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One for the Money, Two‘s for the Show, Three out of Spite

KurzgeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Chuya Nakahara Osamu Dazai
05.11.2020
05.11.2020
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4.339
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Nach Monaten… ja, mich gibt es (entgegen landläufiger Meinung) doch noch!
Ich hab diese Kurzgeschichte gestern fertiggestellt, nachdem sie einige Wochen (Monate) 4/5 fertig rumlag, weil mir nur noch der letzte Absatz/Abschluss fehlte, das schwierige (die Choreografien) hatte ich fertig und unter Dach und Fach

Aber das ist genug des Vorwortes, here you go!
* * * * *

„Kyouka soll WAS?“, Chuuya hatte den Stiel seines Weinglases angebrochen, so abrupt hatte er es abgesetzt. Er beugte sich aus seinem Sessel, um Kouyou in die Augen zu sehen.
„Doktor Mori plant eine neue Geschäftsbeziehung und die Verhandlungen dafür sollen in einem der Sexclubs der Mafia abgehalten werden, er wünscht einen Befähigten mit Erfahrung als Attentäter für den Fall. Er wird Kyouka von unseren Alliierten in der ADA anfragen und ich soll sie anschließend darauf vorbereiten. Schließlich ist die beste Möglichkeit jemanden für die Dauer der Gespräche einzuschleusen als… Bühnen-Entertainment. Meinst du nicht auch?“ Kouyou lächelte sanft, ihre Augen jedoch kalt. Chuuya’s Blick verfinsterte sich weiter,
„Sie ist 14 und wir reden von einem Sexclub. Dass Mori sie dort sehen will kann ich mir gut vorstellen, aber sie ist 14 und arbeitet nichtmal mehr für die Mafia!“ Kouyou sah nach diesem kleinen Ausbruch aufrichtig amüsiert aus, bevor sie ihr eigenes Weinglas wieder absetzte,
„Hast du eine Alternative, Chuuya?“ Er schloss die Augen und atmete langsam aus,
„…Mich“, er sah sie an, genauso kalt wie ihr vorheriger Blick, jedoch mit Entschlossenheit,
„Du müsstest auch Kyouka vorbereiten und ich kann tanzen.“

* * *

Zu Chuuya’s Überraschung war Mori tatsächlich einverstanden. Vermutlich hatte Kouyou es geschafft ihm zu erklären, dass besonders Dazai und der Jinko es nie zulassen würden, dass er sich Kyouka für etwas derartiges von den Bewaffneten Detektiven ausborgte. Dazai hatte bereits zuvor Kinder vor Mori beschützt und versteckt, sogar während seiner Zeit als Anführer.
Also hatte Chuuya mit Kouyou sein Training aufgefrischt, sie war schließlich für den Sexarbeit-Sektor der Mafia verantwortlich und er hatte in seiner Anfangszeit von ihr gelernt sein Aussehen einzusetzen. Und Manieren. Die hätte er auch gelernt haben sollen.

Jedenfalls stand Chuuya nun hinter der Bühne des betreffenden Clubs und lockerte noch einmal seine Muskeln. Er hatte beinahe einen Streit mit Kouyou begonnen, als sie ihn dazu überreden wollte Kompressionsunterhosen zu tragen, um es fragwürdig zu machen welches Geschlecht er hatte und dementsprechend - in Ausnutzung seiner Größe - sein Alter zu verschleiern. Sie wusste genauso gut wie er, dass solche Kleidung schmerzhaft und sogar ungesund werden konnte, außerdem würde Chuuya sich nicht noch mehr verkleiden.
Er trug bereits so viele blonde Clip-in Strähnen, dass seine orangeroten Naturhaare wie die Strähnen aussahen, dazu kam Kontur-Make-up. Sein restliches Outfit, oder eher Ermangelung dessen, war simpel. Chuuya wusste, dass er gut aussah und es sich leisten konnte nicht mehr als einen dunkelgrauen Panty aus stellenweise durchsichtiger Spitze zu tragen.
Naja, neben farblich passenden Oberschenkelstrümpfen und orange-rotem Body-Glitter, den der Club in duzenden Farben auf Vorrat hatte. Niemand würde ihn wiedererkennen. Mori hatte bereits angekündigt ihn zu ignorieren und wenn man nicht intimst und innig mit ihm und seinen Bewegungen vertraut warm hatte man dank der Haare und Make-up keine Chance ihn zu erkennen.

