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Plötzlich in Danganronpa

GeschichteMystery, Tragödie / P18 / Gen
K1-B0 Kaede Akamatsu Kokichi Oma Monokuma OC (Own Character) Shuichi Saihara
02.11.2020
15.09.2021
48
195.391
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15.09.2021 7.105
 
Plötzlich in Danganronpa
Kapitel 45: Eine dünne Linie trennt Himmel und Hölle


Nach der Entdeckung auf der Rückseite des Tanks, kehrten wir beide wieder zurück zu Kaito. Allerdings noch bevor wir diesem von Shuichis Fund berichten konnten, gesellte sich ein gewisser violette Haarschopf zu uns hinzu und wandte sich, wie selbstverständlich an Shuichi: “Hey Shuichi. Du wolltest mich doch sicher auch noch ausfragen, riiicchtig?”

Er war ganz plötzlich aufgetaucht. Ich hatte ihn gar nicht kommen sehen. Doch seine pure Anwesenheit reichte bereits aus, um mir auf die Nerven zu gehen. Nach gestern konnte ich ihn weniger denn je leiden und ich gab mir auch keine allzu große Mühe das vor ihm geheim zu halten, so setzte ich nur einen genervten Gesichtsausdruck auf.

“Ah..., ja. Es stimmt, mit dir müssen wir auch noch reden.” Shuichi stimmte ihm auch noch zu. Leider mussten wir uns wirklich noch mit ihm unterhalten.

Das war die Antwort, die Kokichi hören wollte: “Ich werde dir aaallles erzählen, was du wissen willst. Du bist hier schließlich mein Liebling”, flötete er gut gelaunt. Kaito und ich wurden von ihm einfach außenvorgelassen.

“Ich habe tatsächlich einige Fragen zu gestern. Besonders zu dem Zeitpunkt, als wir von Gonta gekidnappt wurden. Du bist in unsere Zimmer eingebrochen und hast unsere Motiv-Videos gestohlen, korrekt? Aber ist das wirklich *alles*, was du getan hast? Du bist nämlich ziemlich spät zurückgekommen.” Er ignorierte Kokichis (Kompliment) und versuchte ganz sachlich zu bleiben.

“Ich verstehe... Du willst also mein Alibi vor der Nachtzeit gestern hören. Das ist eine schlaue Frage.” Weiterhin gab der ultimative oberste Anführer sich fröhlich.
Würde er ihm wirklich ehrliche Antworten geben? Auch wenn es sehr wichtig war, dass er korrekt antwortete, war ich mir bei ihm dennoch nicht sicher. Sonst ließ er sich doch auch alles aus der Nase ziehen. Ich musterte ihn kritisch.

“Da man nachts nicht in die Sporthalle kommt, wurde Ryoma vermutlich vor oder nach Nachtzeit getötet. Deswegen ist gestern Nacht auch so verdächtig, da die Meisten ihren eigenen Dingen nachgingen”, erklärte der violette Haarschopf weiter.

“Und was hast du in dieser Zeit getrieben”, mischte sich Kaito nun auch in die Unterhaltung ein.

Grinsend verschränkte der Kleinere die Arme hinter dem Kopf: “Es wäre alles viel einfacher, wenn ich es Schritt für Schritt erklären würde. Alles, was gestern Nacht geschehen ist als ich unterwegs war?”
Das bedeutete, dass wohl auch ich eine Rolle in dieser Erzählung spielen würde, stellte ich nüchtern fest.

Und damit begann er bereitwillig zu erzählen: “Nach dem du gestern das Bewusstsein verloren hattest, Shuichi. Kam Gonta ein weiteres Mal wieder und brachte Himiko und Angie. Es müsste ungefähr 5 Minuten vor 21:00 Uhr abends gewesen sein. Und danach habe ich Gontas Labor verlassen und mich auf den Weg zu dem Wohnheim gemacht. Ich dachte, ich wäre nach einer Stunde – dem Beginn der Nachtzeit – fertig, aber da ist die erste Sache geschehen, die mich aufgehalten hat...” Wie, als wolle er so die Spannung steigern, machte er eine kleine Pause.
Eines musste ich ihm leider lassen, er war ein guter Redner und wusste Dinge gut zu veranschaulichen.

Vermutlich so, wie er es wollte, fragte Shuichi darauf nach: “Die erste Sache, die dich aufgehalten hat?”

Nun auf einmal bedrückt schaute der ultimative Anführer auf den Boden: “In dem Moment, indem ich durch die Eingangshalle lief, da bemerkte mich Kirumi. Es war direkt nachdem ich Gontas Labor verlassen hatte... Es müsste dann also gerade um die 21:00 Uhr gewesen sein. Sie begann damit mir eine menge Fragen zu stellen. Sie sagte, dass ich sicher nichts Gutes vorhätte. Danach begann sie damit mein Benehmen zu kritisieren und hielt mir eine Standpauke wegen meinem Verhalten und Beziehung.”

Nun begannen seine Augen sogar zu träne, er stützte einen Arm auf und kaute verärgert auf einem seinen Daumen herum, wie ein beleidigtes, kleines, arrogantes Kind: “Kannst du das glauben? Ich mein, wer glaubt sie, wer sie ist – meine Mom oder was!?”

“Aber hattest du sie vor ein paar Tagen denn nicht noch darum gebeten, deine Mom zu sein? ”, erinnerte ihn Shuichi. Und er traf es auf dem Punkt, genau das hatte Kokichi getan.

Doch er ließ sich in seiner Erzählung nicht unterbrechen, als hätte es keinen Einwand gegeben: “Sie laberte immer weiter... dann, um 22:00 Uhr abends, als die Nachtzeit begann ließ sie mich endlich gehen.”

“Mo-Moment mal. Kurz vor 22:00 Uhr bin ich durch die Eingangshalle hoch in Gontas Labor gegangen, wärt ihr wirklich die ganze Zeit dort gewesen, hätte ich euch beiden über den Weg laufen müssen”, wandte ich leicht verärgert ein. Seine Lügen konnte er sich sparen.

“Unterbrich mich nicht, Dummie. Ich sagte doch, lasst es mich Schritt für Schritt erklären”, entgegnete Kokichi unbeirrt und setzte einfach fort.

“*D-Dummie?!*”, wiederholte ich leicht perplex, hatte den Sinn dieses Wortes jedoch verstanden - eine weitere Beleidigung. Wütend verengte ich die Augen. Sauer auf ihn, aber auch auf mich selbst, weil ich so ungewöhnlich voreilig war.

“Nur die erste halbe Stunde war eine Predigt, danach spielten wir fangen, für die ganze letzte halbe Stunde. Dann begann sie mich zu langweilen, also kehrte ich zurück, um zu gehen... Sie tauchte erneut auf und beschloss wohl die Sache mit dem Fangen nun furchtbar ernst zu nehmen. Ich tat mein Bestes, wurde aber dennoch gegen 22:00 Uhr von ihr erwischt. Sie laberte mich wieder voll und ließ mich anschließend gehen. Ich begab mich also in Wohnheim und sammelte fleißig alle eure Kups-Pads ein und dann... ist dieses talentlose Mädchen da aufgetaucht.” Sein Blick ging zu mir herüber und meine Reaktion auf seine unverschämten Worte schien genau die zu sein, die er sich erhofft hatte, denn er grinste selbstgefällig. Währenddessen starrte ich ihm nur finster entgegen. In seiner Gegenwart war ich automatisch lockere, da mir mein aufkommender Ärger meine Unsicherheit nahm. Dieser Typ war einfach unerträglich.

“Ich war beinah fertig mit meiner Arbeit, da tauchte sie plötzlich auf. Und auch sie begann mir Vorträge zu halten, allerdings war es diesmal weniger langweilig.”

“Na schönen Dank auch...”, zischte ich und verdrehte dabei die Augen. Vor allem Kaito schien diese Reaktion von meiner Seite zu überraschen, denn er warf mir einen verblüfften Blick zu, den ich allerdings weitestgehend ignorierte.

“Aber natürlich war auch sie kein Hindernis, was in der Lage gewesen wäre *mich* aufzuhalten. Dieser Tölpel ist direkt zu Anfang unseres Fangenspieles die halbe Treppe herunter gestolpert, ich gab ihr zwar noch eine weitere Chance, aber auch diese hat sie vertan. Nur noch auf dem Flur stießen wir zusammen. Letztendlich wurde auch dieses Spiel zu langweilig und den Rest der Geschichte solltest du bereits kennen.” Er schaute zu Shuichi.

“Moment mal... also bist du erst in Gontas Labor und dann zurück, um Kokichi aufzuhalten...? Und du bist die Treppe heruntergefallen? ...” Der Astronaut hatte Schwierigkeiten ihm zu folgen, doch hatte er das Wesentliche verstanden.

“Ja.” Ich nickte ohne Kokichi und seine überheblich grinsende Visage aus den Augen zu lassen. Ich wollte das alles eigentlich nicht auf mir sitzen lassen, leider jedoch hatte ich gerade keinen guten Konter parat. Daher schlich sich zu meinem Ärger auch Missmut auf meine Züge. Ich hatte mich gestern in vielerlei Hinsicht blamiert.

“Und du hattest also wirklich alle Motiv-Videos geklaut? Dann auch meins?!”, fragte Kaito weiter.

“Jap, jap. Auch deines!”, kicherte der Kleinere frech.

“Nein, alle hat er nicht geklaut...”, fügte ich trocken hinzu. Es war im Nachhinein betrachtet sicher keine gute Idee, es exquisit noch einmal anzumerken, aber damit hatte ich für dem Moment etwas, womit ich ihn ärgern konnte. Kokichi schien mir eine Person, die sehr ungern verlor. Daher sprach ich es unüberlegt aus.

“Nicht alle? … Stimmt, du erwähntest das gestern”, erinnerte sich auch Shuichi.

“Hm...”, Kokichi legte den Kopf schief und betrachtete mich einen Moment, danach seufzte er und schaute wieder auf den Boden: “Maannn... Ja richtig, alle bis auf eins.” Seine resignierte Art verschwand und wurde erneut durch ein Grinsegesicht ersetzt: “Ich konnte alle Kups-Pads erfolgreich entwenden, alle bis auf das von Yuki.”

“Also war es deines...”, Shuichi schaute zu mir und in diesem Moment wurde mir klar, dass ich einen Fehler begangen hatte. Was dachte ich mir eigentlich dabei? Wieso war ich so leichtsinnig?

“Äh... j-ja...”, stammelte ich, so konnte ich es nun nicht mehr leugnen: “Ich hatte es gut versteckt... Zur Sicherheit...”, fügte ich dem noch als Erklärung hinzu.

“Das du dir so viel Mühe gegeben hast es zu verstecken, huh?”, wieder schien Kokichi meine Reaktion genau zu analysieren. Danach formte er ein boshaftes Lächeln: “Klingt doch ganz so, als hättest du etwas zu verbergen, niiccht wahr~ Yuki?” Dieses boshafte Gesicht und dieser kindliche, spielerische Unterton, der provozierend und zugleich unschuldig klang, all das sorgte dafür, dass ich eine unangenehme Gänsehaut bekam. Es war auf eine ganz andere Art gruselig und beängstigend. Kokichi war, wie ein böser, gerissener Geist. Ich sollte mich mehr vor ihm in Acht nehmen. Seine kindliche, nervige Ader sorgte oft dafür, dass ich ihn nicht ernst nehmen konnte. Ich befürchtete, es verleite mich dazu unüberlegt zu handeln, was meinen Ärger oftmals zum Ausdruck brachte.

“Und noch etwas, du meist also du hast ein Alibi, auch als Kirumi dich herumjagte?”, Kaito kehrte zurück zu diesem Punkt.

“Wir trafen einander mehrfach, daher ja, ich denke mein Alibi ist sicher”, antwortete Kokichi ihm bereitwillig.
Ich war ehrlichgesagt froh, dass sie wieder das Thema wechselten.

“Ach übrigens, ich sah da etwas Seltsames, als Kirumi mich volllaberte”, es schien ihm gerade wieder einzufallen.

“Etwas Seltsames?”, hakte Shuichi nach, als er nicht direkt weitersprach.

Der ultimative oberste Anführer nickte: “Ich sah ein halbnacktes Mädchen, sie wanderte über den Schulhof in ihrer Unterwäsche. Es war schon zu dunkel, um sie zu erkennen, aber sie lief dort eine Zeit umher. Ich frage mich wer das war?”

Ich wurde wieder hellhörig: “D-du hast das auch gesehen?”

“Huh?”, Kokichi piekte sich mit dem Zeigefinger in die Wange.
Und auch Shuichi und Kaito sahen mich fragend an.

Mehr an die beiden gewandt begann ich zu erklären: “I-ich war mir nicht ganz sicher, was ich da gesehen hatte. Doch nun, da er es auch sagt...”, ich schaute kurz zu dem Kleineren. In meinem Blick lag immer noch Misstrauen, dennoch passte es zu perfekt zu meinem Gesehenem, als das es nur eine weitere Lüge sein könnte: “Es ist wie er sagte da war ein halbnacktes Mädchen... Und ich denke, dass es nur Miu gewesen sein kann... Es würde auch zudem passen, was sie sagte.”

“...Ihre geheime Frauenwaffe...”, erinnerte sich der Detektiv.

“Ernsthaft, das soll es gewesen sein? Sie hat sich einfach ausgezogen, um nicht von Gonta gefangen zu werden?!”, kombinierte Kaito ungläubig.

