Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Petunia

von Yesaja
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Chris Evans Chris Hemsworth OC (Own Character) Robert Downey Jr. Sebastian Stan Tom Hiddleston
03.11.2020
03.10.2021
24
69.922
5
Alle Kapitel
49 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
28.09.2021 4.360
 
Lange hatte Cecilie nicht mehr in der Küche gestanden. Irgendwie hatte sie auch keine große Lust dazu, sich Arbeit zu machen und ihre Schwester machte sich einen schönen Tag, lud Leute ein und half dann nicht. Nach ein paar Bahnen im Pool, lag sie in einem von Chris Shirts auf dem Bett und korrigierte ihre To Do Liste.
Auf der Liste hatte sie viel durchgestrichen, korrigiert und neu hinzugefügt.

-Arbeit finden, die mich glücklich macht
-das Brautkleid Spenden und ein neues nähen! (Wirklich?)
-den Mann zum Heiraten finden
- dem Mann, den ich liebe, meine Gefühle gestehen!
-eine Familie planen (!)
-endlich auf mein Herz hören! Mit Chris über unsere Zukunftspläne sprechen!
-einen Fallschirmsprung (ich bin so bescheuert!)
-Dad besuchen
-Eleyna verzeihen
-Schauspielerei? Vielleicht!
Haus oder ein großes Appartement kaufen



„Also wenn ich mir das so ansehe, bleibt mir ja nur noch das Gespräch, damit ich weiterplanen kann!“, murmelte sie mit dem Kugelschreiber an ihrer Lippe.

Unterdessen war auch Eleyna wieder zuhause angekommen. Mit dem Blumengesteck in ein Papier verpackt und der Tüte mit dem Medikament für Oskar, stand sie im Esszimmer und betrachtete den Tisch. „Na Schätzchen, auch mal wieder zuhause?“, rollte Oskar um die Ecke und lächelte seine minimal Jüngere Tochter an.
„Hey Dad! Ja ich war noch Kaffee trinken mit zwei aus meinem Team, war total spontan.“
„Darf dein alter Vater wenigstens jetzt erfahren, wer uns besucht?“ Eleyna befreite das Gesteck und stellte es an den vorgesehenen Platz. „Klar, ist doch kein Geheimnis!“
Doch statt ihm zu verraten wer es war, holte sie die Kerzengläser und Serviettenringe aus der Schublade ihrer weißen Anrichte.
Mit einer passenden Läufertischdecke dekorierte sie den Tisch, stellte Platzteller auf und summte vor sich hin. Oskar beobachtete sie dabei wortlos und grinste.
Erst als sie zufrieden seufzte, sprach er sie lächelnd an. „Kann es sein, dass ein Gewisser Schauspieler zum Essen kommt?“ Eleyna drehte sich in die Richtung ihres Vaters und schaute ihn überrascht an. „Ja Sebastian kommt zum Essen, aber wie kommst du da jetzt drauf?“
Amüsiert rollte Oskar zur Küche. „Weil meine Tochter das gleiche Lied summt wie an dem Abend, als er nach seinem Tagesbesuch noch zum Essen geblieben war.
Und diesen Blick von dir kenne ich!“
„Welcher Blick?“ Eleyna schaute in den kleinen Spiegel, der an der Wand hing. „Du findest ihn interessant, stimmts?“, fuhr Oskar fort und füllte sich ein Glas Wasser, an dem Spender neben dem Kühlschrank.
