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Das Tagebuch des Haytham E. Kenway - Die verlorenen Seiten Part 3

GeschichteFamilie, Übernatürlich / P16 / Gen
Edward Kenway Haytham Kenway OC (Own Character) Shay Patrick Cormac Thomas Hickey William Johnson
04.11.2020
04.08.2021
45
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02.06.2021 2.275
 

Zitat Kapitel 35

Kapitel 35

*** Die Hochzeit ***


Nun drängte Faith aber noch einmal, dass sie sich umziehen müsse und Alex goss sich ein weiteres Glas ein, grinste mich an und verschwand hüftschwingend nach oben!
Ich hatte noch etwas Zeit was das Ankleiden anging und so fragte ich Mr. Schäfer ein wenig über das 21. Jahrhundert aus. Meine Fragen beantwortete er bereitwillig.
„Master Kenway, als Mrs. Frederickson mir damals mitteilte, sie würde euch persönlich kennen, traute ich erst meinen Ohren nicht. Versteht mich nicht falsch, aber ihr habt einen tiefen Eindruck für den Orden allgemein hinterlassen. Ich freue mich daher, dass ich euch nun ebenfalls persönlich kennenlernen durfte!“ für einen kurzen Augenblick, wusste ich nicht so recht, wie ich darauf reagieren sollte. Ich fühlte mich geehrt, keine Frage, aber gleichzeitig stellte ich mir die Frage, WAS hatte ich getan.
Es war etwas frustrierend, wenn ich ehrlich sein soll.

Ich sah, wie Mr. Miles sich angeregt mit Faith und Shay unterhielt und auch dort konnte ich sehen, dass es eine gewisse Neugierde auf beiden Seiten gab.
Dann sprach mich einer der Diener an, dass es auch für mich nun Zeit sei, mich umzuziehen. Meine Montur hatte man in das Gästezimmer von Lucius gebracht, wo ich mich nun einkleiden ließ. Ich war gespannt, wie Alex nachher aussehen würde und wieder stieg die Nervosität in mir.

Ich hatte Shay den Ring für sie gegeben, es war einer der meiner Mutter gehörte.
Als ich vor ein paar Tagen die Schmuckschatulle von ihr geöffnet hatte, sprach sie zu mir und meinte, dass Mrs. Frederickson an unserem Hochzeitstag die rechtmäßige Besitzerin dieser Schmuckstücke werden solle! Ihr stimmte mein Vater voller Inbrunst zu und zeigte auf eben diesen Ring, welchen ich ihr heute anstecken werde. Die Worte meiner Eltern hatten einen sehr seltsamen Unterton, so als wollten sie sichergehen, dass ich wirklich verstand, dass der Schmuck NUR für Alex bestimmt sei! Der Ehering
Nach der Trauung werde ich ihr also mein Hochzeitsgeschenk geben und hoffe, sie wird nicht enttäuscht sein.
Wir hatten leider keine Zeit mehr gehabt um richtige Eheringe anfertigen zu lassen, aber das konnte auch noch warten bis zur offiziellen Hochzeit im März!
Der Diener klopfte noch den imaginären Staub von meiner Kleidung und meinte, ich sähe fantastisch aus!

Unten erwarteten mich schon die anderen Gäste und wir gingen zum Templerzimmer hinüber, wo ich mich vor dem Kamin noch einmal an William wandte, ob wir auch nichts vergessen hätten.
„Master Kenway, wie ich euch kenne, habt ihr bis ins kleinste Detail alles geplant, vorbereitet und analysiert. Glaubt mir, es ist alles in bester Ordnung!“ lächelte er mich an und wir warteten auf Alex.
Es dauerte nicht lange, bis die Türen geöffnet wurden und sie am Arm ihres Sohnes den Raum betrat.

Mir stockte für einen Augenblick der Atem, sie sah in diesem Kleid einfach umwerfend aus. Dazu kamen ihre leuchtenden grünen Augen, welche auf mich gerichtet waren und wir beide blendeten alles und jeden gerade aus!
Langsam kam sie auf mich zu und dann reichte mir Yannick die Hand seiner Mutter mit den Worten. „Passt gut auf meine Mutter auf, Master Kenway!“ leider versagte meine Stimme in diesem Moment und ich konnte lediglich nicken. Alex stand vor mir, lächelte mich liebevoll an und hielt meine Hände.

