Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Treat or Kidnapping?

von JaliceTo
GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Gen
Berlin / Andrés Der Professor / Sergio Marquina Palermo / Martín Paula Vicuña Raquel Murillo
03.11.2020
25.11.2020
5
11.497
1
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
03.11.2020 1.763
 
„Und wenn ich dich anrufe, gehst du bitte an dein Handy ja Paula? Du kennst das Dorf nicht und unser Ferienhaus ist eine Viertelstunde mit dem Bus entfernt. Sollen nicht lieber Nairobi oder Rio mit dir gehen?“

Die 11 Jährige Paula schüttelte nur stur den Kopf. Was dachte ihre Mama den wie alt sie war? Sie brauchte keine Babysitter, war schon erwachse genug um alleine zum Trick or Treat zu gehen und seit sie sich in diesem Ferienhaus in einem kleinen englischen Dorf befanden, gab es nichts wovor sie sich fürchten musste. Und das sie ein Handy bekam war cool, da ihre Mama eigentlich dagegen war und meinte sie wäre zu jung dafür. Aber dass nun einer der Erwachsenen mit ihr mitgehen sollte war so uncool und doof. Das würde Paula auch alleine schaffen.

„Mama ich bin schon 11 Jahre alt. Ich brauche keinen Babysitter und das Dorf ist klein. Ich werde dran gehen wenn du mich anrufst ja? Darf ich jetzt los? Bitte. Ich habe mich vor einigen Tagen mit zwei Kindern angefreundet die auch hier Urlaub machen und sie haben so coole Kostüme. Ein Spiderman Kostüm, ein Harleen Quinzel Kostüm und ein Mal von Descendants Kostüm“, erklärte Paula schnell und als ihre Mama ihr endlich das Ok gab winkte den anderen Mitgliedern der Gang, die gemeinsam mit ihrer Mama und Sergio hier Urlaub machten zu und verließ anschließend das kleine Ferienhaus – um mit dem Bus ins Zentrum des kleinen Dorfs zu fahren. Sie konnte es kaum erwarten ihre beiden Freunde wieder zu sehen und endlich Süßigkeiten sammeln zu gehen.

***




„Du musst dir keine Sorgen machen Raquel. So wie ich den Professor kenne, hat er das Handy von Paula mit einem GPS Chip ausgestattet“, sprach Berlin und erkannte die Sorgen, die Raquel sich um ihre 11 Jährige Tochter machte. Klar sie befanden sich auf diesem seltsamen Treffen/Urlaub in einem kleinen Dorf mitten in England – der erste legendäre Überfall in Spanien ist Jahre her und sie macht sich  Gedanken, ob es gut wäre ihre Tochter Trick oder Treat gehen zu lassen. Aber Berlin kannte seinen eigenen Bruder nur zu gut, so wusste er ganz genau, dass der Professor ganz sicher etwas in Paulas Handy installiert hatte.

„Ich mache mir keine Sorgen es ist nur...sie wird so schnell erwachsen...zu schnell“, erwiderte Raquel und sie wusste genau wie wenig Zeit sie damals mit Paula gerade an Halloween verbracht hatte und es war absolut nicht fair dem Kind gegenüber, aber ihr damaliger Job als Inspectora bei der spanischen Polizei hatte ihr einiges abverlangt und da kam die Familie leider auch mal zu kurz und war an die zweite Stelle gerutscht. Dass Paula seit des Beginns des Urlaubs in England so schnell Freundschaft mit zwei anderen Kindern geschlossen hatte, freute Raquel sehr – aber auf der anderen Seite hatte sie gehofft, dass ihre kleine Tochter eben diesen besonderen Tag mit ihr verbringen möchte.

„Und du glaubst dass eine 11.Jährige wie Paula noch Interesse daran hat, mit ihrer Mama Kürbisse zu dekorieren und Halloween Filme anzusehen? Vielleicht sucht sie ja das Weite, weil ihr euch eure Zuneigung so extrem zeigt“, sprach Tokyo gelangweilt, während sie auf ihrem Smartphone herum tippte.

„Also ich habe die Halloween Abende mit meinen Eltern immer geliebt, vor dem Trick or Treating haben wir Kürbis Suppe gegessen, einen Film geschaut und dann ging es auf die Jagt nach Süßigkeiten in der Nachbarschaft“, schaltete Rio sich schnell hinzu – doch Raquels Blick glitt zu Tokyo.

