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A Slayers Tale

von beebunny
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
03.11.2020
19.01.2021
12
17.149
2
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14 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
03.11.2020 1.152
 
Halloooo,
*freudig wink* Also zu der Entstehungsgeschichte dieser Fanfiction: Ich habe gehört, dass es in der Welt von Warhammer Fantasy Zwerge gibt, die in Ungnade gefallen sind und sich dann einen Irokesenschnitt schneiden und den Tod im Kampf mit einem ebenbürtigen Gegner suchen. Das fand ich cool.  Ich hab mich ein bisschen dazu eingelesen und fleißig Vermintide gespielt und angefangen, diese Geschichte zu schreiben lol. So viel zur Entstehungsgeschichte. Mal sehen was daraus wird.
Lg
beebunny

Konistag am 17. Tag des Erntezeit-Monats im Jahre 2522

Die nackte Kopfhaut um meinen Irokesenschnitt fühlte sich ungewohnt an. Obwohl immer noch Sommer war, war es ein kühler Morgen und kalte Schauer durchzogen meinen Körper. Der Sichelkamm auf meinem Kopf machte es selbstverständlich auch unmöglich, sein Haupt durch einen Helm zu schützen. Soll mir Recht sein. Ich will das, was vor mir liegt so schnell als möglich erledigen. Gestern habe ich mir das Haar geschnitten und rot gefärbt um mich, wie es einst unser Gott Grimnir , der erste Slayer aller Zeiten, Gott des Krieges und Beschützer des Volkes der Zwergen, tat. Ohne Rüstung und bewaffnet nur mit einer Axt ließ ich, Bya la Shuf, Sohn des Kriegers Shane la Shuf am heutigen Tag meine Eltern, meine Frau und meine gesamte Familie zurück, um in einen Kampf mit einem ebenbürtigen Gegner den Tod zu finden. Dies ist die einzige Möglichkeit der Wiedergutmachung für einen Zwerg, der in Ungnade fiel. Einen Dawi wie mich. Wenn mich auch der Abschied von Karak Ziflin hart traf, war diese Trauer doch nichts im Vergleich zu dem Gewicht der Schuld, die auf meinen Schultern lastete. Es vergeht kein Tag, keine Stunde, keine Minute, in der ich sie nicht fühle, die Reue und die Schmach, die jetzt schon beginnt, meinen Rücken zu beugen. Ich zähle noch nicht viele Sommer, bin mit meinen 34 Jahren noch beinahe ein Kind. Erst vor kurzem hatte ich geheiratet, plante eine Familie zu gründen, wollte mit meiner Frau eine kleine Schmiede aufbauen. Geliebte Krya, ich hoffe du findest bald einen besseren, tüchtigeren und ehrenhafteren Mann, sodass unser Ungeborenes nicht vaterlos aufwachsen muss. Jedoch habe ich wenig Grund zur Hoffnung, dass ein ehrlicher und anständiger Zwerg bereit wäre sie zu ehelichen, nach dem, was durch ihren Ehemann der Stadt Karak Ziflin zustieß. Dieses Ereignis, dieser kurze Moment der Unachtsamkeit hatte meine gesamte Familie in Ungnade fallen lassen und diese Schuld galt es nun für mich zu tilgen.  Ich wünschte es ihnen sehr, dass sie schon bald die Kunde meines Todes ereilen würde, auf dass sie wieder von der Gemeinschaft aufgenommen würden und kein Leben als Verstoßene leben mussten. Trotz allem würde selbst das nicht wieder gutmachen, was ich meiner Stadt angetan habe. Ich verdiene es nicht, die grauen Berge jemals wiederzusehen.  Etwa 2000 Dawi leben hier in dieser kleinen Stadt. Die Winter waren zumeist ziemlich rau, ich war immer sehr froh um das Feuer an den Mienenschächten und die Hitze in den Schmieden. Diesen Ort nannte ich bis vor kurzem meine Heimat und mir war bis zum heutigen Tag nicht bewusst, dass sie mir wie ein lieber Freund ans Herz gewachsen war, vermutlich liebte ich diese kleine Stadt mehr als meine eigene Frau.
Als ich im Morgengrauen alles hinter mir ließ und mich nur der Schatten der beiden Monde begleitete, wobei man von dem einen behauptet er bestünde aus Warpstein, sah ich wie sich an allen Fenstern Zwerge tummelten und in der Deckung ihrer schweren Vorhänge meinen Abschied beobachteten. So mancher machte daraus keinen Hehl und spuckte zu mir auf die Straße hinab. Ich beachtete niemanden und zog meiner Wege. Da ich mein ganzes Leben lang nur selten meine Stadt verlassen hatte, beschloss ich Richtung Helmgard zu ziehen. Bisher hatte ich mich wenig mit Geographie befasst, was auch nicht nötig war, da ich nie allein unterwegs war und es immer einen gab, der sich besser auskannte als ich. Und meistens war ich auch zu besoffen um auf den Weg zu achten oder mir die Namen der Orte zu merken durch die wir zogen. Wir Dawi sind gesellige Wesen. Umso bitterer ist es für uns, verstoßen zu werden. Aber man kann das Vergangene nicht ändern. Bestimmt würde ich bald auf einen Troll stoßen, es gibt ihrer ja tausende und abertausende und als Gegner sind sie eine wahre Herausforderung. Mit drei meiner besten Freunde habe ich einst in meinen frühen Zwanzigern einen solchen erlegt. Unwillkürlich musste ich beim Gedanken an meine Jugendsünden lächeln. Wobei man von Jugendsünden kaum sprechen konnte, wenn man der Kinderaxt noch kaum entwachsen war. Kurz und gut:  Für einen jungen Zwerg, der sein Leben mehr in der Werkstatt als in der Schlacht verbrachte, war ein Troll der beste Gegner. Bald schon konnte Krya als Witwe neu heiraten und meine Eltern konnten den Schandfleck in ihrer Familie vergessen.

