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Fairplay with love

KurzgeschichteFamilie, Freundschaft / P12 / Het
OC (Own Character) Son Gohan
05.11.2020
23.02.2021
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05.11.2020 6.977
 
Willkommen zu einer kleinen Kurzgeschichte aus meiner Feder.
Sie entstandt auf Wunsch des Communitymitgliedes Vilu und auch nach ihrer Idee, daher gehört der Charakter Yuna nicht mir, die Figuren aus DBZ sowieso nicht, nur alle anderen Figuren und die Ausarbeitung von Vilus Grundidee, die sind in meinem Köpfchen gewachsen. :)
An sonsten kann ich noch sagen, dass es mal etwas vollkommen anderes für mich war, diese Geschichte zu schreiben. Zum einen, weil die Figuren darin nicht meine üblichen sind und auch das Genre weit außerhalb dessen liegt, was ich normalerweise zu Papier bringe. Vielleicht hat es auch deswegen solchen Spaß gemacht.

Also liebe Vilu, diese Geschichte war dein Wunsch und ich hoffe sie gefällt dir. Auch wenn aus deinem OS nun ein wenig mehr geworden ist. :)
Ich hoffe das ist so in Ordnung.
Und jetzt viel Spaß beim lesen, euch allen natürlich.




1. Love


Son Gohan hatte sein Mathematikbuch aufgestellt und sich, auf seine Unterarme gestützt, auf den Schultisch gelehnt. Seine Augen konnten grade noch über den Rand des aufgestellten Buches sehen und aus den Augenwinkeln sah er, wie der Lehrer eine schwierige mathematische Formel an die Tafel schrieb. Eigentlich sollte er dem Geschehen dort vorne folgen, aber das konnte er nicht. Und warum konnte er das nicht? Na, weil seine Augen auf IHR ruhten, auf Yuna.

Yuna war vor knapp einer Woche an die Orangstar Highschool gekommen und vom ersten Moment an, war Son Gohan misstrauisch gewesen. Irgendetwas war an diesem Mädchen anders. Seine schwarzen Augen glitten über den hellblonden Zopf, den sie sehr hoch am Hinterkopf trug und der stehst geflochten war. Trotzdem ging er ihr noch fast bis zur Hüfte. Ihr Figur war nun auch nicht anders, als bei allen anderen Mädchen, außer das sie irgendwie … massiger wirkte? Nein, stellte Gohan in Gedanken fest, massiger war definitiv das falsche Wort, aber sie war auch nicht so schlank wie alle anderen. Außerdem störte es ihn wie sie sich bewegte … auch daran war etwas anders. Um es kurz zu machen Yuna war für Son Gohan ein Buch mit sieben Siegeln und er kam einfach nicht dahinter, was ihn an ihr störte, faszinierte … er wusste nur, da war etwas, was er nicht greifen konnte.

Seine Freunde hatten ihn schon damit aufgezogen, als er sie danach gefragt hatte, ob ihnen das auch so ging. Die üblichen Frotzeleien waren dabei heraus gekommen. Ob er sich so schnell verliebt hätte? Was denn mit Videl sei? Immerhin hätte die ja ein Auge auf ihn geworfen. Son Gohan der Frauenheld! Er hatte verlegen abgewunken und gesagt, dass da nichts sei und was Videl anging … dieses Mädchen ging ihm auf die Nerven. Seit ihrer ersten Sportstunde, wo er sich noch nicht ganz so unter Kontrolle gehabt hatte, was seine Leistungen anging, verfolgte sie ihn, fast besessen von der Idee, dass er ein Geheimnis haben könnte. Was er durchaus hatte, aber genau deswegen war ja ein Geheimnis auch ein Geheimnis. Es sollten Niemand wissen!

„SON GOHAN!“ Als der Lehrer seinen Namen schrie, schreckte er aus seinen Betrachtungen hoch, stand kerzengerade im Klassenzimmer und salutierte. „Jawohl?“ Die Klassenkameraden um ihn herum kicherte und auch Yuna hatte sich zu ihm umgewandt und ihre hellblauen Augen lagen mit einem Lächeln auf ihm. Der Lehrer jedoch sah ihn wütend an. „Ich hab jetzt drei mal deinen Namen gerufen Son Gohan! Schlafen kannst du zu Hause! Wie löst man also diese Formel hier an der Tafel?“ Gohan lehnte sich leicht zur Seite, während die Klasse um ihn herum kicherte. „Äh … .“ Er begann zu schwitzen. Verflixt nochmal … . „Äh … indem … dem man … äh … die Wurzel zieht?“, riet er und merkte am Gesicht des Lehrers, dass dies mit Sicherheit nicht die richtige Antwort war. „Ab vor die Tür!“ Seufzend ließ er den Kopf und die Schultern hängen und schlurfte auf den Gang. Hinter ihm kicherte die Klasse und er hörte wie der Lehrer sie zur Ordnung rief. Na wunderbar … diese Stunde durfte er mit Sicherheit nach holen.


*** *** ***


„Son Gohan! Gib den Ball ab!“ Gohan schielte kurz zu seinem Teammitglied, schätzte die Entfernung ab, die Kraft die er dafür einsetzten musste und warf. Der Ball kam treffsicher an und er selbst sprintete nach vorne, schlug zwei Haken und brachte sich in die Nähe des gegnerischen Tores. „Ich bin frei!“, rief er und hob seine Arme nach oben, als auch schon der Ball angeflogen kam. Er sprang hoch, schnappte ihn, drehte sich aus der selben Bewegung heraus in der Luft und schleuderte ihn auf das Tor zu.

Im selben Moment, da er den Ball auf den Weg schickte, merkte er, dass er ihm viel zu viel Schwung mitgegeben hatte. Verdammt … das würde wieder zu Problemen … Son Gohans Augen weiteten sich, als ihm in den wenigen Sekunden, die er brauchte um den Boden zu erreichen klar wurde, dass er den Ball nicht nur viel zu fest geworfen hatte, sondern das er ihn auch direkt auf Yuna zugeschmissen hatte, die im gegnerischen Tor stand. Panik machte sich in ihm breit, wenn dieser Ball Yuna treffen würde … um Dendes Willen … . „Weich aus!“, brüllte er ihr noch zu und ihr blauer Blick richtete sich für einen Moment irritiert auf ihn, ehe sie den Ball mit einem breiten grinsen fixierte. Er traf sie mittig in den Bauch und ihre Arme schlossen sich um ihn, ihr Füße schabten über den Boden, hinterließen Furchen, während Gohans Augen sich erst vor Schreck und Panik und dann vor Überraschung weiteten, als sie den Ball tatsächlich hielt.