Nachdem Chuuya sich aufgewärmt hatte, fuhr er sich noch einmal mit einer Hand durch die echten und falschen Haare, wobei er etwas bemerkte. Man konnte sein Seufzen missverstehen, als er sich den Ring vom Finger zog und ihn sanft auf den Kosmetiktisch legte. Ein letzter Blick in den Spiegel und Chuuya war bereit die Bühne einzunehmen.

Ein junger Mann mit schulterlangem blonden Bob betrat die Bühne, von der Hüfte aufwärts bedeckte nur rötlicher Glitter und Make-up seine Haut. Einige Anwesende im Club wandten sich zu ihm um, noch bevor er die Pole in der Mitte der Bühne erreicht hatte. Die letzten Schritte zur Pole waren bereits von den Anfangstakten von »Shameless (Sofia Karlsberg)« untermalt. Er strecke seine Hand aus, berührte das Metall auf Höhe seiner Hüfte und fuhr langsam mit seiner Hand daran nach oben als die Vocals des Songs begannen.
Langsam, bedacht, drehte er seine Kreise um die Pole, bevor er ebenso langsam ein Bein hob und sich damit an die Stange zog. Sein Bein wieder an der Pole hinab gleiten lassend lehnte er sich nach hinten, ließ den Club zusehen wie er sich mit einer Bodywave wieder an die Pole zog.
Sein Bein legte sich erneut um die Pole, fließend wie die Wellenbewegung seines gesamten Körpers, die er dabei fortsetzte. Er ließ sein Gewicht zur Seite sinken, hob das vorherige Standbein und hielt sich wie in sitzender Position in der Schwebe.
Sich durch den Schwung langsam um die Stange drehend, hielt er das andere Bein grade ausgestreckt, wobei er es langsam höher hob.

Seine Drehung endete hinter der Stange, ein Bein um diese geschlungen und das andere parallel zur Pole nach oben gerichtet. Sein Bein ebenso langsam nach außen bewegend, setzte er wieder einen Fuß auf der Bühne ab und schob seinen Körper an der Pole entlang, bis er auf beiden Beinen stand.
Die Stange nun hinter ihm, zwischen seinen Beinen, ließ er seine Hände nach oben, über seinen Kopf wandern, ins Hohlkreuz gehend festigte er seinen Griff und hob sich selbst in einen Spagat. Ein Bein nach hinten um die Pole windend, bewegte er sich in eine weitere Drehung, während der er sich der Stange zuwandte und gleichzeitig zu Boden sank.
Zusammengerollt neben der Pole streckte er seine Beine erneut, eines senkrecht nach oben, das andere auf dem Boden. Langsam wandte er sich um, ließ das erhobene Bein neben die Stange sinken, sodass sie zwischen seinen Beinen war.
Er drückte sich hoch, Hüfte und Beine noch immer am Boden ergriff er wieder die Stange oberhalb seines Kopfes. Sich mit einem Arm an der Pole haltend, drehte er sich, zog seine Beine an sich und wandte sich vollständig um.
Der Song endete, als der Tänzer, nach einer weiteren Bodywave, mit beiden Händen die Stange hinab glitt.

Es war nicht ungewöhnlich, einen langsamen und wenig aufregenden Song als Einstieg für einen Poledancer zu haben, weswegen Dazai nicht wirklich Notiz von dem endenden Lied nahm, als er sich an der Bar des Etablissements platzierte.
Wirklich, was dachte Mori, was passieren würde, wenn er einen Deal so öffentlich abhielt? Ganz zu schweigen davon, dass sogar John von der Gilde keine Chance gegen Dazai hatte, wenn es darum ging etwas zu überhören was man nie hätte erfahren sollen.
Ein Deal für den Mori Kyouka beanspruchen wollte musste etwas wert sein, zumindest war es interessant genug im Dazai den Abend interessanter zu gestalten.
Und im Zweifelsfall konnte er immer noch der blonden Schönheit auf der Bühne zusehen, sollte Mori doch nur wieder langweiliger Zeitvertreib sein.

