das so vom Entertainment entschieden wurde. Was denkst du denn? Es gibt ein paar, die sehen nur gut aus oder können „nur" tanzen, aber nicht singen, was soll das Entertainment machen? Dann machen sie sie zu Rappern. Das ist nun mal, wie das Business läuft, Sungie."

„Aber es ist trotzdem unfair, denn es gibt so viele richtige und gute Rapper, die Idols geworden sind", kurz stampfte ich mit dem Fuß auf, denn es ärgere mich gewaltig.

„Ich weiß", Chan lächelte nur traurig.

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„Wow, das ist echt gut, Jisungie", gab Changbin seine Meinung zwei Tage später zu. Nachdem Chan gestern an einer Melodie gearbeitet hatte und wir den Song tatsächlich bis eben noch fertiggestellt hatten. Es hatte uns sehr viel Schweiß und Arbeit gekostet, aber nun war er fertig, bereit zum hochladen.

„Danke", ich blitzte ihn mit meinen weißen Zähnen an, während ich mich neben Chan auf das kleine Sofa setzte. 3Racha war wieder vereint.
„Dann fehlst ja nur noch du, Hyung", meinte Changbin, nachdem er die Kopfhörer wieder aus seinen Ohren zog. Verwirrt blinzelte der Australier ihn an und auch ich spitzte neugierig meine Ohren. „Was meinst du?"

„Na ja ich hab ,Cypher' veröffentlicht, Jisungie jetzt ,I Got It', dann fehlt nur noch deins", Changbin drehte sich direkt zu uns um und schielte zu dem Älteren, welcher nur verlegen den Kopf schüttelte, was mich aufstöhnen ließ.
„Man Hyung, du hast so viele Songs auf deinem Laptop. Unveröffentlicht. Du könntest locker etwas davon einfach so veröffentlichen und es würde gut klingen."

Doch Chan war stur und schüttelte nur wieder den Kopf, ehe sich ein leichtes Lächeln auf seinem Gesicht breit machte.
„Allerdings habe ich schon einen neuen Song im Hinterkopf, wobei ich eure Hilfe bräuchte", gab er dann zu und seine Sturheit war vergessen, denn Changbin und ich sahen ihn gleich daraufhin neugierig an.

„Was hat du im Plan, Aussie?", fragte Changbin gespannt und Chan warf uns nur ein keckes Lächeln zu, ehe er aufstand, Changbin vom Stuhl verscheuchte und seinen Laptop hochfuhr, ehe er irgendeine Datei darauf suchte. Sofort erklang ein Beat, als er draufklickte und erhellte das Studio.

„Ich hab etwas ganz tolles im Plan. Aber die Idee muss noch weiter ausreifen, das ist aber schon der Beat und jetzt kommt ihr ins Spiel", schwungvoll drehte er sich wieder zu uns um und seine Augen leuchteten, als er uns davon berichtete.
„Ich will, dass ihr wieder so ein powerful Rapduet habt, wie bei ‚Voices'. Ich will wieder diese extreme Spannung zwischen euch, diese Magie und deswegen, wird es auch wieder ein ernstes Thema werden. Aber das ist etwas, was uns in den letzten Songs immer mal wieder gefehlt hat. Unsere 3Racha Songs sind auch nicht so aufgebaut, deswegen will ich es wieder haben. Und ja, ich hab mich sehr von Monsta X da inspirieren lassen, aber als ich mir Voices nochmal angehört hab, wie ihr fast schon miteinander geredet habt, wie ihr quasi euren Rap gegenseitig beendet habt, ich will das! Es kribbelt unter meinen Fingern."  Aufgeregt hüpfte er leicht auf dem Drehstuhl auf und ab.

Schmunzelnd tauschten Changbin und ich einen Blick, ehe wir den Australier grinsend entgegenblickten. Wir waren Feuer und Flamme. Die ganze Erschöpfung der letzten Tage waren wie weggewischt, einzig allein das kribbelnde Gefühl und die leuchtenden Augen waren vorhanden. Ich merkte schon jetzt, wie mein Herz zu klopfen begann.

„Was für ein Thema hast du dir überlegt?", fragte Changbin, welcher wahrscheinlich genauso aussah wie ich. Mein Adrenalin kämpfte sich an die Oberfläche, als Chan uns nur grinsend ansah, ehe er ein Wort auf ein blankes weißes Papier schrieb.

