Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Das Tagebuch des Haytham E. Kenway - Die verlorenen Seiten Part 3

GeschichteFamilie, Übernatürlich / P16 / Gen
Edward Kenway Haytham Kenway OC (Own Character) Shay Patrick Cormac Thomas Hickey William Johnson
04.11.2020
04.08.2021
45
98.483
1
Alle Kapitel
18 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
05.05.2021 1.903
 

Hallo ihr Lieben!

Nach langer Zeit geht es in den Gedanken von Master Kenway nun weiter!

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und bleibt gesund!

LG Mrs. Shaytham Corway


Zitat Kapitel 31

Kapitel 31

*** Gedanken über Betrug und Zweifel ***


Als wir Platz genommen hatten, wurden die Details dieses Handelsabkommens besprochen und ich muss sagen, ich war durchaus beeindruckt, von der Flotte des Dukes. Er besaß insgesamt 23 Schiffe, alle schwer bewaffnet und immer mit Geleitschutz unterwegs. Er handelte mit allem, was nicht niet- und nagelfest war und das sehr erfolgreich, wie es schien.
Zum ersten Mal erlebte ich nun auch meine Verlobte in ihrem Element. Sie jonglierte mit Zahlen für Einkauf und Verkauf, handelte neue Preise aus und das wie auf einem Basar! In diesem Moment keimte wieder der Stolz hoch und verschob die Wut auf Alex nach hinten.
Gegen 22 Uhr konnten wir das Anwesen endlich wieder verlassen und kaum, dass wir vor dem Tor erschienen, eilte uns Shay fragend entgegen.
„Master Cormac, bitte. Lasst uns morgen früh alles erklären... Faith sollte anwesend sein … und... ich brauche jetzt Schlaf.“ kam es gequält aus Alex´ Mund und ich machte mir plötzlich Sorgen um sie.
Im Arsenal angekommen brachte ich sie noch zu Bett und spürte, dass sie völlig erschöpft war, nicht unbedingt körperlich, aber es schien, als könne sie nicht mehr richtig sprechen.
In der Hoffnung, dass wir morgen dann das Gespräch suchen würden und es ihr wieder besser ging, gab ich ihr einen gute Nacht Kuss und ging leise hinunter in den Salon.

Dort warf ich noch ein paar Scheite in den Kamin und nahm mir ein großes Glas Whiskey.
Meine Gedanken, meine Wut und die ganzen angestauten Emotionen musste ich fürs Erste ordnen.
Ich starrte in das Feuer und fing an, an diesen Moment zu denken, in welchem sich Alex und Lestrange nur angestarrt hatten. Es war, als kommunizierten sie im Stillen, genau wie meine Verlobte mit mir. Also war es von meiner Seite aus Eifersucht, dass sie mit einer weiteren Person so eine enge Verbundenheit spürte! Doch wie war das mit Elias überhaupt möglich? Hinter seiner Person musste also noch mehr stecken!

Ich versuchte diese Wut zu analysieren, welche sich Bahn zu brechen schien in meinem Inneren und wie ein Feuer aufloderte. Alex hatte mich nicht in ihre Pläne eingeweiht!
Sie hatte mich wie einen dummen Schuljungen dastehen lassen und sie hatte die Führung übernommen. Würde sie diese auch weiterhin übernehmen, wenn es um unser beider Sicherheit ging? Im Grunde wäre ich nur der Laufbursche dann und nichts weiter.
Doch wir sollten zusammen kämpfen, gemeinsam etwas erreichen.
Plötzlich spürte ich eine große Distanz zwischen uns und hatte das Gefühl, diese nicht mehr überwinden zu können. Nicht solange meine Verlobte ihren Weg alleine beschritt, ohne an meiner Seite zu sein. War das aber nicht genau ihre Aufgabe, war es nicht das, was mein Vater ihr abverlangt hatte als Versprechen? Warum ließ sie mich dann jetzt eiskalt stehen?

Ich konnte mir keinen Reim darauf machen und versuchte wieder eine Ordnung in meinem Kopf herzustellen.
Wie aus weiter Ferne hörte ich ein „Haytham... Sprich mit mir!“ neben mir und jemand rüttelte an meiner Schulter.
Es war Alex, welche mich besorgt ansah, doch es war mir einerlei. Ich entschuldigte mich dafür, sie nicht bemerkt zu haben mit den Worten, ich sei in Gedanken gewesen. Wie automatisch legte ich meinen Arm um sie, doch mit vor Entsetzen geweiteten Augen stand sie abrupt auf und setzte sich auf das gegenüberliegende Sofa.
„Was ist los, mi amor?“ Dieser Befehlston in ihrer Stimme passte mir nicht und ich beschloss ihr meine Meinung zu sagen.
Ich wollte wissen, warum sie mich nicht eingeweiht hat in ihre Pläne, ich wollte eine Erklärung für diese stille Kommunikation zwischen ihr und dem Duke. Ich ließ meine Enttäuschung über ihr Verhalten jetzt raus, sie sollte wissen, wie es gerade in mir aussah!

