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Fairplay with love

KurzgeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Het
OC (Own Character) Son Gohan
05.11.2020
23.02.2021
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14.574
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2. Fairplay


Die restlichen Wochen bis zum großen Turnier waren ins Land gegangen und endlich war der große Tag gekommen. Yuna war, entgegen ihrer sonstigen Art, ziemlich aufgeregt und die Hände um den Griff ihrer Tasche, mit ihrem Kampfanzug, waren schwitzig. Hier waren einfach so viele Menschen und es herrschte ein Trubel, denn sie so noch nie mitbekommen hatte. Hinter ihr war die Mauer, welche den Kampfbereich des großen Turniers abtrennte und unweit von ihr entfernt, war der Stand, an welchem man sich anmelden konnte. Sie selbst hatte sich schon vor einiger Zeit eingeschrieben und nun wartetet sie auf Son Gohan. Mit ihm hatte sie sich nämlich verabredet.

„Yuna!“ Ihr Kopf fuhr ruckartig nach oben und sie sah sich um. Ihre hellblauen Augen suchten die Menge ab und endlich fand sie über deren Köpfe eine Hand, welche beständig winkte und schon kurz darauf schob sich der dazugehörige Körper durch die Menge. Es war Gohan wie sie ihn kannte. Mit seiner braunen Hose, seinem weißen Hemd und der Weste mit dem Logo ihrer Highschool darauf. Sie hob ihren Arm und winkte zurück. „Ich bin hier!“, rief sie, obwohl sie sich nicht sicher war, ob er sie hören konnte, bei dem ganzen Lärm und Trubel der hier herrschte.

Als er endlich bei ihr angekommen war, nahm er sie in den Arm und drückte sie feste an sich, fast ein wenig zu fest und irgendwie, ließ ihr das die Röte ins Gesicht steigen. In den letzten Wochen vor dem Turnier, während sie zusammen trainiert hatten, war es nicht nur bei diesem einen Kuss geblieben und sie hatte fest gestellt, dass sie Gohan wirklich mochte. Sehr mochte. Allerdings war und blieb er ziemlich zurückhaltend, fast zuvorkommend oder überfreundlich. Es hätte ihr wirklich nichts ausgemacht, wenn er auch in diesem Punkt etwas, nun ja, temperamentvoller gewesen wäre. So wie zum Beispiel bei ihrem Training. Dabei hatte er sich nämlich ins Zeug gelegt, als würde das Fortbestehen der Menschheit davon abhängen. Umso mehr überraschte sie diese stürmische Umarmung und auch sein glänzender Blick, als er sie los ließ und breit lächelnd ansah. Sie konnte gar nicht anders, als zurück grinsen.

„Du bist aber gut drauf heute. Rechnest du dir so große Chancen gegen mich aus?“ Bei diesen Worten zwinkerte sie ihm zu und beobachtete wie er sich ganz typisch über den Hinterkopf strich. „Ach weißt du“, er lachte verlegen. „Ich freue mich einfach nur so auf das Turnier und auf meinen Vater.“ Yuna lächelte zurück. Sie wusste ja das Son Gohan fest daran glaubte, dass sein toter Vater ihm aus dem Jenseits zusehen würde. „Er wird bestimmt richtig stolz auf dich sein. Bei deinem Können kommst du bestimmt in die Endrunden.“ Gohan verzog leicht das Gesicht. „Da bin ich mir nicht so sicher.“ „Und warum? Du bist doch wirklich sehr gut.“ „Schon. Aber es wollen sich auch noch einige alte Freunde meines Vaters anmelden und ...“ „Son Gohaaan!“ Der Angesprochenen und Yuna drehten sich um.

Irritierenderweise teilte sich die Menschenmenge hinter Gohan auf fast magische Weise und erst als Yuna Chichi erblickte, welche die Hand gehoben hatte und ihrem Ältesten zuwinkte, realisierte Yuna auch warum. Die Gruppe um Chichi konnte man mit vielen Worten beschreiben, aber unauffällig gehörte mit Sicherheit nicht dazu. Alleine Gohans Großvater, den Yuna von Fotos kannte, war fast so breit wie er groß war und überragte alle anderen. Nicht viel kleiner, aber bedeutend spektakulärer, sah der Kerl mit der grünen Haut und dem weißen Turban und Mantel aus. Eine wunderschöne, blonde Frau hielt ein kleines Mädchen auf dem Arm und neben ihr ging ein kleiner Mann mit eine Glatze, den sie aus alten Berichten über das große Turnier kannte. Er trug eine Sporttasche und hatte offenbar vor, wieder teilzunehmen.

Ein anderer Mann, mit einer Narbe über dem Auge, kam ihr auch bekannt vor. Der sah jedoch nicht so aus, als wollte er mitmachen, ganz im Gegenteil zu dem etwas kleineren Mann, der eine Mimik auf dem Gesicht hatte, als würde er jeden Moment jemanden umbringen wollen. Neben Chichi tollte Goten mit einem lilahaarigen Jungen herum und … Yuna stockte der Atem. War das tatsächlich der Herr der Schildkröten? Den seit Jahren Niemand mehr gesehen hatte? Ihr Herz schlug höher, den ihre Meisterin hatte ihn zwar immer als unverbesserlichen Frauenheld bezeichnet, aber auch als einer der wenigen Meister, welcher die Kampfkunst wirklich verinnerlicht hatte. Und als wäre das nicht schon überweltigend genug, fielen Yuna fast die Augen aus dem Kopf, als sie die türkishaarige Frau erkannte. Sie sah zu Son Gohan hoch.

„Gohan … ist … ist das etwa Bulma Briefs?!“ Ihre Stimme quitschte. Sie konnte es nicht fassen. Gohan aber schien von der Tatsache, dass die bekanntest und reichste Frau der Welt hier einfach so auf ihn zukam, nicht beeindruckt zu sein. Er sah sie nur fragend an. „Ähm, klar ist das Bulma.“ Yuna blinzelte. „Klar ist das … Bulma?“, wiederholte sie fassungslos. „Weißt du eigentlich wer das ist?!“ „Ja. Sie ist eine gute Freundin der Familie und die beste Freundin meines Vaters.“ Yuna klappte die Kinnlade runter. „Aber...aber...aber...aber... .“ „Sooon Gohaaan!“ Bulma hatte sie wohl auch endlich erspäht und winkte lachend zu ihnen herüber und Gohan erwiderte das Winken. „Ich … ich wusste gar nicht, dass du so berühmte Freunde hast.“ „Berühmt?“ Gohan sah Yuna verwirrt an. „Ja … ja natürlich! Du weißt doch wer sie ist, oder?“ Yuna mochte sich zwar nicht vorstellen, dass Gohan das nicht wusste, aber sie hatte schon bei so einigen Dingen erlebt, wie weltfremd er manchmal sein konnte.

