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Geschichten aus Death City

OneshotHumor, Freundschaft / P12 / Gen
Black Star Maka Albarn Soul Eater
07.11.2020
07.11.2020
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07.11.2020 1.585
 
„H-Hey, Tsugumi, wo gehen wir nochmal hin“ Die Braunhaarige zupfte ihrer Freundin am Ärmel.
„Wie oft willst du mich das denn noch fragen?“  Tsugumi lächelte Meme unsicher an.
„So lange, bis ich mir daran erinnern kann.“ Meme hatte diesen selben sanften, unsicheren und auch leicht dümmlichen Ausdruck in ihrem Gesicht, als sie ihrer Freundin hinterher trottete.

Die Straßen von Death City waren heute ganz besonders belebt, es war Samstag, ein perfekter Tag zum Shoppen.
Tsugumi streckte sich und spürte die warme Sonne auf ihrer Haut.
„Jap, heute ist wirklich der perfekte Tag zum shoppen!“ Sie hatte ein breites Grinsen auf ihren Lippen, Meme sah sie verwundert an.
„Oh, wir gehen heute shoppen?“ Sie sah sich verwirrt um.
„Aber was wollen wir denn shoppen?“ Tsugumi lächelte und schüttelte fröhlich den Kopf.
„Ach du Dummerchen! Anya braucht doch neue Klamotten“ Meme musste nun auch lachen.
„Ah natürlich ich erinnere mich!“ Fröhlich flatterte sie mit ihren langen Ärmeln.

„Aber…“ Ihr Blick schweifte durch die Gegend.
„Wo ist denn Anya?“

Sie hatte recht.

Tsugumi bemerkte es nun auch selbst, ihre Freundin war nicht zu sehen. Nun ja, bis Tsugumi ihr genau in die Augen sah, als sie sich bemerkenswert schlecht hinter einem Straßenschild versteckt hatte. Mit beeindruckendem Tempo sprintete Tsugumi auf Anya zu, doch diese ergriff panisch kreischend das Weite, wenn auch ohne Erfolg, als Tsugumi ihr in den Rücken sprang und sie von Hinten umarmte.

Natürlich drehten sich alle Passanten zu ihnen um, aber das war die Truppe ja schon gewöhnt.

„L-Lass mich los! Ich brauche doch gar keine neuen Klamotten!“ Tsugumi erdrückte sie fast.
„Willst du etwa jeden Tag in deinem pompösen Kleid rumrennen? Du brauchst doch auch schlichtere Alltagskleidung!“
Anya zappelte und befreite sich mit Not und Mühe aus Tsugumis Griff. Sie plusterte ihre Backen auf und schmollte.

„Ich fühle mich wohl in meinem Kleid, und schlichte Kleidung ist etwa für normale Leute, wie dich!“

Tsugumi musste lachen und packte Anya an ihrem Handgelenk.
„Hey, lass mich los“
Diese Forderungen wurden frohen Mutes ignoriert, Anya wurde von Tsugumi in die Shoppingmeile geschliffen, Meme trottete grinsend hinterher.
„Schau, da wären wir doch schon!“ Tsugumi deute auf die große Boutique, die sich vor ihnen auftürmte. Anya traute ihren Augen kaum.
„D-Da soll ich also Klamotten einkaufen?“ Neugierig beäugte sie die Schaufenster und lugte vorsichtig durch die gläserne Eingangstür.
„Das ist alles so… normal.“  Sie sah an sich selbst hinunter und betrachtete ihr elegantes Kleid.
„Vergesst es!  Jemand wie ich könnte da niemals einkaufen!“ Sie verschränkte ihre Arme und wandte genervt ihren Blick ab.
„Also los, gehen wir wieder!“ Sie öffnete wieder ihre Augen, doch sie stand bereits inmitten des Geschäftes, Tsugumi und Meme haben sie an beiden Armen so schnell hineingeschliffen, sie hatte gar keine Zeit zu reagieren.