„Haytham, woher sollte ich das alles vorher wissen? Ich war genau wie du völlig überrumpelt. Und … ich habe dich nicht außen vor gelassen, sondern ich musste erst einmal selber die Grenzen abstecken. Glaub mir, es ist für mich eine neue Ebene zu reden. Dass der Duke auf einer Wellenlänge mit mir ist, wusste ich doch nicht. Aber er scheint mit den Göttern, so wie ich und Faith auch, im Einklang zu sein. Bitte... lass mich das erweitern!“ es war ein richtiges Flehen in ihrer Stimme zu hören und zum ersten Mal seit wir von dort weg waren, kam mir der Gedanke, dass Alex wirklich nicht wusste, was auf sie zukam.
Trotzdem, wo sah sie mich, wo stand ICH? Sie schien ihren Platz an der Spitze gefunden zu haben!
„Du bist an meiner Seite, so wie ich an deiner Seite stehe, wie es eine Schildmaid eben tut! Wir werden gemeinsam für unsere Zukunft kämpfen.“ So einfach machte ich es meiner Verlobten aber nicht, sie würde sich nicht hineinreden lassen, wenn sie einmal in Fahrt ist! Genauso wie bei dem Kampf mit der Fregatte!

Also sagte ich es auch so, dass ich ihr lediglich wie ein Schoßhund folgen dürfte! Meine Stimme hatte an Kälte zugenommen, dass konnte ich spüren und sah, wie sie sich schüttelte!
Gut so, Alex sollte wissen, dass ich mich nicht abhängen lasse! Sie versuchte verzweifelt eine weitere Erklärung!
„Darum geht es dir, Haytham? Wer das SAGEN hat? Wir führen den Kampf gemeinsam! Ich werde DIR zur Seite stehen, egal was kommt. Darüber muss ich nicht diskutieren. Aber auch ICH habe meine Aufgaben bekommen, vergiss das nicht. Du bist bald mein Mann, mein Ehemann... und wir werden eine weitere Ebene unserer Beziehung betreten und erleben! GEMEINSAM! Was heute vorgefallen ist, werde ich noch erklären, doch... es ist nicht so einfach.“ Wollte ich das wirklich alles immer noch? Zu diesen Bedingungen wie sie zum jetzigen Zeitpunkt standen?

Angst kroch in mir hoch, dass diese Frau mich eiskalt hintergehen und belügen würde! Was war so schwer, mir das Ganze jetzt zu erklären? Wo war der Haken an der Sache? Ich warnte Alex, dass sie mich nicht enttäuschen oder belügen sollte und mein Ton war befehlend und mehr als kalt! Ich konnte gerade nicht anders agieren!
„Nein, das werde ich nicht und hatte ich auch nicht vor!“ Sie wurde laut und ich hörte ihre eigene Enttäuschung über meine Worte daraus! „Weil ich dich liebe und ich gehöre zu dir, hast du das schon vergessen?“ kam es so leise, regelrecht eingeschüchtert und enttäuscht, dass ich diese perverse Freude wieder verspürte, sie so verunsichern zu können!

Mit einem Male veränderte sich wieder etwas zwischen uns, als ich sie so ansah, wie sie zusammengekauert auf dem Sofa saß. Die Wut, die Eifersucht... alles klang ab und in meinem Kopf hörte ich regelrecht meinen eigenen Tadel, dass ich ihr unrecht getan hatte!
Alex würde mich weder hintergehen, noch belügen oder enttäuschen! Verdammt noch eins, warum musste es immer so kompliziert sein zwischen uns? Ich stand auf und ging zu ihr hinüber. Sie sah erwartungsvoll, aber zugleich leicht ängstlich zu mir auf.
„Du bist mein! Und ich will dich an meiner Seite! Es fühlte sich vorhin einfach eigenartig an, als du so mit ihm gesprochen hast! Ich liebe dich, mi sol!“ waren die einzigen Worte, die ich herausbrachte und dann schloss ich die Arme wieder um sie und küsste Alex.

