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Celebríans letzter Weg

von Mykor
GeschichteFantasy, Schmerz/Trost / P16
Celebrían Elrond
29.10.2020
24.01.2021
11
9.074
1
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8 Reviews
Dieses Kapitel
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29.10.2020 796
 
Hey, das ist meine erste FF, die ich hier hochlade. Bitte schreibt, was ich verbessern kann und wie es euch gefällt.
Ich mag die Elben in Tolkiens Werken am meisten, weil sie so geheimnisvoll sind und er nicht viel über sie preis gibt, was natürlich viel Freiraum und Kreativität für FFs offen lässt. Ich habe mich entschieden über Celebrían zu schreiben, da ich gerne mehr über die Mutter von Elladan, Elrohir und Arwen erfahren wollte. Aber jetzt viel Spaß beim Lesen. (Die Figuren gehören natürlich alle Tolkien und auch die Zeitangaben sind ausgedacht)


Prolog

2509 Drittes Zeitalter                                                                                                                            

Ein pochender Schmerz in meiner Schläfe lässt mich erwachen. Ich schlage die Augen auf. Dunkelheit umgibt mich. Vorsichtig bewege ich Arme und Beine. Sie stecken in Fesseln. Verzweifelt versuche ich mich zu erinnern. Ich war auf dem Weg von Bruchtal nach Lorien, wir hatten gerade den Rothornpass überquert und dann? Panik überfällt mich, als mich die schlimmsten Befürchtungen einholen. Ich sehe meine Gefährten tot in ihrem Blut, die Pferde in Panik davon und mich in der Hand von Orks. Ich muss bewusstlos gewesen sein. Meine Kehle ist ausgedörrt und mein Mund staubtrocken. Krampfhaft versuche ich mich von den Fesseln zu befreien, sie schneiden in meine Handgelenke, doch es ist dunkel, ich kann nichts sehen und die Fesseln sitzen fest. Es riecht modrig und ich spüre den kalten, feuchten Boden unter meinen nackten Beinen. Tief unter mir im Fels, höre ich ein dumpfes Klopfen in regelmäßigen Abständen, erst lauter dann immer leiser bis es schließlich verstummt. Ein Schauer läuft mir über den Rücken, als ich mir vorstelle, welche Kreaturen hier außer Orks noch hausen.
Ich schließe die Augen und zwinge mich tief Ein- und auszuatmen. Entfernte Schritte lassen mich zusammenzucken. Sie kommen immer näher, mehrere Türen quietschen, als ein Schlüssel direkt neben mir ins Schloss gesteckt wird. Wie in Zeitlupe höre ich wie er erst in die eine Richtung dann in die andere aufschließt. Die Tür wird mit einem Knarren geöffnet und ich weiche unwillkürlich noch näher an die kahle, modrig riechende, feuchte Wand zurück.
Ich spüre wie etwas eintritt und die Tür hinter ihm ins Schloss fällt. Es scheint ein Ork zu sein. Ich rieche seinen fauligen Atem und höre sein röchelndes Schnaufen, das entfernt an Atmen erinnert. Wie sehr ich doch Orks verabscheue. Sie sind schuld daran, dass ich hier bin und meine Gefährten tot. Eine Weile steht er einfach nur da. Schnaufend und röchelnd, sodass es mich schüttelt. Er beobachtet mich. Ich kann seine lüsternen und abscheulichen Blicke auf mir spüren. Dann merke ich wie er seine Hand zum Schlag ausholt. Ich will mich gerade zur Seite drehen, als mich seine Faust mit voller Wucht im Gesicht trifft. Ein Schmerz explodiert in meiner rechten Wange. Ich schmecke Blut, das sich in meinem Mund sammelt, als ich mir bei der Erschütterung auf die Zunge gebissen hatte.
In diesem Moment muss ich an tausend Dinge denken. Meine Eltern die sich sorgen werden. Mein Mann Elrond, dessen liebevolle und zärtliche Küsse ich jetzt gerne spüren würde. Meine drei Kinder mit denen ich jetzt gerne spielen würde so wie früher als sie noch klein waren und wir stundenlang verstecken im Wald, beim Wasserfall gespielt haben. Die Sonne, die ich auf meiner Haut fühlen will und das kühle Gras unter meinen Füßen, wenn es morgens vom silbernen Tau benetzt ist. Die Bäume deren Rauschen ich stundenlang lauschen könnte, wenn sich ihre Blätter im Wind bewegen und die Klänge des Bruinen, wenn er brausend an den Ufern vorbei fließt. Ich will den warmen Frühlingswind auf meinem Gesicht spüren, doch es bleibt nur die dunkle, kalte Leere in der ich gefangen bin, die sich wie eine eiserne Hand um mein Herz und meinen Verstand schließt, sodass es kein Entkommen gibt.
Blut rinnt mir warm die Wange hinunter und tropft auf das weiß, silber schimmernde Kleid, das mir mein Vater am Tag des Aufbruchs bei meinem letzten Besuch vor 5 Jahren geschenkt hatte und das ich ihm zur Freude bei meiner Ankunft in Lorien hatte tragen wollen. Ich sehe sein Lächeln direkt vor mir, als er sich freute, dass es mir so gut gefällt. Und ich spüre die zärtliche Umarmung mit der mich meine Mutter Galadriel, damals verabschiedete. Auf einmal erfasst mich eine unbändige Wut und ich will schreien, doch bevor ich überhaupt den Mund öffnen kann, umfängt mich eine dumpfe Leere. Ich höre und sehe nichts mehr und werde schließlich ohnmächtig.
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