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Der Süße zum Schluss

OneshotHumor, Liebesgeschichte / P12 Slash
Akashi Seijūro Aomine Daiki Kise Ryōta Kuroko Tetsuya Midorima Shintarō Murasakibara Atsushi
31.10.2020
31.10.2020
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Geneigter Leser!
Vielen Dank, dass Du Dich für diese Geschichte entschieden hast. Möge sie Dich unterhalten und zu Fanfictions, Fan-Arts und Tagträumen inspirieren.
Ich begrüße besonders herzlich alle Leser von meiner laufenden Free-Fanfiction „Alles nur für ihn“ und jene, denen meine anderen Geschichten bereits gefallen haben. Vielen Dank für den regen Zuspruch!
Natürlich seien auch alle Neueinsteiger aufs Herzlichste begrüßt!

Hinweis:
Die auftretenden Charaktere gehören nicht mir, sondern Fujimaki Tadatoshi, ich habe sie mir nur ausgeliehen und für meine Zwecke missbraucht. Ich verdiene mit dieser Fanfiction kein Geld.
Ähnlichkeiten zu sonstigen realen sowie fiktiven Personen oder Vorkommnissen sind zufällig. Das Kopieren und Verbreiten dieser Fanfiction ohne Genehmigung des Autors ist untersagt.
Es handelt sich bei dieser Geschichte um reine Fantasie, deshalb sind einige Fakten aus dem Original abgeändert worden. Die Namen der auftretenden Charaktere richten sich nach der japanischen Reihenfolge, beginnend mit dem Familiennamen und gefolgt vom Eigennamen. Teile der Geschichte können auf Anfrage gern weiter verwendet werden.

Meine Anime-Empfehlung:
Ich möchte den Anime „Black Lagoon“ empfehlen. Einzuordnen in das Genre Action handelt dieser Anime auf der Grundlage des gleichnamigen Mangas von dem Angestellten Okajima Rokurou, dessen eintöniges Leben sich plötzlich von Grund auf verändert, als er auf die Söldnertruppe Black Lagoon trifft. Nach fehlgeschlagenen Verhandlungen, bei denen Okajima die Rolle des Tauschobjekts übernehmen sollte, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich der Black Lagoon anzuschließen. In diesem Umfeld versucht Okajima trotz aller grausamen Vorfälle, seine menschlichen Werte aufrecht zu erhalten.
Der Anime, der auch in Deutschland erscheint, umfasst 2 Staffeln zu jeweils 12 Episoden sowie 5 OVAs und 7 Specials.
Wer sich für die Krawalle der Unterwelt, also für jede Menge Action, Spannung und Schießereien interessiert, ist bei „Black Lagoon“ genau richtig.



Der Süße zum Schluss



„Wer hat den Zettel?“
„Kuro-chin, hast du auch meine Lieblingssüßigkeiten draufgeschrieben?“
„Hai.“
„Wieso ist der Zettel so lang? Und warum gehen wir eigentlich alle zusamm-“
„Shintarou, du wirst dich damit abfinden müssen. Daiki, wach auf! Wir sind da! Und schlaf nicht im Stehen!“
„Wo ist Momocchi?“
„Satsuki kommt nicht, sie ist verhindert.“
„Tetsuya, der Zettel.“
„Hai.“
Plappernd betrat die Kiseki no Sedai den Konbini: Akashi Seijuuro, Kuroko Tetsuya, Murasakibara Atsushi, Kise Ryouta, Midorima Shintarou und Aomine Daiki. Akashi führte die Gruppe an und Kuroko starrte auf den Zettel – den Einkaufszettel, auf dem das gesamte Basketballteam der Teiko-Mittelschule seine Wünsche niedergeschrieben hatte. Halloween stand heute bevor und Kise hatte einfach keine Ruhe gegeben, bis Akashi die Erlaubnis erteilte, eine Halloweenparty zu veranstalten. Der Blonde war so eifrig bei der Sache, dass er sogar Kostüme für seine Teamkameraden besorgt hatte.
„Puh, was für ein unnützer Aufwand“, hatte Aomine gegähnt, als Kise mit der voll besetzten Kleiderstange in der Sporthalle aufgetaucht war.
