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Die Magie der Liebe

Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12 / Het
OC (Own Character)
07.11.2020
30.05.2021
39
62.524
1
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07.11.2020 1.433
 
Vorwort: Diese Fanfiktion spielt im Super Paper Mario Universum. Als ich ein Let's Play des Spiels bei einem Youtuber (Shaso1305) gesehen hatte, war ich irgendwie sofort fasziniert von dem Charakter Dimenzio. Und ja, auch wenn mir klar ist, daß er einer von den bösen ist, konnte mein beklopptes Gehirn nicht anders und hat angefangen, ein wenig herumzuspinnen.

...

Was würde wohl passieren, wenn Dimenzio aus ganz anderen Gründen die Welten vernichten wollte? Wenn er nur aus Liebe und gleichzeitig aus Hass handelte?

Tja... Das ist meine Version einer Antwort auf diese Frage^^

Ich hoffe dem ein oder anderen wird diese Story gefallen... Und Achtung: Die Charaktere sind ein bisschen out of character ist aber so gewollt, da die Story sonst nicht  funktionieren würde.
Und noch eine kleine Info vorweg: Im deutschen heißt der Graf "Knickwitz". Ich find den Namen jetzt nicht so toll und nehme daher die englische Variante, Graf  "Bleck". Nur damit sich keiner wundert.





Kapitel 1


„Zu langsam, Dimenzio!“

Lachend wich das weißhaarige Mädchen dem lila-gelben Magieprojektil aus und schoss ihrerseits eine gebündelte Magiekugel aus weißen, silbernen und violetten kleinen Dreiecken und Kreisen auf den Gaukler ab. Dieser jedoch schnippte nur einmal mit den Fingern, tauchte direkt hinter dem Mädchen auf und packte dessen Hände, verschränkte sie hinter ihrem Rücken. „Hab dich…“, wisperte er triumphierend in ihr Ohr, doch Lirain schüttelte nur den Kopf. Glaubte Dimenzio wirklich, das sie sich so einfach überrumpeln ließ? Er war hier schließlich nicht der Einzige, der die Macht hatte, zwischen den Dimensionen zu wandeln und da aufzutauchen, wo er gerade wollte. Lirain beherrschte diese Art von Magie ebenfalls.

Sie grinste. „Ach, wirklich?“, spottete sie, ein silbernes Leuchten umrahmte sie, schien sie zu umfassen wie ein Silberreif und in der nächsten Sekunde stand sie hinter Dimenzio und zog diesem die lila-gelb gestreifte Gauklermütze über die Augen. „Hey!“, rief er, drehte sich um und genau in diesem Moment hatte Lirain ein erneutes magisches Projektil beschworen. Wie ein glitzernder Ball aus silber, weiß und violett traf er Dimenzio und schleuderte ihn ein paar Meter über den Boden. „Gewonnen!“, trällerte Lirain und hüpfte freudig im Kreis herum, während Dimenzio sich grummelnd aufrappelte und sich den Staub von seiner weiten Hose klopfte. Ein leichtes Lächeln umspielte seine blassen Lippen, in seinen Augen – eines dunkelbraun, das andere strahlend golden – funkelte es. Auch, wenn er soeben verloren hatte, liebte er es, seine beste Freundin und heimliche Liebe so glücklich zu sehen. Gerade, weil das nicht so oft vorkam…

Lirain lächelte noch immer und hüpfte nun zu ihm herüber, um zu schauen, ob mit ihm auch wirklich alles okay war. Als sie sich davon überzeugt hatte, das ihre Attacke ihm nicht geschadet hatte, wurde ihr Grinsen noch ein wenig breiter. „Das wievielte Mal hab ich dich jetzt schon beim Training fertig gemacht?“, zog sie ihn auf, woraufhin der Gaukler nur die Augen verdrehte. „Ja, ja, mach dich nur über mich lustig. Das nächste Mal bist du fällig, Schneeflocke.“ Lirain verdrehte die Augen, als Dimenzio sie bei ihrem Spitznamen nannte. Jeden anderen hätte sei dafür eine geknallt, doch ihrem besten Freund ließ sie es durchgehen. Schließlich war er der einzige Magier in diesem Dorf, der keine Angst vor ihr hatte.

„Sag mal…“, fing Dimenzio da an, und anhand seines Tonfalls erkannte Lirain sofort, das ihr seine nächsten Worte alles andere als gefallen würden. „Wann war das letzte mal, als es sich gezeigt hat?“ Lirain verzog das Gesicht. „Vor einigen Tagen…“, murmelte sie schließlich, woraufhin ihr Gegenüber ihr einen ungläubigen Blick zuwarf. „Was? Warum weiß ich davon nichts?“ Die Weißhaarige stieß ein schweres, genervtes Seufzen aus, wandte sich ab und ließ sich auf einer nahen Bank nieder. Dimenzio folgte ihr langsam, setzte sich neben ihr, während das Mädchen schwieg.

Sie dachte nicht gerne daran. Lirain war anders, als die anderen Magier hier. Anders als Dimenzio, dabei war selbst er besonders, da er die Dimensionen kontrollieren konnte und sogar seine eigene kleine Dimension, die Dimension D, erschaffen hatte. Doch Lirain… Sie unterschied sich noch um ein vielfaches von allen anderen.