Der Tänzer hatte tatsächlich ein kleines Lächeln im Gesicht, als der nächste Song - »Hush Hush (You’re My Dirty Little Secret)« - begann und er passend zu den Takten hin und her wippte. Dem Raum den Rücken zugewandt, stand er breitbeinig vor der Pole und hielt sich mit einer Hand daran fest. Sich sanft von einer Seite auf die andere wiegend, ließ er sich nach hinten sinken, sodass seine Hüfte gegen die Pole kippte und er den Raum kopfüber sah.
Mit einer sanften Bewegung von links nach rechts ließ er seinen Oberkörper nach hinten sinken und zog sich ebenso sanft wieder zu der Stange. Eine Bodywave folgte, wobei er besonders seine Hüfte mehr als einmal gegen die Pole bewegte. Sich wieder dem Raum zuwendend, legte er diesmal beide Beine um die Pole und zog sich weiter hoch.
Während er sich nach oben arbeitete, streckte er jedes Bein einmal kerzengrade von sich, nur, um sie wieder um die Stange zu winden. Sich weit nach hinten lehnend, sodass er die Pole grade noch halten konnte, bewegte er langsam seine Hüfte.
Er ließ schließlich vollständig los und hing, nur von seinen Beinen gehalten, kopfüber, die Arme von sich gestreckt und sich präsentierend.

Seine Fingerspitzen berührten die Bühne, während er sich langsam um die Pole drehte.
Allein durch seine Rumpfmuskulatur richtete er sich wieder auf, fand erneut einen festen Griff um die Stange und ließ seine Beine locker. Seine Hüfte neben die Pole bewegend, legte er sein linkes Bein von rechts um die Stange, das andere waagerecht in der Luft haltend. Seine rechte Hand ebenfalls von der Pole lösend, streckte er sich in eine halbe Plank, bevor er sich wieder klein machte.
Ein Bein noch immer gestreckt, ließ er sich langsam an der Pole hinab gleiten, hielt seine Hüfte in der Luft während sein Rücken die Bühne berührte. Beide Beine senkrecht streckend, drückte er sich betont gegen die Pole, ließ seine Beine dabei weit auseinander fallen.

Dazai bemerkte sowohl die Performance auf der Bühne, als auch dass Mori das Gespräch zu verlegen schien. Er seufzte in seinen Whisky, er glaubte nicht bemerkt worden zu sein, aber Mori jetzt nach zu schleichen war zu viel des Guten. Dazai hatte schließlich immer andere Mittel und Wege.
Stattdessen wandte er sich endlich vollständig dem blonden Performer zu. Der blonde Mann richtete sich aus dem liegenden Hohlkreuz wieder auf, schlang seine Arme umeinander und um die Stange, sodass seine Handflächen sich gegenüber lagen. Dazai bemerkte, dass der Blick des Tänzers dabei durch den Raum zu gleiten schien, bevor er sich wieder auf die Bühne sinken ließ und mit seinem Rücken zur Pole kniete. Während der Blonde sich langsam, mit einer Mischung aus Bodywave und Hohlkreuz, an der Pole nach oben schob, stand Mori von seinem Tisch auf und wandte sich schließlich zum gehen.
Dazai folgte dem schnellen Blickwechsel zwischen Mafiaboss und Tänzer, bevor er sich erneut vollständig der Bühne widmete.