„Äh … ah … ihr gehört die Capsul Corporation?“ „Ja! Ihre Familie hat die Kapseln erfunden!“, entfuhr es Yuna, als würde dies alles erklären. Doch Gohan lachte nur unsicher. „U...und?“ „Und?! Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?!“ Sie starrte ihren Freund an, der immer verlegener wurde, weil er sich diesen Aufriss um Bulmas Person, einfach nicht erklären konnte. Er kannte sie von klein auf und sie war immer für ihn da gewesen. Zum Glück war die Gruppe seiner Freunde und Familie nun in normaler Sprechreichweite und entband ihn davon, sich weiterhin mit diesem, für ihn unverständlichen, Thema auseinander zu setzen.

„Na Son Gohan? Ist das deine Freundin, von der mir deine Mutter schon so viel erzählt hat?“ Bulma blieb dich bei dem Sohn ihres ältesten Freundes stehen und musterte Yuna mit einem freundlichen Lächeln. Jene wurde rot und sah verlegen auf ihre Fußspitzen. „G...guten Tag“, stammelte sie etwas hilflos und verbeugte sich zur Begrüßung. „Uiuiui … was sehen meine alten Augen da.“, freute sich Muten Roshi und beugte sich auf seinem Stab gestützt, weit nach vorne. Nicht ganz zufällig, denn so konnte er besser in Yunas kurzen Ausschnitt spähen. „Lustmolch!“, schimpfte Bulma und pfefferte ihm ihre Handtasche in den Nacken, ehe sie die Hände in die Hüften stemmte. „Kaum zu glauben das du die Freundin von Gokus Sohn so ansiehst!“ „Ich hab auf das Zeichen an ihrer Jacke geschaut!“, verteidigte sich der Herr der Schildkröten, nicht minder leise. „Ich kenne nämlich ihre Meisterin. Die Herrin der Schlangen.“ „Ach ja? Woher?“ Bulmas Augen wurden gefährlich klein, während Muten Roshi anfing zu grinsen. „Eifersüchtig?! Dabei ist das doch schon sooo lange her, das wir beide Paffpaff gemacht haben.“

„Wie bitte?“, kam es darauf in einem ungeheuer kalten Tonfall von dem Mann mit dem finsteren Gesicht und Yuna konnte zu ihrer Überraschung beobachten, wie der Herr der Schildkröten kalkweiß anlief. „Äh … ähhä … also, nicht was du denkst Vegeta … wir haben nur … .“ Die Aura des Mannes, der Vegeta genannt wurde, stieg mit einem mal bedrohlich an und Bulma packte Muten Roshi mit einem genervten Seufzen am Ohr. „Mitkommen. Ich lasse auf gar keinen Fall zu, dass du das junge Mädchen belästigst.“ Dabei zwinkerte sie Yuna und Gohan zu. „Und du Vegeta, spar dir das für Son Goku auf. Der Alte bringt schon wieder alles durcheinander.“ Und damit zog sie den Herrn der Schildkröten einfach am Ohr hinter sich her. „Au … au … auauauau … . Unverschämtheit … ich bin ein ehrwürdiger Meister und du … .“ Das Geplänkel der beiden ging in den Geräuschen um sie herum unter.

Vegeta schnaubte und folgte ihnen in einigem Abstand. Als er an Gohan vorbei ging, warf er ihm und Yuna einen kurzen und sehr finsteren Blick zu. Son Goten und Trunks, die sich nicht um das Geschehen gekümmert hatten folgten ihm lachend und sichtlich aufgeregt, zusammen mit Chichi, die ein wachsames Auge auf die beiden hatte. „Der Herr der Schildkröten … er wird sich wohl einfach nie ändern.“, sagte Krillin und blieb kopfschüttelnd vor Gohan und Yuna stehen, zusammen mit C18, Maron und Yamchu. „Ja.“, lachte Gohan und wand sich an Yuna. „Darf ich dir Krillin, seine Frau C18, ihre Tochter Maron und Yamchu vorstellen. Alles Freunde meines Vaters und Krillin und Yamchu waren ebenfalls Schüler des Herrn der Schildkröten.“

Yuna lächelte und verneigte sich höflich. „Es ist mir eine Ehre euch kennen zu lernen.“ Krillin grinste. „Uns ebenso. Man sieht zur Zeit kaum noch Schüler der alten Schulen.“ „Das stimmt.“, lächelte Yuna. „Aber ich hoffe, dies wird sich ab diesem Turnier ändern.“ Während sie sprachen gingen auch Gohans Großvater und der große, grüne Mann an ihnen vorbei. Letzterer legte Gohan mit einem Nicken kurz die Hand auf die Schulter und Yuna hatte das Gefühl, das zwischen ihm und ihrem Freund eine ganz besondere Verbindung bestand. Sie nahm sich vor, Gohan danach zu fragen, während sie dieser auffälligen Gestalt hinterher blickte.

„Und du bist dir sicher, dass Goku auftaucht?“, fragte Krillin. „Aber klar.“, antwortete Gohan. „Er hat es mir selbst gesagt. Und Papa hat noch nie gelogen.“ Krillin brummte und sah Yamchu an. „Wäre zu schön, wenn es wirklich klappen würde.“, meinte der Größere der beiden. „Ja, ich vermisse ihn. Wir waren seit der Zeit beim Herrn der Schildkröten immer zusammen.“ Yamchu legte Krillin die Hand auf die Schulter. „Wir alle vermissen ihn.“ Kurz herrschte Schweigen, ehe C18 sie darauf aufmerksam machte, dass sie sich vielleicht auch langsam mal einschreiben sollten. Immerhin wussten sie nicht, wie lange die Schlange war und wenn die Zeit um war, war sie um. Ob sich noch Leute einschreiben wollten oder nicht.

„Sag mal Gohan“, flüsterte Yuna, als sie hinter allen anderen in der Reihe standen. „Ich versteh jetzt etwas nicht so ganz. Du hast doch gesagt dein Vater sei tot. Aber nach dem was die beiden da gesagt haben“, sie zeigte auf Krillin und Yamchu. „Hört es sich für mich so an, als würde dein Vater noch leben.“ „Nein, mein Vater ist tot.“ Yuna atmete auf. Dann hatte sie Gohan damals also doch nicht falsch verstanden und die Freund von Gohans Vater hatten sich einfach nur missverständlich ausgedrückt. Langsam folgten sie ihnen und stellten sich in die Reihe zum Einschreiben, als Gohan das Gespräch wieder aufnahm. „Aber das hindert ihn nicht daran, heute herzukommen.“ Yuna blinzelte und lachte unsicher. „Das ist ein Scherz. Du nimmst mich auf den Arm Gohan! Das geht doch nicht.“

Son Gohan richtetet sich von seiner Unterschrift auf und sah Yuna ernst an. „Natürlich geht das.“, sagte er voller Überzeugung. „Uranai Baba, die Schwester des Herrn der Schildkröten, kann die Toten für vierundzwanzig Stunden wieder in das Reich der Lebenden holen. Das hat sie, laut meinem Vater, bei meinem Großvater Gohan, nachdem ich benannt wurde, auch schon getan.“ Nun musste Yuna wirklich lachen und setzte auch ihren Namen auf die Teilnehmerliste. „Warum lachst du?“, fragte Gohan mit einem beleidigten Unterton in der Stimme. „Weißt du Gohan, du hörst dich an, als würdest du an diese Gutenachtgeschichte deines Vaters tatsächlich glauben.“ „Aber das ist keine Gutenachtgeschichte! Das ist … .“

