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Der Wanderer

GeschichteFantasy / P12
31.10.2020
21.11.2020
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21.11.2020 1.232
 
„Sanero et evigilar facitais.“, zwischen der Hand der schwarzhaarigen Priesterin und dem Körper des bewusstlosen Generals erschien ein weißes Licht, welches für den Bruchteil einer Sekunde Digont wie ein Kokon einhüllte und um dann wieder zu feinen Nebel zerfaserte.
„Wie geht es ihm Siphi?“ „Soweit ich es feststellen konnte steht er lediglich unter Schock.“, sagte sie mit einem zögernden Lächeln auf den Lippen. „Was auch immer er dort gesehen hat muss ihn stark zugesetzt  haben.“
„Seid ihr euch sicher Sergeant das er wirklich nichts weiteres gesagt hat?“, fragte Wabas den jungen Mann der seitdem er den Raum betreten hatte kein Wort mehr von sich gegen hatte „Ja Sir. Bevor er das Bewusstsein verlor gab er uns lediglich denn Befehl euch zu holen.“
„Und das aus guten Grund.“, sagte Digont während er sich aus seinem Bett hoch stemmte. „Wabas ich habe die erste Klaue des vierten Löwen getroffen.
„Das ist doch unmöglich.“, erwiderte Wabas voller Unglaube. „Der Großteil meiner Familie verschwand mit ihr in den Wäldern Athons vor beinahe dreihundert Jahren.“
„Und wo sind wir momentan?“, fragte Digont lächelnd.

