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Petunia

von Yesaja
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Chris Evans Chris Hemsworth OC (Own Character) Robert Downey Jr. Sebastian Stan Tom Hiddleston
03.11.2020
03.10.2021
24
69.922
5
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Dieses Kapitel
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08.08.2021 2.980
 
Tom hatte sich gegen einen Anruf oder eine Nachricht entschieden. Ju sollte machen, was sie machen musste. Er hatte sich erst zum Joggen verkrümelt und war dann ins Gym gefahren.
Während er den Boxsack malträtierte, dachte er an alles was ihn ärgerte, was ihn störte. Dann wurde seine Wut größer, weil er sich nicht darüber ärgern wollte, dass Ju eigene Projekte hatte. Wenn er wieder Monate lang in Amerika war, musste sie ebenso einstecken. Wenn er auf Promo Tour war, würde er nicht mal zwei Tage in einer Stadt bleiben, geschweige denn lange in einem Land. Ob Ju und Mo dann immer mitkommen konnten, stand auch noch in den Sternen. Immer wieder prügelte er auf den Sack ein, ließ alles raus, was sich in ihm angestaut hatte. Die einsamen Nächte, wenn Ju im Studio saß. Die verpassten Date Nights, wenn Ju andere Termine wahrgenommen und ihn vergessen hatte oder wenn sie erschöpft mit Mo eingeschlafen war. Sie waren eine Familie und doch fühlte er sich manches Mal vergessen. Wie das 5. Rad am Wagen.
Ju begluckte Mo, machte ihren Job als Managerin und organisierte zwei große Konzerte, in zwei Ländern. Und er saß die meiste Zeit in seinem kleinen Büro, vergessen und ungebraucht. Natürlich kümmerte er sich Tagsüber genauso oft um Mo, aber wo waren er und Ju in dem ganzen geblieben? Nur wenige Wochen hatte es geklappt, dass sie regelmäßig Kind frei und diese Zeit auch tatsächlich gemeinsam genutzt hatten.
Schweiß rann ihm das Gesicht hinunter, die Muskeln brannten und die Fäuste drückten bereits.
Er liebte seine Frau sehr, das redete er sich zumindest immer wieder ein; aber er wurde dieses miese Gefühl einfach nicht los und er mochte es nicht.
Er studierte neben Mo Drehbücher, bearbeitete Anfragen als Produzent, hatte Theaterstücke auf dem Tisch liegen und schmiss den Haushalt mit und rund um seine Mädels. Und doch fühlte er eine leere in sich. Eine leere, die er nicht füllen konnte, die ihn Machtlos zurückließ und verhöhnte. Judith, so hatte er das Gefühl, nahm ihn nur noch wahr, wenn sie etwas brauchte, Dampf ablassen musste oder über ihre Projekte reden wollte. Das Gefühlschaos in seinem Kopf machte ihn schier wahnsinnig.
Abgekämpft beendete er seine Einheit und ließ sich aus den Handschuhen befreien. Schnaufend rieb er sich mit dem Handtuch über Gesicht und Nacken, trank sein Wasser und verschwand in die Sauna.

Unweit von ihm entfernt, saß eine breit grinsende und überglückliche Ju, im Wembley Stadium und war zufrieden.
„Leute, ich bin so froh, dass wir nun alles geregelt haben! Ich habe in den letzten Wochen weder meinen Mann noch meine Kleine wirklich genießen können.
Dieser Dauerstrom ist nichts für meine Nerven!“, schaute sie in die Runde, aller verantwortlichen und seufzte. „Wir haben dir versprochen, dass es besser wird und so ist es auch gekommen! In den nächsten Wochen heißt es nur noch Üben für alle die singen und wir besorgen die nötigen Dinge!“, meldete sich einer der Tontechniker.
„Ohne die Bühne von Ed wären wir in Zeitdruck gekommen! Ich werde gleich seine Roadies anrufen, wann wir uns treffen. Das Bühnenbild haben wir bereits in Auftrag gegeben, die treffen wir am Wochenende in Wales“, erklärte einer der Bühnenbauer.
„Danke Leute, wirklich!“ Jus Stimme schien sich fast zu überschlagen. Sie war erleichtert, überglücklich und dank der Hormone immer noch sehr nah am Wasser gebaut.
„Ich verschwinde nun auch und mach Feierabend. Wir sehen uns am Montag in Eds Studio.“
Ju beeilte sich nachhause zu kommen. Sie wollte jetzt nur noch duschen und dann mit ihren beiden Lieblingsmenschen auf die Couch oder das große Bett und kuscheln.
Als sie die Auffahrt entlangfuhr, wunderte sie sich das die Garage nicht komplett geschlossen war. Das Tor fuhr hoch und ein Wagen fehlte.
„Wo ist er denn hin?“ Verwundert kräuselte Ju die Stirn, fuhr hinein und stellte den Motor ab.
„Tom hat gar nicht gesagt das er mit Mo wegwollte. Hmm“ Kurz zuckte sie mit den Schultern und verließ die Garage.
Das Haus war still und Bobby legte sich nach seiner Begrüßung auch wieder auf seinen Platz.
Die Mappe mit unterlagen klatschten auf den Tisch und die Handtasche, die sie daneben stellte, fiel zur Seite um, was Ju nicht mehr mitbekam.
Sie war bereits auf dem Weg nach oben. Ihr Smartphone rutschte hingegen vibrierend aus der Tasche. Das Display leuchtete immer wieder auf, ein Anruf – von Tom.

Cecilie hatte sich mit ihrem Dad in den Pferdestall zurückgezogen, in dem er sich gerne aufhielt, da sie ein neues Fohlen bekommen hatten, das er gerne beobachten wollte. Tausende Male hatte sie sich entschuldigt für alles und immer wieder hatte er ihr gesagt, dass sie keine Schuld daran hatte, dass er ihr nicht Böse ist, war und sein wird.
Und sehr glücklich darüber, dass sie nun wieder bei ihm war.
„Wir können das Vergangene nicht rückgängig machen Ceci, aber wir können an der Zukunft arbeiten!“, streichelte er ihr liebevoll über die Hand.
Sie hatten sich gefehlt und bei beiden glitzerte es verdächtig in den Augen.
„Was macht dein Freund, dieser Schauspieler denn im Moment? Konnte er nicht mitkommen und deinen alten Vater kennenlernen?“
Sein lachen war tief und kratze in seinem Hals so sehr, dass er leicht husten musste.
Ein pudriges Rot legte sich auf Cecis Wangen, als sie an Chris dachte. „Chris dreht gerade. Er wollte gern mitkommen, aber es ließ sich nicht verschieben.
Das nächste Mal reisen wir zu zweit, versprochen!“
„Du siehst sehr glücklich aus, wenn du von ihm sprichst, kleines. Ich kenne ihn nicht, aber ich glaube fest daran, dass er der richtige für dich ist! Auf diesen Fotos, von eurer vermeintlichen Hochzeit, sah man, dass es echt ist, zwischen euch.“ Mit leicht zittrigen Fingern zog er ein Stück Papier aus der Brusttasche seines Hemdes.
„Ich habe mir das beste Foto ausgedruckt, so habe ich dich immer bei mir!“, lächelt er und sein ledriges Gesicht, wird ganz sanft.
Er faltet es auf und zeigt es Cecilie. Es war eines der Lieblingsmotive von Ceci und Chris. Sich gegenüberstehend, lächelnd und fern von allem um sie herum.
Das Ja Wort in der Traumsequenz der Serie. Lächelnd sieht sie es sich an und reicht es ihrem Dad.
„Wir hatten unseren Spaß, aber da waren wir noch lange nicht zusammen! Das war so einer der Schlüsselmomente, in denen wir merkten, dass da mehr ist als nur unsere Freundschaft!“, gestand sie und ließ ihren verlegenen Blick zu den Pferden schweifen. Die Stute stand ruhig da, kaute das Heu und säugte ihr Fohlen.
„Eine Beziehung, die aus einer Freundschaft entstanden ist, hat eine gute Basis. Deine Mom und ich waren auch Freunde, gute Freunde. Ich weiß das ich einen Fehler gemacht habe, aber es war eine andere Zeit und ich Idiot war jung. Einige Missverständnisse später war ich werdender Vater zweier Mädchen.
Solange ihr euch liebt, er gut zu dir ist und du dir eine Zukunft vorstellen kannst, werdet ihr immer meinen Segen haben! Egal wo ihr heiratet!“ Frech zwinkerte er seiner Tochter zu. „Daaad! So lange sind wir noch nicht zusammen!“ „Das ist ein Grund, aber kein Hindernis mein Schatz!“