Eine Aura, die plötzlich durch seinen Geist zuckte, ließ ihn verstummen und sich umdrehen. Er blinzelte, musste blinzeln, denn er traute, trotz seines Wissens, seinen Augen nicht. Da stand er, sein Vater, in seinem roten Kampfanzug und hob bis über beide Ohren strahlend seine Hand. „Hallo.“, sagte er einfach nur in dieser unverkennbar freundlichen Stimme und seine Augen wanderten über all jene Gesichter, die heute hier zusammen gekommen waren, um ihn zu sehen. Gohans Herz setzte aus, nur um mit tausendfacher Geschwindigkeit weiter zu schlagen. Die Angst griff wieder nach ihm, während er beobachtetet wie Goku von Yamchu und Krillin, von Bulma und Muten Roshi begrüßt wurde. Was, wenn er in die Augen seines Vaters sehen würde und würde dort Enttäuschung lesen? Vorwürfe? Weil er nicht wie er war? Weil er damals alles falsch gemacht hatte?

„Gohan.“ Die sanfte Stimme, die ihm schon seit seiner Kindheit Halt gegeben hatte riss ihn aus diesen düsteren Gedanken und er bemerkte, dass sein Vater zu ihm getreten war. „Vater“, flüsterte er und nahm all seinen Mut zusammen, um den freundlichen Blick aus den schwarzen Augen zu erwidern. Nichts von alldem was er befürchtet hatte fand er darin. Nichts. Nur die Freude eines Vaters seinen Sohn nach langer Zeit wieder zu sehen. „Du bist groß geworden.“, hörte er ihn sagen, spürte seine Hand auf seiner Schulter. „Vater“, flüsterte er nochmals, vollkommen atemlos, kämpfte gegen die Tränen an und dann viel er ihm um den Hals und wurde in den Arm genommen. Alles fühlte sich an wie immer. Die selbe Wärme, die selbe Geborgenheit wie früher. Er hatte seinen Vater wieder. Endlich wieder!

Verwirrt und doch irgendwie glücklich, denn die Wärme der Szenen erreichte auch sie, sah Yuna dieser Umarmung und auch dem restlichen Hallo zu. Obwohl es keinen Grund dafür gab, fühlte sie sich plötzlich als Außenseiterin. So als würde diese Leute etwas verbinden, was sie nicht verstand und offensichtlich hatte sie Son Gohan doch missverstanden und sein Vater hatte sie nur verlassen. Doch diese Annahme wurde widerlegt, als Gohans Mutter ihm um den Hals fiel, sie sich innig umarmten und küssten und er anschließend seinen jüngsten Sohn, den er offensichtlich noch nie gesehen hatte, in die Arme nahm. Sie grübelte und grübelte, wo sie etwas falsch verstanden haben könnte, doch sie fand nichts. Gohan kam mit einem glücklichen Strahlen auf sie zu und schloss sie in die Arme, was ihren Gedanken ein Ende setzte. Was spielten sie auch für eine Rolle, wenn Gohan so glücklich war? Dann war doch alles in Ordnung.


*** *** ***


Yuna band sich ihre Schuhe zu und überprüfte mit ein paar Tritten und Übungen, ob ihre Kleidung auch richtig saß. Ihre Haare hatte sie sich zu einem Zopf geflochten, den sie fest an ihrem Hinterkopf fixiert hatte. So gewappnet verließ die den Umkleidebereich und machte sich in dem ehrwürdigen Gelände auf die Suche nach Gohan. Sie hatte sich von ihm getrennt, weil sie ihm Zeit mit seinem Vater geben wollte. Man spürte einfach, wenn man diese Gruppe sah, dass sie schon sehr viel miteinander erlebt hatten und das über einen längeren Zeitraum hinweg. Und ja, das Gefühl der Außenseiterin war wieder zurück gekommen, nachdem sie in den Teilnehmerbereich getreten waren und Son Goku vom langjährigen Kommentator und Schiedsrichter, wie ein alter Freund empfangen wurde, ebenso wie Krillin und auch dieser große Gründling.

Da wurde ihr auch klar, dass es nicht so einfach werden würde, dieses Turnier zu gewinnen. Hatte sie noch bis vor ein paar Stunden gedacht, mit älteren Veteranen aufgrund ihrer Jugend gut fertig werden zu können und das ihr größter Konkurrent in diesem Turnier Son Gohan war, hatte sie nun erhebliche Zweifel, ob sie es überhaupt in die finale Runde schaffen würde. Zu dumm aber auch, dass dieser Trottel Satan die Regeln geändert hatte und es keine Vorrunden mehr gab. Dann hätte sie sich zumindest einmal ansehen können, wie Gohans Familie und seine Freunde kämpften und auf was sie sich einstellen musste. Was sie auch völlig überrascht hatte war, dass Gotens Freund Trunks sich ebenfalls zu der Juniorrunde angemeldet hatte. Er war immerhin der Sohn von Bulma Briefs. Und sie hätte sich im Leben nicht träumen lassen, dass der Sohn einer Wissenschaftlerin sich für Kampfsport interessierte. Lächelnd schüttelte sie den Kopf. Das war schon ein komischer Haufen.

„Achtung! Achtung!“, ertönte es plötzlich von den Lautsprechern. „Alle Teilnehmer der Juniorenkämpfe bitte im Wartebereich hinter der Arena einfinden. Die Kämpfe werden in Kürze beginnen.“ Eine kurze Pause entstand, dann knackten die Lautsprecher erneut. „Achtung! Achtung! Alle Teilnehmer die sich für die Hauptrunde der Erwachsenen qualifizieren wollen, bitte auf dem großen Platz im Norden einfinden.“ Ach verdammt, da musste sie sich jetzt aber beeilen, sonst würde sie ganz hinten in der Schlange stehen und konnte sich die Kämpfe mit Goten nicht mehr ansehen. Das die das aber auch gleichzeitig abhielten war echt eine Schande. Früher ging das Turnier mindestens über einen Tag, wen nicht sogar über mehrere Tage und seit Satan das organisierte, war es zu einer Nachmittagsveranstaltung verkommen.

Schlitternd bog sie um eine Ecke und prallte mit jemandem zusammen. „Oh, tschuldigung“, sagte sie und wollte, ohne weiter darauf zu achten, in wen sie gerannt war, weiter laufen. Immerhin hatte sie es eilig. Doch der große, breitschultrige Kerl packte sie am Arm und hielt sie fest. „Na sieh mal an einer an, wenn das nicht die kleine Schlange ist.“ Allein schon bei diesen Worten wusste Yuna, wen sie da vor sich hatte. Mit einer geschickten Drehung ihres Armes, entwand sie ihm diesen und funkelte ihn wütend an. „Ich bin keine Schlange!“ Der Kerl lachte und in dieses Lachen, stimmten die anderen drei, welche in diesem Moment um die Ecke bogen, mit ein. Yuna seufzte. War ja klar, dass diese Büffelschulidioten immer in der Herde unterwegs waren.