“Ach lass mal lieber, Kaito. Oder bedauerst du etwa, sie nicht so gesehen zu haben?”, stichelte der violette Haarschopf.

“...Das meine ich doch gar nicht!”, beschwerte sich der Astronaut.

“Jjeeeddenfalls~ es würde zu ihr passen. Schließlich ist es unsere *scharfe Exhibitionistin*, Miu ”, so wie er das sagte, klang es beinah so, als würde er das Gegenteil meinen, da er offensichtlich wieder übertrieb.

“...Nun, die Wahrscheinlichkeit, dass sie es war ist recht hoch”, fügte Shuichi hinzu.
Und ich nickte ihm zu, ja es blieben nun mal nicht viele mögliche Personen übrig.

“Ich hätte dich wirklich nicht, als so einen Typen eingeschätzt, Shuichi”, der kleine Anführer grinste uns beiden frech entgegen.

“Was meinst du?”, verständnislos schaute der Detektiv ihn an.

“Na, du hast Kaede ja ganz schön schnell ersetzt”, feixte er. Hauptsächlich war das wohl auf mich bezogen, denn er warf mir anschließend einen verschwörerischen, aber auch spottenden Blick zu. Fassungslos starrte ich ihn an, auch Shuichi verzog das Gesicht. Die blonde Pianistin war immer noch ein heikles Thema. Aber jemanden, der so unsensibel war, wie Kokichi, störte es natürlich nicht auch noch Salz in die Wunden anderer zu streuen. Er machte das ganz bewusst und es schien ihn köstlich zu amüsieren, vor allem meine Reaktion. Shuichi starte einen Moment auf den Boden und ich strafte den Kleineren mit einem weiteren bitterbösen Blick. Er trieb es noch auf die Spitze.

Eventuell hatet er sogar selbst eingesehen, dass er zu weitgegangen war, denn er entschloss sich kurzerhand das Thema erneut zu wechseln und ließ von Shuichi und mir ab, um sich stattdessen Kaito zuzuwenden: “Ach ja, du wurdest nicht von Gonta gefangen, nicht wahr Kaito? Wo warst du und was hast du getrieben?”

Der Astronaut hob eine Hand hinter den Kopf: “Ich bin einfach rumgelaufen. Ich habe mich in Badezimmern, Schlafzimmern und überall in der Schule versteckt. Ich war die ganze Zeit unterwegs.”

“Hmmm, ich versteh schon.” Kokichi hatte ein schelmisches Lächeln aufgesetzt und den Zeigefinger an seine Lippen gelegt: ”…" So betrachtete er Kaito noch einen Moment.
Kaito hatte kein Alibi... Ich schätzte, dass war es, was er dachte.

Der ultimative Anführer widmete sich nun wieder anderen Dingen und ließ unsere Gruppe allein. Stumm seufzte ich. Ich war froh, dass er endlich weg war.


“Was machst du hier Tsumugi?” Shuichi hatte sich kurzerhand dazu entschlossen ein Gespräch mit der blauhaarigen Cosplayerin zu beginnen. Sie und Kokichi hatten die Sporthalle nach dem Vorfall als erstes verlassen. Bereits seit unserem Eintreten befanden sich beide hier und die Brillenträgerin tat nichts anderes als gedankenverloren in der Luft umher zu starren, auf keinen bestimmten Punkt fokussiert. Nur ab und zu, lugte sie in Kokichis Richtung, der bereits wieder durch den Raum geisterte.

“Huh?” Als sei sie aus einem Tagtraum aufgewacht, sah sie uns drei kurz verblüfft an, ehe sie zu einer Antwort ansetzte: “Nun, ich untersuche. Ich weiß, ich bin einfach gestrickt, aber deswegen ist es einfach zu sehen, dass ich untersuche.”
Ich verstand die Logik dahinter nicht so wirklich, aber entschloss mich, sie dennoch nicht danach zu fragen.

Der Detektiv schien ähnlicher Meinung: “Ah... Ist das so?”

“Und? Schon irgendwelche Hinweise entdeckt?”, der Astronaut brachte es direkt auf den Punkt.

Unsicher stützte die Cosplayerin ihren Kopf mit einer Hand und es schien als müsste sie erst kurz darüber nachdenken. Dabei wanderte ihr Blick kurz zu jedem Einzelnen von uns, nur bei mir blieb er einen Moment länger hängen: “Ich denke... noch darüber nach.”

“Ich glaube nicht, dass du so irgendeinen Hinweis finden wirst..., wenn du nur darüber nachdenkst”, Shuichi machte sie auf das Offensichtliche aufmerksam.

Sie zuckte erneut und schien abermals in ihren Gedanken unterbrochen. Ein wenig nervös schaute sie wieder zu mir und langsam kam in mir ein unwohles Gefühl auf. Das ich es nicht mochte so genau gemustert zu werden, war nun mal nichts Neues.
“Umm, nein... Ich habe eigentlich noch nichts gefunden..., aber dafür habe ich nachgedacht...”

“Das sagtest du schon...”, langsam wurde Kaito ungeduldig.

“Äh... Ja, richtig”, entgegnete sie darauf und sah von mir zu Shuichi: “Ich meine auch... Ich habe über diese Sache nachgedacht.”
Dieser Blick... Könnte sie *diese* Sache meinen? Das unangenehme Gefühl nahm zu.

“Was für eine Sache? Rede doch endlich Klartext. Also hast du nichts gefunden...?”, verwirrt hob der Astronaut eine Hand an den Kopf.

“Du sprichst von heute Morgen?” Shuichi hatte es bereits verstanden, es war aus ihren unsicheren Blicken herauszulesen. Die Blauhaarige nickte auf seine Frage, ich schluckte und Kaito sah perplex zwischen uns hin und her.

Nun zierte Besorgnis ihr Gesicht: “Ich mein, es ist wirklich geschehen. Das... Ich mein, das kann doch kein Zufall gewesen sein... Je mehr ich darüber nachdenke...” Wieder fixierte sie abwechselnd mich und Shuichi.
War es ihr etwa unangenehm dieses Thema vor mir anzusprechen?

Shuichi wirkte nun ernst, aber auch ratlos: “Ich habe auch schon darüber nachgedacht... Es ist schwer sich darauf einen Reim zu machen...” Er wandte sich an mich: “Yuki, du hast uns deinen Traum bereits beschrieben. Bist du dir sicher, dass du uns alles erzählt hast? Oder hast du vielleicht noch etwas gesehen?”
Seine Mimik war für mich nun schwer zu deuten. Diese Sache war auch viel zu merkwürdig. Verdächtigten sie mich? Hielten sie mich für komplett verrückt? Shuichi hatte mich die ganze Zeit über nicht danach gefragt, aber nun wurde das Thema weder aufgerollt. Nur konnte ich mir bei ihm kaum vorstellen, dass er es bis gerade vergessen hatte. Also hatte er bewusst darüber geschwiegen?

Ich wünschte, ich hätte ihnen nie davon erzählt: “I-Ich denke, ich habe alles erzählt”, antwortete ich schluckend.

“Wartet mal... ich komme hier nicht mehr mit. Ein Traum? Noch mehr gesehen? Wovon sprecht ihr überhaupt?!” Diesmal klang er einfach nur noch verwirrt.

“Naja... Ich schätze, es ist schwer zu erklären...”, Tsumugi klang erschöpft, dabei hatte sie nicht wirklich viel getan.

“Heute früh, da hat uns Yuki von etwas Seltsamen berichtet. Von einem Traum...”, setzte der Detektiv an, doch nun fiel ich ihm ins Wort: “J-ja. Ich hatte einen Traum, indem Ryoma angegriffen wurde... E-es war b-beängstigend...” Ich verkrampfte mein Handgelenk in dem Stoff meines Pullovers, es weckte Erinnerungen.

Der Astronaut sah uns einen nach dem anderen an, bis sein Blick wieder bei mir hängen blieb. Sein Ausdruck hatte sich verändert in der Irritation schwand nun auch Unglauben und nach etwas anderes, was ich im Moment noch nicht deuten konnte mit: “...Einen Traum, indem Ryoma angegriffen wurde...?! Du meinst noch bevor er von den Piranhas gefressen wurde?!”

“Es war am frühen Morgen, also auch vor der Zaubershow, ja”, bestätigte Shuichi.

Er brauchte einen Moment, um die Bedeutung dieser Worte zu verstehen. Die Farbe aus Kaitos Gesicht schien zu weichen und er wurde nervös: “V-verarscht mich nicht...”, er nahm einen Schritt Abstand und betrachtete mich erneut. War das in seinem Blick etwa Angst?
“Das ist doch Irrsinn...”, brachte er als nächstes hervor.

Wir drei anderen schwiegen, so wussten wir nicht, was wir nun darauf antworten sollten. Es war seltsam. Seltsam und beängstigend zu gleich, sowie eigentlich alle meine Träume.

Und während wir ratlos und jeder mehr oder weniger in eigenen Gedanken schwiegen, spitzte eine andere Person nur wenige Meter entfernt die Ohren. Dieser Dialog wurde schließlich zunehmend interessanter...

Kaito wollte noch etwas hinzufügen, doch ehe er es aussprechen konnte, erklang das von uns allen bereits befürchtete Sound: “Ding dong, bing bong, ding dong, bing bong!”

Alle Blicke gingen zu den Monitoren, auf denen nun überall die exakt gleiche Szene abgespielt wurde: “Seid ihr bereits erschöpft von der ganzen Untersucherei? Oh, wirklich? Ihr seid schon seit einer Weile erschöpft? Untersuchungen sind halt anstrengend, wisst ihr. Aber es ist nun mal ein notwendiger Schritt, der das Hauptevent erst einleitet. Genauso ist es, wenn man Stunden damit verbringt die perfekten schmutzigen Filmchen im Internet zu finden. Manche Leute behaupten sogar, das das Suchen immer der beste Teil ist.” Monokuma hatte in seinem Sessel Platz genommen und schwang ein weiteres Glas Champagner. Um ihn herum standen eine menge Teller, vollgepackt mit den verschiedensten Speisen, ähnlich einem Festmahl. Allerdings war keinem von uns gerade nach feiern zu mute, vor allem nicht, als er die entscheidenden Worte sprach: “Das Class Trail wir in Kürze beginnen! Bitte begebt euch zum Schrein der Entscheidung auf dem Hof! Puhuhuhuhuhu... Wir sehen uns dort!” Damit erlosch der Monitor erneut.


Mit der Zeit fanden sich alle nacheinander im Garten ein. Kaito hatte sich inzwischen etwas beruhigt. Nachdem Tsumugi dieses Thema angesprochen hatte, war die Stimmung zwischen uns ein wenig bedrückt. Der Astronaut war immer noch ziemlich verwirrt, vermutlich hatte er genau deswegen fürs erste aufgehört darüber nachzudenken und entschlossen uns beiden die Sache lieber weiterhin zu überlassen. Es würde sich schon irgendwie alles klären. So hatte er zu seiner positiven Art zurückgefunden.


Nun war es an der Zeit. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Als die Tür hinter dem Wasserfall im Garten offenbart wurde und wir schließlich alle nacheinander in den Aufzug schritten, da zitterte mein ganzer Körper vor Nervosität. Keiner sagte etwas. Dieses Mal war es muxmäuschenstill. Nur das leise Geräusch des herabfahrenden Aufzugs war zu vernehmen. In der Stille allerdings wirkte es sehr laut, wie ein unheilvolles Dröhnen, dass das nahende Übel ankündigte. Es kam mir, wie eine halbe Ewigkeit vor, bis wir stoppten.
Und dann waren wir wieder an diesem fruchtbaren Ort - dem Gerichtssaal. Hier würde es beginnen und auch enden.

“Willkommen! Erneut seid ihr vollkommen hoffnungslos hier erschienen!” Ganz anders als wir, war Monokuma bester Laune als er uns im Saal empfing. Er saß bereits auf seinem hohen Richterstuhl. Auch seine Kups hatten sich hierher bequemt und beobachteten unsere Ankunft.

“Wolltet ihr unbedingt hierherkommen, weil es so wundervoll ist? Ist es nicht wundervoll? Dieser Ort sollte ein Monument sein, immerhin habe ich mir solche Mühe gegeben ihn zu bauen”, erklärte der Bärenrektor unschuldig.

Darauf erfolgte ein Einwand seitens Monotaro: “Also eigentlich haben wir die Exisals verwendet, um diesen Ort aufzubauen... Vater nimmt einfach alle Lorbeeren für sich...”

“ABER-ICH-BIN-GLÜCKLICH-ALS-EIN-SKLAVE... VON-VATER", meinte Monodam.

“Ihr Idioten unterwerft euch diesem Sklavenführer viel zu sehr”, kritisierte Monosuke und warf Monodam einen abwertenden Blick zu.

“Ihr Kleinen seid so niedlich, wie kann ich euch dann nicht für mich arbeiten lassen?”, schwärmte der schwarz-weiße Killerbär.

“Ihr habt euch in allen Details hier wirklich viel Mühe gegeben. Es ist so aufwendig hergerichtet, man könnte meinen, es wäre für eine Show.” Kokichi lächelte.

“Für eine Show? Klingt interessant”, entgegnete Monokuma mit einem scheinheiligen Grinsen.

Kirumi griff Kokichis Anmerkung auf und wandte sich ebenfalls an den Rektor: “Ist das hier alles nur für eine Show? Zeigst du es den Leuten in der Außenwelt u...-” Weiter kam sie nicht, denn Monokuma fiel ihr einfach ins Wort: “Puhuhuh. Diese *Leute* sind nicht bei uns, also müssen wir uns nicht darum kümmern. Versteht ihr das? Sie sind *nicht* bei uns. Wie sie sind *nicht mehr* bei uns. Mit anderen Worten, ihr vierzehn seid die Einzigen, die in dieser Welt verbleiben. Zeigt mir also, wie ihr, um euer Leben kämpfen wollt! AH-hahahah!” Nun verfiel er in sein grauenvoll wahnsinniges Gelächter.

Die Einzigen, die in dieser Welt verbleiben...? Meinte er, dass wir als Einzige an diesem Ort sind. Ist dieser Ort, die Welt von der er spricht? Wieso formulierte er das so komisch?
Aber ich hatte keine Zeit nun weiter darüber nachzudenken. Jetzt gerade musste ich mich auf den bevorstehenden Trail konzentrieren. Ich hatte mir schließlich vorgenommen dieses Mal ebenfalls mein Bestes zu geben. Ich würde von nun an auch etwas tun.
...Andernfalls wäre alles um Sonst gewesen.

Ryoma Hoshi, der ultimative Tennisprofi... Er war immer sehr ernst gewesen, genau wie ich auch. Er sagte, er hätte keinen Grund zum Leben, weswegen er sich von der Gruppe distanzierte. Ich ging ebenfalls lieber meinen eigenen Weg, denn auch ich glaubte nicht daran, dass es noch Hoffnung auf ein Überleben gäbe. Auch ich wollte lieber aufgeben.
Aber er hat mich eines Besseren belehrt, denn ich habe Gründe, für die es sich lohnt zu kämpfen. Auch er wünschte sich einen Grund dafür, damit er sich ebenfalls allen anschließen konnte.
Doch letztendlich wurde er ermordet... Und diese Person, die die ihn getötet hat, die ist eine von uns. In unseren Reihen befindet sich abermals ein Mörder.
Diesen gilt es zu finden, in diesem tödlichen Class Trail. Alles oder nichts, hier geht es, ums bloße Überleben.
Ich schätzte, ich würde nie dafür bereit sein, aber das änderte nichts daran, dass es beginn. Das Spiel des Verrats, der Intrigen und des Misstrauens hatte erneut begonnen!

Wir alle hatten auf unseren Podien Platz genommen. Nur noch vierzehn. Die drei bereits Verstorbenen waren durch ein jeweiliges Porträt von ihrem Gesicht ersetzt worden, welches entsprechend ihrer ehemaligen Größe aufgestellt worden war. Ich befand mich, auf dem Platz zwischen Gonta und Rantaro. Letzterer hatte diesen Raum nie betreten.

Ich ließ meinen Blick durch unsere Runde gleiten, da waren: Kirumi, Himiko, Kaito, Tenko, Gonta, Keebo, Tsumugi, Maki, Korekiyo, Angie, Miu, Shuichi, Kokichi und ich selbst.
Einer von uns... Nur wer würde es sein?

Um die Wahrheit zu finden, musste ich kämpfen. Ich fand ich war es Ryoma schuldig, aber auch musste ich es für mich selbst tun und für alle anderen. Wir mussten kämpfen, um zu überleben!


~3900 Wörter

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Hey,
tatsächlich habe ich dieses Kapitel seit Samstag fertiggestellte. Ich habe mich aber dennoch dagegen entschieden es schon hochzuladen, da ich dann vermutlich für diese Woche nicht mehr rechtzeitig fertiggeworden wäre. Ich musste mich also entscheiden.

Leider habe ich im Moment und auch in den nächsten Wochen weiterhin viel um die Ohren, was bedeutet, dass ich nur wenig, bis keine Zeit mehr zum Schreiben finde. :( Daher kann ich für nächste Woche Mittwoch kein neues Update versprechen. Es kann also sehr gut sein, dass es wieder ausfällt. Und eventuell geht es auch erstmal so weiter...

LG Melodie


Kapitel 45: Flashback-Sammlung

„Kirumi, sei meine Mom!“:
“In der Tat. Das war doch keine Mühe. Ich habe ein italienisches Omelett, Buttermilch Pancakes und ein geräucherte Lachs-Galette vorbereitet. Außerdem für diejenigen, die die japanische Küche bevorzugen Reisbälle und Miso-Suppe", während ihrer Erzählung wies sie auf die jeweiligen Speisen. Ich war enorm beeindruckt, dass alles hatte sie in so kurzer Zeit vorbereitet?! Dazu kam noch, dass die Speisen außergewöhnlich gut angerichtet wurden, wie das Buffet in einem noblen Hotel oder Restaurant.
“Kirumi, sei meine Mom!”, verlangte Kokichi von ihr. Worauf ich leicht schmunzeln musste, besonders, als Gonta das gleiche forderte: “Gonta will auch, dass du seine Mutter bist.“
(Kapitel 26: Schwarz-weiße Träume)

Yukis und Kokichis Konversationen und Fangenspiel:
Anscheinend hatte er nicht damit gerechnet, dass er hier jemandem begegnen würde, denn als er mich erblickte, konnte man kurz die Überraschung in seinem Gesicht sehen, er hatte mich also auch nicht gehört: “K-Kokichi!”
Blitzschnell ersetzte er seinen Ausdruck jedoch durch ein überhebliches, böses Grinsen: “Oh hey. Ich gebe zu, ich habe nicht damit gerechnet, dass mir jemand folgen würde. Mhm..., aber es gestaltet das Ganze sicher etwas spannender, findest du nicht? Also Yuki, bist du hier, um mich aufzuhalten?!”, fragte er aufgeregt. Seine Augen glitzerten, wie die eines kleinen Kindes.
Wollte er aus dieser Situation eine Art Spiel machen? Ich hatte wirklich überhaupt keine Lust mich jetzt mit ihm herumzuschlagen. Dementsprechend fiel auch meine Antwort aus: “Lass deine nervigen Spielchen Kokichi. D-Du kannst uns nicht zwingen, die Videos anzusehen.”
“Huh? Kann ich nicht?”, unschuldig legte er den Kopf schief: “So, wie ich das sehen, habe ich bereits gewonnen, weißt du? Ich habe die Videos und ein Publikum, welches sehnsüchtig auf meine Rückkehr wartet. Du kannst dich gerne an unserem *Binge-Watch* beteiligen, wenn du willst. Dafür musst du, aber dein Motiv mitbringen.” Abwartend sah er mich an. Als ob ich dem zustimmen würde...
Er hatte mein Motiv also nicht gefunden. Dass nämlich, weil ich gar keines besaß. Allerdings sollte gerade er, das besser nicht wissen. Ich versuchte selbstsicher zu klingen: “T-tja, ich schätze, ich bin ziemlich gut darin, Dinge zu verstecken. Mein Video hast du also nicht bekommen. Es ist gut versteckt, nicht mal so ein *schrecklich, böser Anführer*, wie du, wird es finden!” Beim letzten Satz verdrehte ich die Augen. Dabei war es sicher nicht die beste Idee ihn so herauszufordern.
Er winkte jedoch ab: “Wow, ist das eine Herausforderung? Tut mir leid, ich muss passen. Ich habe es eilig, ich werde erwartet.” Er machte ein trauriges Gesicht, bevor sich dieses unheimlich verfinsterte: “Aber sei dir sicher, ich werde auch dein Video noch sehen.” Es war definitiv keine gute Idee...
Die Finsternis verschwand: “Ich habe, aber die von allen anderen. Ein Schloss zu knacken, das ist für mich ein Kinderspiel.”
Angesäuert verschränkte ich die Arme vor der Brust: “Hast du eigentlich eine Ahnung, was passieren könnte, wenn alle ihr Motiv kennen?!”
Wieder tat er einen auf unschuldig, das was er sagte, war es jedoch nicht: “Oh, es wird wahrscheinlich einen weiteren Mord geben?”
Für einen Moment war ich baff. Wollte er etwa, dass die Morde fortsetzten? Einen anderen Grund konnte ich hinter seiner Aktion auch nicht sehen.
Er währenddessen amüsierte sich über meine Reaktion und entschloss sich wohl noch einen draufzusetzten: “Ich mag es eben, auf einer höheren Schwierigkeitsstufe zu spielen! Genau, wie ich nicht aus Kämpfen in RPG’s fliehe!”
Verglich er das jetzt wirklich mit Videospielen?!
“Ich will dieses Killing-Game gewinnen! Also werde ich nicht fortrennen sowie du! Ich werde es zerstören!”
“S-sowie ich...? Zerstören? Wenn jeder sein Motiv kennt, dann bricht das t-totale Chaos aus.” Ich starrte ihn ungläubig an.
Er sprach schon weiter: “Wenn ich das schon tue, dann will ich dabei wenigstens meinen Spaß haben. Versetzt dich der Gedanken an einem Mörderspiel teilzunehmen nicht in Begeisterung? So macht es das Ganze doch viiieel interessanter und weniger langweilig, denkst du nicht auch?” Er betrachtet seine Fingernägel und warf mir anschließend einen spotteten Blick zu: “So, wie du spielst, wirst du niemals gewinnen.”
War das wirklich das, was er dachte? Es wirkte so unwirklich...: “W-wenn es bedeutet, dass dafür andere sterben müssen, dann will ich gar nicht gewinnen.” Ich starrte auf den Boden: “Dafür verantwortlich zu sein ein Leben vorzeitig zu beenden... Das ist... Man beendet nicht einfach nur das Dasein einer Person, man zerstört auch Träume, Hoffnungen und noch viel mehr. A-alle Dinge, die diese Person noch hätte erleben können, alles was sie sich vorgenommen hat, einfach alles. So etwas ist schrecklich. Das Leben einer Person zu beenden ist unverzeihlich.”
Kokichi schwieg, wie seltsam. Doch als ich den Blick wieder hob, betrachtete er mich mit einem typischen Lächeln: “Aww, du bist so gutherzig, wie niedlich, da wird einem schon beinah schlecht!” Überheblich breitete er die Arme aus: “Ich bin der ultimative oberste Anführer einer bösen Organisation! Träume und Hoffnungen zu zerstören, ist eine meiner obersten Prioritäten! Haha, das ist wirklich böööse! Ist das nicht toll!”
Über sein Verhalten konnte ich nur den Kopf schütteln: “D-du willst gewinnen, dir selbst aber nicht die Hände schmutzig machen? Wenn das Killing-Game weitergeht und wieder gemordet wird... W-werden es immer w-weniger von uns werden...” Ich warf ihm einen dunklen Blick zu: “Dann habe ich dich wohl unterschätzt... Ich hätte nicht gedacht, dass du so kalt bist... Bist du das?”
Wieder einen Moment Stille, dann begann er wieder zu kichern: “Na, wer weiß? Ich bin so unberechenbar, keiner kann erahnen, was ich denke. Letztendlich bin ich ein Lügner, das weißt du ja.” Er spielte mit einem der Pads in seiner freien Hand.
Wieder runzelte ich die Stirn: “Du hast dich irgendwie verändert. Ich weiß nicht genau, was es ist, aber irgendetwas ist anders mit dir, als noch vor ein, zwei Tagen...” Ich betrachtete ihn prüfend.
Er drehte das Pad weiter, in seiner Hand: “Verändert? Ich? Pffh, schonmal in Erwägung gezogen, dass ich vorher gelogen haben könnte? Diese Unterhaltung langweilt mich...”
Er machte einige Schritte in Richtung Treppe, doch ich hielt ihn zurück: “Es ist, wie mit Gonta! Du lässt andere für dich die Drecksarbeit machen.”
Er fuhr herum: “Nee-heheheh... Dieser Idiot. Er ist so simpel gestrickt. Es war wirklich zu einfach ihn auszutricksen. Als ich ihm erzählte, dass alle hier Käfer hassen und versuchen würden sie loszuwerden, da begann er zu weinen und sagte, er würde alle dazu bringen Käfer zu lieben.” Seine Züge formten erneut ein böses Lächeln.
Mir gefiel es überhaupt nicht, wie er von Gonta sprach. Es machte mich wütend, wie er immer alle um ihn herum verspottete. Anscheinend konnte man mir meine Wut ansehen. Kokichi verhielt sich nun wieder, wie ein aufgeregtes kleines Kind: “Wohow, bist du jetzt sauer? Wirst du mir hinterherjagen und versuchen mich aufzuhalten?! Na dann, *fang mich, wenn du kannst!*”
Bevor er loslaufen konnte, machte ich einen schnellen Schritt auf ihn zu und versuchte ihm die Kups-Pads aus der Hand zu reißen. In meiner normalen Verfassung, hätte ich so etwas überstürztes, sicher nicht getan, jedoch trieb meine Wut mich an.
“Wow!” Doch er machte flink einen Ausweichschritt und wich so geschickt zur Seite aus. Dummerweise trat ich bei meiner Aktion ausgerechnet mit meinem verletzten Fuß auf, knickte ein, taumelte nach Vorne und vorne, war die Treppe... Es kam, wie es kommen musste, ich stürzte die halbe Treppe hinab, konnte mich auf der Hälfte jedoch glücklicherweise abfangen, dennoch tat es weh: “Knack!”
Ich biss die Zähne zusammen und verkniff mir jeden Schmerzenslaut. Das würde eine Menge Blauer-Flecken geben, aber es fühlte sich wenigstens nicht so an, als wäre etwas gebrochen. Ich versuchte mich tapfer wieder aufzurichten, sank jedoch lieber wieder auf die Treppenstufe zurück. Warum mussten solche Sachen eigentlich immer mir passieren?
Kokichi huschte derweil geschwind an mir vorbei, die Treppe hinab, nach wie vor mit den Kups-Pads in den Händen. Allerdings lief er nicht direkt aus dem Wohnheim heraus, sondern blieb am Fuße der Treppe stehen und drehte sich noch einmal zu mir um. Von meinem Sitz auf der Treppe, warf ich ihm einen bitterbösen Blick zu, dabei war er strenggenommen nicht einmal schuld an meinem Sturz. Das, was mich so verärgerte, war in erster Linie sein Gesichtsausdruck. Kokichi lachte: “Jaho! Daneben! So wirst du mich sicher nie erwischen, Yuki! Weißt du das? Nee-heheheh... vielleicht bist du ja der *ultimative Tollpatsch*!? Nun denn, ich werde jetzt gehen, ich bin sowieso schon spät dran. Ich gebe dir noch eine Chance mich zu erwischen, vermassele es diesmal nicht!” Damit drehte er sich um und rannte aus dem Wohnheim, jedoch in die falsche Richtung.
“Schreckensbleiches Nervenbündel...”, knirschte ich mit zusammengebissenen Zähnen.
(Kapitel 37: Fang mich, wenn du kannst!)