Kise hatte den Kommentar ignoriert und war um seine bunthaarigen Freunde herumgewuselt, hielt ihnen mal dieses, mal jenes Kostüm an und freute sich wie ein Kind. Sie alle stöhnten genervt unter Kises Tatendrang auf, doch Akashi war anwesend und er mochte keine Auseinandersetzungen unter ihnen.
Nun waren sie also auf der Suche nach dem Berg Süßigkeiten und was man sonst noch so brauchte, um richtig Halloween zu feiern, wie es die Europäer und Amerikaner taten.
„Zuerst die Gemüseabteilung“, sagte Kuroko und wandte sich nach rechts.
Ein wahres Feld von Kisten und Regalen, in denen sich reihenweise exotische und heimische Früchte auftürmten, eröffnete sich vor ihnen. Murasakibara zog einen Flunsch.
„Hm, mag ich nicht. Ich geh schon zu den...“, murmelte er und machte Anstalten davonzulaufen, als...
„Du bleibst hier, Atsushi“, kam der strenge Befehl von Akashi.
Murasakibara fror in seiner Bewegung ein und wandte sich seinem verhassten Gemüse zu. Wenn er artig gehorchte, bekam er vielleicht eine Belohnung von Akashi...
„Wir brauchen mindestens fünf Kürbisse“, las Kuroko vor. „Vier zum Ausschnitzen und einen zum Kochen. Hm, wer kocht denn?“
Erstaunt sahen sie sich alle an. Ja, wer kochte von ihnen eigentlich am besten oder überhaupt?
„Ein Glück, dass Satsuki nicht hier ist“, stellte Aomine dann erst einmal fest. „Die würde das mit Freuden übernehmen und nichts Genießbares zustande bringen.“
Die anderen nickten zustimmend.
„Dann muss das Coach Shirogane übernehmen“, sagte Kuroko und stapfte los zur Kürbis-Riege. „Murasakibara-kun, kannst du bitte folgende Kürbisse in den Einkaufswagen legen?“
Der Riese setzte sich in Bewegung und half Kuroko bei der Auswahl. Kise sprang lebhaft um sie herum und strapazierte einmal mehr Kurokos Geduldsfaden. Derweil sahen sich die anderen um.
„Ich hab mir die Gemüsesorten noch nie so genau angesehen“, gab Midorima zu und beäugte ein paar seltsame Früchte, die wie übergroße Tomaten aussahen.
„Wenn du immer nur Karotten isst...“, meinte Aomine, verschränkte seine Hände hinter dem Kopf und schlenderte in Richtung der anderen.
Midorima blickte zu Akashi hinüber, der mit den Schultern zuckte und sich ebenfalls anschloss. Der grünhaarige Shooting Guard seufzte und rückte sich die Brille zurecht.
Nach der Gemüseabteilung streiften die sechs Jungen durch verschiedene Gänge an vollen Regalen vorbei. Aomine blieb sehr lange vor den Zeitschriften stehen und wartete offensichtlich darauf, unbemerkt einen Blick in die neue Ausgabe der Boulevardzeitung zu werfen, auf deren Titelseite ein Bild seines Lieblingsmodels prangte. Und das war gewiss nicht Kise, der um ihn herumschlich mit einem listigen Gesicht wie ein Fuchs.
„Na, das darfst du dir doch noch gar nicht anschauen, Aominecchi“, spottete er. „Das ist nur was für reife, erwachsene Männer, die nicht gleich ausflippen, wenn sie eine nack-“
Klatsch. Schon hatte Aomine dem vorlauten Blonden seine Hand auf den Mund gepresst und schaute sich erneut um.
„Temee!“, fluchte er. „Halt den Rand, Kise!“
Damit stieß er ihn von sich und holte die anderen Mitglieder der Kiseki no Sedai ein.
„Tche“, machte Kise und rieb sich den Mund. „Wenn er doch nur so geil nach MEINEN Bildern wäre...“
Midorima blieb in der Geschirrwarenabteilung hängen und betrachtete eingehend Teller, Tassen und Teekannen.
