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Das Paradies

OneshotAllgemein / P12 / Gen
04.11.2020
04.11.2020
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1.168
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04.11.2020 1.168
 
Heyho liebe Leser,
man könnte diese ff sich ein bisschen wie das Ende von Vampire diaries vorstellen, weil es ja mehr oder weniger auf das gleiche hinausläuft, aber die Meinungen gehen da auseinander. Also hier mein Ende zu der fantastischen Serie „Dark“, ich hoffe es gefällt euch. Viel Spaß!

XOXO Mitternachtswunder




Gerade fuhr das Auto wieder weg. Jonas stand mit Martha auf dieser verlassenen Straße und konnte nicht glauben, dass es nun endlich vorbei sein würde. Sie hatten es endlich geschafft, aber er freute sich kein bisschen. Sie hatten beide so viel durchleiden müssen. Alle hatten so viel durchleiden müssen. Und jetzt, wo sie endlich ins Paradies kommen würden, hatten sie einfach keine Kraft mehr dafür. Keine Kraft mehr sich zu freuen. Keine Kraft mehr Glück zu empfinden. Jonas wünschte sich nur noch den Tod. Ewige Ruhe. Stille. Das Anhalten der Zeit. Aber raffte sich zusammen ein paar letzte Wort von sich zu geben.
Er hielt Martha seine Hand hin.
„Wir passen perfekt zusammen. Glaub nie etwas Anderes“, hauchte er mit zitternder Stimme.
Die Tränen liefen ihr über das Gesicht und ihm erging es nicht anders. Sie blickten beide hoch in den Sternenhimmel und dann lösten sie sich langsam auf. Zerfielen zu vielen kleinen Funken, die wie die Sterne zum Himmel emporstiegen.



Mit einem Schreck fuhr er hoch und atmete hektisch ein und aus. Eine seltsame Schwere lag auf seiner Brust. Sein Kopf dröhnte, das Herz raste. Er schloss kurz die Augen und konzentrierte sich auf seine Atmung. Langsam beruhigte er sich wieder. Er richtete sich gänzlich auf und fuhr sich mit der Hand durch die verschwitzten, straßenköterblonden Haare. Sie waren kurz. Er blickte sich in seinem Zimmer um. Tageslicht drang durch das Fenster und ließ den sauber, aufgeräumten Raum erblicken. Mit leicht wackeligen Beinen stand Jonas auf und trat zu seinem Kleiderschrank. Er öffnete die Tür und sah in den Spiegel. Blaue Augen blickten ihm entgegen. Seine Hand tastete langsam zu seinem Hals. Aber da war keine Narbe…Jeder Schmerz wird vergessen, schoss es ihm durch den Kopf. War dies das Paradies? Hatten sie es tatsächlich geschafft? Oder war das alles nur ein Traum gewesen? Hatte das alles nur in seinem Kopf stattgefunden? Konnte man sich so etwas einbilden?
Als Jonas langsam die Treppe hinunterkam, erhoben sich Hannah, Michael und Ines vom Esstisch. Ganz so als hätten sie auf ihn gewartet. Sie sagten kein Wort, aber das war auch gar nicht nötig. Eine Träne löste sich aus Hannahs Augenwinkel und sie breitete die Arme aus. Jonas konnte die Tränen ebenfalls nicht mehr zurückhalten. Er warf sich in die Arme seiner Eltern, während in ihm die Erkenntnis niederprasselte, wie ein Platzregen. Es war kein Traum. Sie waren tatsächlich hier. Im Paradies. Sie hatten es tatsächlich geschafft!
Nach einer gefühlten Ewigkeit löste sich die vierköpfige Familie voneinander. In Jonas Augen leuchtete Hoffnung, Freude, Glück. Alles was ihm so gefehlt hatte.
„Ich muss zu Martha“, flüsterte er. Seine Mutter lächelte ihm zu. Michael klopfte ihm auf die Schulter und nickte. Dann trat Jonas nach draußen.
Die Sonne strahlte aus allen Knopflöchern. Er fuhr mit seinem Rad los, die Straße entlang.
„Hey, Jonas!“, hörte er auf einmal eine Stimme. Er hielt an und drehte sich um. Da standen Magnus und Franziska und neben ihnen, Hand in Hand Bartosz und seine Halbschwester. Er winkte ihnen freudig zu und fuhr weiter.