Der Tänzer setzte seine Schritte in engen Kreisen um die Pole, sodass seine Beine sich ständig überkreuzten, sein Oberkörper sich drehte, oder die Pole zwischen seinen Beinen war.
Er schlang sein eines Bein wieder um die Pole, ließ das Andere folgen sobald er sich um die Stange drehte. Sobald er hoch genug war, hielt er sich mit seinen Armen, sodass er seine Hüfte von der Pole strecken konnte. Langsam, beinahe zu langsam für den Song, legte er sein rechtes Bein über seinen Händen um die Pole, streckte das Linke, und ließ los.
Sein Oberkörper kippte elegant nach hinten, sein Körper für einen Moment nur von seinem Bein gehalten, bevor er im Hohlkreuz seine Finger wieder um die Pole legte. Sein Körper bildete einen geschmeidigen Bogen, das ausgestreckte Bein, Rücken neben der Pole abwärts gebogen und die Hände kurz über dem Boden um die Pole gelegt.
Sich streckend war der Körper einen Moment parallel zur Pole, während der Tänzer die Position seiner Füße und Hände änderte. Er wandte sich um, kopfüber, allein durch seine Körperspannung gehalten wandte er der Pole seinen Rücken zu und schlang beide Beine um die Stange.

Seine Hände kurz auf der Bühne absetzend, versetzte er sich einen Schubs. Sich langsam um die Pole drehend, festigte er seinen Griff und ließ seine Beine auseinander sinken. Kopfüber hielt er sich im Spagat an die Pole gepresst, bevor er das linke Bein wieder um sie schlang und stattdessen seine Arme ausstreckte. Er war dabei sein rechtes Bein an der Pole sinken zu lassen und sich in einen senkrechten Spagat zu bewegen, als sein Blick erneut über die Gäste des Sexclubs glitt.
Dazai schluckte, trank einen Schluck und wartete. Tatsächlich, blaue Augen trafen auf braune.
Die blonden Strähnen hatten seine Sicht freigegeben, sodass er diesmal den brünetten Mann an der Bar bemerkte und sich prompt versteifte. Durch das unwillkürliche Zucken rutschte er für einen Moment an der Pole hinab und musste sich mit einem Handstand abfangen.
Durchatmend stieß er sich mit dem rechten Bein von der Pole ab und ließ den halben Radschlag gewollt aussehen, bevor er sich etwas zu abrupt von der Richtung der Bar abwandte.
Dazai konnte nicht anders, als amüsiert in einen Whisky zu prusten. Dass er diese Wirkung auf den Chibi haben würde…?

Zu Chuuya’s Glück war der Song sowieso beinahe zu Ende. Es reichte, dass er ein Bein erneut um die Pole legte und noch ein paar Bodywaves machte. Er musste ohnehin durchatmen. Seine Schultern zurück rollend, warf er dem Brünetten an der Bar einen direkten Blick über die Schulter zu und fasste eine Entscheidung. Nicht aus der Rolle fallend stolzierte er mit seicht schwingenden Hüften von der Bühne. Zur Tontechnikerin,
„Einen Track mache ich noch.“ Etwas perplex blinzelte die junge Frau, zuckte dann aber mit den Schultern und nickte,
„Was ist dein Song?“ - »Oh La La« Alexandra Burke
Als er auf die Bühne zurückkehrte, waren seine Schritte bestimmter. Eine Hand an seiner Hüfte und zu voller Größe aufgerichtet, griff er die Pole oberhalb seines Kopfes. Mit einer Kopfbewegung ließ er seine Haare und Clip-ins fliegen, bevor er Dazai einen durchdringenden Blick zuwarf. Das herausfordernde Schmunzeln der beiden Männer reflektierte einander. Chuuya ließ sich zur Seite kippen, festigte seinen Griff um die Pole und hob seine Beine von der Bühne.
Mit dem Schwung wandte er seinen Oberkörper um die Pole, sodass seine Schulter davor, seine Hüfte dahinter war, und zog die Beine an.
Er drehte sich rückwärts um die Pole, die sich zwischen seinen Oberschenkeln befand, und Streckte seine Beine wieder waagerecht von sich, während eine Hand oberhalb seines Kopfes ihn absicherte.
Sich weiter hoch ziehend, schwang er seine Beine erst kurz zurück, dann neben der Pole in einen Überkopf-Spagat, aus dem er ein Bein wieder um die Pole legte. Das andere Bein sinken lassend, griff er um, bis er in einen Spagat entlang der Pole glitt.

Die Drehung beendend, sank er die Pole hinab, bis sein Fuß die Bühne berührte, bevor er das zweite Bein absetzte. Seine Hände zwischen seinen Oberschenkeln hindurch noch immer an der Pole, ruckte er seinen Kopf nach oben, um Dazai anzusehen und eine Textstelle des Liedes mitzusprechen: „I’m kinda curious …but are you something worth my attention?“ Er richtete sich wieder auf, wobei er den Kopf schief legte und eine Augenbraue hob, bevor er sich abwandte.
Dazai schmunzelte in seinen Drink, da schien jemand mit ihm spielen zu wollen.
Chuuya unterdes hatte den Schwung genutzt um seinen Körper um die Pole schwingen zu lassen und drehte sich, nach Umgreifen, mit einer Human Flag um die Pole.
Er hob erneut das obere Bein, legte es um die Stange und gab sich mehr Halt, indem er das zweite Bein um die Stange anwinkelte. Seinen Griff lösend, zog er sich aus der Kopfüber-Haltung und wand seinen Körper in einer Spirale um die Pole. Mit den Beats des Songs löste er seine Beine wieder von der Pole, ließ sie in ein Spagat nach vorn schwingen, um sie auf der anderen Seite der Pole wieder nach hinten zu ziehen.
Der zusätzliche Schwung hielt ihn in der Drehung, auch, als er seinen Oberkörper sinken ließ und seine Beine griff, wieder in einem Spagat. Seinen Oberkörper weiter sinken lassend, war er wieder Überkopf, seine Beine und eine Schulter hielten ihn an der Stange.

Seine Beine schließend, legte er sein Knie um die Pole, bevor er das andere Bein zur Seite kippen ließ und ins Hohlkreuz ging. Mit seinem Rücken um die Pole drehte er sich langsam, bevor er das Bein an der Pole wieder streckte, sodass es eine senkrechte Linie bildete. Seinen Oberkörper drehend, griff er um, bevor er ein Spagat parallel zur Pole, nur von seinen Armen gehalten, machte. Seine Beine hebend, endete die Pose damit, dass seine Beine über seinem Kopf eine weite Diamantform bildeten, die die Pole und eine stützende Hand einrahmte.
Er hielt diese Pose länger als die Vorherigen, sogar Chuuya’s Ausdauer hatte Grenzen. Grenzen, die er diese Nacht nicht durch Tanzen ausreizen wollte.
Er ließ ein Bein neben der Pole wieder zurücksinken, während er seinen Oberkörper drehte und sich it dem anderen Bein an der Pole hielt. Seine Arme noch immer als Stütze war sein Oberkörper wieder der Pole zugewandt und er ließ ein Bein nach hinten hängen.

Das freie Bein weiter sinken lassend, löste er seinen Griff und gilt in eine bogenförmige Pose, bei der ein Arm und Bein die Kurve seines Rückens fortsetzten. Nach einer vollständigen Drehung in dieser Haltung machte er sich wieder klein, die Pole zwischen seinen Oberschenkeln fixiert und seine Arme vor die Brust gezogen. In dieser Haltung glitt er an der Pole hinab, während der Song endete. Einmal durchatmend, stand er auf, eine Hand an der Pole, und verbeugte sich kurz, bevor er erneut und endlich die Bühne verließ. Die Tontechnikerin gab ihm einen beeindruckten Daumen-hoch,
„Wer auch immer für die Zugabe gesorgt hat, bekommt nen Drink auf meine Rechnung. Natsuka. Sag’s dem Barkeep’. Das war episch!“ Chuuya konnte sich nicht verkneifen sie ebenfalls anzugrinsen, bevor er wortlos zu den Umkleiden verschwand. Das Erste was er tat, sobald die Tür hinter ihm zu fiel, war, die blonden Clip-in Strähnen beiseite zu werfen.
Das zusätzliche Gewicht an seinem Kopf war ungewohnt und hatte ihre eigentlich die gesamte Zeit gestört. Anschließend ging er zu dem Platz zurück, den der Club ihm zur Verfügung gestellt hatte, und steckte sich seinen Ring wieder an.
Den Bodyglitter würde er mit Kosmetiktüchern vorerst weg bekommen, aber er würde duschen müssen. Und er war erschöpft. Seine Aufmerksamkeit die ersten beiden Songs halb auf Mori haben zu müssen, hatte ihn geschlaucht. Körperlich war er noch halbwegs fit, auch wenn er nicht über ein warmes Bad meckern würde.

Chuuya war grade damit fertig, sein Make-up und den Bodyglitter so gut es ging abzuwischen, als  die Tür der Umkleide sich öffnete. Er erwartete nicht, dass es um ihn ging, weswegen er einen Moment länger zwischen Jeans und Jogginghose überlegte… den Panty gegen eine andere Unterhose zu tauschen befand er für Blödsinn, also… Der Neuankömmling räusperte sich.
Und Chuuya kannte dieses Räuspern, also seufzte er,
„Wann hast du mich erkannt?“, bevor er sich für die Jeans entschied.
„Wirklich, Chibi? Auf den ersten Blick, natürlich. Blond steht dir übrigens gar nicht“, Dazai klang amüsiert, als Chuuya sich endlich zu ihm umdrehte,
„Deinen Arsch würde ich aber überall erkennen.“ Chuuya unterdrückte ein Seufzen und rollte stattdessen die Augen,
„Oh, Selbsterkenntnis…“, bevor er merkte, dass Dazai ihm etwas hinhielt. Eine dunkelblau-melierte Sweatshirtjacke, die definitiv aus Chuuya’s Wagen stammte.
„……Hutständer, hast du grade?“, Dazai fing an zu schmollen.
„Hm?“, Chuuya lächelte freundlich, bevor er eine Augenbraue hob,
„Und wo hast du meinen Hoodie her?“ Dazai warf ihm das Oberteil nun zu, bevor er beide Hände an die Hüften stützte,
„Aus deinem Wagen, offensichtlich. Ich dachte, du willst vielleicht was bequemes und war nicht sicher, dass du was anderes als ein Hemd hier hast.“ Chuuya war einen Moment lang am überlegen etwas dazu zu sagen, überlegte es sich jedoch anders und zog die Sweatshirtjacke an,
„Danke…“ Dazai’s Grinsen wurde verschlagen,
„Danke für die Show.“ Chuuya’s Grummeln und das geworfene Schminktäschchen prallten auf die sich schließende Tür,
„WIR WISSEN BEIDE, DASS DU BEI JEMAND ANDEREM GAR NICHT HINGESEHEN HÄTTEST. VERSUCH NICHTMAL WAS ANDERES ZU BEHAUPTEN, MAKRELE!“

Dazai hatte seinen Barhocker wieder in Beschlag genommen und einen weiteren Whisky für sich, sowie ein Glas Rotwein für Chuuya, bestellt. Der Barkeeper bekam einen Zettel zugeschoben, als er Dazai die Drinks präsentierte, woraufhin er verkündete, es sei auf’s Haus. Der Zettel, den Dazai grade noch zu sehen bekam, trug Chuuya’s Handschrift und den Namen der Tontechnikerin. Bevor er sich genauer damit befassen konnte, lag eine Hand auf seiner Schulter. Mitsamt Barhocker wurde er herumgedreht. Im nächsten Augenblick wurde ein Fuß ruppig auf die Sitzfläche des Hockers gestellt. Zu nah an gewesen Stellen, als dass mann sich bei dieser harschen Geste wohl fühlen sollte, nippte Dazai dennoch an seinem Whisky.
„Bist ja immer noch hier, Wichser“, Chuuya beugte sich noch mehr in Dazai’s Nähe, sein Gesicht beinahe über dem Glas des Anderen. Dazai ließ seinen Blick betont von Chuuya’s Fuß zwischen seinen Oberschenkeln nach oben wandern, an seinem Bein hinauf, bis er an seinen Lippen hängen blieb,
„Wo sollte ich sonst sein, Hutständer?“, er sah ihm in die Augen. Chuuya schnalzte mit der Zunge, bevor er sich zurückzog und auf den Stuhl neben seinem früheren-und-erneuten Partner kippte,
„Die Show wenigstens genossen?“, er zog den Rotwein zu sich.

