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Wer bist du? Teil 6 -> Hilfe von oben

GeschichteFantasy, Sci-Fi / P18 / Gen
Catherine Chandler Joe Maxwell OC (Own Character) Vincent
05.11.2020
16.02.2021
3
25.613
 
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05.11.2020 14.092
 
Hilfe von oben


Von


Ingrid Hechler


6. Teil der „Wer bist du? – Saga


weitere Wochen vergingen…

Catherine und Vincent hatten einen routinierten Ablauf entwickelt, den es beiden erlaubte, so viel Zeit wie nur möglich mit dem jeweils anderen zu verbringen. Dies beinhaltete auch ein regelmäßiges Treffen mit Catherines Vater Charles. Catherine, Vincent und Charles saßen oft zusammen, auch wenn dies hieß, entweder bei Catherine oder bei ihrem Vater zu Hause. Charles hatte Vincent sehr ins Herz geschlossen, umgekehrt war dies nicht anders. Catherine blühte auf und fühlte sich sehr wohl dabei. Jenny und Nancy kamen regelmäßig mit Catherine zusammen, um Neuigkeiten auszutauschen, aber ganz besonders fieberten sie den Treffen mit Vincent entgegen.

Eines Nachmittag war Catherine bei ihrem Vater Charles zu Hause. Erst saßen sie gemeinsam in der Küche, bis Charles für sie beide Kaffee zubereitete. Catherine erzählte ihm von der Arbeit und fragte ihn bei gewissen Fällen um Rat. Doch bekam sie keine Antwort von ihm. Stattdessen drehte er sich zu seiner Tochter, sah sie verwirrt an.

Catherine: „Daddy? Was ist mit dir?” sie sah erschrocken auf und klang auf´s äußerste besorgt. Charles antwortete noch immer nicht. Er versuchte zu sprechen, doch wollte seine Zunge nicht. Charles verzog sein Gesicht, als würde er versuchen seinen Blick zu korrigieren. Catherine sprang auf, lief auf ihn zu, packte ihn an Ober- und Unterarm und geleitete ihn zum nächsten Stuhl, damit er sich dort hin setzen konnte. Sie kniete vor ihm nieder, versuchte seinen Blick zu erhaschen. Auf ihren Knien hockend suchten Catherines Augen nach dem Telefon, bevor sie ein paar Meter von ihrem Vater Abstand nehmen musste, um dort hin zu gelangen. Sofort wählte sie den Notruf, beschrieb der Einsatzleitung die Situation, gab die Adresse durch und blieb für weitere Instruktionen in der Leitung. Ihr Herz schlug auf Hochtouren, ihre Gedanken kreisten nur um ihren Dad. Nichts anderes war in diesem Moment wichtig.

Nach einer gefühlten Ewigkeit war der Rettungswagen endlich vor der Tür. Der Notarzt begutachtete ihn. Von der Seite aus verfolgte Catherine die ärztlichen Maßnahmen. Für Catherine lief es ab, wie in einem Film.

Notarzt: „Sie sind die Tochter, nehme ich an?“ Catherine nickte stumm.

Notarzt: „Wir müssen ihren Vater schleunigst ins Krankenhaus bringen, Miss Chandler. Hier besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall.“ Catherine stockte der Atem, Tränen rannen aus ihren Augenwinkeln.

Catherine: „Schlaganfall… w… was heißt das jetzt?“ Charles wurde währenddessen in den Krankenwagen verladen.

Notarzt: „Es darf keine weitere Minute verschwendet werden. Alles weitere erfahren sie in der Klinik. Wir bringen ihn ins Metropolitan Hospital.“

Catherine: „Metropolitan… okay…“

Notarzt: „Haben sie jemanden, der sie ins Krankenhaus fahren könnte? Sie sollten nicht allein sein, Miss Chandler.“ Catherine versuchte nachzudenken… ihr blieb Peter.

Catherine: „Ja, ahm… ein enger Freund der Familie… er ist auch Arzt. Ich rufe ihn sofort an…“

Notarzt: „Gut… wir müssen nun fahren. Alles Gute für sie, Miss Chandler.“ Der Notarzt stieg in den Rettungswagen und fuhr mit Blaulicht und Sirenen davon.

Umgehend ergriff Catherine das naheliegende Telefon, wählte Peters Nummer.

Peter: „Alcott…“ meldete er sich kurz.

Catherine: „Peter, ich bin´s Catherine.” meldete sie sich kurzatmig und versuchte nicht zu weinen.

Peter: „Kleines, was ist los? Geht es dir nicht gut?“

Catherine: „Peter… Daddy wurde soeben ins Metropolitan Hospital gebracht… er scheint einen Schlaganfall bekommen zu haben.“

Peter: „Wo bist du gerade?“

Catherine: „Bei ihm zu Hause.“

Peter: „Gut… versuch dich zu beruhigen, Kleines und rühr dich nicht vom Fleck. Ich bin in ein paar Minuten bei dir.“ seine Stimme klang sanft, ruhig…

Catherine: „Danke…“ hauchte sie.

Peter: „Keine Sorge, dein Vater ist zäh.“ beide legten auf und Catherine wartete ungeduldig auf Peters Ankunft.

Nach etwa 30 Minuten hörte Catherine ein Auto und das schlagen von Autotüren. Peter kam sofort ins Haus, nahm Catherine in seine Arme, als sie ihm bereits entgegen kam.

Catherine: „Peter… danke, dass du so schnell kommen konntest…“

Peter: „Schon gut, das ist selbstverständlich. Wie geht es dir?“ Catherine löste sich von Peter, sah ihm unsicher an, schüttelte leicht ihren Kopf.

Catherine: „Ich bin mir nicht sicher… irgendwie stehe ich neben mir… keine Ahnung…“

Peter: „Kein Wunder… das muss ein Schock für dich gewesen sein.“

Catherine: „Ich habe mit ihm geredet, aber… er konnte mir nicht antworten… er war verwirrt.“ Ihr standen Tränen in den Augen.

Peter: „Das sind typische Anzeichen für einen Schlaganfall, Cathy.“ erklärte er ihr sanft.

Catherine: „Hast du eine Ahnung, wo Vincent sich gerade aufhält? Er muss unbedingt bescheid wissen… Vincent wird sich Sorgen machen, wenn er unsere Verbindung öffnet.“

Peter: „Ich werde ihn kontaktieren, sobald wir im Krankenhaus sind. Er ist seit ein paar Tagen oben auf dem Schiff.“ Catherine atmete tief durch. Vincent ist zu weit weg, dachte sie bei sich.

Catherine: „Okay, ja… sicher. Wie sehr ich mir wünsche, Vincent wäre jetzt hier bei mir. Oh Peter, ich hab solche Angst um meinen Dad.“

Peter: „Wir müssen positiv denken, Kleines. Aber jetzt lass uns ins Krankenhaus fahren. Dort erfahren wir alles weitere.“ Catherine nickte, ohne ein weiteres Wort zu verlieren, schnappte sich ihre Jacke, verließ mit Peter zusammen das Anwesen ihres Vaters und fuhr mit ihm direkt ins Metropolitan Hospital.

Die ganze Fahrt über sah Catherine schweigend zum Fenster hinaus, ließ ihre Gedanken schweifen. Peter beobachtete sie besorgt aus dem Augenwinkel.

Peter: „Wir sind gleich da.“ Mit glasigen Augen entgegnete sie seinem Blick, nickte und sah wieder zum Seitenfenster hinaus.

Im Krankenhaus machten Catherine und Peter Charles sofort ausfindig. Er befand sich noch in der Untersuchung mit diversen Ärzten. Die Wartezeit war für Catherine fast unerträglich. Über eine Stunde mussten sie auf den behandelnden Arzt warten. Peter hielt sich indessen ein wenig abseits von offenen und interessierten Ohren und setzte sich während des langen Wartens mit Vincent in Verbindung, der zur selben Zeit mit seinen Viper – Kollegen in der Chillout – Lounge saß.

Peter: „Vincent… Charles wurde ins Metropolitan Hospital gebracht… Verdacht auf Schlaganfall. Catherine und ich sind bei ihm. Wir warten auf den Arzt. Ich passe gut auf sie auf Peter

Vincent stockte der Atem. Seinen Freunden blieb dies nicht verborgen.

Baxter: „Hey Vinc… was los? Hast du einen Geist gesehen?“ besorgt sah er auf.

Vincent: „Hm? Ahm, so in etwa ja… Catherines Vater wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.“ Erschrocken sahen seine Freunde und Kollegen auf.

Baxter: „Weswegen?“

Vincent: „Sie vermuten einen Schlaganfall.“

Brandon: „Schlaganfall… wenn der auf der Erde nicht schnell genug behandelt wird, kann es das gewesen sein, Bro.“ Vincent atmete tief durch.

Baxter: „Wo ist Catherine?“

Vincent: „Sie ist mit Doc Peter vor Ort und wartet auf den Befund des Arztes.“

Brandon: „Du willst zu ihr, hm?“

Vincent: „Auf jeden Fall, ja… aber ich kann dort nicht einfach hinein spazieren.“ Vincent dachte angestrengt nach.

Vincent: „Wie könnte ich ihr in dieser Situation am besten helfen?“ Vincent fühlte sich seit langem hilflos. Seine Besonderheit stand ihm diesmal im Weg… das passte ihm gar nicht. Er schrieb Peter zurück.

Vincent: „Das hört sich nicht gut an, wenn ich ehrlich sein soll. Wie geht es Catherine?“

Peter: „Ich bin ganz deiner Meinung. Es ist kritisch. Catherine geht es den Umständen entsprechend. Sie macht sich große Sorgen um Charles und hat Angst ihn zu verlieren.

Vincent: „Ich wünschte ich könnte mehr tun. Insbesondere an Catherines Seite sein.“

Peter: „Mach dir darüber keine Gedanken. Catherine weiß selbst, dass du nicht einfach hierher kommen kannst.“

Vincent: „Ich weiß, aber… das hilft mir kein bisschen, Peter. Ich wünschte, ich könnte mehr tun. Peter dachte kurz nach. Er hatte einen Geistesblitz.

Peter: „Du könntest etwas tun… und zwar etwas sehr wichtiges. Setz dich mit den Ärzten eures Lazarettschiffes in Verbindung. Frage nach Dr. Roberts und das ich dich geschickt habe. Erläutere ihm Charles Situation. Er soll mich umgehend kontaktieren. Wenn ich die Ergebnisse von Charles Untersuchung habe, dann werde ich diese an ihn weiterleiten und mit ihm besprechen.

Vincent: „Glaubst du, dass unsere Ärzte ihn besser behandeln könnten?“

Peter: „Da bin ich mir sehr sicher. Ich möchte nichts unversucht lassen. Ein Schlaganfall kann irreparable Schäden verursachen, die wir hier auf der Erde nicht reparieren können. Es kann durchaus schlimmeres passieren.

Vincent: „Ich werde mich sofort darum kümmern. Gib Catherine einen Kuss von mir und sage ihr, dass ich immer bei ihr sein werde. Wir hören voneinander… V.

Peter: „Werde ich, Vincent. Ich sage Catherine was wir zwei besprochen haben. Bis später… Peter.“



Peter ging zu Catherine, die im Wartebereich auf und ab lief. Er nahm sie in seine Arme, drückte sie sanft an sich und küsste ihre Schläfe.

Peter: „Den Kuss soll ich dir von Vincent geben.“ Überrascht und mit flehenden Augen sah sie ihn an.

Catherine: „Vincent weiß bescheid?“

Peter: „Ja, das tut er. Wir haben eben miteinander geschrieben. Er war geschockt.“ sagte er sanft mitfühlend.

Catherine: „Ich wünschte er könnte jetzt hier sein.“

Peter: „Den selben Wunsch hatte er auch geäußert. Aber ich habe ihn damit beauftragt, sich mit den Ärzten auf deren Lazarettschiff zu treffen, damit wir Charles im Falle einer Verschlechterung oder was auch immer, von hier wegbringen können.“

Catherine: „Von hier wegbringen? Was meinst du? Ich kann gerade nicht denken, Peter.“ Sie klang verzweifelt. Peter hielt sie sanft mit seinen Händen an ihren Schultern, sah sie eindringlich an.

Peter: „Ganz ruhig, Kleines. Hör mir aufmerksam zu, ja? Ich möchten damit erreichen, dass wir Charles nach oben bringen können, um ihn dort zu behandeln.“

Catherine: „Nach oben… du meinst ganz rauf?“

Peter: „Korrekt… Die Technologie und Heilung ist dort um ein Vielfaches fortschrittlicher. Genaueres kann man jedoch erst später sagen.“

Catherine: „Okay… das lässt mich hoffen.“

Peter: „Wenn es dazu kommen sollte, Catherine, dann muss das alles sehr schnell gehen und du musst mitspielen. Es wird nicht einfach sein ihn von hier einfach abtransportieren zu lassen, ohne unangenehme Fragen beantworten zu müssen. Zumal er wahrscheinlich auf der Intensivstation sein wird. Wir haben dann keine Zeit zum Diskutieren.“ Catherine nickte.

Catherine: „Ich verstehe…“

Peter: „Gut… egal wie es deinem Vater gehen wird, Cathy… wir bringen ihn rauf.“

Catherine: „Und wie soll das alles von statten gehen? Ich meine, das wird für Aufsehen sorgen.“ Sie klang besorgt.

Peter: „Vincent kümmert sich um alles.“ Ihre Gesichtszüge wurden weicher, als sein Name fiel.

Peter: „Vertrau mir…“

Catherine: „Das tue ich, Peter. Ich vertraue euch beiden.“ Kurzerhand nahm er Catherine in seine tröstenden Arme.

Vincent verlor keine kostbare Zeit. Er ließ sich von jetzt auf gleich aus dem Dienstplan streichen, um sich mit Dr. Roberts auf dem Lazarettschiff zu treffen. Vincent machte sich sofort auf den Weg zu ihm. Dr. Roberts war ein Mann mitte 40 und Arzt aus Leidenschaft.