Das rote Backsteinhaus der Nielsens sah seltsam fremd aus. Joans Hand zitterte, als er die Klingel betätigte. Ein ihm völlig Fremder öffnete die Tür, aber er wusste trotzdem sofort, dass es Mads sein musste. Er führte ihn ins Esszimmer. Katharina und Ulrich saßen zusammen mit Alexander und Regina am Tisch. Mikkel saß auf dem Sofa, im Nebenraum und blätterte in einem Comic. Es war alles so seltsam fremd und dennoch vertraut.
„Jonas“, sagte Katharina erfreut, „wenn du Martha suchst, die ist am See“
„Danke“, meinte er lächelnd und wollte sich schon zum Gehen wenden, als ihn eine Stimme zurückhielt.
„Hallo Jonas“, sagte die vertraute, samtige Stimme, die er sofort erkannte. Claudia Tidemann lächelte ihm zu. „Ich habe Noah, oder sollte ich vielleicht doch Hanno sagen und Elisabeth getroffen sie sind bei Charlotte und Peter, die die Tannhauses besuchen.“, sagte sie knapp. „Ich habe etwas für dich“, fügte sie hinzu. Sie öffnete einen Karton, der an der Wand stand und holte seine gelbe Regenjacke zum Vorschein.
Jonas Herz machte einen kleinen Hüpfer, als er sie erblickte. Er schlüpfte hinein und es fühlte sich einfach so richtig an.
„Danke“, flüsterte er berührt und umarmte Claudia.
„Sie wartet auf dich“, sagte Claudia, als sie sich wieder voneinander lösten.
Jonas schenkte ihr ein letztes Lächeln und verließ das Haus.


Je näher er dem See kam, desto aufgeregter wurde er. Er konnte es kaum erwarten endlich bei ihr zu sein, mit ihr zusammen zu sein. Er ließ dieses überwältigende Gefühl der Vorfreude und des Glücks zu, kein einziger Zweifel bahnte sich den Weg in sein Herz. Er hatte schließlich schon viel zu viele Zweifel gehabt. Aber diese Zeiten waren vorbei.
Er stellte das Fahrrad an einem Baum ab und ging das letzte Stück zum Ufer. Er fühlte den weichen, sandigen Boden unter seinen Schuhen, der ihm so vertraut vorkam. Und dann sah er sie. Dort am Ufer sitzen, mit Blick zum See. Wie damals, Juni 2019. Es war, als hätte er gerade ein Déjà vu. Ein Fehler in der Matrix…Oder eine Botschaft aus dem Jenseits…
Er schüttelte den Gedanken ab und schmunzelte.
Langsam kam er auf sie zu. Sein Herz hämmerte so laut, dass er glaubte sie müsste es hören und wie auf´s Stichwort, drehte sie sich zu ihm um.
Bei seinem Anblick musste sie tief einatmen. Im ersten Moment dachte sie, er wäre eine Sinnestäuschung. Ihre Augen würden ihr einen Streich spielen. Sie hatte sich so lange nach diesem Moment gesehnt. Und jetzt war es endlich soweit.
Langsam stand sie auf und im nächsten Moment fühlte sie die Freudetränen, die ihr heiß über die Wangen liefen. Auch Jonas waren die Tränen der Erleichterung, in die Augen gestiegen. Es war eine solche Befreiung emotionaler Last, dass die beiden sich erst nur für ein paar Sekunden in die Augen starren konnten, ehe sie beide losliefen.
Sie fielen sich die Arme und genossen das Gefühl, den jeweils anderen halten zu können. Für ihn da zu sein.
„Ich hab dich so vermisst“, flüsterte Martha heißer, unter Freudentränen. Jonas löste sich aus ihrer Umklammerung und wischte ihr mit dem Daumen, die Tränen vom Gesicht. Er lehnte seine Stirn an ihre.
„Und du hast mir mehr gefehlt, als du dir vorstellen kannst“, gab er zurück und schloss die Augen. In der nächsten Sekunde lagen auch schon ihre Lippen auf seinen und es fühlte so richtig an und er wollte dieses Gefühl nie wieder missen. Er drängte sich ihr entgegen und verlangte nach mehr und sie gewährte es ihm.
Sie hatten es geschafft! Sie waren endlich frei und noch mehr, sie waren zusammen.
Hier war es möglich. Hier konnten sie, sie selbst sein.

Hier waren sie willkommen.

Hier waren alle frei!
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