Aus diesem Kuss wurde mehr und wir verloren uns hier vor dem Kamin ineinander, Zeit um nach oben zu gehen, blieb einfach nicht!
Ich demonstrierte meiner Verlobten meinen Besitzanspruch! Sie gehörte mir alleine und bevor sie lauter werden konnte, befahl ich, sie solle gefälligst still mit mir sprechen! Sie nahm alles wieder auf wie ein Schwamm und ich spürte, wie sie unter mir zerfloss! Ich ließ die gesamten angestauten Emotionen heraus und ließ es mir nicht nehmen, meine Handabdrücke auf ihrem Hintern zu hinterlassen!
Vermutlich könnten gerade einige hier im Haus nicht schlafen, doch es war mir einerlei. Mein Höhepunkt war völlig unkontrolliert, ich nahm Alex mit hinüber und spürte ihre Kontraktionen!

Langsam kamen wir wieder zu Atem und ich redete Alex ein weiteres mal ins Gewissen, mich nicht noch einmal so im Unklaren zu lassen.
„Verzeih mir, Haytham, es war nicht meine Absicht. Es gibt einiges, was du noch nicht weißt. Ich muss vieles vorher klären! Vertrau mir einfach noch einen Moment, mi amor! Bitte!“ Tief in mir wusste ich, dass es viel mehr geben würde, was wir zu bewältigen hätten und mein Vertrauen in meine zukünftige Frau war berechtigt! Wir mussten dringend an unserer Kommunikation arbeiten und bei diesen Worten lächelte ich sie versöhnlich an.

Wir waren wieder EINS! Und es fühlte sich einfach richtig an. Allmählich wurde ich aber müde und beschloss, wir sollten zu Bett gehen. Kurzerhand hob ich sie auf meine Arme und brachte sie wieder ins Bett!

*******************

28. Dezember 1762


Ein schmerzerfülltes Stöhnen ließ mich erschreckt erwachen! Es war Alex, welche sich ihre Hand an die Stirn hielt und kreidebleich im Gesicht war. Meine Frage war vermutlich unnötig, doch ich fragte, was los sei.
„Mein Kopf zerspringt gleich, das war einfach zu viel für meinen Geist gestern, befürchte ich! Ich sollte Faith nach einer Schmerztablette fragen. So kann ich den Tag nicht überstehen, es tut mir leid.“
So hatte ich sie wirklich noch nicht erlebt, sogar mit der gebrochenen Nase war sie ohne größere Probleme in der Lage das Bett zu verlassen. Diese Kopfschmerzen müssen schlimmer sein, als ich es ermessen kann. Ich machte den Vorschlag, dass ich Faith nach dem Medikament frage und legte ihr einen kalten Lappen auf die Stirn. „Das wäre lieb, danke.“ hörte ich es nuschelnd unter der hochgezogenen Bettdecke.

Unten im Esszimmer warf man mir gleich fragende Blicke zu und ich bat meine kleine Schwestern um dieses Schmerzmittel. Sie bot sich auch gleich an, es Alex selber hinauf zubringen, damit sie sich vergewissern konnte, dass es nichts Schlimmeres ist. Da kam wieder die Heilerin in ihr hoch und es tat mir für sie sehr leid, dass sie ihre Berufung hier nicht mehr ausüben konnte. Und schon war sie nach oben verschwunden. Ich sah, dass auch Shay wusste, wie Faith unter der Anschuldigung der Hexerei litt und ihre Arbeit im Hospital vermisste.

Ich setzte mich und versuchte einen neutralen Eindruck zu machen, doch in mir tobten noch immer leichte Zweifel von gestern.
„Master Kenway, ist etwas gestern vorgefallen?“ hörte ich die zögerliche Frage vom Iren.
„Ich denke, wir werden nachher, wenn meine Verlobte wieder auf den Beinen ist, darüber berichten. Soviel kann ich sagen, es ist nicht das, was ihr erwarten würdet!“ war meine recht kurze und kryptische Antwort. Für mehr war ich einfach nicht in der Lage, ich befürchtete sonst nicht mehr an mich halten zu können, aufgrund meiner Zweifel in der letzten Nacht.

Im Laufe des Vormittags wechselten wir, Faith und ich, uns ab, um über Alex zu wachen. Sie schlief friedlich und meine Schwester erklärte mir, dass es tatsächlich eine Art von Kopfschmerz gab, der über die normalen Schmerzen hinaus ging. Man könne nur abwarten, doch sie gab sich zuversichtlich, noch brauchte man keinen Eimer vor das Bett stellen, wegen der hochkommenden Übelkeit. Ich wurde immer unruhiger im Laufe des Tages, weil ich im Grunde die Neuigkeiten erzählen wollte und sah, dass sie alle darauf erpicht waren.

Nach dem Mittagessen erschien ein Bote mit einer Nachricht des Dukes für mich und Alex. Für einen Moment überlegte ich, ob ich sie ohne ihr Beisein öffnen sollte. Ich tat es einfach und traute meinen Augen nicht.
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast