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Die Zeit läuft gegen uns

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Dr. Anja Licht Franz Hubert Johannes Staller Martin Riedl Sonja Wirth
30.10.2020
01.11.2020
48
33.261
 
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30.10.2020 645
 
Ein wenig geschafft kam sie am Krankenhaus an. Ihre Augen brannten bereits von den etlichen Tränen. Wie in Zeitlupe lief sie durch die langen Flure, bis hin zur Pathologie. Davor blieb sie stehen und holte tief Luft. Schneller als angenommen schwang dann die Tür auf und sie Blickte auf den Seziertisch. Dort lag er tatsächlich, die Augen geschlossen. Als ob er eigentlich nur kurz schlafen würde. Sie zog sich relativ schnell um, eine Zeit lange betrachtet sie den Leblosen Körper. Es kostet sie sehr viel Kraft mit ihrer Arbeit zu starten. Noch nie war ihr etwas so schwer gefallen. Vorsichtig begann sie mit der Obduktion, wie ein Porzellan Geschirr behandelte sie ihren Ex Mann. Normalerweise durfte sie ihn, eben aus diesem Grund auch nicht untersuchen. Da sie eine viel zu emotionale Bindung mit dem Opfer hatte. Doch sie tat es für ihn. Allein der Gedanke, daß irgendwer Fremdes an ihrem Ex Mann herum schneidet, ließ ihr einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen. Die Todesursache war wie bereits vermutet, ein Baum der auf ihn gefallen war und erdrückt hatte. Kein Mord, nicht mal Selbstmord. Er war einfach so gestorben, ohne Fremdeinwirkung. Außer man macht das Wetter verantwortlich. Erschöpft saß sie an dem Obduktionstisch und schaute auf ihn. Ihr war irgendwie bewusst das er nie wieder aufstehen wird, doch trotzdem hoffte sie auf ein Wunder. Es klopfte an der Tür zur Pathologie. Ein Polizist kam herein, sah sie an, sah auf den Tisch und zog sie in seine Arme. Jetzt ließ sie alles raus, beide weinten. Es tat weh, alles in ihr tat weh.,, Wir müssen ihn Beerdigen“ stieß sie hervor. Der Polizist nickte nur und sah auf seinen Kollegen.,, Anja kannst du mich, kurz mit ihm alleine lassen?“ Sie nickte und verließ die Pathologie. Geradewegs den Flur hoch bis nach draußen. Der Wind wirbelt immer noch unzählige Blätter durch die Gegend. Sie setzte sich auf eine der Treppenstufen und wartete. Währenddessen nahm Staller die Hand seines Kollegens.,, Hubsi, was machst du denn für Sachen, du kannst mich doch nicht einfach alleine lassen“ Tief in ihm hoffte er auf eine mürrische Hubsi Antwort. In seinem Kopf konnte er ihn hören {Stell dich nicht so an Hans, konzentriere dich lieber} Hansi musste Schlucken.,, Ich bin nicht bereit dafür Hubsi, die Anja auch nicht. Du musst einfach aufwachen“ Wieder liefen Tränen, Staller wischte diese vorsichtig weg. Wieder hörte er eine Stimme in seinem Kopf {Na Hans, du packst das auch gut ohne mich. Der Anja war ich sowieso immer egal, um die musst du dir keinen Kopf machen} Hansi dachte er spinnt, trotzdem sprach er weiter,, Es ist nicht immer alles so wie du gemeint hast das es ist. Auch wenn ich dich wirklich sehr oft nervig fand, Hubsi du warst mein Bester Freund und Kollege. Wir beide sind ein unschlagbares Team gewesen und du gehst einfach so, ohne Verabschiedung“ Stallers Stimme hätte dabei heftig angefangen zu Zittern. Er setzte nach,, Außerdem wissen wir doch alle, du hast die Anja immer noch geliebt und sie dich. Wenn du nur nicht so sau stur gewesen wärst, jetzt konntest du das alles nicht mal mehr klären“ Staller nahm wieder eine Stimme wahr {Ach Hans, deine Fahrkünste lassen auch oft zu wünschen übrig, wir waren Kollegen Hans, du wirst auch mit dem Riedl gut klar kommen. Wegen der Anja, erzähl nicht so einen schmarrn. Bin doch schon Tod, wenigstens jetzt, kann sie mich nicht mehr verletzen} Staller sah auf den Leblosen Körper, ihm war bewusst das er sich das alles nur eingebildet hatte, doch dieser Wunsch, das auch nur ein winzig kleiner Bruchteil davon wahr sein könnte. Ließ ihn kurz hoffen. Lange hielt er es aber nicht mehr in der Pathologie aus, also verließ er diese und lief nach draußen. Dort sah er Anja sitzen, alleine nur im T-shirt, halb eingefroren von dem Wind, den Blick ins Nichts gerichtet.
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