Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Letzte Chance

KurzgeschichteHorror, Sci-Fi / P16
08.11.2020
08.11.2020
1
1.107
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
08.11.2020 1.107
 
Die besten Meritians hatten sie mir versprochen, die Schlächter der Tau, die Bezwinger der Orks. Doch der Haufen Soldaten der hier mit mir in dem runtergekommenen Schuppen hockte war weder sehr geschickt noch mutig. Durch die Einschusslöcher schien die Sonne und tauchte den Schuppen und seine Zitternden Verteidiger in weiches Licht.
Flach auf den Boden gepresst robbte ich an die nächste Wand und Spähte durch Spalt im Holz. Draußen standen sie immer noch. Mindestens ein Dutzend Kultisten des Nurgle und eine Horde von Seuchenzombies. Ich versuchte einen Plan zu entwickeln wie wir durch diesen Ring durchbrechen könnten. Als ich eine Bewegung an meiner Seite spürte, einer der Soldaten kroch an meine Seite, sein Plasmawerfer hatte er eng an sich gedrückt als fürchtete er es zu verlieren. Was mich bei der Truppe echt nicht mehr wunderte.
„Wie sieht der Plan aus Kommissar?“ fragte der Junge. Seine Stimme wurde von seiner Maske verzehrt, wodurch sie hohl und blechern klang. Ich schüttelte nur den Kopf und sagte: „Durchhalten bis Verstärkung eintrifft.“ Der Sergeant der Einheit war einer der ersten Gefallenen gewesen wodurch ich jetzt das Kommando hatte. Diese Position hätte mir in einem Panzerregiment deutlich besser gefallen, als in diesem Haufen Rekruten.

Zwei Stunden lang bewegten sich die wankenden Leichen nicht. Sie standen einfach nur da und Schwankten sachte im Wind. Von den Kultisten war seit geraumer Zeit nichts mehr zu sehen. Ich vermutete das das nichts gutes zu bedeuten hatte.
In der Ferne hörte ich einen detonation.
Die Männer und Frauen in unserem Schuppen zuckten zusammen während die Untoten still stehen blieben.
Bis das Knirschen von Stiefeln mich auf horchen ließ. Ich spähte wieder durch den Spalt und mir lief es eiskalt den Rücken runter. Die Seuchen Horde die bis jetzt stillgestanden hat setzte sich in Bewegung.
„Sie kommen!!!“ rief ich. „Auf Position!!!“. Die Soldaten die bis gerade eben noch geruht haben rafften ihre Sachen zusammen. Hier wurde ein Rucksack geschultert, dort ein Helm versiegelt und Waffen geladen. Ich checkte meine Laserpistole und holsterte sie wieder. Da viele der Soldaten sich schon der Untoten Armee angeschlossen hatten gab es keinen Mangel an Schusswaffen in unserem kleinen Unterstand. Ich lud also ein HEL-Gewehr durch und schob es in kniender Position durch ein größeres Loch in der Wand. Durch das Visier sah ich die Horde immer mehr an Geschwindigkeit aufnahm. Aus einem sinnlosen Impuls heraus begann ich zu sprechen: „Soldaten Meritians! Das ist eure Letzte Chance!! Euch zu Beweisen!!! Nach diesem Tag habt ihr euch meinen Respekt verdient oder wir werden alle Tot sein!!! Nutzt diese Chance!!!“. Nach dem ich meine Rede beendet hatte zog ich den Abzug durch und entfesselte die geballte Kraft der Waffe in die anstürmenden Feinde. Ein kurzer Seitenblick sagte mir das meine Untergebenen meinem Beispiel folgten.