Dann begann Master Johnson seine Ansprache und bat als erstes, dass die anwesenden Gäste sich setzen mögen. Ich gebe es nicht gerne zu, doch ich hörte bloß mit einem halben Ohr der Rede von ihm zu, so nervös war ich. Als er mich dann aufforderte mein Ehegelübde zu sprechen, musste ich mich ein paar mal Räuspern, ehe ich meine Stimme wiederfand. Und bei meinen Worten stiegen Alex die Tränen in die Augen!


*** Haythams Ehegelübde ***

Seitdem du in mein Leben getreten bist,
sehe ich die Welt in einem ganz anderen Licht.
In einem Licht, welches dunkle Gedanken vertreibt,
schlechte Laune überstrahlt und
das mich sogar schlechtes Wetter genießen lässt,
weil ich weiß, dass ich die Zeit dann mit dir verbringen kann.
Nie habe ich mich wohler gefühlt, als in deiner Nähe.
Du beruhigst mich und machst mich glücklich.
Du bewirkst, dass ich nichts in meinem Leben bereue,
weil mich alles letztendlich zu dir geführt hat und
mich zu dem Menschen gemacht hat, in den du dich verliebt hast.
Allein das gibt mir genügend Selbstvertrauen und Zuversicht,
mich jeder Herausforderung im Leben zu stellen.
Du bereicherst mein Leben und
ich bin unendlich dankbar dafür.

Ich liebe dich.

Ich endete und dann steckte ich ihr den Ring an. Ihr Blick lag auf ihrer linken Hand und ich spürte, dass sie zitterte, sie hatte leichte Panik in ihren Augen. Warum wusste ich jedoch nicht sofort. Jetzt war sie an der Reihe und ihre Worte für mich waren wie Balsam und ich sog sie in mich auf!

*** Ich verspreche dir ***


Ich kann dir nicht versprechen,
dass niemals dunkle Wolken
über unserem Leben
schweben werden,
oder dass die Zukunft
nur Regenbogen bringt.
Ich kann dir nicht versprechen,
dass morgen perfekt wird,
oder dass das Leben einfach wird.
Was ich dir versprechen kann, ist
meine ewige Zuneigung,
meine Loyalität, meinen Respekt,
und meine bedingungslose Liebe ein Leben lang.
Ich kann dir versprechen, dass
ich immer für dich da sein werde,
um dir zuzuhören, deine Hand zu halten,
und dass ich immer mein Bestes geben werde,
um dich glücklich zu machen,
damit du dich geliebt fühlst.
Ich kann dir versprechen, dass
ich dich durch jede Krise begleite,
mit dir träume,
mit dir aufbaue,
dich immer ansporne
und dich unterstütze.
Ich kann dir versprechen, dass
ich deine Beschützerin sein werde,
dein Beistand, deine Beraterin,
deine Freundin, deine Familie,
dein Alles.



Wunderschön gesprochen! Jetzt erkannte ich auch, warum in ihr Panik hoch kroch, sie hatte keinen Ring, welchen sie mir anstecken konnte.
Für mich war das jetzt in diesem Moment nicht wichtig, für sie aber schon und wie abgesprochen sprang Yannick plötzlich auf, zog sich einen silbernen Ring von seinem Finger und legte ihn ihr in die Hand.
Bevor sie etwas sagen konnte, schloss er entschieden ihre Hand und nickte unmerklich, dann setzte er sich wieder auf seinen Platz. Immer noch mit zittrigen Fingern und Tränen auf den Wangen, steckte sie ihn mir an.

„Hiermit erkläre ich euch zu Mann und Frau! Master Kenway, ihr dürft eure Frau jetzt küssen!“ hörte ich die Stimme von William wie aus weiter Ferne und konnte meinen Blick nicht von meiner FRAU lassen!
Es schien mir eine Notwendigkeit, diesen Augenblick zu verinnerlichen und mir einzuprägen! Als ich dann im Geiste zu ihr sagte „Ich liebe dich, Mistress Kenway!“ erhielt ich eine ebensolche stille Antwort „Ich liebe dich, Master Kenway!“ erst dann, gab ich ihr einen Kuss, welcher noch länger hätte sein können, muss ich gestehen.

Langsam kamen wir wieder im Hier und Jetzt an und die anwesenden Gäste applaudierten.
Natürlich gratulierte uns Master Johnson als erstes, und Shay und Faith folgten und hießen Alex nun in der Familie willkommen. Als Lucius jetzt auf uns zutrat, bekam ich für einen Moment ein mulmiges Gefühl, sein Gesicht war unergründlich.
„Mistress Kenway, ich beglückwünsche euch ebenfalls zu eurer Hochzeit und möge eure Zukunft so sein, wie ihr sie wünscht.“ mit diesen Worten nahm er ihre Hand und gab ihr einen Handkuss. Dann war ich an der Reihe.
„Master Kenway, seid gut zu eurer Ehefrau und ich wünsche auch euch alles erdenklich Gute für die Zukunft!“ eine gefühlte Ewigkeit schüttelten wir uns die Hände, einiges war noch unausgesprochen zwischen uns. Irgendwann sollte ich mit ihm noch einmal das Gespräch suchen.

Nun waren die anderen an der Reihe und eine Umarmung folgte der nächsten, die Glückwünsche waren ebenso herzlich! Auch die Kinder durften endlich wieder frei herumlaufen, ich muss sagen, während der Zeremonie waren sie alle brav auf ihren Stühlen geblieben.
Unser Enkel stand neben mir und verlangte lautstark auf den Arm genommen zu werden und wer bin ich, ihm diesen Wunsch abzuschlagen. Seine kleinen Arme legten sich um meinen Nacken und er erzählte mir wieder etwas.

Wir verließen danach das Zimmer und im Eingangsbereich stand das etwas dezimierte Personal des Forts um uns zu beglückwünschen.
Es war Mrs. Marge, welche im Namen aller Bediensteten uns alles Gute wünschte und ich sah, auch sie hatte Tränen in den Augen.
„Ich wünsche euch alles erdenklich Gute für die Zukunft, Mistress Kenway. Master Kenway, auch euch wünsche ich nur das Beste. Wer hätte das vor ein paar Jahren noch gedacht.“
Natürlich durfte die Anekdote nicht fehlen, wie ich Alex das erste mal hier traf und sie mich nicht hereinlassen wollte. Ich erwiderte lächelnd, dass wohl niemand damit gerechnet hatte.

Dann standen wir für einen Moment alleine hier vorne und Alex betrachtete den Ring genauer. Über ihr Gesicht ging ein liebevolles Lächeln und ich erklärte ihr, dass es einer der Ringe von Mutter war. Im selben Atemzug sagte ich, dass sie es so wollte, als meine Ehefrau stünde er ihr zu. Vater war mit ihrer Entscheidung selbstverständlich einverstanden, weil sein Herz an dieser Verbindung hing.
„Es ist noch so unwirklich, Haytham.“ kam es leise von ihr und gerade als ich etwas sagen wollte, unterbrachen uns Shay und Faith. Das Essen sei serviert und heute stünde uns als Brautpaar die Kopfseite des Tisches zu, also nahmen wir dort Platz.

Das Essen war einfach fantastisch, das Küchenpersonal war Goldwert und das teilte ich meiner kleinen Schwester auch mit, welche vor Stolz fast geplatzt wäre.
Nach dem ersten Gang war ich an der Reihe, meine Rede zu halten. Ich hatte lange überlegt, was ich sagen sollte und jetzt war es so, dass ich ein klein wenig durch die Neuzeit-Gäste improvisieren musste.
Ich bedankte mich für das Kommen aller und für die Glückwünsche. Bei Familie Cormac bedankte ich mich im Namen meiner Frau für die großzügige Gastfreundschaft und dass sie das alles so kurzfristig haben einrichten können. Eheleute Johnson erhielten auch einen Dank, vermutlich hätten sie heute am Silvester Abend auch andere Pläne!