„Ich mag ihn, ja. Aber das war es auch schon. Er hat mich gestern Abend gefragt, ob wir heute Zeit hätten. Er bringt auch einen Überraschungsgast mit.“
„Der da wäre?“
Eleyna zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Er schrieb mir vorhin nur, dass er das nicht schon gestern festmachen konnte. Kann jeder sein, er hat Kollegen, die hier wohnen und Freunde.“
„Solange es deine Schwester etwas ablenkt von ihrem Liebeskummer, soll es mir recht sein, das weißt du. Gäste sind bei uns immer willkommen!“ Eleyna schmunzelte und gab ihrem Vater einen Kuss auf den ausgedünnten Schopf. „Lassen wir uns überraschen! Wo ist Ceci eigentlich?“
„In ihrem Zimmer. Sie ist etwas sauer auf dich.“
Erschrocken drehte sich Eleyna im Gehen erneut zu ihrem Vater um. „Sauer? Warum denn?“ „Weil du Gäste einlädst und sie die Arbeit hat, während du flanieren gehst!“
„Ich war beim Friseur, den Termin hatte ich schon lange!“, versuchte sie sich rauszureden. „Und beim Floristen, Kaffee trinken... Und Ceci hat das Essen besorgt, nachdem sie im Stall geholfen hat und stand, dann in der Küche und hat Vorbereitungen getroffen, damit das Essen nachher schneller fertig ist.“
„Hmm!“, brummte Eleyna und stöckelte den Flur entlang, in die Richtung der Gästezimmer.
Cecilie war froh nicht im ersten Stock untergebracht zu sein. Im Gästezimmer hatte sie Ruhe und eine wunderbare Aussicht in den Garten.
„CC!“, rief Eleyna und klopfte an die weiße Holztür. „Ich bin zurück!“
Ceci klappte ihr Notizbuch zu, legte es auf den Nachttisch und holte tief Luft. „Du bist nicht zu überhören! Was möchtest du?“
„Reinkommen!“
„Darf ich mich erst umziehen?“
Als die Tür aufging, verzog Ceci das Gesicht zu einer Fratze. „Scheinbar nicht! Was ist denn los?“
Eleyna legte ihre Arme ineinander und starrte Cecilie an. „Warum bist du sauer auf mich?“ Ihre Pumps klackten an der Spitze immer wieder auf den Boden.
Cecilie betrachtete ihre Stiefschwester von oben bis unten und fing dann laut an zu lachen. „Weißt du wie du gerade aussiehst? Wie unsere Mathelehrerin in der 5! Fehlt nur noch der Dutt!“ Cecilie hielt sich den Bauch vor Lachen und kleine Tränen rollten aus den Außenwinkeln. Eleyna stand der Mund offen. Dann sah sie an sich hinunter, dachte kurz darüber nach, was Ceci gerade gesagt hatte und fing dann ebenso an zu lachen.
„Du hast recht! Die Alte Miss Price. Ob die noch lebt?“
Miss Price war der Schrecken in der Schule gewesen. Lange grau-braune Haare in einem strengen Dutt gebunden; langer Rock oder ein Kleid mit einer grauen Strickjacke.
Ihre Brille hatte sie immer auf dem Kopf sitzen und suchte sie dann stundenlang. Miss Price hatte sprichwörtlich Haare auf den Zähnen und wenn sie wütend wurde, stand sie vor einem, hatte die Arme ineinander verschlungen und tippte mit der Fußspitze immer wieder auf den Boden.
Die Augenbrauchen lagen eng aneinander und die Lippen waren gekräuselt, so wie es bei Eleyna gerade der Fall gewesen war.
„Ich helfe dir gleich in der Küche, zieh dich erst mal an! Seb sagt sie sind gegen acht bei uns!“
„Wer ist denn wir?“ Cecilie, zog eine schwarze Hose aus dem Schrank und sah durch ihren Spiegel in Eleynas Richtung. „Keine Ahnung, ein Freund von ihm!“
Ceci stockte kurz. „Ein Freund? Hmm. Vielleicht Hemsworth, der wollte meine ich am Set vorbeikommen hat Ju erwähnt.
Irgendwas für Morgan abgeben, dass ich mitnehmen soll.“
„Ja, vielleicht!“, zuckte Eleyna mit den Schultern und schloss die Tür.

Dank der Hitze hatte sich Ceci für einen schwarzen kurzen Hosenrock entschieden und ein Bandeau Top mit Spitzenapplikationen.
Eines der Sets die sie genäht aber nie getragen hatte. Noch in London hatte sie daran gedacht es Eleyna zu schenken, zusammen mit einigen anderen Teilen.
Die Hälfte des Koffers würde somit in Australien bleiben, wenn sie wieder abflog.

Ihre Haare hatte sie hochgesteckt, damit sie ihr beim Kochen nicht ins Gesicht fielen.