Nach 20 Minuten stapelten sich die Leichen ca. 15 Meter vor unserer Position.
Wodurch wir Munitionssparend nur die Ziele rauspicken mussten die langsam über denn Beträchtlichen Haufen gekrochen kamen.
Auf einmal spürte ich den Boden Beben und kurz darauf brach ein Höllenschlächter durch den Leichenwall. „Auseinander!!!!“ schrie ich meinen Leuten zu und stürmte aus der Hütte gefolgt von den meisten der Soldaten. Ich drehte mich um und riss mein Gewehr hoch. Der Höllenschlächter zertrampelte die Bretterbude in der wir Schutz gesucht hatten die gequälten Schrei aus der Richtung verrieten mir das es wohl einige Meritianer nicht rechtzeitig aus der Gefahrenzone hatten retten können.
Unsere Salven prallten ohne Effekt von der Panzerung des Ungetüms ab. Die einzige Sache die es bewirkte war das wir ihn so von den verwundeten weglocken konnten und das wir anderen nur noch fünf stampfende Schritte von einem sehr unangenehmen Tod entfernt waren.
„Aufteilen!! Lockt ihn von den Trümmern weg“ befahl ich und der Trupp zerstreute sich im Gelände. Ich sprang dem Schlächter gerade so aus dem Weg und rollte mich ab. Dabei verlor ich meinen Hut, was mir aber in dem Moment egal war. Die Aufmerksamkeit der Bestie wurde jedoch gleich wieder von mir abgelenkt als zwei Soldaten, die den Leichen Berg erklommen hatten, das Feuer eröffneten. Eine anderer Soldat rannte zu mir und fragte ob ich in Ordnung sei. Ich fragte nur: „Wo ist der Junge mit dem Plasmawerfer?“ „Der hat es nicht aus dem Schuppen geschafft, Sir.“ die Stimme des Soldaten war genauso blechern wie bei dem Jungen doch wurden seine Worte von seinem Heftigen Atmen unterbrochen. „Sagen sie den anderen das sie dieses Vieh von mir fern halten sollen. Ich hole den Plasmawerfer. Verstanden?“ befahl ich ihm. Er nickte und stürmte los. Ich drehte mich in Richtung der Ruinen und rannte so schnell ich konnte. Im vollen Lauf stolperte ich über eines der Trümmerteile und legte mich der Länge nach hin. Ich kroch auf dem Bauch durch den Schutt und suchte nach der Waffe. „Hilfe.“ die Stimme war sehr leise. Ich lokalisierte die Quelle der Stimme und kroch darauf zu. Unter einem toten Kameraden und halb mit Holzplanken bedeckt lag der Junge. Sein Helm war zerfetzt und seine Kleidung zerrissen. Doch an seine Brust gepresst hielt er immer noch die Waffe. „Hör zu. Wir holen dich hier raus. Dafür müssen wir aber dieses Ungeheuer töten. Die anderen und ich locken es her und du Schießt dem Biest von unten in seine Schwachstellen. Schaffst du das Junge?“ Seine Antwort war über das Gebrüll der kämpfenden schwer zu hören doch er sagte: „Ja Sir. Das ist meine letzte Chance.“
In dem Moment wurde mir klar: Diese Männer und Frauen glaubten an mich ich inspirierte sie zu solchen Heldenhaften taten und das Gefühl war gut. Im Nachhinein weiß ich das es stolz war.
Ich nickte ihm zu und deckte ihn wieder ein wenig mit Holz ab. Dann drehte ich mich zu dem Kampf den der Rest meiner Männer führten. „Heeeeyyyyy!!!!“ rief ich. „Schleim Beutel!!!!!“. Die gigantische Missgeburt drehte sich in meine Richtung. Mein Gewehr musste ich vorhin fallen gelassen haben. Deswegen zog ich für einen letzten Versuch im Rückwärtsgehen meine Pistole. Die Laserstrahlen prallten wie vorherzusehen wirkungslos ab. Diese Mordlüsterne Dämonenmaschine hatte gerade den Schutthaufen erreicht als blendendes Plasma die Luft ionisierte und von unten in das verweste Fleisch eindrang. Die fahlen Augen des Monsters quollen aus dem Körper hervor, kurz bevor es sich in eine Wolke aus schwarzem Blut, Feuer und geschmolzenen Panzerplatten  verwandelte.
Nach dem das Licht abgeklungen war liefen wir alle auf die Überreste des Schuppens zu die Trümmer. Die Trümmer und der Rest seiner Panzerung hatte dem Jungen das Leben gerettet. Wir bargen ihn und die Leichen der Anderen. Kurz darauf landete eine Valkyrie die uns aufnahm um uns zurück zur Basis zu fliegen.
Alle meine Männer hatten heute ihre letzte Chance genutzt und sich meinen Respekt verdient.

The End
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast