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The News That You're Dead

von Mrs K
OneshotDrama, Angst / P16 / Gen
Nr.4 / Klaus Hargreeves / The Séance Nr.6 / Ben Hargreeves / The Horror
31.10.2020
31.10.2020
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31.10.2020 794
 
Disclaimer: Die erwähnten Charaktere gehörten nicht mir, sondern Gerard Way ("The Umbrella Academy", Comics/Netflix-Serie) . Ich verdiene kein Geld mit diesem Oneshot.
Warnungen: Temporärer (serientypischer) Charaktertod, Erwähnung von Drogen, Erwähnung von Überdosen. Spoiler zu Episode 1, Staffel 1.
Sonstige Tags: Brüder, Familie, Ungesunde Bewältigungsstrategien, Geister, Nicht So Düster Wie Es Scheint, Geplänkel, Klause Hargreeve's Melodramatik.
A/N:  Dieser Oneshot ist kürzlich erst in englischer Sprache verfasst worden (von mir) - dies ist somit eine Übersetzung. Man kann die Story unter dem gleichen Titel auf AO3 finden, wenn sie jemand lieber im Original lesen möchte.  Sollte sich eine Person hierher verirren, welche "The Umbrella Academy" nicht geguckt oder gelesen hat und die aber diese Story gerne trotzdem lesen möchte -  hier findet man eine Zusammenfassung der Charaktere.
Viel Spaß :)
Krit

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The News That You‘re Dead


„Have you heard the news that you're dead?
No one ever had much nice to say
I think they never liked you anyway
Oh take me from the hospital bed
Wouldn't it be grand it ain't exactly what you planned
And wouldn't it be great if we weren't dead?“

- Dead! by My Chemical Romance

~~~


Die Leute mochten geglaubt haben, er sei ein hoffnungsloser Fall, lange bevor er seine Kindheit vollständig hinter sich gelassen hatte. Dem war aber nicht so: Klaus hatte länger ausgehalten, als es ihm die Menschen in seinem Leben je zugetraut hätten. Harte Drogen kamen erst später, einige Jahre nachdem Ben gestorben war – als er schließlich zu dem Schluss kam, dass Gras und Alkohol einfach nicht ausreichen würden.

Es war nicht genug gewesen.

Und so er hatte sich einige Male aufgerafft, ging alle Monate in die Reha und erhielt die Illusion aufrecht, dass er nicht geradewegs auf seinen eigenen Absturz zuraste. Dass er nicht tatsächlich zum Scheitern verurteilt war.

Die harten Drogen waren einfach nur der logische nächste Schritt, wenn auch viel später als erwartet.

Ben, stets der mürrische Schatten neben ihm, sah ihn jedes Mal verärgert an, schüttelte den Kopf und runzelte die Stirn. Klaus, der lächelte und sich auf einer schmutzigen Couch, einem ranzigen Badezimmerboden oder einem schicken Diwan ausstreckte, kicherte dann nur kehlig, bis seine Augen zurückrollten und sein Körper schlaff wurde. Die Toten würden einen Moment lang aufhören zu existieren und Klaus wäre frei -  natürlich auch so ziemlich bewusstlos, aber frei von Tod und faulen Geistern in Sepia.

Erst als Klaus eines nachts eine Dosis falsch einschätzte, begriff er, dass er schließlich der hoffnungslose Fall geworden war, für den ihn die Leute jahrelang gehalten hatten. Ben schüttelte den Kopf, das gemeinsame Lachen von wenigen Momenten zuvor vergessen, das Gesicht auf seltsame Weise ernst verzogen - und Klaus kicherte, gurgelte leise, bis seine Augen schließlich zurückrollten.  Und dann –

- ist er irgendwie nicht mehr aufgewacht, irgendwie war er plötzlich gestorben, aber nicht wirklich.

Klaus war nicht wirklich dabei gewesen, also konnte er später nicht sagen, was passiert gewesen war. Ben erzählte es ihm erst später, zuerst in einem abgehackten und wütenden Ton und dann spöttisch, auf seltsam passiv-aggressive Weise. Klaus war nicht dort dabei gewesen und war auch nirgendwo sonst gewesen, aber er war freier als je zuvor, ohne etwas zu fühlen. Er schwebte, er floss, er-

- und als Elektrizität durch seinen Körper blitzte, um ihn wiederzubeleben, riss diese nicht nur seine schlaffen Arme und Beine, sein Gewebe, seine Knochen und sein Fett zurück in’s Leben. Sie rüttelte seinen Geist wach, raste durch ihn hindurch und jagte die verrottenden Geister davon. Die Schatten der Toten wurden zu Schwarz, gefüllt mit dem weißesten Licht, das Klaus jemals gesehen hatte. Seine Welt war für den Bruchteil einer Sekunde voller Feuerwerk - das und eine leicht verletzende Hitze auf seiner Brust.

Es war, als würde man wiedergeboren werden, als würde man durch einen dunklen Ozean schwimmen und die Wasseroberfläche in die kalte und würzige, aufschreckende Luft hinein durchbrechen – und sich seiner eigenen, wohligen Einsamkeit bewusst werden.

Danach sah er eine Weile keinen Toten mehr, tat es nie. Und Klaus entschied sofort an Ort und Stelle, dass dies seine neueste, die härteste Droge werden würde, lachte den Sanitäter erschöpft an.

Es war nicht einmal wichtig, dass er Ben immer sehen würde. Er war nie verschwunden.

Ben starrte ihn an und murmelte „Blödmann“. Aber Klaus keuchte nur und streichelte seine gerötete Brust, zwinkerte seinem Bruder zu und schloss die Augen, um die wunderbare Abwesenheit der Toten zu genießen. Er konnte Ben vorerst ignorieren. Ben war ohnehin anders. Anders und wichtig.

Sie waren entweder irgendwie zusammen oder irgendwie tot zusammen, also gab es das.

Sie waren entweder irgendwie zusammen am Leben, oder eben irgendwie  gemeinsam tot – so etwas in der Art.




~~~
Ende.
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