Und ich sprach von Alex´ Eltern welche heute leider nicht mit anwesend sein konnten, genau wie meine es nicht seien. Auch wenn es damit anders gelagert wäre, doch ich schweife schon wieder ab.
Yannick versicherte ich noch einmal, dass ich gut für seine Mutter sorgen werde und sie nie im Stich lassen würde! Natürlich durfte unser erstes Treffen nicht fehlen, welches ich in kurzen Worten noch einmal zusammen fasste und meinte, dass ich draußen schon fast Wurzeln geschlagen hätte, weil man mich einfach angestarrt hatte. Dafür erntete ich amüsierte Gesichter und ein Lachen.

Shay ließ es sich ebenfalls nicht nehmen ein paar Worte zu sagen und beglückwünschte uns noch einmal. Mr. Miles war der nächste Redner und auch er erzählte einige Anekdoten von Alex und ihrer Arbeit. Ich hörte gebannt zu, er sprach von ihrer Reise nach Korsika, welche sie ohne seine wirkliche Erlaubnis einfach als eine Art Urlaub abgetan hatte. „Mistress Kenway war schon immer dickköpfig und wenn ich das sagen darf, besonders dann wenn es um euch ging, Master Kenway!“ lachte er und sie funkelte ihn böse an, anscheinend war es ihr unangenehm. Mir nicht, ich fand es interessant zu erfahren, was so in ihrer Zeit alles passierte ohne mich!
Als sich jetzt Yannick mit seinem Glas erhob, sah ich, wie Alex´ begann zu zittern. Ich nahm ihre Hand und drückte sie einfach.
„Master Kenway, Mutter, ich bin froh, dass ich mit meiner Familie heute hier sein kann und eure Hochzeit erleben darf. Und ich weiß, vor ein paar Jahren war ich da noch ganz anderer Meinung, Master Kenway.“ grinste er nur.

„Jetzt sehe ich meine Mutter hier wie sie strahlt und weiß, dass sie glücklich ist. Glücklich mit euch und mit ihrem Leben. Sie hat das gefunden, was ich auch gefunden habe. Einen Menschen, mit dem man alt werden möchte. Eine Person, die einen ohne Worte versteht und einem Halt gibt. Ich werde nicht immer hier sein, ich werde meine Mutter nicht vor euch schützen können, doch ich weiß jetzt, dass ich das auch nicht tun muss. Ich musste es noch nie. Das, Master Kenway, habt ihr mir an einem meiner letzten Tage hier damals klar gemacht und ich danke euch dafür. Ich trinke auf meine Mutter, welche einen großen Schritt getan hat, um ihre Ziele zu erreichen und auf euch Master Kenway, dass ihr meine Mutter so lange schon ausgehalten habt.“ Die Lacher waren auf seiner Seite und auch ich konnte mir ein Prusten nicht verkneifen.

Dann erhob ich mich und ging auf ihn zu. Etwas musste ich noch klären, eine Kleinigkeit, welche sich vielleicht übertrieben anhört, doch in gewisser Weise war ich sein Stiefvater ab jetzt.
„Yannick, ich hatte es dir versprochen, deiner Mutter wird hier nichts passieren. Nicht solange ich es verhindern kann. Und da wir jetzt eine Familie sind, nenne mich einfach Haytham. Im Grunde bin ich ja jetzt dein Stiefvater.“ es kam etwas steif über meine Lippen, doch ich hoffte er verstand, was oder wie ich es meinte.
Für einen Moment sah er mich perplex an, dann lächelte er und klopfte mir auf die Schulter mit einem leisen „Danke!“.
Im Hintergrund hörte ich lautes Schluchzen und als ich mich umsah, saß meine Frau neben ihrer Freundin und weinte! So langsam kochten einige Emotionen über, auch meine!

Allmählich wurden aber die Kinder unruhig, also beendeten wir das Essen und als der Nachtisch verdrückt war, wurden sie auf uns losgelassen. Wir gingen hinüber in den Salon, wo ich dankbar für ein gutes Glas Whiskey war, welches mir Master Cormac reichte.
„Master Kenway, ich kann es immer noch nicht fassen, dass ihr nunmehr verheiratet seid!“ kam es grinsend von ihm.
„Ich auch nicht, Shay, ich auch nicht.“ und klopfte ihm auf die Schulter. Dann verabschiedete ich mich kurz und ging hinauf in unser Zimmer um die Schmuckschatulle zu holen.
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