Während Cecilie sich mit ihrem Vater darüber austauschte, wann man denn lange genug zusammen war, um zu heiraten und Kinder zu bekommen, wenn man keine 20 mehr war, saß Chris viele Meilen entfernt in seinem Trailer und ging die Szenen durch, die noch auf ihn warteten. Neben sich auf der Ledercouch lag sein treuer Freund Dodger und fiepte im Schlaf. Es waren nicht mehr viele Szenen zu drehen, bis die Staffel im Kasten wäre. Er hoffte, dass er die Zeit, die er einsparte, dafür nutzen konnte, um zu Cecilie zu fliegen.
Lange wollte er seinen Freund Chris Hemsworth besuchen, so könnte er das ohne Probleme tun und obendrein hätte er seine Cecilie wieder um sich. Lächelnd lehnte er sich zurück, sah ihr lächeln vor seinem inneren Auge und ihre wunderschönen Augen. Er war schon oft verliebt, hatte einige tolle Frauen an seiner Seite, aber bei keiner hatte er dieses eine kleine Gefühl, ganz tief in sich drin. Das Gefühl, das mit ihm sprach und ihm Sicherheit gab. Die Sicherheit, dass Cecilie die richtige war.
Schon lange wollte er endlich eine Beziehung, die so innig und geborgen war, dass er glaubte, die richtige zum Heiraten und Kinder in die Welt zu setzen gefunden zu haben.
Es war das erste Mal, das er ganz ohne dieses Zwicken im Hinterkopf daran denken konnte. War Cecilie wirklich seine Mrs. Evans? Die zukünftige Mutter seiner Kinder?
Sein Herz kloppte hart gegen seine Brust und Dodger schreckte durch sein eigenes Traumbellen hoch.
„Na Kumpel, alles gut?“ Dodger leckte Chris den Hals ab und freute sich darüber, dass er mit ihm sprach. „Ich dich auch mein lieber!“, lachte er und streichelte seinen Kopf.
„Aber gerade denke ich eher an Ceci!“ Seufzend schüttelte er den Kopf. Diese Frage konnte er sich in einigen Monaten noch mal stellen.
„Komm, lass uns eine Runde gehen, ehe ich wieder vor die Kamera muss!“

Ju betrat das Schlafzimmer, nachdem sie im Büro nach einer Nachricht gesucht hatte. Sie hatte die Tür noch nicht ganz geöffnet, roch sie bereits florale Düfte.
Immer noch verwundert, öffnete sie die Tür weiter und entdeckte einen großen Strauß roter Rosen und einen kleinen bunten Wildblumenstrauß. Irritiert zog sie die brauen zusammen und tapste auf die Vasen zu. Dort fand sie auch direkt eine Karte, auf der mit Goldenen Lettern Anniversery stand.
Erschrocken hielt sich Ju die Hand vor den Mund und atmete schneller. „Oh Scheiße nein!“ Ihre wackligen Beine trugen sie zum Bett, aus das sie sich fallen ließ.
„Ich habe unseren Jahrestag vergessen. Den Tag, an dem ich ihm von Morgan erzählte und wir wussten, wir würden nicht mehr ohneeinander Leben können. Fuck!“
Dicke Tränen rollten an ihren Wangen herunter, während sie sich etwas zum Anziehen aus dem Schrank riss. Ihr Blick ging auf die Uhr, sie hatte noch 45 Minuten, um in das Restaurant zu kommen, in dem sie reserviert hatten. Sie hoffte das er kommen würde, auch nach dem versauten Tag. Schnell stellte sie sich für eine Katzenwäsche unter die Dusche, hüpfte in die Lieblingsunterwäsche ihres Mannes und das Kleid, das er ihr damals geschenkt hatte, als sie zum ersten Mal ausgegangen waren.
Es passte, wenn auch etwas lockerer als damals. „Ich muss wieder mehr essen und trainieren glaube ich!“, seufzte sie und schminkte sich im Eilverfahren.
Auf dem Weg nach unten, wäre sie dann auch noch passenderweise beinahe die Stufen hinuntergefallen.
Das Handy und ihre Pumps in der Hand, rannte sie die Auffahrt runter, zu dem Taxi, das sie im Schlafzimmer angerufen hatte.
„So schnell es geht!“, schnaufte sie dem Fahrer zu und schlüpfte in ihre Schuhe.