In eine Schürze gewickelt, stand sie eine Stunde später in der Küche, hatte die Hummer in ihre Grillschalen gelegt, den Bauchteil entfernt und mit Limonen Knoblauch Marinade bestrichen. Der Smoker wartete bereits auf der Terrasse und qualmte vor sich hin. Eleyna hatte den Teig für die Focaccia, den Ceci vorbereitet hatte, auf einem Blech ausgebreitet und mit Olivenöl bestrichen. Thymian, Oliven, Cocktailtomaten und Zwiebeln landeten als Topping obenauf. Ein herrlicher Duft breitete sich in der offenen Küche aus und Eleyna war froh, dass sie nicht den ganzen Abend nach Fisch riechen würde, sondern nach ihrem teuren Parfüm.
Perfektionisten Ceci füllte den Krabbensalat in dekorative Martinigläser, streute etwas Petersilie darüber und stellte sie zurück in den Kühlschrank.
Der Zitronenreis wurde mit etwas Hummersauce, die sie von der Marktfrau bekommen hatte, gemischt und auf die Hummer verteilt, um sie dann zu smoken, bis die Gäste ankommen würden.
Eleyna hatte den Tisch noch dreimal kontrolliert, um ja nichts zu vergessen. Ceci amüsierte sich darüber, denn auch wenn es nur ein lapidares Essen unter Freunden war und am Ende Seb in Jeans dasitzen würde, so musste alles perfekt für Eleyna sein.
Kurz bevor Sebi die Straße heraufgefahren kam, konnte Cecilie, Eleyna die Pumps von den Füßen quatschen.
Es machte einfach keinen Sinn auf einer Ranch solche Teile zu tragen. Und Sebi würde sie damit auch nicht beeindrucken, insofern Eleyna das vorhatte.
Zumindest glaubte Cecilie daran, das Eleyna Interesse an ihm hatte, so wie sie sich anstellte. Und mindestens 3x hatten sie auch bereits telefoniert, wenn sie am Abend draußen gesessen hatte.
Cecilie lief zum Stall, um ihren Vater zu holen, der die Zeit bei Gulliver verbracht und scheinbar nicht mehr an das Essen gedacht hatte.
Eleyna blieb vor dem Haus und wartete auf die Gäste. Das sie auf dem Weg waren, hatte die Kamera mit dem Signal an der Koppel bereits verraten.
„Dad, kommst du? Unsere Gäste sind gleich da!“ Cecilie lief in die Richtung in der Gullis Box war und hörte, wie Oskar diesem beruhigend zusprach.
„Morgen kannst du bestimmt wieder über die Wiesen und Felder rennen, ganz bestimmt!“
„Alles in Ordnung mit ihm?“
Oskar presste die Lippen aufeinander und nickte leicht. „Ich denke das schlimmste hat er hinter sich. Doc kommt morgen früh und untersucht ihn noch einmal.
Die Tropfen muss er aber weiter nehmen!“
„Na wenigstens geht’s ihm besser. Alles weitere wird Nora morgen feststellen. Und nun komm, du musst noch Hände waschen!“, hielt sie ihrem Vater die Tür der Box auf.
„Seid ihr schon fertig?“, sah er zu ihr auf und rollte aus der Box. „Essen steht unter der Wärmeglocke, der Krabbensalat im Kühlschrank.
Der Tisch wurde 5x neu gedeckt und Eleyna hat sich dreimal umgezogen. Der Wagen müsste gleich hier sein.“ „Weißt du was ich denke!“, grinste er frech.
Ceci sah ihn ebenso an und legte ihre Hand auf seine Schulter. „Ja, ich glaube Miss Wales ist verknallt!“
„Wie siehts aus, hat sie da Chancen?“
„Dad, ich habe keine Ahnung, aber ich würde sagen, ganz abgeneigt wäre er nicht. Ich werde das mal im Augen behalten!“
Kichernd kamen die beiden aus dem Stall. „Da sind sie ja!“, hörte sie Eleynas Stimme und schaute in ihre Richtung.
„Ja ich habe Dad gefu….“
Noch in ihrem Reden, stockte Ceci und starrte in die Richtung des Hauses. Mit der rechten Hand, die sie auf ihre Brust legte, spürte sie, wie stark ihr Herz gerade schlug.
„Was? Was machst du denn hier?“ Ohne weiter zu überlegen, rannte Cecilie los und sprang in die Arme des Mannes, der mit einer Sonnenbrille auf der Nase und einem breiten Grinsen auf dem Hof stand und sie mit offenen Armen begrüßte. Wie ein Sack hing sie an ihm. Die Beine und Arme um ihn geschlungen.
„Ich habe dich so vermisst!“, nuschelte sie in seine Halsbeuge. „Ich dich auch! Ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten, meine Pause, ohne dich zu verbringen!“, erklärte Chris. Ceci blickte ihm tief in die Augen, presste ihm ihre Lippen auf den Mund und brauchte keine weiteren Worte.
Etwas abseits standen Eleyna und Sebastian, die beide Grinsend ansahen. „Seit wann weißt du das er herkommen will?“, fragte Eleyna ohne das Paar aus den Augen zu lassen.
„Seit meinem letzten Besuch hier. Nachdem ihr bei mir wart, hatte er mir erzählt das er seinen Dreh beendet hat und er Cecilie vermisst.
Das fiel mir da wieder ein, als Ceci an dem Abend so nachdenklich war. Sie vermisst ihn, er sie, die beiden sind verknallt, also habe ich ihm geschrieben das er seinen Arsch ins Flugzeug packen und herkommen soll. Ich denke das war besser für alle beteiligten!“
Sebi grinste Eleyna an und neben dem erhöhten Herzschlag, den sie gerade bekam, stimmte sie ihm ebenfalls lächelnd zu. „Lasst uns reingehen und essen. Ihr habt noch genug Zeit miteinander!“, rief Eleyna das knutschende Pärchen und deutete Sebi reinzugehen.
„Er ist zwei Wochen hier, ich denke die haben ausreichend Zeit!“, flüsterte er und zwinkerte Eleyna zu. Räuspernd blickte diese zum Boden. Sie konnte sich nur zu gut vorstellen, was er damit gemeint hatte.

Die Männer setzten sich gegenüber den Damen und Oskar rollte an den Kopf des Tisches, zwischen Chris und Cecilie.
„Darf ich vorstellen? Das ist mein Dad! Dad, das ist Chris!“ Cecilie strahlte heller als die Kerzen, die auf dem Tisch standen. Chris reichte Oskar die Hand und lächelte.
„Schön dich Kennenzulernen mein Junge! Nenn mich Oskar oder Osi. Freut mich das du uns besuchst!“
„Ich freue mich ebenfalls Oskar. Cecilie hat mir viel von ihnen erzählt und geschrieben. Ich musste einfach herkommen!“
„Solange der wichtigste Grund meine Tochter bleibt, ist es genau das was ich hören wollte!“, lachte Oskar scherzend.
Ceci und Eleyna stellten das Essen auf den Tisch und Eleyna bemerkte schnell, dass die Idee mit den Kerzengläsern bescheuert war.
Cecilie wollte keine Teller anrichten, sondern eine längliche Platte mit allen Meeresfrüchten aufstellen, damit jeder nehmen konnte, was er gerne möchte und Eleyna dachte sie hätte den Platz für die Deko frei. Die Männer sahen sich die Schieferplatte mit den Hummerschwänzen, Garnelen, krabbenarmen und Muscheln an, die Zitronenscheiben und die Schälchen mit Zitronenwasser für die Finger und grinsten. Damit hatte keiner von Ihnen gerechnet.
„Bilde dir nichts darauf ein! Das ist kein Luxusessen. Also es soll keines sein! Cecilie hatte das schon vorher geplant!“, fing Eleyna Sebis Blick ein.
Dieser hob beschwichtigend die Hände. „Ich würde mich niemals beschweren. Wenn Ceci kocht, bin ich dabei, egal was es gibt.“
Sein Blick ging zu Chris, der Cecilie verliebt ansah. „Deine Kleine macht wahnsinnig gute Hähnchenteile! Das ist KFC nichts dagegen!“ Chris sah Sebi an.