성공

E R F O L G


Verwirrt legte ich mein Kopf schief, als ich auf die zwei Silben starrte, die mich mit schrägen Augen zurückanstarrten. Erfolg.

„Erfolg?", fragte Changbin jetzt auch nach und Chan lachte leicht, als er unsere Blicke sah.
Dann blickte er mir tief in die Augen.
„Als ich mir „I Got It" angehört habe und wir letztens das Gespräch hatten, da kam mir die Idee. Es soll kein Disstrack sein, wie es deiner war. Es soll viel mehr den Ausdruck haben, dass -obwohl wir Außenseiter sind- wir schon so viel erreicht haben, obwohl so viele Leute an uns zweifeln und das will ich mehr ausbauen, dass, egal wie sehr jemand an einem zweifelt, man muss immer weiter machen, um genau diesen Menschen zu zeigen, dass man doch eigentlich schon längst gewonnen hat, dass man doch schon Erfolg hat, weil man auf den Weg dahin ist und kämpft und nicht aufgibt. Der Weg ist das Ziel. Vielleicht wird das der Titel", überlegte er am Ende seiner Erzählung und blickte lange auf das geschriebene Wort.

„Und diese Worte ausgerechnet von dir", lachte ich leicht, „bist es nicht du, der uns immer weiter antreibt, um noch besser zu werden, um doch zu gewinnen. Der erst dann von Erfolg sprechen kann, wenn er endlich alles erreicht hat. Gib's zu Hyung, wenn dich jetzt jemand fragen würde, würdest du doch nicht sagen, dass du erfolgreich bist."

„Das stimmt", wisperte er, „aber ich hab realisiert, dass wir doch eigentlich schon erfolgreich sind, weil wir Musik machen."

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„Weißt du, es ist wie in deinem Song", unterbrach Changbin plötzlich die Stille, als wir in einem tiefen Schweigen nebeneinander saßen und an unserem Rap schrieben. Diesmal waren wir wieder nur zu zweit.

„Was meinst du?", fragte ich und klopfte mit meinem Bleistift auf dem Block herum, der vor mir lag. Eigentlich schrieb ich immer am Handy, doch mein Akkustand befand sich im roten Bereich und ich hatte mein Ladekabel vergessen.

„Wenn alles chaotisch ist, warten wir ab, gehen nicht im Sturm unter, sondern wir breiten unsere Flügel aus und erobern alles. Die können uns alle mal, wir gehen nicht unter, denn wir sind wie die Sturmreiter, wir kommen bei Nacht, nehmen alles mit, sodass jeder sie vergisst und nur noch uns im Kopf hat."

„Schreib das auf!", verlangte ich sofort, als Changbin kurz davor war, sich in seinen Gedanken zu verlieren.
„Das ist echt gut", lobte ich ihn und er musste kurz blinzeln, um die Realität wieder vor Augen zu haben, ehe er nickte und die gesprochenen Worte in ein Raptext umwandelte.

Mein Blatt war jedoch noch immer voller kritzelnder Ideen, aber noch hatte sich kein fester Gedanke drauf verewigt. Langsam bekam ich sogar Kopfschmerzen von der vielen Denkerei. Ich brauchte eine Pause, weshalb ich meine Jacke packte und aus dem kleinen Raum verschwand. Changbin schien das schon gar nicht mehr mitzubekommen.

Mein Weg führte auf das Dach des JYPE Gebäudes. Die Luft war kühl, als ich in die Nacht heraus trat und sofort den eisigen Wind um meine Ohren spürte, als würden kalte Hände nach ihnen greifen. Ich hatte eine perfekte Sicht auf Seouls Nachtleben, die bunte und laute Metropole, dessen Skyline mich mit ihrer dominanten Vielfalt unterdrückten. Seoul war so viel anders, als Malaysia. Ich hatte es nie bereut, wieder zurück nach Südkorea zu kommen, aber manchmal fragte ich mich, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich nicht spaßeshalber zu der Audition gegangen wäre, wenn mich kein Entertainment angenommen hätte oder wenn ich in den Abschlussprüfungen versagt hätte. Mein Leben wäre bestimmt ganz anders als jetzt.