„Was denn, Mido-chin, suchst du was für deinen Hausstand? Du wohnst doch noch zu Hause, oder?“, kaute Murasakibara ihm ins Ohr.
Midorima schloss kurz angewidert die Augen und richtete dann seinen Blick wieder auf das interessante Muster des Porzellans.
„Ein neues Lucky Item“, erklärte er. „Und du solltest hier drin nichts essen, sonst stellt man uns noch unter Verdacht auf Diebstahl!“
„Ich hab die Quittung davon noch“, entgegnete der Riese lässig und zog ein Stück Papier hervor, das er auseinander faltete.
Ungläubig starrte Midorima auf den halben Meter. Was...? Das waren alles nur namhafte Marken von Süßwarenherstellern auf dem Zettel! Ernährte Murasakibara sich eigentlich von nichts anderem? Zufrieden steckte Murasakibara das Papier wieder ein, schlug seine Zähne hungrig in das Maiubou und trottete hinter Akashi und Kuroko her, die immer noch den Zug anführten.
„Ein paar Pappbecher und Pappteller wären auch nicht schlecht“, fügte Kise hinzu, als er an Midorima vorbeiging und diesen mit sich zog.
„Die werden wir wohl kaum beim Porzellan finden“, meinte Midorima düster und riss sich los.
Kise hob abwehrend seine Hände und ging weiter.
„Oi, oi, Midorima, kein Grund gleich so an die Decke zu gehen“, grinste Aomine.
„Hoi! Trödelt nicht so rum“, rief Akashi über die Schulter hinweg. „Sonst werden wir heute nicht mehr mit den Vorbereitungen fertig!“
Zwei Regale vor der immensen Abteilung für Süßwaren und anderen Naschkram kam die Gruppe zum Stehen.
„Ryouta, Daiki, Shintarou und Tetsuya, ihr besorgt, was auf dem Zettel steht. Atsushi, du bleibst hier. Wir wollen schließlich heute noch fertig werden.“
Der Riese zog ein trauriges und maßlos enttäuschtes Gesicht, wenngleich Akashi ihn damit tröstete, dass er schließlich bei ihm wäre, ob Murasakibara denn Süßigkeiten mehr liebte als Akashi. Daraufhin wurde Murasakibara erst mal rot, bevor er den Blick abwandte, dann jedoch scheu nach Akashis Hand tastete, die dieser ihm freundlich reichte. Diese Geste machte Murasakibara glücklich und er lächelte.
„Tapferer, braver Atsushi“, lobte Akashi ihn und lehnte sich an Murasakibaras Arm.
Die anderen Vier suchten in der Zwischenzeit die Regale nach den gewünschten Süßigkeiten ab. Kuroko verdonnerte Aomine und Kise dazu, immer mal wieder mehrere Berge davon in den Einkaufswagen zu wuchten, die Midorima nach Kurokos Anweisungen auf ihre Arme stapelte.
„Mir wird regelrecht schlecht, wenn ich diese Mengen in Zucker umrechne“, murmelte Midorima.
Kuroko schwieg, sah aber das hin und wieder aufblitzende Leuchten in seinen grünen Augen. Aha, der Shooting Guard würde sich also trotzdem nicht zurückhalten...
Obwohl der Einkaufswagen nun zu drei Vierteln voll war, durfte Murasakibara diesen nicht mehr schieben, da Akashi befürchtete, nur noch mit der Hälfte an der Kasse anzukommen. Aomine stemmte sich also dagegen und Kise sprang ihm dabei fast auf den Rücken, als er ihm half – oder ihn vielmehr behinderte.
„Jetzt fehlen nur noch ein paar Gewürze für die Kürbissuppe und die Getränke“, resümierte Kuroko nachdenklich und schaute sich um. „Die Gewürze...?“
„Da lang, Kuro-chin“, sagte Murasakibara, der mit seiner feinen Nase die Richtung erschnupperte.
Kuroko lächelte und ging mit ihm und Akashi den anderen voraus.