„Na letzte Woche haben sie mich eingeladen und diese Frau hat in kurzer Zeit die besten Drumsticks gemacht, die du dir vorstellen kannst!“
„Dein Freund hat nur immer das Glück, dass er an Tagen zu uns kommt, an denen ich das Essen vorher geplant habe, sonst hätte er nur Sandwiches bekommen!“
Frech grinste sie Sebi an, der sich amüsiert im Stuhl zurücklehnte. „Eleyna hast du auch noch nicht kennengelernt“, deutete Cecilie auf ihre Schwester.
„Hallo, schön dich endlich mal kennenzulernen. Ich habe gehört du bleibst eine Weile?“, reichte Eleyna Chris die Hand.
„Freut mich ebenso. Ja, ich werde zwei Wochen bleiben und dann direkt zum nächsten Drehort fliegen.“ Dabei sah er seinen Freund an, der der Einzige war, der von seinen Absichten wusste. Sebastian zeigte grinsend Zähne und nahm sein Glas in die Hand. „Darauf stoßen wir einfach mal an!“, entgegnete er.
Die Gruppe genoss das Essen, tauschte sich über erlebtes aus, kicherte und hatte Spaß. Oskar war glücklich darüber seine Mädels so zu sehen, hatte er doch nicht mehr daran geglaubt, dass er seine Cecilie je wiedersehen würde. Und nun hatte er nicht nur sie, sondern auch einen potenziellen Schwiegersohn bekommen.
Es war bereits halb zwölf, als er sich räusperte und den Rollstuhl zurückrollen ließ. „So meine Lieben, der alte Mann verabschiedet sich nun ins Bett. Mein Tag fängt früh an.
Habt ihr noch Spaß und genießt den Abend.“ Chris und Sebi standen auf und Sebi verabschiedete sich von ihm.
„Ich komme gleich zu dir Dad!“, sagte Eleyna, die ihm abends dabei half sich umzuziehen. „Nein Kleines, bleib ruhig bei ihnen, ich kann das auch alleine.
Chris, wir sehen uns morgen zum Frühstück. Gute Nacht! “
Die Vier sahen Oskar dabei zu, wie er zur Treppe fuhr und sich in seinen Treppenlift nach oben fuhr.
„Ich werde trotzdem gleich nach ihm sehen. Er hat eigentlich eine Pflegerin, die hat aber noch eine Woche Urlaub!“, erwähnte Eleyna und nahm einen Schluck von ihrem Weißwein. „Cecilie hat erzählt das er eine zu Schwache Muskulatur hat. Ich habe mich mit Hemsworth unterhalten, wir würden ihn gerne in die Hände seines Trainers geben. Auch wenn es vielleicht nicht besser werden sollte, so könnte man zumindest verhindern das sie sich weiter abbauen!“, sah Chris die beiden Frauen an.
„Ich suche morgen mal seine Papiere raus, um genau zu wissen was er hat. Wenn ihr glaubt das es was bringt, warum nicht?“, zuckte Ceci die Schultern.
Eleyna schwieg. Sebi sah sie an. Es wunderte ihn, dass sie nichts dazu sagen wollte, sie war sonst um kein Wort verlegen.
„Möchte noch jemand Wein?“, fragte sie plötzlich und stand von ihrem Platz auf. Sebi sah ihr in die Küche nach und schnappte sich dann die Schieferplatte mit den Resten.
„Ich stelle das mal weg. Gibt’s Nachtisch?“, grinste er Ceci an. „Du kennst mich doch! Neben dem Kühlschrank steht ein Kirschkuchen. Sahne gibt’s im Kühlschrank!“
„Super! Wollt ihr auch?“ Chris und Ceci sahen sich kurz an, dann schüttelten sie die Köpfe. „Nein, später vielleicht.“
Sebi stellte sich neben Eleyna und die Platte auf die Spüle. „Alles in Ordnung?“, fragte er leise und deckte den Kuchen ab. Eleyna blickte zu ihm rüber und drehte den Korkenziehen weiter in den Korken. „Ja warum?“ „Das Thema mit deinem Dad. Ich glaube du hast da keine gute Erfahrung gemacht, kann das sein?“
Eleyna schwieg und starrte die Flasche in ihrer Hand an. Sebi bemerkte, wie sie frustriert drehte und drückte, aber nichts passierte.