„Hört mal. Ich will einfach nur zum Vorausscheid und hab jetzt keine Zeit mich mit euch abzugeben. Außerdem ...“ Sie wurde unterbrochen, als einer der Kerle hinter ihr, ihr den Arm um die Schulter legte. „Hör mal Schlängchen, du brauchst da gar nicht erst hin zugehen, weil bei den ganzen richtigen Schülern der Tierschulen, die hier antreten, hast du eh keine Chance. Unser Meister sagt auch immer, dass die Schlangen und Schildkröten, die immer nur einen einzigen Schüler aufnehmen, die größten Loserschulen von allen sind.“ Yuna biss sich auf die Lippen. Ihren ersten Impuls unterdrückend, dem Kerl nämlich den Arm zu verdrehen und das bis er anfing zu heulen, atmete sie tief durch und machte sich los.

„Na, wenn das so ist, dann kann ich ja ruhig mein Glück versuchen … wenn ich sowieso durchfalle.“, knirschte sie und war schon einen Schritt weg von diesen Büffelhirnen, als sie erneut gepackt wurde. „Oder du lässt den Vorentscheid einfach aus, pfeifst auf die Teilnahme am Turnier und wir gehen jetzt etwas essen. Du lädst ein.“ „Den Teufel tue ich und du und deine trotteligen, schwerfälligen, hirnlosen, Büffelidioten, ihr könnte euch eure sture Arroganz mal ganz genau dahin schieben wo die Sonne...“ „Yuna?“, unterbrach Gohans Stimme ihre wohlgesetzte Schimpftriade. „Yuna? Bist du das?“ Und in diesem Moment erschien der Kopf ihres Klassenkameraden hinter einer der Säulen … zumindest glaubte sie das … denn er sah ein wenig seltsam aus, so mit weißem Kopftuch und Sonnenbrille.

„Gohan?“, fragte sie verwirrt und trat aus dem Halbkreis der Büffelschüler heraus. Er trat zu ihr und lächelte auf sie herunter. „Du solltest langsam mal kommen, sonst schaffen wir es nicht mehr.“ „Ja, entschuldige. Ich wurde aufgehalten.“ „Aufgehalten?“ „Mhm“, brummte sie, und nickte mit dem Kopf zu den vier jungen Kerlen, dabei die Augen verdrehend. Son Gohan warf den Vieren einen prüfenden Blick zu, den diesen wegen der Sonnenbrille natürlich nicht sehen konnten und tastete nach ihrer Aura. Da sie keine Bedrohung für ihn oder auch Yuna waren, legte er lächelnd einen Arm um ihre Schulter. „Hauptsache du wirst jetzt nicht wieder aufgehalten. Ihr habt doch nichts dagegen, wenn ich sie jetzt mitnehme, oder?“, fragte er über Yunas Kopf hinweg die Vier.

Die, sichtlich aus ihrem herablassenden Hohnkonzept gerissen, starrten sich einen Moment nur verdutzt an, grinsten dann, immerhin waren sie zu viert und machten einen Schritt auf Gohan und Yuna zu, als hinter ihnen ein höfliches Räuspern erklang. „Darf ich die Teilnehmer daran erinnern, dass jedweder Streit zwischen den Teilnehmern während dem Ablauf des Turniers verboten ist?“ Die Augen der sechs Jugendlichen richteten sich auf den kleinen Mönch, welcher mit einem freundlichen Lächeln um eine der Ecken gekommen war. „Bei Zuwiderhandlung würde eine Disqualifizierung erfolgen.“ Die vier Büffel sahen sich an und man konnte deutlich sehen, wie sie unter dem fragenden Blick des Mönches, immer kleiner wurden.

„Los jetzt Yuna, sonst verpassen wir wirklich noch die Kämpfe von Goten und Trunks.“ Gohan dirigierte Yuna zum nördlichem Platz. Kurz bevor sie außer Sicht der Büffel kamen, drehte sich Yuna mit einem frechen Grinsen noch einmal um und streckte ihnen die Zunge raus. Wenn schon Schlange, dann aber richtig. Sich von Gohan los machend, hüpfte sie einige Schritte lachend vor und drehte sich dann zu ihm um. „Hast du ihre Gesichter gesehen? Die wären am liebsten gleich wieder los gestürmt.“ Der Halbsaiyajin musterte seine Freundin und erwiderte ihr Lächeln und auch ihre gute Laune. „Waren das Schüler von einer der anderen Schulen?“ „Ja. Die dummen Herdenbüffel.“ „So dumm waren die gar nicht.“, seufzte Gohan und Yuna blieb stehen. „Was? Wieso?“ Ihr Freund zeigte mit dem Finger über ihre Schulter. „Sie standen ziemlich vorne in der Reihe.“

Als Yuna sich umdrehte konnte sie erkennen was Gohan meinte. Die Schlange der Teilnehmer begann schon hier in den Gängen, zwischen den einzelnen Gebäuden und Plätzen. Der Eingang zum nördlichen Platz, an welchem der Vorentscheid stattfinden sollte, war noch nicht einmal zu sehen. Yuna stöhnte. „Oh man, nee oder? Das dauert ja noch ewig bis wir dran kommen.“ Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und versuchte an der Reihe vorbei zu sehen, überhaupt irgendetwas zu sehen. „Tut mir leid Gohan. Dabei wolltest du doch unbedingt die Kämpfe deines Bruders sehen.“ Doch Gohan wäre nicht Gohan gewesen, wenn er nun böse geworden wäre. Er lächelte nur und winkte ab. „Nicht so schlimm. Bis zum Finale dauert es ja noch etwas und die beiden werden da ganz sicher gegeneinander antreten.“ „Ist Trunks denn genauso stark wie Goten?“ „Ja, ziemlich. Wenn nicht sogar ein wenig stärker.“ „Stärker? Echt?“ Goahn nickte. „Sein Vater hat viel mit ihm trainiert.“ „Gehört er auch zu einer der alten Schulen?“

„Vegeta?“ Allein bei der Vorstellung, Vegeta in einem der irdischen Kampfsportanzüge zu sehen, musste Gohan grinsen. „Nein.“ „Und wo hat er es dann gelernt?“ Gohan blähte die Backen auf. Yuna wollte einfach immer alles genau wissen und mitunter war es schwierig ihr das zu erklären, ohne sie gleich mit der gesamten Wahrheit zu überfordern. „Ich würde sagen … Vegeta und dann auch mein Vater haben irgendwann … ihre eigene Art zu kämpfen entwickelt. Sie sind sich ziemlich ähnlich.“ „Aha. Aber verwandt seid ihr nicht?“ „Nein … ganz sicher nicht!“ Bei Gohans heftiger Erwiderung legte sie den Kopf schief. „Ihr könnt euch nicht leiden, stimmts?“ „Sagen wir einfach, wir haben unsere Differenzen, okay?“ Yuna grübelte kurz nach. „Und warum?“ Gohan holte tief Luft. „Ne lange Geschichte.“ Sie drehte sich um und sah an der Reihe von Wartenden entlang. „Ich glaube die Zeit haben wir.“ Gohan blickte ergeben gen Himmel.