Sie ließen den Riesen die Zutaten aussuchen und dieser glänzte mit seiner Fähigkeit. Akashi stoppte ihn irgendwann, als Murasakibara einige Gewürze heraussuchte, die man vielleicht in einer Gourmetküche benötigte, aber ganz gewiss nicht für eine ordinäre Kürbissuppe für einen Haufen hungriger Basketballspieler, die eigentlich auch nur vorgesättigt werden sollten, bevor sie sich dem sündigen Süßkram zuwandten.
In der Getränkeabteilung stand alles voller Menschen, es war kein Durchkommen möglich. Akashi sah auf seine Armbanduhr und brodelte schließlich vor Ärger, da sie sich fast eine halbe Stunde zu lang in dieser potenziellen Gefahrenzone aufgehalten hatten. Mittels feurigen Blickes aus glühend roten Augen und einer unguten, düsteren Aura, die er verströmte, lenkte er die Aufmerksamkeit der anderen Leute auf sich, die ihm sehr hastig und teilweise schreiend Platz machten.
„Uh, Akashicchi“, wisperte Kise nervös lachend. „Diese Stimmung passt genau auf unsere Halloweenparty. Aber du bist eh eingeladen, also brauchst du nicht vorher noch zu proben...“
Er verstummte sofort, als Akashi ihn direkt anblitzte. Der Kapitän wirkte wie ein Teufel, den rote und blaue Flammen umzüngelten. Unheimlich... Kise fröstelte und schmiegte sich enger an Aomine, der unter dem Gewicht des Einkaufswagens ächzte und nicht die Kraft dazu hatte, Kise voll zu schnauzen. Mit sicheren Griffen wanderten Flaschen in den Wagen und diesmal musste Kise sich tatsächlich richtig ins Zeug legen, um Aomine beizustehen. Murasakibara sah ihnen skeptisch zu und entschied, dass er froh war, darum herumgekommen zu sein, den Wagen zu schieben, immerhin sah das da nach Arbeit aus...
Zum Glück für die sonstigen Einkäufer am heutigen Nachmittag war die Schlange an der Kasse sehr kurz, anderenfalls hätte Akashi ganz schnell dafür gesorgt, dass sie sogar als erstes an die Reihe kamen. Er bezahlte mit einem ausdruckslosen Gesicht den Inhalt des übervollen Einkaufswagens, dennoch hatte die Kassiererin Mühe, weiterhin freundlich zu lächeln.
Draußen verteilte Akashi den Einkauf auf seine Teamkameraden – natürlich bekam Murasakibara alles andere als Süßigkeiten auf seine Arme getürmt –, unter dessen Last sie alle schwankend zur Schule zurückkehrten. Kuroko führte Murasakibara, der ihm blind folgte, da er nichts sehen konnte hinter den Kürbissen und Getränken.

Bei ihrer Rückkehr fanden sie die Sporthalle soweit aufgeräumt vor, dass sie sofort mit der Dekoration und anderen Vorbereitungen beginnen konnten.
Akashi organisierte mit aller Seelenruhe die Aufgaben, während Kise wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend rannte und alle anderen aufhielt oder nervte.
Kuroko und Midorima sowie zwei weitere Mitglieder des Basketballteams, die nicht zur Kiseki no Sedai gehörten, werkelten an den Kürbissen herum. Sie höhlten die Früchte aus, sammelten das Fruchtfleisch in einem Topf, in den der Coach Shirogane den letzten ganzen Kürbis würfelte, und schnitzten unheimliche Gesichter in die orange Schale. Kise jauchzte vor Entzücken und lobte Kuroko in den Himmel, der Kise mit einem entnervten Blick zum Schweigen bringen wollte – erfolglos. Midorima grinste in sich hinein und stellte die Kürbisse an verschiedenen gut sichtbaren Stellen auf. Die anderen zwei hatten Kerzen herbeigeholt und entzündeten die Dochte. Das flackernde warme Licht verstrahlte etwas unheimlich Gemütliches, obwohl die Fratzen wirklich gruselig aussahen.
Akashi beaufsichtigte Murasakibara beim Aufhängen der Girlanden an den Basketballkörben, während Aomine Stühle und Tische hereinschleppte, mal mit, mal ohne Kises Hilfe, aber da waren noch drei andere Basketballspieler dabei, deshalb beschwerte er sich nicht. Anschließend verteilten sie gemeinsam die Süßigkeiten auf dem Tisch, der bereits unter mitgebrachten Kuchen und den Getränken ächzte. Kise warf fröhlich Pappteller und Becher und quietschbunte und auch orange-schwarze Servietten auf den Tisch daneben und strahlte über das ganze Gesicht. Es schien ihm großen Spaß zu machen...
Als sie alle fertig waren, holte Kise seine fahrbare Kleiderstange hervor und mimte einen Kostümverleiher mit unerträglich guter Laune. Inzwischen war auch Momoi aufgetaucht, die die Jungs entsprechend schminkte. Midorima wurde in Frankenstein verwandelt, Murasakibara in einen ziemlich großen Geist, wobei ihm das weiße Bettlaken gerade mal bis zu den Knien reichte. Für Aomine hatte Kise genau das gleiche Kostüm vorbereitet wie für sich, nämlich das eines blutrünstigen Vampirs. Kuroko musste sich mit einem niedlichen Hexenkostüm herumschlagen und Akashi brauchte nicht sonderlich viel Anstrengung, um seinem Teufelskostüm gerecht zu werden. Momoi hob sich Kuroko bis zum Schluss auf, da sie ihn nicht fand und er ständig zu verschwinden schien, wenn sie in seine Reichweite geriet, doch dann erwischte sie ihn endlich und zeichnete eine kleine süße Spinne auf einem großen Spinnennetz auf die Wange des hellblauhaarigen Jungen.
„Kawaii, Tetsu-kun“, quietschte sie und lachte.
Kuroko drehte den kleinen Handspiegel von Momoi vor seinem Gesicht hin und her und seufzte innerlich. Warum? Warum musste er an so einer Kinderei teilnehmen... Naja, wenigstens diente seine mangelnde Präsenz dazu, dass er heute um einige Dummheiten herumkam. Vielleicht.
Zuerst wurde die Suppe gereicht, als endlich alle verkleidet und geschminkt an der Tafel saßen und halblaut miteinander plauderten. Mit dem ersten Löffel wurde es ganz still und schließlich sagten alle im Chor:
„Oishii, Coach!“
Der Coach, der sich wie ein elegant gealterter Mann des achtzehnten Jahrhunderts gekleidet hatte, grinste und nickte dankend. Dann gab es kein Halten mehr und nach und nach verschwanden Zuckerzeug und Kuchen in rauen Mengen. Betrübt schaute Kuroko in die Glasschale, in der seine favorisierten Apfel-Weingummiringe gelegen hatten und die nun leer wie die Wüste war. Nur ein kleiner Hügel Zucker war zurückgeblieben...
„Tetsu“, sagte Aomine hinter ihm.
Kuroko drehte sich zu ihm um.
„Hier“, sagte das Ass und grinste. „Hab ich dir aufgehoben. Ich weiß doch, dass du die magst.“
Kuroko überlegte, ob er die zwei Ringe nehmen sollte, da drückte Aomine sie ihm auch schon in die Hand.
„Nimm ruhig, was man dir anbietet“, wisperte er.
Und dann – dann küsste er Kuroko. Direkt auf den Mund. Ausdruckslos wie immer starrte Kuroko ihm nach, ihm, dem braungebrannten Basketballspieler, der sich eine Hand vor den Mund hielt und rote Ohren bekam und sich schleunigst davonmachte. Ein paar Schritte von Kuroko entfernt hatte Kise die Szene beobachtet und mit entsetzt aufgeklapptem Mund verfolgt.
„Kurokocchi!“, knurrte er säuerlich und wollte schon hinüber stapfen, um seinem Teamkameraden ordentlich die Meinung zu geigen, bis ihm einfiel, dass er gar nicht wusste, was er sagen sollte.
Enttäuscht ließ er Arme und Schultern und den Kopf sinken und ertränkte seinen Kummer in Apfelsaft.