Kurz schloss ich meine Augen, hörte den Autolärm auf der Straße, die Sirenen in weiter Ferne und der Wind, der um die Häuser zog. Kurz entspannte ich mich einfach, dachte an nichts und ließ jeden Gedanken kurz aufploppen -egal, ob schwarz oder weiß- ehe sie auch wieder verschwanden und einfach „nichts" in mein Kopf blieb. Das erinnerte mich, als ich „Another Day" geschrieben hatte. Kurz wünsche ich mir, wieder so einen Song zu schreiben, der aus meinen Fingern, wie goldenes Garn glitt, aber Chan wollte, dass wir mit Wolle arbeiteten und diese verhedderte sich bei mir ganz oft.

Und trotzdem wollte ich mit ihr arbeiten. Je komplexer es war, je schwieriger ein Song wurde, umso ehrgeiziger war ich diesen hinzubekommen. Kurz musste ich wieder an meinen Song denken und an all die Menschen, die sich immer für etwas besseres hielten und sagten, wir könnten es sowieso nicht schaffen. Ich würde es ihnen schon allen zeigen.
Wir waren erfolgreich.

Meine Augen öffneten sich und ich grinste diabolisch.

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„Wie lange sitzt er da schon?", hörte ich eine Stimme hinter mir, dann eine weitere, die ihm antwortete, aber meine Ohren hielten dicht, sodass ich einfach verschlungen weiterschrieb. Vielleicht würde der mein Rappart wieder zu extrem werden, denn gerade flossen alle meine Emotionen in den Text hinein, wie bei „I Got It". All die Ungerechtigkeit, all der Schmerz und die Enttäuschung, die ich trotz der Gleichgültigkeit spürte. Chan sagte zwar, wir sollen nicht im Song fluchen, jedoch ging es nicht ohne. Er sagte zwar, es sollte mir egal sein, aber das war es nicht. Ich verstand ihn, dass wir es schon weit gebracht haben und uns diese Leute nichts zu scheren haben. Aber zum Erfolg gehörte nun mal Leid und Schmerz. Ich hoffe, er würde es verstehen.

Meine Hand tat schon weh und meine Finger fühlten sich taub an, aber ich schrieb und schrieb und alle meine Gedanken wurden weniger, der Knoten in meinem Kopf löste sich langsam und das drückende Gefühl im Bauch verschwand.

„Fertig", hauchte ich atemlos, als das letzte Wort in der Reihe stand und mich mit dem geschwungenen Zeichen lieblich anblickte. Lächelnd drehte ich mich zu Changbin und Chan um, die mich nur stolz anblickten. Und auch ich war stolz auf mich. Ich hatte kurz Angst gehabt, wieder in ein Sumpf zu versinken. Das war damals kein schönes Gefühl gewesen und nur Changbin konnte mir seine Hand reichen und mich dort rausziehen.

„Perfect, Hannie. Dann rappt mal drauflos, damit ich was zu hören hab", Chan grinste und ließ sich auf den Sessel fallen, während Changbin und ich uns anstrahlten, ehe ich begann loszurappen, nachdem Chan den Best losspielen ließ. Die Worte kamen mir so flüssig über die Lippen, als hätte ich den Text nicht erst vor ein paar Minuten geschrieben. Er fühlte sich gut an, aber noch besser war es, als ich endete und nur kurz der Atem wegblieb, dich im dem Moment setzte Changbin ein und ich verfiel ihm schon wieder.

Er war meine zweite Stimme, er sagte immer das, was ich nicht aussprechen konnte, sprang dann ein, wenn ich stoppte. Er war mein Atem und ergänzte mich. Von allen Stray Kids Membern kannte mich Changbin und Chan am besten. All die endlichen Stunden mit denen ich mit ihnen im Studio saß und an Songs schrieb und produzierte, wahrscheinlich waren sie irgendwas wie meine Retter. Changbin, zu dem ich immer aufblickte und der doch irgendwie mein bester Freund war, der mich einfach verstand, mit dem ich zusammen im Knast enden würde, denn er glich mir, wie ein Stück Puzzle, oder auch Seelenverwandter.

Und Chan, mein großer Bruder, der sich nicht scheuchte mir mal einen Klaps auf den Hinterkopf zu geben. Der mich mit so viel Liebe ansah, dass ich darin ertrinken würde. Der mich witzig fand, selbst wenn ich noch so schlechte Witze riss und den ich, trotz all des Stresses wegen, immer zum Lachen bringen konnte. Der einfach für einen kurzen Moment freier war, wenn er mit uns beiden im Studio hockte und an Songs rumbastelte. Dem ich am liebsten so viel Bürden wie möglich von den Schultern nehmen wollte.