Ich bin den ganzen Tag lang gelaufen und habe nun auf einem kleinen Hügel ein Nachtlager aufgeschlagen. In zwei bis drei Tagen würde ich Helspire erreichen. Von dort aus ist es bis nach Helmgard nur ein Katzensprung. Die grauen Berge um mich herum, andere als in meiner Heimatstadt, aber mir ebenso vertraut, recken ihre Häupter wie drohende Finger in den Himmel. Auch sie wollen mich verstoßen. Bald werde ich zu ihren Füßen begraben sein. Bei dem Gedanken lächle ich still in mich hinein. Mein Glück war mir schon an meinem ersten Tag als Verstoßener treu geblieben. Eine Horde an Waldelfen hatte mich überfallen und das obwohl sie sehen konnten, dass ich absolut gar nichts bei mir trug. Dreckiges Pack. Selbstverständlich ist es unter meiner Würde durch die Hand von solchen Gesindel zu sterben. Ich musste sie natürlich alle töten. Und natürlich hatten sie nichts zum Trinken dabei. Was würde ich jetzt für einen Humpen Bier geben. Stattdessen muss ich mich hier an meinem Lager mit einem Hasen begnügen, der mir auf meiner Reise durch den Wald praktisch vor die Füße gelaufen war. Ich hätte mir nie gedacht, dass ich mich eines Tages so wohl fühlen würde, hier in den Wäldern. Wilde Tiere, Räuber und Finsternis. Ein wahres Paradies für einen, der sein baldiges Ableben plant. Ein vernünftiger Zwerg kann es sich kaum ausmalen, welche Gefahren einem Alleinreisenden, gut gewachsenen Zwergen hinter jedem Baum auflauern konnten. Trotzdem hatte ich beschlossen, mein Lager zunächst auf einem kleinen Hügel aufzuschlagen. Für die Räuber. Vielleicht versuchte noch einmal jemand sein Glück. Falls es diesmal keine dreckigen Waldelfen sind, sondern würdige Gegner. Leider muss ich einräumen, dass meine Chancen überfallen zu werden erstaunlich niedrig sind, weil selbst eine blinde Ratte sehen kann, dass selbst ein Neugeborener mehr besitzt als ich. Dennoch, die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich gebe es ungern zu aber ich bin ein äußerst fauler Zwerg und ich hoffe sehr, dass sich dieses Unterfangen so bald als möglich erledigen lässt, ohne dass ich eine ganze Weltreise bestreiten muss. Bis spätestens zu meinem 35sten Geburtstag will ich meine Schuldigkeit getilgt haben. Mit diesem optimistischen Gedanken lege ich mich schlafen.
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