Sie hatte die Augen geschlossen und ihr Gesicht war schmerzhaft verzogen, der Ball jedoch lag fest in ihrer Umarmung und ihre Fersen berührten grade so den eingezeichneten Strich des Tores. Langsam öffnete sie ein Auge und linste nach unten. Als sie sah, dass sie gehalten hatte grinste sie breit und hob ihn, unter dem Jubel ihrer Mannschaft, in die Höhe. Dabei zwinkerte sie Son Gohan zu. „Von wegen weich aus! Du hast wohl gedacht, dass ich den nicht halten kann, weil ich ein Mädchen bin, was?“ Dabei warf sie den Ball mit weitem Schwung zurück ins Spielfeld. „Kerle! Nie trauen sie uns Mädels mal was zu!“ Und während Son Gohans Mannschaft zurück rannte, um den gegnerischen Ansturm aufzuhalten stand Gohan einfach nur erstarrt an seinem Platz und blickte Yuna ungläubig an. Eigentlich hätte sie dieser Ball durch das Tor und den halben Tennisplatz dahinter drücken müssen. Wie war es möglich, dass die diesen Wurf gehalten hatte?

„Gohan!“ Ein Ruf seiner Mannschaft riss ihn aus seiner Betrachtung und er war sich dem abschätzenden Blick von Yuna auf sich bewusst, ehe er sich umdrehte und zu seiner Mannschaft sprintete. Sein Gefühl hatte ihn also nicht getäuscht. Irgendetwas an Yuna war anders, als an allen anderen Mädchen … oder besser, anders als an allen anderen Schülern. Diesen Ball zu halten war, für einen normalen Menschen, ein Ding der Unmöglichkeit und doch hatte sie ihn mit ihrem Körper aufgefangen. Im laufen warf er nochmal einen schnellen Blick zurück. Vielleicht sollte er nach dem Spiel mal mit ihr reden … zumindest sollte er sich für den harten Wurf entschuldigen.


*** *** ***


„Yuna?“ Son Gohan schielte um die Ecke der Mauer und entdeckte Yuna, wie sie sich grade an dem steinernen Waschbecken das Gesicht wusch. Anschließend rubbelte sie es sich mit einem Handtuch trocken und erst dann richtete sie ihren Blick auf ihn. „Ja?“ Mit einem verlegenen Grinsen und sich den Hinterkopf reibend, näherte er sich ihr. „Äh … ich wollte mich bei dir entschuldigen.“ Gohans Augen wanderten bei diesen Worten immer wieder zu ihrem Gesicht und verlegen wieder auf den Boden zu seinen Füßen. „Also, wegen dem Ball beim Handballspiel … ich“, er räusperte sich. Warum war das nur so schwer, mit Mädchen zu reden? Besonders, wenn sie einen so durchdringend anstarrten und man sich vorkam wie der letzte Trottel. „Ich … also ich glaube, den hab ich viel zu fest geworfen. Aber … du hast ihn wirklich gut gehalten.“ Warum auch immer, er setzte noch ein verlegenes Lächeln hinter die Worte und als er zu ihr schielte, grinste sie ihn frech an.

„So fest war der gar nicht.“, meinte sie lapidar und winkte ab. Was dazu führte, dass Son Gohan sie nun unverwandt anstarrte. „Was?“, fragte sie daraufhin mit einem leicht gereizten Unterton, als Gohan selbst nach einigen Sekunden immer noch keine Anstalten machte zu reagieren. „Äh … also fest war der schon ziemlich. Besonders für jemanden wie dich.“ „Für jemanden … wie mich?“ Yuna stemmte die Hände in die Hüften und ihre hellblauen Augen funkelten angriffslustig in seine Richtung. „Willst du damit etwa sagen, ich wäre nicht in der Lage einen Ball von jemandem wie dir zu halten?“ „Ja.“ Yunas Blick verdüsterte sich und Son Gohan streckte schnelle seine Hände aus und wedelte abwehrend damit herum. „Äh … nein, nein natürlich wollte ich das nicht damit sagen. Ich … also … ich wollte doch eigentlich nur sagen, dass der Wurf schwer zu halten ist für ein Mädchen das … .“ Yunas Brauen zogen sich gefährlich zusammen. „Hab ich Mädchen gesagt? Ich meinte Menschen … nein äh, nicht Menschen, Menschen sind wir ja alle … haha … ha, äh … also … ich … ich mach mich grade vollkommen zum Trottel oder?“ Gohan ließ den Kopf hängen und schielte aus einem Auge zu ihr.

Yuna sah ihn zwar immer noch nicht grade begeistert an, aber ihre Mundwinkel hatten sich um ein beträchtliches Stück nach oben gezogen. Und während sie Son Gohans niedergeschlagene Gestalt betrachtete, kam sie nicht umhin ihn sich genauer anzusehen. Am Anfang hatte sie ihn für einen Sunnyboy gehalten. Er war immer fröhlich, guter Dinge und lachte. Dann hatte sie herausgefunden, wie gut er in der Schule war, eigentlich war er sogar Klassenbester und sie hatte ihre Meinung Richtung Streber verändert. Dazu hatte aber wiederum nicht gepasst, wie gut er im Sportunterricht war. Er war auch nicht arrogant oder aufdringlich, wie viele der anderen Jungs, sondern immer freundlich und nett und ihm schien die Sache mit dem Ballwurf, wirklich auf der Seele zu liegen.