Kokichi gibt zu, nicht alle Videos bekommen zu haben:
Kokichi lief an mir vorbei nach Draußen und sammelte die Pads von dort wieder ein, auch die, welche neben mir gelandet waren, hob er vom Boden auf. Ich machte keine Anstalten ihn daran zu hindern: “Hey, Yuki? Willst du mich denn nicht mehr aufhalten? … Wie langweilig, dann gewinne ich wohl doch.” Damit nahm er das letzte Pad an sich und lief zurück zu den anderen, welche die Szene nur halbherzig verfolgt hatten.
“Hey Leute, alles okay? Ihr alle saht ein wenig so aus, wie ertrinkende Ratten.” Der violette Haarschopf verschränkte die Arme hinter dem Kopf, nachdem er die Pads auf dem kleinen Tisch, auf welchem auch die vielen Bücher über Insekten lagen, abgelegt hatte.
“Na, weil du spät dran bist!”, ausgepowert deutete die Aikido-Meisterin auf den Kleineren.
“Du sagtest, du wärst zum Nachtanbruch zurück, aber nun ist es bereits nach 11:00 Uhr”, pflichtete ihr Tsumugi bei.
“Sorry, ich hatte zweierlei unerwartete Begegnungen. Aber schaut.” Er deutet auf die Pads hinter sich: “Kups-Pads! *Komm schnapp sie dir alle*! Ich habe sogar auch die Pads von den Leuten, die gar nicht hier sind. Lediglich mit der Ausnahme von dem einer Person”, letzteres fügte er, wie beiläufig hinzu und kurz schaute er zu mir: “Nee-heheheh... So können wir endlich die Motiv-Videos ansehen!”
(Kapitel 37: Fang mich, wenn du kannst!)


Yuki kann Kokichi einfach nicht ernst nehmen:
„Mit wem könnte man denn noch reden,“ dachte ich laut, während wir beide recht ziellos durch den Flur wanderten. Noch bevor mein Teamkamerad mir jedoch darauf antworten konnte, kreuzte eine kleine Gestalt mit violettem Haar unseren Weg. Der ultimative oberste Anführer stand mitten im Gang zu der Eingangshalle und schaute ziemlich gelangweilt aus, als er uns allerdings bemerkte, kam er direkt auf uns zu:
„Oh! Na wer hätte das gedacht, der herzlose Roboter und das talentlos Mädchen. Ihr beide gebt schon ein passendes Paar ab, ein jedem fehlt etwas!“ Stichelte er, ein spielerisches Grinsen prangte dabei auf seinem doch recht blassen Gesicht.
„Gragh,“ knurrte Keebo darauf nur verärgert. Er schien sich einen Kommentar seinerseits zu verkneifen, zudem glaubte ich das Kokichi mit seiner Aussage tatsächlich eine Art wunden Punkt bei ihm getroffen hatte. Und auch ich erwiderte darauf zunächst nichts und funkelte ihn stattdessen nur mahnend an. In seiner Gegenwart war ich nicht so schüchtern, denn sein Verhalten glich dem eines unerzogenen, kleinen Kindes. Da viel mir auf:
„Wo ist dein Untersuchungspartner Kokichi? Bist du etwa allein?“
Lächelnd legte der Angesprochene den Kopf schief:
„Hm? Ja, wieso?“
„Weil wir alle zugestimmt hatten mit mindestens einer Person zusammenzuarbeiten.“ Man sah dem Roboter seinen Ärger an.
„Oooohh, haben wir das? Naja, nur das wir überein gestimmt haben heißt ja nicht, dass man es tun *muss*, riiichtig?“ Provokant betonte er das letzte Wort etwas länger, wie fast immer hatte er seine Arme hinter dem Kopf verschränkt.
Ich seufzte darauf nur genervt, was konnten wir schon dagegen tun. Da fiel mir ein Korekiyo war ja auch allein, aber bei ihm machte ich mir irgendwie weniger Sorgen, dass er etwas dummes anstellen könnte.
„Wo wir gerade schonmal dabei sind, was ist eigentlich mit deinem Alibi? Was hast du getrieben als Rantaro ermordet wurde?“, fragte ich ihn selten direkt. Er hüpfte erfreut in die Höhe und kleine Sternchen tanzten in seinen violetten Augen:
„Ooooh, ich werde ins Kreuzfeuer genommen, bin ich jetzt etwa auch einer der Hauptverdächtigen? Das ist ja sooo aufregend~. Natürlich werde ich da antworteten! Um euch da die Wahrheit zu sagen...
Ich war in der Bibliothek und habe Rantaro den Schädel eingeschlagen!“ Amüsiert kicherte er.
„Ist das dein Ernst!? Hör endlich auf mit deinen dummen Witzen!“, empörte sich Keebo erneut.
„Natürlich findest du es nicht lustig. Ich habe es dir schonmal gesagt, aber herzlose Roboter, wie du können das einfach nicht verstehen.“ Er hob lehrend den Zeigefinger und Keebo zuckte bei seinen Worten erneut zusammen.
„G-genug jetzt, es reicht Kokichi! Das hier ist kein Spiel! Jemand wurde ermordet...R-Rantaro wurde ermordet, das ist wirklich nicht die Zeit für so etwas“, versuchte ich ihn endlich zum aufhören zu bewegen, jedoch waren meine Bemühungen vergebens:
„...Oh doch! Das ist ein Spiel! Ein Spiel auf Leben und Tod! Last uns wenigstens etwas Spaß dabei haben. Nee-heehee... Ich bin ja so aufgeregt, der Trail soll endlich beginnen!“, kicherte er und ich wusste einfach nicht mehr, was ich dazu noch sagen sollte. Machte ihm das alles hier wirklich so großen Spaß? Irgendwie viel es mir schwer ihm das so zu glauben, keinem *normalen Menschen* würde es hier gefallen...*Normal* ... Allerdings war Kokichi definitiv alles andere als *normal*.
(Kapitel 18: Ein perfektes Verbrechen?)