*** *** ***


Die Zeit, welche sie in der Warteschlange standen, zog sich endlos hin. Auch wenn Gohan ihr versuchte zu erklären, was genau seine Vergangenheit mit diesem Vegeta war, stieg Yuna da einfach nicht vollkommen dahinter. Zu oft verhaspelte er sich und irgendwie war die ganze Geschichte einfach nur konfus. Sie passte nicht zusammen. Vegeta sollte ein Freund der Familie sein und dann hatten er und Gohans Vater so eine Rivalität? Natürlich konnte man sich gegenseitig zu ungeahnten Höhenflügen anspornen, aber Gohans Stimme und die Art wie er von Vegeta erzählte klang einfach nicht nach einer solchen. Sie klang so viel ernster, als wäre das worüber er sprach etwas, was ihn selbst unglaublich verändert und mitgenommen hatte.

Aber alles Grübeln half nichts. Wenn Gohan ihr nicht alles erzählen wollte, dann wollte er eben nicht. Was nicht bedeutete, dass sie aufgab. Sie würde diesem Geheimnis schon noch auf die Spur kommen. Locker lassen würde sie da ganz sicher nicht! Auf den Fußballen wippend stellte sich Yuna auf die Zehenspitzen. Es ging schon seit einiger Zeit kein Stück mehr weiter und weit vor ihnen schien es einen Tumult zu geben, dann erschienen Personen in ihrem Blickfeld. „Oh Gohan schau mal. Ich glaube da kommt dein Vater.“ „Wo?“ Auch Gohan stellte sich auf die Fußspitzen und sah an der Menschenschlange vorbei. „Oh, tatsächlich. Sie hatten sich wohl rechtzeitig angestellt.“

Yuna beobachtet wie der große Mann, Son Goku, näher kam. Zusammen mit diesem grünen Kerl, Vegeta, Krillin und C18. Sie spürte, wie sich Son Gohan hinter ihr streckte und winkte. „Vater, hier sind wir.“ Der Angesprochene drehte den Kopf in ihre Richtung und ein strahlendes Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht, als er näher kam. „Son Gohan, da bist du. Wir haben uns schon gefragt, wo du bist.“ „Ja … haha … gab da ein paar kleine Probleme.“ Verlegen rieb er sich über den Hinterkopf, grinste dann aber Yuna an sah stolz wieder zu Goku. „Vater, darf ich dir Yuna vorstellen. Sie ist meine Klassenkameradin und hat wie du, bei einem der Tiermeister gelernt.“ „Aha.“ Yuna spürte den Blick des großen Mannes auf sich und höflich neigte sie den Kopf. „Hallo, ist mir eine Freude sie kennen zu lernen.“

Son Goku lachte auf und rieb sich über den Hinterkopf, was ihm eine unglaubliche Ähnlichkeit mit seinem Sohn bescherte. „Ach, doch nicht so förmlich. Das ist mir ja regelrecht peinlich. Ha … haha … .“ Während er lachte, beugte er sich zu Son Gohan herunter und hob seine Hand. „Du triffst dich also nun mit Mädchen?“ Yuna konnte jedes Wort hören und das war wohl auch beabsichtigt. Auf die Worte hin konnte sie sehen, wie Son Gohan rot anlief und kurz in ihre Richtung schielte, während auch der kleine Freund Gokus einen Witz auf ihre Kosten riss und daraufhin von C18 mit einem bitterbösen Blick belohnt wurde.

Als Yuna einen stechenden Blick spürte, drehte sie den Kopf und sah sich der Aufmerksamkeit von diesem grünen Kerl ausgesetzt. Unter diesem musternden Blick wurde ihr unwohl und sie drehte sich zu Gohan um. „Willst du mir nicht auch die anderen vorstellen?“, bat sie ihn und Gohan entschuldigte sich bei ihr für seine Vergesslichkeit. „Ja, klar. Das da hinten ist Vegeta, von dem habe ich dir ja schon erzählt“, fügte Gohan leiser an, um sich dann neben den Grünling zu stellen. „Und das ist mein bester Freund Piccolo. Er war auch mein erster Lehrer.“ Yuna lächelte jedem freundlich zu und als Piccolo ihr vorgestellt wurde erinnerte sie sich an eine von Gohans Ausführungen.

„Das ist also derjenige, der dich als kleines Kind in der Wildnis ausgesetzt hat?“ Piccolo wurde lila auf den Wangen, hob seine Hand zum Mund und räusperte sich, während Gohan verlegen lachte. „Jaaaa … haha … so ungefähr.“ Grinsend sah Yuna zu Piccolo, dann an dessen Umhang vorbei auf den Mann dahinter, der die Arme verschränkt hatte und so aussah, als würde ihn das alles hier total nerven. Als Goku diesen Blick sah ging er zu Vegeta und gab ihm einen freundschaftlichen Schlag auf die Schulter. „Sag doch auch mal was.“ Der so Angehauene fuhr herum, als hätte ihn etwas gestochen. „Gehts noch Kakarott?! Bin ich dein Haustier oder was? Ich muss mich nicht mit jedem unterhalten den du hier kennst! Und denk dran“, er sah Goku eindeutig drohend an. „Ich mach bei diesem ganzen Affentheater nur mit, um endlich meine Revanche zu bekommen. Merk dir das!“ Kaum das er zu Ende gesprochen hatte, stiefelte er einfach davon, ohne einen Abschiedsgruß.

Yuna sah ihm hinterher. „Na das ist ja ein Sonnenscheinchen. Dem müsste mal jemand den Stock aus dem Hintern ziehen, oder was immer sich da verklemmt hat.“ Sie sah zurück und in kollektive, irritierte Gesichter. „Was?“, fragte sie irritiert, ehe die anwesende Gruppe in schallendes Gelächter ausbrachte. Sogar Piccolo, der eigentlich einen sehr ernsten Eindruck machte und auch C18, konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „Lass ihn das bloß nicht hören.“, lachte Gohan und wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel. „Oh man, dieses Bild werde ich nie wieder los.“ Auch Goku kämpfte noch immer mit dem Lachen und legte Yuna eine Hand auf die Schulter. „Du bist echt in Ordnung und viel Glück im Turnier.“ Dann sah Son Goku zu Gohan. „Wir gehen dann schon mal. Die Juniorkämpfe haben schon angefangen und ich bin echt gespannt, was du Goten beigebracht hast.“

Son Gohan grinste verlegen, dann fiel ihm noch etwas ein. „Vater, weißt du warum es hier nicht weiter geht?“ Er zeigte an der Schlange entlang, die sich die ganze Zeit kein Stück bewegt hatte. „Oh … ja, … Vegeta hat diesen Schlagapperat kaputt gemacht.“ Zum Abschied die Hand hebend beeilte sich Goku Piccolo und die anderen einzuholen. „Also dann bis später.“ „Bis später … Vater.“ In Gedanken versunken sah Gohan ihnen hinterher, bis Yuna ihn mit einem Kuss auf die Wange, aus seinen Gedanken riss. Sie anlächelnd, sah er an der Schlange vorbei. „Geht das hier bald weiter?“, rief er ungeduldig, denn er hätte diese Zeit jetzt viel lieber mit Yuna und seinem Vater bei den Juniorkämpfen verbracht.