Anya kreischte und wollte direkt zur Tür wieder hinaussprinten, doch Tsugumi und Meme hatten sie fest im Griff. Anya zappelte und wehrte sich, doch lange konnte sie das nicht durchhalten,  bis sie einfach schlapp in den Armen ihrer Entführer lag.
„Na gut, bringen wir es schnell hinter uns.“ Grummelte sie, Tsugumi und Meme kicherten, während sie Anya  hinter sich herschliffen. Mit einem Ruck stellten die beiden die sture Blondine wieder auf ihre beiden Beine.
Sie rümpfte ihre Nase und verschränkte ihre Arme. Ihr Blick scannte einmal kurz die Kleiderständer und wandte sich nach kürzester Zeit wieder ab.
„Hier gefällt mir nichts,  gehen wir wieder!“ Grummelte sie und wollte schnurstracks wieder zur Tür hinaus, doch sie konnte nicht einen einzigen Schritt machen, ehe sie von den anderen wieder aufgehalten wurde.
„Du hast dich noch gar nicht richtig umgesehen!“ Tsugumi drehte sie um und schubste sie rüber zu einem Kleiderständer.
„Jetzt sieh dich doch mal ordentlich um!“ Tsugumi schmollte nun selbst, woraufhin Anya noch weiter schmollte, wodurch Tsugumi ebenfalls weiter schmollte.
Meme hatte vergessen, worum es überhaupt ging, also stellte sie sich auf Tsugumis Seite und schmollte mit ihr Anya entgegen.

Ein erbitterter Kampf, zwei gegen einen, die Luft knisterte, wer würde als Sieger hervorgehen?

Anya wurde jedoch langsam weich, ihre Wangen schmerzten, sie gab sich geschlagen.
„Hmpf, na gut, dann sehe ich mich ein wenig um.“ Stolz gab Tsugumi Meme ein High Five, Anya konnte nur ihre Nase rümpfen. Genervt ging sie zu einem Kleiderständer hinüber und sah sich die Klamotten gründlicher an.

„Das ist alles so… normal.“ Seufzte sie.

„So… normal…“ Ihre Stimme klang… etwas aufgeregter.

„Das ist…“ Anyas Augen glitzerten.

"Das ist großartig!“

Sie strahlte über beide Ohren.

„Tsugumi! Meme! Warum habt ihr mich nicht schon früher überzeugt, hier herzukommen?“
„Aber… das haben wir doch scho…“
„Das ist alles so toll hier!“ Anya schnitt sie mitten im Satz ab und hatte wohl sowieso nicht mitbekommen, was sie gesagt hatte.
In völliger Euphorie lud Anya ein Kleidungsstück nach dem anderen auf ihren Arm, es hatte sich dort schon einiges angesammelt.
„So, mehr kann ich nicht tragen,  das nehme ich!“ Sie hatte Sterne in den Augen, gerade wollte sie zur Kasse stürmen, als sie noch von ihrer Freundin aufgehalten wurde.
„Hey, willst du das denn gar nicht erst anprobieren? Du hast einfach wahllos irgendetwas genommen, probiere es doch zuerst an!“ Anya kuckte verdutzt.
„Oh du hast Recht, aber mir gefällt das alles wirklich!“ Sie machte Katzenaugen, Tsugumi lies das jedoch kalt.
„Du kannst nicht einfach irgendetwas kaufen, du musst doch wissen, wie es dir steht!“
„Na also, worauf warten wir?“ Sofort stürmte Anya zu den Umkleiden und schloss den Vorhang hinter sich. Tsugumi war überwältigt, noch nie hatte sie Anya so aufgedreht gesehen, aber das war ja ein gutes Zeichen.
„Weißt du, Tsugumi, mich macht es richtig glücklich, Anya so zu sehen!“ Meme lächelte sie sanft an, Tsugumi nickte zufrieden.
„Ich wusste ganz genau, wenn wir sie erst einmal dazu bringen, dann wird ihr es gefallen!“ Dieser Meinung war sie, doch ein lautes Kreischen aus der Umkleidekabine ließ diese Meinung wohl wieder verpuffen.

Panisch riss Tsugumi den Vorhang zur Umkleide auf, und tatsächlich, dieser Anblick versetzte sie in Schock.

Nun ja, Schock und Staunen.

„Wie…wie konnte das nur passieren?“ Anya deute auf sich selbst in ihren neuen Klamotten.
Ihr Top war Bauchfrei, doch sie versuchte verzweifelt, es nach unten über ihren Bauchnabel zu ziehen.
Als ob das nicht schlimm genug wäre, hatte sie sich dazu eine Hose ausgesucht, nun ja, eine knappe Hotpants.

Sehr knapp.

So knapp, das sogar leicht ihre Pobacken hinausragten.
Tsugumi und Meme kamen aus dem Staunen nicht mehr raus und standen mit offenen Mündern vor ihrer freizügigen Freundin, deren Gesicht knallrot war.
„W-Wow ist das sexy…“ Meme verdeckte sich beschämt ihre Nase, Tsugumi musste sogar lachen.
„Ich hab dir doch gesagt, du sollst es vorher anprobieren!“ Sie hielt sich vor Lachen den Bauch.
„Was, wenn du das jetzt einfach so gekauft hättest?“ Anya plusterte wieder ihre Backen auf und zog rasch den Vorhang wieder zu.
„Schnell weg  mit diesen Klamotten!“ Die anderen beiden konnten von Außerhalb hören, wie sie sich energisch umzog und unverständliches Zeug grummelte. Es dauerte nicht lange, da ertönte ein weiterer Schrei.

Was würde es wohl diesmal sein? Schnell zogen Meme und Tsugumi den Vorhang auf, und tatsächlich, vor ihnen stand wieder Anya in einem sehr…provokanten Outfit.

„D-Das darf einfach nicht wahr sein!“ Kreischte sie, rot wie eine Tomate. Panisch versuchte sie, ihr extrem kurzes Sommerkleid nach unten zu ziehen.
Weniger als einen Zentimeter, und man hätte ihren Schlüpfer gesehen.
Des weiteren wäre es weit untertrieben, dieses Kleid als hauteng zu bezeichnen. Es war so eng, man brauchte eigentlich gar keine Fantasie mehr. Ihr Busen und Po kamen durch dieses enge Kleid mehr als deutlich zur Geltung.

„So… unglaublich… sexy…“ Meme war ebenfalls knallrot und bedeckte weiter ihre Nase mit ihrer Hand, an der jedoch schon das Blut hinunterfloss.
„Sch-Schaut mich nicht an!“ Sofort riss Anya den Vorhang wieder zu.
Tsugumi kam aus dem Lachen nicht mehr raus, Memes Nase wollte nicht aufhören zu bluten.
Die Zeit verging, ein entsetzter Schrei nach dem anderen, ein provokantes Outfit nach dem nächsten. Sie waren bereits an dem Punkt angelangt, dass Anyas Schreie sie kaum noch berührten.
Tsugumi und Meme saßen auf der Bank vor den Umkleiden und warteten gelangweilt, als Anya einen Schrei nach dem nächsten abgab.
Tsugumi hatte ihren Kopf auf ihrer Hand abgestützt und musste sich beherrschen, nicht einzuschlafen. Das selbe galt allerdings nicht für Meme, sie hatte ihren Kopf an Tsugumis Schulter gelegt und schnarchte wie ein Sägewerk.
Gerade wollte Tsugumi ebenfalls in das Land der Träume abtauchen, als sich endlich der Vorhang öffnete. Tsugumi sah auf, und sie kam aus dem Staunen nicht mehr raus.
„Na, was sagt ihr?“ Lächelte Anya die beiden an.
„Du… du siehst toll aus!“ Tsugumi sprang auf, Meme kippte zur Seite um und knallte auf die Bank, was ihren tiefen Schlaf jedoch nicht im geringsten störte.

Tsugumi bestaunte ihre Freundin. Sie trug ein stylishes Shirt mit einem Motiv darauf, eine stylishe, gut geschnittene Jeans und dazu lässige Sneakers.
Stolz legte Anya ihre Hand an ihre Hüfte.

„Ich liebe dieses Shirt! Das Material ist super weich und es hat sogar das Motiv eines Eichelblattes darauf!“

Anya grinste über beide Ohren, Tsugumi ebenfalls, doch dann bemerkte sie etwas.
„Hey, Anya, das ist kein Eichelbla…“ Sie konnte nicht ausreden, da war Anya schon zur Kasse gestürmt und hat ihr neues Outfit bezahlt.
„Na los, gehen wir!“ Sie winkte den beiden zu und hoppelte fröhlich durch die Eingangstür nach draußen.

Tsugumi seufzte.  

Sie hatte nicht die geringste Chance ihr zu sagen, dass es sich bei dem Motiv um ein Hanfblatt handelte.
 
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