Akashi hatte die Aufgabe übernommen, Murasakibara eigenhändig mit ausgewählten Süßigkeiten zu füttern, denn wenn er den Riesen selbst an das Buffet gehen lassen würde, bekämen die anderen wohl nichts mehr ab. Murasakibara nahm das lächelnd und schweigend hin und genoss es, dass Akashi sich so um ihn kümmerte. Midorima sah ihnen zu, wartete auf Murasakibaras Urteil und fertigte in seinem Kopf eine Liste an, welche Süßigkeiten er selbst probieren wollte und um welche er einen Bogen schlagen sollte.
Nach einer Weile kehrte Aomine von den Waschräumen zurück, ein wenig abgekühlt, als ihm kurz darauf Kise am Hals hing.
„Ich hab’s gesehen, Aominecchi“, flüsterte er ihm ins Ohr. „Du bist gemein! Warum Kurokocchi?“
Aomine wurde rot und grinste, dann zwickte er Kise in die Nase.
„Weil er nicht so aufdringlich ist wie du?“, gab er spöttisch zurück. „Weil man sich um ihn bemühen und ihn erobern muss? Weil er sich aus so einem... K-Kuss ohnehin nichts macht?“
Kise schmollte und ließ das Ass los. Deprimiert schlurfte er davon und Aomine lachte in seine vorgehaltene Hand. Der Blonde war einfach zu niedlich, wenn er eifersüchtig war.
„Oi, Kise“, rief er ihm nach. „Komm mal her.“
Unwillig drehte Kise sich zu ihm um.
„Will nicht“, grummelte er.
Aomine grinste vielversprechend.
„Wirklich nicht?“, sagte Aomine und schüttelte eine Packung Pocky-Stäbchen lässig mit der rechten Hand.
Kise machte große Augen und Aomine erfreute sich an deren Leuchten. Wie bei einem Kind. Kise war wirklich einfach zu süß.
„Kommst du jetzt?“, wiederholte er noch einmal seine Aufforderung.
Kise strahlte und hüpfte an seine Seite. Aomine zog ein Stäbchen heraus.
„Welche Seite?“
„Welche willst du?“, fragte Kise.
„Die, die du nicht willst“, antwortete Aomine keck.
Kise überlegte.
„Na gut, dann nehme ich die Schokoladenseite.“
Aomine hielt ihm das entsprechende Ende hin und Kise nahm das Stäbchen zärtlich zwischen die Zähne, während das Ass sich die Keksseite in den Mund steckte.
„Und los“, stieß Aomine hervor.
Knuspernd arbeiteten sie sich vor. Aomine musste sich ein kleines Stück zu Kise hinunterbeugen, aber es ging doch recht gut. Genau in der Mitte trafen sie sich und Kise spürte ein aufgeregtes Flattern durch seinen Körper strömen, als Aomines samtige Lippen seine eigenen berührten. Beinahe enttäuscht, weil die Berührung nur so kurz andauerte, wollte die Copy Cat sich schon zurückziehen, da lagen plötzlich eine Hand in seinem Nacken und fordernde Lippen auf seinem Mund. Aomine wollte ihn noch nicht entlassen. Stürmisch erwiderte Kise den innigen Kuss und fühlte, wie Aomine darunter lächelte.
„Hoi, Kise, Aomine, knutscht da nicht rum, sondern stellt euch mal mit zum Gruppenfoto auf!“, rief Midorima ungerührt herüber.
Sofort liefen die beiden Turteltäubchen rot an.
„Aka-chin, ich will auch“, quengelte Murasakibara und drückte sanft Akashis Hand.
„Nicht hier, vor all den Leuten“, sagte Akashi. „Das ziemt sich nicht.“
Coach Shirogane bat sie alle darum, ein wenig enger zusammen zu rücken, und erhielt ein breites „Cheeeeeeeeeese“, dann drückte er auf den Auslöser.


Happy Halloween!

Wenn Dir, geneigter Leser, diese Geschichte gefallen hat, dann schaue doch gern auch bei meinen anderen Geschichten vorbei. Anfang November 2020 geht es mit dem nächsten Kapitel von der Free-Fanfiction „Alles nur für ihn“ weiter. Ich würde mich sehr über Deinen Besuch freuen.
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