„Wer von euch ist mit der Geschichte der Kolonien vertraut?“, fragte Digont die Anwesenden Offiziere der dritten und sechsten Legion.
„Es tut mir leid General.“, sagte ein bulliger Hauptmann, mit der goldenen Zahl drei auf beiden Schultern. „Wie wahrscheinlich jeder in diesem Raum, kenne ich lediglich die groben Fakten.“, ein zustimmendes raunen fuhr durch die Reihen der Soldaten und einige richteten Erwartungsvolle Blicke auf Digont.
„Im Jahr 200 vor beginn des ewigen Krieges, also vor ungefähr 450 Jahren entsandten die Ältesten die vierte und fünfte Legion in kompletter Kriegsstärke nach Athon, um eine 200 000 Mann große Gruppe Siedler zu beschützen und um dabei zu helfen diesen verflixten Dschungel  bewohnbar zumachen,“ ein leises Lachen ging durch die Reihen der Offiziere. „und um ihm seine einzigartigen Rohstoffe zu entreißen. Über einhundert Jahre hinweg bauten die Siedler mehrere Städte und die Soldaten riesige Garnisonen.“,für einen kurzen Augenblick verfiel Digont in ein kurzes nachdenkliches Schweigen bevor er weiter sprach.
„Viele der mächtigsten Magier aller Zeiten halfen bei der Schöpfung atemberaubender Bauwerke, während die Zwerge einige neue Königreichen gründeten und die Elfen die unbekannten Lande erkundeten, Kontakte mit denn Ureinwohnern knöpften und im Laufe der Zeit einen riesigen  
Wissensschatz ansammelten. Doch dieser Frieden bestand nur für kurze Zeit. Es begann damit das Reisende verschwanden, aber im Laufe der Jahre wurden diese Aktivitäten extremer. Auf einmal verschwanden ganze Karawanen, Dörfer und Städte wurden vollständig niedergebrannt und die Zwerge berichteten von Drachen ähnlichen Wesen die ihre Herden und überirdischen Städte angriffen. “, Er machte eine kurze Pause und hob schnell seinen Weinkelch an die Lippen und nahm einen großen Schluck, von der dunkelroten Flüssigkeit. „Ich weiss zwar das die meisten von euch mit der Legende der verschollenen Legion vertraut sind, allerdings glaube ich das es für die momentane Situation sehr wichtig ist, mit den genauen Details der Geschichte vertraut zu sein.“
Einige der jüngeren Offiziere wirkten zwar verwirrt, sagten aber alle ausser ein Leutnant der nicht älter als 18 sein konnte überhaupt nichts. „Aber wie kann etwas das sich vor mehreren Jahrhundert zugetragen hat für uns Heute überhaupt noch relevant sein?“
„Ganz einfach Leutnant.“, sagte Digont lächelnd „Bevor General Astor von Deli im achten Jahr des Krieges desertierte, focht er eine der größten Schlachten des Krieges.  Mit grade einmal 8000 Mann gelang es ihm nicht nur denn Tempel eines langvergessen Volkes erfolgreich einzunehmen, sondern ihn ebenfalls gegen eine zehnfache Übermacht zu verteidigen.“  
Bevor der junge Leutnant ihn erneut unterbrechen konnte schüttelte Digont den Kopf und sagte „Viele von euch fragen sich sicher nun zurecht was das mit uns zu tuen hat? Aber es ist eigentlich ganz einfach wenn man alle Fakten kennt. Damals war Taris lediglich ein kleines Dorf in dessen Mitte der Tempel stand denn die vierte Legion damals eroberte. Das Tempelgebäude mag zwar nicht mehr existieren, doch das was ihn so besonders machte, hat die Jahrhunderte überdauert.“
Während er sprach hob er eine eineinhalb Meter lange, mit Eisen beschlagenen Holzkiste auf seinen Schreibtisch, öffnete sie mit seinem einmal kurz aufleuchteten Generalsring und hob einen länglichen, in schweres Leinen gewickelten Gegenstand aus der Kiste.
„Heute Nacht habe ich die Katakomben unter Taris besucht und habe das Orakel von Ephyr Umrat gefragt.“
Mit einer Bewegung entfernte er das Leinen und offenbarte ein pechschwarzes Schwert.
„Es soll einer sein in dem das Blut der Götter fliesst,“ langsam strich er mit seiner rechten Hand, über das Heft des pechschwarzen Schwertes.
„er soll mit der Waffe eines Gottes gerüstet sein und er soll ein Diener der ältesten sein.“
Mit einem Ruck zog er die schwarze Klinge aus ihrer Scheide und beobachtete wie sie sachte zu Pulsieren begann.
„Als Wanderer soll er dem Pfad der Toten folgen und am Schrein der Finsternis denn Herrn der Nacht um Hilfe bitten.“
Von einem dunklem Schimmer umgeben fiel Digont auf die Knie und sagte „Nehmt es Wabas.“, er senkte denn Kopf und sagte „Spürt ihr nicht wie sie euch, ihren rechtmässigen Eigentümer ruft?“
Unsicher löste Wabas sich aus der Menge der Offiziere und kam langsam auf Digont zu. Digont hatte recht, seitdem er das Schwerter aus dieser Kiste hervorgeholt hatte, spürte er dieses unerklärliche Verlangen das Schwert für sich zu beanspruchen. Es war wie als würde es ihn rufen.
Als seine Finger das Heft des Schwertes berührten, spürte er wie ihn eine wohltuende Welle der Zufriedenheit durchströmte und sich etwas in ihm zu verändern schien.
Es fühlte sich an als währe etwas, was schon immer ein Teil von ihm war plötzlich erwacht.
Die Farben wurden klarer, die Gerüche Intensiver und selbst die Stille die sich in der Kammer ausgebreitet hatte war nun alles andere als Still. Er konnte denn Atem und Herzschlag jedes einzelnen, als leises Klopfen im Hintergrund wahrnehmen.
„Generalsleutnant Wabas von Deli!“, einer der anwesenden Priester hatte das Wort ergriffen und trat nun auf Wabas der immer noch mit gezogenem Schwert regungslos in der Mitte des Raumes stand zu. Der ältere Mann trug die für Hohepriester des Zulirs typische schwarz silberne Robe und die silberne Halskette mit dem Symbol seines Gottes um seinen mageren Hals.
„Seit ihr bereit den Segen meines Gottes entgegen zu nehmen und in seinem Namen Gerechtigkeit in die Welt hinaus zu tragen?“    
„Das bin ich.“, sagte Wabas, fiel auf die Knie und bot dem Hohepriester seine neue Waffe da.
„Ich bin der Stahl der Seelen trennt.“, sagte der Priester hob die schwarze Klinge auf Augenhöhe und strich mit dem Finger über die in denn schwarzen Stahl eingravierten Runen. „Seelentod ist seit Jahrtausenden eine Reliquie meines Glaubens. Im Namen des schwarzen Gottes schufen die Grauen -Zwerge aus dem Herz eines sterbenden Sternes diese einzigartige Waffe, um sie einst einem Krieger meines Gottes zu überreichen.“ Wabas spürte wie der Priester ihm die flache Seite des Schwertes auf denn Kopf legte. „Der Wanderer wurde uns bereits vor Jahrhunderten Prophezeit und seitdem wartete sein Schwert in dieser Stadt auf ihn.“ Er spürte wie der Druck des Schwertes von seinem Kopf verschwand und auf seine rechte Schulter verlagert wurde.
„Generalsleutnant Wabas gelobt ihr die ewige Tapferkeit?“
„Das tue ich.“
„Gelobt ihr euer Schwert niemals gegen die Schwachen und Hilflosen zu erheben?“
„Das tue ich.“
„Und gelobt ihr niemals euer Ziel aus denn Augen zu verlieren?“
„Ich schwöre es im Namen der Götter.“
Zufrieden lächelnd der Priester und sagte „Dann geh mein Junge, geh im Namen der Götter.“
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