*** *** ***


Yuna seufzte. Sie hatten natürlich von den Junirokämpfen nichts mehr mitbekommen. Auch das Finale der Erwachsenen hatte sich ein ganzes Stück nach hinten verzögert, weil es einfach ewig gedauert hatte, bis der neue Apparat da war. Über die Lautsprecher hatten Gohan und sie mitbekommen, dass Trunks das Turnier der Kleinen gewonnen hatte und das gegen Son Goten. Gohan war daraufhin schon ein wenig enttäuscht gewesen, aber nicht verwundert. Mister Satan hatte dann, ebenfalls über Lautsprecher, seine Show abgezogen und sich den versprochenen großen Kampf mit dem Sieger des Juniorteams geliefert. Den er absichtlich verloren hatte, um Trunks einen Gefallen zu tun. Wobei sich Yuna bei dem 'absichtlich' im Nachhinein nun nicht mehr ganz sicher war.

Immerhin wusste sie wie stark Goten war und wenn Trunks ihn geschlagen hatte, dann war sie sich ziemlich sicher, dass sich Satan grade mal wieder so hatte retten können. Vor allen Dingen, wenn sie hier in diesem Hof, auf welchem sich nur die Finalisten der Erwachsenenrunde aufhalten durfte, so umsah. Gut und gerne die Hälfte der Teilnehmer waren Bekannte oder Familie von Son Gohan. Irgendwie machte sie das stutzig und auch nachdenklich. Nicht zum ersten mal grübelte sie, wo sie C18 schon mal gesehen hatte. Aber es wollte ihr einfach nicht einfallen.

Von den anderen Tierschulen hatten es erstaunlich wenig in die Endrunde geschafft und Yuna beschlich das Gefühl, dass dies zu einem großen Teil die Schuld von Gohans Gruppe war. Sie schienen einfach über Kräfte zu verfügen, die über die eines normalen Kampfsportlers hinaus gingen, oder selbst über die Fähigkeiten, welche man in den Tierschulen erlernte. Um so überraschter war sie, dass es zwei Teilnehmer aus dem letzten großen Turnier auch in die Endrunde geschafft hatten. Vor allem, weil sie sie erst erkannt hatte, als die Auslosung für die Gegner stattgefunden hatte. Yamu und Spopovitch sahen vollkommen anders aus, als damals. Sie hatte sich ja die Aufzeichnungen angesehen und es war unglaublich, wie sie sich verändert hatten. Und irgendwie bereiteten ihr die beiden Unbehagen.

Son Gohan offensichtlich nicht und auch seinem Vater und den anderen nicht. Die schienen sich viel mehr Sorgen wegen zwei anderen Teilnehmern zu machen die wirklich … nun ja, eigenartig war noch untertrieben fand Yuna, aussahen. Vor allen Dingen Piccolo schienen sie heftige Kopfzerbrechen zu bereiten. Aber das war nicht ihre Sorge. Zumal, auch wenn es Gohans Freunde und Familie war, gehörten sie alle zu ihren potenziellen Gegnern. Das durfte sie auch nicht vergessen, denn sie hatte ihrer Meisterin versprochen sich anzustrengen und zumindest das Halbfinale zu erreichen. Dieses Versprechen hatte sie aber gegeben, bevor sie wusste, wie stark Gohan war und auch der Rest seiner Bekannten.

Nun denn, wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Egal wie stark sie auch sein mochten, sie selbst war auch nicht schwach und sie würde einfach alles versuchen, um ihr Versprechen wahr zu machen. Son Gohan und sein Vater, die grade den überdachten Bereich hinter dem Kampfring betraten, zogen ihre Aufmerksamkeit auf sich. Wie ähnlich die beiden sich doch sahen und wie glücklich Gohan in der Nähe seines Vaters wirkte. Der dunkle Schatten, den sie hin und wieder in seinen Augen gesehen hatte, war wie weggeblasen. Er strahlte einfach nur Glückseligkeit aus und das Lächeln in seinem Gesicht wurde noch stärker, als sein Vater einen Arm um seine Schulter legte und ihn an sich drückte. Danach entließ er ihn in ihre Richtung und sie empfing ihn mit einem breiten Grinsen.

„Worüber habt ihr geredet? Hat er dir ein paar Tipps gegeben so als ehemaliger Gewinner dieses Turniers?“ Gohan grinste. „Nein, hat er nicht. Dafür will er selbst viel zu sehr gewinnen. Wenn es um das Kämpfen geht, versteht er keinen Spaß.“ „Mhm … aber er würde doch nicht ernst machen, wenn ihr jetzt durch Zufall aufeinandertreffen solltet, oder?“ „Oh doch“, lachte Gohan. „Und wie er das würde und … ich würde es auch gar nicht anders wollen. Eigentlich würde ich mich darüber sogar echt freuen, wenn ich ihm zeigen könnte, was ich für Fortschritte gemacht habe, aber … das wird hier wohl nicht möglich sein.“ „Warum nicht?“ Gohan rieb sich über den Nacken. „Äh … weil es den Rahmen des Turniers sprengen würde, schätze ich.“ „Wieso?“ „Äh … na weil … weil ...“ Gohan wurde von der Durchsage gerettet, dass nun die erste Paarung der Endrunde sich bitte in den Ring begeben sollte. Und mit einem freudigen Lächeln zog er Yuna nach vorne und sie sahen zu, wie Krillin seinen ersten Kampf in Sekunden gewann.

Der zweite Kampf war auch eine echt Überraschung, wenn auch in einem anderen Maße, als sie erwartet hatte. Piccolo, Son Gohans Lehrer, gab nämlich einfach auf, ohne auch nur einen Schlag auszuführen. Die Menge buhte, aber Yuna hatte gespürt, dass sich Piccolo und Shin, wie sein Kontrahent hieß, auf einer anderen Ebene gemessen hatten. Sie konnte zwar nicht genau sagen, auf welcher, aber dank Son Gohans Training, hatte sie zumindest ein wenig davon gespürt. Die Gesichtsausdrücke der Leute, die sie kannte waren alle unglaublich ernst und als Piccolo zurück kam, fragte ihn Goku nach Shin. An der Antwort konnte man deutlich merken, dass Piccolo eingeschüchtert war, was Yuna wirklich wunderte, denn er machte ganz und gar nicht den Eindruck einer schnell einzuschüchternden Person. Eher das Gegenteil.