Yuki und Kokichi sahen auf dem Schulhof etwas Seltsames...:
Das Gelände war immer noch leer, dieses Treffen dauerte länger, als erwartet. Auf einmal nahm ich dann doch eine Bewegung wahr. Eine Silhouette wanderte ein ganzes Stück entfernt auf dem Schulhof umher. Es hatte begonnen zu dämmern, es war bereits am Abend und der Himmel hatte sich rötlich gefärbt. Durch diese Dämmerung war es schwerer die Person zu erkennen, jedoch glaubte ich, dass es sich dabei, um ein Mädchen handeln musste. Also war nicht nur Ryoma erfolgreich vor Gonta davongelaufen.
Die Gestalt trat aus dem Schatten und huschte in eine Richtung davon. Das war doch... Was zur Hölle...? War das etwa gerade Miu? Allerdings war sie selbst nicht der Grund für meine Irritation, sondern ihr Aufzug. So war sie mit nichts weiter, als ihrer Unterwäsche bekleidet gewesen. Wieso zog sie sich mitten auf dem Schulhof aus?! Ohne Zweifel, musste es Miu gewesen sein. Das Mädchen war blond und das traf auf nicht viele in unserer Gruppe zu. Außer ihr, gab es da nur noch Angie... und Kaede, welche schon fort war. Zudem glaubte ich nicht, dass eines der anderen Mädchen so etwas tun würde. Miu war da die Einzige, der ich es zutraute.
(Kapitel 36: Insekten Meet and Greet)


Yuki begegnet Tsumugi und Shuichi auf dem Flur des Wohnheims:
Hecktisch entsperrte ich die Tür und stolperte so auf den Flur. Beinah wäre ich hingefallen. Tsumugi und Shuichi, welche sich in diesem Moment ebenfalls im Flur des Wohnheimes befanden, schauten verblüfft zu mir herüber.
“W-wo ist er!?”, war das Einzige, was ich herausbrachte und sah mich hektisch in alle Richtungen um.
“Huh? Wen meinst du?”, fragte die Cosplayerin verwirrt.
“Na, Ryoma!”, antwortete ich gehetzt und rannte zu seiner Zimmertür herüber. Hastig betätigte ich die Klingel, immer wieder. Mein Sturmklingel bracht jedoch nichts, denn keiner öffnete mir.
“Verdammt!”, fluchte ich verzweifelt. In meinem Traum... war er in seinem Labor, erinnerte ich mich und ließ von seiner Tür ab.
Shuichi und Tsumugi derweil beobachteten mich verwirrt.
“Ähm, Yuki? Ist alles in Ordnung mit dir? Was ist mit Ryoma?”, fragte mich der Detektiv irritiert.
Ich ignorierte ihn jedoch, setzte mich augenblicklich in Bewegung und rannte an den beiden vorbei aus dem Wohnheim. Perplex und verwirrt sahen sie mir nach.
(Kapitel 38: In der falschen Haut)


Yuki erzählt Tsumugi, Shuichi und Kirumi von ihrem Traum:
Vor der Sporthalle, entdeckte ich Tsumugi und Shuichi, die gerade mit Kirumi redeten. Die beiden zuerst genannten kehrten mir den Rücken zu.
“Miu scheint besonders aufgeregt zu sein. Ihre Augen funkelten, wie die eines kleinen Kindes”, erzählte die ultimative Maid den andern beiden: “Guten Morgen, Yuki”, grüßte sie mich höflich, als sie mich entdeckte.
“Huh? Ähm j-ja, guten Morgen”, grüßte ich zurück immer noch unter Stress.
“Ah, Yuki! Guten Morgen”, Tsumugi hatte mich gerade erst bemerkt, genau, wie Shuichi auch: “Was war los mit dir? Wieso bist du gerade eben einfach weggerannt?”, erinnerte sie sich und machte ein besorgtes Gesicht.
“Ja, genau. Ist etwas geschehen. Du hast Ryoma gesucht, richtig?”, fragte mich auch der Detektiv.
“Ryoma?”, nun hatte ich auch Kirumis Aufmerksamkeit.
Einen Moment starrte ich auf den Boden. Dann sah ich zu den drein hoch, einen verstörten Ausdruck im Gesicht: “I-ich h-hatte einen Traum, in dem... In d-dem Ryoma angegriffen wurde”, stammelte ich zitternd.
“Was?! Bitte?”, die Maid zog eine ernste Miene.
“Ryoma wurde angegriffen?!”, fragte Tsumugi erschrocken.
“Das hast du geträumt? Deswegen hast du nach ihm gesucht?”, kam es von dem Detektiv.
“J-ja, aber ich h-habe ihn nirgends gefunden...”, fügte ich hinzu.
“Ryoma wurde in deinem Traum also angegriffen. Erlaube mir diese Frage, aber was genau hast du gesehen?”, stellte die Maid gefasst sowie ernst eine Frage, ihre Augen waren auf mich gerichtet.
Vielleicht war es ein Fehler den drein so überstürzt davon zu erzählen, aber nun... Ich hob eine Hand an den Kopf, als würde mir diese dabei helfen meine Erinnerungen zu sammeln: “I-ch... Er hat sich mit jemandem getroffen, sie haben geredet... Und dann... hat ihm die andere Person auf den K-kopf geschlagen m-mit einer Stange oder so.”
Kirumi schien beunruhigt genau, wie die anderen beiden auch:
“K-könnte es sein-…", Tsumugi unterbrach sich selbst und schüttelte den Kopf: “Es war nur ein Traum, richtig? Es muss nichts bedeuten?”, die Cosplayerin schlang ihre eigenen Arme um sich selbst, als würden diese sie schützen. Aus ihrer Stimme sprach Angst und Unsicherheit.
Auch ich konnte das nur hoffen, aber dieses miese Gefühl, welches mich beschlich, machte mir das schwer.
“In der Tat ist es sehr beunruhigend, das zu hören. Allerdings handelt es sich *nur* um einen Traum”, Kirumi grübelte: “Hier ist er nicht vorbeigekommen. Sollte es dich beruhigen, kann ich nach Ryoma suchen, wenn du das wünschst”, schlug sie anschließend vor.
Verzögert nickte ich: “Ähm, j-ja. Ich dachte, er käme vielleicht zur Show. D-deswegen bin ich hierhergekommen.”
“Die Meisten müssten schon drin sein. Wir können die anderen fragen, ob sie ihn gesehen haben”, machte auch Shuichi einen Vorschlag.
“Genau, sicher wird sich alles aufklären”, stimmte Tsumugi zu.
(Kapitel 38: In der falschen Haut)


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