Sie verstand sich nach wie vor nicht mit der Frau, die Laut Berlin den damaligen Plan des Professors mehr als einmal durch ihr kindliches und impulsives Verhalten gefährdet hatte. In Raquels Augen hatte Tokyo einen sehr kurzen Geduldtsfaden  und war was einige Situationen betrifft schwierig zu händeln. Sie würde sich dennoch nicht von einer jüngeren Frau an diesem Tag herunter ziehen lassen.

„Gilt Halloween als Feiertag in England?“ - kam es amüsiert von Nairobi und ein breites fröhliches Grinsen breitete sich auf ihrem Gesicht aus, als Helsinki und Oslo mit zwei Tabletts voller Shots und jeweils einer Schnapsflasche in den Raum kamen.

„Happy Halloween – lasst uns anstoßen“ - rief Nairobi grinsend und platzierte sich mit jeweils einem Shot Glas in der Hand neben Raquel. Die Mutter blickte von dem Glas, welches Nairobi ihr hinhielt, hinüber zu Sergio, der den Raum ebenfalls betreten hatte und gemeinsam mit Palermo ein Glas in die Hand gedrückt bekam. Sie waren im Urlaub, ihre Tochter war dank des GPS Trackers in dem Handy auf der sicheren Seite und es wäre bestimmt nichts dabei, wenn sie etwas abschalten würde. Also nahm Raquel das hingehaltene Glas hin und die beiden Frauen stoßen grinsend an.

***



„Paula! Das ist ein tolles Kostüm. Du hast dich als Fee verkleidet. Cool“


Paula hatte das Zentrum des kleinen Dorfes fünfzehn Minuten später mit dem Bus erreicht und konnte die drei Geschwister schon vom weiten am vereinbarten Treffpunkt sehen. Und über das Lob für ihr Disney  Kostüm freute sich die 11 Jährige selbstverständlich auch sehr.

„Es hat so lange gedauert meine Mama zu überreden. Aber eure Kostüme sind auch toll Hector. Habt ihr sie alleine gebastelt?“ - erwiderte Paula grinsend und nickte dem Jungen im Spiderman Kostüm zu.

„Unsere Pflegeeltern haben sie uns gekauft. Dann haben sie sich mit einer Flasche Wein im Schlafzimmer eingeschlossen und meinten, dass Jalice, Estrella und ich erst spät abends wieder zum Ferien Haus kommen  sollen – also haben wir viel Zeit um viele Süßigkeiten zu sammeln“, erklärte Hector grinsend und hob einmal demonstrativ seinen leeren kleinen Kürbis Eimer.

„Oder wir brechen in das verfluchte alte Haus am Rande des Dorfes ein? Das wäre auch cool und uns würde ganz bestimmt nichts passieren“, mischte Estrella sich grinsend ein.

„Wir werden nicht in ein verfluchtes Haus einbrechen, dass schon seit Jahren verlassen und leer ist Estrella“, sprach Hector lachend.

„Es gibt ein verfluchtes und leer stehendes Haus in diesem englischen Dorf?“, fragte Paula etwas verunsichert nach.

„Klar gibt es das. Unser Bücherwurm kann dir alles darüber erzählen – oder Jalice?“ - Estrella stieß Jalice einmal mit dem Ellenbogen an und das Mädchen gab ein schnelles Nicken von sich.

„Es stimmt. Die Einwohner des Dorfes sagen, dass sich dort vor Jahren eine Tragödie abgespielt haben soll – seitdem wird das Haus nicht weiter verkauft, keiner will es kaufen und nachts soll man einen Geist sehen...“, sprach Jalice und umklammerte das Klemmbrett, welches zu ihrem Halloween Kostüm gehörte einmal etwas fester.
Hunted Houses waren an sich schon gruselig genug aber wenn die Bewohner des Dorfes diese Legende auch noch bestätigten, gab es einem einen Grund um Gänsehaut zu bekommen.

„Okay Vorschlag – erst gehen wir Süßigkeiten sammeln und dann schauen wir uns diese Legende mal genauer an. Oder habt ihr etwa Angst?“, forderte Estrella die anderen drei Kinder grinsend heraus.

Schweigen kam von Paula, Jalice und Hector. Und Estrella lachte nur amüsiert darüber. Als würde es so etwas wie echte Geister geben, die an Halloween darauf warten würden ein paar 11 und 12 Jährige den Schrecken ihres Lebens zu verpassen.

„Ich habe mit meiner Tante, meiner Mama  und meinem kleinen Cousin vor Jahren einen richtigen Halloweenfilm gesehen. Mit Blut, Zombies und Geistern. Man darf nur keine Angst haben. Auch wenn mein kleiner Cousin vor Schreck über die Zombies gekotzt hat“, erklärte Estrella, als wäre es das normalste der Welt und eine logische Erklärung dafür, an Halloween ein Haunted House aufsuchen zu gehen.

Als von den anderen drei Kinder immer noch keine Reaktion kam, verdrehte Estrella nur ihre dunklen Augen und beschloss daraus eine Wette zu machen.

„Okay ich wette mit euch um drei Cadbury Frösche mit Caramel Geschmack, dass ihr es nicht schafft einen Schritt in das verlassene Haus zu setzten“ - Estrella wusste ganz genau, dass dieser Einsatz bei ihren beiden Pflegegeschwistern klappen würde – denn Hector und Jalice waren was Süßigkeiten betrifft unheimlich begeisterungsfähig.

„Drei Cadbury Frösche? Das ist wenig für ein verlassenes Haus. Meine Father sagt es gibt keine echten Geister und er ist sehr schlau. Ich wette mit zwei Snickers und einem Twix, dass du selber wieder aus dem Haus rennst Estrella“, sprach Paula nun selbstbewusst und das reichte, um Jalice und Hector von der Idee zu überzeugen.

„Okay ihr habt uns überzeugt – aber lasst uns jetzt mit dem Trick or Treating anfangen – sonst bekommen wir nur die langweiligen Süßigkeiten ab“, kam es von Hector und Jalice und so machte sich das Quartett bestehend aus einer Fee, Spiderman, Dr.Harleen Quinzel und Mal auf den Weg zum Einsammeln der Süßigkeiten

***



„Wow die haben uns vier kleine Cola Dosen geschenkt – das ist so cool. Wie lange macht ihr eigentlich hier Urlaub?“ - Hector öffnete seine Cola Dose die es beim letzten Haus als Geschenk gab fröhlich und stellte Paula diese Frage.

„Noch ein paar Tage. Meine Eltern sind mit Freunden hier und haben ein kleines Ferienhaus gemietet. Ich bin das einzige Kind dort und es manchmal echt langweilig unter all den Erwachsenen“, erklärte Paula und öffnete während die kleine Gruppe weiter ging, ebenfalls ihre Cola Dose.

„Dann können wir uns ja morgen auch treffen und was unternehmen? Wir sind auch noch ein paar Tage mit unseren Pflegeeltern hier. Aber die kümmern sich mehr um sich selbst, als um uns...oder sie trinken Alkohol...“, berichtete Hector und die Kindern mochten die Idee, sich morgen wieder zu treffen, da sie so gut miteinander auskamen.

„Oh seht mal da vorne ist das verlassene alte Haus – gebt am besten Jalice eure Einsätze – ich vertraue ihr mehr als...zum Beispiel Hector. Weist du Paula mein Bruder hat an Weihnachten meine Süßigkeiten aufgegessen und wollte es auf unseren Hamster schieben“, sprach Estrella ernst und dieser Satz brachte die Kinder zum lachen. Jalice hatte einen kleinen Beutel dabei, neben ihrem Kürbis Eimer und in diesem Beutel landeten die Wetteinsätze.

Einige Minuten später waren die vier Kinder lachend und mit guter Laune auf dem Weg zum Rand des Dorfes, wo sich das alte Haus befinden sollte. Was die Kinder nicht bemerkten, war ein Auto neben ihnen immer langsamer wurde. Die Kinder waren so darauf fokussiert, zu dem gruseligen Haus zu kommen und so in ihre Konversation vertieft und wie spannend das alles werden würde.

So bemerkten die vier Kinder ebenfalls nicht, wie das Auto anhielt und die Autotüren aufgemacht wurden. Erst als die Autotüren laut knallend zu gingen, drehten die Kinder sich herum und dann war es schon zu spät – sie bekamen alle einen dumpfen Schlag auf den Hinterkopf, hatten nicht einmal die Möglichkeit um Hilfe zu rufen und wurden bewusstlos. Das letzte was Paula noch sehen konnte,  bevor ihre Augen sich schlossen – war ein grün-schwarzes Outfit und leises Fluchen auf Spanisch. Dann wurde alles schwarz.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast