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Eden - Tale of a Warrior

von Malicant
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
OC (Own Character)
05.11.2020
27.11.2020
5
16.078
1
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21.11.2020 3.087
 
Also hatten sie sie doch noch gestellt. Tagelang hatten sie mit der Streitmacht Katz und Maus gespielt. Falsche Fährten waren gelegt worden. Verfolgende Späher waren in Hinterhalte gelockt und getötet worden. Und doch hatte es nicht gereicht um an ihnen vorbeizuschleichen. Eden hatte auf Sturm gehofft und die tiefhängenden, stahlgrauen Wolken schienen das Versprechen an einen Blizzard in sich zu tragen, aber er war noch nicht losgebrochen. Die schroffen Felsen hatten ihre Karawane abgeschirmt als sie sich dem Blutfeuerpass näherten. Dann vor drei Abenden hatten Calog und Arthan eine Gruppe berittene Späher gesichtet welche ihnen folgten. In einem eilig eingerichteten Hinterhalt waren alle bis auf einen gestorben als Arthan einen Yheti aus seiner Höhle gelockt hatte und dieser über die vollkommen überraschten Reiter herfiel. Einer konnte schwer verletzt entkommen als sein Pferd den Yheti über den Haufen ritt und in die eisigen Berge entschwand. Sie fanden das verblutete und halb gefressene Pferd am nächsten Morgen in einer Sackgasse zwischen mannshohen Felsnadeln. Vom Reiter war keine Spur zu finden aber eine Blutspur die in eine nahe Höhle führte zeugte von seinem Schicksal. Als Calog die Höhle erkunden wollte um die Leiche zu finden waren sie auf ein Gelege von Harpyen gestossen welche die Höhle wohl für sich beansprucht hatten. Nach einer wilden Flucht hatten die beiden es unversehrt zurück ins Lager geschafft.    

Aber wie es aussah hatte der Späher doch irgendwie überlebt und jetzt hatte die Vorhut des Gegners sie gefunden. Eden verfluchte die verlorene Zeit durch ihre lange Genesung. Es hatte fast eine Woche gedauert bis sie endlich weiterziehen konnten. Ihr war bis heute nicht klar was in den Tagen genau mit ihr passiert war. Zwar kamen die Erinnerungen immer mehr zurück aber sie ergaben so frustrierend wenig Sinn. Sie wusste, dass sie einen riesigen steinernen Schädel suchte. Wo genau oder was genau dieser war konnte sie nicht sagen. Sie wusste nur, dass es wichtig war das sie nach Westen und durch den Blutfeuerpass gingen und dort würde sie ihn finden. Andere Dinge waren verschwommen und nicht zu greifen. Ein Bild von einem Krieger auf einem fahlen Reittier, bewaffnet mit einer Lanze welche in grünem Feuer brannte blitzte manchmal am Ende des Schlafes durch ihr Bewusstsein. Ein Knochengesicht das im Schatten einer grauen Kapuze verborgen lag.

Sie schüttelte die Erinnerung ab. Es war Zeit sich auf die Gegenwart zu konzentrieren. Schroffe Felsen begrenzten den Talkessel in welchem sie sich befanden. Die Streitmacht die sie abgefangen hatte war am Ausgang des Tals versammelt und versperrte ihnen den Weg zurück. Sie hatten sie seit Tagen verfolgt und ihre leichte Reiterei hatte sie im Morgengrauen eingeholt. Eden und Calog hatten die anderen zur Eile angetrieben und so waren sie die ganze Nacht durchmarschiert. Sie hatte gehofft das sie noch im Schutz der Dunkelheit in den Pass schlüpfen könnten, aber diese Hoffnung wurde durch die geschlossene Wolkendecke zunichte gemacht. Die Nacht war so dunkel gewesen das sie in dem zerklüfteten Gelände nur mühsam vorangekommen waren. Als der Morgen graute waren sie noch zu weit vom Tal entfernt gewesen. Das aufkommende Tageslicht war stumpf und grau und die tiefhängende Wolkendecke war fast schwarz. Ein feiner Nebel lag in den Tiefen der Schluchten und Täler. Die Nachhut hatte die ankommenden Reiter gesichtet als sie aus einer der Schluchten geritten kamen. Sie erschienen wie Geister aus den Nebelschwaden. Alarmrufe hatten die Karawane zur Eile angespornt. Es strömten immer mehr Truppen hinter ihnen zusammen und trieben sie vor sich her.
Ihre Pferde wurden müde und sie mussten die Geschwindigkeit drosseln um ihrer Nachhut nicht davonzureiten. Dann erschienen vor ihnen weitere Gegner. Eine zweite Gruppe Reiter kam direkt auf sie zu. Es waren schwer gepanzerte Chaosritter die in vollem Galopp auf sie zuhielten. Ihre Pferde waren gigantisch und schwarz wie eine mondlose Nacht. Sie waren von Kopf bis Fuß in schwere verzierte Platten gehüllt und hielten brutale Hieb und Stichwaffen in ihren Fäusten. Sie wollten ihnen den Weg abschneiden, sie daran hindern zu fliehen und sie zwischen sich zerschmettern. Aber Eden und ihre Karawane schafften es tatsächlich in das kleine Tal hineinzukommen.

Als sie in den Talkessel gestürmt waren hatten die Truppen hinter ihnen die Verfolgung abgebrochen und waren merklich langsamer geworden. Man merkte ihnen die Verwirrung an da sie nicht damit gerechnet hatten das die Karawane in das Tal fliehen könnte. Es waren Barbarenreiter, muskulöse Frauen und Männer in leichten Rüstungen auf schnellen, wendigen kleinen Pferden welche sich neben den schweren Chaosrittern um den Durchgang herum aufhielten. Sie kämen hier nicht mehr raus und der Gegner wusste das. Die riesenhaften Wände schlossen das Tal vollständig ein. Der einzige Weg aus dem Tal war der Weg durch den sie gekommen waren. Sie waren eingeschlossen und ihre Verfolger konnten auf Zeit spielen und sie notfalls hier drin verhungern lassen.

Eden und die anderen stiegen ab. Die Tiere waren müde und sie wollten sie nicht zuschanden reiten. Die Pferde fielen in einen langsamen Schritt. Die Karawane verteilte sich etwas und bewegte sich langsam tiefer in das Tal. Calog und die anderen traten zu Eden während halbmenschliche Gehilfen die Pferde von ihnen weg in die Mitte der Karawane führten. "Ihr übernehmt die Spitze und führt uns an." Sie sah Calog an "Ich veranlasse das die Karawane euch langsam folgt. Ralegh wird neben euch marschieren und unser Rücken wird von der Nachhut abgeschirmt." "Wohin wollen wir denn gehen?" fuhr Calog Eden an. "hier ist doch nichts und der Gegner blockiert den einzigen Ausweg. Wir sollten uns zum Kampf stellen und sie zerschmettern" Eden grinste unter dem Helm. "Es gibt einen weiteren Ausgang. Er ist nicht vielen bekannt aber am Ende dieses Tales ist ein verborgener Durchgang in den Blufeuerpass. Er ist eng aber unsere Karawane dürfte ihn passieren können.“ Dann fuhr sie damit fort ihre Vorgehensweise zu beschreiben. Der Plan klang gut. Allerdings hing er davon ab das die Reiter am Eingang des Tals nicht merkten das sie mehr taten als ziellos herumzuirren.