Doch darüber konnte sie sich später noch Gedanken machen, denn in diesem Moment wurde ihr Name aufgerufen. Gohan einen letzten Blick zuwerfend, der sie mit einem breiten Lächeln und einer Daumenhoch Geste ansah, betrat sie das helle Sonnenlicht und ging mit einem unsicheren Winken gen Publikum die Stufen nach oben. Kurz darauf kam dieser Berg von Spopovich in den Ring und positionierte sich ihr gegenüber. Sie schloss die Augen, atmete tief ein und rief sich die Worte ihrer Meisterin ins Gedächtnis. Sportlich fair verbeugte sie sich vor ihrem Gegner, ging in Position und wartet das Startsignal ab.

Als das Signal ertönte, blieb sie ruhig. Verharrend, abwartend, jederzeit bereit auszuweichen und zu kontern, zuzustoßen und sich wieder zurück zu ziehen. Doch Spopovich, blieb einfach nur stehen wo er war und sein Gesicht zierte ein überlegenes, hässliches Grinsen. Yunas Blut kochte nach oben. Es war schon nervend genug, dass sie sich von den Schülern der anderen Schulen, die sich ja alle so überlegen vorkamen, weil ihre Meister immer mehrere Schüler aufnahmen, so eine Herablassung gefallen lassen musste, aber das dieser Fremde sie nun auch noch so ansah, war einfach zu viel. Wütend bewegte sie sich im Kreis und als sie in Spopovichs Rücken war griff sie an. Wer war sie denn, sich von jemandem vorführen zu lassen, der beim letzten Turnier schon in der ersten Endrunde raus geflogen war? Sie würde es mindestens bis ins Halbfinale schaffen!

Außerhalb des Ringes, im Schatten des überdachten Bereichs, trat Son Goku neben seinen Sohn und legte ihm die Hand auf die Schulter, als er merkte, wie Gohans Körper leicht zitterte. „Keine Sorge, sie wird das schon machen.“, hörte Gohan seinen Vater sagen und sah mit einem dankbaren Lächeln zu ihm hoch. „Ja, ich weiß. Aber ich mach mir trotzdem Sorgen.“ Goku schüttelte den Kopf und nickte gen des Ringes. „Schau, sie macht das wirklich gut.“ Schweigend drehten die beiden ihre Köpfe dem Kampf zu und beobachteten, wie Yuna schnell und geschickt, ihren schwerfälligen Gegner immer wieder ausmanövrierte, zurück wich und ihm wieder zusetze.

Zufrieden stellte Gohan fest, dass Yuna sich auch von ihm den ein oder anderen Blocktrick abgeschaut hatte. Zwar war blocken keine Taktik der Schlangenschule, aber immer in Bewegung bleiben, ständig ausweichen, verbrauchte in einem längeren Kampf, oder gar einem Turnier wie diesem, unglaublich viel Kraft, weswegen Gohan ihre einige Tricks der Schildkrötentechnik gezeigt hatte. Sich in einen Panzer der Abwehr flüchtend, um neue Energie für den alles entscheidenden Stoß zu sammeln, konnte auch einer flinken Schlange zu Gute kommen. Während Yuna im Ring, weiterhin die Oberhand zu haben schien, trat plötzlich Shin neben Gohan und Goku und hinter ihm Kibito, der Gohans erster Gegner werden würde. Konzentriert verfolgten die beiden den Kampf von Yuna und Spopovich und warfen sich immer wieder vielsagende Blicke zu, die Vater und Sohn nicht entgingen.

Der Kampf ging weiter und man konnte erkennen, dass Yuna zwar die Oberhand hatte, sie aber auch immer müder wurde. Egal wie heftig sie Spopovich auch traf, er fiel einfach nicht um. Nicht nur Shins und Kibitos Blicke waren nun besorgt und konzentriert auf den Kampf gerichtet, auch Son Goku wurde immer skeptischer. „Irgendetwas stimmt da nicht.“ „Was meinst du Vater?“ Gohan sah zu ihm hoch. „Dieser Spopovich hätte schon längst besiegt sein müssen. Yuna ist ihm in Kraft und Ausdauer weit überlegen.“ „So ganz stimmt das nicht Son Goku.“, mischte sich Shin mit ruhiger Stimme ein und die beiden Sons sahen zu dem fremden Kämpfer. „Horcht genauer hin.“, merkte Shin mit einem rätselhaften Unterton in der Stimme an.

Sich den Rat zu Herzen nehmend, schlossen Gohan und Goku die Augen und folgten dieser Weisung. Mit dem Ergebnis, dass sie schon nach wenigen Momenten keuchend die Augen öffneten und überrascht zu Shin starrten. „Diese Energie ...“, begann Gohan und Shin beendete den Satz. „Gehört nicht Spopovich.“ „Aber wem dann?“, wollte Goku wissen. „Einem Zauberer Namens Babidi.“ Während Piccolo, Krillin, C18 und Vegeta näher traten, um den folgenden Worten und Erklärungen Shins zu lauschen, änderte sich das Kampfbild im Ring. Nun war es Spopovich, der die Oberhand hatte und Yuna war diejenige, welche sich nur noch mit Müh und Not auf den Beinen halten konnte.

„Aber wenn das so ist“, meinte Gohan aufgeregt. „Dann ist dieser Kampf nicht fair und Spopovich spielt falsch. Wir müssen den Kampf sofort beenden bevor er Yuna noch mehr verletzt.“ In seinem Übermut wartete Gohan die Antwort des Kajoshins nicht ab, sondern war schon an der Absperrung vorbei, doch Goku griff nach seiner Hand und hielt seinen Sohn zurück. Sein Blick jedoch lag auf dem Kajoshin. „Ihr sprecht, als wüsstet ihr was als nächstes geschieht.“ „Das weiß ich auch. Yamu wird in den nächsten Momenten in den Kampf eingreifen. Er wird Yuna all ihre Energie entziehen und dann machen sich die beiden auf zu ihrem Meister.“ „Aber dann müssen wir doch erst recht eingreifen!“, protestierte Gohan und war entsetzt, als der Kajoshin den Kopf schüttelte. „Ich bitte dich mir zu vertrauen. Es ist enorm wichtig das wir über die beiden Babidi finden.“

„Aber ...“, wollte Gohan abermals protestieren, als sein Vater sein Handgelenk los ließ und ihm stattdessen die Hand auf die Schulter legte. „Gohan“, mahnte er ernst. „Beruhige dich bitte und lass die Gefühl nicht deine Instinkte und Erfahrungen beherrschen. Yuna ist stark. Sie wird das überstehen und wenn es stimmt, was der Kajoshin sagt, dann stehen noch sehr viel mehr Leben auf dem Spiel.“ Goku sah seinen Ältesten ernst an, während er zwei Finger an die Stirn hob. „Ich werde zu Meister Quitte gehen und magische Bohnen holen. Dann ist Yuna ganz schnell wieder auf den Beinen.“ Son Gohan noch einmal zunickend, löste er sich in Luft auf.

