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Violent Psychopath - Der Weg

GeschichteTragödie, Liebesgeschichte / P18 / Gen
07.11.2020
07.11.2020
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798
 
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"Nehmen sie doch bitte Platz", bat der Braunhaarige dessen Haare an den Schläfen bereits ins Silbrig graue übergingen. Die Brünette ließ sich auf das Schwarze Ledersofa sinken und sah mit ihren wässrig grauen Augen auf den Boden, welcher mit einem dunklem, edelwirkendem Teppich geschmückt war. "Es tut mir leid sie noch um eine so späte stunde zu stören, sir", sagte sie und kaute auf ihrer Lippe.
"Darf ich ihnen etwas anbieten?", fragte er ohne auf sie einzugehen. Sie schüttelte den Kopf und so goss er nur für sich selbst Rotwein in eines der Polierten Kristallgläser, welche auf einer schwarzen Kommode neben einer eindrucksvollen Glaslampe stand und setze sich. "Was ist vorgefallen?", fragte er sie. Sie sah nur kurz zu ihm hoch und dann wieder in die Flammen, welche in dem Dunklen Kamin loderten. "Ich hatte heute eine sehr lange Schicht, doctor", hauchte sie und spielte mit ihren Haaren.  "Die Schicht war wieder in dem Gefängnis?" , hackte er nach. Sie nickte. "Es waren wieder so schlimme dinge die mir die Patienten erzählt haben", hauchte sie. "Was denken sie über diese Dinge?", fragte er und sah sie aufmerksam an. "Ich bin manchmal hin und her gerissen", gestand die junge Frau und seufzte. "Auf der einen Seite weiß ich was diese Menschen alles getan haben, aber sie erzählen mir ihre Geschichte. Und ich fange immer mehr an diese Menschen zu verstehen".
Der Doctor überlegte. "Nun ja meinen Kollegen erzählen sie dies nicht und da frage ich mich ob sie mich eventuell nicht doch...", setzte sie an. "Anlügen könnten", vollendete er ihren Satz. "Nein daran liegt es nicht. Wie sie selbst schon sagen, miss sie können sie verstehen. Auch wenn dies Psychopathen sind, gerade die, haben einen ausgeprägten Sinn dafür wem sie Vertrauen können und wer sie Belügt. Haben die Menschen ihre Taten bei ihnen klar bestätigt?". Sie nickte langsam. "Und haben sie dies weitererzählt?".
Sie schüttelte den Kopf. "Ich unterliege dem Schwur es niemanden zu sagen", hauchte sie und zitterte. "Aber die dinge sind so vielfältig und schlimm... Ich könnte viele von ihnen aus dem Gefängnis holen wenn ich die Wahrheit sage und sie in eine Klinik einweisen lassen..."
"Genau da liegt der Punkt", erklärte er. "Sie vertrauen ihnen weil sie sich noch an ihre werte und wünsche halten. Sie wollen, dass sie nichts sagen. Ihre Persönliche Meinung Interessiert diese Menschen nicht. Es ist für sie ein ich würde mal sagen, fast schon  ekstatisches Hochgefühl ihnen ihre Taten mitteilen zu können ohne eine Wertung darüber zu erhalten, fast vergleichbar mit der Ekstase eines Sexuellen Höhepunktes. Eine Psychiatrischen Einrichtung ist für sie das schlimmere Gefängnis. Sie wissen genauso gut wie ich selbst dass die Menschen dort für unsere Zwecke gebraucht werden. Der Sinn einer Psychiatrischen Einrichtung dient mehr dem Zweck kostenfreie Versuchskaninchen ausbluten zu lassen als sie zu heilen".
Sie nickte. Er hatte leider nur zu recht. Sie musste das tun was ihr vorgeschrieben wurde und wenn gesagt wurde, sie solle dem Patienten eine neue Tablette verschreiben , dann hatte sie dies zu tun. Zwar konnte sie ihre Einschätzung dazu abgeben aber in einer Einrichtung brachte dies nicht viel. So hatte sie schon viele Menschen gesehen die zugrunde gingen obwohl sie davor fast geheilt waren. Nicht selten hatte sie Patienten an denen sie keine klaren  Zeichen erkennen konnte aber sie behandeln musste. Oft waren dies Kinder die anders waren als ihre Eltern sich dies wünschten. Sie raufte sich die haare. "Aber ... das ist doch alles Paradox... Ich will diesen Menschen helfen und jetzt sitze ich hier und brauche selbst Hilfe". Der Doktor beobachtete ihre Reaktion. "Dies ist der normale Kreislauf. Menschen haben eine Seele und Seelen können nur bis zu einem gewissem grad alles ertragen". Sie beschlich das unangenehme Gefühl, dass er gerade nicht nur über diese Menschen sprach.  Dann straffte sie ihre Schultern. "Sie haben recht", sagte sie mit leiser aber fester Stimme. Er sah einige Augenblicke aus dem Fenster und stand dann auf.
"Es ist Zeit für sie zu gehen das reicht für dieses mal", sagte er. Sie stand ebenfalls auf und er geleitete sie noch zur Tür. Dort hielt sie jedoch noch inne. "Haben sie auch schon dinge erlebt, die den Grad des Seelischen überstiegen haben?". Er setzte ein Künstliches Lächeln auf . "Guten Abend", sagte er dann nur. Sie nickte und ging aus der dunklen Türe die Steintreppen hinunter. "Wieso haben sie sich für diesen Beruf entschieden?", hörte sie ihn fragen und drehte sich auf dem Absatz um. "Gute Nacht, Doktor Lecter"
 
 
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