„Warte ich helfe dir!“, nahm er ihr die Flasche aus der Hand und zog mit beherztem Griff den Korken aus der Flasche.
„Wenn Chris H und Chris E sich davon etwas erhoffen, lass sie doch einen Versuch wagen. Auch wenn er vielleicht nicht mehr viel laufen wird, so kann man ihm ersparen bewegungsunfähig zu werden. Das würde ihn nur zurückwerfen Eleyna.“ Seine Stimme war sanft und verständnisvoll. Auch wenn Eleyna ihm gerade dafür danken wollte, dass er versuchte sie aufzuheitern, so verdeckten ihre Haare gerade die Träne, die hinunterrollte. Sie nickte nur schnell und griff dann über sich in den Schrank, um Teller für den Kuchen zu holen. Sebi lächelte nur.

Chris und Cecilie hatten den Moment genutzt und ihre Finger ineinander verschränkt. „Ich kann es immer noch nicht glauben das du extra hergeflogen bist!“
„Ich hatte Zeit und Sehnsucht, da macht man so etwas!“
„Guck sie dir an, die zwei verliebten!“ Sebis Stimme steig eine Oktave und sein Grinsen war breit. „Wollen wir auf die Terrasse gehen?“ Eleyna hielt die Flasche fest in ihrer Hand und deutete zum Garten. „Au ja, der Sternenhimmel hier ist fantastisch!“, sprang Ceci sofort auf und zog Chris mit sich.
„Wir nehmen das Nest!“, steuerte Ceci mit Chris den Korbsessel an, der an der Seite stand. Sebi und Eleyna setzten sich in die Sessel, die danebenstanden und schenkten den Wein nach.
Chris und Ceci lagen aneinander geküchelt in den Kissen und hörten Sebi dabei zu, wie er von einer ziemlich aufdringlichen Frau erzählte, die ins Set gelaufen kam und ihn auf dreisteste Weise angebaggert hatte. Eleyna fing irgendwann laut an zu lachen und erzählte den dreien dann von der Situation beim Friseur.
„Ach das hast du gemeint mit deiner Nachricht!“, amüsierte sich Seb und schüttelte den Kopf. „Ich habe sie dann gebeten das Set zu verlassen. Aber sie kam nach Drehschluss wieder. In das Diner in dem wir immer essen.“
„Und wie kam sie darauf, dass du dich heute mit ihr dort triffst?“, wollte Eleyna wissen und nahm einen großen Schluck aus ihrem Glas.
„Sie fragte, ob ich heute wieder da wäre. Um sie loszuwerden, bejahte ich das einfach.“ „Das ist gemein!“, nuschelte Ceci, die ihr Gesicht auf Chris Brust abgelegt hatte.
„Was hätte ich denn tun sollen? Ich bin nicht gern unfreundlich.“ „Ehrlich sein?“ Seb lachte. „War ich! Ich habe ihr gesagt sie soll mich in Ruhe lassen und dass ich kein Interesse an ihr habe. Und trotzdem kam sie dann noch ins Diner.“ „Nimm Eleyna das nächste Mal mit, dann bist du sie los!“, kicherte Ceci und drückte sich fester an Chris.
Sebi schielte zu Eleyna, die mit roten Wangen dasaß und froh war, dass man das im Kerzenlicht nicht sehen konnte.
„Wäre bestimmt witzig!“, stotterte sie dann hervor, bereute es aber irgendwie sofort. Ganz alleine mit Sebastian? Schreiben und Telefonieren hatte ja immer gut funktioniert, aber so ganz alleine essen gehen? Ihr Magen drehte sich leicht, als er zustimmte. Nun musste sie zugeben, dass sie sich vielleicht doch ein kleinwenig verguckt hatte.

„Ich denke Chris sollte seine Freundin Mal ins Bett bringen, sie sieht danach aus, als würde sie jeden Moment einschlafen!“, bemerkte Sebi, nachdem in der letzten Stunde, in der sie redeten, von Ceci immer weniger kam. Chris streichelte über Cecilies Kopf und versuchte sie anzusehen. „Komm, wir gehen ins Bett!“
„Ja!“, kam es gequält müde aus der ihr heraus. „Wir räumen noch schnell auf, schlaft gut!“, schlug Sebi Chris auf die Schulter und schnappte sich die Gläser.