Dazai schmunzelte in seinen Drink,
„Immer doch. Aber ich weiß eben wie du dich bewegst, Chuuya“, noch bevor er zu Ende gesprochen hatte, hatte Chuuya abfällig geschnaubt.
„Perversling.“ Während Chuuya ihn, über sein Glas Rotwein hinweg, finster anfunkelte, lächelte Dazai einfach sein wärmstes selbstgefälliges Lächeln. Die Beiden hielten den non-verbalen und einseitigen Kampf mit ihren Blicken aufrecht, auch, als Chuuya sein Glas wieder abstellte und sich erneut nah zu Dazai lehnte.
Zentimeter waren zwischen ihnen, Chuuya’s Blick noch immer provozierend, als Dazai’s Lächeln ehrlicher, aber auch flirtend wurde,
„Möchtest du heute Nacht mit zu mir? Darf ich dich mitnehmen?“, Dazai sah ihn offen hoffnungsvoll an, während Chuuya begann zu schmunzeln.
„Was glaubst du, sind deine Chancen, Bandagenhaufen?“, er wandte sich Dazai vollständig zu und richtete sich über ihm auf. Dazai ließ seinen Blick an Chuuya auf und ab wandern,
„Falls du heute nach mit irgendwem nach Hause gehst…“, der Satz klang aus, als Dazai’s Blick weg von Chuuya’s Gesicht driftete und sein Gesichtsausdruck sich änderte. Ein Mann, schätzungsweise doppelt so alt wie das Duo, ließ bereits seit einigen Minuten kein Auge von dem wieder-Rotschopf und gaffte mittlerweile regelrecht. Dazai beugte sich vor, zog Chuuya dabei an sich und legte sein Kinn auf die Schulter des Mafioso. Der Gaffer bemerkte die besitzergreifende Geste, noch bevor er Dazai musterte. Er wurde bleich. Der Ex-Mafioso hatte seinen berüchtigten kalten, toten Todesblick aufgesetzt, der Warnung genug sein sollte.

Als Dazai einen Moment zu lange stumm blieb, schnaubte Chuuya,
„Hör auf irgendwelche gaffenden Perversen zu erschrecken, wärst du so nett? Ich kann auf mich selbst aufpassen.“
„Worauf willst du hinaus, Chibi?“, Dazai richtete sich langsam wieder auf, entfernte sich aber nur wenig von Chuuya.
Mit einem Schlag in die Seite brachte Chuuya ihn wieder auf richtigen Abstand, wobei es eher war, dass Dazai zu giggeln anfing und sich zurücklehnte. Als Dazai wieder aufrecht saß, nahm er Chuuya’s Hände in seine, drückte einen Kuss auf die Handrücken,
„Natürlich weiß ich, dass du auf dich selbst aufpassen kannst. Dennoch ist das eine Aufgabe, die ich gerne übernehme.“
Chuuya rollte mit den Augen, zog seine Hände jedoch nicht zurück,
„Du bist wirklich überzeugt, dass du mich mitnehmen darfst, hm?“ Statt einer Antwort, wandte sich Dazai wieder seinem Drink zu. Er ließ aber seinen Blick noch mehrfach über Chuuya wandern, als dieser seufzte und sich ebenfalls wieder seinem Glas widmete.

Als sie ihre Drinks geleert hatten, Dazai hatte für Chuuya und die Tontechnikerin für Dazai gezahlt, machten sie sich auf den Weg nach draußen. Chuuya hatte soeben seinen Arm gehoben, um ihn um Dazai’s Taille zu legen, als sich jemand ihm in den Weg stellte. Abrupt stehen bleibend, ließ Chuuya seinen Blick nach oben schnellen. Genervt seufzend, verfinsterte sich sein Blick.
„Hey Süßer, was denkst du, wo du hin gehst? Lass mich dir einen Drink kaufen.“ Seinen Blick senkend, tastete Chuuya gelangweilt die Taschen seiner Sweatshirtjacke ab, bevor er fragend zu Dazai sah. Dazai sah ihn mit großen Augen an, als sie beide sich an dem gorillahaften Mann vorbei beugten, um sich anzusehen.
„Meine Kippen?“, Chuuya hob eine Augenbraue und klopfte demonstrativ auf eine seiner Taschen. Mit einer Mimik, die ein „Ah, ja“ ersetzte, griff Dazai in seine Tasche und reichte die Schachtel an Chuuya. Vorbei an dem nun perplexen, da ignorierten Hünen.
„Hey! Ich spreche mit dir, Puppe!“, er  streckte eine Hand nach Chuuya’s Schulter aus. Mit der Hand, die soeben seine Zigarette angehoben hatte, blockte Chuuya den Arm und stieß ihn weg. Die Zigarette im Mind haltend, sah er erneut zu dem Mann auf,
„Ich gehe. Und zwar jetzt.“

Damit machte Chuuya zwei Schritte um den Mann herum, hakte sich bei Dazai unter und zog diesen in Richtung Ausgang. Sobald sie den Club verlassen hatten, steckte er sich die Zigarette an und legte seinen Arm danach wieder um Dazai’s Taille.
„Ich bin noch nicht fertig mit dir!“, während Chuuya genervt die Augen schloss, grinste Dazai plötzlich.
„Ich sagte“, Chuuya hob die Stimme, wandte sich jedoch nicht um,
„Ich GEHE. Und zwar nach Hause. Mit meinem Ehemann. Verschwinde.“ Über die Schulter abwinkend, zeigte er seinen Ring.
„Als ob der Schwächling es dir besorgen könnte! Lass ihn stehen, lass mich dir einen Drink kaufen und morgen früh kannst du weder laufen, noch sprechen“, der Mann war ihnen noch ein stück weiter gefolgt.
Chuuya hob eine Augenbraue, sein Gesichtsausdruck noch immer eher irritiert, als er Dazai ansah. Dieser drückte sich an Chuuya’s Seite, gab ihm einen motivierenden Knuff. Seufzend wandte sich Chuuya um, setzte seinen Fuß um und trat dem Hünen mit der nächsten Bewegung gegen den Hals.
„Wer ist jetzt zu heiser zum Sprechen?“, damit setzte er seinen Schuh auf den Schritt des Kerl,
„Und wer hat behauptet ich sei ein Bottom?“ Tatsächlich war der Mann nicht mehr in der Lage auch nur zu quieken, als sich auch noch Dazai über ihn beugte.

„Und dazu, dass er mit mir heim geht, natürlich lebe ich mit ihm zusammen und habe ihn heute nur abgeholt“, er sah zu Chuuya auf,
„Ich muss ja auf meine  Ehemann aufpassen, nicht wahr?“ Chuuya rollte lediglich die Augen, als er seine Zigarette erneut anzünden musste,
„Kein Grund zu prahlen“, damit griff er nach Dazai’s Hand und zog ihn wieder in Richtung ihres Wagens,
„Ist ja nicht als hättest du viele Optionen gehabt, solange du deinen Ehemann attraktiv finden wolltest.“ Dazai warf ihm einen Seitenblick zu, der beinahe direkt warm wurde, zusammen mit einem überzogenen - aber dennoch ehrlichen - Lächeln, während er seine Arme um Chuuya’s freien schlang.
„Mir liegt nichts mehr am Herzen als du, Chibikko.“

* * * * *
Nochmal die Songs
CHUUYA‘s SONGAUSWAHL:
Shameless - Sofia Karlberg
Hush Hush - Asher Monroe
& sobald Chuuya bemerkt, dass Dazai ihn beobachtet: Oh La La - Alexandra Burke

Und natürlich: POLEDANCE-REFERENZEN:
https://youtu.be/kCClY2e11rQ
https://youtu.be/d8OI9FllKfg

Und übrigens: die verbalen Seitenhiebe von Chuuya, dass Dazai nur auf ihn stünde/stehen könne, sind meine subtile Andeutung gewesen, dass Dazai demisexuell ist
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