„Also gut“, sagte sie schließlich, als sie es nicht mehr ertragen konnte, den begossenen Gohanpudel vor sich anzusehen. „Wir machen folgendes, wir gehen nochmal auf den Platz und du wirfst den Ball nochmal. Ich beweise dir, dass ich ihn auch diesmal wieder auffangen kann, dass es kein Zufall war und das du auch nicht zu fest geworfen hast. Wie klingt das?“ Sie sah Son Gohan mit einem breiten Lächeln an. „Dann brauch dir nichts mehr leid zu tun und wenn ich dann auch noch einmal zurück werfen kann, kann ich dir zeigen, dass auch ein Mädchen in der Lage ist, mit einem Jungen Schritt zu halten.“ Sie betrachtetet ihn, während er sie ansah und scheinbar überlegte, ob dies nun eine gute, oder eine schlechte Idee war. Mit einem Seufzen ging sie einfach auf ihn zu, packte ihn am Handgelenk und zog ihn hinter sich her. „Bist du bei allen Dingen die du machst so unentschlossen? Das ist ja furchtbar.“

Ehe es sich Son Gohan versah, trabte er hinter ihr her. „Äh, manchmal. Ich überlege mir vieles lieber vorher, bevor ich vorschnell handle.“ Halb drehte sie ihm ihr Profil zu. „Da verpasst man aber eine Menge, wenn man so durch sein komplettes Leben geht.“ „Mag sein. Aber man bereut hinterher weniger.“ „Oder mehr, weil man Chancen verpasst hat. Weißt du, ich hab die Erfahrung gemacht, dass es Situationen gibt, in denen man einfach auf seinen Instinkt hören muss. Wenn man das nicht tut, dann passiert meistens etwas schlimmes, was man nie wieder gut machen kann.“ Son Gohan blieb wie angewurzelt stehen und Yuna wäre fast hingefallen, als sie abrupt zum Stehen gebracht wurde. Fragend sah sie zu ihm zurück und erblickte in seinen Augen einen Ausdruck, den sie so noch nie gesehen hatte.

Yuna konnte es nicht wissen, natürlich konnte sie es nicht wissen, doch ihre Worte hatten zwei Stimmen in Son Gohan ausgegraben, die sich seit dem Tag der Cellspiele einen erbitterten Kampf in seinem Unterbewusstsein lieferten. Die meiste Zeit, konnte er sie einfach ignorieren, oder hatte sie zu überhören gelernt, aber nun waren sie wieder lautstark in seinem Bewusstsein. Hätte er Cell besiegen können, ohne das sein Vater gestorben wäre, wenn er auf seinen Instinkt gehört hätte und nicht dem Gedanken an Rache verfallen wäre? Oder wäre das Ergebnis das Gleiche gewesen, wegen dem Kern in Cells Kopf?

„Gohan? Hey, Gohan? Ist alles in Ordnung?“ Der Halbsaiyajin blinzelte und blickte in Yunas hellblaue Augen, die ihn besorgt ansahen. „Hab ich dich an irgendetwas erinnert?“, fragte sie vorsichtig. „Ich, nein … nein schon gut. Deine Worte haben nur … eine Frage wieder wach gerufen, die mich schon lange beschäftigt.“ „Eine schlimme Frage?“ „Ja, … ziemlich.“, gestand er schließlich zögerlich und wich ihrem Blick aus. Einige Momente sah sie ihn noch an, dann fasste sie einen Entschluss und setzte sich wieder in Bewegung. „Das beste um schlimme Dinge aus dem Kopf zu bekommen, ist Ablenkung. Also ziehen wir das mit dem Werfen jetzt durch!“ Dabei klang ihre Stimme so bestimmend und der Zug an Gohans Hand war so kräftig, dass er ihr einfach folgen musste. Dabei verzogen sich seine Lippen zu einem sanften Lächeln.

Auf dem Spielfeld angekommen, schnappte sie sich auch gleich einen der Bälle, die noch herum lagen und streckte ihn Gohan entgegen. Der griff zögerlich nach dem Ball und drehte ihn in seinen Händen, als wisse er nicht, was er damit anzufangen hatte, während Yuna sich vor das Tor stellte und bereit machte. „Also los! Genauso fest wie vorhin beim Spiel.“ Gohans Augen wanderten von dem Ball zu Yuna, dann wieder zurück. Er würde ganz sicher nicht noch einmal so fest werfen. Es grenzte ja schon an ein Wunder, dass sie sich beim ersten mal nicht ernsthaft verletzt hatte. „Jetzt mach schon!“, forderte sie ihn breit grinsend auf und hob ihre Hände. Tief Luft holend hob er seinen Arm und visierte das Tor an. Dann ließ er den Ball durch die Luft fliegen und beobachtete wie Yuna mit einem gekonnten Sprung den Ball aus der Luft fischte.

„Was war dass denn Gohan? Der war ja nicht mal halb so gut, wie der vorhin!“ „Sorry, hab ihn wohl nicht richtig erwischt.“ „Dann nochmal.“ Sie warf ihm den Ball locker zurück und machte sich wieder bereit. Er musste also ein wenig mehr Kraft in den Wurf legen, sonst ließ sie wohl nicht locker. Also, warum eigentlich nicht? Wieder peilte er das Tor an und gab dem Ball diesmal einen gehörigen Schwung mit, aber auch bei diesem zweiten Wurf fing Yuna den Ball mühelos, was ihn zugegeben schon etwas beeindruckte. Diesmal jedoch warf sie ihm den Ball nicht wieder zu, sondern stemmte ihr Hände in die Hüften und sah ihn griesgrämig an. „Gohan! Wir hatten doch gesagt, du wirfst wie im Spiel und nicht wie meine Oma! Hier, so geht das!“

Yuna packte den kleinen Handball mit einer Hand, holte aus und schleuderte ihn diesmal, wie bei einem Torwurf zu ihrem Klassenkamerad zurück. Dem würde sie es zeigen! Vorhin im Spiel ordentlich spielen und jetzt, wo sie ihm etwas klar machen wollte, so tun, als würde er werfen wie ein Kind im Kindergarten. Sie hasste es, wenn Kerle immer so taten, als könnten Mädchen nichts und vor allem, wenn sie sich dann auch noch über sie lustig machten. Selbst, als sie noch bei ihrer Meisterin gelernt hatte, hatten die anderen beiden Schüler ihrer Schule gegen sie nie ernst gemacht. Und noch während Yuna das dachte, bemerkte sie, wie viel Frust und Wut sie in den Wurf gelegt hatte. Auweia … den bekam Gohan garantiert nicht, oder besser, sie hoffte das er ihn nicht bekam, denn der würde ordentlich weh tun.

Son Gohan folgte Yunas Wurf mit den Augen, schätzte instinktiv ab, wo er an ihm vorbei fliegen würde und streckte seine Hand aus. Der Ball landete sicher darin und … Gohan verzog schmerzhaft das Gesicht, als die Wucht des Aufschlags einen heftigen Stich durch sein Handgelenk und seinen Unterarm schießen ließ. Was in Dendes Namen … ? Er zog seinen Arm zu sich und ließ den Ball von einer Hand in die andere wechseln. Dann schloss er probehalber und vorsichtig die Finger seiner Fanghand. Die Muskeln und Sehnen darin fühlten sich für einen Wimpernschlag steif an, ehe sie seinem Willen folgten und sich schlossen. Wie … war das möglich?

Verwundert hob er den Kopf und sah der herannahenden Yuna entgegen, die nun ihrerseits verlegen vor ihm stehen blieb und auf seine Hand starrte. „Du hast ihn echt gefangen?“ Man konnte ihr ansehen, dass sie damit überhaupt nicht gerechnet hatte. „Ja.“ Gohan öffnete und schloss seine Faust noch einige male, bis das stechende Gefühl aus seinem Unterarm verschwunden war. Das war schon eigenartig. Hatte er seine Kraft beim auffangen so verschätzt, dass ihm dieser einfache Wurf so weh getan hatte, oder war er tatsächlich so stark gewesen? Mit neuer Skepsis und Vorsicht musterte er seine neue Mitschülerin, die nach seiner Hand gegriffen hatte und sie hin und her drehte, als müsse sie sich vergewissern, dass er sie noch hatte. Dann atmete sie sichtlich auf und lächelte ihn an. „Puh, dir scheint wirklich nichts passiert zu sein. Da bin ich jetzt aber froh.“

Ihr Blicke begegneten sich und welche Gründe auch immer dafür verantwortlich waren, sie blieben aneinander hängen. Da war irgendetwas, irgendetwas in ihren Augen, dass ihm bekannt vorkam. In diesem Moment erklang die Schulglocke und Gohan zuckte zusammen. „Oh Mist verdammt … ich hab ja noch einen Kurs!“ Er entzog Yuna seine Hand und drückte ihr den Handball in die ihre. „Danke für das Spiel und äh … den tollen Wurf. Man sieht sich!“ Er hob verabschiedend und schon im Rennen seine Hand.

Etwas verdattert erwiderte Yuna Gohans Abschiedsgruß und sah ihm noch einige Momente hinterher. Ein wirklich komischer Junge. In einem Moment wirkte er sehr konzentriert und ernst und im nächsten so unbeholfen, als wäre er noch ein kleines Kind. Aber immerhin war sie sich nun sicher, dass Son Gohan seine Worte nicht abwertend gemeint hatte. Schmunzelnd warf sie den Ball ein kleines Stück in die Höhe und fing ihn wieder auf, dann erstarrte sie und blickte ungläubig auf die Seite des Balles, die sich beim Auffangen nach oben gedreht hatte. Auf der Oberfläche war eindeutig der Abdruck einer Hand zu sehen, welche die Oberfläche des Balles eingedrückt hatte und das ziemlich tief. Also war ihr Wurf doch viel zu fest gewesen aber … sie hob den Blick und sah Son Gohan noch im Schulgebäude verschwinde. Wie hatte Gohan ihn dann fangen können? Und das so mühelos? Yuna schätzte, dies galt es nun herauszufinden.


*** *** ***


Yuna war nach ihrem Nachmittagskurs noch etwas länger geblieben und stand nun unweit des Ausganges der Orangestar Highschool und wartete. Den ganzen restlichen Nachmittag hatte sie über ihre Begegnung mit Son Gohan gegrübelt, den Ball immer wieder hin und her gedreht und sich den Abdruck darin angesehen. Schlauer hatte sie das nicht gemacht, nur neugieriger. Endlich ertönte die Schulglocke und verkündete, dass der letzte Kurs an diesem Tag sein Ende fand. Eine kleine Horde von Studenten strömte aus der Uni, laut redend, doch der Junge auf den Yuna wartete, war nicht dabei. Er kam erst ganz zum Schluss und alleine. Garde wollte Yuna, die Hand heben, winken und sich bemerkbar machen, da blieb Son Gohan stehen, sah sich in alle Richtungen um und rannte dann Richtung Sportplatz. Was war denn das nun? Hatte er etwas vergessen?

Yuna schulterte ihre Tasche und folgte ihm. Als sie um die Ecke des Schulgebäudes bog, sah sie noch wie Gohan sich abermals in alle Richtungen umdrehte und sie wich schnell in den Schatten des Gebäudes zurück. Um die Ecke linsend sah sie, wie er den Sportplatz überquerte und dann bei einigen Hecken und dem Geräteschuppen verschwand. Irgendwie verhielt sich Son Gohan ziemlich merkwürdig. Aber sie war nun mal von Natur aus sehr neugierig, also sprintetet sie schnell über den Platz und bog dann langsamer und vorsichtiger auf den kleinen Weg zum Schuppen ein. Vor ihr raschelte es und das bedeutete, dass sie ihn gleich hatte. Hoffentlich erwischte sie ihn nicht in flagrantie mit einer anderen Schülerin, dass wäre wirklich peinlich.

Es raschelte lauter und Yuna schob den Ast eines Zweiges zur Seite. Son Gohan stand beim Schuppen, sah sich abermals um, dann schnallte er seine Tasche fester … und machte einen Satz über die Baumkronen. Yuna klappte die Kinnlade runter. Geistesgegenwärtig rannte sie dorthin wo Son Gohan eben noch gestanden hatte und sah in den Himmel, nur um zu sehen, wie ihr Klassenkamerad über ihr aus ihrem Blickfeld verschwand. Sie blinzelte. Konnte das wahr sein? War Son Gohan wirklich grade … war er? Natürlich war er das!, schallte sie sich eine Närrin. Also doch! Der Handabdruck auf dem Ball war kein Zufall gewesen! Schnell warf sie sich ihre Tasche auf den Rücken, sah sich, genau wie Gohan zuvor, aufmerksam um, konzentrierte sich, sammelte ihre Kraft, wie ihre Meisterin es ihr beigebracht hatte und hob vom Boden ab.

Kaum das sie über den Baumkronen war, konnte sie Son Gohan nur noch als kleinen Punkt weit in der Ferne, Richtung Norden davon fliegen sehen. Man, war der schnell! Einholen würde sie ihn wohl nicht, aber vielleicht folgen. Sich auf ihr Training besinnend sammelte sie ihre mentale Kraft und setzte sich zügig in Bewegung. Während sie Son Gohan so schnell folgte, wie sie konnte, purzelten in ihrem Kopf so viele Fragen durcheinander, aber auf keine konnte sie sich länger als ein paar Sekunden konzentrieren. Sie wusste zwar, das es neben der Schlangenschule noch andere sehr alte und gute Kampfschulen gab, aber bisher war sie, außer den beiden Schülern, die mit ihr trainiert hatten, keinem Mitglied oder Meister einer dieser Schulen begegnet. Bei wem Gohan wohl trainiert hatte?

Für die Kranichschule war er zu nett. Für die Tigerschule nicht muskulös genug, für die Büffelschule nicht groß genug. Die Schüler der Rattenschule waren meist hinterhältig, auch wenn seine Intelligenz dazu passen würde. Und die, die von der Drachenschule kamen, waren arrogant und hielten sich für was besseres, zumindest hatte ihr das ihre Meisterin so erklärt. So in ihre Gedanken versunken, durchstieß sie eine große Wolkenfront und sah sich dann nach Son Gohan um. Doch der Himmel, vor, neben, über und unter ihr war leer. Außer dem ein oder anderen Vogel, war Niemand zu sehen. „Verdammt!“

„Das trifft es so ziemlich.“, erklang eine nüchterne Stimme hinter Yuna und als sie sich umdrehte, schälte sich die Gestalt Son Gohans aus den Wolken. Sie schluckte und wusste nicht genau was sie nun sagen sollte. Vor allen Dingen, war es ihr schwer zu begreifen, wie schnell Son Gohan hatte hinter sie kommen können. „Hallo.“, war schließlich das beste, was sie zustande brachte.

„Hallo“, erwiderte Son Gohan ihren Gruß. Man konnte ihm ansehen, dass er nicht wirklich begeistert war, aber auch nicht wütend. „Ich hab gesehen, wie du in der Schule abgehoben hast und wollte wissen … naja, wollte einfach wissen … .“ Yuna seufzte und zuckte mit den Schultern, dabei sackte sie in der Luft ein Stückchen ab. „Du konntest fliegen. Das hat mich neugierig gemacht.“

Son Gohan betrachtetet seine neue Mitschülerin eingehend. „Das könnte ich nun auch sagen. Man trifft nicht jeden Tag jemand, der seine Energien so gut kontrollieren kann und weiß wie das geht. Geschweige den davon, das es kaum jemanden gibt, der über diese Stärke verfügt.“ „Ja, das stimmt.“ Sie schenkte ihm ein kurzes Lächeln. „Aber mal unter uns, auf dem Schulgelände zu starten, ist vielleicht auch nicht die klügste Idee gewesen.“ Darauf grinste Gohan kurz und rieb sich über den Nacken. „Damit dürftest du recht haben.“ Er atmete einmal tief ein und sah dann mit einem freundlicheren Gesichtsausdruck zu ihr. „Ich schätze, wir sollten uns dann wohl mal unterhalten, mhm?“

„Das schätze ich auch. Aber könnten wir das vielleicht irgendwo auf der Erde tun? Ich bin mir nicht sicher ob … wahhhh … .“ Mit einem lang gezogenen Schrei stürzte Yuna in die Tiefe, als ihr die Kontrolle über ihre Energie entglitt. Blitzschnell war Gohan unter ihr und fing sie in seinen Armen auf. Seine besorgten, schwarzen Augen sahen sie eindringlich an und Yuna spürte, wie Ihr Herz noch schneller schlug, als eh schon durch den Sturz. „Du machst das noch nicht so lange, oder?“, fragte Gohan. „Nein … ich muss mich noch sehr konzentrieren um in der Luft zu bleiben. Wenn ich abgelenkt werde, dann passiert das manchmal.“

Gohans Blick wurde tadelnd. „Dann ist es aber nicht besonders intelligent von dir, in dieser Höhe zu fliegen.“ „Ich wollte dir aber folgen.“ Ein sturere Zug machte sich um ihren Mund breit und Gohan schüttelte schmunzelnd den Kopf, während er wieder über die Wolken flog und dann seinen Weg zügig fortsetzte. „Wohin fliegst du Gohan?“ „Zu mir nach Hause. Dort ist genug Platz, dass wir uns ungestört unterhalten können. Halt dich einfach gut fest, ja?“ „Festhalten?“ Der Halbsaiyajin grinste zu ihr runter, dann erhöhte er seine Aura und preschte so unglaublich schnell durch den Himmel, dass Yuna aufschrie und sich mit zusammen gekniffenen Augen an seinen Hals und seine Brust klammerte. Gohan konnte nicht sagen, dass ihm dies missfiel.


*** *** ***


Son Gohan landetet ein Stück entfernt von seinem zu Hause und ging den letzten Rest des Weges zu Fuß. Seine Mutter war noch arbeiten, das wusste er, aber auf halbem Weg kam ihm sein kleiner Bruder Son Goten entgegen geflogen. Dieser hatte auch erst vor einigen Tagen das Fliegen erlernt und war nun begierig alle möglichen Flugmanöver auszuprobieren. Was Yuna die Sprache verschlug. Ihr war es absolut unmöglich zu begreifen, wie ein so kleines Kind so gut seine Energien kontrollieren konnte, wofür sie Jahre gebraucht hatte.

„Sag mal“, fragte sie, als Son Goten endlich mal ruhig neben ihnen herging. „Das ist doch die Uniform der Schildkrötenschule. Ich wusste gar nicht, dass Muten Roshi noch Schüler aufnimmt.“ „Du kennst Muten Roshi?“, fragte Gohan verwirrt. „Nicht persönlich. Aber ihr müsstet ihn ja kennen. War er auch dein Meister?“ Yuna sah zu Son Gohan der den Kopf schüttelte und kurz zu Son Goten sah, ehe seine Augen sich auf den Weg richteten, der den Hügel nach oben führte. „Nein, ein Freund meines Vaters und mein Vater selbst haben mir alles beigebracht, was ich weiß und ich dann Son Goten.“ Gohan wandte sich an seinen Bruder. „Wenns dir hier zu langweilig ist, kannst du auch gerne schon vor gehen. Ich komme dann später zum üben nach.“ Der Kleine nickte, erhob sich in die Luft und brauste davon. Mit Mädchen wollte er wirklich nichts zu tun haben.

Yuna blieb stehen und öffnete schon ihren Mund, um ihrem Erstaunen Luft zu machen, dass es neben den großen Tierschulen wohl noch mehr sehr gute Kampfsportkünstler auf der Welt gab, als ihre Meisterin wusste, doch Gohan hob beschwichtigend die Hände. „Aber mein Vater hat beim Herrn der Schildkröten gelernt. Er hat sogar das große Turnier einmal gewonnen.“ „Wirklich?“ Yuna bekam große Augen und musterte ihren Klassenkameraden. Das Turnier zu gewinnen war auch etwas, was sie in diesem Jahr anstrebte. Zusammen, mit den anderen Schülern, aus den altehrwürdigen Tierschulen.

„Meine Meisterin hat gesagt, dass in diesem Jahr alle alten Schulen an dem Turnier teilnehmen wollen. Sie wollen dem Tenkaichi Budokai wieder die Bedeutung geben, die es früher hatte. In den letzten Jahren ist es zu so einer Show verkommen. Dank diesem Satan, dem Retter der Welt.“ Yuna schnaubte und Son Gohan rieb sich über den Hinterkopf während er sich ein Lächeln verkneifen musste. Ja, der Kampfsport hatte seit Cell enormen Zulauf bekommen. Allerdings hatte Gohan schon vor langer Zeit festgestellt, dass sich das, was die Menschen als solches bezeichneten und das, oder besser die Art wie sie kämpften, ihre Gruppe, deutlich unterschieden.

Als kleiner Junge, nach den Cellspielen, hatte er diese Unterschiede nicht wirklich gesehen und war auf der Suche nach seinem Vater, in der Hoffnung, dass dieser allen Wahrscheinlichkeiten zum Trotz, dennoch überlebt hatte, durch die ganze Welt gezogen. Muten Roshi hatte ihm einige dieser alten Schulen und Meister, von denen Yuna sprach, genannt. Doch kaum war Son Gohan dort gewesen und hatte den Schülern aus der Ferne zugesehen, wusste er, dies war nicht das, was er suchte. Dies war nicht die Art, die sein Vater ihn gelehrt hatte und hätte. Schließlich war er bei Piccolo gelandet, der ihn einige Monate zwar trainiert hatte, doch die Frage und den Verlust in seinem Herzen ebenso wenig stillen konnte, wie Vegeta, an den sich Gohan nach langem zögern als nächstes wandte.

Der reinrassige Saiyajin setzte Gohan schon nach der ersten Frage vor die Türe und machte ihm unmissverständlich klar, dass er keine Lust hatte, sich mit ihm abzugeben. Mehr noch, er schlug ihm einige harte Tatsachen um die Ohren, was den Tod seines Vaters anging, die er nie wieder vergessen würde. So war er zu dem Schluss gekommen, dass er nicht dafür geeignet war in die Fußstapfen Son Gokus zu treten und war zu seinem zu Hause und seiner Mutter Heim gekehrt. Er wollte nie wieder etwas mit Kampfsport zu tun haben und widmete sich dem Lernen. Doch dann hatte sich vor einiger Zeit sein Vater gemeldet und gesagt, er würde gerne zum nächsten großen Turnier kommen, seine 'eine Tag aus dem Jenseits frei Karte' nutzen, um sie alle wieder zusehen.

Und plötzlich war etwas passiert, was Son Gohan schon seit Jahren nicht mehr gespürt hatte … er wollte wieder kämpfen. Er wollte seinem Vater zeigen, dass sein Opfer nicht umsonst war, dass die Erde in guten Händen war und das er der Sohn seines Vaters war. Also hatte er wieder begonnen zu trainieren, mit Son Goten zusammen, der seinen Vater noch nie gesehen hatte.

„ … Gohan? Hey, Son Gohan!“ Yunas Stimme und eine Hand, die vor seinem Gesicht herumfuchtelte, holten ihn aus seinen Gedanken zurück. „Äh … ja?“ „Du warst total abwesend. Woran hast du denn gedacht?“ „Ach … ähm … an nichts besonderes, nur meinen toten Vater und an die Cellspiele damals.“ Yunas Gesicht verfinsterte sich und wurde zu einer Maske, was Son Gohan verunsicherte. „Hab … hab ich was falsches gesagt?“, fragte er vorsichtig.

„Nein.“, kam es barsch von Yuna zurück. „Nur … mein Vater ist damals gestorben, als dieses Monster auf den Inseln wütete.“ Sie drehte Son Gohan den Rücken zu und kniff die Augen zusammen. Sie würde nun ganz sicher nicht anfangen zu weinen! „Hey“, erklang die Stimme ihres Klassenkameraden sanft hinter ihr, ehe sie seine Hand auf ihrer Schulter spürte. „Weißt du, mein Vater ist damals auch gestorben.“, sagte er sanft und bewirkte damit, dass Yuna sich umdrehte. „Ich weiß genau wie sich das anfühlt.“ Yunas hellblaue Augen sahne zu Gohans Gesicht hoch und sie erkannte in seinem schwarzen Blick, dass er sie nicht anlog. Da war die gleich Leere und auch die gleiche Sehnsucht, welche sie aus ihrem eigenen Blick kannte. „Ich hatte dann Niemanden mehr. Meine Mutter ist nach meiner Geburt abgehauen.“, flüsterte sie noch.

„Und wo bist du dann hin?“, wollte Gohan vorsichtig wissen, während er das Gefühl hatte immer weiter und weiter in diese hellblauen Augen gezogen zu werden, die ihn irgendwie an den Himmel über ihnen erinnerte. „Die Meisterin der Schlangenschule hat mich aufgenommen und groß gezogen und dann auch unterrichtet. War das bei dir ähnlich?“ Son Gohan schüttelte sacht den Kopf, ohne den Blickkontakt zu unterbrechen. „Ich hab noch meine Mutter.“ „Oh.“, hauchte Yuna und fragte sich, was sie so in Gohans schwarzen Augen anzog. Sie hatte von Anfang an gespürt, dass er etwas besonderes war, aber aus irgendeinem Grund fühlte sie es mit einem mal noch sehr viel deutlicher.

„GOHAN! Mama ist am Telefon und fragt, ob du schon beim Lernen bist!“ Son Goten kam angeflogen und landete neben den beiden. Yuna und Son Gohan stoben auseinander, als sie die Stimme Gotens hörten. „Äh … ja, sag ihr bitte, dass ich gleich damit anfange. Ich hab mich auf dem Schulweg etwas verspätet.“ Das schien dem Kleinen zu reichen, denn er nickte und verschwand wieder Richtung Haus. Yuna sah ihm hinterher und wunderte sich abermals, wie schnell er fliegen konnte. Und das hatte Son Gohan von seinem Vater und er hatte es dann seinem Bruder beigebracht? Das war einfach unglaublich. Plötzlich kam ihr eine Idee.

„Du Gohan, sag mal … willst du nicht auch am großen Turnier teil nehmen?“ „Was? Ich?!“ Der Halbsaiyajin sah Yuna vollkommen irritiert an. „Ja, natürlich. Immerhin repräsentierst du irgendwie die Lehre der Schildkrötenschule und ich hab dir doch gesagt, dass sich alle Tierschulen zum Turnier anmelden wollen. Die Schildkrötenschule war die Letzte, welche noch gefehlt hat, weil alle dachten, dass Muten Roshi keine Schüler mehr aufnimmt und auch keinen Nachfolger hat. Wenn du noch mitmachen würdest, dann wären wirklich alle dabei.“ Sie sah Son Gohan mit großen Augen an. „Du würdest meiner Meisterin und mir einen großen Gefallen damit tun.“

Son Gohan rieb sich verlegen durch die Haare und lächelte unsicher. „Um ehrlich zu sein … also … ich wollte dieses Jahr sowieso teilnehmen.“ „Wirklich?“ „Ja, mein Vater kommt nämlich und ich will ihm zeigen, dass ich nichts von dem vergessen habe, was er mir beigebracht hat.“ Yuna blinzelte verwirrt. „Aber hast du nicht gesagt, dass sein Vater tot ist?“ „Ahahaha … stimmt ja, hab ich vergessen … ich meine hab mich versprochen … Papa schaut bestimmt aus dem Jenseits zu und wird dann hoffentlich Stolz auf mich sein.“ Er setzte das breiteste Grinsen auf, welches er zu bieten hatte und hoffe somit seinen Patzer zu überspielen.

Yuna sah ihn noch einen Moment skeptisch an, doch dann grinste sie und schlug ihm vor die Brust. „Das freut mich. Dann komme ich einfach von jetzt ab jeden Tag nach der Schule mit zu dir und wir können uns zusammen auf das Turnier vorbereiten.“ Son Gohan blinzelte. „Äh … aber … ich meine … wieso?“ „Na weil man zusammen immer besser im Training voran kommt, als alleine.“ „Aber ich wollte doch schon mit Son Goten trainieren.“ Yuna kniff die Augen zusammen. „Der Kleine ist wohl kaum der beste Trainingspartner für einen in deinem Alter. Am Ende tust du ihm noch weh, oder er bricht sich etwas.“ „Aber … aber … aber … willst du nicht besser mit deiner Meisterin in deiner Schule üben? Würde dir das nicht mehr bringen?“, versuchte Son Gohan noch einmal Yuna davon abzuhalten, mit ihm trainieren zu wollen, denn immerhin trafen ihre Worte ziemlich genau die Wahrheit, nur das man Son Goten durch sie dabei ersetzen musste.

„Nein, meine Ausbildung bei ihr ist beendet und sie hat mich in die Welt geschickt, damit ich dort meine Erfahrungen sammle und eben meine Fähigkeiten weiter ausbauen.“ Yuna grinste Gohan breit an und bemerkte nicht, wie immens verlegen und ja, auch ein wenig verzweifelt Son Gohan grade war. „Also komme ich zu dir. Wir können mit Sicherheit gegenseitig noch einige Dinge von einander lernen. Und wer weiß“, sie zwinkerte. „Vielleicht werden wir beide auch so gut, dass wir es diesem Aufmerksamkeitssüchtigen Satan endlich zeigen können!“ Einige Herzschläge sah Son Gohan noch in ihre freudig sprühenden Augen, dann ließ er leicht den Kopf hängen. „Okay.“, ergab er sich in sein Schicksal, denn er hatte nicht das Gefühl, dass er es Yuna irgendwie ausreden konnte.

Oh man, in was war er da nur wieder rein geraten? Auf der anderen Seite … Yuna mochte vielleicht nicht so stark sein, wie Goten und er, aber ihre Worte hatten doch in einem Punkt recht. Vielleicht lernte er von ihr noch die ein oder andere Technik, mit der er die anderen überraschen konnte. Denn immerhin wollte nicht nur Son Goku an dem Turnier teilnehmen, sondern auch Piccolo, Vegeta, Krillin … und um ehrlich zu sein rechnete er sich gegen den ein oder anderen nicht wirklich eine Chance aus. Dazu hatte er sein Training viel zu sehr vernachlässigt. Und der Gedanke mit Yuna zu trainieren gefiel ihm einfach … irgendwie.

„Also dann Son Gohan“, sie hob grinsend ihren Arm zu Abschied. „Wir sehen uns morgen in der Schule.“ „Ja, bis dann.“ Auch er hob seinen Arm und sah zu, wie sie sich in die Luft erhob und langsam davon flog. Seltsam, schoss es ihm durch den Kopf. Ihre Gruppe hatte sich zwar nie aus den Augen verloren und Bulma lud auch alle jedes Jahr zu ihrem Geburtstag ein, aber dennoch waren die Beziehungen auseinander gegangen, da jeder seinen eigenen Weg eingeschlagen hatte. Und jetzt, kaum das sein Vater sagte, er würde zu Besuch kommen, würde sich keiner von ihnen das Turnier entgehen lassen.

Son Gohan musste lächeln und seine Augen wanderten über den Himmel. So lange er sich zurückerinnern konnte und seit jenem schicksalshaften Tag auf Muten Roshis Insel mit Radditz, war es schon immer so gewesen, dass sein Vater all diese unterschiedlichen Personen angezogen hatte. Sie versammelten sich einfach um ihn, ohne das er etwas dafür tun musste. Sie kamen, einfach nur, weil Son Goku Son Goku war. Irgendwie war das Beneidenswert und brachte eine Menge Verantwortung mit sich. So viele Blicke und Hoffnungen waren immer auf seinen Vater gerichtet gewesen und auch auf ihn. Doch diese Blicke hatten sich nach den Cellspielen begonnen von ihm abzuwenden und hatten bei ihm auch dieses unterschwellige Gefühl hinterlassen versagt zu haben. Vielleicht war jetzt wirklich der Zeitpunkt, ihnen zu zeige, dass sie sich geirrt hatten … und das er sich geirrt hatte.


*** *** ***


Die Wochen vergingen und jeden Tag nach der Schule flog Yuna mit Son Gohan in die Nähe seines zu Hauses um zu trainieren. Chichi war es natürlich nicht entgangen, dass Son Gohan ein Mädchen mitbrachte und zu Anfang hatte sie die Zwei auch ganz genau im Auge behalten, doch diese Yuna schien ganz in Ordnung zu sein, auch wenn sie kein nennenswertes Vermögen hatte, so freute sie sich für ihren Sohn.

Son Gohan war über Yunas Fortschritte im Training auch sichtlich überrascht. Sie lernte schnell, gab nicht auf und war unerschütterlich, wenn es um ihre Ausdauer ging. Man merkte, dass sie eine gute Schule besucht hatte und die Grundlagen wirklich verinnerlicht hatte. Ihre Art zu kämpfen unterschied sich jedoch sehr von der Seinen und wie er leider sehr schnell bemerkte, gab es nur wenige Dinge, die sie ihm beibringen konnte und die er problemlos in seinen Kampfstil einbauen konnte. Die Schlangenschule schien sich darauf spezialisiert zu haben, ständig auszuweichen und dann blitzschnell zuzuschlagen, wohingegen seine, oder besser, die Kampfart der Schildkröte viel mit blocken und einem direkten und langen Schlagabtausch arbeitete. Aber das machte Son Gohan nichts aus, denn er stellte ebenso fest, dass es ihm unglaubliche Freude machte, mit Yuna zu kämpfen.

Sie war so lebensfroh, überschwänglich und trotz aller Dinge, die sie erlebt hatte, legte sie im Kampf eine Leidenschaft und eine Freude an den Tag, die ihn einfach ansteckte und die ihm Schwung mitgab. Er spürte selbst, wie die verbissenen Ziele und die Wünsche, die er die ganzen Jahre mit sich herum getragen hatte, ebenso die Enttäuschung darüber, dass er eben nicht wie sein Vater war, immer weiter und weiter in den Hintergrund rückten und einfach nur noch das Training mit Yuna zählte und der Wunsch besser zu werden. Paradoxerweise näherte er sich damit dem Ideal seines Vaters näher an, als ihm das selbst bewusst war.

Am Ende eines dieser Trainingstage, einige Wochen vor dem großen Turnier, ließen sich beide ziemlich erschöpft an einen Baumstamm sinken. Son Gohan reichte Yuna ein Handtuch und Yuna ihm eine Flasche mit Wasser. „Meine Güte Gohan, du bist nicht mal halb so aus der Puste, wie ich. Wie machst du das?“ Gohan grinste schief und wendete ihr sein Gesicht zu. „Liegt wohl einfach daran, dass ich das schon mache seit ich vier bin.“ Yuna drehte auch den Kopf, um ihm zu antworten, dass sie auch nur vier Jahre älter gewesen war, als sie angefangen hatte zu kämpfen, doch ihr blieben die Worte im Hals stecken.

Etwas, was ihr schon in den letzten Wochen, während ihres Trainings aufgefallen war, passierte erneut. Gohan sah sie auf eine Art an, die sie nicht verstand, die aber ihr Herz höher schlagen ließ und ihre Kehle trocken machte. Sie konnte den Blick nicht mehr von seinen schwarzen Augen abwenden, geschweige den einen klaren Gedanken fassen. Und irritierenderweise schien es ihm ähnlich zu gehen.

„Gohan?“ „Mhm?“ „Warum starrst du mich so an?“ „Tue ich das?“ „Ja.“ Ein Lächeln stahl sich auf Gohans Züge, als er weiterhin in Yunas hellblaue Himmelaugen blickte. Sie hatte ihm gut getan, das hatte er selbst gemerkt. Sie hatte seinen Trübsinn weggeblasen und etwas, von dem er nicht mal wirklich gewusst hatte, dass es da gewesen war. Er fühlte sich wohl in ihrer Nähe und wollte nicht, dass sie des Abends ging, freute sich jedes mal darauf, sie am nächsten morgen wieder zu sehen und war einfach nur rundherum glücklich in ihrer Gegenwart.

„Gohan?“ „Mhm?“ „Du starrst mich immer noch an.“ „Ich weiß.“ „Hab ich irgendetwas im Gesicht?“ „Nein.“ „Aber warum … .“ Son Gohan unterbrach sie, indem er sich, einem Impuls folgend, auch noch das letzte Stück zu ihrem Gesicht vorbeugte und sie küsste. Yunas Augen wurden groß wie Untertassen und das Handtuch rutschte ihr aus den Fingern. Sie hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen und ihr Herz machte einen Satz, den es selbst bei dem längsten und schwierigsten Training niemals gemacht hatte. Dann war der Moment vorbei und sie sah Son Gohan wieder in die Augen. „Ich glaube“, sagte dieser nun doch ziemlich verlegen und seine Augen suchten unruhig einen Punkt, den sie fixieren konnten, ohne wieder zu Yuna zu blicken. „Ich glaube, ich mag dich.“ Und doch wieder kehrte sein Blick bei diesen Worten zu Yuna zurück. „Ich mag dich wirklich sehr, Yuna.“

Yuna lief rot an, begann zu stammeln und zu haspeln und ließ es schließlich bleiben, etwas sagen zu wollen. Sie knetetet das Handtuch in ihren Fingern und starrte auf ihre Hände, während Son Gohan sie von der Seite her anlächelte. Er hatte die Worte 'Ich glaube, ich dich auch.', verstanden, oder zusammengesetzt, aus den Bruchstücken, die Yuna über die Lippen bekommen hatte. Mehr, brauchte er im Moment nicht und mit einem Sprung war er wieder auf den Füßen und streckte Yuna seine Hand hin. „Komm, hoch mit dir. Das Turnier ist bald und wir werden nicht besser vom sitzen.“

Diese Worte brachten ein Grinsen in Yunas Züge und energisch Griff sie nach Gohans Hand und ließ sich von ihm auf die Beine ziehen. Wenn sie jetzt noch etwas weiter trainierten, dann hatte sie Zeit ihre Gedanken und Gefühle zu ordnen. Den dies hatte sie beim Training immer schon am besten gekonnt … und wie es weiterging würde sich zeigen.
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