„Wir hören uns, gute Nacht!“, entgegnete Chris und fasste Ceci um die Hüfte. Eleyna nahm den Rest und schloss die Terrassentür.
„Der Geschirrspüler ist leer!“, rief sie Sebi zu, der in der Küche stand und sich umsah.
„Die Gläser sind nicht wertvoll, die können da ruhig rein!“, ergänzte sie und stellte ihr Glas ab. Wortlos leerte sie die Schieferplatte von den Essensresten, während Seb die Gläser und Teller in die Maschine stellte. Eleynas Kopf fuhr Achterbahn. Der Wein tat seine Arbeit und sie spürte die Promille, die sie in den letzten Stunden zu sich genommen hatte. „Gibst du mir das Besteck?“, fragte Seb und drehte sich zur gleichen Zeit um, wie es auch Eleyna vorgehabt hatte. Erschrocken zuckte diese zusammen.
„Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken.“ Eleyna konnte ihm tief in die Augen sehen, als er sich anlächelte. Sie hätte darin vergehen können.
Mein Gott, was hatte der Mann nur mit ihr angestellt, das war ihr noch nie passiert. Eigentlich war sie eher die Art Frau, die man nur schwer erobern konnte und jetzt?
„Ehm, schon, schon okay.“ Kurz schloss sie die Augen, hielt sich dann aber an der Arbeitsplatte fest, als sich alles um sie herumdrehte. Sebastian hielt sie sofort fest und fragte besorgt nach. „Alles in Ordnung? Du siehst gerade etwas blass um die Nase aus!“ „Ich.. Ich habe nur zu viel Wein getrunken!“, kicherte sie plötzlich.
„Ich habe wohl einen kleinen Schwips!“, hielt sie ihm ihre Hand entgegen, mit der sie Zeigefinger und Daumen mit geringen abstand zusammenhielt.
„Das kann natürlich sein. Soll ich dir helfen? Du solltest dich vielleicht setzen.“ „Ach quatsch, geht schon.“ Mit einem Satz saß sie auf der Arbeitsfläche.
„Ich brauche nur einen Kaffee, dann geht’s wieder.“ Sebi riss die Augen auf. „Kaffee? Um halb zwei in der Nacht? Mutig!“ „Ich reagiere nicht wirklich auf Koffein. Es hilft mir in diesem Fall, wenn ich ein Glas zu viel hatte und ich trinke gerne morgens einen, aber ich kann den auch nachts zu mir nehmen, ohne Schlafprobleme zu bekommen.“
„Okay, dann wollen wir mal einen Kaffee machen!“ Sebi stützte die Hände an seine Hüfte ab. Eleyna strahlte ihn an. „Danke! Wir haben noch eine Kapselmaschine, die steht neben dem Automaten. Die Kapseln habe ich hier.“ Sie schob die Beine auseinander und zog die Schublade heraus.
„Auch einen?“ Ihr Blick ging unschuldig fragend nach oben in Sebis Richtung. „Ehm..“ Peinlich berührt kicherte er und sah kurz zur Seite, eher er wieder in ihre Richtung sah.
„Ja gern.“ Eleyna zog zwei Kapseln aus der Schublade und schloss diese wieder. „Hier, ist ein milder!“, hielt sie ihm die Plastik Teile entgegen und schmunzelte. Sebi nahm sie und machte damit einen Schwunge Bewegung nach oben. „Danke! “
Mit den Händen neben ihren Beinen abgestützt, schaute sie Sebi dabei zu, wie er die Kaffees zubereitete. Immer wieder schweifte ihr Blick auf seine in Jeans verpackte Kehrseite.
Sie wusste schon nicht mehr, wann sie das letzte Mal mit einem Mann zusammen gewesen war. Es gab zwar nette und auch gutaussende Männer in ihrem Umfeld, aber glück hatte sie in den ganzen Jahren nicht gehabt. Hier und da mal eine kurze Affäre, aber so wirklich etwas Ernstes? Nein, das war schon ewig her. Und wenn sie sich gerade diese Ansicht betrachtete, war auch die letzte heiße Nacht, im Sinne von gutem Sex schon etwas länger her, als sie geglaubt hatte.