Vincent war auf dem Weg zu seinem Büro, als dieser ihm bereits entgegen kam. Schon von weitem lächelte Dr. Roberts und reichte Vincent freudig die Hand.

Dr. Roberts: „Lt. Col. Adama… Sie sind doch kein Mythos. Ich kann es kaum glauben… freut mich sie endlich persönlich kennenzulernen.“ strahlte er ihm entgegen. Vincent war geschmeichelt.

Vincent: „Dr. Roberts… die Freude ist ganz auf meiner Seite, auch wenn mein Besuch hier leider nicht sehr erfreulich ist.“ Vincent lächelte warm. Die beiden Männer waren sich auf Anhieb sympathisch.

Dr. Roberts: „Dann lassen sie uns in mein Büro gehen. Dort können wir ungestört reden.“

Vincent: „Einverstanden.“

Beide Männer verloren keine Zeit und zogen sich in das Büro des Arztes zurück.

Dr. Roberts: „Was verschafft mir die Ehre ihres Besuches? Was kann ich für sie tun, Lt. Col.?“

Vincent: „Ich wurde von Dr. Alcott gebeten, mich mit ihnen in Verbindung zu setzen. Es geht hier um meinen zukünftigen Schwiegervater, der vor ein paar Stunden in ein Krankenhaus auf der Erde eingeliefert wurde, mit dem Verdacht auf einen Schlaganfall.“ Dr. Roberts bekam große Augen.

Dr. Roberts: „Einen Schlaganfall… keine gute Nachricht.“ Vincent nickte zustimmend.

Vincent: „So ist es. Dr. Alcott ist mit meiner Lebensgefährtin bei ihm und wartet die Befunde des behandelnden Arztes ab.“

Dr. Roberts: „Sollte es sich tatsächlich um einen Schlaganfall handeln, dann muss er schnellstmöglich zu uns gebracht werden. Die Heilmethoden der Terraner sind noch nicht fortschrittlich genug, um ihn genesen zu lassen. Die Schäden, die er davon tragen würde, wären gravierend.“

Vincent: „Eben deswegen bin ich hier. Ein Problem wird es geben… er weiß nichts von uns hier oben. Wir zwei kennen uns zwar schon recht gut und mögen uns, aber mehr haben seine Tochter und ich ihm noch nicht sagen können.“

Dr. Roberts: „Ah ja, verstehe… nun… er müsste auf jeden Fall ruhig gestellt werden, um weitere Komplikationen zu vermeiden, aber das würde ich gern selbst in die Hand nehmen. Ich versetze ihn zur Sicherheit in ein künstliches Koma. Von dem Transport und alldem drumherum sollte er nichts mitbekommen. Besonders wichtig wäre… er müsste vollkommen sicher und stabil in einer Stasiskammer hier her transportiert werden.“

Vincent: „Das dürfte kein Problem werden. Wie sie wissen, verfügen wir über einen überlangen Raptor, der solch eine Stasiskammer ohne weiteres aufnehmen kann. In dieser Vorgehensweise haben wir bereits ausreichend Übung. Zusätzlich haben dort neben dem Piloten und Co – Piloten drei weitere Passagiere platz.“

Dr. Roberts: „Das hört sich perfekt an. Genau das was wir brauchen.“

Vincent: „Wie gesagt, Dr. Alcott wird sich umgehend mit ihnen in Verbindung setzen, sobald die aktuellen Befunde des Arztes vorliegen.“

Dr. Roberts: „Sehr gut… wir würden den Patienten hier auf dem Lazarettschiff behandeln. Er wäre vorerst für ein paar Tage in der Stasiskammer, an die wir von außen unsere Geräte anschließen können. Wenn er stabil sein sollte und alle Lebensfunktionen ordnungsgemäß arbeiten, dann holen wir ihn aus der Kammer. Ein paar Tage später wecken ihn und dann könnt ihr ihm sagen, wo er sich befindet.“

Vincent: „Gut, doch darüber machen wir uns erst Gedanken, wenn es so weit ist.“

Dr. Roberts: „Sie sind ganz der Sohn ihres Vaters, Soldat.“

Vincent: „Danke. Das sehe ich als Kompliment. Dann verbleiben wir, wie besprochen. Dr. Alcott wird sich bei ihnen melden. Ich werde alles andere in die Wege leiten und den Transport, wenn es soweit ist, persönlich übernehmen. Wir stehen auf Abruf.“

Dr. Roberts: „Einverstanden. Ich bereite hier alles vor, damit ich nach Ankunft sofort mit den Behandlungen beginnen kann.“

Beide Männer gaben sich die Hand und verabschiedeten sich voneinander.

Vincent machte sich sofort auf den Rückweg zur Olympic. Dort organisierte er den überlangen Raptor und eine Stasiskammer nach Rücksprache mit seinem Vorgesetzten. Umgehend setzte er sich mit Peter in Verbindung.

Vincent: „Peter… Dr. Roberts weiß bescheid. Wie sieht es bei euch aus? Gibt es Neuigkeiten?

Peter: „Catherine und ich haben gerade mit dem Arzt gesprochen… es sieht nicht gut aus. Charles ist ins Koma gefallen und wird beatmet… in gewisser Weise wird er am Leben erhalten.

Vincent: „Dann sollten wir schnell handeln. Hat Catherine ihren Kommunikator dabei?“

Peter: „Ich weiß es nicht. Sie ist gerade in keiner guten Verfassung.“

Vincent: „Denk ich mirnichts destotrotz erwartet Dr. Roberts deine Informationen. Er meinte ebenfalls, dass Charles umgehend nach oben gebracht werden muss.“

Peter: „Ich setze mich mit ihm sofort in Verbindung.

Vincent: „Sage mir, wenn wir ihn holen können. Es sollte dunkel sein. Der Raptor wird auf dem Dach landen. Charles muss in einer Stasiskammer transportiert werden.

Peter: „Verstanden… ich werde alles in die Wege leiten.“

Nachdenklich lehnte Vincent am Raptor, verschränkte seine Arme ineinander und ließ seine Gedanken schweifen… er fühlte Catherines Traurigkeit. Ein paar seiner Freunde kamen auf ihn zu und sahen sein besorgtes Gesicht.

Brandon: „Hey Vinc… wie geht’s deinem Schwiegervater?“

Vincent: „Gar nicht gut. Ich warte auf Peters ´OK´, damit ich ihn abholen und zu uns auf´s Lazarettschiff bringen kann.“

Gaius: „Alleine? Kommt gar nicht in Frage. Wir stemmen das gemeinsam.“

Baxter: „So ist es, Bro. Ich sagte dir bereits… wenn du bei irgendetwas Hilfe brauchst, dann bin ich für dich da.“

Brandon: „Dasselbe gilt für uns.“ Vincent wollte gerade ein Veto einlegen, als Tyrell seine rechte Hand hob und ihn damit zum Schweigen brachte. Vincent gab sich sichtlich geschlagen.

Tyrell: „Wie soll es ablaufen?“ Vincent sah jeden Einzelnen an und schmunzelte.

Vincent: „Danke… Hilfe kann ich gut gebrauchen. Der überlange Raptor dort hinten ist mit einer Stasiskammer bestückt. Ich… wir fliegen damit zur Erde, wenn es dunkel ist und landen auf dem Dach des Krankenhauses. Dr. Roberts wird uns begleiten. Er wird die Lebensfunktionen usw überwachen. In unseren Anzügen laden wir die Kammer aus, bringen diese hinein, Charles wird umgebettet und an sämtliche Überwachungsgeräte angeschlossen. Die Kammer wird wieder in den Raptor verladen und hoch gebracht.“

Tyrell: „Hm, hört sich gut durchdacht und nach einem Spaziergang an.“

Vincent: „Lassen wir uns überraschen. Der große Raptor hat neben dem Piloten und Co – Piloten die Möglichkeit drei weitere Personen mitzunehmen.“

Baxter: „Dann wirst du mich brauchen, Vinc.“

Vincent: „So sieht es aus, Bax. Ein zweiter kleinerer Raptor wäre als Eskorte nicht schlecht… nur zur Sicherheit.“

Tyrell: „Den übernehmen wir Gi…“ der angesprochene nickte.

Gaius: „Machen wir, Ty…“

Brandon: „Wann soll´s losgehen?“

Vincent: „In gewisser Weise von jetzt auf gleich. Doc Peter bespricht sich mit Dr. Roberts. Der Arzt auf der Erde muss irgendwie überzeugt werden, dass Charles verlegt werden muss. Das wird der schwierigere Teil von allem sein.“

Troy: „Ist es schon dunkel in New York?“ Vincent sah auf seine Uhr und begutachtete die Uhr, mit der New Yorker Zeit.

Vincent: „Noch nicht… in ca 2 Stunden können wir frühestens los.“

Gaius: „Dann bleibt uns noch genügend Zeit, um die beiden Raptor vorzubereiten. Wir machen das gemeinsam… als Team.“

Vincent: „Gut zu wissen, dass man solche Freunde hat… Danke Jungs…“

Baxter: „Du würdest dasselbe für uns tun, Vinc. Da ist es von unserer Seite her nur selbstverständlich.“

Vincent: „Wir sollten jedoch nicht alle 6 von hier verschwinden, falls einer von uns gebraucht wird.“

Troy: „Was schlägst du vor?“ Vincent dachte angestrengt nach.

Vincent: „Es würde ausreichen, wenn wir zu viert sind. Baxter, ich brauche dich als meinen Co – Piloten. Bran… du und Troy, ihr zwei gebt uns Geleitschutz. Gi und Ty… ihr haltet hier die Stellung. Sollte ein unerwarteter Notfall eintreten, dann fordern wir euch an. Man weiß nie. Ich möchte lieber auf Nummer sicher gehen.“ Gaius und Tyrell nickten zustimmend.

Tyrell: „Verstanden. Wir machen zusammen die Raptor klar und halten uns für den Notfall bereit.“

Vincent: „Wenn das geschafft ist, gebe ich euch allen an der Bar einen aus.“

Gaius: „Das hat sich schon gelohnt.“ Trällerte er vergnügt.

Brandon: „Unsere Mädels sind zum Teil auch hier oben. Catherine hätte ohne weiteres jemanden zum Reden den sie kennt, wenn du nicht abkömmlich sein solltest.“

Baxter: „Janice zum Beispiel…“

Vincent: „Hört sich gut an. Lasst uns alles weitere vorbereiten, damit wir startklar sind.“

In der Zwischenzeit hielten Peter und Dr. Roberts regen Austausch über den Gesundheitszustand von Charles, insbesondere der Weiterbehandlung.

Catherine saß am Krankenbett ihres Vaters. Es war für sie ein schockierender Anblick. Charles war an das Beatmungsgerät und diversen anderen Dingen angeschlossen. Einzig und allein seine Hand konnte sie halten und zu ihm sprechen. Auf eine Reaktion von ihm hoffte sie vergeblich.

Nach etwa einer Stunde kam Peter zu Catherine und Charles ins Krankenzimmer. Er deutete ihr an sich zu ihm an den Rand des Zimmers zu gesellen. An einem kleinen Tisch mit zwei Stühlen nahmen die beiden Platz. Voller Erwartungen sah Catherine Peter entgegen, dessen Blick für ein paar Sekunden auf seinem Freund ruhten.

Catherine: „Und… hast du was erreichen können?“ flehten ihre besorgten Augen. Peter sanftes Lächeln beruhigte sie umgehend. Er legte seine große Hand auf die von Catherine, drückte diese leicht.

Peter: „Wir können hoffen, Catherine. Dr. Roberts ist ein Arzt von ´unseren guten Freunden´.“ betonte er eindringlich, da er nicht wusste, ob irgendwelche neugierigen Ohren zusätzlich im Raum waren.

Catherine: „Was hat er gesagt?“

Peter: „Das wir keine kostbare Zeit verlieren dürfen.“ antwortete er umgehend.

Catherine: „Das heißt?“ hakte sie nach.

Peter: „Charles muss auf dem schnellsten Wege nach oben gebracht werden. Je länger wir warten, desto länger würde die Heilungsphase dauern.“

Catherine: „Worauf warten wir dann noch?“ sagte sie hastig. Peter hob beschwichtigend beide Hände.

Peter: „Langsam, langsam, sachte kleines… wir können hier nicht einfach rausspazieren, wie du weißt. Du und ich müssen dem hier behandelnden Arzt klar machen, dass wir Charles in eine Privatklinik bringen wollen. Er wird Unmengen von Fragen stellen. Das wird nicht einfach werden, aber ich vertraue auf deine Durchsetzungskraft, Cathy. Du trägst jetzt die Verantwortung für die Weiterbehandlung deines Vaters. Dein Wunsch muss respektiert werden.“

Catherine: „Das schaffe ich, Peter. Ich will immerhin sein Bestes… und hier wird er…“ Catherine verstummte. Das Wort Sterben brachte sie nicht über ihre Lippen.

Peter: „Dein Vater würde nicht überleben. Du hast das richtig erkannt.“ Catherine traten Tränen hervor. Sie hatte einen Kloß im Hals, versuchte stark zu sein. Doch der Gedanke an den Tod ihres Vaters ließ sie nicht los. Peter nahm einen ihrer Hände in seine, sah sie eindringlich an.

Peter: „Wenn wir deinen Dad nach oben bringen, wird er leben, Catherine… ich verspreche es dir.“ Unter Tränen nickte sie und versuchte ein zartes Lächeln.

Catherine: „Wenn die Klinik ihn freigegeben hat… was dann?“

Peter: „Ich kontaktiere Dr. Roberts und einen gewissen Lt. Col. Adama. Beide stehen sozusagen auf Abruf.“ Catherines Augen leuchteten.