Wenn ich Changbin manchmal Leid tat, dann tat Chan mir manchmal Leid und Changbin Chan. Es war wie ein Kreislauf, aber im Endeffekt würden wir alle alles tun, um die anderen Beiden zu beschützen.

Das waren Dinge, die ich niemals laut aussprechen würde. Man sagte immer, man soll solche Sachen aussprechen, bevor es zu spät war. Aber das brauchte ich nicht, denn ich sah es immer in ihren Augen, wie sehr wir uns liebten. Wahrscheinlich würde es auch einfach komisch werden, aber wir wussten, dass wir alle dem anderen dankbar waren.

„Wow", brach Chan heraus und starrte uns mit begeisterten Augen an, als wir endeten.
„Ich glaube, das wird mein neuer Lieblingssong von uns." Seine Augen glitzerten und er steckte uns damit an, denn sofort fingen wir an wieder zu arbeiten und den Song fertigzustellen.

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Keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war. Keine Ahnung, wie spät es überhaupt war. Wir waren im Arbeitsmodus und konnten nicht mehr aufhören. Wir schrieben und tippten und klickten und rappten, wir redeten und wir lachten. Kurz war das Leben unbeschwert. Wenn jemals jemand fragen sollte, dann war das mein kleiner Frieden.

„Ich wette, die werden uns wieder so hassen, dass wir schon wieder so viele Schimpfwörter im Text haben", prustete Chan los und Changbin und ich stimmten mit ein.
„Ich dachte, du wolltest kein Disstrack", lachte ich weiter, als der letzte Bass ertönte und der Song fertig war. Fertig geschrieben, produziert und aufgenommen. Kurz grinsten wir uns alle drei an und spürten den Stolz, der sich in unseren Glieder hochkroch und uns mit Glücksgefühlen überhäufte.
Ein neues Baby war entstanden.

Wir produzieren oft Lieder, aber meistens wussten wir, dass sie später für Stray Kids bestimmt waren, nur selten wussten wir von Anfang an, dass das nur 3Rachas Song war. Nur CB97, Spear B und J One. Nur unser.

„Ich weiß, aber...", Chan atmete tief aus, dann blickte er mich an und lächelte leicht, kaum merklich und doch so sanft.

„I got it."

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Hello erstmal,

ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, deswegen erstmal Danke, an alle, die diese Geschichte hier gelesen haben.
Was das genau war, keine Ahnung.

Was ich aber sagen kann, dass ich 3Racha unglaublich liebe. Ihre Musik, ihre Freundschaft, ihre Bindung zueinander. Insgesamt diese drei Personen, die nicht unterschiedlicher sein können und trotzdem verbindet sie eine Sache: Musik.

Obwohl ich sehr viele Shipping Storys schreibe, wollte ich das gerne so belassen, obwohl das erst eine Binsung Story werden sollte. Eigentlich shippe ich schon lange keine Idols mehr miteinander, dennoch benutze ich sie gerne für Geschichten und liebe es, ihre Bindung mit einzuspielen. Es gibt so wenige -bis hin zu gar keine 3Racha Stories oder Binsung mäßig, was ich aber im Endeffekt sehr gut finde. Ihre Freundschaft ist so einzigartig, die brauchen kein großer Ship zu ein.

Ich wollte schon länger eine 3Racha Story schreiben, da ich es so sehr liebe diese Freundschaft in Videos zu sehen. Ich weiß nicht, diese drei verstehen sich nochmal anders, als mit dem Rest von Skz.

Ich weiß, ich hab noch so viele Stories die ich beenden muss und trotzdem sitze ich hier jetzt um zwei Uhr nachts im Wohnheim, gestresst wegen der Uni und hab einfach diese Story geschrieben, weil sie mich sehr beruhigt und entspannt hat und mich kurz von all dem Stress befreit hat.

Ich weiß nicht, wie viele Menschen das hier lesen werden. Dennoch hoffe ich, euch hat diese kleine, eher unspektakuläre Story gefallen.

Jisungs Song hat mich so inspiriert und meine Gedanken dazu, fließen glaub ich, ziemlich klar in der Geschichte wieder.

You fight your whole life, you've already succeeded in one way. Never give up!

A. Wang xx
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