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crack in me - eine Reyux- Lovestory

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Het
Finn General Hux Poe Dameron Rey
03.11.2020
03.03.2021
19
66.234
11
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
23.02.2021 2.914
 
Auch diese Geschichte wird es nun 2x/Woche geben.

Da sich auch hier kaum noch Leser zu Wort melden, macht es für mich keinen Sinn mit den Kapiteln zu warten.

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Der folgende Tag würde eine Menge Ungemach über alle bringen.

Poe und Finn brauchten lange, bis sie bei der Fleurs ankamen. Immerhin war Chewie da und gleich hilfreich. Darüber hinaus berichtete der Wookiee, dass er zwar weit entfernt Schüsse gehört hatte und auch die Frachter gesehen hatte, doch unbemerkt blieb, weil er ein Haufen Buschwerk über ihren Frachter verteilt hatte, damit er von oben nicht als solches zu erkennen war.

Finn war am Ende seiner Kräfte und heilfroh auf einem Notbett liegen zu können. Seine Wunde war einigermaßen verschlossen, aber der Blutverlust würde ihn noch eine Weile schwächen. Während Poe selbst trank und Chewie Finn Essen und Trinken brachte, berichtete er Chewie, was geschehen war. Der Wookiee kommentierte alles und war tief betrübt, dass sich Rey scheinbar von ihnen abgewandt hatte.

„Das hat sie nicht“, sagte Finn schwach. „Sie hat sicher einen Plan und findet es sinnvoller bei Hux zu bleiben.“

„Damit sie die Basis findet, schon klar. Dabei haben wir noch gar nichts von Ben Solo erzählt!“, unterbrach Poe Finn und Chewie stieß einen verwundertes Brüllen aus. Schweigend lauschte er Poes Erzählung.

„Und, was ist deine Meinung, Chewie?“, fragte der Pilot anschließend. Draußen wurde es nun dunkel und die Geräusche des Dschungels wurden lauter.

„Das ist kaum zu glauben. Ich weiß zwar von Machtgeistern, Obi-Wan Kenobi und Yoda konnte als solche erscheinen, doch ich habe noch nie gehört, dass sie tatsächlich … Macht wirken können.“

„Und besonders geisterhaft sah er auch nicht aus. Denkst du, wir müssen besorgt sein?“

„Wenn wir doch nur jemand dazu befragen könnten. Aber alle Jedi sind tot oder nicht da.“

„Ben sagte, dass Hux ihn auch sieht, aber Rey nicht.“

„Das verstehe ich nicht.“ Poe seufzte deprimiert, denn Chewbaccas Antwort befriedigte ihn nicht gerade. Finn ließ nichts auf Rey kommen und wollte einfach nicht an ihrer Gesinnung zweifeln, Chewie war für technischen Kram gut, ansonsten unbrauchbar und er …? Lag es allein an ihm Rey zu retten?

„Wie auch immer. Wir versuchen unser Glück morgen in der Siedlung. Sie werden bestimmt Treibstoff haben, leider befürchte ich, dass es schwer wird, ihn zu bekommen, nach dem Gemetzel von vorhin. Jemand Ideen? Nein? Niemand?!“ Chewie schüttelte den Kopf und Finn war eingeschlafen.





Frustriert ging Poe nach draußen, weil er sonst explodiert wäre.

Er ging ein wenig in den Dschungel hinein und schrie dann ein paarmal, um seinen Frust loszuwerden.

„Ich werde da sein und ihr bekommt euren Treibstoff!“, hörte er plötzlich Bens Stimme hinter sich. Erschrocken fuhr er herum. Ben Solo stand in etwa vier Meter von ihm entfernt, hatte die Kapuze seiner Robe über dem Kopf, die Arme vor der Brust verschränkt und wirkte wie ein Rächer. Was Poe von seinem Gesicht sah, war grimmig.

„Was soll das bringen, du bist ein Geist!“, erwiderte er, hatte aber heftiges Herzklopfen dabei.

„Vielleicht sehen sie mich nicht, aber das hier …“ Er warf einen Blitz direkt neben ihn in den Stamm eines Baumes. Ein kleines Brandloch in der Rinde war sofort zu sehen. Dieser Blitz war nur ein schwacher Abglanz des Blitzes von ein paar Stunden, nur eine Demonstration, wie Poe begriff.

„… sehen und spüren sie sicher.“

„Darf ich … fragen …“ Vorsichtig ging Poe nun näher. Ben blieb stehen, wirte aber weiterhin aggressiv und finster.

„Ob du wirklich noch ein Geist bist?“

„Warum soll ich das nicht sein? Ich wurde eins mit der Macht. Manche sehen mich, andere nicht. Gerade Rey sieht mich nicht … ich verstehe es nicht. Das ist sehr ärgerlich und leider gelingt es mir nicht recht mir die Zeitpunkte meines Erscheinens auszusuchen.“ Während Ben sprach, hob Poe die Hand und piekte Ben gegen die Schulter. Es war feste Materie.

„Ach du Scheiße!“, flüsterte der Pilot schockiert.

„Was? Was ist?“, fragte Ben irritiert nach.

„Du … du bist kein Geist. Ich kann dich … berühren“, flüsterte Poe ehrfürchtig. Der Schweiß brach ihm aus, bei den Gedanken, was das alles bedeuten würde.

„Was sagst du da?“, fuhr ihn Ben an, wobei er eine so hastige Kopfbewegung in Richtung seiner Hand machte, dass ihm die Kapuze runter rutschte. Seine Augen waren groß und ungläubig. Zum ersten Mal sah Poe nicht diesen wütenden Kerl, der stark an Kylo Ren erinnerte, sondern einfach nur Ben. Kein Jedi, kein Mörder, kein Geist. Nur Ben, der jung wirkte und verwundert auf seine Hand und dann zu ihm sah.

„Das kann nicht sein … ich …“ Plötzlich war er wieder weg. Poe entließ seine angehaltene Luft und wartete, dass Ben wiederkam. Aber er kam nicht wieder. Als er zur Fleurs zurückkam, schliefen alle, so dass er auch noch die Arschkarte der ersten Wache hatte. Was ihm aber nicht so dramatisch vorkam, weil durch sein Blut Unmengen an Adrenalin rauschten und ihn sowieso wachhalten würden. Seine Gedanken rasten in jede Richtung, als er auf dem Dach des Frachters saß und Wache hielt.

Wenn Ben irgendwie zurück war, wäre er eine Hilfe. Aber vielleicht ging es ihm nur um Rey. Selbst das war ihm recht, denn Ben würde Hux vermutlich einfach töten und das größte Problem hätte sich gelöst. Was aber war, wenn gar nicht Hux das Problem, sondern Rey war? Rey, die vielleicht endlich vollständig erwacht war und aufblühte. Was war, wenn Rey nie der nette Mensch hätte sein sollen, den man von ihr erwartet hatte? Was, wenn sie doch mehr Sith-Eigenschaften hatte, was niemand wahrhaben wollte? Was, wenn Hux der einzige Menschen gewesen war, der diese Seite in ihr geweckt und gefördert hatte? Was, wenn Rey Hux liebte und ganz freiwillig bei ihm war?

Würde am Ende Ben gegen Rey kämpfen müssen? Das wollte sich Poe nicht vorstellen. Es wäre schrecklich.



Am nächsten Morgen begaben sich Chewie und Poe noch einmal zur Siedlung, in der Hoffnung alles mit Freundlichkeit und Diplomatie zu lösen. Chewie hatte darauf bestanden ein „Gastgeschenk“ zum Tausch für Treibstoff mitzubringen. Von wo Chewie das Ding auch hatte, er kramte einen alten Helm eines Mandalorianers aus einer Kiste. Nachdem er ihn poliert hatte, glänzte er und der Wookiee sagte stolz: „Aus reinem Beskar. Hat einem gewissen Din Djarin gehört. Ist eine Menge wert!“

Da war sich Poe sicher. Nicht sicher war er, ob sie das hier überlebten und schon gar nicht war er sicher, ob Ben ihnen helfen würde. Allein, dass er sich auf einen Geist verlassen sollte, war absurd. Wie vermisste er einen weisen, kompetenten Ansprechpartner. Aber alles was sie hatten, waren nur sie und von ihnen hatte niemand wirklich Ahnung von der Materie. Kein Wunder, dass die arme Rey überfordert war.

Die Begrüßung war alles andere als freundlich und doch schien nicht bekannt zu sein, dass unter anderem sie für das Massaker an den zehn Kaleesh verantwortlich waren.

Der Stammesführer fragte sie ungehalten, was sie wollten und Poe berichtete wortreich von einem Absturz, weil es einen Defekt in der Tankanzeige gab und Albe fragte nur, ob sie zu dem rothaarigen Narren und seiner verrückten Hexe namens Rey gehörten. Poe stellte sich dumm und verneinte inbrünstig. Chewie hob den Helm hoch und sagte, dass man ihn gegen Treibstoff tauschen wollte. Bis dahin ging alles noch recht gut. Die Kaleesh waren wachsam, nicht freundlich, doch auch nicht angriffslustig. Und sie hatten Chewies Helm im Auge, der sicherlich sehr wertvoll war.



Die Kaleesh diskutierten untereinander, als plötzlich ein weiterer Mann in die Halle gerannt kam und etwas rief. Auf sein Wort hin, wurden sie sofort bedroht. Poe erbleichte und der Anführer klärte sie freundlicherweise auf.

„Ein Überlebender hat gesprochen. Es waren nicht nur die Sith-Hexe und der Rothaarige und dessen Soldaten, die sie angegriffen haben, sondern auch zwei Männer. Einer in einem Pilotenanzug!“ Dameron sah verlegen an sich herunter und lächelte ertappt. Verdammt aber auch.

Plötzlich erschien Ben neben ihm. Chewie brüllte erschrocken auf und er sagte nur:

„Wird ja Zeit, wir haben ein kleines Problem!“

„Das sehe ich …“, erwiderte Ben und ging angstfrei auf den Anführer zu. Was sollte ihm auch geschehen, schließlich war er schon tot, dachte Poe beunruhigt. Er hingegen war am Leben und wollte das auch gern bleiben. Als Ben erschien, ging ein lautes Raunen durch den Raum. Etwa zwanzig Kaleesh waren anwesend, die einen Kreis um sie gebildet hatten.

„Ihr gebt uns Treibstoff und bekommt dafür Beskar. Mit dem Angriff hatten wir nichts zu tun, das ging von dem rothaarigen Mann aus. Ich jage ihn und wäre euch verbunden, wenn ich sein Ableben so schnell es geht bewerkstelligen kann!“

Irrte sich Poe, oder klang Ben sarkastisch?

„Und wer bist du?“, fragte Albe unbeeindruckt.

„Mein Name ist Ben Solo!“

„Hm, bist du nicht tot? Ich habe so was gehört.“

„Ja, dachte ich auch. Aber irgendwas läuft wohl gerade schief, so dass meine Gestalt materiell ist.“ Ben hielt Albe die Hand hin.

„Abgemacht?“

„Geister sollten Geister bleiben. Wir nehmen uns einfach den Helm als Schadensersatz für neun tote Kaleesh. Seid ihr einverstanden, dürft ihr lebend gehen, bis auf dich, aber du bist ja schon tot.“

Bens Machtblitz kam unerwartet. Er traf die Wand hinter dem Stammesführer und setzte sie sofort in Brand. Kaleesh rannten hin und her und begann das Feuer zu löschen.

„Das … war nur eine Warnung!“, sagte Ben drohend. Poe hatte eine harte Gänsehaut, weil er Ben nicht einschätzen konnte. Er kannte ihn nicht, hatte nur von ihm gehört und er wusste, dass Rey ihm nicht nur ihr Leben verdankte, sondern, dass sie ihn auch verehrt hatte. Wer war der Kerl hier? Ben Solo? Kylo Ren? Etwas anderes? Ein rachsüchtiger Geist? Eine noch größere Gefahr als Rey und Hux zusammen? Albe stand still da und schwieg.

„Also?“, fragte Ben fast freundlich. Poe vernahm wieder die sanftmütige Friedlichkeit, die ein Machtgeist haben sollte. Aber da war auch so viel Aggression in Bens Blick, dass ihm schauderte. Falls er sich wieder vollständig materialisieren könnte, würde alles wieder von vorn losgehen. Jedi gegen Sith. Ben gegen Rey. Vorsichtig sah er zu dem Wookiee, der Ben auch sehr verwundert ansah.

Warum sah Rey ihn nicht? Ausgerechnet sie?

„In Ordnung, ihr bekommt den Treibstoff, unter einer Bedingung!“

„Die da wäre?“

„Ihr versprecht, diesen Rothaarigen und diese Sith zu vernichten!“ Ben zögerte und Poe fühlte sich unwohl, weil der Kaleesh Rey ständig als Sith bezeichnete, als ob sie das schon immer gewesen war.

„Und?!“, forderte der Kaleesh eine Antwort.

„In Ordnung, wir vernichten sie“, erwiderte Ben schnell, als er merkte, dass er für ihn das Versprechen geben wollte. Als sie die Halle verließen, erwartete sie ein Lasttier mit dem Treibstoff. Sie sollten das Tier frei lassen, wenn sie am Ziel waren, es würde allein zurückfinden.

„Bist du sicher, dass du dein Versprechen halten kannst?“, fragte er Ben, als sie die Siedlung tatsächlich unbeschadet verlassen konnten. Chewie sah sich immer wieder um und trauerte dem Helm nach.

„Nein, aber ich bin sowieso tot, ein Geist und habe kaum noch Ehre zu verlieren. Du aber schon. Aber ich werde Hux aufhalten, wie auch immer.“

„Und Rey?“ Neben Ben zu laufen, fühlte sich für ihn komisch an, weil er nicht wusste, was er nun war. Wieder ein Mensch, ein Geist, etwas dazwischen? Es war gelinde gesagt gruslig und er dürfte nicht intensiver darüber nachdenken, um nicht hysterisch zu werden. Das einzige, was Poe beruhigte, war die Tatsache, dass Ben für die gute Sache als ein Jedi gestorben war. Andererseits hatten sie von Rey auch immer gedacht, dass sie ein Jedi war. Scheinbar war in dieser Galaxis nichts stabil.

„Das werden wir sehen, wenn es soweit ist“, wich Ben ihm aus.

„Ist sie jetzt … ein Sith?“, fragte Chewbacca plötzlich. Ben blieb stehen, sah erst unglücklich aus, stieß dann einen gewaltigen Schrei aus und verschwand dabei.

„War das jetzt ein Ja?“, fragte Chewie verwundert, doch auch er konnte nur die Schultern zucken. Tatsache, Ben war hier gewesen und hatte ihnen geholfen. Was auch immer das bedeuten mochte.



Chewie betankte später die Fleurs und dann besprachen sie, was sie nun tun sollten. Finn war dafür Rey weiter zu verfolgen und zu retten. Auch, wenn er gesehen hatte, dass sie mindestens fünf oder sechs Kaleesh getötet hatte, glaubte er noch immer an ihre Güte. Das war eine Kampfsituation und sie musste ihr Leben verteidigen, wie Soldaten das tun, wiederholte er mindestens dreimal.

Poe gab ihm recht und doch war etwas zwischen den Zeilen. Er zumindest, hatte durchaus gesehen, dass Hux nämlich gar keine Finger krumm gemacht hatte, sondern nur mit glänzenden Augen Rey beobachtet hatte.

„Aber sie zu verfolgen, wäre wie eine Nadel im Heuhaufen suchen. Sinnlos. Wir sollten zurück und uns mit dem Rest besprechen und vielleicht mit der Nikita und anderen Schiffen wiederkommen!“, schlug er selbst vor. Der Wookiee stimmte ihm zu.

„Wir könnten sie ja von dieser Position aus weiterverfolgen und irgendwie finden wir sie vielleicht wieder.“



„Ich kann sie spüren!“, sagte Ben plötzlich, der wie aus dem Nichts auftauchte. Finn schrie erschrocken auf, aber Ben beachtete ihn gar nicht.

„Heißt das, du willst, dass wir sie jetzt sofort … verfolgen?“, fragte Chewie unsicher und legte Ben freundschaftlich aber sehr behutsam eine Pranke auf die Schulter.

„Du bist echt!“, rief der Wookiee daraufhin begeistert. Aber auch darauf ging Ben nicht ein.

„Nein, kehrt erst zurück und kommt nicht allein zurück. Ich befürchte, Hux der Mistkerl hat mehr als einen Kreuzer. Ihr solltet gut gewappnet sein.“

„Und … wo finden wir dich?“, fragte Poe freundlich. Beinah hatte er sich an Bens Anwesenheit gewöhnt, so absurd und schräg das auch war.

„Ich finde euch, wenn es soweit ist. Bis dahin bekomme ich vielleicht den Dreh heraus, nicht immer so ungeplant zu ….“ Weg war er und Finn setzte seinen Satz fort: „… zu verschwinden!“

„Verrückt“, kommentierte Chewie kopfschüttelnd.





Armitage küsste Reys nackte Schulter, als er sie eine Weile betrachtet hatte. Sie öffnete die Augen, lächelte und wollte ihn näher ziehen.

„Jetzt nicht, wir sind gleich da und ich muss auf die Brücke …“, flüsterte er belegt. Rey schmollte und grinste dann, als er mit einer nicht zu übersehenden Erektion das Bett verlassen musste.



Als Rey später in seinem Quartier frühstückte, lächelte sie immer noch. Irgendwas war zwischen ihnen sehr schön. Auch wenn es um sie herum dunkler geworden war, war es zwischen Hux und ihr warm und hell. Sie begriff nicht, wie das funktionieren konnte, war sich aber sicher, dass Armitage ebenso Gefühle für sie hatte, wie sie für ihn. Liebe, dachte sie nicht das erste Mal.

Später ging sie in ihre eigene Kabine, duschte, zog sich um und sah sich im Spiegel an, bevor sie zu Armitage auf die Brücke ging. Wieder trug sie Schwarz, diesmal auch Stiefel der Ersten Ordnung, weil die Hosen nun mal leider genau darauf abgestimmt waren. Ihre dunklen Haare hatte sie erst geflochten und anschließend zu einem Knoten am hinteren Kopf zusammengedreht und festgesteckt. Sie wirkte streng und mächtig. Rey wusste bei diesem Anblick, dass es ihr nicht gefallen sollte, aber das tat es. Ihr gefiel, was sie sah. Zumindest für ein paar Momente. Dann dachte sie an Ben, daran, dass er wollte, dass Hux sie in Ruhe ließ und setzte sich betroffen auf ihr Bett.

Wenn Ben so etwas verlangte, sollte das doch einen Sinn haben, oder? Oder war er einfach nur eifersüchtig? Neidisch darauf, dass Hux bekam, was er nie bekommen hatte? Rey war sich sehr unsicher und hätte in diesem Moment sonst was dafür gegeben, dass sie mit ihm sprechen könnte. Sicherlich waren Armitages Gedankengänge eine stabile Ordnung in der Galaxis zu erschaffen, andere, als die des Widerstands und der zig Versuche von Demokratie. Fruchtbar war kein Versuch davon gewesen. Immer wieder gerieten die Systeme aneinander, weil beide Seiten immense Schwächen hatten. Vielleicht würde es endlich gelingen das Gute beider Seiten zu vereinen, wenn sie mit Hux als jeweilige Vertreter zusammenarbeitete? Sie hatte Einfluss auf ihn und sollte das nutzen. Wenn nicht, wäre das beinah ein schlimmes Versagen.

Eine Stimme (es war die ihres Großvaters), flüsterte in ihrem Kopf: Bring den Schwachkopf Hux einfach um und bringe zu Ende, was ich begonnen habe, Kind!

„Nein!“, sagte sie leise zu sich selbst. Sie liebte Armitage und brauchte seine Klugheit und seine taktische Weitsicht, um der zerrissenen Galaxis endlich den lang ersehnten Frieden zu bringen. Sie würden die Galaxis mit fester Hand anführen, unter einer Führung, die perfekt war, weil sie von beiden Seiten gestellt wurde.

Zu diesem Moment merkte Rey schon nicht mehr, dass sie sich selbst belog, vergiftet von der Dunkelheit, die in ihr zunahm. Eine Finsternis, die durch einen Riss, den Bens Tod verursacht hatte, in ihr Innerstes gelangte. Eine Dunkelheit, die paradoxerweise von etwas sehr Schönem ausgelöst worden war. Sie hatte sich in Armitage verliebt und ihre Furcht ihn und seine Liebe wieder zu verlieren, wuchs täglich. Und jeder Jedi wusste, was Angst gebar. Rey hatte es in diesen Augenblicken schlicht und einfach vergessen, denn sie und er liebten sich doch jeden Tag. Liebe war zu unglaublichen Dingen im Stande, Hass allerdings ebenso.



Als sie kurz danach neben Armitage auf der Brücke stand und durch das Panoramafenster sah, in der baldigen Erwartung, dass Rix²³ demnächst im Sichtfeld erscheinen würde, griff sie nach seiner Hand. Es war ihr egal, ob man sie beobachtete und ihm scheinbar auch, weil er ihr seine Hand ließ. Verwundert aber liebevoll sah er sie an und sie tauschten ein verstecktes Lächeln. Nach der letzten Nacht hatte sich etwas geändert. Sie kannten nun ihre Schwächen und Stärken und konnten endlich offen für den anderen sein. Rey fühlte sich ruhig, zufrieden und beinah glücklich. Sein Schmerz war ihrer, sein Leid war ihre Dunkelheit und seine Liebe war ihre Macht. Nur war Rey das alles nicht bewusst.
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