Sie marschierten vor der Karawane her. Calog der Edens Platz als Führer der Gruppe eingenommen hatte führte sie auf den Durchbruch im Felsen zu. Die Krieger trugen eine tiefrot gefärbte Plattenrüstung um deren Schultern ein grober Lederumhang lag. Ihre Gesichter waren unter schweren Helmen mit T-förmigem Visier verborgen. Schwerter und Äxte lagen in ihren Händen. Sie alle waren verwundet. Die meisten hatten sich schnell erholt aber gerade Mithras hatte lang gebraucht ehe er wieder laufen konnte. Seine Beine waren gebrochen und er humpelte immernoch. Calog blickte zu ihm herüber. Man konnte es zwar wegen der schweren Rüstung nicht sehen, aber wenn man Mithras kannte sah man das er litt. Er wirkte zusammengesunken und seine Axt und sein Schwert hielt er nicht so leichtfertig wie man es gewohnt war. Er würde ein Auge auf ihn haben so wie schon seit den Jahren als sie noch Kinder waren. Calog schob sich neben ihn als sie sich dem Einbruch näherten den Eden beschrieben hatte. Hinter ihnen rollten die Wagen der Karawane über den zerklüfteten Fels.  

Sie waren jetzt nurnoch wenige Minuten entfernt. Calog sah jetzt was Eden gemeint hatte. Der Einbruch der diesen Ausgang des Tals versperrte war nicht so solide wie er wirkte. Die Steine hingen so übereinander das sich ein Durchgang bildete, den man allerdings aufgrund der vielen Steinbrocken erst sehr spät sah. Keiner von ihnen wusste ob da wirklich ein Weg hindurchführte oder ob er überhaupt noch passierbar war aber Eden bestand darauf. Jetzt konnte er nur hoffen das ihre Nachhut die Krieger am Eingang des Tals lang genug ablenken konnte bis sie im Pass waren und es schaffte ihnen dann zu folgen. Sein Blick wanderte zu Mithras der ihm zunickte. Er umfasste seinen Hammer ein wenig fester und suchte die Steinbrocken mit den Augen ab. Er sah nur wenig. Die Steinbrocken wurden immer größer die näher sie dem Einbruch kamen. Die Wagen würden es schwer haben da durchzukommen aber er vertraute darauf das sie es schaffen würden.

Der erste Pfeil bohrte sich nahezu unbemerkt in die Seite eines Wagens der Karawane und blieb dort zitternd stecken. Dann durchschlug ein weiterer die Bahn eines der Zelte auf einem anderen Wagen. Dann noch einer und noch einer. Schreie gellten auf als mehr und mehr Pfeile auf die Karawane niedergingen. Einer der Halbmenschen fiel getroffen vom Bock eines Wagens und geriet panisch schreiend unter die Räder. Die Geschosse prallten wirkungslos von den Rüstungen der Chaoskrieger ab aber sie fanden reiche Ernte im weichen Fleisch der Menschen und Tiere.

Calog sah nach hinten als er die Schreie vernahm. Ein Regen von Pfeilen ging auf die Karawane nieder. Er blickte suchend nach oben. Dutzende Barbaren mit Bögen standen auf den Felsen und schickten Pfeil um Pfeil ins unter ihnen liegende Tal. „Vorwärts, wir dürfen nicht anhalten“ drang Edens Gebrüll zu ihm herüber. Die Krieger um ihn herum verfielen in einen schwerfälligen Trab als sie sich der Bresche näherten. Die Wagen der Karawane beschleunigten als die Peitschen knallten. Kleinere Steine und Felsen wurden unter den Hufen der Pferde und den schweren Rädern zermalmt. Nurnoch wenige Schritte und sie wären im Schatten der Felshänge. Der Beschuss nahm zu und Wellen von Pfeilen regneten auf die Karawane und die Nachhut herab. Ein Pferd der Nachhut ging in einer Staubwolke zu Boden. Raleghs Krieger hoben die Schilde und schlossen zu Calogs Gruppe auf. Ein Eiserner Doppelkeil stürmte der Karawane voraus in den Schatten der Felsklippen. Ein Hornstoß ertönte über ihnen und hallte durch das Tal. Dann traten plötzlich schwarz gepanzerte Krieger zwischen den herumliegenden Felsen hervor.

„Hinterhalt“ Mithras Schrei übertönte das Triumphgebrüll ihrer Feinde als sie von allen Seiten auf sie zustürmten. Calog schmetterte dem führenden Krieger seinen Kriegshammer in die Brust und ließ ihn zurücktaumeln. Das Scheppern der Rüstungen war ohrenbetäubend als die Linien aufeinandertrafen. Der Gegner war unterlegen aber sie schafften es den Vormarsch zu bremsen.

Der Hornstoß ließ Eden zusammenfahren. Plötzlich fielen alle Puzzleteile an seinen Platz. Der Grund warum sie so unbehelligt in dieses Tal gelangt waren. Warum die Kavallerie sie nicht verfolgt hatte. Der Hinterhalt war perfekt geplant und sie waren mittendrin. Sie mussten durchbrechen oder sie würden zwischen den Chaoskriegern und der Reiterei zermalmt werden. Sie konnte es zwar nicht sehen aber sie wusste das die gegnerische Reiterei jetzt hinter ihnen losstürmte um sie auf dem Amboss der Chaoskrieger zu zerschmettern. Die ungepanzerten Wagen hatten der schieren Gewalt der schweren Kavallerie nicht viel entgegenzusetzen. Rechts und links von ihr schmetterten die aus den Felsen angreifenden Formationen in Calogs und Raleghs Männer. Der Pfeilhagel hatte aufgehört als sie in den Schlagschatten der Felsen gestürmt waren. Die Schlacht zerfiel jetzt in ein chaotisches Handgemenge.  

Der gehörnte Champion in der blauen Plattenrüstung brüllte Eden eine Herausforderung entgegen während über den kahlen Felsboden auf sie zustürmte. Der brutale Zweihänder schmetterte in einem tiefen Bogen durch ihre Deckung. Ketten und Panzerplatten wurden zerfetzt wie nasses Papier, die gezackte Klinge biss tief in ihren Oberschenkel und ließ sie stolpern. „Du hast mich lächerlich gemacht“ brüllte er ihr mit kreischender Stimme entgegen. Ihr Schwert schnitt in seine Armbeuge als er unachtsam war. Kettenteile flogen davon und Blut lief aus dem Riss. Schwer atmend lösten sie sich voneinander nur um sofort wieder aufeinander einzustürmen.

Raleghs schwarz gepanzerte Krieger hielten blutige Ernte unter der Gruppe Barbaren welche sich auf sie warfen. Sie hatten zwar den Vormarsch effektiv gebremst aber jetzt starben sie in Scharen. Leicht gepanzerte Krieger sollten nunmal nicht gegen Kämpfer in Plattenpanzern antreten. Vorallem nicht hier in diesem engen Gelände wo sie nicht manövrieren konnten.
Weit hinter ihnen setzte eine kleine Einheit halbmenschlicher Kavallerie zu einem waghalsigen Manöver an. Tre’Kath führte seine Reiter in die Flanke des anreitenden Keils. Die Schlachtenprinzessin hatte sie aus einem Leben der Unterdrückung und des Schmerzes geholt. Jetzt würden sie diese Schuld zurückzahlen. Die grotesk verdrehten Tiermenschen ritten brüllend vor Hass und Wut den gepanzerten Rittern entgegen. Stahl und Fleisch gaben nach als sie tief in die Formation einbrachen.

Die schiere Gewalt des Ansturms ließ zwei der schwarz gepanzerten Kämpfer vor Mithras Füssen zusammenbrechen noch ehe sie zum Schlag ausholen konnten. Seine Axt schlug tief in den Schild des Kriegers welcher auf ihn eindrang. Er gab die feststeckende Waffe auf um nicht von den Beinen gerissen zu werden und griff sein Schwert mit beiden Händen zu einem hohen Schlag der die Waffe seines Gegners ablenkte. Der unerwartete Hammerschlag enthauptete seinen Gegner beinahe und schmetterte ihn über den Felsboden. Mithras atmete schwer. Calog drängte sich neben ihn und schlug auf den letzten der schwarzen Krieger ein. „Was ist los Kleiner? Wirst du schon müde?“ Das Hochgefühl des Kampfes peitschte Mithras Nerven. „ich wollte dir einen übriglassen damit du nicht weinen musst“ spottete er. Calogs Doppelschlag ließ den angeschlagenen Kämpfer vor ihm in die Knie sinken „Wie gütig von dir.“ Grimmiges Gelächter brach sich Bahn als der letzte der schwarzen Krieger den Kopf senkte und aufgab. Grelle, tierische Schmerzenschreie und das wütende Triumphgebrüll dutzender Stimmen zeugten von der Vernichtung ihrer Nachhut welche ihren Rücken freihielt. Calog und Mithras sahen gleichzeitig Eden zu Boden gehen und rannten auf den Kampf zu.

Der blutende Champion schlug Eden nieder. „Jetzt kniest du vor mir und ich werde deinen Kopf meinem Lord bringen“ Der Champion war gut zwei Meter groß und trug eine hellblaue Plattenrüstung die Edens eigener sehr ähnlich war. Schwere Kettenhandschuhe hielten einen brutal gezackten Zweihänder welcher seine Farbe von Silber nach Kupfer zu wechseln schien je länger man ihn anschaute.  Der Schild auf seinem Rücken hatte die Farbe von Stahl mit einem Blutroten Chaosstern darauf. Am markantesten jedoch waren die zwei, fast armlangen Hörner auf seinem deformierten Haupt. Er funkelte sie aus roten Augen an. „Du wirst nicht wieder entkommen“ Sein verzogenes Grinsen entblößte spitze Zähne. Eden erkannte ihn endlich wieder. Sie hatte den Champion bei dem Ritual an der verfallenen Kapelle gesehen. Er hatte die Grabungen beaufsichtigt und war dann mit seinen Reitern verschwunden ehe sie das Ritual zerstört hatten. Als er sie verspottete hatte Eden sich auf die Füsse gekämpft und stand erhobenen Hauptes vor ihm. „Du willst meinen Kopf? Dann hol ihn dir.“ Das Getöse der näherkommenden Wagen verschluckte ihre Worte beinah. Der Lord warf sich mit einem wütenden Grunzen auf sie und sie war gezwungen einen harten Hieb zu parieren. Ein brüllender roter Schemen warf sich auf die Gestalt vor ihr und riß den blau gepanzerten Lord von den Füssen. Während die restlichen Chaoskrieger, an den in einem wilden Knäuel kämpfenden vorbei, in Richtung Raleghs Gruppe stürmten konnte Eden der Prügelei nur verdutzt zusehen. Calog kam auf die Knie und verpasste dem Lord, auf welchem er rittlings saß, einen Kopfstoß welcher ihn bewusstlos auf den Felsboden fallen ließ. Das Schwert fiel ihm klappernd aus der Hand.

Der erste Wagen war jetzt auf ihrer Höhe. Der Kutscher blutete und zwei Pfeile steckten in seiner Brust. Eden nahm das lange Schwert vom Boden auf und sprang auf den Wagen der führerlos an ihr vorbeirollte. Sie schwang sich auf den Bock als der Kutscher leise blökend zusammenfiel. „los rauf auf die Wagen“ brüllte sie ihre Krieger an während sich Calog neben sie wuchtete und drei schwarze Krieger hinter ihnen aufsprangen. Eden wollte sich zu ihnen umwenden sah aber den blutigen Strich auf der Stirn ihrer Helme. Die drei Krieger duckten sich tief und blickten nach hinten über die verzurrten Vorräte. Vier weitere Wagen rollten hinter ihnen her. Sie alle waren von Pfeilen nahezu gespickt. Auf dem Mittleren lagen einige zusammengesunkene Leichen ihrer tierischen Helfer. An diesen Wagen angebunden trabten Reitpferde und wieherten aufgeregt und kläglich. Und noch einige dutzend Meter hinter dem letzten Wagen hinten sah man die Wolke der näherkommenden Reiterei. Sie schlossen schnell auf.

Die Pferde bockten und hielten dagegen als Eden sich bemühte den Wagen um die Felsen herumzulenken. Sie zog an den Zügeln um die Tiere zu bremsen aber sie waren kurz davor durchzugehen. Der Wagen rumpelte um eine Felsnadel und durch ein paar versteinerte Pflanzen hindurch. Sie wusste sie hatten den Eingang gefunden sonst hätte der Gegner ihnen kaum eine Streitmacht entgegengeworfen um sie davon abzuhalten hindurchzukommen. Kleinere Felsen flogen in alle Richtungen davon als sie durch eine improvisierte Barrikade brachen und in den Blutfeuerpass einfuhren. Das sie umgebende Gestein wechselte seine Farbe von grauem Fels zu schwarz versengtem, nacktem Gestein und Adern aus Feuerkristall durchsetzten die meterhohen Wände. Die Hitze die welche diese rötlich schimmernden Kristalladern ausstrahlten ließ bei Eden und den anderen Schweiß ausbrechen. Die Passage war in rötliches Zwielicht gehüllt wie der Schlund der Hölle.

Raleghs Männer sprangen auf die anderen beiden Wagen die vorbeirumpelten. Sie ließen tote Barbaren und einen der ihren zurück. „Komm schon Mithras“ brüllte ihm Arthan von oben zu als er und seine Krieger zu den Wagen sprinteten. Die schwere Plattenrüstung und seine Verletzungen verlangsamten Mithras, so das der vierte Wagen an ihnen vorbei war noch ehe sie aufspringen konnten. Der fünfte und letzte Wagen war etwas abgeschlagen und die beiden Zugpferde konnten sich nurnoch mühsam auf den Beinen halten. Die Tiere schienen einfach nur den anderen vor ihnen zu folgen. Der Kutscher war verschwunden und die schweren Zeltpakete auf der Ladefläche waren mit dutzenden Stahlpfeilen gespickt. Einer von Mithras Kriegern kletterte gewandt auf den Kutschbock während er selbst sich an einigen in der Seite steckenden Pfeilen hochzog. „Sie kommen“ Der Ruf gepaart mit dem Bersten von Holz und Metall zeugte von der Ankunft der Kavallerie des Feindes.  

Der Wagen löste sich langsam aber sicher auf. Brocken von Holz flogen davon als die Streitkolben der Reiter das Holz verheerten. Mithras klammerte sich verzweifelt an den Pfeilen fest und hieb mit seiner Axt nach dem Reiter der ihn umbringen wollte. Der Barbar war hartnäckig und stach mit seiner Lanze immer wieder in seine Richtung. Ein Wurfspeer traf die Ladefläche und kappte ein Halteseil, woraufhin mehrere schwere Zeltpakete von der Ladefläche rutschten und einen der Barbaren von seinem Pferd holten. Der Chaoskrieger auf dem Kutschbock trieb die Pferde noch schneller an. Nur wenige Schritte bis zum Eingang des Passes. Dann geschah es. Das hintere Rad barst endgültig und der Wagen geriet ins Schlingern. Er stellte sich quer und rutschte mit einem ohrenbetäubenden Kreischen über den Felsboden während er zerfiel. Der Reiter der soeben noch versucht hatte Mithras umzubringen drehte gewandt ab und dieser hechtete an den tief im Holz steckenden Pfeilen nach oben als sie auf einen der gewaltigen Felsen zurutschten. Eine Hand griff zu und zerrte ihn über die Seitenwand, gerade als der Wagen mit Gewalt gegen die Barrikade schmetterte und stecken blieb. Mithras spürte noch wie er nach vorne geschleudert wurde und sah schwarzen Fels auf sich zuspringen ehe die Welt dunkel wurde.
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