Der Kampf unterdessen hatte seinen Höhepunkt längst überschritten. Er lief nur noch, weil Yuna sich einfach weigerte aufzugeben und ihr Gegner Spopovich sich nicht erbarmte sie über den Ring zu werfen. In den Zuschauerreihen waren längst Rufe laut geworden, man solle es beenden und als der Kommentator endlich eingreifen wollte, sprang Yamu auf die Bühne, ein komisches weißes Gerät in der Hand. Spopovich packte Yuna am Hals und legte seinen anderen Arm wie einen Schraubstock um ihren Oberkörper, hielt sie fest, während Yamu ausholte und mit dem Gerät zustach. Die Zuschauermenge schrie auf, der Kommentator wich entsetzt zurück und Gohan machte einen Satz nach vorne, wurde aber von dem wieder auftauchen seines Vaters aufgehalten.

Der hob einen recht dünn aussehenden Beutel nach oben und nickte Gohan aufmunternd zu. „Ich hab welche.“ „Die werden wir auch gleich brauchen. Dieser zweite Kerl hat Yuna mit irgendetwas nieder gestochen.“ „Fairplay nenne ich das mal nicht.“, erwiderte sein Vater mit finsterer Mine und sah zur Arena, in der Yuna in diesem Moment los gelassen wurde und leblos zu Boden sank. Yamu und Spopovich stießen sich in den Himmel ab und waren wenige Momente später weder zu sehen, noch waren ihre Auren zu orten. Goku warf seinem Sohn den Beutel mit magischen Bohnen zu und Gohan rannte die Stufen zum Ring hoch, schob die Sanitäter zur Seite und zog Yuna in seine Arme. Die Bohne in seiner Hand zu kleinen Teilen zerdrückend, schob er ihr diese dann zwischen die Lippen und sorgte dafür, dass sie sie schluckte.

Der Kajoshin, Kibito und Piccolo machten sich unterdessen schon auf den Weg, während Goku und Krillin noch bei Gohan blieben und warteten. Es dauerte nicht lange, da kam Yuna hustend zu sich und rollte sich auf Gohans Schoß zu einem Ball zusammen. Der junge Halbsaiyajin hielt sie fest und strich ihr über den Rücken, bis sie die Benommenheit abgeschüttelt hatte und sich, verwundert über die Arme fahrend, aufrichtete. Vorsichtig und ungläubig öffnete und schloss sie ihre Hände und sah dann zu Gohan und Goku hoch. „Aber was … wie … ich bin ja gar nicht verletzt …“ Dann schien sie sich mit einem mal zu erinnern und hob ihr Oberteil an, um sich über die Stelle an ihrem Bauch zu streichen, an der Yamu dieses komische Teil in sie gerammt hatte … auch alles heil. Nirgends auch nur ein Kratzer.

„Aber .. aber … aber …“ Sie starrte zu Gohan hoch, doch der lächelte sie einfach nur an, nahm sie in den Arm und half ihr dann auf die Beine. „Yuna, hört zu, wir müssen weg.“ „Weg? Wie weg?“ „Vater und ich und auch Krillin. Piccolo ist schon vor. Es … hat sich etwas ergeben, was wichtiger ist, als dieses Turnier.“ „Wichtiger? Was genau meinst du? Gohan?! Du hast mir versprochen mit mir an diesem Turnier teilzunehmen und … und du hast dich auch selbst darauf gefreut. Weil doch auch dein Vater hier ist und du ihm zeigen wolltest das du nicht ...“, bevor Yuna weiter plappern konnte, nahm Gohan sie in den Arm und erstickte ihre Worte in einem Kuss. Er war so froh, dass es ihr wieder gut ging und das sie sich genauso verhielt wie zuvor. Das Yamu und Spopovitch nichts getan hatten, was nicht mehr rückgängig zu machen war. So froh.

Langsam und bedauernd löste er sich von ihr. „Yuna, ich verspreche dir, ich erkläre dir alles, wenn ich zurück bin. Aber jetzt, müssen wir wirklich los. Gewinn das Turnier für mich okay? Ich bin sicher du schaffst das und ...“, in diesem Moment wurde er unterbrochen, als Goku seine Hände auf die Schultern der beiden legte. „Gohan, nimm sie doch einfach mit.“ „Was? Aber ... nein! Du hast doch gesehen, was passiert ist! Das … das schafft sie nicht!“ Son Goku sah seinen Sohn lächelnd an und danach Yuna. Irgendwie kam sie sich unter diesem Blick eigenartig vor, als würde Gohans Vater etwas in ihr erkennen, was Niemand sonst sehen konnte.

„Gohan“, sprach Goku an seinen Sohn gewandt wieder weiter. „Sie ist stärker als du denkst ... und ich glaube, sie hat ein Recht zu erfahren, was hier grade passiert ist. Erkläre es ihr doch unterwegs, mhm? Und wenn es zu gefährlich wird, dann kann Krillin sie auch zurück bringen. Das würdest du doch, oder Krillin?“ Der Angesprochene nickte und sah zu Son Gohan. „Sicher, mach ich gerne. Ich werde euch Saiyajins wohl auch mehr im Weg sein, als eine Hilfe. Aber ich will zumindest versuchen irgendetwas zu tun.“ Immer noch unsicher sah Gohan zu Yuna, die mit gerunzelter Stirn zwischen allen hin und her sah. „Saiyajins? Was soll das nun wieder sein?“ Lachend erhob sich Goku in den Himmel. „Gohan wird es dir schon erklären. Willkommen in der Familie Yuna.“, und mit diesen Worten flammte seine Aura auf und im nächsten Moment war er schon nicht mehr zu sehen.

Yuna sah blinzelnd zu ihrem Freund, der sich verlegen über den Hinterkopf fuhr. Im Hintergrund hörte sie jemand laut 'Kakarott!' rufen und nur aus den Augenwinkeln nahm sie war, wie auch Vegeta binnen eines Herzschlages am Himmel verschwand. Sie wusste ja, das man schnell fliegen konnte und auch wie schnell Gohan war ... aber so schnell? Das war ihr neu. Immer noch fragend und irritiert, sah sie zu Gohan, der ihr die Hand hin streckte und sich schon ein Stück in die Luft erhoben hatte, ebenso wie Krillin. „Also gut, ich erkläre dir alles unterwegs.“ Breit grinsend ergriff sie die Hand und als sie zu dritt den anderen hinterher flogen und Gohan begann zu erzählen, hatte Yuna das Gefühl, Teil von etwas sehr viel größerem geworden zu sein. Und irgendwie … fühlte es sich wie zu Hause an.

Ende




Es hat etwas länger gedauert als erwartet, aber nun ist auch diese schöne, kleine Kurzgeschichte beendet. :)
Yuna wird ab jetzt wohl einiges erfahren, was sie viele Dinge in einem anderen Licht sehen lassen wird. Aber ich bin sicher, sie macht ihren Weg im DB Universum.

Da diese Geschichte der Wunsch einer Leserin war, hoffe ich, dass dir die Umsetzung deiner Idee, liebe Vilu, gefallen hat und du Freude an dieser Geschichte hattest. Und natürlich hoffe ich dies auch für alle anderen Leser.

Ich verabschiede mich an dieser Stelle und man ließt sich vielleicht in anderen Geschichten wieder.
Vielen Dank für eure Zeit. :)
o/
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