„Ceci, wollen wir uns morgen ein wenig im Outback umsehen? Ich kenne einen guten Scout!“, fragte Eleyna, als Cecilie mit ihrem Dad zurück zum Haus kam.
„Kommt darauf an wo genau!“, lachte Ceci. Eleyna wusste genau was sie meinte. Cecilie hatte große Angst vor Spinnen und Australien war nicht gerade zimperlich mit Krabbeltieren, Riesenspinnen und Krokodilen. „Keine Angst, ich bringe dich nicht mittenrein CC. Wenn dann nur ein Stück weg von der Stadt. Die Natur genießen.
Dort drehen auch so viele Filmteams immer wieder.“ Cecilie schoss genau mit diesem Satz in den Kopf, dass sie sich ja bei Sebastian melden wollte.
„Da fällt mir gerade was ein, danach sage ich dir, wohin wir fahren können!“ Der Stuhl blieb gerade so stehen, als Ceci aufstand und in ihr Zimmer lief, um das Smartphone zu holen, das dort zum Laden lag. Eleyna und ihr Dad sahen sich nur kurz an und schüttelten die Köpfe. Das war Ceci wie sie leibt und lebte.
On Helensburgh bis zum Dharawal-Nationalpark war es nicht weit, daher hoffte Eleyna, dass Ceci keine andere Idee hatte. Die sie mehrere Stunden in ein Auto stecken würde.
„Hazelbrook!“, rief Cecilie, auf dem Weg zurück zum Tisch, an dem ihr Dad und Eleyna seit gut einer halben Stunde auf sie warteten.
„Bitte?“ schaute Elaina auf und griff nach Cecis Kaffeetasse. „Wir müssen nach Hazelbrook! Da ist ein Freund von mir und dreht. Ist das weit?“
Eleyna stellte die Kaffeetasse in die Maschine und drückte den Knopf. „Gute zweieinhalb Stunden. Warum müssen wir da denn hin? Es gibt zwar hübsche Ecken, aber...“
„Na wen Seb! Ich hatte ihm versprochen vorbeizukommen, wenn ich hier bin. Das wäre die Gelegenheit!“ Ceci freute sich und bekam Rückendeckung von ihrem Vater.
„Tu ihr doch den Gefallen Lini! CC war noch nie hier und dann hat sie auch nicht einen Bekannten, den sie besuchen kann. Ich muss doch morgen sowieso zur Physio, dann habt ihr genug Zeit!“ Eleyna schnaufte. „In Ordnung! Dann stellst du ihn mir aber auch vor!“ Cecilie quietschte vergnügt auf und klatschte in die Hände.
„Oh super, danke Eleyna. Sebastian ist ein total netter Kerl, ich schwöre es dir! Ich sag ihm gleich Bescheid, vielleicht können wir dann irgendwo auch essen gehen!“
Eleyna konnte ihr gerade noch die Tasse geben, da war Ceci auch schon wieder verschwunden. „Die ändert sich wohl nie!“


Judith betrat aufgeregt und mit bebendem Körper das Restaurant. Sie hatten bei Gordon bestellt, bei dem sie auch damals gegessen hatten, bevor alles so eskaliert, war in ihrem Leben. Suchend schaute sie sich um, aber sie konnte Tom nirgends entdecken. „Guten Abend Miss. Kann ich ihnen behilflich sein?“
Ju erschrak leicht, als sie vom Oberkellner angesprochen wurde. „Ja.. Ehm, ich.. Hiddleston. Es ist reserviert.“ Der Oberkellner kontrollierte im Buch und nickte.
“Folgen Sie mir bitte, ich bringe sie an den Tisch.“ Ju ging ihm nach. Ihre Beine wurden weich als sie erkannte, dass der Tisch leer war.
„Darf ich Ihnen etwas bringen, während Sie warten?“, zog er den Stuhl für Ju zurück und lächelte. „Einen Mocktail bitte, ich trinke keinen Alkohol. Mit dem Essen warte ich noch, danke!“ Wieder nickte der Kellner und ging dann zur Bar. Judith bekam Magenschmerzen und am liebsten hätte sie losgeheult.
Noch nie war sie ohne Tom zum Restaurant gekommen und noch nie hatten sie solche Terminlichen Überschneidungen, dass sie ihren Jahrestag hätte vergessen können.
So unwohl hatte sie sich noch nie gefühlt. Eiskalt lief es ihr immer wieder über Nacken und Rücken, der Magen drehte sich unaufhörlich und ihr Herz fand keinen ruhigen schlag mehr. Ein Stoßgebet nach dem anderen schickte sie auf die Reise, aber außer ihrem Mocktrail und bemitleidende Blicke von den Mitarbeitern und den anderen Gästen, passierte nichts.
Die Uhr verhöhnte sie unaufhörlich. Verzweifelt zog sie ihr Smartphone aus der Tasche und schrieb ihrem Mann.

>> Hey Ducky, ich weiß ich habe es vergessen du es tut mir so unendlich leid, glaub mir! Es gibt keine Worte, die das entschuldigen können! Ich sitze im Restaurant und warte auf dich, aber du wirst wohl nicht kommen… Ich bin so eine Idiotin! Glaub mir, ich liebe dich mehr als alles andere, aber all diese Termine... Tom, ich verspreche dir, ich bessere mich! Ich habe nur noch Proben vor mir, der Rest ist komplett geplant und jeder hat seine Aufgaben…Ich freue mich auf Zeit mit euch... Bitte verzeih mir! <<


Tom reagierte weder auf die Nachricht, noch kam er ins Restaurant. Judith war unendlich traurig darüber, konnte ihn aber ein wenig verstehen. Sie entschuldigte sich bei dem Oberkellner, erzählte das ihre Verabredung bei einem Termin aufgehalten wurde und sie neu Reservieren würde. Statt ein Taxi zu rufen, lief sie durch die Stadt.
Sie musste nachdenken. Sie hatte Mist gebaut ja, aber es war nun mal verdammt viel Arbeit und er hatte ihr dazu geraten es in seiner Babypause zu tun, einfach damit er sie so unterstützen konnte und nun machte er ihr Vorwürfe, wenn auch durch die Blume. Sie fragte sich, ob sie es hätte, anders Planen können, ob sie vielleicht nur ein Konzert hätte zusagen sollen und auch, ob sie es nicht wirklich auf ein anderes Jahr hätte verlegen müssen. Ihr Magen knurrte vor Hunger, drehte sich vor Aufregung, Angst und Sorge.
Ihre Ohren rauschten und die Nerven, die lagen blank. Wo war er nur? So kannte sie ihn nicht. Tom hatte immer versucht mit ihr Dinge zu besprechen, auch wenn er sauer war oder enttäuscht. Noch nie hatte er sie sitzen lassen oder hatte sie ignoriert. Und nun kam alles auf einmal…
Langsam füllten sich ihre Augen und das sehen wurde beschwerlich. Immer wieder wischte sie sich mit dem Handrücken über die Wangen.
Sie durfte in der Öffentlichkeit nicht heulen, wenn ein Papparazzi sie erwischte, gäbe es wieder eine mega Schlagzeile. Ju lief und lief und irgendwann sah sie auf und stand vor dem Theater. Der Ort an dem alles begann. Sie konnte erkennen, das Han arbeitete und klopfte an die Tür. Han, der Ju auch eine Weile nicht gesehen hatte, lachte und winkte vom Tresen aus in Richtung der Tür. Es dauerte, bis er kapierte, das Ju reinwollte. Er Eilte zur Tür und öffnete verlegen.
„Tut mir leid, ich dachte du gehst nur vorbei und wolltest schnell Hallo sagen. Komm rein! Bist du auch nur spontan hier?“
„Auch?“ Sah Ju ihn überrascht an, ging aber nicht weiter darauf ein. „Ja sozusagen. Ich war ein paar Blocks weiter und bin eher unbewusst hier gelandet. Machst du mir einen Tee? Ich ruf mir dann gleich ein Taxi, nur ein wenig Theaterluft schnuppern! Ist jemand da?“ Han verzog das Gesicht.
„Ehm.. Ja, aber kein Künstler, wir spielen erst in zwei Wochen ein neues Stück. Derzeit haben wir das Kids Theater.“
Er stellte Ju ihren ehemaligen Tea Cup auf den Tresen, den sie immer genutzt hatte während ihrer Theaterzeit. Er legte ihr den Deckel daneben, goss heißes Wasser hinein und hängte die Tee Kugel hinein, die er mit einem japanischen Tee gefüllt hatte. „Hier, der beruhigt und öffnet die Sinne.“ Ju presste die Lippen zusammen und verschloss den Cup mit dem Deckel. „Darf ich ein bisschen durch das Theater gehen?“ Han nickte und sah ihr einen Moment nach.
Kopfschüttelnd widmete er sich wieder seiner Arbeit. „Was da wohl los ist“, nuschelte er und wischte über den Tresen.
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