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Sehnsüchte eines Königs

GeschichteAllgemein / P16 Slash
05.11.2020
22.11.2020
5
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22.11.2020 1.424
 
Guten Morgen Zusammen^^

Ich bin sehr gespannt wie er das findet... ich habe immer wieder solche Gedanken und es wäre faszinierend zu wissen wie es wohl wäre...

Kurz aber knackig.

Viel Spaß :)


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Stellen wir uns noch mal die einfache Frage was wäre wenn....?





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Einmal war er richtig mutig gewesen in seinem Leben, hatte alles auf eine Karte gesetzt und tatsächlich war ihm mehr als nur ein bisschen Gegenwind entgegen geschossen. Es war wie ein Sturm über ihm hereingebrochen, hatte ihn verletzt obwohl er tief im Herzen gewusst hatte das sie einfach alle immer noch engstirnige Egoisten waren.

Und dann?

Er hatte die alles entscheidende Frage in den Raum gestellt und das Blatt hatte begonnen sich zu seinen Gunsten zu ändern...

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"Nun dann sehe ich mich wohl gezwungen abzudanken...."

"Aber Majestät das könnt Ihr nicht tun?!"

"Wieso nicht? Was bin ich denn in der heutigen Zeit noch? Eine Marionette, etwas zum hübsch ansehen ohne Macht und Pretige. Lediglich ein Objekt zum vorzeigen und Trost spenden."



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Das hatte man natürlich nicht zulassen können, auch wenn der Schritt mehr als gewagt war, aber in einer konstitutionelle Monarchie* in der sie lebten konnte er das doch tun oder?

Er hatte lange gewartet, 10 Jahre waren genug und er wollte endlich das was er sich am meisten wünschte. Wenn er damit eine Verfassungskrise auslöste sollte es so sein.
Macht besaßen sie seit über 100 Jahren nicht mehr!


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Ein halbes Jahr später... Schloss Nymphenburg


"Es ist Zeit zum aufstehen, Eure Majestät~"

Ein leises, dunkles Lachen drang an sein Ohr und er spürte die starken Arme, die sich von hinten um ihn schlangen und er selbst versuchte wieder in tiefen Schlaf abzugleiten.
"König bin ich erst ab halb Acht morgens..." brummte der Monarch leise in sein Kissen und erschauderte als er sanfte Küsse spürte die, ihn im Nacken trafen.
Sein ganzer Körper war sofort mit Gänsehaut überzogen und ein gemeiner Verräter soviel stand fest.

"Wenn dem so ist..." raunte die Stimme, drehte ihn geschickt herum und beugte sich auch über ihn. Amüsierte stahlblaue Augen nahmen ihn gefangen, wie wollte man da auch weiter schlafen? Völlig unmöglich mit diesem ansehnlichen Körper auf seinem der ihm auch nach über 10 Jahren immer noch die Sinne raubte.

"Sollte ich dir wohl den Morgen etwas versüßen~"

***

Es war Punkt halb Acht als sein Privatsekretär die privaten Räumlichkeiten des Königs betrat und sich verneigte.

"Guten Morgen, Eure Majestät. Eure königliche Hoheit."

Der Dunkelblonde Mann mit den umwerfend stahlblauen Augen gegenüber des Monarchen, erwiderte den Gruß und nickte dem Mann zu, welcher nun näher trat und am Kopfende Platz nahm.
Jeden Morgen, zur selben Zeit wurde ihnen noch beim Frühstück der aktuelle Tagesablauf erläutert.

"Das Ministerium lässt anfragen ob es möglich wäre das, dass bayrische Kabinett am 14. Juli auf Schloss Herrenchiemsee tagen kann. Die Bundeskanzlerin wird ebenfalls dabei sein. Der Ministerpräsident würde es gern sehen wenn seine Majestät so früh wie möglich eine Antwort schicken." Der Sekretär sah von seinen Unterlagen auf und merkte sofort am Blick des Königs das es ihm überhaupt nicht passte.

"Martin, ich komme mir langsam vor wie ein Herbergsvater für politische Großveranstaltungen.." brummte der Monarch und rollte mit den Augen was ihm ein Schmunzeln seines Gegenübers einbrachte.

"Nun... sehen Sie, Eure Majestät... die bayrische Schlösserverwaltung hat dem praktisch schon zugestimmt..."
Der König schnaubte und griff recht harsch seine Kaffee Tasse.

"Ja ja... ich verstehe schon. Ich bin lediglich dazu da nett auszusehen, zu lächeln und zu winken. Krutzi fix.... " begann er leise und handelte sich einen Stoß unter dem Tisch ein, ehe er von stahlblauen Augen fixiert wurde.

"Es nützt nichts wenn du dich darüber aufregst... und Martin tut nur seinen Job!" raunte der Dunkelblonde und nickte dem Privatsekretär zu.

"Vielen Dank, Euer Hoheit. Sehen Sie, Eure Majestät es wäre eine gute Publicity und wir würden dem Gemäckel des Kabinetts seit eurer Hochzeit ein wenig entgehen... Allerdings kann ich Euch durchaus mitteilen das Euer Ansehen beim Volk seitdem ins unermessliche gestiegen ist und die Leute jeden Moment abpassen möchten, Euch zusammen mit seiner Hoheit dem Herzog von Bayern in der Öffentlichkeit zu sehen."

Das wiederum stimmte den König doch wieder recht milde, denn eigentlich waren ihm die Minister egal und das Volk schätzte sein Königshaus weiterhin. Mehr wollte er nicht und er wollte auch nicht unter Beschuss stehen, die Monarchie war ausgedient und würde nur vom Steuerzahler finanziert werden.

Dieses Schuh zog sich Ludwig VI. von Bayern nicht an. Er hatte so schon Mühe dem enormen Andenken welches seine Vorfahren hinterlassen hatten gerecht zu werden, besonders dem des berühmtesten aller Wittelsbacher.
Ludwig wusste das er mit seinem ersten Outing als regierender Monarch das geschafft hatte, was seinem Vorfahren vor über 100 Jahren verwehrt geblieben war und mit der Heirat zu seiner großen Liebe Richard Hornig erreicht was er wollte.

Über 10 Jahren waren sie bereits schon ein Paar und vor einen halben Jahr hatte sich der König endlich durchgesetzt. Leider war seinem Angetrauten lediglich ein einfacher Herzog-Titel zugefallen, als Prinzgemahl hatte er ihn nicht ernennen dürfen, aber es gab hierbei keinerlei Probleme.

Die Hauptsache war das sie zu ihrer Liebe standen und der Welt zeigen konnten auch eine Monarchie konnte kunterbunt sein!

Nachdem sein Privatsekretär gegangen war sah Ludwig recht unglücklich zu Richard und griff seine Hand.
"Wir sehen uns so wenig, dann hätten wir auch nicht heiraten müssen..." gestand er leise, denn oft hatten sie unterschiedliche Tagesaufgaben und er sehnte sich nach gemeinsamen Projekten. Aber so wollte das Kabinett wohl verhindern, dass man sie gemeinsam zu oft in der Öffentlichkeit sah.

Denn sie waren beliebter als die ganze politische Bagage zusammen.
Richard seufzte leise und umfasste sein Gesicht, ehe er sich zu ihm beugte und ihn sanft küsste.

"Mir gefällt es auch nicht, aber wir tun was wir tun müssen~ Mir ist es wichtig das wir uns nicht mehr verstecken müssen und ich bin sehr glücklich jeden Tag bei dir zu sein. Ich muss jetzt los, wir sehen uns heute Nachmittag."

"Bis später~"



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Schloss Berg 1870


Ein Donnergrollen riss ihn aus dem Schlaf, der Stoff seines Nachthemdes klebte nur so an ihm und der König hatte Mühe sich zu orientieren. Welch ein seltsamer Traum das gewesen war. Auch wenn er seine tiefsten Sehnsüchte offenbart hatte, ein Leben an der Seite von Richard.
Aber es war nur ein seltsamer Traum gewesen und dennoch verwirrte es ihn ernorm.
Das feuchte Nachthemd legte der König auch ab und ließ es zu Boden fallen ehe er sich in einen Morgenmantel wickelte, in der Hoffnung etwas Wärme zu finden. Aber es herrschte ein raues Wetter und durch den Traum war ihm schlagartig kalt geworden.

Er fühlte sich allein und einsam.

Barfuß und nur mit einer kleinen Kerze die ihm Licht spendete schlich er durch die dunklen Gänge des Schlosses und zögerte einen Augenblick als er eine Tür erreicht hatte. Dennoch nahm er seinen ganzen Mut zusammen und trat leise ein.
Von dem plötzlichen Öffnen der Tür und dem kleinen Lichtschein aufgeweckt schreckte Hornig aus dem Schlaf.

"Ludwig....?" wisperte er verwirrt, der König war bisher noch NIE bei ihm gewesen aber er sah sofort das seine Majestät durcheinander war und gar nicht wusste wwas er tun sollte.

"Verzeih... ich... " wisperte der König und biss sich auf die Unterlippe, kam sich mit einem Mal albern vor und wollte wieder gehen. Aber die dunkle Stimme seines Stallmeisters drang an sein Ohr und er zögerte.

"Warte... komm..."

Richard schlug die Bettdecke zurück und rutschte zur Seite, die Betten waren leider sehr schmal aber er wollte ihn nicht so gehen lassen. Ludwig schluckte, stellte aber die Kerze ab und ging zum Bett.
Einen winzigen Augenblick zögerte er noch ehe er aber zu seinem Stallmeister ins Bett stieg, der die dicke Decke über sie schlug und ihn fest in die Arme nahm.

Der regelmäßige Herzschlag und das ruhige Wesen Hornigs übertrugen sich auch auf den König der seinen Kopf auf seiner Brust ablegte und die Augen schloss. Es tat gut gehalten zu werden und die Müdigkeit die mit einem Schlag gewichen war, kehrte zurück und lullte ihn ein.

Ein sanfter Kuss auf seinen Kopf ließ ihn lächeln und Ludwig schlief mit besseren Gedanken ein.
Wissend das er nicht hinterfragen würde und ihn einfach nur hielt wenn er sich unsicher fühlte.


Fortsetzung folgt.








*Die Rechte der Monarchen sind von der Verfassung eingeschränkt. Die politische Macht hat das demokratisch gewählte Parlament.
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