Catherine: „Auf Abruf? Du meinst die zwei warten nur auf unser ´Okay´?“ Peter nickte stumm. Catherine lehnte sich zurück, schloss ihre Augen, lächelte sanft, dankte stumm dem Gott im Himmel.

Catherine: „Vincent kommt her…“ hauchte sie erleichtert.

Peter: „So ist es. Er wird mit einem überlangen Raptor auf dem Dach des Krankenhauses landen und muss sich vor den anderen im Krankenhaus bedeckt halten. Wir müssen deinen Vater jedoch in eine speziellen Röhre, genannt Stasiskammer, legen. Dort drin werden seine Lebensfunktionen überwacht und er wird für den Flug stabilisiert. Dr. Roberts und ich werden den kompletten Flug über bei ihm sein. Es wird ihm den Umständen entsprechend gut gehen.“

Catherine: „Das hört sich teils so einfach an, Peter.“ Peter lehnte sich zurück, sah nachdenklich aus.

Peter: „Eben das wird sich noch rausstellen.“ sagte er bedächtig.

Catherine: „Was meinst du?“

Peter: „Der Raptor kann erst kommen, wenn es dunkel ist. Wir dürfen kein unnötiges Aufsehen erregen. Das Klinikpersonal darf unter keinen Umständen auf´s Dach gelangen. Je weniger Leute diese Aktion mitbekommen, desto besser.“

Catherine: „Wie wollen wir das anstellen?“

Peter: „Dr. Roberts und Vincent werden sicherlich nicht allein kommen. Sie bringen Hilfe mit.“ Catherine ließ ihren Kopf müde hängen, massierte ihren verspannten Nacken.

Catherine: „Okay… klingt einleuchtend.“

Peter: „Ich bin ebenso angespannt wie du, Liebes. Solch ein besonderer Krankentransport ist auch mir neu.“

Catherine: „Im Ernst? Das ist eine Premiere?“

Peter: „Für mich schon, ja… aber vertrau mir, dein Dad wird leben. Er kommt in die besten und fähigsten Hände.“

Catherine: „Wenn es meinen Dad retten kann, dann… nehme ich alles auf mich und tu was du sagst.“ kam in einem Atemzug aus ihr heraus.

Peter und Catherine suchten das Gespräch mit dem behandelnden Arzt, um den weiteren Behandlungsverlauf von Charles zu besprechen.

Catherine: „Dr. Flemming, ich möchte meinen Vater in eine spezielle Privatklinik verlegen lassen.“

Dr. Flemming: „Wie stellen sie sich das vor, Miss Chandler? Ihr Vater hatte einen Schlaganfall, ist ins Koma gefallen und somit nicht transportfähig.“ Hilfesuchend sah Catherine zu Peter, der sofort für sie einsprang.

Peter: „Wir sind uns dessen vollkommen bewusst, Herr Kollege. Allerdings haben wir Kontakt zu einem Spezialisten aufgenommen, der sich seiner Annehmen wird. Es wäre ebenso im Interesse des Patienten, das kann ich ihnen versichern. Miss Chandler trifft alle wichtigen Entscheidungen, die ihren Vater betreffen.“

Dr. Flemming: „Das sie die Entscheidungen, bezüglich ihres Vaters treffen ist mir durchaus bewusst, Miss Chandler. Darf ich fragen, um wen es sich bei diesem Spezialisten handelt?“ fragte er vorsichtig. Peter übernahm in diesem Fall.

Peter: „Da muss ich sie leider enttäuschen, tut mir leid. Er möchte vorerst ungenannt und unerkannt bleiben. Seine Behandlungsmethoden in Bezug auf Schlaganfallpatienten, sind neuartig und noch gänzlich unbekannt. Er wird auf jeden Fall versuchen einen Teil des Schadens zu reparieren.“ Verwundert und überrascht sah Dr. Flemming zu Catherine, die ein müdes Lächeln zeigte und nickte.

Catherine: „Ich klammere mich an jeden Strohhalm, den ich bekommen kann.“

Dr. Flemming: „Wie sind sie in solch einer kurzen Zeit auf ihn gestoßen? Wenn dieser Spezialist unbekannt bleiben will, dann steht der wahrscheinlich in keinem gängigen Telefonbuch?“

Catherine: „Mein Vater ist ein renommierter Anwalt, Dr. Flemming. Seine Klienten gibt er vom Namen her genauso wenig Preis wie sie… Schweigepflicht… sie erinnern sich?“

Dr. Flemming: „Oh ahm ja, natürlich… entschuldigen sie, Miss Chandler. Mir war nicht bewusst, dass es sich bei ihrem Vater um den Firmenanwalt Charles Chandler geht.“

Catherine: „Woher hätten sie das Wissen sollen, Dr. Flemming? Es ist nicht unsere Art dies an die große Glocke zu hängen. Wir würden umgehend in der Zeitung stehen oder… nun ja… und die Presseleute ließen uns sicherlich nicht in Ruhe. Sie würden sich wie Geier auf uns stürzen, nur um an eine gute Story zu gelangen.“

Dr. Flemming: „Da muss ich ihnen beipflichten, Miss Chandler. Sie sind eine der wenigen, die dies nicht herausposaunen, um Aufsehen zu erregen. Dies erleichtert unsere Arbeit… nun… wann gedenken sie ihren Vater verlegen zu lassen?“ Catherine atmete erleichtert tief durch und Peter fiel ein Stein vom Herzen.

Peter: „Sobald sie uns das Okay geben, ihn mitnehmen zu können. Je schneller desto besser.“

Dr. Flemming: „Folglich haben sie bereits alles in die Wege geleitet, nehme ich an.“ stellte er überraschend fest.

Peter: „Wir haben keine kostbare Zeit verschwendet, wenn es das ist, was sie meinen.“

Dr. Flemming: „Genau das meine ich, Dr. Alcott. Nun gut… unter diesen Umständen gebe ich ihnen ihren Vater frei, Miss Chandler. Tun sie, was sie für richtig erachten.“

Catherine: „Danke Dr. Flemming.“

Peter: „In etwa 2 Stunden wird auf dem Dach der Klinik eine Transportmaschine landen. Der zukünftige behandelnde Arzt wird ebenfalls dabei sein und den Transport mit mir zusammen überwachen.“

Dr. Flemming: „In 2 Stunden schon… das geht schnell… Wir werden ihn für den Transport vorbereiten.“

Peter: „Eine wichtige Bitte habe ich noch, Dr. Flemming… es werden ein paar Personen bei der Umlagerung des Patienten helfen, die wir selbst organisiert haben. Wir möchten nicht, dass außer ihnen noch weiteres Klinikpersonal auf dem Weg zum Dach anwesend ist. Es soll so wenig Aufsehen wie nur möglich erregt werden.“

Dr. Flemming: „Umlagerung… wie soll das funktionieren? Der Pat. sollte nicht bewegt werden.“ Dr. Flemming starrte Peter ungläubig an. Dieser versuchte ihn mit seiner sanften Art und Weise zu beschwichtigen.

Peter: „Vertrauen sie mir, Herr Kollege. Mr. Chandler wird in eine Transportröhre gelegt, die ihn mit allem versorgt was er benötigt. Diese Röhre ist äußerst stabil und voller modernster Technik.“ Interessiert fragend sah er Peter an.

Dr. Flemming: „Ob ich mir diese Röhre einmal ansehen dürfte?“ fragte er vorsichtig. Peter hielt sich erst mit der Antwort zurück und wusste nicht recht, wie er antworten sollte. Die Wahrheit ging auf keinen Fall… folglich musste eine Notlüge her.

Peter: „Das glaube ich eher nicht, tut mir leid. Laut dem Spezialisten handelt es sich hierbei um einen Prototyp. Sollte der mal in Serie gehen, dann sind sie der Erste, der ihn begutachten darf.“ Peter machte Dr. Flemming den Mund wässrig, und dieser fühlte sich geschmeichelt.

Peter: „Dann würde ich sagen, ich gebe dem Spezialisten Bescheid, damit er sich mit allem auf den Weg macht, und sie bereiten Mr. Chandler auf den Abtransport vor.“

Dr. Flemming: „Einverstanden… 2 Stunden dürften von der Zeit her reichen.“ Beide Ärzte reichten sich die Hände. Auch Catherine war erleichtert und gab ihm ebenfalls die Hand.

Umgehend setzte sich Peter mit Dr. Roberts und Vincent in Verbindung. Dr. Roberts schickte er eine Nachricht:

Peter: „Es kann los gehen… Charles Chandler wurde zur Verlegung freigegebenin 2 Stunden kann er abgeholt werden… Peter.“

Dr. Roberts: „Bestens… Stasiskammer ist im Raptor untergebracht worden… Lt. Col. Adama wird mich umgehend abholen.“

Peter wollte mit Vincent persönlich sprechen. Dieser war auf dem Weg in den Haupthangar, wo sämtliche Viper und Raptor standen. In einem Seiteneingang blieb er stehen, als sein Kommunikator sich meldete.

Vincent: „Adama…”

Peter: „Vincent, mein Freund. Hier ist Peter.“

Vincent: „Peter… schön persönlich von dir zu hören. Gibt es Neuigkeiten?“

Peter: Oh ja, die gibt es tatsächlich. Charles wurde von der Klinik freigegeben. In etwa 2 Stunden kann er verlegt werden.“

Vincent: „Verstanden… ich werde Dr. Roberts vom Lazarettschiff abholen. Wir machen uns anschließend sofort auf den Weg. In der Zwischenzeit sollte es dunkel genug sein. Die Ortung deines Kommunikators reicht uns vollkommen aus, um auf dem richtigen Dach zu landen. Er klang diesmal nicht wie der private Vincent, sondern wie ein typischer Soldat… gezielt und direkt.

Peter: „Daran hatte ich gar nicht gedacht…“

Vincent: „Keine Sorge… dafür bin ich zuständig. Alles was mit Fliegen zu tun hat, überlässt du mir. Du bist Arzt, Peter…deine Prioritäten liegen bei den Patienten.

Peter: „Darüber bin ich sehr froh und erleichtert. Catherine kann es kaum abwarten dich zu sehen. Sie vermisst dich schmerzlich.

Vincent: „Mir geht es ebenso… sag ihr das bitte. Wir sehen uns in 2 Stunden… ich gebe dir bescheid, wenn wir auf dem Dach sind.

Peter: „Verstanden… 2 Stunden…“

Vincent: „Bis später…“ das Gespräch wurde beendet. Vincent kontaktierte seine Leute, die ihn und Dr. Roberts zur Erde begleiten würden.

10 Minuten später waren Piloten, Co – Piloten vom großen und dem kleinen Raptor unterwegs zum Lazarettschiff, um Dr. Roberts aufzunehmen. Seite an Seite flogen sie dann in Richtung Erde. Die kolonialen Raptor näherten sich vorsichtig der Tag- und Nachtgrenze und flogen die Ostküste vor New York, vom Nordatlantik aus langsam an. Die Sonne war längst untergegangen, die Dämmerung ging in Dunkelheit über. Sämtliche Innen- und Außenlichter beider Raptor wurden deaktiviert. Sie flogen unter höchster Sicherheitsstufe fast geräuschlos, um nicht entdeckt zu werden. Ein zusätzliches Kraftfeld, welches der Tarnung vor fremden Radar dient, wurde aktiviert. Einzig und allein Start und Landung waren mit Geräuschen verbunden, die sich wie eine Mischung aus Helikopter und Düsenjet anhörten.

Baxter / GreenBeen lokalisierte Peters Kommunikator, leitete es an Ares/Vincent, dem Piloten weiter. Das Visier des Piloten hatte einen integrierten 3D Navigationsscreen, der ihm gezielt den Weg wies. Wenn ein Hubschrauber in der Nähe war oder die Beleuchtung zu grell wurde, weswegen sie entdeckt werden könnten, konnte der Pilot in dunklere Bereiche ausweichen, ohne sein Ziel aus den Augen zu verlieren.

Kurz vor Ankunft auf dem Dach des Metropolitan Hospitals, sendete der Co – Pilot des großen Raptors eine Nachricht an Peter:

GreenBeen: „Sind im Anflug auf das Metropolitan… macht euch bereit…“

Gespannt las Peter die Nachricht, ergriff Catherines Hand und nickte ihr zu.

Peter: „Sie sind gleich da, Cathy.“ flüsterte er ihr aufmunternd zu. Aufgeregt sah sie ihn an, lächelte verhalten. So etwas hatte sie noch nie erlebt. Peter gab Dr. Flemming Bescheid, dass es an der Zeit war Charles in Position zu bringen. Mit einem speziellen Aufzug wurde das Krankenbett mit Patient, samt aller Gerätschaften ins oberste Stockwerk gebracht. Oben angekommen, konnten Peter, Catherine und Dr. Flemming die Geräusche eines landenden ´Hubschraubers´ hören. Fragend sahen sie sich an. Peter sah immer wieder auf seinen Kommunikator.

Baxter/GreenBeen: „Sind auf dem Dach… ihr hoffentlich auch gleich…“ Peter atmete erleichtert aus. Vor lauter Anspannung hatte er die Luft angehalten. Dann drehte er sich zu Catherine und Dr. Flemming:

Peter: „Sie sind da… Dr. Flemming, was immer sie jetzt sehen werden, dürfen sie auf keinen Fall weiter verbreiten. Das müssen sie für sich behalten.“ verwundert sah dieser abwechselnd von Peter zu Catherine.

Dr. Flemming: „Ich verstehe nicht.“

Peter: „Das werden sie gleich. Wartet bitte hier. Ich gehe vor und öffne die Türen.“ gab er lächelnd zurück. Peter entfernte sich eilig, erreichte die letzte Tür. Er konnte beobachten, wie die Raptortüren sich öffneten und diverse Personen in Flugoveralls ausstiegen, die ihn mit erhobener Hand grüßten und zunickten. Zwei Soldaten aus dem kleineren Raptor gingen umgehend zum größeren, positionierten sich am Heck und zogen an einem großen röhrenförmigen Kasten, bis dieser nur noch am Ende auflag. Zwei weitere Personen kamen aus dem inneren des überlangen Raptors und packten an die hinteren Griffe des röhrenförmigen Kastens, um den zu viert komplett herauszuziehen. Einer der Personen betätigte eine spezielle Taste und die Röhre begann zu schweben. Peter kam den vier Personen entgegen. Alle vier nahmen ihre Helme ab, legten sie an der untersten Stufe des Hecks ab. Dr. Roberts, Baxter, Brandon und Troy standen vor ihm, lächelten Peter an. Erleichtert atmete er tief durch. Keine Worte wurden verloren. Einzig und allein Charles Rettung stand im Vordergrund. Ein paar Sekunden später kam auch der Pilot des großen Raptors, doch ließ dieser seinen Helm auf. Peter erkannte ihn sofort am Gang und an seiner Haltung… nickte ihm stumm zu. Jedem Einzelnen sah Peter dankend in die Augen:

Peter: „Meine Freunde, ich weiß nicht was ich sagen soll.“ Die Gruppe setzte sich in Bewegung.

Dr. Roberts: „Wo ist er?“

Peter: „In einem Nebenraum direkt hinter mir. Es sind lediglich Catherine mit ihrem Vater Charles und der behandelnde Arzt anwesend.“

Dr. Roberts: „Gut… dann los…“ Peter ging voraus, öffnete sämtliche Türen für die vier, damit die Stasiskammer ungehindert zu Charles gelangen konnte.

Als sich die letzte Tür öffnete, sahen Catherine und Dr. Roberts gespannt auf die eintretenden Personen und was diese außergewöhnliches mit sich führten.

Catherine war sichtlich erleichtert, da sie jeden bis auf Dr. Roberts kannte. Ihre Dankbarkeit war Catherine deutlich ins Gesicht geschrieben. Ein Stein fiel ihr vom Herzen und lächelte leicht.

Dr. Flemming dagegen machte große, fragende Augen, runzelte seine Stirn, sein Mund fiel auf und er musterte jeden von ihnen. Die Anzüge, die die Männer trugen, sahen für ihn sonderbar aus. Diverse Fragen schossen durch seinen Kopf… dieser röhrenförmige Kasten schwebte dieser von allein? Sind dort unauffällige Rollen an einem versteckten Gestell dran? Warum trugen diese Männer Waffengurte?

Peter richtete sich gezielt an Dr. Flemming, um ihn aus dessen Gedanken zu holen:

Peter: „Dr. Flemming, darf ich ihnen Dr. Roberts vorstellen?“ beide behandelnden Ärzte gaben sich zur Begrüßung die Hände.

Dr. Roberts: „Ab hier übernehme ich, Herr Kollege. Sie haben gute Vorarbeit geleistet.“ Dr. Roberts nahm währenddessen ein Gerät aus seiner Arzttasche heraus, welches schmal und ausklappbar war und in seine Hand passte. Mit seinem prüfenden Blick musterte er seinen neuen Patienten, bevor er dieses schmale handgroße Gerät auf Charles Stirn platzierte. Dieses Gerät haftete dort an ihm, blinkte und piepte. Dr. Roberts nahm ein weiteres Gerät aus seiner Tasche, das wie ein Touchpad aussah. Es empfing die Daten, die von Charles ausgingen.

Dr. Flemming: „Was um alles in der Welt ist das?“ flüsterte er irritiert und sah von Charles auf Dr. Roberts und zu Dr. Peter Alcott. Catherine stand ganz nah bei Peter und beobachtete ebenfalls dieses sonderbare Treiben direkt vor ihren Augen. Peter legte väterlich seinen Arm um sie, drückte ihre Schultern, nickte ihr aufmunternd zu.

Dr. Roberts ignorierte vorerst die fragenden Kommentare, widmete sich mit vollen Aufmerksamkeit seinem Patienten, sah immer wieder besorgt auf sein medizinisches Touchpad, drückte hier und da ein paar Tasten, bis sich sein Gesichtsausdruck entspannte und er erleichtert durchatmete.

Dr. Roberts: „So weit, so gut… er ist jetzt stabil und transportierbar.“ Dr. Flemming starrte ihn an.

Dr. Flemming: „Das ist mir ein Rätsel! Wie ist das möglich? Was haben sie gemacht?“ er war ratlos. Ihm schwirrte der Kopf.

Dr. Roberts: „Dr. Flemming, diese Fragen kann ich ihnen nicht so leicht erklären. Dies bedarf ein wenig mehr Zeit. Kurz gesagt… seine neuralen Bahnen wurden stabilisiert. Seine Blutgefäße wurden minimal erweitert, damit kein weiterer Schlaganfall hinzukommt… zumindest für die Dauer des Transports.“

Dr. Flemming: „Solche Geräte habe ich vorher nie gesehen oder jemals davon gehört…“ Dr. Roberts sah hilfesuchend zu Peter.

Peter: „Dr. Flemming, dies sind die Dinge, die ich sie gebeten hatte für sich zu behalten. Erinnern sie sich?“ sagte Peter eindringlich. Verwundert sahen sich die beiden Männer an. Dr. Flemming nickte.

Dr. Flemming: „Ja… sicher… tut mir leid. Es ist nur… das wäre eine bahnbrechende Entdeckung… eine Revolution für die Behandlung von Schlaganfallpatienten… und… ja, was soll ich sagen.“ sagte er bedächtig und ehrfürchtig. Dr. Roberts sah sein Dilemma.

Dr. Roberts: „Was halten sie davon, wenn wir uns zu einem anderen bzw besser geeigneten Zeitpunkt zusammensetzen und uns austauschen.“

Dr. Flemming: „Das würden sie tun?“ fragte er vorsichtig. Dr. Roberts nickte.

Dr. Flemming: „Ahm ja… ja… ich wäre unsagbar glücklich und dankbar…“ Peter lächelte seine beiden Kollegen an.

Peter: „Nichtsdestotrotz sollten wir Charles für´s Erste in Sicherheit bringen.“ Dr. Roberts wandte sich an die drei anderen anwesenden Männer, die ihn begleiteten.

Dr. Roberts: „Gut Jungs… Stasiskammer öffnen…“

Brandon: „Ja Sir…“ Brandon betätigte zwei Tasten und die Stasiskammer öffnete sich seitlich, wie von Geisterhand. Die Kammer war im inneren dick gepolstert, dezent beleuchtet und mit feinster medizinischer Technik bestückt. Catherine und Dr. Flemming traten beiseite, sahen den Männern aus nächster Nähe zu.

Brandon: „Stasiskammer ist bereit Doc…“ sagte er kurz und knapp.

Dr. Roberts: „Bevor wir ihn in die Stasiskammer legen, muss das Beatmungsgerät entfernt werden. Laut meinen Anzeigen atmet der Patient wieder selbstständig. Dr. Flemming… hätten sie die Güte und entfernen den Tubus?“

Dr. Flemming: „Den… den Tubus entfernen? Das könnte ihn umbringen… er würde ersticken…“ stotterte er. Dr. Roberts nickte ihm zu.

Dr. Roberts: „Vertrauen sie mir, bitte, Doktor. Seine Werte sind stabil, seine Lungen arbeiten laut meinen Anzeigen zuverlässig.“ Dann trat er näher an Charles heran, nahm sein Stethoskop, hörte die Lungen des Patienten ab und schüttelte ungläubig, unsicher seinen Kopf, dann entfernte er die Befestigungen, die den Beatmungsschlauch am Mund des Patienten fixierten und entnahm im Handumdrehen den Tubus. Mit großem Erstaunen musste er feststellen, dass der Patient tatsächlich von allein atmete… Charles Brustkorb hob und senkte sich.

Dr. Flemming: „Er atmet selbstständig… das ist unglaublich…“

Catherine: „Daddy atmet selbstständig… ich kann es kaum glauben.“ hauchte sie ehrfürchtig, hielt sich ihre beiden gefalteten Hände vor Mund und Nase und sah Peter an, der ihr aufmunternd zunickte. Sie schloss ihre Augen und horchte still in sich hinein… ihre Aufregung senkte sich, ihr wurde leichter ums Herz. Kurz hatte sie Tränen der Rührung in den Augen, doch behielt sie ihre Fassung.

Dr. Roberts und Doc Peter entfernten sämtliche Medikamentenzugänge und Eelektroden. Charles war nun frei von Schläuchen und Kabeln. Dr. Roberts instruierte Troy, Baxter und Brandon, wie und wo sie den Patienten anheben dürfen, um ihn so vorsichtig wie nur möglich vom Krankenbett in die Stasiskammer zu legen. Dr. Peter Alcott und Dr. Roberts verfolgten jeden Millimeter und jede Bewegung der 3 starken Männer von allen Seiten, damit Charles so sanft wie möglich umgebettet werden konnte… mit Erfolg. Sobald Charles in der Röhre lag, aktivierte Dr. Roberts umgehend die lebenserhaltenden Funktionen der Stasiskammer. Aus den Seiten der Innenkammer setzten sich diverse Fühler wie von Geisterhand mit Kontakten in Bewegung, die sich bei Charles an bestimmten Stellen am Körper festsetzten.

Dr. Flemming: „Haben sich die eben selbst positioniert? Was haben diese Kontakte für eine Funktion?“

Dr. Roberts: „Sie dienen zur Überwachung und Stabilisierung des Patienten. Bei Bedarf kann über diese Fühler ein Medikament verabreicht werden, wenn dies nötig werden sollten.“ Baxter reichte Dr. Roberts eine silberne gesteppte Iso-Decke, die er umgehend über Charles legte. Die Kammer wurde verschlossen und verriegelt. Durch ein kleines Sichtfenster war nur noch der Kopf zu sehen. Dr. Roberts kontrollierte anhand seines medizinischen Touchpads alle Funktionen. Sein Blick wanderte zu Peter und dann zu Catherine.

Dr. Roberts: „Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Er kann ohne Probleme transportiert werden.“

Catherine: „Danke ihr Götter…“ Dr. Roberts lächelte und entgegnete:

Dr. Roberts: „Apropos Götter…“ mehr sagte er nicht, sondern deutete mit einem Blick in Richtung Ausgang. Catherine verstand ihn ohne weitere Worte… sie blickte prüfend zu Peter, der ihr zulächelte und nickte.

Peter: „Unerkannt…“ flüsterte Peter ihr zu.

Dr. Roberts wandte sich an Dr. Flemming, reichte ihm zum Abschied seine Hand.

Dr. Roberts: „Wir werden sie jetzt verlassen, Herr Kollege. Es hat mich gefreut ihre Bekanntschaft zu machen.“

Dr. Flemming: „Das kann ich nur zurückgeben, Dr. Roberts. Auch wenn mir dies alles hier ein Rätsel ist… ich würde mich geehrt fühlen, wenn wir uns ein zweites Mal über den Weg laufen würden.“

Dr. Roberts: „Dies kann durchaus sein. Sie haben hervorragende Arbeit geleistet.“ Dr. Flemming fühlte sich geschmeichelt. Kurz ging Dr. Roberts in sich, dachte nach und wandt sich direkt an Peter.

Dr. Roberts: „Peter, wärst du damit einverstanden, dich gegebenenfalls als Kontaktperson zur Verfügung zu stellen, falls Dr. Flemming spezielle Fragen oder Hilfe benötigen sollte?“

Peter: „Ich wäre gern der Mittelsmann.“

Dr. Roberts: „Durch Dr. Alcott können sie mich kontaktieren, falls sie aus irgendeinem Grund Hilfe benötigen sollten.“ gab er gezielt an Dr. Flemming weiter. Peter gab Dr. Flemming seine Visitenkarte.

Baxter: „Wir sollten los, Doc.“ kam leise aus dem Hintergrund. Stumm nickten alle Beteiligten und die Gruppe setzte sich in Bewegung.

Die Stasiskammer glitt fast allein in Richtung Ausgang, die Männer begleiteten ihn wie eine Eskorte. Als sich die Türen zum Dach des Hubschrauberlandeplatzes öffneten und die Gruppe samt der Stasiskammer auf den länglichen Raptor zusteuerte, verschlug es Dr. Flemming die Sprache. Er blieb abrupt stehen, schaute ungläubig auf diese für ihn fremdartig aussehenden Fluggeräte. Er sah, dass eine weitere Person aus dem Inneren des größeren Fluggerätes kam und heraus sprang, um den anderen zu helfen… doch dieser war größer als die Anderen und trug einen sonderbar aussehenden Helm. Genaueres konnte er zwecks der Dunkelheit und dem spärlichen Licht auf dem Dach nicht erkennen. Catherines erkannte Vincent von weitem an dessen Statur. Er und die anderen Soldaten waren damit beschäftige die Stasiskammer im Raptor zu manövrieren und zu sichern. Sie und Peter hielten sich abseits des überlangen Raptors auf, damit sie nicht im Weg standen. Doch kam sie nicht weiter an ihn heran.

Als dies getan war, teilte sich die Gruppe auf. Erst jetzt gab sich Vincent Catherine offiziell zu erkennen, obwohl er seinen Helm aufbehalten hatte. Sanft begab er sich an ihre Seite, berührte ihren Arm. Verwundert blickte sie in seine Richtung und erkannte sofort seine poolblauen Augen.

Vincent: „Ich bin hier…“ Ohne ein weiteres Wort warf sie sich in seine Arme, ließ sich von ihm festhalten. Eine große Anspannung fiel von ihr ab.

Catherine: „Ich hatte mich schon gefragt, wo du sein könntest.“

Vincent: „Die ganze Zeit über war ich hier… wir müssen los, Liebes… du fliegst bei mir mit.“ Catherine sah ihn an, lächelte erleichtert.

Catherine: „Okay, danke…“ flüsterte sie. Catherine und Peter bekamen passende Fluganzüge, die sie hinter dem Raptor anzogen und flogen bei Charles mit.

Alle Insassen waren in den beiden Raptor aufgeteilt, verstaut und angeschnallt, die Türen wurden verriegelt, die Turbinen gestartet und hoben ab in den nächtlichen Himmel von New York. Dr. Flemming sah diesem Treiben zu, wie in einem Traum und verließ das Dach des Metropolitan Hospital wie in Trance.

Dr. Roberts: „Selbst wenn ich das jemandem sagen würde… das glaubt mir eh keiner… die würden mich für verrückt halten und suspendieren…sprach er zu sich selbst.

Die beiden Raptor aktivierten ihre Tarnung, hielten alle Lichter auf ´off´ und flogen von einem dunklen Gebäudeschatten zum nächsten, bis sie den Rand der Ostküste erreichten, um stetig in die Weiten des nachtschwarzen Himmels aufzusteigen. In wenigen Minuten verließen die kolonialen Raptor die Erdatmosphäre und machten sich auf den Weg zum Lazarettschiff.

Dr. Roberts sah regelmäßig auf sein medizinisches Touchpad und vergewisserte sich, dass es seinem Patienten gut ging. Zusammen mit Peter besprach er die weitere Vorgehensweise der Behandlung, die Catherine, Pilot Ares und Co – Pilot GreenBeen durch die gemeinsame Funkverbindung mitbekamen.

Catherine und Vincent hatten den ganzen Flug über keine Gelegenheit nur ein einziges Wort miteinander wechseln zu können oder um sich kurz in die Augen zu schauen. Ares und GreenBeen waren hoch konzentriert und damit beschäftigt die schnellste Flugroute zu koordinieren, ohne dass sie von Sonden oder Satelliten der Erde entdeckt würden. Doc Peter und Dr. Roberts konzentrierten sich voll und ganz auf Charles. Catherine stand zwischen den Stühlen. Sie wäre unwahrscheinlich gern an der Seite ihres Liebsten gerutscht, doch saß sie zu weit von ihm weg und ihren Vater wollte sie ebenso wenig allein lassen, obwohl Peter und Dr. Roberts an seiner Seite saßen.

Catherine: „Geht es meinem Vater gut?“ fragte sie leise. Dr. Peter Alcott und Dr. Roberts sahen sich an.

Dr. Roberts: „Seine Werte sind stabil. Außerdem hält die Kammer ihn zusätzlich warm.“

Doc Peter: „Die Kammer ist so konstruiert, dass er sogar vollkommen sicher darin wäre, wenn wir hier und jetzt den Raptor verlassen müssten.“ Catherine machte große Augen. An solch ein Szenario hatte sie nie im Traum gedacht.

Catherine: „Sein eigenes Rettungsboot, sozusagen…“ sagte sie kleinlaut, worüber Dr. Roberts und Peter breit lächeln mussten.

Dr. Roberts: „Ein erstklassiger Vergleich, Miss Chandler… das muss ich schon sagen.“ lobte er sie.

Der Flug zum Lazarettschiff verlief ohne Komplikationen, auch wenn es dieses Mal länger dauerte, denn unglücklicherweise waren die Satelliten der Erde zu diesem Zeitpunkt so ungünstig unterwegs, dass die beiden Raptor nur über Umwege in Richtung des Pluto kamen, wo sich die koloniale Flotte mit ihrem Lazarettschiff aufhielt.

Ares: „Raptor 23 an Lazarettschiff… Ankunft in wenigen Minuten in Landebucht 3, mit Dr. Roberts und schwerkrankem Patienten mit Begleitpersonen.

Lazarettschiff: „Verstanden Raptor 23… Landebucht 3 wird für ihre Ankunft vorbereitet. Wird etwas spezielles für den Transport benötigt?“

Ares: „Lazarettschiff… bitte warten…“ Dr. Roberts und die Anderen hörten den Funk 1 zu 1 mit. So konnte Dr. Roberts umgehend antworten.

Ares: „Doc… brauchen sie was?“

Dr. Roberts: „Nein, die Stasiskammer ist ausreichend und kann ohne Hindernisse zu den Behandlungsräumen gebracht werden.“

Ares: „Verstanden…“

Ares: „Lazarettschiff… Patient wird in einer Stasiskammer bis zu den Behandlungsräumen transportiert.

Lazarettschiff: Verstanden Raptor 23… wir erwarten sie in Kürze.“

Ares: „Raptor 23… ende…“

Der Landeanflug auf das Lazarettschiff war etwas anders, als auf dem Kampfstern. Dort war deutlich weniger Flugverkehr und die Landebucht war kleiner. Der überlange Raptor drehte sich auf der Stelle um 180 Grad, sodass das Heck mit der Zugangsladeluke direkt zum Ausgang zeigte. So musste die Kammer nicht noch zusätzlich um den Raptor herum geführt werden, um die Landebucht zu verlassen.

Als sich die Heckklappe des überlangen Raptors öffnete, stiegen Catherine und Peter als erstes aus. Im kleinen Hangar des Lazarettschiffes warteten bereits zwei Assistenten, die umgehend dabei halfen die Stasiskammer aus dem Raptor zu ziehen. Peter half Catherine aus Helm und Anzug, während Dr. Roberts und seine Assistenten die Kammer aus dem Hangar zu den Behandlungsräumen schafften. Beide folgten der Gruppe umgehend.

GreenBeen und Ares brachten derweil den überlangen Raptor zurück zur Olympic. Brandon und Troy, die sofort zur Olympic zurückgeflogen waren, brachten Vincent zurück zum Lazarettschiff, wo er Catherine mit seiner Anwesenheit unterstützen konnte und flogen im Anschluss weiter zu ihrem neuen Einsatz.

Catherine wartete in der Zwischenzeit geduldig in einem Besucherraum, bis es irgendwelche Neuigkeiten von den Ärzten für sie gab. Sie ging von einem Eck ins nächste, setzte sich mal hier und mal dort hin, hielt sich mit beiden Händen an ihren Oberarmen und ließ die letzten Stunden noch einmal revue passieren, als sich die Tür des Besucherraums öffnete und Vincent den Raum betrat. Vor lauter Freude und Erleichterung über seine Anwesenheit atmete sie stoßweise aus, erhob sich abrupt von ihrer Sitzgelegenheit und floh in seine Arme, die sie vollständig umschlossen und festhielten.

Vincent: „Ich bin hier…“ flüsterte er sanft und beruhigend.

Catherine: „Endlich…“ Sie bettete ihren Kopf an seiner breiten Brust, spürte seinen Herzschlag, sein kräftiges Atmen. Catherine selbst musste vor Erleichterung ein paar Mal tief durchatmen. Von jetzt auf gleich brachen bei ihr alle Dämme… ihren Augen waren voller Tränen, die über ihr Gesicht liefen. Vincent spürte ein leichtes Beben, das durch ihren Körper fuhr. Er öffnete ihre gemeinsame Verbindung und erkannte ihre Traurigkeit, aber auch Erleichterung über das Geschehene. Vincents Arme schlossen sie noch fester an seine Brust, sanft küsste er ihren Kopf, wiegte sie leicht hin und her.

Vincent: „Schschschhhhh… alles wird gut.“ Catherine sah irgendwann zu ihm rauf. Ihre Augen und das Gesicht, ebenso sein dunkles Longshirt, waren feucht von ihren Tränen, welche er mit seiner Hand wegwischte. Beide suchten nach den richtigen Worten.

Catherine: „Ich bin so froh und erleichtert, dass du jetzt hier bei mir bist.“ Ein sanftes Lächeln huschte über sein Gesicht.

Vincent: „Ich wäre gern schon viel früher an deiner Seite gewesen, aber… nun ja…“ versuchte er sich zu entschuldigen.

Catherine: „Wir beide wissen, dass dies nicht möglich war. Wenn dich jemand gesehen hätte… ich weiß nicht was für mich schlimmer gewesen wäre.“

Vincent: „Ja, das ist richtig… trotzdem… ich kam mir das erste Mal wirklich hilflos vor.“ gestand er sich ein. Catherine hatte Mitleid mit ihm.

Catherine: „Bitte sag so etwas nicht. Mein Vater wäre nicht mehr am Leben, wenn du nicht wärst oder… wenn wir uns nicht kennen würden. Er verdankt dir sein Leben, Liebling. Vergiss das nicht. Du warst genau dort, wo du sein solltest und nur so konntest du uns helfen. Diese ganze Aktion ist innerhalb von nur ein paar Stunden von statten gegangen.“ Mit seiner linken Hand strich er eine verirrte Strähne aus Catherines Gesicht.

Vincent: „Selbst wenn ich in New York gewesen wäre, hätte ich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihn hier her zu bringen. Peter war ebenfalls in der Nähe… den Göttern sei Dank… Jeder von uns war dort, wo er sein sollte zu diesem Zeitpunkt, um deinen Dad zu retten.“ gestand er sich ein.

Catherine: „Das war Teamwork…“

Vincent: „… und Schicksal.“ Verwundert sah sie ihn an.

Vincent: „Da dein Dad nun hier ist, wird er über kurz oder lang erfahren, dass er sich nicht mehr auf der Erde befindet, sondern ein paar Tausend Kilometer von seiner wissentlich letzten Position entfernt.“

Catherine: „Was meinst, wie wird er reagieren?“

Vincent: „Da fragst du mich? So viel ich weiß, ist es dein Vater… nicht meiner. Mein Dad wäre ruhig und gefasst und… ahm würde die Lage analysieren und sehr viel darüber nachdenken.“ Darüber mussten beide Schmunzeln.

Catherine: „Mein Dad kennt dich, Liebling und er vergöttert dich…“ verlegen sah Vincent sie an.

Catherine: „Jetzt sieh mich nicht so verlegen an… du weißt, dass es wahr ist. Er hält sehr viel von dir. Wir beide sollten es ihm so schonend wie nur möglich beibringen.“

Vincent: „Einverstanden… Teamwork…“

Catherine: „Teamwork…“ Ein paar Sekunden lang sahen sie sich an, ertranken in den Augen des jeweils anderen.

Vincent: „Du hast mir gefehlt, Liebes.“ sagte er sanft, nur für ihre Ohren hörbar.

Catherine: „Du mir auch… ich habe dich so sehr vermisst.“ Vincent beugte sich ihr entgegen, nahm ihre wartenden Lippen. Catherine legte sich voll ganz in seine Arme und in diesen traumhaft innigen Kuss hinein.

Catherine: „Besonders das hat mit gefehlt…“ flüsterte sie heiser, mit leicht geröteten Wangen.

Vincent: „Mir auch…“

Beide wurden je unterbrochen, als sich die Tür des Besucherraumes öffnete. Dr. Roberts und Dr. Peter Alcott traten herein, um Catherine auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen. Gespannt sahen Catherine und Vincent den beiden Ärzten entgegen.

Catherine: „Gibt’s was Neues?“ wagte sie kaum auszusprechen. Ihr Herz klopfte bis zum Hals. Peter lächelte leicht, wie nur er es konnte.

Peter: „In der tat, ja Catherine.“ Peter sah zu Dr. Roberts und überließ ihm das Behandlungsgespräch.

Dr. Roberts: „Dank der schnellen Reaktion und den Aktionen wird ihr Vater keine bleibenden Schäden davontragen.“ Abrupt sah sie Vincent an, der sie sofort in den Arm nahm.

Catherine: „Gott sei Dank…“

Dr. Roberts: „Dennoch wird es einige Zeit dauern, bis er völlig geheilt ist.“

Vincent: „Wie sieht es derzeit aus?“

Dr. Roberts: „Zum jetzigen Zeitpunkt bin ich recht zufrieden. Charles wird für ein paar Tage in der Stasiskammer bleiben müssen. Um ihm die Heilung zu erleichtern, habe ich ihn in ein künstliches Koma versetzt. Die Organe funktionieren wieder einwandfrei, alle Venen und Arterien sind frei von Ablagerungen und Blutgerinnseln, die den Schlaganfall verursacht haben. Er hätte binnen der nächsten Stunden einen weiteren Schlaganfall erlitten, der ihn wahrscheinlich das Leben gekostet hätte. Von den Blutgerinnseln war einer sehr nahe der Halsschlagader. Vor Abflug aus dem Krankenhaus hatte ich dafür gesorgt, dass seine Blutgefäße erweitert wurden.“

Peter: „Als hättest du es geahnt.“ lächelte er seinen Kollegen an.

Dr. Roberts: „Wo einer ist, ist der andere nicht weit weg.“

Catherine: „Ich weiß gar nicht, wie ich euch allen Danken soll.“

Dr. Roberts: „Diese Reaktion von ihnen, Miss Chandler, ist Dank genug. Und außerdem konnte ich endlich einmal einen wahren Adama von nahem sehen.“ Versuchte er die Stimmung aufzuheitern.

Vincent: „Das wird nicht das letzte Mal gewesen sein, Doc… sie haben mein Wort.“

Dr. Roberts: „Aber nicht in meinen Behandlungsräumen, junger Mann. Bitte wohl auf und unverletzt bei einem Glas Ale dort drüben in Bug Front 10 oder auf dem Flaggschiff ihres Vaters auf ein Glas Burbon.“

Vincent: „Das lässt sich arrangieren. Es wäre mir eine Ehre…“ lächelte er.

Catherine: „Peter… was soll ich sagen… vielen Dank. Du hast alles in Bewegung gebracht.“

Peter: „Kleines, ich werde doch meinen besten Freund nicht kampflos aufgeben. Das hat er nicht verdient…“ Catherine schlüpfte aus Vincents Armen direkt zu Peter und umarmte ihn.

Dr. Roberts: „Sie können gern zu ihm gehen, wenn sie wollen. Ihr Vater ist zwar nicht bei Bewusstsein, aber er wird wissen, dass sie da sind.“

Catherine: „Ja, ich würde ihn sehr gerne sehen.“ Hilfesuchend sah sie zu Vincent.

Vincent: „Ich begleite dich, keine Sorge.“ Catherine nahm seine Hand, hielt sie auch mit ihrer anderen Hand fest umschlossen.

Der Weg bis zum Behandlungsraum war nicht weit. Es öffnete sich eine größere Tür, sobald man davor stand. Vor ihnen tat sich ein sehr viel größerer Raum auf, der in verschiedene Abteilungen unterteilt war. Dort standen mehrere Betten, an deren Kopfteil große Bildschirme angebracht waren.

Vincent: „Das sind sogenannte Bio – Betten. Liegt ein Patient darauf, werden am oberen Bildschirm die Vitalfunktionen angezeigt.“

Catherine: „Okaaayyy…“ sagte sie verblüfft.

In einem Nebenraum befand sich die Stasiskammer. Das Licht war gedimmt. Außer den sanft piependen Geräuschen war es ruhig. Catherine trat an dicht an die Stasiskammer heran, um das Gesicht ihres Vaters durch das kleine Sichtfenster sehen zu können.

Catherine: „Kann ich kurz seine Hand halten… oder muss die Kammer geschlossen bleiben?“

Dr. Roberts: „Sicher geht das. Die Kammer wird in regelmäßigen Abständen geöffnet, um alle Kontakte zu überprüfen.“ Mit dem drücken von zwei Tasten öffnete sich die Kammer. Catherine konnte eine leichte Wärme spüren. Vorsichtig suchte sie an der Seite nach der rechten Hand ihres Vaters und hielt sie für eine Weile fest. Sanft strich sie seine Wange, legte ihre linke Hand auf seinen Brustkorb. Charles war warm und atmete selbstständig und kräftig. Vincent trat von hinten an sie heran, hielt sie zaghaft an den Hüften.

Catherine: „Er lebt…“

Vincent: „Ja, er lebt… und wird wieder gesund.“ Catherine sah über ihre Schulter direkt in Vincents Gesicht und lächelte.

Dr. Roberts: „Miss Chandler?“

Catherine: „Catherine, bitte…“ Dr. Roberts lächelte.

Dr. Roberts: „Catherine… seien sie unbesorgt. Ihr Vater ist in guten Händen.“

Catherine: „Ich habe keinen Zweifel daran, Dr. Roberts. Ich vertraue ihnen und ihrem Team.“

Dr. Roberts: „Wir müssen die Kammer wieder schließen… tut mir leid. Aber sie können ihn sehen, wann immer sie wollen.“

Catherine: „Das hört sich gut an, vielen Dank.“

Dr. Roberts: „Sobald sich eine Veränderung ergibt, werde ich ihnen umgehend Bescheid geben.“

Vincent: „Sollte dennoch irgendetwas unerwartetes sein und sie etwas kurzfristig brauchen… egal was, dann bin ich sofort abrufbar.“

Dr. Roberts: „Gut zu wissen, Lt. Col. Adama. Ich hätte nie gedacht, einmal direkten Zugang zu ihnen zu haben. Sie sind wie ein Mythos.“

Vincent: „Was soll ich darauf antworten?“ grinste er verlegen.

Dr. Roberts: „Einen Adama sprachlos zu sehen ist mir Antwort genug. Ich bin auf ihren Vater gespannt.“ Beide Männer reichten sich die Hand.

Vincent: „Das kann ich mir vorstellen.“

Peter: „Sprachlos… du?... Ich kann es kaum glauben, mein Freund.“

Vincent: „Es gibt für alles ein erstes Mal.“

Peter: „Definitiv, ja… Wie sieht es zeitlich bei euch aus?“ kurz blickte Peter auf Charles.

Peter: „Es ist zwar nicht gerade der richtige Ort dafür, aber… nun ja… ich muss etwas essen… mein Magen schreit nach Nahrung.“ Gestand er vorsichtig. Vincent horchte in sich hinein, legte eine Hand auf seinen Magen.

Vincent: „Ich muss zugeben, ich könnte ebenfalls was essen. Wie ist es bei dir, Liebes?“ auch sie blickte zu ihrem Vater, deren Kammer wieder verschlossen wurde und haderte mit sich.

Dr. Roberts: „Catherine, sie müssen etwas essen. Hier können sie nichts weiter für ihn tun. Jetzt heißt es abwarten und sich in Geduld üben. Es wird in den nächsten Tagen nichts weiter an ihrem Vater unternommen, außer seine Werte zu beobachten, gegebenenfalls wird ihm ein Medikament verabreicht und er wird mit Flüssignahrung versorgt.“ Catherine sah es ein und stimmte ihm zu.

Catherine: „Sie haben recht, Doktor. Ihr drei habt recht… ich muss auch was essen und vorallem trinken.“

Vincent: „Gut, dann lasst uns zur Olympic fliegen. Kommen sie mit, Doc? Ich gebe ein paar Drink-Runden aus.“

Dr. Roberts: „So gern ich würde, aber meine Schicht ist noch nicht beendet. Vielleicht im Anschluss… falls ihr noch dort sein solltet.“

Vincent: „Dann sehen wir uns später, Doc.“

Wieder im Hangar des Lazarettschiffes, wartete dort bereits Baxter mit einem normalen Raptor auf Peter, Catherine und Vincent.

Vincent: „Bax, ich wusste gar nicht, dass du hier auf uns gewartet hast.“

Baxter: „Überraschuuuung…“ grinste dieser und breitete seine Arme aus.

Catherine: „Danke Baxter…“ lächelte sie, wobei er fast schmolz.

Baxter: „Taxi Baxter stets zu diensten.“ Entgegnete er galant, verbeugte sich und lud die drei zum Einsteigen ein.

Baxter und Vincent hatte ihre Anzüge die ganze Zeit über angelassen, bis zur Hüfte ausgezogen und hatten die Ärmel an der Taille miteinander verknotet. In Windeseile waren die beiden fertig angezogen. Die zwei halfen Catherine und Peter beim Anlegen ihrer Anzüge, setzten ihnen ihre Helme auf und flogen zusammen im Raptor zur Olympic.

Hand in Hand gingen Catherine und Vincent nach ´Bug Front 10´, dicht gefolgt von Peter und Baxter. Sie setzten sich wie gewohnt abseits der Anderen Crewmitglieder. Ihre engen Freunde hatten extra für sie Plätze freigehalten. Zusammen genossen sie die gemeinsame Zeit mit Essen, leichten Getränken und diversen Gesprächsthemen, an denen auch Dr. Roberts 2 Stunden später teilnahm. Peter und Dr. Roberts waren vertieft in ihre medizinischen Themen, Catherine erzählte von den letzten Stunden mit ihrem Dad und was darauf folgte. Gemeinsam machten sie ihr Mut und versicherten Catherine, dass alles gut werden würde.

Erst sehr viel später übermannte sie die Müdigkeit. Die Anwesenden am Tisch zogen sich in ihre Quartiere zurück, so auch Catherine und Vincent. Peter, der auf dem Schiff ein Übergangsquartier hatte, blieb ebenfalls.

Beide entledigten sich ihrer Kleidung, zogen was leichteres für die Nacht über und saßen nachdenklich auf der großen Couch. Vincent hatte sein Oberteil ausgezogen und Catherine lehnte an seiner breiten Brust, hielt seine linke Hand fest, strich gedankenverloren darüber.

Vincent: „Woran denkst du?“

Catherine: „An den heutigen Tag… was alles passiert ist… wie es weiter geht…“

Vincent: „Halte vorerst an dem Gedanken fest, dass dein Vater in sicherheit ist. Er wird überleben und laut Dr. Roberts auch wieder vollkommen gesund.“

Catherine: „Ich kann das gar nicht richtig begreifen.“

Vincent: „Es war recht viel heute, Liebes. Wie gesagt… was auch immer heute passiert ist, hat sich zum Guten gewendet.“

Catherine: „Den Göttern sei dafür gedankt…“ flüsterte sie, worüber Vincent lächeln musste.

Catherine: „Was…“ sah sie verwundert zu ihm auf.

Vincent: „Du hast nicht eurem Gott gedankt, sondern unseren Göttern.“

Catherine: „Nun sagen wir mal so… wenn es nach unserem Gott gegangen wäre, dann wäre mein Dad nicht mehr am Leben. Somit können es nur eure Götter gewesen sein, die ihn davor bewahrt haben. Die dazu in der Lage waren ihn zu retten.“

Vincent: „Da ist was Wahres dran.“ stimmte er schmunzelnd zu.

Catherine: „Irgendwelche Einwände?“

Vincent: „Nein, nicht im geringsten. Wie machst du das eigentlich in den nächsten Tagen mit deiner Arbeit? Müsstest du morgen ins Büro?“ Catherine schreckte hoch, sah ihn mit großen Augen an.

Catherine: „Oh mein Gott, du hast recht. Das hatte ich völlig verdrängt. Ich muss Joe bescheid geben… irgendwie zumindest.“ Vincent sah auf seine Uhr.

Vincent: „Nun, es ist weit nach Mitternacht in New York… aber es wäre ein driftiger Grund.“

Catherine: „Joe wird mir deswegen sicherlich keinen Vorwurf machen. Ganz im Gegenteil… er wird eher besorgt sein und seine Hilfe anbieten.“

Vincent: „Er scheint ein gutes Herz zu haben.“

Catherine: „Das hat er wirklich. So wie du, mein Schatz.“ Strich sie sanft über sein Kinn.

Vincent: „Hast du deinen Kommunikator dabei?“ Sie stand auf, kramte in ihrer Handtasche.

Catherine: „Das hoffe ich. Wenn, dann bestimmt ganz unten in der Tasche, wie immer. Wenn nicht, dann in meinem Apartment. Der muss aber hier sein… ahja… wer suchet der wird auch finden… hier ist er… und nun?“ Sie hielt den Kommunikator abwartend in der Hand.

Vincent: „Mit einer speziellen Freischaltung kannst du damit Joe von hier aus erreichen. Gib ihn mir kurz…“ Catherine reiche ihm den Kommunikator, legte seine Kennung inklusive Fingerprint darauf und gab es ihr wieder.

Vincent: „Du kannst jetzt ganz normal seine Nummer eingeben, als würdest du in deinem Apartment sein.“ Catherine tat, wie er ihr sagte und hatte nach mehrmaligem klingeln Joe am anderen Ende.

Joe: „Hallo?“ kam es müde und verschlafen.

Catherine: „Hey Joe, hier ist Catherine. Entschuldige bitte… ich weiß es ist schon sehr spät.” Plötzlich war dieser im Handumdrehen munter.

Joe: „Cathy, ist was passiert? Es ist ungewöhnlich für dich, mich um diese Zeit anzurufen.“ Sie musste tief durchatmen.

Catherine: „Da liegst du richtig, Joe. Mein Vater hatte heute einen Schlaganfall. Man hat ihn ins Krankenhaus bringen müssen. Ich bin bei ihm.

Joe: „Oh mein Gott, das tut mir leid, Kiddo. Wie ernst ist es?“

Catherine: „Das wird die Zeit sagen. Ich habe ihn in eine Privatklinik verlegen lassen. Ich möchte nur das du weißt, dass ich die nächsten Tage nicht ins Büro kommen werde. Ich möchte bei ihm sein. Ich hoffe du verstehst das.“

Joe: „Ja sicher, klar, kein Problem. Das verstehe ich vollkommen. Mach dir darüber keine Gedanken. Dein Dad hat Vorrang. Wenn du etwas brauchen solltest, dann melde dich einfach, okay?“

Catherine: „Ja mach ich, Joe. Vielen Dank… ach ähm, ich werde nicht in meinem Apartment sein, falls du oder jemand anderes versucht mich zu erreichen oder nach mir zu sehen. Ich gebe bescheid, wenn ich wieder in New York sein sollte.

Joe: „Hast du jemanden an deiner Seite, der dir beisteht? Ich meine dein Freund, du weißt schon.“

Catherine: „Ich bin nicht allein. Mein Partner ist bei mir und passt gut auf mich auf.“

Joe: „Alles klar, Cathy. Gut zu wissen. Dann grüße ihn bitte unbekannterweise von mir. Viel Glück und alles Gute für deinen Dad.“

Catherine: „Danke Joe… bis dann.“ Erleichtert in sich hineinlächelnd beendete Catherine das Gespräch mit Joe und atmete tief durch.

Catherine: „Ich soll dir unbekannterweise Grüße von Joe ausrichten.“ Vincent schmunzelte sanft.

Vincent: „Dankeschön… wie hat er es aufgenommen?“

Catherine: „Wie ich mir schon dachte… er war besorgt und hat seine Hilfe angeboten, falls ich sie brauchen sollte.“

Vincent: „Ein guter Freund, hm?“

Catherine: „Ja, das ist er.“

Vincent: „Vielleicht sollten wir es in Betracht ziehen, ihn irgendwann ebenso einzuweihen… wie Jenny und Nancy.“

Catherine: „Meinst du wirklich?“

Vincent: „Ich denke schon, ja. Es wäre eine gute Sache, wenn ein guter Freund, der nebenbei noch dein Boss ist, mit einbezogen wird und du ihm vertrauen kannst. Aber das ist jetzt ziemlich weit hergeholt. Lass uns das ein anderes Mal in Ruhe durchdenken. Im Moment ist dein Vater wichtiger. Alles andere steht außen vor.“

Catherine: „Du hast recht. Mein Kopf lässt heute keine weiteren geistigen Anstrengungen mehr zu. Das war einfach zu viel.“

Den Abend verbrachten Catherine und Vincent eng beieinander. Sie genossen die Nähe des jeweils anderen und schliefen Seite an Seite ein.


Am nächsten Morgen war Catherine, wie sonst auch, vor Vincent wach. Sie musste sich anfangs orientieren, um sicher zu gehen, wo sie sich befand. Schnell holten sie die Erinnerungen des gestrigen Tages ein. Sie rieb sich ihr müdes Gesicht, sah auf die andere Seite des Bettes und atmete erleichtert durch, lächelte. Vincent war bei ihr und schien tief und fest zu schlafen. Seine Atemzüge waren tief und langsam.

Catherine glitt langsam aus dem riesigen Kingsize – Bett, machte sich im Bad frisch, ließ sich vom Replikator einen Kaffee zubereiten und ging mit der Tasse zurück ins Bett. Sie lehnte sich an das große Sichtfenster, direkt am Kopfende des Bettes, nippte an ihrer Tasse und beobachtete das rege Treiben, welches sich in der Ferne abspielte. Viper und Raptor flogen hin und her, tauchten auf einmal auf und verschwanden von jetzt auf gleich. Es hatte eine zusätzliche beruhigende Wirkung auf Catherine.

Sie hatte die Zeit ein wenig ausblenden können und träumte vor sich hin, als sie etwas sehr leicht am Arm streichelte. Catherine bemerkte dies nicht gleich, bis es sie doch aus ihren Gedanken holte. Ihr Blick wanderte zu ihrem gestreichelten Arm… Vincent war es, der federleicht mit seiner Rückhand darüber strich. Ohne ein Wort sahen sich beide an. Seine Augen waren noch recht schläfrig. Sanft streichelte Catherine sein müdes Gesicht, fuhr seine markanten Konturen entlang. Nur langsam kam Vincent zu sich.

Vincent: „Ist das mein Oberteil?“ murmelte er gedämpft. Catherine lächelte, sah ihn gespielt herausfordernd an.

Catherine: „Mhm, ich hab es mir gestern zu eigen gemacht.“ und nippte frech an ihrem Kaffee.

Vincent: „Du hast es dir zu eigen gemacht… so, so…“ wiederholte er in einem unterschwelligen Ton und schob seinen Kopf auf ihren Schoß.

Catherine: „Du sollst immerhin wissen, dass du mich wieder hast.“ antwortete sie lächelnd, griff fest in seine Mähne.

Vincent: „Du traust dich was…“ raunte er müde und ein sanftes Grollen entkam seiner Kehle.

Catherine: „Durch dich wurde ich mutig.“

Vincent: „Ich habe dich nie anders erlebt, mein Schatz.“ Catherines Hände fuhren durch seine lange weiche Mähne, ließ ihre Fingernägel mit leichtem Druck über seine Kopfhaut gleiten.

Catherine: „Das nehme ich als Kompliment.“

Vincent: „Das ist es durchaus…“ Vincent schloss genussvoll seine Augen, ließ sich von Catherines Händen verwöhnen und driftete zurück in den Schlaf.

Nach einer dreiviertel Stunde etwa regte sich Vincents Kopf auf Catherines Schoß. Sie spürte seinen zarten Mund auf ihrem Oberschenkel, der weiche verführerische Küsse dort hinterließ, dann zu ihrem Bauch hinauf wanderte. Catherines Herz begann schneller zu schlagen, als Vincent sich langsam, aber bestimmend von ihrem Schoß aufrichtete, ihren erwartungsvollen Blick einfing, mit seinen Fingern vorsichtig ihren Slip an der Hüfte ertastete, um ihn von ihr abzustreifen. Catherine bewegte und wiegte ihr schmales Becken, um ihm dabei zu helfen, ließ ihn keine Sekunde aus den Augen. Den Slip warf er achtlos zur Seite und auf den Boden, öffnete ihre Beine, schwebte über ihrem wartenden, bebenden Körper und küsste sie innig... immer und immer wieder. Vincent machte ihr damit unmissverständlich deutlich, dass sie ihm gehörte. Ihre Hände versuchten ihn weiter zu sich runter zu ziehen und spürte jeden einzelnen Muskel seines Rückens, seiner Flanken, den Schultern, den Bizeps und den Trizeps. Selbst ihre Beine versuchte sie um ihn zu schlängeln. Sie hielt es fast nicht mehr aus, so sehr sehnte sie sich nach ihm und seinem Körper. Vincent fühlte und spürte ihre Ungeduld… sie wollte mehr… sie wollte ihn überall an, auf und in ihrem Körper. Die Art und Weise wie Catherine ihm entgegensehnte, ließ ihn stürmischer voran schreiten. Sein Mund verließ den ihren. In einer ungeduldigen Geste fegten seine Hände ihr ´zu eigen gemachtes´ Oberteil vom Körper. Catherines Herz pochte vor Erwartung, vor Erregung. Ihre beiden festen Brüste sahen ihn an, verlangten nach seinem Mund… und kam der dringenden Bitte nach. Mund und Zunge saugten, knabberten, leckten und zogen abwechselnd an den Knospen. Catherines Unterleib wölbte sich seinem entgegen, ihre Atmung kam stoßweise, ihre Hände verfingen sich in seiner Mähne, griffen fest hinein, wollten ihn dort behalten. Catherines Augen wanderten über den wunderbar muskulös gebauten Mann direkt über ihr, der sich seinen Weg zu ihrer wartenden Weiblichkeit bahnte. Als er fast am Ziel angekommen war, legte sich Catherine zurück, nahm ihren Hände über ihren Kopf und griff voller Erwartung in die Kissen. Sie spürte die Wärme seines Atems an ihrer Weiblichkeit und hatte Mühe nicht sofort zum Höhepunkt zu kommen. Es war so elektrisierend.

Catherine: „Oh bitte…“ flehte sie keuchend.

Catherine: „Oh Vincent, bitte…“ wiederholte sie.

Vincent: „Ich will dich… ich muss von dir kosten…“ er klang völlig erregt, seine Stimme war tief und vibrierte.

Catherine: „Ja bitte… oh Gott, bitte… ich will es…“ Sein Mund und seine leicht raue Zunge nahmen ihre bereits stark geschwollene Knospe. Catherine war durch das Vorspiel so erregt, dass sie am ganzen Körper bebte, sich unter ihm wandt, sodass er sie mit seinen Händen an Ort und Stelle hielt. Sie spürte die sanfte Kraft in seinen Händen, legte ihre Hände auf seine, die an ihren Oberschenkeln saßen und versuchten sie ruhig zu halten. Bei jedem Zungenschlag folgte ein dezentes Saugen und machte Catherine fast verrückt. Sie war mittlerweile kurzatmig, warf ihren Kopf von einer Seite zur anderen, ihre Haut schwitzig glänzend. Vincent ließ abrupt von ihr ab, entledigte sich in Sekundenschnelle seiner Schlafhose, glitt weit über sie, betrat sie hart in ihrer völlig erregten Mitte. Catherine stieß ein quälendes Stöhnen und Keuchen heraus, als er sie sich nahm, sich kraftvoll in ihr bewegte, sie vollends ausfüllte. Sein überaus großer und dicker Schaft stimulierte ihre Weiblichkeit von der Knospe bis zum Muttermund. Vincent betrat und verließ immer wieder mit seinem Schaft ihre heiße Mitte, musterte ihre verletzliche Position direkt unter ihm. Ihr Gesicht, ihre Augen waren angespannt, ihr Mund geöffnet. Seine rechte Hand schaffte es ihre linke Wange, ihren Nacken zu ergreifen, sie zu sich zu ziehen, um ihren Mund, ihren Zunge tief zu nehmen und zu verwüsten. Durch diese völlig andere Position veränderte sich ihr Stellungswinkel und Catherine überkam ihr Höhepunkt, während Vincent sie tief, hungrig und innig küsste. Ihr blieb fast die Luft weg und verstärkte ihren Orgasmus, der sich in ihrem ganzen Körper ausbreitete und ihr die Tränen des Glücks bescherten. Vincent spürte deutlich Catherines übermäßigen Orgasmus und das sie entkräftet zurücksank. Dann umfasste er mit seiner rechten ihren linken Oberschenkel, winkelte diesen an, stieß kräftig in sie hinein, bis auch er seinen Höhepunkt erreichte, sich in ihr ergoss und schwer atmend auf seinen Unterarmen stützend auf ihr zusammenbrach. Catherine schaffte es gerade noch ihre kraftlosen Arme um ihn zu legen und ihn beruhigend streichelte, als Vincent seinen schweren Kopf auf Catherines Schulter platzierte und versuchte seine Atmung wieder unter Kontrolle zu bringen. Sein Herz schlug ihm bis hoch zu den Ohren, wo er sein Blut rauschen hörte.

Beide Körper zitterten vor Überanstrengung, Catherines Arme und Beine fühlten sich an wie Pudding, denken konnte keiner von beiden in den nächsten Minuten. Sanft küsste Vincent Catherines Halsbeuge, ihre Schulter, richtete sich langsam über ihr auf, um in ihre wunderschönen grünen Augen zu schauen. Er war noch immer mit ihr verbunden.

Catherine: „Mmmmh, welch süße und angenehme Folter…“ murmelte und lächelte sie zufrieden, blickte ihn mit verschleierten Augen an. Sanft strich er Catherine eine verwirrte Strähne aus ihrem Gesicht.

Vincent: „Jederzeit wieder…“ schmunzelte er verführerisch.

Catherine: „Jederzeit? Wirklich?“ hinterfragte sie schelmisch, umklammerte ihn mit beiden Beinen, zog ihn zu sich. Durch den plötzlichen Druck stieß er ruckartig in sie hinein, was sie zum stöhnen brachte. Catherines Ausdruck des puren Vergnügend ihn in sich zu haben erregte Vincent immens. Er begann sich in ihr zu bewegen, schwoll immer mehr in ihr an und verstärkte die Reibung zwischen ihnen. In Catherines inneren vibrierte es, alle Nervenbahnen arbeiteten auf Hochtouren, waren auf das Äußerste erregt. Ihr Becken hob, bog und senkte sich ihm und seinem Rhythmus entgegen, bis beide ihren Höhepunkt erreichten.

Vincent: „Du schaffst mich…“ flüsterte er erledigt, als Catherine breit grinsend sanft ihre Fingernägel über seinen Rücken gleiten ließ, welches ihm zu einer Gänsehaut brachte.

Catherine: „Gern geschehen…“ lachte sie heiter, küsste ihren Vincent innig.


In den kommenden Tagen besuchte Catherine ihren Vater Charles täglich auf dem Lazarettschiff. Sie wurde oft von Vincent oder einer ihrer neuen Freundinnen Janice, Anastasia ´D ` oder Alicia begleitet.

Charles Allgemeinzustand verbesserte sich von Tag zu Tag, sodass es nach zehn Tagen an der Zeit war ihn aus dem künstlichen Tiefschlaf zu holen.

Dr. Roberts: „Catherine, ich habe vor ihren Vater morgen langsam aufwachen zu lassen.“ Freudestrahlend sah Catherine von Dr. Roberts zu Vincent.

Catherine: „Das sind fantastische Neuigkeiten!“

Vincent: „Ab wann wäre er ansprechbar?“ hakte er nach.

Dr. Roberts: „Wir gehen es langsam an… etwa 1-2 Tage später denk ich.“

Vincent: „Gut, da sind wir erleichtert.“

Catherine: „Wird mein Vater, aufgrund des Schlaganfalls irgendeine Rehabilitation benötigen?“

Dr. Roberts: „Nein, nicht übermäßig. Einzig und allein sein Bewegungsapparat muss in Schwunge gebracht werden. Seine Gelenke werden sich etwas steif anfühlen. Immerhin hat er sich die letzten 10 Tage nicht bewegt. Ansonsten führen wir spezielle Test mit ihm durch, die uns mitteilen und zeigen werden, was seine Gedächtnisleistung, Koordination und Motorik angeht. Ich gehe aber von keinem Defizit aus. Das sind reine Kontrollen, damit nichts übersehen oder vernachlässigt wird.“

Catherine: „Das klingt zu schön, um wahr zu sein, Dr. Roberts.“

Dr. Roberts: „Vertrauen sie mir, Catherine… ihr Vater wird wieder der Alte sein, wenn nicht noch fitter und gesünder als vorher.“ Fragend sah sie zu Vincent, der sie anlächelte und nickte.

Vincent: „Keine Sorge… Dr. Roberts weiß, wovon er spricht.“ Versicherte er ihr.

Catherine: „Ich bin für jedes Wunder zu haben, ihr zwei.“

Wie geplant begann Dr. Roberts mit der Aufwachphase bei Charles. Catherine war stets bei ihm.

Schon nach ein paar Stunden bewegten sich Charles Finger. Abrupt nahm sie seine Hand in ihre, umfasste sie mit der anderen und legte sie an ihre warme Wange, platzierte ab und zu einen Kuss darauf.

Ein paar Stunden später gesellte sich Vincent dazu, der seinen Dienst beendet hatte.

Vincent: „Wie geht es ihm?“ Catherine drehte sich zu Vincent und lächelte.

Catherine: „Ganz gut denk ich. Dr. Roberts meinte, dass er sehr gut auf die Behandlung anspricht. Er meinte auch, dass Daddy morgen evtl. bereits wach sein wird.“

Vincent: „Doch schon so bald… großartig. Es läuft besser als gedacht.“

Catherine: „Ja, den Göttern sei Dank.“ Vincent küsste sanft ihren Scheitel, stand hinter ihr und legte eine Hand an ihren zarten Nacken.

Catherine: „Stell dir vor, er seine Finger bewegen können.“ strahlte sie ihn an.

Vincent: „Er macht definitiv positive Fortschritte.“ kurz dachte er nach. Catherine sah müde und geschafft.

Vincent: „Wann hast du das letzte Mal was gegessen?“ fragte er verhalten, denn er kannte sie gut genug. Catherine dachte angestrengt nach.

Catherine: „Frühstück?“ riet sie vorsichtig. Genau wusste sie es nicht.

Vincent: „Frühstück! Hast du eine Ahnung, wie spät es mittlerweile ist?“ Unschuldig sah sie ihn an.

Vincent: „Komm, lass uns etwas Essen gehen.“ Sie war hin und her gerissen, konnte sich nicht entscheiden. Vincent ging neben ihr auf die Knie. Beide sahen sich tief in die Augen.

Vincent: „Du musst bei Kräften bleiben, Liebes. Wenn dein Vater tatsächlich morgen aufwachen sollte, dann müssen du und ich unter Umständen die ersten seiner unzähligen Fragen beantworten. Dafür musst du gerüstet sein.“

Catherine: „Du hast ja recht.“ Gestand sie sich ein, lächelte ihn an.

Vincent: „Du gibst mir recht?“ tat er gespielt überrascht.

Catherine: „Ja, das tue ich, aber gewöhn dich nicht daran.“ grinste sie triumphierend.

Vincent: „Keine Sorge…“ beide küssten sich, Vincent zog Catherine mit sich nach oben. Dr. Roberts, der im Nebenraum war, kam hinzu und bekam Bruchstücke des Gespräches mit.

Dr. Roberts: „Sollte sich in den nächsten Stunden etwas verändern, dann gebe ich euch Bescheid. Ihr könnt in Ruhe von hier verschwinden, was Essen gehen und euch ausruhen.“ Catherine gab sich geschlagen und ließ sich von Vincent vom Lazarettschiff bringen.


Am nächsten Morgen ging Catherine wie gewohnt zu ihrem Vater Charles. Beim Betreten der Krankenstation fiel Catherine sofort die abseits stehende Stasiskammer ins Auge, jedoch ohne ihren Vater darin. Sie wurde nervös und unruhig.

Catherine: „Dr. Roberts?“ sie klang unsicher. Der Gerufene kam sogleich aus einem anderen Raum und lächelte.

Dr. Roberts: „Aah, Catherine… guten Morgen.“

Catherine: „Ist alles in Ordnung?“ fragte sie vorsichtig verhalten. Ihre Augen gingen in Richtung der Stasiskammer, er folgte ihrem Blick und er verstand.

Dr. Roberts: „Oh, kein Grund zur Beunruhigung. Wir haben ihren Vater heute Nacht in eines der normalen Biobetten gelegt. Er braucht die Kammer nicht mehr.“ Catherine atmete erleichtert durch.

Catherine: „Er braucht die nicht mehr… ihr Götter… Gott sei Dank.“

Dr. Roberts: „Ohjee, sie dachten es sei etwas geschehen.“ stumm nickte Catherine und lächelte.

Dr. Roberts: „Das tut mir leid, Catherine. War nicht meine Absicht…“

Catherine: „Schon in Ordnung… mir geht es gut… Wo ist er?“

Dr. Roberts: „Kommen sie, wir waren so frei und haben ihn in einen privaten Raum verlegt. Hier ist zeitweise zu viel los. Piloten und Offiziere kommen und gehen und er würde diverse Gespräche mitbekommen, die er nicht einordnen könnte.“ Er begleitete sie in einen anderen Raum, der direkt neben Dr. Roberts Büro angrenzte. Zwei größere Fenster befanden sich darin, die jedoch mit Jalousien geschlossen waren. Die Beleuchtung war angenehm warm und Charles war bequem und weich gebettet worden. Die Überwachungsmonitore um ihn herum waren leise und nicht störend.

Catherine: „Ich wei0 nicht was ich sagen soll… vielen Dank.“ Dr. Roberts lächelte.

Dr. Roberts: „Keine Ursache. Ihr Vater würde sich von Anfang an nur unnötig wundern und Fragen stellen. Es wird einfacher für ihn sein, wenn es so normal wie nur möglich für ihn wirkt.“ Catherine verstand seinen Gedankengang.

Catherine: „Macht alles Sinn, Doc… soweit hatte ich jedoch noch nicht gedacht.“

Dr. Roberts: „Das ist schließlich meine Aufgabe, Catherine. Sie haben die Aufgabe hier bei ihm zu sein.“ Lächelte er.

Dr. Roberts: „Dennoch hätte ich ihnen gestern über diese Möglichkeit Bescheid geben sollen. Mein Fehler, tut mir leid.“

Catherine: „Machen sie sich um mich keine Sorgen. Ich bin viel zu dankbar für die Rettung meines Vaters, Dr. Roberts, dass ich es immer noch nicht glauben kann. Wozu sie in der Lage waren… dafür fehlen mir die passenden Worte. Für mich ist es wie ein Wunder. Bei uns auf der Erde sagen wir zu den Ärzten… ´Götter in weiß´.“ Dr. Roberts war so gerührt von Catherines Worten, dass er geschmeichelt lächelte, seinen Kopf senkte und stumm nickte. Dann legte eine Hand auf Catherines Schulter, sah sie an.

Dr. Roberts: „Danke Catherine… das höre ich nicht oft. Doch es sind genau diese Fälle, weswegen ich Arzt geworden bin. Dies gibt mir immer wieder neue Hoffnung.“

Als wäre dies nicht genug, hörte Catherine hinter sich ein leises Flüstern oder war es doch nur eine Art Stöhnen? Sie drehte sich zu ihrem Vater, der versuchte ein paar Töne von sich zu geben. Von jetzt auf gleich saß sie ganz nah bei ihm, nahm wieder seine große Hand in ihre Hände.

Catherine: „Daddy…“ flüsterte sie, küsste seine große Hand.

Catherine: „Daddy… ich bin es, Catherine. Kannst du mich hören?“ wiederholte sie. Charles verzog etwas sein Gesicht, wie, als wenn er aus einem Traum erwachen würde. Er atmete ein paar Mal tief ein und erwiderte Catherines Händedruck, bewegte seine versteiften Finger. Catherine stiegen Freudentränen in die Augen, sie schniefte und lächelte. Dr. Roberts betätigte ein paar Tasten am Bioscan-Bildschirm neben Charles Biobett. Er sah zufrieden aus.

Dr. Roberts: „Wer sagt´s denn… alle Werte kehren in den normalen Bereich zurück.“ sagte er sich leise.

Catherine: „Daddy… wach auf… versuch deine Augen für mich zu öffnen…“ spornte sie ihn an.

Charles: „Catherine…“ war kaum hörbar, doch verständlich. Euphorisch rutschte sie näher an ihn heran.

Catherine: „Ja, Daddy… ich bin hier… versuch mich anzuschauen…“ Charles kräuselte seine Stirn. Es kostete ihn Kraft seine Augen zu öffnen… doch er schaffte es. Vorerst war es lediglich ein kleiner Schlitz. Dr. Roberts verringerte das Licht über seinem Biobett. Er ruhte sich kurz aus und versuchte es erneut, mit mehr Erfolg. Seine Augen konnte er nun mehr halb öffnen und versuchte seinen verschwommenen Blick zu klären und blinzelte. Catherine standen die Tränen in den Augen, doch lächelte sie und sah gespannt auf die Reaktionen ihres Vaters. Nach ein paar Minuten konnte Charles seinen Blick auf einen Punkt fixieren… es war seine Tochter Catherine… er lächelte, drückte ihre Hand.

Charles: „Cathy… bist du es wirklich?“ Seine noch unsichere Stimme zu hören war für Catherine wie Balsam für ihre Seele. Wieder dankte sie den Göttern von Kobol für das Geschenk.

Catherine: „Ja, ich bin es, Daddy… ich bin es, Catherine…“

Charles: „Ich habe von deiner Mutter geträumt, kleines… sie war so nah bei mir…“ Da verstand Catherine, wie nahe ihr Vater dem Tode war. Stumm nickte sie, umfasste zusätzlich seine Hand, küsste seinen Handrücken und hielt sie an ihre warme weiche Wange.

Catherine: „Wie fühlst du dich?“ fragte sie vorsichtig. Charles ging kurz in sich.

Charles: „Müde denk ich, sonst gut… was ist überhaupt passiert?“ realisierte er auf einmal.

Catherine: „Du hattest einen Schlaganfall…“ obwohl seine Augen nur halb geöffnet waren, schaffte es Charles sie fragend anzusehen.

Charles: „Was… einen Schlaganfall…“ wieder dachte er nach.

Catherine: „Ja…“ Catherine sah zu Dr. Roberts, der langsam auf Charles Bett zu kam.

Dr. Roberts: „Mr. Chandler, ich bin Dr. Roberts, ihr behandelnder Arzt.“ Charles wandte seinen Kopf von Catherine an seiner rechten, zu Dr. Roberts an seiner linken Seite.

Charles: „Es freut mich sie kennen zu lernen, Doktor.“ Beide Männer lächelten sich an.

Dr. Roberts: „In der Tat kann ich dies auch von mir behaupten, Mr. Chandler. Sie haben mit ihrer Aktion ziemlichen Wirbel verursacht, kann ich ihnen versichern.“

Charles: „Es sollte keine lange Weile aufkommen.“ Scherzte Charles und breit grinsten die drei.

Dr. Roberts: „Oh keine Sorge, lange Weile war dies ganz sicher nicht.“

Catherine: „Daddy, Dr. Roberts hat dein Leben gerettet.“

Charles: „Ich stehe tief in ihrer Schuld, Dr. Roberts.“ Sein Gedankenfluss kam in die Gänge.

Dr. Roberts: „Oh, vielen Dank. Die Lorbeeren teile ich mir jedoch mit drei anderen, ohne die dies nicht möglich gewesen wäre… um das mit der langen Weile zu begründen.“

Catherine: „Da ist was Wahres dran, Dr. Roberts.“

Charles: „Dann war es Teamwork. Wem bin ich noch etwas schuldig?“ lächelte er beiden entgegen. Dr. Roberts senkte verlegen seinen Kopf und schmunzelte, als hinter ihm jemand antwortete.

Peter: „Einer von denen war ich, mein Freund.“

Charles: „Peter? Ich muss also erst einen Schlaganfall bekommen, damit du alles stehen und liegen lässt?“ sein Humor kam zum Vorschein.

Peter: „Ich sage es mal so, Charles… ich habe noch nie in meinem Leben oder während meiner beruflichen Laufbahn so viele kurzfristige Hals über Kopf Entscheidungen treffen müssen, um Dinge und Abläufe von jetzt auf gleich in Bewegung zu bringen.“ Verwundert fragend sah Charles ihn an. Peter lächelte glücklich, Catherine und Dr. Roberts nickten und stiegen mit ein.

Charles: „Ich bin gespannt auf unsere Konversation, wenn ich wacher bin und euch besser folgen kann.“

Peter: „Das wird ein Spaß. Ich kann es kaum abwarten, mein Freund.“

Catherine: „Ich ebenso… das werden spannende und interessante Stunden mit diversen Gesprächsthemen.“

Dr. Roberts: „Da wäre ich gern ein Mäuschen…“

Peter: „Oh nein, viel besser… du wirst mit am Tisch sitzen.“ Erstaunt sah er Peter an, der nickte.

Dr. Roberts: „Wenn ihr es wünscht…“ stimmte er zögerlich zu.

Catherine: „Sie sind ein wichtiger Teil dieses Wunders. Daher dürfen sie auf keinen Fall fehlen.“ Sagte Catherine andächtig. Charles verspürte seltsamen Schwingungen zwischen den dreien.

Dr. Roberts: „Ich gebe mich geschlagen. Das wird interessant… ich freue mich drauf.“

Charles: „Ich kann raushören, dass es etwas mehr als ein normaler Notfall war.“

Peter: „Du ahnst gar nicht, wie recht du mit dieser Annahme hast, mein alter Freund.“ sagte Peter mit Nachdruck und hatte einen bewegenden Gesichtsausdruck.

Dr. Roberts: „Dennoch würde ich sagen, wir legen eine Pause ein.“ Fragend sahen ihn Charles und Catherine an.

Dr. Roberts: „Sie sind heute erst aus ihrem heilenden Tiefschlaf erwacht. Ihr Körper benötigt weiterhin besondere Ruhe.“

Peter: „Wir werden genug Zeit haben, um alles andere zu besprechen, Charles. Wie Dr. Roberts sagte, du musst dich ausruhen. Nur so kommst du in null Komma nichts wieder auf die Beine.“

Catherine: „Peter und Dr. Roberts haben recht, Daddy. Du siehst müde aus… wir haben genügend Zeit zum reden, wenn du ausgeruhter bist und dich besser fühlst.“

Charles: „Schon gut, schon gut… ich werde nicht mit euch diskutieren.“

Peter: „Sehr weise, Charles.“ lobte er ihn. Dann fügte Peter hinzu, mit einem warnenden Blick auf Catherine.

Peter: „Dann wird sich deine Tochter endlich einmal Zeit für sich nehmen.“ Charles sah zu seiner Tochter.

Charles: „Das soll wohl heißen, dass du ständig an meiner Seite warst.“

Catherine: „Schuldig…“ gab sie kleinlaut zu.

Charles: „Ich, als dein Vater, verordne dir ruhe, schlaf und im speziellen genügend zu essen. Was soll denn Vincent denken, wenn er dich das nächste Mal sieht?“

Dr. Roberts: „Ein wahres Machtwort… danke… auf uns hat sie nicht hören wollen.“

Catherine: „Hey das ist unfair ihr zwei. Habt ihr euch gegen mich verschworen?“

Peter: „Wir sind besorgt, Catherine. Das ist alles. Auch Vincent hatte dich gerügt, da du in den letzten Tagen kaum was gegessen hattest.“ Charles wurde hellhörig.

Charles: „Vincent war da?“

Catherine: „Ja, das war er. Er wird später nach dir sehen. Jetzt heißt es für dich ausruhen.“

Charles: „Und für dich, mein Kind… ebenfalls ausruhen und was essen.“

Catherine: „DEAL…“

Dr. Roberts: „Das stimmt mich äußerst zufrieden. Warum nicht gleich so? Ihr Götter…“ murmelte er in sich hinein und lächelte breit.























 
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