In ihrer Welt gab es, wie fast überall, natürlich nicht nur gute Wesen. Das funktionierte schließlich nicht, von allem musste es eine gegensätzliche Seite geben. Bei ihnen waren dies die Schattenknochen. Sie sahen aus wie Menschen, jedoch… nur zur Hälfte. Buchstäblich. Denn eine komplette Hälfte ihres Körpers bestand aus einem knochenartigen Skelett, in dessen Lücken dunkle, schleimige Schatten herum waberten, die diese auch gerne mal als Waffe benutzten. Sie konnten diese Schatten zu messerscharfen Spitzen formen, die absolut alles durchbohrten und ihr Ziel so gut wie nie verfehlten. Nur sehr wenige überlebten ein Treffen mit diesen Wesen. Die meisten starben.

Früher gab es Magier, die den Schattenknochen ebenbürtig waren, doch diese waren schon lange fort. Es gab nur noch eine, die diese Art Magie in ihrem Blut hatte, doch… in genau dieser Magierin wurde der Geist von einem der mächtigsten und bösesten Schattenknochen versiegelt.

Diese Magierin… war Lirain.

Lange Zeit hatte sie nichts davon gewusst. Weder hatte sie eine Ahnung, über die Art ihrer Magie, noch wusste sie etwas von dem Schattenknochen in ihr. Bis dieser eines Tages vor vier Jahren aus ihr hervorgebrochen war und sie das Dorf, in dem sie damals gelebt hatte, vollständig vernichtet hatte. Alle Menschen wurden getötet, bis der Schattenknochen plötzlich wieder in ihren Körper zurückgegangen war, eingeschlossen in Lirains Unterbewusstsein. Diese hatte während der ganzen Zeit nichts tun können, es war, als wäre ihr Bewusstsein aus ihrem Körper verbannt worden. Die hatte nur dastehen und zusehen können.

Danach hatte sie recherchiert und herausgefunden, das eine verzweifelte Magierin kurz vor ihrem Tod diesen Schattenknochen, der der mächtigste von allen war, in ihrem Geist verschlossen und dann mit einem mächtigen Siegel versehen hatte. Doch dieses Siegel verblasste, wurde schwächer. Und Lirain selbst konnte nichts tun. Zumindest hatte man ihr das gesagt.

Jedoch war die Weißhaarige kein Mensch, der einfach aufgab. Sie hatte beschlossen zu kämpfen. Sie trainierte ihren Körper, ihren Geist und ihre Magie, um den Schattenknochen in ihrem Inneren bekämpfen zu können. Und das funktionierte auch, jedoch… nicht langfristig.
Es kam noch immer vor, das der Schattenknochen sich aus Lirains inneren Ketten befreite, sie aus ihrem eigenen Körper „hinausschmiss“ und die Kontrolle über sie ergriff. Und in dieser Zeit sperrte Lirain sich meist ein, damit nie wieder jemand zu schaden kam. Niemals wieder jemand wegen ihr… sterben musste.

Dimenzio wusste als Einziger davon. Alle anderen Leute hier im Dorf mieden sie einfach nur, weil sie so „eigenartig“ war. Jedoch hatte Lirain manchmal das Gefühl, das Merlon, der Dorfälteste und ein sehr mächtiger Prophet, über das Geheimnis der weißhaarigen Magierin Bescheid wusste.

Lirain seufzte, als sie Dimenzios finsteren Blick bemerkte. „Komm schon. Sieh mich nicht so an. Es ging alles gut, niemand wurde verletzt und ich habe sie auch relativ schnell wieder zurückdrängen können.“, versuchte sie den Gaukler zu beruhigen und erwiderte seinen Blick unablässig. Auf keinen Fall wollte sie, das er bemerkte, dass sie über den letzten Teil log. Die Weißhaarige hatte den Schattenknochen alles andere als „schnell“ zurückdrängen können. Nein. Sie hatte die gesamte Nacht damit verbracht, die Kontrolle wieder zurück zu gewinnen. Manchmal hatte Lirain das Gefühl, dass das Siegel schwächer und der Schattenknochen stärker wurde… Doch auch, wenn das wirklich der Fall war, konnte sie an diesem Umstand nicht wirklich etwas ändern. Zwar besaß sie die gleiche Magie, wie die Erschafferin des Siegels, allerdings hatte sie keine Ahnung, wie diese den Zauber für das Siegel gewirkt hatte. Und ob sie diesen überhaupt an sich selbst anwenden konnte… Außerdem konnte sie nicht einmal vollständig auf diese besondere Art der Magie zurückgreifen. Nur auf einen winzigen Bruchteil, den sie tagtäglich trainierte. Einfach, um wenigstens irgendetwas tun zu können.


Dimenzio seufzte. „Schön. Aber sag mir bitte das nächste Mal Bescheid. Mir wäre es lieber, wenn ich irgendwie für dich da sein könnte, wenn du in diesem Zustand bist. Schließlich trainieren wir ja nicht umsonst, nicht wahr? Wir sind ein Team.“ Der Gaukler lächelte sie an und Lirain erwiderte das Lächeln.

„Ja. Wir sind ein Team.“ ‚Und für mich bist du noch viel mehr…‘, dachte die Weißhaarige für sich. Schon lange empfand sie deutlich mehr für Dimenzio, als bloß Freundschaft. Doch sie hatte sich geschworen, diese Gefühle für sich zu behalten. Nicht nur aus Angst, ihre Freundschaft sonst womöglich zu gefährden, sondern auch, weil sie dieses Miststück in ihrem Inneren komplett unter Kontrolle halten wollte. Solange sie Angst haben musste, dass dieses Wesen Dimenzio verletzte, nur um sie selbst zu schwächen und zu vernichten, würde sie ihre Liebe für den Gaukler in ihrem tiefsten Inneren verbergen…

So war es das Beste.
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