Hart seufzte sie aus, ohne es wirklich zu merken.
„Is was?“, fragte Sebi auf das Seufzen reagierend und drehte sich mit den Tassen in ihre Richtung. „Bitte?“ irritiert nahm sie die Tasse und stellte sie neben sich.
„Na du hast geseufzt.“ „Echt? Hab ich nicht mal gemerkt!“ Eleynas Wangen wurden leicht rot. „Aha, verstehe!“, Grinsend nippte Sebi an seinem Kaffee. Peinlich berührt, rührte Eleyna etwas Milch und Zucker in ihren Kaffee. „Wie lange dreht ihr denn eigentlich noch hier?“ Thema wechseln würde bestimmt helfen, dachte sie und nippte ebenfalls an ihrer Tasse.
„Noch zwei Monate, dann rücken wir wieder ab.“
Eleyna nickte zögernd. „Habt ihr denn überhaupt etwas von unserem schönen Fleckchen Erde gesehen?“ Nun hieß es angriff. Wenn sie ihn näher Kennenlernen wollte, musste sie definitiv in die Offensive gehen, wenn auch dem Alkohol geschuldet.
„Na ja, nicht viel!“, lachte er und stützte sich an der Eleyna gegenüberliegenden Arbeitsplatte ab.
„Da ich annehme das Ceci Chris auch etwas herumführen wird, wie wäre es, wenn ich euch etwas von der Großstadt zeige? Oder von den Reservaten in der Umgebung?“
„Sehr gern!“ Sebi lächelte und Eleyna grinste verlegen in ihre Tasse. „Vielleicht hat euer Freund ja auch Zeit. Dann könnt ihr mit ihm Surfen gehen oder so..“
„Ich werde ihn fragen!“ Eine Stille legte sich in den Raum. Die beiden sahen sich einen Moment an, dann prustete Seb hart Luft aus.
„Ich denke es wird Zeit, es ist schon spät.“ Sein Blick ging zur Wanduhr, die Zeiger lagen auf zwanzig nach drei. „Ich denke du hast recht.“
Mit Schwung hüpfte Eleyna von ihrem Platz und landete auf ihren wackligen Füßen, direkt vor Sebastian, der ihre Arme festhielt. Eleyna konnte sein Aftershave riechen und spürte die Wärme, die von ihm ausging. „Huch!“, flüsterte sie und scannte sein Gesicht ab.
Erneut wurde es still um die beiden, die sich nur ansahen. Eleyna hatte für einen Moment das Gefühl, dass sein Gesicht nähergekommen war, doch dann räusperte er sich und rieb ihr über die Oberarme. „Ich geh dann besser mal, du kommst alleine zurecht?“
„Ehm... Ja, ja alles gut!“ Gemeinsam gingen sie zur Tür. „Warte!“, sagte sie dann doch noch und hielt Seb am Arm fest.
„Du kannst nicht mehr fahren! Du hast getrunken!“ Verlegen biss sich Seb auf die Unterlippe.
„Wir haben noch ein Gästezimmer, leg dich dort hin. Du kannst ja morgen zurückfahren.“ Seb nickte und fuhr sich mit der Hand durch die Haare.
Er würde nie angetrunken Auto fahren, wie hatte er nur auf die Idee kommen können. Er folgte Eleyna in die Richtung, in der Cecis Zimmer lag.
„Hier ist ein kleineres, das dürfte reichen.“ Sie öffnete die Tür und ging hinein.
„Das Bad hat eine Dusche. Wenn du ein Shirt brauchst, wir haben hier in der Kommode immer Wechselkleidung drin.“ Sie deutete auf den Schrank neben Sebi.
„Handtücher sind im Bad und Einwegzahnbürsten in der Schublade.“ „Vielen Dank!“ „Kein Problem! Schlaf gut!“ Eilig ging sie zur Tür.
„Gute Nacht, bis nachher!“. Eleyna schloss dir Tür, ohne sich umzudrehen. Die Schmetterlinge in ihrem Bauch hingegen flatterten so wild, dass ihr schlecht wurde.
Hart stieß sie den Atem aus und schloss die Augen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast